FRANZ XAVER – DER PATRON DER WELTMISSION

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Gemälde des Heiligen aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Wikimedia (Gemeinfrei)

Am 3. Dezember gedenkt die Kirche des heiligen Franz Xaver, des Patrons der Weltmission. Mit diesem Tag verbindet sich das Gebet für die Bekehrung all derer, die nicht an Christus glauben.

Heute verbinden viele mit dem Begriff Mission soziale Hilfe in der Dritten Welt. Es bewegt viele Menschen im reichen Westen, dass noch immer an vielen Orten auf der Welt, Kinder hungern und Menschen, die in unseren Ländern gerettet werden könnten, an Malaria oder AIDS sterben müssen. Wir wollen Leben retten! Wer aber will heute noch „Seelen retten“?

Wenn alle Religionen mehr oder weniger sichere Heilswege sind, wenn wir alle schunkelnd und lachend in den Himmel kommen „weil wir so brav“ sind, wenn die Hölle leer ist oder der Eifer für die Glaubensverbreitung nur Streit und blutige Konflikte provoziert, ja dann war der heiligen Franz Xaver ein verbohrter, unbelehrbarer Fundamentalist, der in blindem Wahn nach Indien gezogen ist. Dort, so schreibt er an den heiligen Ignatius von Loyola, habe er so viele Katechumenen getauft, dass ihm abends der Arm schmerzte. Wünschen wir uns 500 Jahre später überhaupt noch solche Missionserfolge?

Christ sein bedeutet nicht nur Tränen trocknen, sondern sie selbst zu vergießen

Franz Xaver wurde auf der Burg Xavier nordostspanischen Provinz Navarra geboren. Ab 1522 studierte er in Paris an der Sorbonne, wo er Ignatius von Loyola und mit ihm die vierwöchigen Exerzitien kennenlernt. Er bekehrt sich und fängt Feuer für Christus, mit dem er – so eine wichtige Betrachtung aus den Geistlichen Übungen – die Welt erobern will. Auch dieser Ausdruck kann uns Heutigen bitter aufstoßen klingt er doch nach Kampf und Krieg, Sieg und Niederlage, Einsatz und Gewinn.

Das Christentum ist heute für viele eine Religion der Nettigkeit und Gutmütigkeit, in der Schweiß, Blut und Tränen getrocknet, aber nicht für das Reich Gottes vergossen werden. Wir wollen diese Welt besser machen, aber wir brennen nicht mehr, in eine bessere Welt nach dieser hier zu gelangen. Ganz anders der heiligen Franz Xaver, der – weil er Christus liebte und an sein Wort vom ewigen Leben glaubte – sein irdisches für ihn riskierte. Ginge uns heute der Satz über die Lippen: Wir wollen, dass alle Menschen – ohne Ausnahme – Jesus kennen, ihn lieben und an ihn glauben. Wir wollen, dass überall Christus Herr und König sei, damit sein Reich des wahren Friedens komme?

Blut, Schweiß und Tränen überzeugen mehr als fromme Worte und nett gemeinte Almosen.

Es geht nicht darum, mit Feuer und Schwert das Kreuz in der Welt zu errichten, sondern es auf seinen eigenen Schultern zu tragen und gerade durch Mühen und Schwierigkeiten zu zeigen, dass das Evangelium wahr ist.

Es geht darum, Blut zu vergießen – aber nicht das der anderen, sondern mein eigenes Herzblut. Noch heute messen uns die „Heiden“ auch in unserer Umgebung nicht nur daran, was wir anderen Gutes tun – hier gibt es viele Nicht-Christen die Großartiges leisten – sondern was wir für Jesus riskieren wollen.

Erst vor kurzem hat mir eine Krankenschwester erzählt, dass sie sich mit 18 Jahren in der ehemaligen DDR taufen ließ und es bewusst in Kauf nahm, deswegen keinen Studienplatz zu bekommen. Dieses Opfer einer jungen Frau, das sicherlich viele Tränen gekostet hat, ist Mission – auch heute. Wer aber ist dazu bereit?

