Franziskus kondoliert zum Tod Fidel Castros

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Franziskus mit Fidel Castro, September 2015

Papst Franziskus betet für den verstorbenen früheren Staatschef Kubas, Fidel Castro. In einem Telegramm an Raul Castro, Fidels Bruder und Nachfolger, brachte der Papst sein Mitgefühl zum Ausdruck und kondolierte „der Familie, der Regierung und dem Volk dieser geliebten Nation“. Er bete für die ewige Ruhe des Verstorbenen. Franziskus war Fidel Castro noch im September letzten Jahres in Havanna begegnet. Der 90-jährige Revolutionsführer, der drei Päpste getroffen hatte, verschied Freitagabend in der kubanischen Hauptstadt. Fidel Castro hatte als Schüler ein Jesuitenkolleg absolviert und später, obgleich Atheist und Sozialist, im Gegensatz zu den sozialistischen Führern des Ostblocks nie vollständig mit der katholischen Kirche gebrochen.

Der „Maximo Lider“, der fast 50 Jahre lang Kuba mit harter Hand geführt hatte, hatte als Schüler ein Jesuitenkolleg in Havanna besucht. Die Karierrehoffnungen des Jus-Studenten und später im Kampf gegen die korrupte Regierung engagierten Anwalts wurden durch den Batista-Putsch 1952 jäh zerstört, woraufhin Castro Revolutionär wurde. Ein Umsturzversuch 1953 scheiterte, nach einem Exil in Mexiko versuchte er es jedoch erneut und zog dank großen Zulaufs 1959 siegreich und unter allgemeinem Jubel in Havanna ein.

Der damalige Erzbischof von Santiago reagierte skeptisch auf die Machtübernahme und mahnte Castro per Hirtenbrief, sich an den „bewährten sozialethischen Prinzipien“ zu orientieren. Trotz massiver Auseinandersetzungen mit der Kirche riss der Gesprächsfaden nie ganz ab. Nach dem Untergang seines Hauptgeldgebers Sowjetunion unternahm Castro vorsichtige Annäherungsversuche. 1996 traf er in Rom Johannes Paul II., der zwei Jahre später Havanna besuchte. Die Annäherung zeigte Wirkung: Ein Weihnachtsfeiertag wurde bald darauf wieder eingeführt, und politische Gefangene gelangten in Freiheit.

Fidels jüngerer Bruder Raul Castro (85), der 2006 die Regierung übernahm, setzte diesen Kurs fort. Papst Benedikt XVI. (2012) und Franziskus (2015) reisten nach Kuba. Der erste Papst aus Lateinamerika begegnete am 25. September 2015 in Havanna dem gesundheitlich angeschlagenen Fidel, der sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte und nur noch geringen politischen Einfluss hatte. Zuletzt sorgte er beim Kongress der Kommunistischen Partei für Aufsehen, als er sitzend im Trainingsanzug über seinen nahenden Tod sinnierte. Vor einem zu Tränen gerührten Publikum bemerkte er treffend: „Wir alle kommen an die Reihe.“

Posthum gab es durchaus Würdigungen für Castro von Kirchenseite. Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff (77) bezeichnete Castro als „einen der größten Führer der Welt“. Er habe der langjährigen kubanischen Staatschef „als charismatische Persönlichkeit sehr geschätzt“, sagte Boff am Samstag in Berlin. Castro sei „seinen Ideen des Sozialismus immer treu geblieben“. Seine Erziehung durch Jesuiten sei immer spürbar geblieben. „Er hat die christlichen Traditionen gekannt“, sagte Boff. In den vergangenen Jahren habe der frühere Revolutionsführer sich „auch sehr für ökologische Fragen interessiert“.

(rv 26.11.2016 gs)

42 thoughts on “Franziskus kondoliert zum Tod Fidel Castros

  1. @Ci-devant 26. November 2016 um 21:59

    Zitat
    Ein herber Verlust für die Novus-Ordo-„Kirche“.

    Nein.

  2. Es verrät schon viel, daß ein Papst dem Tod eines Kommunisten nachtrauert. Was für eine Fehlbesetzung des Heiligen Stuhles!

  3. Seefeldt 28. November 2016 um 08:53

    Ein Kommunist ist kein Katholik, ein Akatholik ist kein Papst. Deswegen trauert ein Papst nicht über den Tod eines kommunistischen Massenmörders, unter dem es sogar Zwangsabtreibungen gab. Und deswegen ist der Heilige Stuhl nicht fehlbesetzt, sondern leer.

  4. @ Ci-devant:

    Es gibt den „Mann in der weißen Soutane“, der von der dazu befugten kirchlichen Institution, nämlich dem Konklave, gültig als Papst eingesetzt wurde – also ist der Heilige Stuhl leider nicht leer, sondern im Falle Bergoglios fehlbesetzt.

  5. Seefeldt 28. November 2016 um 12:51: „Es gibt den „Mann in der weißen Soutane“, der von der dazu befugten kirchlichen Institution, nämlich dem Konklave, gültig als Papst eingesetzt wurde …“

    Die Lehre der Kirche ist eindeutig anders. Die Wahl eines Häretikers oder Schismatikers ist NICHT rechtmäßig, sondern null und nichtig.

    Papst Paul IV., Bulle Cum ex Apostolatus Officio, 15. Februar 1559: „[Wenn] ein Römischer Pontifex (Papst) vor seiner Erhebung zum Kardinal oder seiner Wahl zum Römischen Pontifex (Papst) vom katholischen Glauben abgewichen, in eine Häresie gefallen oder ins Schisma geraten ist oder derlei hervorgerufen und verursacht hat, so ist seine Erhebung oder Wahl, auch wenn sie in Eintracht und mit der einmütigen Zustimmung aller Kardinäle erfolgt ist, null und nichtig und wertlos.

    Sie kann nicht durch die Annahme der Bischofsweihe oder die nachfolgende Übernahme der Leitung und Verwaltung, auch nicht durch die Inthronisation des Römischen Pontifex selbst oder durch Huldigung oder durch den ihm von allen geleisteten Gehorsam, wie lange er auch gedauert haben mag, als gültig geworden bezeichnet werden, noch Gültigkeit erlangen, noch als gültig in irgendeinem Teilbereich angesehen werden.

  6. Der Apostat, abgefallene katholische Laie, Kommunist und Atheist Fidel Alejandro Castro Ruz (geb. 1926 oder 1927) ist also am 25.11.2016 im Alter von 90 oder 89 Jahren gestorben, von 90 oder 89 verpfuschten und blödsinnig gelebten Jahren. Auf solche Leute schaue ich wie auf Zwerge herab. Wie kann man den Kommunismus nur für richtig halten?! Die Fleischtöpfe des heiligen katholischen Glaubens hat er gegen das Linsenmus des Atheismus und Kommunismus ausgetauscht. Das ist nicht nur ein Mangel an Glauben, sondern auch an Verstand und Vernunft. Dazu kommt, daß er wie viele Zeitgenossen eine unkeusche und pornographisch verseuchte Bestie war. Daß solche Leute sich über Jahrzehnte oben halten können, beweist, daß das Schundniveau allgegenwärtig ist und auch bei den oberen Zehntausend der Normalzustand ist. Fidel Castro Ruz, dieser ruchlose und bösartige Mann, hat in Kuba viele Nichtkommunisten und fromme Katholiken ins Gefängnis gesteckt und foltern lassen. Er war also ein Verbrecher von gigantischem Ausmaß. Die katholische Kirche in Kuba hat wegen ihm viel leiden müssen. Hier sieht man wieder einmal, wie überaus gefährlich irreligiöse und atheistische Menschen sind. Wenn man sie nicht hindert und bekämpft, setzen sie ihre abscheulichen, würdelosen, verkommenen und völlig falschen Ansichten rigoros und gnadenlos durch. Fidel Castro fege ich ohne mit der Wimper zu zucken als völlig bedeutungslose Null vom rechtgläubig katholischen Tisch.

  7. @ Ci-devant: Ob ein getaufter Katholik Häretiker oder Schismatiker ist, beurteilt die Kirche, nicht Sie. Was Sie selbst betrifft, haben Sie sich von Papst und Kirche losgesagt und handeln somit selbst schismatisch (wohlbemerkt, ich schreibe: Handeln Sie schismatisch. Das Urteil darüber, ob Sie ein Schismatiker sind, steht natürlich ausschließlich der Kirche zu).

    Auf die Schlampigkeit Ihrer Übersetzung der Bulle „Cum ex apostolatus officio“ wies ich Sie nun wirklich oft genug hin. Ehe eine Papstwahl wegen vorangegangener Häresie des Gewählten ungültig wird, muß natürlich erst einmal diese Häresie festgestellt werden – und zwar selbstverständlich von der Kirche, nicht von Ihnen.

  8. @ Bernhard Heinrich Freienstein: Ihre richtige Beschreibung Castros bestätigt einmal mehr Dostojewskis „Ohne Gott ist alles erlaubt“. Wer nicht an Gott glaubt, ist eben zu den schlimmsten Verbrechen fähig, weil er nicht wahrhaben will, daß er eines Tages von Gott zur Rechenschaft gezogen wird.

  9. Seefeldt 28. November 2016 um 21:30: „wohlbemerkt, ich schreibe: Handeln Sie schismatisch. Das Urteil darüber, ob Sie ein Schismatiker sind, steht natürlich ausschließlich der Kirche zu“

    Jemand, der schismatisch handelt, ist ein Schismatiker und ein Schismatiker handelt schismatisch. Also natürlich urteilen Sie, indem Sie schismatische Akte unterstellen. Nur urteilen Sie falsch, weil Sie objektiv selbst ein hartnäckiger Häretiker sind. Sie leugnen unter anderem die automatische Selbstabtrennung des Häretikers, Schismatikers und Apostaten, indem Sie behaupten, man könne schismatisch oder häretisch sein, soviel man will, solange man sich nur selbst als Katholik bezeichnet. Die Kirche lehrt allerdings, daß die hartnäckige Bezweiflung oder Leugnung bereits eines einzigen Glaubensartikels unmittelbar als Tatfolge“ („ipso facto“) eintretende Exkommunikation zur Folge hat.

