Vatikan erinnert an 100. Jahrestag der Ermordung Foucaulds

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1916 wurde Charles de Foucauld in Tamanrasset von Bewaffneten erschossen. Obwohl er mehrere Regelentwürfe für geistliche Gemeinschaften verfasste, fand er erst lange nach seinem Tod Nachfolger. 1933 entstand in der Sahara die Gemeinschaft der Kleinen Brüder Jesu, 1939 die Gemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu.


Papst Franziskus: Charles de Foucauld hat „wie wenige andere den Umfang der Spiritualität realisiert, die von Nazareth ausgeht“.

Der Vatikan hat am Mittwoch, 30. November 2016 an den 100. Jahrestag der Ermordung von Charles de Foucauld (1858-1916) erinnert. Der von Papst Benedikt XVI. am 13. November 2005 seliggesprochene französische Priester wurde am 1. Dezember 1916 in seiner Einsiedelei in der algerischen Sahara von bewaffneten Sanusiya-Aufständischen erschossen.

Spiritualität im Zentrum

„Der Ordensmann wurde im geschichtlichen Rückblick als einer der bedeutendsten spirituellen Menschen aus seiner Generation erkannt, ein Heiliger, dessen Leben  zwei Jahrhunderte einschließt“, so die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ (Mittwoch). Im Onlineportal „Vatican Insider“ wurde an die Verehrung des Papstes für Charles de Foucauld erinnert, der das verborgene Leben Jesu während seiner 30 Jahre in Nazareth in den Mittelpunkt seiner geistlichen Texte gestellt hatte. Der Einsiedler in der Sahara habe „wie wenige andere den Umfang der Spiritualität realisiert, die von Nazareth ausgeht“, so Franziskus.

In Nazareth wird am Donnerstag das Jubiläumsjahr für den seligen Wüstenmönch Charles de Foucauld mit einem Gottesdienst abgeschlossen. Auch in Foucaulds Heimatland Frankreich finden Gottesdienste und Veranstaltungen statt. Schwerpunkt ist die Diözese Viviers (Ardeche) im Südosten des Landes, wo der vormalige Lebemann, Soldat und Geograf 1901 zum Priester geweiht wurde.

Erst lange nach seinem Tod gab es Nachfolger

Als Schulabbrecher und Offiziersanwärter lebte der wohlhabende Charles de Foucauld in den 1880er-Jahren ein ausschweifendes Leben. Nach seiner unehrenhaften Entlassung aus der Armee bereiste er weiter den Orient und verfasste beachtete geografische Forschungsberichte. Die islamische Frömmigkeit bewegte ihn und erweckte in ihm die Frage nach Gott.

Nach seiner christlichen Bekehrung trat er 1890, nach einer Pilgerreise ins Heilige Land, in das syrische Trappistenkloster Akbes ein. Trotz des entbehrungsreichen Lebens dort fand er das Ideal der Armut zu wenig verwirklicht. Nach sieben Jahren trat er aus dem Orden aus und erledigte bei den Klarissen in Nazareth als Knecht niedrigste Arbeiten. 1901 ließ er sich in Frankreich zum Priester weihen.

An der algerischen Grenze zu Marokko betreute er zunächst französische Soldaten und kämpfte gegen die Sklaverei. Anschließend ließ er sich 1905 in der Oase Tamanrasset im Hoggar-Gebirge in Algerien unter den Tuareg nieder. Bis zu seinem Tod lebte er elf Jahre in einer Lehmhütte, weit weg von jeder Zivilisation in völliger Abgeschiedenheit. Er erforschte und sprach das Idiom der Tuareg, und er erwarb ihr Vertrauen. Dass ein Christ durch sein Vorbild überzeugt, war ihm wichtiger als der Versuch, durch Worte den Glauben zu verkünden. Sein Ideal war eine Kirche, die mit armen Mitteln den Armen das Evangelium verkündet.

1916 wurde Foucauld in Tamanrasset von Bewaffneten erschossen. Obwohl er mehrere Regelentwürfe für geistliche Gemeinschaften verfasste, fand er erst lange nach seinem Tod Nachfolger. 1933 entstand in der Sahara die Gemeinschaft der Kleinen Brüder Jesu, 1939 die Gemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu. Heute berufen sich rund 20 religiöse Gemeinschaften auf sein geistiges Erbe.

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