Papstgebet an Mariä Empfängnis in Roms Altstadt: Ohne Masken

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Händedruck mit Roms Bürgermeisterin

Anlässlich des Hochfestes Mariä Empfängnis hat Papst Franziskus am Donnerstagnachmittag in der römischen Altstadt an der Marienstatue gebetet.

Ein festlicher Ton mischt sich ins geschäftige Summen des römischen Weihnachtsgeschäfts, als der dunkle Kleinwagen des Papstes auf die römische Piazza di Spagna fährt. In Italien ist heute Feiertag, viele Leute strömen zum Bummel in die Altstadt. Unweit teurer Shoppingmeilen schafft Trompetenmusik einen ehrwürdigen Rahmen, Trauben von Gläubigen, Römer wie Touristen, drängen sich erwartungsvoll hinter Absperrungen übers Pflaster.

Franziskus steigt aus, sein Blick wach und freundlich, schüttelt erst einmal Hände. Zu traditionsreichen Andacht an der Spanischen Treppe sind Vertreter der Stadt gekommen, darunter die amtierende Bürgermeisterin Virginia Raggi. Zu Füßen der Marienstatue hält Franziskus inne. Er legt einen Blumenkranz nieder. Sein Blick geht nach oben, zur mit Sternen gekrönten Bronzefigur, er sammelt sich fürs Gebet.

Am Hochfest Mariä Empfängnis vertraut Franziskus alle Gläubigen – „in dieser Stadt Rom und in der ganzen Welt“ – der Fürsprache der Muttergottes an. Es sind die Kinder, Familien und Arbeiter, auf die er den Blick richtet, Stützen der Gesellschaft, die oft zu wenig Aufmerksamkeit erfahren. Explizit bittet der Papst für verlassene und ausgebeuteten Kinder, für Problemfamilien und Menschen ohne oder mit menschenunwürdiger Arbeit.

„Wir brauchen dein unbeflecktes Herz, um selbstlos das Wohl des Nächsten zu suchen, mit Einfachheit und Ehrlichkeit, ohne Masken und Schminke“, richtet sich der Papst im Gebet an Jesu Mutter. Eine Bitte um Essentielles im Herzen Roms, inmitten von Geschäften und Luxus.

„Wir brauchen deine unbefleckten Hände, um mit Zärtlichkeit das Fleisch Jesu zu streicheln und zu berühren in den Armen, Kranken, Verstoßenen, um die Gefallenen aufzurichten und die Schwankenden zu stützen“, fährt der Papst fort.

Solidarität und Nächstenliebe, auch Vergebung und Versöhnung dürfen nicht fehlen in der Weihnachtszeit.

„Wir brauchen deine unbefleckten Füße, um denjenigen entgegenzugehen, der nicht den ersten Schritt zu gehen vermag, um auf den Wegen der Verlorenen zu wandeln, um die Menschen zu besuchen, die allein sind.“

Nach dem Gebet nimmt sich der Papst Zeit, um Pilger und Besucher zu begrüßen, darunter 100 Menschen mit Behinderung. Das Ereignis kann dank einer Videoübertragung auch von den Pilgern in Lourdes verfolgt werden.

Auf dem Rückweg in den Vatikan macht der Papst einen Zwischenhalt an der Basilika Santa Maria Maggiore, um vor der Marien-Ikone Salus Populi Romani zu beten.

 

Der Besuch der Muttergottes-Statue zum Hochfest der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember gehört zu den festen Terminen des Papstes
als Bischof von Rom. Die Figur war unter Pius IX. (1846-1878) aus Anlass der Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis (1854) auf einer antiken Säule aufgestellt worden.

(rv 08.12.2016 pr)

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