    Papst Leo XIII., Satis Cognitum, 29. Juni 1896: „So hat die Kirche stets gehandelt, gestützt auf das einstimmige Urteil der Väter; diese waren immer der Überzeugung, es sei aus der katholischen Gemeinschaft ausgeschlossen und von der Kirche abgefallen, wer auch nur im geringsten von der durch das beglaubigte Lehramt vorgetragenen Lehre abgewichen sei.

    Can 2314 §1. Omnes a christiana fide apostatae et omnes et singuli haeretici aut schismatici (Alle vom christlichen Glauben Abgefallenen und alle und jeder Häretiker oder Schismatiker):
    1º Incurrunt ipso facto excommunicationem (Ziehen sich ipso facto (aufgrund dieser Tatsache) die Exkommunikation zu);

    http://www.jgray.org/codes/cic17lat.html

    Außerdem sind Sie selbst ein Schismatiker, indem Sie Franz als Ihren „Papst“ bezeichnen, ihm aber die Gefolgschaft verweigern. Dabei leugnen Sie manchmal nicht, daß die Gegenpäpste Häretiker sind. Allerdings leugnen Sie beständig, daß Häretiker automatisch aufhören, Glieder der Kirche zu sein. Das ist aber Dogma. Ein Häretiker ist kein Glied der Kirche. Ein Papst ist jedoch Haupt der Kirche. Ein Häretiker kann aber nicht Haupt der Kirche sein, weil er kein Glied der Kirche ist. Die Wahl eines Häretikers zum Papst ist also NICHT rechtmäßig, sondern null und nichtig:

    Papst Paul IV., Bulle Cum ex Apostolatus Officio, 15. Februar 1559: „[Wenn] ein Römischer Pontifex (Papst) vor seiner Erhebung zum Kardinal oder seiner Wahl zum Römischen Pontifex vom katholischen Glauben abgewichen, in eine Häresie gefallen oder ins Schisma geraten ist oder derlei hervorgerufen und verursacht hat, so ist seine Erhebung oder Wahl, auch wenn sie in Eintracht und mit der einmütigen Zustimmung aller Kardinäle erfolgt ist, null und nichtig und wertlos.

  10. @ Ci-devant:

    Sie haben eben kein Rechtsverständnis. Ihre Lossagung von Papst und Kirche ist eindeutig schismatisch, aber die Verurteilung als Schismatiker steht eben ausschließlich der Kirche zu – im Gegensatz zu Ihnen maße ich mir nicht an, wozu ich nicht befugt bin.

    Sie sind außerdem ein bösartiger Verleumder, denn ich habe keine Häresie begangen.

    Wie schon deutlich genug gezeigt, gibt es keine automatische Selbstabtrennung eines Häretikers, Schismatikers oder Apostaten, denn ob überhaupt Häresie, Schisma oder Apostasie vorliegen, muß von dazu befugter Stelle erst einmal festgestellt werden. Was Sie sich einbilden, ist eben nicht Wirklichkeit. Wir sehen es doch auch auf dieser Seite: Was Sie für Häresie halten, hält noch lange nicht jeder Katholik für Häresie. Also ist von befugter Stelle zu entscheiden, und dazu befugt sind weder Sie noch Ihre heillosen Gurus.

    In Ihrem Rechtsunverständnis verstehen Sie auch den Rechtsbegriff „ipso facto“ nicht. Auch diesbezüglich wurde schon oft genug gezeigt, daß „ipso facto“ lediglich einen zwingend folgenden, einen automatisch sich ergebenden Rechtsanspruch bedeutet, aber eben noch keine Rechtswirklichkeit. So steht ja auch wiederholt in der von Ihnen so falsch verstandenen Papstbulle „Cum ex apostolatus officio“: Erst die Feststellung des Glaubensabfalls, dann der Amtsverlust. Anders geht es ja auch nicht.

    Den Begriff „Schismatiker“ verstehen Sie auch nicht. Ein Schismatiker ist, wer sich von der Kirche trennt. Ich bleibe der Kirche treu und erkenne die Papstwahl der Kirche an – im Gegensatz zu Ihnen. Und daß ich päpstlichen Irrtümern widerspreche, ist ebensowenig schismatisch wie die Widersprüche der Heiligen Paulus und Athanasios gegen päpstliche Irrtümer.

    Und schließlich wies ich Sie wiederholt auf die Schlampigkeit Ihrer Übersetzung der Bulle „Cum ex apostalus officio“ hin, und immer noch reiten Sie auf dieser schlampigen Übersetzung herum – wodurch Sie aber lediglich Ihre totale Uneinsichtigkeit verraten. Sie sind eben ein heilloser Sektierer.

  11. @ seefeldt
    Die Bulle „Cum ex Apostulatus Officio“ ist ein rein disziilinäres Dokument, welches spätestens mit der Einsetzung des CIC von 1917 abrogiert wurde. Diese Bulle wird durch tausendfache Zitation nicht mehr Kirchenrechtlich Inkraftreten. Zudem wird in den vorkonziliaren Ausgaben des Denzingers die Bulle nirgends aufgeführt. Selbst Heinrich Denzinger hat persönlich bemerkt, dass diese Bulle kein dogmatisches Dokument ist, sondern rein Disziplinär!

    Die Sedisvakantisten versäumen den Kanon 2314 vollständig zu zitieren. Der Amtsverlust bei einem Kleriker entsteht, gemäss 2314, °2 , wenn er gewarnt wird oder wenn er öffentlich vom Glauben abfällt (öffentlich und sichtbar sich einer Sekte oder den Schismatikern anschliesst –> siehe 188, §4.) Der Kanon 188, §4 kann nur im Zusammenhang mit Kanon 2314, °3 gelesen werden. Da steht unweigerlich, dass ein Kleriker das Amt erst verliert, wenn er offiziell von den kirchlichen Autoritäten gewarnt wurde. Diese stillschweigende Niederlegung des Amtes (ispo facto Verlust, welcher keine deklaratorische Sentenz benötigt) erfolgt erst nach zweifacher Warnung. Eine Warnung aussprechen oder das ausdrückliche Feststellen des Amtsverlustes durch die kirchlichen Autoritäten sind zwei verschiedene Handlungen.

    Kan. 188, §4 wird ausdrücklich im Kan. 2314, °3 im lateinischen original erwähnt:

    „3°. Si sectae acatholicae nomen dederint vel publice adhaeserint, ipso facto infames sunt et, firmo praescripto can. 188, n. 4, clerici, monitione incassum
    praernissa, degradentur.“ )

    In einem Punkt hatte ci-devant recht. Ich hatte die Zensur der Exkommunikation bisher nicht richtig verstanden!

    Wer im „forum externum“ die Sünde der Häresie öffentlich, bewusst und willentlich begeht [1] , der erleidet „ipso facto“ die Zensur der Exkommunikation und schliesst sich daher aus der Gemeinschaft der Kirche aus. Die Exkommunikation schliesst zwar von der rechtlichen Gemeinschaft der Kirche aus, der Kleriker kann jedoch alle seine Ämter unerlaubt aber gültig weiter ausführen (Kan. 2264). Die erlittene Zensur der Exkommunikation verursacht nicht den Amtsverlust per se, sondern der Kleriker darf keine Jurisdiktionsakte setzen. Das hat damit zu tun, dass die Zensur der Exkommunikation nur eine Besserungsstrafe ist. Die Vindiktivstrafen (Sühne und Vergeltungsstrafen) kommen erst durch Urteil der Kirche zustande und deshalb verlieren die Kleriker das Amt oder werden degradiert. Darf er in dieser Zeit neue Ämter besetzen? Nein darf er nicht. Kann er zum Papst gewählt werden? Ja, kann er!

    Das ein Kardinal ohne Wissen des Papstes exkommuniziert und nicht von den vindiktiven Strafen betroffen ist, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Nur dem Papst steht es zu die Kardinäle wegen Vergehen der Häresie, Apostasie und Schisma zu bestrafen. (Kan. 1558). D.h. dem Papst muss es zu Ohren gekommen sein, dass einer seiner Kardinäle ein Apostat, Häretiker oder Schismatiker wurde. Und wenn nicht, dann kommt eben die von
    Papst Pius XII eingesetzte Anordnung Vacantis Apostolicae Sedis, No 34. 1945, A.A.S., vol XXXVIII (1946), n. 3, pp 65 – 99, welche gesetzlich verankert: „Kein Kardinal kann in irgendeiner Weise von der aktiven und passiven Wahl zum Oberhaupt der Kirche ausgeschlossen werden, sei es wegen einem Vorwand oder durch irgendwelche Gründe der Exkommunikation, Suspendierung, Interdiktes oder überhaupt wegen eines kirchlichen Hindernisses….“
    Wenn auch ein Kardinal der Exkommunikation verfallen ist, hebt diese Anordnung die Exkommunikation für die Papstwahl wieder auf.
    Schon Pius X hat eine ähnliche Anordnung verfasst und hinterlassen, welche alle seine Nachfolger bestätigt haben und
    somit kann kein Papst seit dem Vatikanum II nicht gewählter Papst sein,
    weil der jeweilige Vorgängerpapst den Kardinal zumindest hätte mit einer vindiktiven Strafe ahnden müssen, somit wird die erlittene Exkommunikation des Kardinals sichtbar geworden und wäre dann nicht mehr zur Wahl zugelassen.

    [1]Die formelle Häresie, welche sich durch ein hartnäckiges, willentliches und bewusstes Leugnen oder Zweifeln eines Dogmas der katholischen Kirche oder durch das öffentliche Bekenntnis und die Ablehnung des kirchlichen Lehramtes als nächste und unmittelbare katholische Glaubensregel sich manifestiert. Die Hartnäckigkeit benötigt die volle Kenntnis des katholischen Dogmas und volle Zustimmung im Willen für das Festhalten des häretischen Lehrsatzes. Wenn jemand einen hinreichenden Hinweis im „forum externum“ bietet, wie z. B. der Öffentlichkeit eine bewusste und willentliche Zurückweisung des Glaubensartikels zugeben oder durch einen sichtbaren Akt die Kirche verlassen und somit öffentlich die Glaubensregel der Kirche abweisen – somit wäre der formale Aspekt der Häresie öffentlich.

  12. Lasst euch nicht durch allerlei fremde Lehren irreführen!“
    (Hebr. 13, 8)

    Die Irreführer, die die Lehre der Kirche verdrehen und jene, die die Irrlehrer begünstigen, sind ebenfalls automatisch exkommuniziert.

