Papst Pius X.: Das Geheimnis und die Bedeutung der Unbefleckten Empfängnis Mariens

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Enzyklika
Ad diem illum laetissimum

Das Geheimnis und die Bedeutung der Unbefleckten Empfängnis Mariens
anlässlich der 50. Jubelfeier der Dogmenverkündigung

(2. Februar 1904)

Pius X.

 

Hinweis/Quelle: Rudolf Graber, Die marianischen Weltrundschreiben der Päpste in den letzten hundert Jahren, Echter-Verlag, Würzburg 19542, S. 127–139. Die Nummerierung entspricht der englischen Fassung. Es fehlen in diesem deutschsprachigen Text die Artikel 27–32 (die damaligen Ablassgewährungen). Digitalisiert von Armin Jauch. Die Rechtschreibung wurde an die neue Form angeglichen. Irrtum vorbehalten.

I. Das Jubiläum des Immakulata-Dogmas

1 Noch wenige Monate, und das Jahr bringt uns den freudenvollen Tag heran, an dem vor fünf Jahrzehnten Unser Vorgänger, Papst Pius IX. seligen Angedenkens, inmitten einer glanzvollen Versammlung von Kardinälen und Bischöfen, kraft seines unfehlbaren Lehramtes, feierlich verkündete und erklärte, es sei Gegenstand der göttlichen Offenbarung, dass die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis frei von aller Makel der Sünde bewahrt worden sei. Allgemein ist jedoch bekannt, mit welch festlichen Kundgebungen der Freude und des Dankes von den Gläubigen auf dem ganzen Erdkreis diese Verkündigung aufgenommen wurde. Niemals, soweit wir uns erinnern, hat die Liebe zur hehren Gottesmutter und auch zum Stellvertreter Jesu Christi auf Erden einen so begeisterten und einmütigen Ausdruck gefunden wie damals.

2 Gehen wir in Unserer Erwartung zu weit, ehrwürdige Brüder, wenn Wir Uns der Hoffnung hingeben, dass bei dieser Erinnerungsfeier der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau auch jetzt, nach Ablauf eines halben Jahrhunderts, ein lebhafter Widerhall dieser heiligen Freude in unseren Herzen spürbar wird und dass allmählich wie damals auch heute der Glaube und die Liebe zur Gottesmutter machtvoll in Erscheinung treten wird? Diesen lebhaften Wunsch erweckt in Uns die Liebe, die Wir zur allerseligsten Jungfrau im Herzen tragen und die, ein Gnadengeschenk übrigens ihrer Güte, Wir allzeit zu vermehren trachteten. Zur sicheren Hoffnung und Erwartung aber, dass dieser Unser Wunsch auch in Erfüllung gehen werde, berechtigt Uns das Bestreben aller wahren Katholiken, die nie müde werden und immer bereit sind, der hehren Gottesmutter stets neue Beweise der Liebe und der Verehrung zu erbringen. Wir wollen indessen nicht verschweigen, dass dieses Unser Verlangen einer gewissen inneren Stimme entspringt, und diese scheint Uns zu sagen, dass nun bald jene Hoffnungen und Erwartungen in Erfüllung gehen werden, zu denen Unser Vorgänger Pius, und mit ihm alle Bischöfe, nicht ohne Grund sich gedrängt fühlten, wenn einmal die Wahrheit der Unbefleckten Empfängnis als Glaubenssatz ausgesprochen wäre.

II. Die lmmakulata als Hilfe der Kirche

3 Es gibt freilich nicht wenige, die es bedauern, dass diese Hoffnungen bis auf den heutigen Tag noch nicht ihre letzte Erfüllung gefunden haben, und die glauben, mit Jeremias sprechen zu können: „Wir hofften auf Frieden, und nichts Gutes ist geworden; wir hofften auf die Zeit der Heilung und siehe: Schrecken[1].“ Solche „Kleingläubige“ verdienen Tadel; sie nehmen sich nicht genügend Mühe, die Werke Gottes zu überdenken und ihren tiefen Wahrheitsgehalt auszuschöpfen. Denn wer vermag die geheimen Gnadenschätze zu ermessen und aufzuzählen, die Gott auf die Vermittlung der seligsten Jungfrau hin diese ganze Zeit hindurch der Kirche zugewendet hat? Aber abgesehen davon: Haben wir nicht zur rechten Zeit die Abhaltung des Vatikanischen Konzils erlebt und damit die Glaubenserklärung der Unfehlbarkeit des Papstes, die allen künftigen Irrungen rechtzeitig einen wirksamen Riegel vorschiebt? Sind wir nicht Zeugen ungeahnter und nie da gewesener Beteuerungen der Liebe gewesen, die aus allen Ständen und Länderstrichen die Gläubigen schon seit längerer Zeit hierher zog, dem Stellvertreter Christi Verehrung und Huldigung zu erweisen? Müssen wir nicht geradezu in staunende Bewunderung versinken vor dem Walten der Vorsehung Gottes, die an Unseren zwei Vorgängern, Pius und Leo, sich so wunderbar erwiesen hat? Trotz der sturmvollen Zeit haben sie in einer Regierungsdauer, wie sie keinem anderen beschieden war, die Kirche in Heiligkeit regiert.

