Papstbotschaft: Auf andere zugehen

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Ist gern unter Menschen: Papst Franziskus

„Wir riskieren mehr, wenn wir uns abschotten, als wenn wir uns für den anderen öffnen.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstagabend in einer Videobotschaft. „Nicht wenn wir anderen begegnen, sondern wenn wir uns verschließen und anderen verweigern, laufen wir Gefahr, uns zu verletzen.“ Der Papst brach eine Lanze für das mit-den-Menschen-Sein.

„Es ist die Isolierung, die uns nicht gut tut, nicht das Teilen mit anderen“, so Franziskus in der Botschaft an ein „Festival der kirchlichen Soziallehre“. Es begann an diesem Donnerstag in Verona und hat das Thema „Mitten unter den Menschen“. Ein Thema, mit dem man beim Papst offene Türen einrennt: „Wenn wir uns um andere kümmern, wird unser Leben weniger kompliziert, als wenn wir uns nur auf uns selbst konzentrieren.“

Wer sich auf andere einlasse, werde auf „einen authentischen menschlichen Reichtum“ stoßen, warb der Papst. „Die Erfahrung sagt uns, dass wir gewöhnlich mehr von anderen empfangen, als wir selbst geben.“ Er wies auf „unzählige Geschichten der Solidarität und Hilfe“ hin, die wir täglich um uns herum wahrnehmen können. „Es ist doch beeindruckend, wie einige Menschen mit Würde ihre Geldknappheit leben, ihren Schmerz, ihre harte Arbeit, eine Prüfung. Wenn du diesen Menschen begegnest, rührst du mit der Hand an ihre Größe und erfährst, dass man vernünftigerweise Hoffnung auf die Zukunft hegen kann. Man kann dann glauben, dass das Gute stärker ist als das Böse – weil es diese Menschen gibt!“

Die alltäglichen Erlebnisse von Würde und Weisheit fänden zwar nur selten den Weg in die Zeitungen, so Franziskus. Aber sie lehrten uns doch „ohne große Reden oder Erklärungen, was im Leben zählt und was nicht“. Die „Lehre der Fakten“ nannte er das. Und er deutete an, dass auch Politiker gut daran täten, den Kontakt zum Volk und zum Alltäglichen nicht zu verlieren.

„Wenn das Volk getrennt ist von dem, der das Sagen hat, wenn man Entscheidungen aus Machtgründen trifft, wenn diese Entscheidungen anonym sind oder sich ständig auf (angebliche oder echte) Notstände berufen, dann gerät der soziale Frieden in Gefahr. Und das hat ernste Folgen für die Menschen: Die Armut wächst, der Friede wackelt, das Geld regiert, und den Leuten geht’s schlecht. Mitten unter den Menschen zu sein tut also nicht nur den Einzelnen gut, sondern ist ein Gut für alle.“

„Mehr Konkretheit, weniger Ideologie“: Auch das ist in den Augen des Papstes eine heilsame Folge, wenn man auf andere zugeht. „Um die Probleme der Leute zu lösen, muss man von unten ausgehen, sich die Hände schmutzig machen, Mut haben, auch noch den Letzten zuhören.“

(rv 24.11.2016 sk)

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