    Die Lehre der Kirche über einen Nichtkatholiken der beansprucht, das Kirchenoberhaupt zu sein.

    „Wir bestimmen in dieser Konstitution – DIE FÜR IMMER GELTEN SOLL – …“

    CUM EX APOSTOLATUS – Papst Paul IV. – Auszug –

    Das Apostolische Schreiben CUM EX APOSTOLATUS
    von Papst Paul IV. – 15. Februar 1559

    Paul, Bischof, Diener der Diener Gottes.
    […] Je größer die Gefahr ist, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht, desto vollständiger und sorgfältiger muss man darauf bedacht sein, daß keine falschen Propheten oder andere, die weltliche Gewalt innehaben, die Seelen einfacher Menschen beklagenswert umgarnen und Unzählige, die in geistlichen und zeitlichen Angelegenheiten ihrer Sorge und Leitung anvertraut sind, mit sich ins Verderben und in den Untergang der Verdammnis ziehen.

    Es darf niemals dazu kommen, daß wir den Greuel der Verwüstung, wie er vom Propheten Daniel vorhergesagt ist, an Heiliger Stätte sehen. Deswegen verlangen Wir danach, soweit Wir es in Anbetracht Unseres Hirtenamtes mit Gottes Hilfe vermögen, die Füchse, die den Weinberg des Herrn zu verwüsten trachten zu fangen und die Wölfe von den Schafställen fernzuhalten, um nicht als stumme Hunde zu erscheinen, die nicht zu bellen vermögen, damit wir nicht mit den bösen Landpächtern zugrunde gehen und mit dem Mietling verglichen werden.

    Nach reiflicher Beratung mit Unseren ehrwürdigen Brüdern, nämlich den Kardinälen der heiligen Römischen Kirche, billigen und erneuern wir mit ihrem Rat und ihrer einmütigen Zustimmung alle und jede Anordnung der Exkommunikation, der Suspension, des Interdikts, der Amtsenthebung und aller anderen Urteilssätze, Zensuren und Strafen, die von all Unseren Vorgängern für solche erlassen wurden, ferner diejenigen, die durch ihre außergesetzlichen Schreiben festgelegt oder durch die heiligen Konzilien von der Kirche Gottes angenommen wurden und durch die Erlässe und Bestimmungen der hl. Väter oder durch die heiligen Richtlinien, Verfügungen und Apostolischen Verordnungen gegen Häretiker oder Schismatiker jemals erlassen oder veröffentlicht wurden – diese, SO BESTIMMEN WIR AUF DAUER, müssen beachtet werden und wieder in tatkräftige Beachtung, wenn sie vielleicht nicht darin sind, kommen und darin bleiben.

    Alle, die bis jetzt vom katholischen Glauben abgewichen, in Häresie gefallen oder ins Schisma geraten sind, oder derlei hervorgerufen oder verschuldet haben, wenn sie als solche erkannt sind, sich bekannt haben oder überführt wurden oder – was Gott in seiner Huld und Güte von allen abwenden wolle – fernerhin abweichen, in Häresie fallen, in ein Schisma geraten, derlei hervorrufen, verschulden oder die erfunden werden, daß sie abgewichen, in Häresie gefallen, in ein Schisma geraten sind, solches hervorgerufen oder verschuldet haben, oder dessen überführt werden, es diese, so wollen und bestimmen Wir, daß diese jeglichen Standes, Grades, Ranges, Berufes und vortrefflicher Würde, auch wenn sie in bischöflicher oder erzbischöflicher Würde stehen oder Patriarchen, Primaten oder eine andere größere kirchliche Würde besitzen, mit der Kardinalswürde versehen sind oder das Amt eines Legaten des Apostolischen Stuhles, wo immer auf Erden ständig oder zeitlich begrenzt innehaben, daß sie alle die vorgenannten Urteilssätze, Zensuren und Strafen auf sich ziehen, das gleiche gilt für die weltlichen Autoritäten eines Grafen, Barons, Markgrafen, Herzogs, Königs oder Kaisers oder die sonst durch höhere Würde hervorragen.

    In Übereinstimmung und mit Zustimmung der Kardinäle bestimmen Wir in dieser Konstitution, DIE FÜR IMMER GELTEN SOLL, aus Abscheu gegen ein so großes Verbrechen, in bezug auf daß es in der Kirche Gottes kein größeres oder verhängnisvolleres gibt, und LEGEN AUFGRUND DER FÜLLE APOSTOLISCHER VOLLMACHT FEST, verordnen und definieren, daß Urteilssätze, Zensuren und vorgenannten Strafen in Kraft und Wirksamkeit bleiben und in Zukunft Wirksamkeit behalten.

    Alle und jeder einzelne der Bischöfe, Erzbischöfe, Patriarchen, Primaten, Kardinäle, Legaten, Grafen Baronen, Markgrafen, Herzoge, Könige und Kaiser, die bis jetzt offenkundig vom Glauben abgewichen, in Häresie gefallen oder ins Schisma geraten sind, oder derlei hervorgerufen oder verschuldet haben, so wie als solche befunden wurden oder sich bekannt haben oder überführt wurden oder auch in Zukunft abweichen, in Häresie fallen oder ins Schisma geraten oder derlei veranlaßt oder verschuldet haben, wenn sie als solche befunden werden, oder sich bekennen oder überführt werden, daß sie darin unentschuldbarer sind als die übrigen, so gehen sie – über die vorgenannten Urteilssätze, Zensuren und Strafen hinaus – EO IPSO (D.H.VON SELBST, AUTOMATISCH) OHNE IRGEND EINE RECHTLICHE ODER FAKTISCHE AMTSHANDLUNG IHRER ÄMTER UND BISCHOFSSITZE, AUCH IHRER ERZBISCHÖFE-, SOWIE PATRIARCHAL- UND PRIMATIALKIRCHEN SOWIE IHRER KARDINALSWÜRDE UND JEDWEDES LEGATENAMTES VERLUSTIG.

    Sie haben als Abgefallene und Abtrünnige in allem und in jeder Hinsicht zu gelten, selbst wenn sie vorher einer derartigen Häresie vor Gericht öffentlich abgeschworen hätten. Zu keiner Zeit können sie in ihre früheren Ämter wieder eingesetzt werden, in Bischofs-, Erzbischofs-, Patriarchal- oder Primatialkirchensitz oder in die Kardinalswürde oder in einen anderen Ehrengrad oder in irgend eine größere oder auch geringere Würde, auch nicht in aktives oder passives Wahlrecht, auch nicht in Klöster, Benefizien oder Grafschaften, Baronien, Markgrafschaften, Herzogtümer, Königtümer und Kaisertum; sie können nicht wieder eingesetzt, reintegriert oder rehabilitiert werden; im Gegenteil, sie werden dem Urteil weltlicher Macht überantwortet zu gebührender Bestrafung.

    [..] Wir fügen hinzu, daß ein Bischof, auch wenn er anstelle eines Erzbischofs oder Patriarchen oder Primas fungiert, oder ein Kardinal der vorgenannten Römischen Kirche, auch – wie vorbemerkt – ein Legat ODER AUCH EIN RÖMISCHER PONTIFEX vor seiner Erhebung vom katholischen Glauben abgewichen, in eine Häresie gefallen oder ins Schisma geraten ist oder derlei hervorgerufen und verursacht hat, so ist seine Erhebung oder Wahl, auch wenn sie in Eintracht und mit der einmütigen Zustimmung aller Kardinäle erfolgt ist, NULL UND NICHTIG UND WERTLOS. Sie kann nicht durch die Annahme der Bischofsweihe oder die nachfolgende Übernahme der Leitung und Verwaltung, auch nicht durch die Inthronisation des Römischen Pontifex selbst oder durch Huldigung oder durch den ihm von allen geleisteten Gehorsam, wie lange er auch gedauert haben mag, als gültig geworden bezeichnet werden noch Gültigkeit erlangen, noch als gültig in irgend einem Teilbereich angesehen werden.

    ALLES UND JEDES, DAS DURCH SIE WIE AUCH IMMER AUSGESPROCHEN, GESCHAFFEN, VOLLZOGEN UND VERWALTET WURDE, UND ALLES, WAS DARAUS FOLGTE, ENTBEHRT DER GÜLTIGKEIT UND KANN ÜBERHAUPT KEINE SICHERHEIT UND AUCH NIEMANDEM EIN RECHT VERLEIHEN.
    So gehen die so Beförderten und Gewählten eo ipso UND OHNE IRGEND EINE ERKLÄRUNG jeglicher Würde, Stellung, Ehre, jeglichen Titels, jeglicher Autorität, JEGLICHEN AMTES und JEGLICHER VOLLMACHT verlustig, selbst wenn alle und jeder einzelne Beförderte oder Gewählte vorher vom Glauben nicht abgewichen wären und nicht Häretiker gewesen ären und nicht ins Schisma gefallen wären oder es hervorgerufen oder veranlaßt hätten.

    […] Es ist also niemandem erlaubt, dieses Schriftstück unserer Gutheißung, Erneuerung, Sanktion, Bestimmung, Aufhebung, Willensäußerung und Dekrets zu beschneiden oder vermessenerweise dagegen anzugehen.
    WENN JEMAND DAS VERSUCHEN SOLLTE, SOLL ER WISSEN, DASS ER SICH DEN UNWILLEN DES ALLMÄCHTIGEN GOTTES UND DER HEILIGEN APOSTEL PETRUS UND PAULUS ZUZIEHT.