III. Maria, Band der Einheit unter den Gliedern der Kirche

4 Dazu kam aber noch ein anderes Ereignis. Kaum hatte Pius die Wahrheit von der unbefleckten Jungfrau Maria als Glaubenssatz ausgesprochen, als sich in dem Städtchen Lourdes die Jungfrau in Wundern zu offenbaren begann und der großartige Prachtbau des Heiligtums der Unbefleckten sich erhob, bei dem auf die Fürbitte der Muttergottes täglich Wunder geschehen, die geeignet sind, den Unglauben der Jetztzeit zu widerlegen. – Es sind tatsächlich viele und große Erweise der Güte, die Gott auf die milde Fürbitte der Jungfrau im Lauf dieser fünfzig Jahre erteilte. Sollen wir da nicht hoffen, „dass unsere Rettung näher ist, als wir glaubten“? Und dies umso mehr, da es erfahrungsgemäß ein Gesetz der göttlichen Vorsehung zu sein scheint, dass Gott am nächsten ist, wo die Gefahr am größten ist. „Nahe ist‘s, dass komme die Zeit, und ihre Tage werden nicht verlängert werden. Denn der Herr erbarmt sich Jakobs und erwählet nochmals Israel[2].“ So haben wir Hoffnung, bald rufen zu können: „Zerbrochen hat Gott den Stab der Gottlosen. Es ruht und schweigt die ganze Erde, sie freut sich und bricht in Jubel aus“[3].

5 Der Hauptgrund aber, weshalb Wir wünschen, dass die fünfzigjährige Jubelfeier der Erklärung der Unbefleckten Empfängnis Mariens als Glaubenssatz in der christlichen Welt eine Bewegung religiöser Vertiefung einleiten möchte, ist jener Wahlspruch, den Wir neulich in Unserem Rundschreiben ausgesprochen haben, „alles in Christus zu erneuern“. Jedem Einsichtigen ist es ja klar, dass es keinen sichereren und leichteren Weg gibt, alle mit Christus zu vereinigen und durch ihn die vollkommene Kindschaft zu erlangen, damit wir selig und makellos vor Gott seien, denn Maria.

IV. Jesus und Maria im Glaubensbewusstsein

Als nämlich zu Maria gesagt wurde: „Selig bist du, da du geglaubt hast, dass in Erfüllung gehen wird, was dir vom Herrn gesagt worden ist“[4], so bezog sich das auf die Empfängnis und Geburt des Sohnes Gottes. Und so empfing sie in ihrem Schoße den, der die Wahrheit selber ist, damit er, „auf einem ganz neuen Wege und durch eine ganz neue Geburt erzeugt, unsichtbar seinem Wesen nach, sichtbar in unserer Natur würde“[5]. So ist der Sohn Gottes Mensch geworden, um „Urheber und Vollender des Glaubens zu werden“. Aus all dem aber folgt notwendig, dass seine heiligste Mutter an diesen göttlichen Geheimnissen teilgenommen hat und dass diese ihr zur Bewahrung gleichsam anvertraut sind. Nach Christus muss Maria als das vornehmste Fundament angesehen werden, auf dem das Glaubensgebäude durch alle Jahrhunderte hindurch aufgeführt werden soll.

6 Oder hätte Gott vielleicht nicht auf einem anderen Wege als durch die Jungfrau uns den Wiederhersteller des Menschengeschlechtes und Urheber des Glaubens schenken können? Nun hat es aber der Ewige nach dem Ratschluss seiner göttlichen Vorsehung gefügt, uns den Gottmenschen durch Maria zu geben, die, überschattet vom Heiligen Geiste, ihn in ihrem Schoße getragen; darum bleibt uns gar keine andere Wahl, als dass wir Christus empfangen aus den Händen Mariens. Deshalb erscheint auch jedes Mal, wenn die Heilige Schrift in seherischen Worten von unserer künftigen Erlösung spricht, neben dem Welterlöser seine heilige Mutter. Er wird gesendet als das Lamm, das die Erde beherrscht, aber es kommt von den Felsen in der Wüste; er sprosst als Blume auf, aber aus der Wurzel Jesse. Adam schon erblickte Maria in der Ferne als die Zertreterin des Kopfes der Schlange und gebot bei ihrem Anblick Einhalt den Tränen über den Fluch, der ihn getroffen. An sie dachte Noe, in der rettenden Arche eingeschlossen, und Abraham, als ihm verwehrt wurde, den Sohn zu opfern. Jakob erschaute sie als Leiter, auf der die Engel auf- und absteigen; Moses erkannte sie staunend in dem brennenden und nicht verbrennenden Dornbusch; David begrüßte sie, als er beim Einzug der Bundeslade sang und tanzte; Elias endlich gewahrte sie in der kleinen Wolke, die aus dem Meere heraufstieg. Kurz, das Endziel des Gesetzes und all die Wahrheit in Vorbildern und Weissagungen finden wir, nächst Christus, in Maria.

