„Ein Priester muss wie ein Vater sein“

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Papst Franziskus & Priester / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Papst Franziskus zu den Seminaristen Apuliens
erklärt die vier Säulen der Priesterausbildung:
geistliches Leben, Gemeinschaftsleben, Studium und Apostolatsleben

Papst Franziskus hat am Samstag die Priesteramtskandidaten des Päpstlichen Regionalseminars „Pius XI.“ in Molfetta, in der süditalienischen Provinz Bari (Apulien), in Audienz empfangen. Er ermahnte die Seminaristen dabei, ein Priester müsse wie ein Vater sein, sonst nütze er nichts.

Franziskus legte, wie so oft, die vorbereitete Ansprache zur Seite und sprach stattdessen frei. Er erinnerte die angehenden Priester daran, dass die Geschichte Italiens voller tüchtiger Priester sei. ‪„Sie geben uns das Beispiel, wie voranzugehen ist“, betonte er, während er die 180 Seminaristen und Begleiter dazu einlud, um die Gnade der Erinnerung zu beten, „der kirchlichen Erinnerung“.

Das Stichwort des priesterlichen Lebens, fuhr der Papst fort, sei Nähe. „Man kann nicht Priester mit Distanz zum Volk sein“, warnte er, während er vom Beispiel eines Pfarrers berichtete, der nicht nur allein die Namen aller seiner Gläubigen kannte, sondern auch die ihrer Hunde.

Ein guter Priester soll deswegen sein Leben hingeben, sogar „verbrennen“ für Christus, weil der Dienst am Gottesvolk „macht müde, müde“. ‪„Was eine schöne Sache ist es, einen Priester zu finden, der den Tag müde beendet und keine Schlaftabletten benötigt, um gut einzuschlafen“, betonte der Papst, der weiter die Priesterkandidaten daran erinnerte, dass die Kirche keine NGO und kein Pastoralplan sei, sondern ein Dialog, ein „kontinuierliches Gespräch“ mit den Menschen.

An erster Stelle im priesterlichen Leben sollte das Gebet stehen. Ein Priester solle Jesus nicht alleine im Tabernakel lassen, unterstrich Franziskus. Und vor dem Schlafengehen solle er „Jenen“ grüßen, der ihn zu den Menschen geschickt hat, und „ein Augenblickchen“ beim Tabernakel verweilen.

Wie Papst Franziskus erläuterte, ruhe die Priesterausbildung auf vier Pilastern: „das geistliche Leben und das Gebet, das Gemeinschaftsleben, das Studium und das Apostolatsleben“. Alle vier Punkte seien gleichermaßen wichtig. ‪„Wenn einer fehlt, ist die Ausbildung nicht ausgeglichen“, warnte er.

Franziskus erzählte den Priesterkandidaten eine weitere Anekdote. In Argentinien habe er eine aus Apulien stammende Ordensschwester Namens Bernadetta gekannt. Als er Probleme mit einem Seminaristen oder Novizen hatte, schickte er diesen zu Schwester Bernadetta, die dann zwei ‪„spirituelle Ohrfeigen“ erteilte, und damit sei die Sache erledigt gewesen, so der Papst, der die Weisheit der Gottesfrauen und Mütter lobte.

Der Volltext der freien sowie der vorbereiteten Papstansprache ist hier auf Italienisch abrufbar.

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