    Gegeben zu Rom bei Sankt Peter im 1559. Jahr der Menschwerdung des Herrn, am 15. Tag vor den Kalenden des März (= 15. Februar) im vierten Jahr Unseres Pontifikats.
    † Ich, Paulus, Bischof der Katholischen Kirche, habe unterschrieben.
    (Es folgen die Unterschriften der 31 Cardinäle)

  13. Die Irreführer, die die Lehre der Kirche verdrehen und jene, die die Irrlehrer begünstigen, sind ebenfalls automatisch exkommuniziert. Die Lehre der Kirche über einen Nichtkatholiken der beansprucht, das Kirchenoberhaupt zu sein.
    „Wir bestimmen in dieser Konstitution – DIE FÜR IMMER GELTEN SOLL – …“

    @Alexius
    Für sie werde ich mal mir die Mühe nehmen, ihren zu rigoristische Auslegung der Bulle „Cum ex apostolatus officio“ aufzuzeigen. Diese Bulle ist und war nie ein „ex cathedra“ Dokument von Papst Paul IV. Wenn sie sich nur ein bisschen die Mühe gemacht hätten, dann würden Sie die Arbeit von Josef Hergenröther (* 15. September 1824 in Würzburg; † 3. Oktober 1890 im Kloster Mehrerau bei Bregenz) im Internet sehr leicht finden. Er war katholischer Kirchenhistoriker und Kardinal, welcher zum Kardinalpräfekten des Vatikanisches Geheimarchivs ernannt wurde. In dieser Funktion wurde ihm die heikle Aufgabe gestellt, das Geheimarchiv im Jahr 1881 – erstmals seit seiner Gründung – der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei der Öffnung des Archivs für die Wissenschaft und den Nutzungsmöglichkeiten erwarb sich der Kardinal allgemeine Anerkennung.1887 und 1890 erschienen, von Josef Hergenröther herausgegeben, die Bände VIII und IX der Konziliengeschichte. [1]

    In seinem Buch Katholische Kirche und christlicher Staat schrieb er zu besagten Bulle folgendes:

    Man beruft sic ebenso c) auf die Bulle Paul’s IV. Cum ex apostolatus officio vom 15. Februar 1559, der man den dogmatisch-cathedralen Charakter mit allem Eifer zu vindizieren sucht. „Wenn die Bulle nicht den Charakter eines allgemeinen verpflichtenden Glaubensdekrets im Punkte der päpstlichen Gewalt erfüllt, dann dürfte es freilich unmöglich werden, überhaupt noch ein päpstliches Dekret von solcher Dignität ausfindig zu machen“ [2] Darauf ist zu antworten: Noch kein Dogmatiker hat diesen Charakter in der Bulle entdeckt, [3] sie ist allgemein als Ausfluss der geistlichen Strafgewalt, nicht als lehramtlicher Ausspruch angesehen worden, es wird ihr auch nie dieser Charakter beigelegt werden können. In Frankreich behaupteten im vorigen Jahrhundert die Bischöfe und die katholischen Theologien, die Bulle Unigenitus sein ein „judicium dogmaticum universales Ecclesiae“, während die Parlamentsjuristen und die Jansenisten erklärten, sie sein nicht dogmatisch. Heute haben wir den umgekehrten Fall: die Janisten [4] und die gegen das vatikanische Konzil protestierenden Juristen behaupten, Paul’s IV. Bulle sei eine dogmatische, während alle Dogmatiker ihr diese Eigenschaft absprechen, sich auf den Wortlaut und auf den ganzen Inhalt wie auf allgemein in theologischen Kreisen anerkannte Regeln stützend. Zu einem allgemeine verpflichtenden Glaubensdekrete gehört, dass den Gläubigen eine Lehre (doctrina), die sie festhalten (tenere), oder auch ein Satz, den sie verwerfen müssen, in verpflichtenden Ausdrücken proponiert, mit der vollen Autorität des kirchlichen Lehramtes vorgeschrieben werde. Das ist hier nicht der Fall. … Aus der Einleitung eine Glaubenslehre über die päpstliche Gewalt herleiten, ist einfach lächerlich. Das haben auch andere Opponenten gesehen und daher nicht (wie Janus und Huber) aus den Einleitungsworten vom Römischen Papst eine dogmatische Definition abgeleitet, sondern aus dem dispositiven Teil eine Definition über die Sittenlehre deduziert. … Der Papst erneuert die früheren Zensuren und Strafgesetze, wie sie seine Vorgänger erlassen, die sich hierin ganz an die Kaiser anschlossen, gegenüber den verschiedenen Irrlehren,; er will dass sie über all beobachtet, und da, wo sie nicht in Übung sind, gehandhabt werden. Es handelt sich also um praktische Durchführung der älteren Strafgesetze, die ihrer Natur nach disziplinär und nicht aus der göttlichen Offenbarung, sonder aus der kirchlichen weltlichen Strafgewalt hervorgegangen sind. …

    18. Aber die Bulle „ist gerichtet an die ganze Kirche, von den Kardinälen unterschrieben, mithin in der feierlichen Form, somit gewiss ‚ex cathedra‘ erlassen.“ [5] Sind das ausreichende Kriterien? Gibt es nicht allgemein verbindliche Disziplinargesetze, die ebenfalls von den Kardinälen unterschrieben und feierlich verkündigt sind? „Sie ist aus der Fülle der Gewalt erlassen, hat sogar das Wort definieren und wird als fortwährende gültige Konstitution bezeichnet.“ Aber „aus der Fülle der Gewalt“ sind aus die päpstlichen Disziplinargesetze verlassen, das Wort bestimmen und definieren ist auch solchen nicht fremd, die keine zu haltende Glaubenslehre enthalten, und als für immer geltende Gesetze sind aus solche bezeichnet, die bald darnach wieder aufgehoben wurden, weil sie sich für das kirchliche Leben als nicht zweckmässig und erspriesslich erwiesen.

    Wenn ich solches lese und dann die sedisvakantistischen Argumente zur Bulle „Cum ex apostolatus officio“ anhöre, dann sind mir zwei Dinge klar geworden:

    A) diese Bulle hat keinen dogmatischen Charakter, alle gegenteilige Argumente laufen ins Leere. Daher ist dieses Dokument spätestens mit dem Inkraftreten des CIC 1917 überflüssig geworden und kann nicht nebenher existieren oder ist irgendwie juristisch noch in Kraft.

    B) Die Sedisvakantisten kämpfen Seite an Seite mit den Janisten und Altkatholiken für die gleiche Sache

    NB: ich habe aus ca. fünf Seiten die wichtigsten Teile zusammengetragen und abgeschrieben. Sollten mir Fehler unterlaufen sein, bitte ich das zu verzeihen. Ganzes Buch kann hier nachgelesen werden.

    [1] Wikipedia Eintrag Josef Hergenröther
    [2] Huber S. 47
    [3] Die dogmatischen Entscheidungen hat Prof. Heinrich Denzinger in seinem „Enchiridion definitionum“, das neben vier Auflagen seit 1853 viele Nachdrücke erhalten hat und von vielen Bischöfen empfohlen, vom heiligen Vater sehr gelobt wurde, zusammengestellt; kein Dogmatiker, kein theologischer Rezensent der ganzen Christenheit ha je die fragliche Bulle vermisst, jeder würde vielmehr die Zumutung ihrer Insertion lächerlich gefunden haben.
    [4] Mit Janisten sind die Altkatholiken gemeint, welche sich Ignaz Döllinger (Gründer der Altkatholiken) anschlossen, als er als Janus gegen die Unfehlbarkeit des Papstes schrieb.
    [5] Schulte I S. 34 N. 1

  14. @ Alexius:

    Schon wieder spielen sie ohne jegliches Verständnis Ihre Platte ab. Salvatore stellte doch nun wirklich deutlich genug dar, daß die Bulle „Cum ex apostolatus officio“ kein aktuelles Kirchenrecht ist. Aber selbst diese Bulle gibt nicht her, was Sie so uneinsichtig behaupten.

    Da ist zunächst im dritten Absatz von Strafen die Rede, die „von all Unseren Vorgängern für solche erlassen wurden„, die also erlassen wurden und somit nicht automatisch eintraten – ja sind Sie denn blind?

    Die im vierten Absatz erwähnten Strafen treten laut der Bulle bei Häretikern usw. erst ein, „wenn sie als solche erkannt sind, sich bekannt haben oder überführt wurden„, also genau das, was ich hier immer wieder schreibe.

    Die im fünften Absatz erwähnten „Urteilssätze, Zensuren und vorgenannten Strafen“ sind Maßnahmen, also ebenfalls keine Automatismen.

    Auch der sechste Satz bestimmt, daß Amtsverlust für Häretiker und Schismatiker nur eintritt, wenn sie „als solche befunden wurden oder sich bekannt haben oder überführt wurden“. Also wieder kein Automatismus, trotz des darin vorkommenden „eo ipso“, das Sie einfach nicht verstehen.

    Der achte Absatz ist eben schlampig übersetzt, es fehlt die Übersetzung des „apparuerit“, daß Häresie oder Schisma erst einmal zum Vorschein gekommen sein müssen, also von befugter Stelle (damals die Inquisition) festgestellt werden müssen, ehe eine Amtseinsetzung ungültig wird.

    Salvatore schrieb:
    „Die Sedisvakantisten versäumen den Kanon 2314 vollständig zu zitieren.“
    Recht hat er! Und die Sedisvakantisten zitieren eben nicht nur den Kanon 2314 nicht vollständig, sondern auch die von ihnen so oft vorgebrachte Bulle „Cum ex apostolatus officio“. Mit einer derart schlampigen Arbeitsweise verbauen sich die Sedisvakantisten aber die Erkenntnis der Wahrheit.

  15. @ Alexius und Ci-devant:

    Nochmals ein Versuch, Ihnen das „ipso facto“ zu erklären: Es bedeutet lediglich, daß es Straftaten gibt, für die „ipso facto“ eine bestimmte Strafe festgesetzt wird. So folgt auf Häresie „ipso facto“ die Exkommunikation, was aber nur bedeutet, daß bei festgestellter Häresie zwangsläufig, unausweichlich, eben „ipso facto“, durch die Straftat selbst festgelegt, die dafür bestimmte Strafe zu verhängen ist, nämlich die Exkommunikation. Bei anderen Straftaten gibt das Kirchenrecht dem Richter Ermessensspielraum. Deswegen ja auch der Unterschied zwischen der Tatstrafe, bei der die Straftat „ipso facto“ die Strafe bestimmt, und der Spruchstrafe, bei der der Richter die Strafe nach eigenem Ermessen verhängt.

  16. @POS

    Wie ist nun Ihre Meinung mit Beiträgen von @Seefeldt und Unterstützung von @Salvatore zu „ipso facto“ ?
    Gab es diesbezüglich nicht Differenzen, bzw.unterschiedliche Ansichten? Gaben Sie damals nicht den Sedisvakantisten mit deren Auffassung von „ipso facto“ recht? (Habe dies so noch in Erinnerung)

  17. @ Salvatore 29. November 2016 um 23:44

    Lustiger Versuch…

    Eine Schrift eines gewissen Hergenröthers aus dem 19. Jh. ist also das Maß aller Dinge? Sie steht Ihrer „katholischen“ Meinung gemäß also sogar über dem päpstlich dekretierten CIC von 1914?