V. Durch Maria erkennen wir am sichersten Jesus

7 Niemand fürwahr, der bedenkt, dass die Jungfrau einzig und allein es gewesen, mit der Jesus wie eben ein Sohn mit seiner Mutter dreißig Jahre lang häuslichen Umgang pflegte und durch die innigste Lebensgemeinschaft verbunden war, kann daran zweifeln, dass sie und sonst niemand uns den Zugang zur Erkenntnis Christi zu eröffnen vermag. Wer hätte denn tiefer als sie, die Mutter, das Geheimnis der Geburt und der Kindheit Christi erfassen können, vor allem das Geheimnis der Menschwerdung, das den Anfang und das Fundament des Glaubens bildet? Sie „bewahrte und überdachte nicht bloß in ihrem Herzen“ die Geheimnisse in Bethlehem und im Tempel zu Jerusalem bei der Darbringung, sondern, ganz eingeweiht in die verborgenen Gedanken und Absichten Christi, lebte sie wirklich das Leben ihres Sohnes. Niemand hat deshalb so wie sie Christus ganz erkannt, und so ist sie auch wie niemand anders die geschaffene WeggeIeiterin und die Lehrerin hin zur Erkenntnis Christi.

VI. Maria, Mutter Jesu und Mutter der Gläubigen

8 Deshalb besitzt auch, wie Wir schon angedeutet haben, niemand mehr Macht, die Menschen mit Christus zu vereinigen, als diese Jungfrau. Nach Christi Wort ist dies „das wahre Leben, dass sie dich erkennen, den einzigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus“[6]. Da wir aber durch Maria zur lebendigen Erkenntnis Christi gelangen, so werden wir auch umso leichter durch sie das Leben gewinnen, dessen Quelle und Beginn eben Christus ist.

9 Wie werden wir aber erst in dieser Hoffnung bestärkt, wenn wir überdenken, wie viele mächtige Gründe für Maria selbst bestehen, uns die Herrlichkeiten dieser Gnaden zu vermitteln!

10 Oder ist Maria nicht die Mutter Christi? Dann ist sie aber auch unsere Mutter. – Gehen wir zunächst von jener Grundwahrheit aus, die jeder festhalten muss: Jesus, das menschgewordene Wort, ist der Erlöser des Menschengeschlechtes. Wenn er nun als Gottmensch, wie alle anderen Menschen, einen ganz bestimmten Leib angenommen hat, so verfügt er als Erlöser unseres Geschlechtes ebenso über einen geistigen oder mystischen Leib; dieser mystische Leib ist die Gemeinschaft derer, die an Christus glauben. „Wir, die vielen, sind ein Leib in Christus[7].“ Nun aber hat die Jungfrau den ewigen Sohn Gottes nicht bloß empfangen, damit er die menschliche Natur annehme und so nur Mensch sei, sondern dass er durch die Annahme dieser Menschennatur aus ihr auch der Erlöser der Menschen würde. Deshalb sagte der Engel den Hirten: „Heute ist euch geboren der Erlöser, welcher ist Christus der Herr[8].“ In einem und demselben Schoße der reinsten Mutter hat er Fleisch angenommen und sich zugleich einen geistigen Leib beigefügt, der aus denen besteht, „die an ihn glauben würden“. So kann man mit Recht sagen: Dadurch, dass Maria in ihrem Schoß den Erlöser umschloss, trug sie in demselben auch die, deren Leben in das Leben des Erlösers einbezogen war. Wir alle also, die wir mit Christus vereinigt und nach den Worten des Apostels „Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und seinem Gebein“[9] sind, sind gleichsam aus dem Schoße Mariens hervorgegangen als ein Leib, der mit dem Haupte vereinigt ist. Somit heißen wir geistiger- und mystischerweise mit Recht Kinder Mariens, und sie ist unser aller Mutter: „Mutter freilich dem Geiste nach, aber doch durchaus Mutter der Glieder Christi, die wir sind“[10].

11 Die allerseligste Jungfrau ist also zugleich Mutter Gottes und Mutter der Menschen. – Ohne Zweifel wird sie deshalb alles aufbieten, damit Christus, „das Haupt des Leibes, der Kirche“[11], uns als seinen Gliedern alle seine Gnadenschätze mitteile, vor allem, damit wir ihn erkennen und „durch ihn leben“[12].

