Papst an künftige Priester: „Seid bei euren Schäfchen“

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Der Papst und die Seminaristen

Papst Franziskus hat angehende Priester aufgerufen, bei „ihren Schäfchen“ zu sein. In einer freigehaltenen Rede sagte der Papst am Samstag im Vatikan vor Priesteramtskandidaten aus der süditalienischen Region Apulien, dass ein guter Priester neben der Nähe auch den Zugang zu den Gläubigen aufrecht erhalten sollten.Am Anfang seiner Rede erinnerte er an eine Nonne, die er in Argentinien kennen gelernt hatte und aus Apulien stammte. „Wenn ich als Novizenmeister oder Ordensprovinzial mit jemanden Probleme hatte, dann sandte ich diese Person zu ihr und sie reichte ihm dann ein paar ,spirtuelle Schläge´ und die Sache war erledigt“, so der Papst. Die Kirche sei voll von solchen „weisen Frauen in Gott“, die Klartext sprechen und die richtige spirituelle Richtung vorweisen.

Ein angehender Priester müsse vor allem die Nähe zu den Gläubigen pflegen. Er müsse immer für sie da sein, Gott abends im Gebet danken und dies alles mit Mut und Zärtlichkeit tun. „Priester haben manchmal Probleme und machen Fehler. Wir haben von den Skandalen von Priestern schon oft gehört! Die Presse bezahlt dafür viel, für solche Nachrichten!“, mahnte der Papst. Es gehe also darum, solche Fehler zu vermeiden, indem eine gute Ausbildung angeboten werde. „Ein Priester, der nicht wie ein Vater ist, nützt nichts“, fügte Franziskus an. Konkret bedeute dies: sein Leben hinzugeben, das Leben der anderen fördern, das Gemeinschaftsleben nicht vernachlässigen. „Und das soll man mit Mut, Kraft und Zärtlichkeit tun“, so der Papst.

Etwa 180 angehende Priester gibt es in Apulien. Sie müssten auf die Spuren Jesu gehen und die Pforte der Barmherzigkeit nicht verschließen, sagte der Papst. Eine wichtige Frage, die er jeweils an Priestern stelle, sei die Frage nach dem Schlafengehen. „Was macht ihr beim Schlafgehen? Der eine sagt, ich ruhe mich aus, schaue TV. Schön, aber grüßt du denjenigen nicht, der dich eingeladen, zu den Menschen zu gehen? Vor dem Schlafgehen soll man immer beten und Gott dafür danken.“

(rv 10.12.2016 mg)

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