    Das CIC von 1914 nimmt nun aber eindeutig Bezug auf die „Cum ex apostolatus“ von Paul IV., nämlich genau zur Frage des automatischen Amtsverlustes eines Häretikers:

    Der Kanon 188 § 4 CIC besagt entsprechend: “By tacit resignation, accepted by the law itself, ALL OFFICES become VACANT IPSO FACTO and WITHOUT ANY DECLARATION if a CLERIC… PUBLICLY DEFECTS from the Catholic Faith.”

    Hierzu vermerkt der Kirchenrechtler Charles Augustine, O.S.B. prägnant: “Besides express or explicit resignation [which generally must be accepted by a superior], both the old and the new law admit also a TACIT RESIGNATION, which is brought about and signified BY A FACT, especially one upon which the law itself has decreed the loss of an ecclesiastical office… Defection from the Catholic faith, if public, deprives one of all ecclesiastical offices he may hold”. (Rev. Charles Augustine, O.S.B., A Commentary On The New Code Of Canon Law, 1918)

    Aber bastelt euch mal schön weiter eure Hure Babylons zusammen… So sehen also die neuzeitlichen „Getreuen der Kirche“ aus…

  18. Wie von der Tarantel gestochen empören sie sich!

    @Stephan: “ Lustiger Versuch…
    Aber bastelt euch mal schön weiter eure Hure Babylons zusammen… So sehen also die neuzeitlichen „Getreuen der Kirche“ aus…“

    Korrekt, Stephan.

    „Auf seiner Stirne war ein geheimnisvoller Name eingeschrieben; Das große Babylon, die Mutter der Hurerei..“ (Offb 17,5)
    Auch im Geistigen gibt es Hurerei. Die sehen wir an allen Ecken und Enden, insbesondere in der Zentrale. Doch wir wissen: „Ein anderer zweiter Engel folgte mit dem Rufe: ‚Gefallen, gefallen ist Babylon, das große..“ (Offb 14,8)

    **
    „..Noch kann das vorliegende Dekret jemals modifiziert werden, sondern ES BLEIBT FÜR IMMER RECHTSKRÄFTIG – in vollem Umfang“!!

    Aus der unumstösslichen mit der Unfehlbarkeit bekleideten Bulle „Quo Primum“ vom Hl. Papst Pius V. vom 14. Juli 1570:

    „Allen anderen genannten Kirchen jedoch benehmen Wir damit den Gebrauch ihrer Missalien, verwerfen sie von Grund auf und vollständig und setzen fest, daß diesem Unseren gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, weggenommen oder an ihm verändert werden dürfe.

    Streng befehlen Wir jedem einzelnen Patriarchen und Verwalter der vorgenannten Kirchen, allen anderen Personen, gleich welchen Ranges sie auch seien, in der Tugend des heiligen Gehorsams: sie sollen die bisher gewohnten Weisen und Riten (auch die aus noch so alten Meßbüchern) in Zukunft ganz und gar aufgeben, völlig verwerfen und die Messe nach Ritus, Weise und Norm Unseres Meßbuches singen und lesen, UND SIE SOLLEN NICHT WAGEN, bei der Meßfeier andere Zeremonien und Gebete als die in diesem Missale enthaltenen hinzuzufügen oder vorzulesen.

    Und daß sie in allen Kirchen bei der gesungenen oder gelesenen Messe ohne Gewissensskrupel oder Furcht vor irgendwelchen Strafen, Urteilen und Rügen von nun an ausschließlich diesem Missale folgen, es unbefangen und rechtens zu gebrauchen imstande und ermächtigt sind, dazu geben Wir kraft Unserer Apostolischen Vollmacht für jetzt und für immer Unsere Bewilligung und Erlaubnis.

    Ebenso setzen Wir fest und erklären: Kein Vorsteher, Verwalter, Kanoniker, Kaplan oder anderer Weltpriester und kein Mönch gleich welchen Ordens darf angehalten werden, die Messe anders als wie von Uns festgesetzt zu feiern, noch darf er von irgendjemandem gezwungen und veranlaßt werden, dieses Missale zu verändern, noch kann das vorliegende Schreiben irgendwann je widerrufen oder modifiziert werden, sondern es bleibt für immer im vollen Umfang rechtskräftig bestehen.“

  19. Ist schon putzig, wie der Sedi stephan CIC 1917 C.188 § 4 auf englisch zitiert. Das Original ist in Latein, und wir sind hier im deutschen Sprachraum, man könnte also, wenn man schon übersetzt, auf Deutsch übersetzen.

    Was „ipso facto“ hier wirklich heißt, beschrieb ich heute um 0:21 Uhr.
    https://poschenker.wordpress.com/2016/11/26/franziskus-kondoliert-zum-tod-fidel-castros/#comment-30474
    Es bedeutet lediglich, daß bei festgestellter Straftat, für die eine „ipso facto“-Strafe vorgesehen ist, bei Feststellung der begangenen Straftat zwingend, automatisch die dafür vorgesehene Strafe zu verhängen ist. „ipso facto“ beschreibt lediglich einen Rechtsanspruch, aber keine Rechtswirklichkeit.

    Zur Veranschaulichung nochmals die Sache mit dem Ratenvertrag, in dem bestimmt wird, daß bei Ratenzahlungsverzug die sofortige Begleichung der Gesamtschuld fällig wird. Wird tatsächlich eine Rate nicht pünktlich bezahlt, tritt „ipso facto“ der Rechtsanspruch auf die Zahlung der Gesamtschuld ein. Die Gesamtschuld wird aber eben nicht automatisch erstattet, bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners kann die Erstattung der Gesamtschuld sogar ganz ausfallen.
    Für das Kirchenrecht bedeutet das beispielsweise, daß ein Häretiker solange keiner Exkommunikation unterliegt, bis seine Häresie von dazu befugter Institution festgestellt wird. Die Exkommunikation wird dann verhängt, der Zeitpunkt der Exkommunikation bestimmt, so wie beispielsweise bei der Exkommunikation des australischen Expriesters Greg Reynold geschehen.
    s. dazu
    http://www.kath.net/news/42981

    Und auch nochmals: Ob Häresie, Apostasie oder Schisma vorliegt, ob ein von der Kirche eingesetzter Amtsinhaber im Amt ist oder nicht, bestimmt die Kirche, nicht irgendein Laie und schon gar nicht ein Sektierer, der sich von Papst und Kirche lossagt.

    Und zur „Deklaration“ von CIC 1917 C.188 °4: Darunter ist lediglich eine öffentliche förmliche Verkündigung zu verstehen. Eine Mitteilung an den (Ex-) Amtsinhaber und die Amtszugehörigen ist dennoch unumgänglich, denn selbstverständlich müssen die Betroffenen wissen, woran sie sind. Und solange es keine solche Mitteilung gibt, bleibt der Amtsinhaber natürlich im Amt.

  20. „Nochmals ein Versuch.. zu erklären“. Ach „erklären“ wollen Sie hier – wie die Angela, ja? Da sind Sie fehl am Platz!

    Vielleicht lassen Sie sich von Roberto de Mattei „erklären“, was Sie uns erklären wollen:
    http://www.katholisches.info/2016/11/28/de-mattei-die-widerspruechlichkeiten-des-zu-ende-gegangenen-heiligen-jahres/

    „..Allerdings gehört die Abtreibung, nach der jahrhundertealten Praxis der Kirche, zu den schweren Sünden, die automatisch zur Exkommunikation führen. „Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich mit erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation zu“, heißt es im Canon 1398 des Codex Iuris Canonici….“

    Das hat also die Kirche bestimmt! Das ist eo ipso!

  21. @ Alexius:

    Und wieder einmal böse Verleumdungen von Ihnen.

    Zur Abtreibung: Solange eine Abtreibung nicht bekannt wird, gibt es auch keine Exkommunikation, kann ein daran Beteiligter also auch die Sakramente empfangen usw. Also nichts da mit automatischer Exkommunikation. Daß ein Abtreibungsbeteiligter sich damit vor Gott schwer versündigt, steht auf einem anderen Blatt. Sünde ist eben nicht deckungsgleich mit Kirchenstrafe.

  22. @ Alexius:

    Und nochmals: Versuchen Sie doch endlich zu verstehen, was „ipso facto“ wirklich ist. Derzeit befinden Sie sich noch auf einem Holzweg, wie gezeigt.

  23. @ Stephan
    Das Mass aller Dinge ist Gott. Ich nehme jeden Kommentar sehr ernst und versuche aus den Argumenten der Gegner auch Gutes mitzunehmen. Der Benutzer @ci-devant hat mir zum Thema Exkommunikation einen wichtigen Hinweis gegeben. Das ich sie belustige, freut mich.

    In den vorkonziliaren Dogmatiken werden sie diese Bulle nirgends finden. Weil die Dogmatiker diese Bulle nicht als dogmatisch angesehen haben. Sie wissen genau, dass Disziplinargesetze jederzeit abrogiert werden können.

    Die Bulle „Cum ex apostolatus officio“ ist auch nicht Bestandteil von Kanon 188, §4, wie sie behaupten. Beim Kanon 188, §4 geht es um Kleriker, welche nach Ihrer Wahl öffentlich vom Glauben abgefallen sind und nicht wie in der Bulle durchgehend bemerkt, vor Ihrer Wahl. Wo ist der eindeutige Bezug im Gesetz von 1917 auf die Bulle? Wo? Im Gesetzestext sehe ich nichts!

    Zu Ihrem berühmten Kanon 188, §4 bemerkt derselbe Augustine zu „public defection“ im Zusammenhang mit Kanon 2314:

    Latein:
    Canon 2314 °3 Si sectae acatholicae nomen dederint vel publico adhaeserint, ipso facto infames sunt et, firmo
    praescripto can. 188, n. 4, clerici, monitionc incassum praernissa, degradentur.