VII. Die Anteilnahme Mariens am Leiden Christi

12 Zum Lobpreis der heiligsten Gottesgebärerin gehört nun nicht bloß, dass sie „dem eingeborenen Sohne Gottes, der mit menschlichen Gliedern geboren werden sollte, die Materie ihres Fleisches bot“[13], um aus demselben die Opfergabe zu bereiten für das Heil der Menschen, sondern dass sie auch das Amt übernahm, dieses Opferlamm zu hüten und zu ernähren, ja es zu seiner Zeit zum Opferaltar hinzugeleiten. So also bestand zwischen dem Sohn und der Mutter eine ununterbrochene Gemeinschaft im Leben und Leiden, und von beiden gilt das Wort des Propheten: „Mein Leben verging in Schmerz und meine Jahre in Seufzern[14].“ Als nun das Lebensende ihres Sohnes herankam, „stand neben dem Kreuze Jesu sie“, seine Mutter. Und zwar war sie keineswegs wie benommen von dem Entsetzlichen, was sie schauen musste, sondern sie empfand sogar noch Freude, „dass ihr Eingeborener für das Heil des Menschengeschlechtes zum Opfer dargebracht wurde; allerdings litt sie so sehr mit, dass sie, wenn dies möglich gewesen wäre, alle Marter ihres Sohnes von Herzen gern mitgelitten hätte“[15]. Durch diese Teilnahme am Leiden und Willen Christi verdiente Maria, dass auch sie mit Recht „die Wiederherstellerin der verlorenen Menschenwelt“ wurde[16] und deshalb auch zur Ausspenderin aller Gnadenschätze, die Christus durch seinen Tod und sein Blut erkaufte, berufen wurde.

13 Damit wollen Wir nicht gesagt haben, dass die Verleihung dieser Gnaden nicht eigentlich und rechtmäßig Christus zustehe; er ausschließlich hat durch seinen Tod die Gnaden uns erworben, und er ist von Amts wegen der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Aber infolge dieser Teilnahme der Mutter an den Leiden und Bedrängnissen des Sohnes ist der hehren Jungfrau das Vorrecht geworden, „bei ihrem Sohn nun die mächtige Mittlerin und Versöhnerin der ganzen Welt“ zu sein[17]. Christus ist die Quelle, „aus deren Fülle wir alle empfangen haben“[18]: „Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten durch das Band, das Dienst tut … und so erhält der Leib Wachstum zu seinem Aufbau in Liebe“[19].

VIII. Theologische Gründe für die Gnadenvermittlung Mariens

Maria ist nur, nach der richtigen Bemerkung des hl. Bernhard, der „Wasserkanal“[20] oder auch der Hals, der den Leib mit dem Haupte verbindet und seinerseits Leben und Kraft von dem Haupte weitergibt. „Sie ist der Hals unseres Hauptes, durch den alle geistlichen Gaben seinem mystischen Leib mitgeteilt werden[21].“

14 Es braucht nicht mehr eigens betont zu werden, dass wir nie und nimmer der Gottesmutter die Kraft der übernatürlichen Gnadenbewirkung zuschreiben; diese gehört Gott allein an. Weil aber Maria alle an Heiligkeit und inniger Vereinigung mit Christus übertrifft und von ihm selbst zur Vollführung des Erlösungswerkes herangezogen wurde, in der Absicht, dass sie schicklicherweise (de congruo) für uns verdiene, was er von Rechts wegen (de condigno) verdient hat, so ist und bleibt sie die vornehmste Mitwirkerin bei der Gnadenverteilung. „Er sitzt zur Rechten der Majestät im Himmel“[22], Maria aber steht als Königin zu seiner Rechten, als „die bewährte Schützerin und zuverlässigste Helferin aller Gefährdeten. Keine Furcht und kein Zweifel braucht den schrecken, den sie leitet, über dem sie schwebt, dem sie gnädig ist und den sie beschützt“[23].

15 Aber nunmehr müssen wir wieder zu unserem Thema zurückkehren. Haben wir nicht mit Fug und Recht behaupten können, dass Maria, nachdem sie so treu zu Jesus gestanden, vom Hause in Nazareth bis zum Fels von Kalvaria, und vertraut wie niemand anders mit den Geheimnissen seines Herzens war, nun auch den Schatz seiner Verdienste, wie es einer Mutter zukommt, mit Recht verwaltet? Es gibt deshalb keinen besseren und sichereren Weg zur Erkenntnis und Liebe Christi als Maria. Sind nicht ein trauriger Beweis dieser Wahrheit leider gerade jene, die, betört durch die List des bösen Feindes oder irregeführt durch falsche Vorurteile, meinen, der Hilfe der Jungfrau entraten zu können? Diese Armen und Unglücklichen bilden sich ein, an Maria vorübergehen zu müssen, um angeblich Christus die Ehre zu geben, und sie wissen nicht, dass das Kind „nicht zu finden ist als bei Maria, seiner Mutter“.

IX. Hauptzweck der Marienverehrung ist die Erkenntnis Jesu

16 Dahin also, ehrwürdige Brüder, sollen nach all diesen Ausführungen Unserem Wunsche gemäß die Festlichkeiten, die zur Ehre der unbefleckten Jungfrau allerorts bereitet werden, zielen. Keine Ehrung ist Maria erwünschter, an keiner hat sie solches Gefallen, als dass wir Jesus wirklich erkennen und lieben. Mögen die Gläubigen nur Festlichkeiten begehen in den Kirchen und mögen die Gemeinden sich rüsten zu feierlichen Veranstaltungen und Freudenbezeugungen: das alles ist gut und trefflich, um Frömmigkeit und Andacht zu fördern. Wenn jedoch dies alles nicht aus dem tiefsten Innern kommt, bleibt es doch bloß äußerer Schein und ein Zerrbild echter Religiosität. Und die seligste Jungfrau könnte dann fürwahr mit Recht die vorwurfsvollen Worte Christi sich auch uns gegenüber zu eigen machen: „Dieses Volk ehrt mich bloß mit den Lippen; ihr Herz aber ist fern von mir[24].