Für Christus bis nach Indien! – …oder an den Stammtisch kirchenkritischer Kollegen

Franz Xaver suchte leidenschaftlich solche Menschen, die bereit sind für Christus und die Menschen in der Mission das Leben zu wagen. 1544 ruft er in einem seiner bekanntesten Schreiben an den Ordensgeneral Ignatius aus, wie dringend Missionare gebraucht werden:

„Wie viele Bekehrungen bleiben wegen des Mangels an Helfern, die sich des heiligen Werkes annehmen, in diesen Ländern noch zu wirken! Es packt mich, wie oft, das Verlangen, in die Universitäten Europas zu stürmen, schreiend mit lauter Stimme, wie einer, der nicht mehr bei Sinnen ist; vor allem in Paris wollte ich’s alle hören lassen, deren Wissen größer ist als der Wunsch, hiervon guten Gebrauch zu machen; vor versammelter Sorbonne wollte ich’s ihnen zurufen: wie viele Seelen vom Wege des Heiles abkommen durch ihre Schuld, wie viele Seelen verlorengehen durch ihre Gleichgültigkeit! Wenn sie mit gleichem Eifer, den sie den Studien zuwenden, auch jene Rechenschaft überdenken würden, die Gott, unser Herr, dereinst von ihnen fordern wird, […] — wie viele von ihnen müssten erschüttert sein! Sie würden die Mittel zu ihrem Heile ergreifen, sie würden geistliche Übungen halten: diese Übungen, ausersehen sie im Inneresten ihrer Seele den heiligen Willen Gottes erkennen zu lassen und ihn zu begreifen in seiner Tiefe. Und sie würden sich diesem göttlichen Willen fortan bereitwilliger als ihren eigenen Neigungen hingeben, sprechend: Herr! Siehe, hier bin ich. Was willst Du, dass ich tun soll? Sende mich, wohin Du willst, und wenn es gut ist, selbst bis nach Indien“

„Dein Reich komme!“

Das Evangelium konfrontiert uns mit dem harten Wort Christi: „Nicht jeder der zu mir sagt: Herr! Herr! Kommt in das Himmelreich, sondern nur der, der den Willen meines Vaters tut“ – Am Beginn des Advents mahnt der Gedenktag des heiligen Franz Xaver zur Gewissenserforschung. Was tun wir, damit Christus ankommt – bei mir, bei meiner Familie, bei meinen Freunden und Kollegen?

Begnügen wir uns mit schönen Worten, frommen Gedanken und wohlgemeinten Vorsätzen, oder haben wir wirklich die innere Bereitschaft, für das Reich Gottes etwas zu wagen und diesen Eifer in Werken konkret werden zu lassen? Die Welt braucht Missionare, Apostel, Heilige – die Welt wartet darauf, dass wir das Evangelium predigen und leben. Das Beispiel des Heiligen Franz Xavers kann uns wachrütteln, aus unserer Bequemlichkeit reißen und heilsamer Stachel im Fleisch sein, mehr für den Herrn und die Ausbreitung des Glaubens zu tun.

Sein Gedenktag kann aber auch Anlass sein selbst einmal die Exerzitien des heiligen Ignatius zu machen, die auch in kürzerer Form, in fünf oder acht Tagen, angeboten werden. Der Erfolg dieser geistlichen Übungen durch die jahrhunderte zeigt, dass jede Aktion – mag sie auch noch so beeindruckend sein – wie ein Strohfeuer aufleuchtet, aber dann schnell zu Asche wird; es sei denn, es bleibt die Glut im Herzen, die Jesus selbst entfacht, wenn wir ihn kennen- und lieben lernen. Wäre das nicht ein Vorsatz für 2017 Exerzitien zu machen? Wäre ein Gutschein für Tage des Gebetes und der Stille nicht ein „missionarisches“ Geschenk unter dem Weihnachtsbaum?

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Quelle

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