    English:
    Kanon 2314 °3 . If apostates, heretics or schismatics have joined a non-Catholic sect, or publicly professed themselves members thereof, they are by this very fact (ipso facto) infamous; clerics, after having been warned without result, must be degraded and their offices thereby become vacant. [1]

    Deutsch, eigene Übersetzung:
    Kan. 2314, °3: Wenn Apostaten, Häretiker oder Schismatiker sich einer nicht-katholischen Sekte angeschlossen haben oder sich öffentlich als Glieder derselben bekennen, sind durch diese blosse Tatsache (ipso facto) infam; Kleriker, müssen nach ergebnisloser Warnung degradiert und deren Ämter werden dadurch vakant.

    Auf Seite 279 erklärt Charles Augustine, O.S.B, prägnant die Vindiktstrafen und nicht die Zensur der Exkommunikation:
    For clerics: privation of every benefice, dignity, pension, office, or charge which they may hold ; also infamy and, after a fruitless warning, deposition.
    Für Kleriker, Entzug jeglicher Pfründe, Würde, Pension, Ämter [2] oder Pflichten welche sie noch halten, ausserdem Ehrlosigkeit und nach einer fruchtlosen Warnung, Amtsenthebung.

    Den Sedisvakantisten fehlt es an der Differenzierung zwischen der Zensur der Exkommunikation, Vindiktivstrafen (Sühne- und Vergeltungsstrafen) und Zwangsbussen der Kirche. Die Exkommunikation ist eine medizinal Strafe und dient der Besserung. Wenn diese Besserungsstrafe beim Delinquent keine Wirkung zeigt, verlangt die Natur der kirchlichen Rechtsordnung nach Sühne und Vergeltungsmassnahmen. Diese Massnahmen treten erst ein, wenn sich die kirchlichen Autoritäten deklaratorisch dazu äussern und danach tritt der so berühmte Amtsverlust ein. Massnahmen der kirchlichen Autoritäten sind immer</strong ferendae sententiae!

    [1] (Rev. Charles Augustine, O.S.B., A Commentary On The New Code Of Canon Law, 1918) Book VIII p. 275
    [2] Entzug des Amtes nur wegen den Vindiktivstrafen und nicht aufgrund der Exkommunikation.

  24. @Pierre
    Ich erlaube mir eine Antwort zur Exkommunikation zu geben und eine allfällige Antwort von POS ist mir dann sehr willkommen.

    Die Exkommunikation ist eine medizinal Strafe und dient der Besserung. Wenn diese Besserungsstrafe beim Delinquent (Sünder) keine Wirkung zeigt, verlangt das Kirchenrecht, aufgrund der Natur der kriminellen Handlung, nach Sühne und Vergeltungsmassnahmen. Diese Massnahmen treten erst ein, wenn die kirchliche Autoritäten sich deklaratorisch dazu äussern.

    Im Kirchenrecht gibt es drei Arten von Zensuren:
    a) Exkommunikation
    b) Interdikt
    c) Suspension

    Die Exkommunikation (excommunicatio, anathema, Bann) ist die älteste Kirchenstrafe, denn sie ist von Christus selbst angeordnet (Mt. 18,17), wurde von den Aposteln schon im wiederholten Fällen verhängt (1. Kor 5,5 – 1. Tim 1,20) Sie ist die umfassendste Strafe, weil sie vollkommen von der Kirche ausschliesst. [1]

    Man unterscheidet: a) censurae latae sententiae, d.h. solche, welche mit vollbrachter Tat ohne irgend welche richterliche Intervention von selbst (ipso facto) eintreten; censurae ferendae sententiae, welche erst durch den mit Strafgewalt ausgestatteten Vorgesetzten verhängt werden b) censurae a iure (sc, inflictae), die im Gesetz schon ausgesprochenen Zensuren, die von selbst mit der Gesetzesverletzung eintreten, censurae ab homine, die entweder nach vollbrachter Tat vom kirchlichen Vorgesetzten verhängt wird oder einem Spezialbefehl als Sanktion beigefügt ist und dann auch bei Ungehorsam gegen denselben ohne weiteres von selbst eintreten kann. Im Kanon 2314, §1 °1 ist die ipso facto Exkommunikation für die Vergehen der Häresie, Apostasie und Schisma belegt. Welche Wirkung hat die Exkommunikation:

    Für alle Gläubigen inklusive Klerikerstand

    Entziehung der Sakramente (nur im „forum externum“)
    Entziehung der Sakramentalien
    Entziehung aller Gebete und Fürbitten der Kirche
    Auschliessung vom öffentlichen Gottesdienst (alle Zeremonien vom Priester vollzogen)
    Entziehung aller Rechte, welche den Besitz der vollen kirchlichen Ehre voraussetzen
    Entziehung der Fähigkeit kirchliche Gnadenerweise zu empfangen
    Entziehung des kirchlichen Begräbnisses (Unbussfertig und Reue gestorben)

    Speziell für Kleriker

    Das Recht Sakramente zu spenden
    Jegliche kirchliche Jurisdiktion, sowohl für den Gewissens- und Rechtsbereich und jeglicher sonstigen Beauftragung
    Die Fähigkeit kirchliche Ämter, Würden, neue Weihen, Aufträge zu erhalten
    Die Früchte eines inne gehabten Pfründen; nach einem Jahre kann er die Pfründe selbst beraubt werden.

    [3]

    @seefeldt

    Die erste und oberste Aufgabe der Kirche ist die Verkündigung der Wahrheit und Spendung der der Gnade. Die Setzung und Aufrechterhaltung der Rechtsordnung ist nur Mittel zu jener Aufgabe, welche in der Rettung der Seelen und zwar jeder einzelnen Seele, gelegen ist. Das Kirchenrecht oberster Zweck ist die Besserung der irregeleiteten Seelen und wenn dieser Zweck erreicht ist, werden die Strafen behoben. Die Exkommunikation „latae sententiae“ oder „ipso facto“ Eintritt ist Bestandteil des kirchlichen Rechts und unterscheidet sich daher zum weltlichen Recht. Die Schuldfrage wird im Kirchenrecht nie gestellt. Daher hat die Kirche durch Einsetzung unseres göttlichen Stifters die Exkommunikation als göttliches Recht angesehen und verteidigt. Die Wirkungen sind wie oben beschrieben.

    Die Behauptung der Sedisvakantisten, dass ein Kleriker wegen der Exkommunikation sein Amt verliert, ist schlichtweg falsch! Den Kanon 188, §4 bemühen sie umsonst. Denn der Kan. 2314, °3 erklärt den Kan. 188, §4 zu genüge.

    [1] Lehrbuch des kirchlichen Rechts, Dr. Joseph Hollweck (1905)
    [2] Lehrbuch des kirchlichen Rechts, Dr. Joseph Hollweck (1905)
    –> welche bei Augustine durchgehend zitiert wird.

  25. Salvatore 30. November 2016 um 13:26

    Cum ex apostolatus ist nicht „rein diziplinär“, sondern berührt göttliches Recht, so auch Papst Leo XIII., Satis Cognitum (Nr. 15), 29. Juni 1896: „ … es ist nämlich unsinnig zu glauben, es könne jemand in der Kirche Vorsteher sein, wenn er selber außerhalb der Kirche steht“.

    Die Bulle ist in gültiges Kirchenrecht eingeflossen, d.h. in den Codex von 1917. Dort zum Beispiel in Canon 188,4. Sie finden in den mit Fußnoten versehenen Ausgaben den entsprechenden Hinweis in den Fußnoten, wie zum Beispiel in der folgenden Ausgabe:
    https://ia600200.us.archive.org/31/items/codexiuriscanon00xgoog/codexiuriscanon00xgoog.pdf

    Ihr Versuch, den Canon 2314 zu übersetzen, ist unvollständig.

    Can 2314 §1. Alle vom christlichen Glauben Abgefallenen und alle und jeder einzelne Häretiker oder Schismatiker:
    1° ziehen sich von selbst die Exkommunikation zu;

    2° sollen, sofern sie auf Ermahnungen nicht hören, der Vergünstigungen, Würde, Pension, Amt oder einer anderen Aufgabe, die sie in der Kirche zu erfüllen haben, verlustig gehen, werden für infam erklärt und sollen als Kleriker nach wiederholter Ermahnung abgesetzt werden;
    3° haben, wenn sie sich in akatholischen Sekten eintragen oder diesen öffentlich anhängen, aufgrund dessen als infam zu gelten und sollen als Kleriker vorbehaltlich der Bestimmung (firmo praescripto) in Can. 188, n. 4, nach erfolglos vorausgegangener Ermahnung des Amtes enthoben werden.

    Can 2314, Nr. 3 sagt, daß Kleriker ermahnt werden sollten, aber nur vorbehaltlich Can. 188, n. 4, wo steht, daß der öffentlich abgefallene Kleriker bereits seine Ämter verloren hat. Es genügt die öffentliche Manifestation der Sünde der Apostasie.
    Can 188. Jedes beliebige Amt wird durch stillschweigenden Amtsverzicht, der aufgrund des Gesetzes selbst eintritt, von selbst und ohne jede Erklärung vakant, nämlich dann, wenn ein Kleriker:

    4° öffentlich vom Glauben abfällt;

    Salvatore 30. November 2016 um 13:26: „Beim Kanon 188, §4 geht es um Kleriker, welche nach Ihrer Wahl öffentlich vom Glauben abgefallen sind und nicht wie in der Bulle durchgehend bemerkt, vor Ihrer Wahl.“

    Das stimmt nicht. Lesen Sie sich die Bulle aufmerksam durch.