17 Denn wir können nur dann von einer wahren Verehrung der Gottesmutter sprechen, wenn sie vom Herzen kommt. Ohne den inneren Geist hat das äußere Werk weder Wert noch Nutzen. Dieser innerliche Geist muss sich aber vor allem in uns dahin auswirken, dass wir die Gebote ihres göttlichen Sohnes genauestens beobachten. Denn wenn die Liebe echt ist, muss sie notwendig den Willen ergreifen; unser Wollen muss mit dem unserer heiligsten Mutter in Übereinstimmung gebracht werden, nämlich Christus dem Herrn zu dienen. Was die Jungfrau aus tiefster Überzeugung bei der Hochzeit zu Kana den Dienern auftrug: „Was er sagt, das tut“[25], das spricht sie auch zu uns. Christus aber wiederum sagt: „Wenn du zum Leben eingehen willst, halte die Gebote[26].“ Ein jeder möge sich also vor Augen halten: Wenn die Verehrung, die er der seligsten Jungfrau entgegenzubringen vorgibt, ihn nicht von der Sünde abhält und ihn nicht zu dem Entschlusse bringt, böse Gewohnheiten aufzugeben, so ist diese Verehrung Mariens bloß eine Äußerlichkeit und eine Selbsttäuschung ohne echten Kern und ohne heilbringende Frucht.

X. Das Dogma von der lmmakulata und die Flucht vor der Sünde

18 Sollte indessen jemand für diese Wahrheit noch eine Bestätigung erwarten, so lässt sich diese unschwer aus dem Glaubenssatz der Unbefleckten Empfängnis der Muttergottes selbst herleiten. – Sehen wir zunächst ab von der katholischen Überlieferung, die mit der Heiligen Schrift für uns die Quelle der Wahrheit ist: fragen wir nur, wie doch diese Überzeugung von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria zu jeder Zeit so mit dem christlichen Denken verwurzelt sein konnte, dass sie den Gläubigen wie eingegeben und angeboren zu sein scheint? Dionysius der Kartäuser gibt dafür eine Erklärung mit den Worten: „Abscheu und Entsetzen hält uns ab, zu sagen, dass jene, die der Schlange den Kopf zertreten sollte, zu irgendeiner Zeit von der Schlange zertreten wurde, und dass die, welche Mutter des Herrn sein sollte, jemals die Tochter des Teufels war[27].“ Das christliche Volk konnte eben nie und nimmer begreifen und verstehen, wie das heilige, unbefleckte, unschuldige Fleisch Christi in dem Schoß der Jungfrau von einem Fleische genommen sein konnte, dem auch nur einen Augenblick lang die Sündenmakel anhaftete. Und der Grund ist der: Es stehen eben Gott und die Sünde in einem unendlichen und unversöhnlichen Gegensatz zueinander. Und so bildete sich überall in der katholischen Welt die Überzeugung heraus, dass der Sohn Gottes, bevor er uns durch die Annahme der Menschennatur „in seinem Blut von unseren Sünden reinigte“, seine Mutter schon im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein besonderes Gnadenprivileg von jeder Makel der Erbsünde rein bewahren musste.

19 Wenn also Gott dermaßen jede Sünde hasst und verabscheut, dass er die Mutter seines Sohnes nicht bloß von jeder persönlichen freiwilligen Sünde, sondern durch einen besonderen Gnadenerweis im Hinblick auf die Verdienste Christi auch von der Erbsünde, die allen Adamskindern wie ein Erbfluch anhaftet, befreit wissen wollte: dann muss offenbar als erstes von einem, der ein Diener Mariens sein will, verlangt werden, dass er seine schlimme und sündhafte Lebensführung aufgebe und auch all seine Neigungen, die stets von Verbotenem kosten wollen, beherrsche und in Zucht halte.

XI. Die wahre Marienverehrung besteht in der Nachahmung Mariens

20 Sollte aber jemand in sich das Verlangen tragen, was wir eigentlich bei jedem voraussetzen sollten, die seligste Jungfrau auf eine ganz vollkommene Art zu verehren, so muss er natürlich weitergehen und allen Ernstes dahinstreben, auch ihr Beispiel in jeder Weise nachzuahmen. – Gott hat nun einmal festgelegt, dass alle, die selig werden wollen, das Vorbild der Geduld und Heiligkeit Christi nachahmen und in sich selbst ausprägen. „Denn die er vorher erkannte, hat er auch vorbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern[28].“ Aber schwach und hinfällig wie wir nun einmal sind, lassen wir uns durch die Erhabenheit dieses herrlichen Vorbildes leicht entmutigen. Deshalb hat Gott in seiner Güte noch ein anderes Vorbild für uns vorgesehen, das einerseits, soweit es die menschliche Natur vermag, Christus ganz nahe steht, anderseits mit uns die Kleinheit und Schwäche teilt. Dieses Vorbild ist Maria. „So war Maria gestaltet“, sagt Ambrosius, „dass ihr Leben allein schon die Schule aller ist.“ Und daraus folgert er dann ganz richtig: „Als Vorbild diene euch das Leben der seligsten Jungfrau, das gleich einem Spiegel die Keuschheit und jedwede Tugendschönheit wie verkörpert hervorleuchten lässt[29].“

