Heiliges Jahr: Erzbischof Fisichella ist zufrieden

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Erzbischof Fisichella

Das außerordentliche Heilige Jahr neigt sich seinem Ende zu, der Papst feiert am Christkönigssonntag die Abschlussmesse in der römischen Basilika Sankt Peter und wird die Heilige Pforte wieder verschließen. Viele „Werke der Barmherzigkeit“ hat der Papst der Welt seitdem vorgestellt, es ging um Begegnung und Bekehrung, doch auch kritische Stimmen wurden laut, die den Erfolg des Motto-Jahres bezweifelten. Die Kirche zieht bislang eine überwiegend positive Bilanz, allen voran der italienische Kurienerzbischof Rino Fisichella, Verantwortlicher bei der Umsetzung des Mottojahres in Rom. Radio Vatikan bat ihn zum Interview.

„Das Erbe des Jahres ist die große Freude, die Barmherzigkeit wieder ins Zentrum des kirchlichen Lebens zu stellen. Barmherzigkeit als Quelle der Freude in einem so intensiven Moment der Unsicherheit und Ungewissheit, die Sicherheit einer christlichen Hoffnung zu haben, mit der uns Gott entgegenkommt und die dich nie allein lässt, sondern die uns den Trost seiner Anwesenheit gibt. Das ist etwas, dass denke ich noch lange bleiben wird in den Herzen der Menschen.“

Dass das Heilige Jahr dezentral in allen Bistümern begangen wurde, war laut Erzbischof eine Chance. Die „Gesichter der Barmherzigkeit“ seien zahlreich gewesen, formuliert Fisichella. Vor allem die „Freitage der Barmherzigkeit“ hätten weltweit Aufsehen erregt, mit denen der Papst besondere Randgruppen der Gesellschaft ins Zentrum stellte.

„Papst Franziskus wollte Zeichen setzen, es waren Zeichen, die neue Formen der Armut berührten. Wenn ich etwa daran denke, dass der Papst Menschen, darunter Jugendliche, besuchte, die sich im vegetativen Zustand befinden, die die heutige Gesellschaft zurückstößt. Der Papst geht in ein Krankenhaus, von Zimmer zu Zimmer und streichelt diese Menschen, die bald sterben, mitten in einer Kultur, die nicht an den Tod denken will oder denkt, dass der Tod eine Art Fiktion ist.“

Eines habe das Heilige Jahr mit Franziskus gezeigt: Wie wichtig es ist, ein glaubwürdiges Zeugnis abzulegen. Das gelte auch für die Kirche, die der Papst „in Bewegung“ sehen wolle, führt Fisichella aus:

„Indem sie inzwischen überkommene Strukturen hinter sich lässt in diesem historischen Moment, und indem sie vor allem hier im Westen die bequemen Formen hinter sich lässt oder die Formen extremer Organisation, mit denen wir glauben, die Herzen bekehren zu können. Die Herzen bekehrt man nicht mit Überstrukturen und auch nicht mit Ressourcenplanung, die Herzen bekehrt man mit einer glaubwürdigen Botschaft und einem kohärenten Lebensstil.“

Abschlussschreiben des Papstes zum Jubeljahr erwartet

Mehr als 20 Millionen Pilger haben laut Angaben des Vatikans in Rom bislang teilgenommen (Quelle: im.va). Erzbischof Fisichella stellt das zufrieden. Der Organisator des Mottojahres betont, statt die Pilgerzahlen mit allen Mitteln in die Höhe zu trieben, habe man „auf Qualität gesetzt“. Offiziell will der Vatikan am kommenden Montag eine Rückschau auf das Heilige Jahr veröffentlichen. Dabei soll zugleich ein Schreiben des Papstes mit dem Titel „Misericordia et misera“ („Barmherzig und armselig“) veröffentlicht werden.

Höhepunkte des Jubeljahres auf CD

Radio Vatikan hat die Höhepunkte des Jubeljahres in der Sendereihe „Radioakademie“ für Sie zusammengefasst, die diesen Monat jeden Dienstag Abend läuft. Sie können die CD mit allen Sendungen gegen eine Spende erwerben, schreiben SIe dafür an cd@radiovatikan.de .

(rv 18.11.2016 pr)

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