    Alle, die bis jetzt vom katholischen Glauben abgewichen, in Häresie gefallen oder ins Schisma geraten sind oder derlei hervorgerufen oder verschuldet haben, wenn sie als solche erkannt sind, sich bekannt haben oder überführt wurden oder (was Gott in seiner Huld und Güte von allen abwenden wolle) fernerhin abweichen, in Häresie fallen, in ein Schisma geraten, derlei hervorrufen, verschulden oder die erfunden werden, daß sie abgewichen, in Häresie gefallen, in ein Schisma geraten sind, solches hervorgerufen oder verschuldet haben, oder die dies bekennen oder dessen überführt werden, – diese, so wollen und bestimmen wir, daß diese jeglichen Standes, Grades, Ranges, Berufes und vortrefflicher Würde, auch wenn sie in bischöflicher oder erzbischöflicher Würde stehen oder Patriarchen, Primaten oder eine andere größere kirchliche Würde besitzen, mit der Kardinalswürde versehen sind oder das Amt eines Legaten des Apostolischen Stuhles, wo immer auf Erden, ständig oder zeitlich begrenzt innehaben, daß sie alle die vorgenannten Urteilssätze, Zensuren und Strafen auf sich ziehen.
    https://gloria.tv/article/Fh4tBkbkNLLS34m4w7JLWQYtM

    Salvatore 29. November 2016 um 16:19: „Wer im „forum externum“ die Sünde der Häresie öffentlich, bewusst und willentlich begeht [1] , der erleidet „ipso facto“ die Zensur der Exkommunikation und schliesst sich daher aus der Gemeinschaft der Kirche aus.“

    Wieso nur bei Häresie auf dem Forum externum? Ein heimlicher Häretiker hat sich ebenfalls exkommuniziert, was allerdings niemand weiß, weshalb die Kirche unter Umständen die fehlende Amtsgewalt eines Priesters oder Bischofs, der zum Beispiel heimlicher Freimaurer ist, ergänzt.

    Salvatore 29. November 2016 um 16:19: „Wenn auch ein Kardinal der Exkommunikation verfallen ist, hebt diese Anordnung die Exkommunikation für die Papstwahl wieder auf.“
    Wenn Sie meinen, daß man von automatischer Exkommunikation quasi beurlaubt werden kann, ist das abwegig.

    Ich könnte sehr viel mehr schreiben. Sie haben zwar Ihren Text kunstvoll geschliffen, um sich möglichst nicht angreifbar zu machen, aber das macht es nur schwerer auf Ihre Texte einzugehen, überzeugt aber inhaltlich überhaupt nicht. Lesen Sie bitte zunächst folgenden Text aufmerksam und vollständig durch.
    „Einige Klarstellungen über die Sünde der Häresie und über jene des Schismas“
    https://poschenker.wordpress.com/2013/09/18/einige-klarstellungen-uber-die-sunde-der-haresie-und-uber-jene-des-schismas/

  26. Die Anordnungen von Pius XII. betreffen überhaupt nicht Fälle von Häresie, sondern geringeren Vergehen. Sie betreffen keineswegs Verbrechen, die zum vollen Ausschluß aus der Kirchengemeinschaft führen, wie es bei der Häresie eben der Fall ist.

    Die Diener der Hure Babylons wollen uns wirklich weismachen, daß häretische Bischöfe ihr Amt verlieren würden und aus der Kirche ausscheiden, häretische Kardinäle aber nicht und sogar auch noch das Haupt der Kirche bestimmen könnten… Zeitgeistknechte…

  27. Um es noch einmal klarzustellen: Eine automatische Exkommunikation gibt es nicht.

    Beispiel Abtreibung: Solange eine Abtreibung unbekannt bleibt, kann jeder daran Beteiligte unbehelligt die Sakramente empfangen.Zwar sündigt ein solcher durch Sakramentenmißbrauch noch zusätzlich schwer vor Gott, doch kann die Kirche eine Exkommunikation eben erst dann verhängen, wenn ihr die entsprechende Straftat bekannt wird.

    Beispiel Häresie: Bei einer Häresie kommt noch hinzu, daß erst einmal befugt festgestellt werden muß, ob überhaupt eine Häresie vorliegt (gleiches gilt für Apostasie und Schisma). In einem solchen Falle muß also erst einmal überprüft werden, ob überhaupt eine Straftat vorliegt, ein dazu befugter Beurteiler / Richter ist also unbedingt notwendig. Hier gibt es schon von daher keinen Automatismus.

    Praktisches Beispiel Greg Reynold: Die tatsächlich erfolgte Exkommunikation dieses australischen Ex-Priesters beweist ebenfalls, daß die Exkommunikation zu verhängen und der Zeitpunkt ihres Eintretens festzulegen ist, daß es also keine automatische Exkommunikation gibt.

  28. @Salvatore
    @Seefeldt

    ipso facto/ eo ipso

    Die Verhängung der Tatstrafe -Exkommunikation- UND VOLLZUG derselben tritt ( wie ich meine ) im Augenblick der begangenen Tat (doch) selbst ein. Sollte doch ein zwingend logischer Schluss sein. Siehe Anlassfall der geheimen Abtreibung oder der geheimen FM- Mitgliedschaft.
    Zwar was die FESTSTELLUNG betriff gibt diese nur noch NACHTRÄGLICH die Gewissheit dass der VOLLZUG AUTOMATISCH, von selbst bereits mit und ab der Tat eingetroffen ist – ABER/ODER auch nicht – wenn das Feststellungsurteil zu einem gegenteiligem Ergebnis kommen sollte ( was eigentlich nicht sein dürfte wenn wirklich einen manifester ausreichender zwingender Tatbestand vorliegt ). Zugegeben, richterliche Fehlentscheidungen ( z.B: auf Grund nicht ausreichendem Informationshintergrund ) können nie ausgeschlossen werden.
    RÜCKWIRKEND ist somit auf Grund der Straftat mit eo ipso/ipso facto die feststehende Tatstrafe der Exkommunikation als eine BEREITS GÜLTIG WIRKENDE, OHNE VORHERGEHENDEN nötigen richterlichen Beschluss/Entscheid. Der Strafvollzug der Tatstrafe der Exkommunikation ist bereits ab dem Zeitpunkt der begangenen Tat ( ob nun geheim oder sichtbar , z.B. bei einer geheimen Abtreibung) WIRKSAM.
    Der offizielle amtl. Feststellungsprozess dient somit nur der Verifizierung und Einschätzung dieser eo ipso/ipso facto Straftat anhand und gemäss objektiver Kriterien. Die Rechtswirkung der Straftat mit dem Vollzug ist bereits ab der Tat VOLL WIRKSAM – oder, wie bereits gesagt, das Feststellungsprozessverfahren mit seinem Urteil hat anders entschieden und betrachtet die vorliegende Straftat als eine nicht eo ipso – Tat, und somit kann getrost auch rückwirkend festgestellt worden sein dass nie eine Tatstrafe der Exkommunikation bestand ( nur bitte, kann ich mir nicht vorstellen dass z.B. im Falle einer Abtreibung, ob geheim oder nicht, anders entschieden werden könnte ).

    Sicherlich, werden Sie mir entgegenhalten, dass man auch jemandem, der offiziell als nicht exkommuniziert gilt weiterhin die Sakramente nicht vorenthalten wird können. Doch wie würde die Sache enden wenn z.B. alle (viele Menschen) von der Abtreibung wissen, aber nur nicht der Priester? Welches Bild macht das?
    Oder dem Ehebruch, oder der FM- Mitgliedschaft von der der Priester nichts weiss?

    Jetzt versuche ich aber auch Ihren Standpunkt zu verstehen: Wo kämen wir aber hin wenn OHNE formale OBJEKTIVE OFFIZIELLE Feststellung die Strafe ( in dem Falle die Tatstrafe der Exkommunikation ) „einfach automatisch“ verhängt wird? Bei der Beicht kommt der Priester drauf dass dieser Pönitent schon lange als Exkommunizierter gegolten hätte und er sich den Vorwurf nun nicht manchen kann diesem (Pönitenten) nicht geholfen haben zu können wenn er (der Priester) ja selbst nichts von der automatischen Exkommunikation gewusst haben konnte, bzw. offiziell nirgends etwas wo aufliegt/aufliegen kann.

    Ich gebe zu, ein wirklich schwieriges Thema.

  29. Ipso facto/ eo ipso beschreibt nicht nur die Art der Strafe ( als Tatsrafe ) sondern sie wird ab dem Zeitpunkt der Staftat als bereits voll wirksam verhängt OHNE einem nötigen offiziellem Gerichtsverfahren. Das ist ja die Besonderheit beim CIC im Vergleich zu normalen weltlichen Strafverfahren. Mit ipso facto/ eo ipso wird ja eine Strafe mehr oder weniger BLANKO (automatisch) verhängt wenn der jeweilige Straftatbestand als erfüllt gilt. Die Prüfung diese Straftatbestandes ist eigentlich EXPLIZIT nicht erforderlich.

  30. Anders gefragt: Was will man eigentlich mit dieser aussergewöhnlichen Regelung im CIC bzgl. der Straffestlegung UND dessen damit selbst eintretenden automatischen Vollzug bewirken?

    Nicht alle Straftaten des Menschen kommen ans Tageslicht. Um so nötiger ist es bei gewissen Tatbeständen dem Schuldigen/Täter auch habhaft werden zu können und dieser (Täter) im GEWISSEN erkennen darf dass er mit Wissen dieser seiner Straftat die Strafe AUTOMATISCH sich zugezogen hat. Damit ist der Täter, als selbst wahrgenommener (berechtigte subj. Einschätzung) Exkommunizierter im Gewissen verpflichtet sich als solcher gegenüber der Kirche auch so zu verhalten. Zumindest ist er im Gewissen dazu verpflichtet sich über seinen Zustand ( straffrei oder nicht ) als noch nicht offiziell verurteilter Exkommunizierter Sicherheit zu verschaffen bei einer ausführlichen Beicht- um sich danach auch offiziell verurteilen zu lassen – oder auch freigesprochen zu werden.

  31. Mit dieser Strafregeung ist der Täter damit im Gewissen verpflichtet sich der Kirche zu stellen, sowohl um sich Sicherheit zu verschaffen als auch sich OFFIZIELL verurteilen zu lassen wenn angebracht. Unterlässt der Täter bewusst diesen Schritt dann ist die Strafe jetzt erst recht mit voller Wirksamkeit gültig/rechtskräftig. Zumindest wird verhindert gewisse Straftaten als bagatellisiert zu betrachten sind oder man einfach, schon zu Lebzeiten, ungeschoren davonkommen kann.