XII. Maria und die theologischen Tugenden

21 Die Kinder einer so heiligen Mutter sollten nun wohl in allem sie zum Vorbild nehmen. Unter den Tugenden sollten die Gläubigen freilich vor allem jenen ihre Aufmerksamkeit schenken, die an erster Stelle stehen und gleichsam der Nerv und das Zentrum unseres ganzen christlichen Denkens und Lebens sind, nämlich Glaube, Hoffnung und die Liebe zu Gott und den Menschen. Diese Tugenden umrahmten in herrlichem Glanz das ganze Leben der seligsten Jungfrau; besondere Leuchtkraft aber entfalteten sie, als Maria ihrem Sohne im letzten Augenblick seines Lebens zur Seite stand. – Da sehen wir nun Jesus am Kreuze hängen und wir hören, wie ihm unter Schmähungen und Verwünschungen vorgeworfen wird, dass er „sich zum Sohne Gottes gemacht habe“[30]. Nicht so Maria. Sie hielt mit bewundernswerter Standhaftigkeit an der Gottheit ihres Sohnes fest und betete sie an. Sie trägt den Leichnam des Sohnes zu Grabe, zweifelt aber keinen Augenblick an seiner Auferstehung. Die Liebe zu Gott, von der sie ganz entbrannt war, hatte ihr die Kraft gegeben, an den Leiden Christi selbst teilzunehmen und sich mit ihm darin zu teilen, und mit ihm bittet sie nun, ihrer Schmerzen vergessend, für die Mörder um Gnade und Verzeihung, während diese in ihrer Verstocktheit wütend schreien: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder[31].“

XIII. Die Erbsünde und die kirchliche Lehre von der Immakulata

22 Doch, um nun zur Betrachtung der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau zurückzukehren, deren Geheimnis ja den Anlass für Unser Rundschreiben abgegeben hat, wie viele mächtige Beweggründe bietet uns gerade jenes Geheimnis, diese Tugenden zu bewahren und zu pflegen! – Was ist wohl das erste, womit hasserfüllte Glaubensfeinde ihre Irrtümer nach allen Seiten zu verbreiten suchen und leider bei vielen den Glauben erschüttern? Sie leugnen, dass der Mensch gefallen sei, gesündigt habe und so seiner ehemaligen Stellung verlustig gegangen sei. Deshalb sind für sie die Erbsünde und alle ihre schlimmen Folgen rein erdichtete Märchen, ebenso die Sündhaftigkeit und die Verderbtheit des Menschengeschlechtes in seiner Wurzel und ihre Ausdehnung auf alle Nachkommen. Nicht weniger belächeln sie die Tatsache, dass dieses Übel alle Menschen erfasste und so einen Erlöser notwendig machte. Die natürliche Folge solcher Voraussetzungen aber ist die, dass es für Christus, für Kirche, für Gnade und eine übernatürliche Ordnung keine Daseinsberechtigung mehr in der Welt gibt. Mit einem Worte, das ganze Gebäude des Glaubens ist dadurch völlig unterhöhlt. – Wenn hingegen die Menschen gläubig bekennen, dass Maria die Jungfrau im ersten Augenblick ihrer Empfängnis von aller Sündenmakel frei geblieben ist, so bedeutet das ebensoviel, wie die Erbsünde, die Erlösung durch Christus, das Evangelium, die Kirche und selbst das Gesetz des Leidens zugeben und annehmen. Dann ist aber auch dem Rationalismus und dem Materialismus jeder Grund entzogen, und die christliche Weltanschauung darf rühmend für sich in Anspruch nehmen, die Wahrheit verteidigt und geschützt zu haben.

XIV. Der Rationalismus und die Immakulata

Die Glaubensfeinde verfügen indessen über noch andere Mittel, um namentlich heutzutage den Glauben in den Herzen zu Grunde zu richten. Man kündigt nämlich der Autorität der Kirche wie schließlich überhaupt auch jeder menschlichen Autorität Ehrfurcht und Gehorsam auf und verleitet auch die Mitmenschen dazu. Hier stehen wir vor der Keimzelle des Anarchismus, dieser verabscheuungswürdigen Pest, wie sie verhängnisvoller für die natürliche und übernatürliche Ordnung in der Menschenwelt nicht sein kann. Auch diese für die staatliche und kirchliche Ordnung so gefährliche Zeiterscheinung richtet sich im Grunde gegen den Glaubenssatz von der Unbefleckten Empfängnis der Gottesmutter; denn gerade diese Lehre verpflichtet uns, der Kirche nicht bloß über unseren Willen, sondern auch über unsern Verstand bestimmenden Einfluss einzuräumen. Und weil wir so auch unseren Verstand in Zucht nehmen, begrüßt das christliche Volk die Gottesmutter mit den Worten: „Ganz schön bist du, Maria, und die erbliche Makel ist nicht in dir[32].“ – So bewahrheitet sich auch der glorreiche Lobpreis, den die Kirche mit Recht der hehren Jungfrau spendet, „dass sie nämlich alle Irrlehren der Welt vernichtet hat“.