  32. “ Um es noch einmal klarzustellen: Eine automatische Exkommunikation gibt es nicht.“

    Wahrlich das Allerletzte! Immer und immer wieder dieselbe gleiche Leier – seit Monaten! Wie oft wurde diese Sache schon aufgerollt und dennoch wird immer wieder dasselbe vorgebracht. Sein Steifsinn ist unüberbietbar. Die Kirche verhängt nicht im Nachhinein, wenn der Fall bekannt ist, sondern die Kirche hat festgelegt, daß bei einer Abtreibung die sofortige Exkommunikation automatisch eintritt, unabhängig, ob dies bekannt wird oder nicht. In der Regel ist dies eben nicht bekannt; und so würden diese allesamt straffrei ausgehen. Genau das hat die Kirche nicht gewollt. Bei einer Exkommunikation handelt es sich um den Ausschluß aus der katholischen Gemeinschaft. Die Betreffenden bleiben katholisch, verlieren aber alle Rechte eines Katholiken. Ist die Sache öffentlich, werden sie nicht kirchlich beerdigt etc., ist die Sache nicht bekannt, werden sie der Früchte des heiligen Meßopfers nicht teilhaftig und können keine Ablässe gewinnen, selbst wenn sie glauben, sie gewinnen zu können. Gleichzeitig aber behalten sie alle Pflichten. Die Exkommunikation bedeutet nichts anderes als zu bewirken, daß falsche Lehren oder Taten eingesehen werden und sie ist ein Abschreckungsmittel für die Mitkatholiken.

    „Kann unbehelligt die Sakramente empfangen..“ Als ob es auf das „kann“ ankomme! Und welche Sakramente denn? Natürlich können in allen 10 Geboten Sakramente sakrilegisch empfangen werden. Was soll diese Ungeistigkeit? Wenn nach einer Abtreibung die Betreffende die Sakramente empfangen will, muß sie uneingeschränkt dieses schwere Verbrechen in der Beichte bekennen, egal, ob sie von ihrer Exkommunikation weiss oder nicht.
    Sie muß (bzw. müssen der Arzt, die Angehörigen, die dazu rieten etc.) in jedem Fall vor Gott die Schwere ihrer Schuld erkennen, ansonsten gibt es keine Vergebung. Sollte sie von ihrer Exkommunikation nicht wissen, ist sie dennoch der Exkommunikationsstrafe anheimgefallen, denn: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Beim Beichtsakrament ist der Priester von Amts wegen verpflichtet, auf diese erfolgte Exkommunikation – aufgrund der Tat – hinzuweisen und klar zu machen, daß eine Sündenvergebung erst nach Beheben des Hindernisses, nämlich der Exkommunikation, erfolgen kann.

    So trifft auch eine Exkommunikation, wer kirchliche Ämter an sich reißt, jemand, der sich also kirchliche Ämter angemaßt hat, so wie wir das heute erleben.
    Vielen ist gar nicht bekannt, daß Tausende bewußt in die Seminare eingeschleust wurden und sich haben „weihen“ lassen. Eine Anzahl hat sich dann bis in den Vatikan gedrängt – und immer noch wollen das Extravagante nicht wahrhaben. Diese Tausende sind alle exkommuniziert, ob das öffentlich bekannt ist oder nicht.

    Wenn das Neue „Kirchenrecht“, das kein Kirchenrecht der Katholischen Kirche ist, keine Exkommunikation für FM mehr vorsieht, besteht sie dennoch; jedes Mitglied ist AUTOMATISCH nach wie vor exkommuniziert.

  33. Nur der Konzilshäuptling Bergoglio kann bekräftigen: der Beichtstuhl sei kein Verhörzimmer!

    Aber ja, wenn der Priester es für geboten hält, ist er sogar verpflichtet, zu fragen und nachzufragen. Es handelt sich ja um ein Gerichtshandlung und der Priester sitzt im Auftrag Christi zu Gericht.

  34. Wie sich Wirklichkeitsverweigerer immer wieder sachlicher Argumentation verweigern. Es steht doch nun einmal fest: Solange eine mit Tatstrafe belegte Straftat („ipso facto“-Strafe) nicht der Kirche bekannt wird, gibt es keine entsprechende Strafe. Solange also eine Abtreibung nicht bekannt wird, können die daran Beteiligten die Sakramente empfangen, sind also nicht der Exkommunikation unterworfen. Das ist nun einmal Tatsache. Also: Kein Automatismus, keine automatisch eintretende Exkommunikation.

    Bei einer Exkommunikation wegen Glaubensfehler (Häresie, Apostasie, Schisma) kommt noch hinzu, daß der Glaubensfehler als solcher erst einmal festgestellt werden muß, und zwar von befugter Instanz. Von daher also erst recht kein Automatismus, keine automatisch eintretende Exkommunikation.

    Und schließlich zeigt auch die Praxis, also wirklich vorgenommene Exkommunikationen, daß es keine automatisch eintretende Exkommunkation gibt. So eben im Falle des australischen Expriesters Greg Reynold, dessen Exkommunikation ausdrücklich vom Papst verhängt wurde einschließlich der Bestimmung, wann die Exkommunikation inkraft trat. Das sind nun einmal die Tatsachen.

    Wer diese Tatsachen leugnet, leugnet die Wirklichkeit.

    Und zu unterscheiden ist zwischen Sünde (die tritt tatsächlich „automatisch“ mit ihrer Begehung ein) und Kirchenrechtsdelikt sowie zwischen Gottes Urteil und von der Kirche verhängten Kirchenstrafen.
    Beispiel: Wer eine Abtreibung begeht, begeht damit automatisch (hier und wirklich nur hier automatisch), im Augenblick der Abtreibung eine schwere Sünde. Zum kirchenrechtlichen Delikt wird diese Abtreibung aber eben erst dann, wenn sie der Kirche bekannt wird.

  35. Ein Beispiel zum Nachdenken:

    Frau X ist schwanger, irgendwann aber nicht mehr schwanger, ohne ein Kind zu haben.
    Herr Y wirft daraufhin der Frau X Abtreibung vor.
    Ist nun eine Exkommunikation aufgrund des Vorwurfs von Herrn Y fällig, tritt die Exkommunikation automatisch ein?
    Nein, denn es besteht ja auch die Möglichkeit einer Fehlgeburt.
    Also muß die Kirche, selbst wenn es um Abtreibung geht, erst einmal prüfen, ob wirklich eine Abtreibung vorgenommen wurde. Eher kann sie keine Exkommunikation verhängen.

    Man sieht auch an diesem Beispiel: Ohne Feststellung der Straftat keine Strafe, also auch hier: Eine automatisch eintretende Strafe gibt es nicht, auch wenn die Straftat mit Tatstrafe, also „ipso facto“-Strafe belegt ist.

    Übrigens: Wenn nicht wirklich bewiesen wird, daß eine Abtreibung vorgenommen wurde, kann keine Exkommunikation verhängt werden, denn: In dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten.

  36. “ Nein, denn es besteht ja auch die Möglichkeit einer Fehlgeburt. “

    “ Übrigens: Wenn nicht wirklich bewiesen wird, daß eine Abtreibung vorgenommen wurde, kann keine Exkommunikation verhängt werden, denn: In dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten. “

    Ist irgendwie auch einsichtig und verständlich. Verstehe.
    Also dann bleibt noch: In dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten.

    Auch nicht schlecht.🙂 oder😦

  37. Seefeldt 2. Dezember 2016 um 09:48: „Übrigens: Wenn nicht wirklich bewiesen wird, daß eine Abtreibung vorgenommen wurde, kann keine Exkommunikation verhängt werden, denn: In dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten.“

    Die Unschuldvermutung gibt es so im Kirchenrecht nicht.

    1917 Codex Iuris Canonici
    Can. 2200. p.2: Posita externa legis violatione, dolus in foro externo praesumitur, donec contrarium probetur.
    Wenn ein äußerer Verstoß gegen das Gesetz begangen wird, wird auf dem externen Forum von Vorsätzlichkeit ausgegangen, bis das Gegenteil bewiesen ist.

    Seefeldt 2. Dezember 2016 um 09:21:
    „Wie sich Wirklichkeitsverweigerer immer wieder sachlicher Argumentation verweigern. Es steht doch nun einmal fest: Solange eine mit Tatstrafe belegte Straftat („ipso facto“-Strafe) nicht der Kirche bekannt wird, gibt es keine entsprechende Strafe.“

    Wer eine Sünde gegen den Glauben begeht – so wie Sie leider-, verfällt in diesem Moment der automatischen Exkommunikation. Weil man nur in Einheit im Glauben zum Leib der Kirche gehören kann. Das ist göttliches Recht und kann von der Kirche nicht geändert werden. Der hartnäckige Verstoß gegen den Glauben führt zur Selbstabtrennung. Die Exkommunikation wird automatisch verhängt. Das hat den Verlust des Seelenheiles zur Folge.

    EUGEN IV., Konzil von FLORENZ, Bulle Cantate Domino, 1442, ex cathedra
    http://archive.today/87ZyZ
    „Sie glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand, der sich außerhalb der katholischen Kirche befindet, nicht nur keine Heiden, sondern auch keine Juden oder Häretiker und Schismatiker, des ewigen Lebens teilhaft werden können, sondern daß sie in das ewige Feuer wandern werden, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist [Mt 25,41], wenn sie sich nicht vor dem Lebensende ihr angeschlossen haben, und daß die Einheit mit dem Leib der Kirche eine solch große Bedeutung hat, daß nur denen, die in ihr verharren, die Sakramente der Kirche zum Heil gereichen und Fasten, Almosen und die übrigen Werke der Frömmigkeit und Übungen des christlichen Kriegsdienstes ewige Belohnungen zeitigen. Und niemand kann, wenn er auch noch so viele Almosen gibt und für den Namen Christi sein Blut vergießt, gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt“.“ (DH 1351)

  38. @Pierre 3. Dezember 2016 um 00:07

    Sehr gut verlinkt. Danke. Da steht u.a.:

    Zitat
    Der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung stellte klar, daß:
    „der Papst klar und deutlich gesagt und auch geschrieben hat: Die Sünde der Abtreibung ist eine der schwersten Sünden, die es gibt, weil sie einem unschuldigen Leben das Ende bereitet. Diese Sünde bleibt, und im Augenblick, in dem diese Sünde begangen wird, nicht nur durch die Frau, die die größte Last trägt, sondern von einer ganzen Kategorie, die an der Sünde der Abtreibung mitwirkt, in dem Moment also, in dem sie begangen wird, erfolgt die Exkommunikation, und man ist draußen aus der Gemeinschaft der Kirche, weil die Sünde so schwerwiegend ist.“

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