23 Der Glaube aber ist, wie der Apostel sagt, „das feste Vertrauen auf das, was man erhofft“[33]. Wenn wir also durch die Unbefleckte Empfängnis der Jungfrau in unserem Glauben bestärkt werden, so gilt dies selbstverständlich erst recht für die Hoffnung. Und dieses umso mehr, da Maria ja nur deswegen von der Erbsünde bewahrt wurde, weil sie Mutter Christi sein sollte; Mutter Christi wurde sie aber, damit in uns die Hoffnung auf die ewigen Güter neu geweckt würde.

XV. Die Immakulata führt zur Gottesliebe

24 Über die Liebe zu Gott brauchen wir keine Worte zu verlieren. Eine besondere Erwägung indessen verdient, wie die Betrachtung der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau uns aufmuntern kann zur Beobachtung jenes Gesetzes, das Jesus mit Vorzug sein Gebot genannt hat, nämlich das Gebot, dass wir einander lieben sollen, wie er selbst uns geliebt hat. – „Ein großes Zeichen“, so beschreibt der Apostel Johannes das ihm zuteil gewordene Gesicht, „ein großes Zeichen erschien am Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, den Mond zu ihren Füßen, und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupte[34].“ Jeder aber weiß, dass diese Frau niemand anderen bedeutet als Maria, die als unversehrte Jungfrau Christus, unser Haupt geboren. „Und die Frau“ so fährt der Apostel fort, „war gesegneten Leibes und schrie in ihren Wehen und Geburtsnöten“[35]. Der Apostel sah also die heilige Gottesmutter, obwohl sie bereits beseligt im Himmel war, doch an geheimnisvollen Geburtswehen leiden. Was für eine Geburt mag damit wohl gemeint sein? Zweifellos handelt es sich um die Geburt von uns selbst, die wir, in der irdischen Verbannung noch zurückgehalten, erst zur vollkommenen Liebe Gottes und zur ewigen Glückseligkeit geboren werden müssen. Die Geburtswehen Mariens aber veranschaulichen ihre Liebe und ihr Bemühen, mit denen die Jungfrau auf dem Himmelsthron wacht und durch ihre fortwährende Fürbitte zu bewirken sucht, dass die Zahl der Erwählten ihr Vollmaß erreiche.

XVI. Maria überwindet die modernen Irrlehren

25 Dass nun diese Liebe besonders bei Gelegenheit dieser außerordentlichen Feier der Unbefleckten Empfängnis der Gottesgebärerin das Ziel aller werden möge, dahin geht Unser sehnlichstes Verlangen. Wie grimmig und wütend wird übrigens auch in unserer Zeit Christus verfolgt und die von ihm ins Leben gerufene heilige Religion! Wie viele schweben in augenscheinlicher Gefahr, durch all die schleichenden Irrtümer verführt zu werden und vom Glauben abzufallen? „Wer also zu stehen glaubt, der sehe zu, dass er nicht falle[36].“ Möchten doch alle durch Gebet und demütiges Flehen sich bei Gott verwenden, dass, wer von der Wahrheit abgewichen ist, durch die Fürbitte der Gottesmutter zur Einsicht gelange. Wir wissen ja aus Erfahrung, dass ein Gebet, das aus einem liebenden Herzen strömt und sich auf die Fürsprache der seligsten Jungfrau berufen kann, nie umsonst ist. Die Kirche wird ja freilich auch weiterhin immer wieder mit Kampf und Verfolgung rechnen müssen: „Denn es müssen ja Spaltungen sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden[37]“. Aber ebenso gewiss ist es, dass die seligste Jungfrau mit uns ist selbst in den verzweifeltesten Lagen; und so wird sie den Kampf fortsetzen, der in ihrer Empfängnis schon begonnen hat, und jeden Tag wird sich von neuem das Wort bewahrheiten: „Heute hat sie der Schlange den Kopf zertreten[38].“

XVII. Das außerordentliche Jubiläum

26 Damit wir nun durch eine reichlichere Gnadenhilfe von oben instandgesetzt werden, um mit den Ehrungen, mit denen wir im Laufe dieses Jahres Maria mehr als sonst überhäufen, auch die Nachahmung ihrer Tugenden zu verbinden, und damit Wir auch Unseren Wahlspruch, „alles in Christus zu erneuern“, um so nachdrücklicher verwirklichen können, haben Wir, wie dies bei Unseren Vorgängern beim Antritt ihres Pontifikates üblich war, beschlossen, einen außerordentlichen Ablass in Form eines Jubiläums dem ganzen katholischen Erdkreis zu gewähren … [Die Ablassbestimmungen wurden hier weggelassen.]

XVIII. Maria, Stärke und Hoffnung der Kirche

33 Wir beschließen nun, ehrwürdige Brüder, dieses Unser Schreiben mit dem erneuten Ausdruck einer Hoffnung, die ganz fest in Unserem Herzen verankert ist. Wir versprechen Uns nämlich von diesem außerordentlichen Jubiläum, das Wir unter dem Schutz der unbefleckten Jungfrau ausgeschrieben haben, dass recht viele, die sich leider von Jesus Christus getrennt haben, zu ihm zurückkehren werden, und dass in der christlichen Welt die Liebe zur Tugend und Frömmigkeit einen neuen Aufschwung nehme. Als Unser Vorgänger Pius vor 50 Jahren die Unbefleckte Empfängnis als Glaubenssatz verkündete, da schien, wie Wir bereits bemerkt haben, ein außerordentlicher Gnadensegen die ganze Erde zu überfluten; und da die Hoffnung und das Vertrauen auf die jungfräuliche Gottesmutter stieg, so nahm auch die Religiosität des Volkes wie ehedem allerorts erfreulich zu. Warum sollten nicht auch wir uns auf Ähnliches und noch Größeres für die Zukunft Hoffnung machen dürfen? Gewiss sind die Zeiten, in denen wir leben, düster verhangen, so dass auch wir mit dem Propheten sagen können: „Es ist keine Wahrheit, kein Erbarmen und keine Erkenntnis Gottes mehr im Lande, Lästerung, Lüge, Mord und Diebstahl nehmen überhand[39].“ Aber seht! Gerade inmitten dieser Sündflut von Übeln erscheint vor unseren Augen dem Regenbogen gleich die gütigste Jungfrau als Friedensstifterin zwischen Gott und den Menschen. „Meinen Bogen setze im ins Gewölk, und er sei zum Bundeszeichen zwischen mir und zwischen der Erde[40].“ Mögen die Stürme auch noch so wüten und mag schwarze Nacht den Himmel bedecken, so braucht doch niemand zu bangen. Ein Blick auf Maria, und Gott ist versöhnt und verschont uns. „Der Bogen wird im Gewölke sein, und ich werde ihn schauen und gedenken des ewigen Bundes[41].“ „Und es werden fürder nicht sein Wasserfluten, zu vertilgen alles Fleisch[42].“ Setzen wir unser ganzes Vertrauen, wie es ja nur billig ist, auf Maria, besonders jetzt, da wir ihre Unbefleckte Empfängnis freudiger verehren als sonst! Dann werden auch wir es inne werden und erfahren, dass sie die mächtige Jungfrau ist, die den Kopf der Schlange mit ihrem jungfräulichen Fuße zertreten hat[43].

34 Zum Unterpfand dieser Himmelsgaben, ehrwürdige Brüder, erteilen Wir euch und euren Gläubigen aus ganzem Herzen den Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 2. Februar 1904,

im 1. Jahre Unseres Pontifikates.

Pius PP. X.

 


 

[1] Jer 8,15.

[2] Is 14,1.

[3] Is 14,5.7.

[4] Lk 1,45.

[5] S. Leo M., Sermo II de Nativ. Domini, c. c.2.

[6] Joh 17,3.

[7] Röm 12,5.

[8] Lk 2,11.

[9] Eph 5,30.

[10] S. Aug., De sancta Virginitate c. 6.

[11] Kol 1,18.

[12] 1 Joh 4,9.

[13] S. Beda Ven., I. IV in Lk 1.

[14] Ps 30,11.

[15] S. Bonav., I Sent., d. 48, ad litt., dub. 4.

[16] Eadmeri Mon., De Excellentia Virg. Mariae, c. 9.

[17] Pius IX., Litt. Ap., “lnefIabilis“, 8. Dez. 1854.

[18] Joh 1,16.

[19] Eph 4,16.

[20] S. Bern., Serm. de temp., in Nativ. B. V. de Aquaeductu n.4.

[21] S. Bem. Sen., Quadrag. de Evangelio aetemo, Serm. X, a. 3, c. 3.

[22] Hebr 1,3.

[23] Pius IX., Litt. Ap. „Ineffabilis“, 8. Dez. 1854.

[24] Mt 15,8.

[25] Jo 2,5.

[26] Mt 19,17.

[27] Dionys. Carth., 3 Sent. d. 3, q. 1.

[28] Röm 8,29.

[29] S. Ambr., De Virginib., I. II, c. 2.

[30] Jo 19,7.

[31] Mt 27,25.

[32] Grad. Miss. in festo Imm. Conc.

[33] Hebr 11,1.

[34] Offb 12,1.

[35] Offb 12,2.

[36] 1 Kor 10,12.

[37] 1 Kor 11,19.

[38] Off. Imm. Conc. in 2 Vesp. ad Magnif.

[39] Hos 4,1–2.

[40] Gen 9,13.

[41] Gen 9,16.

[42] Gen 9,15.

[43] Off. Imm. Conc. B.M.V.

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