Vier Kardinäle bitten Papst um Klärung zu Wiederverheirateten

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Amoris Laetitia

Vier Kardinäle haben offenbar an Papst Franziskus appelliert, mehr Klarheit über den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zu schaffen. Nach dem päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ gebe es „eine ernste Verunsicherung vieler Gläubiger und eine große Verwirrung“, heißt es in einem Brief, den mehrere Online-Medien am Montag im Wortlaut veröffentlichten.

Auch unter Theologen und Bischöfen gebe es einander widersprechende Interpretationen. Die Unterzeichner bitten den Papst, „die Ungewissheiten zu beseitigen und Klarheit zu schaffen“. Sie selbst lassen Zweifel daran erkennen, dass eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen nun möglich sei.

Die angeblich vier Unterzeichner sind der frühere Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Brandmüller, der frühere Erzbischof von Bologna, Carlo Caffarra, und US-Kardinal Raymond Leo Burke, der geistliche Patron des Malteserordens. Das im April veröffentlichte päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“ bildete den Abschluss der beiden Bischofssynoden über Ehe und Familie.

Die Unterzeichner betonen, dass sie keine „Gegner des Heiligen Vaters“ seien. Ihre Anfrage entspringe vielmehr „der tiefen kollegialen Verbundenheit mit dem Papst und aus der leidenschaftlichen Sorge für das Wohl der Gläubigen“. Sie legen dem Papst insgesamt fünf Punkte mit Bitte um Klärung vor. Hierbei geht es neben dem Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene auch um grundsätzliche Fragen, etwa ob die von Johannes Paul II. (1978-2005) verkündete Lehre von ausnahmslos gültigen absoluten moralischen Normen weiter Bestand hat.

(kna 14.11.2016 sk)

Siehe auch:

19 thoughts on “Vier Kardinäle bitten Papst um Klärung zu Wiederverheirateten

  1. Wie man hört wird der Papst die Fragen nicht beantworten das beste was man in dem Fall tun kann

  2. Die vier Kardinäle haben sich zwar beachtenswerterweise Zeit und Mühe kosten lassen, sind ins Detail gegangen, überwanden Furcht und Scheu, traten öffentlich auf und klagten gemeinsam Amoris laetitia an.

    Doch wie ist das nur möglich, daß die noch viel größere Schmach des Abfalls vom Glauben, der längst vorher durch die angeblichen Konzilspäpste erfolgte, so stillschweigend übergangen wurde?

    Warum muss immer wieder beteuert werden, nicht Feind des derzeitigen Usurpators zu sein? Sind jene, die die Wahrheit, den Glauben, verteidigen, Feinde? Wessen Feinde?

    Hat jemals ein wahrer Papst Verunsicherung, Verwirrung im Glauben hervorgerufen?

    Diese „ernste Verunsicherung“ haben angeblich diese „Zweifel“ erzeugt? Ein rechtmäßiger Papst also Verursacher von Verunsicherung, von Zweifel und Verwirrung?
    Wer hat das jemals gehört?

    Und nun wenden sich diese Kardinäle an den Verursacher dieser Verwirrung? Wer versteht das?

    Der die Zweifel ausgelöst, den Anstoß gab zu Verwirrung und Verunsicherung wird jetzt ein Bittschreiben gesandt? Den „Heiligen Vater“ also bitten, seine selbstverursachte Verwirrung zu beseitigen?

    „Das, was wir tun, ist also ein Akt der Gerechtigkeit und der Liebe.“
    Es ist kein Akt der Gerechtigkeit und Liebe, die eigentliche Ursache nicht beim Namen zu nennen.

    „Ein Akt der Gerechtigkeit: Durch unsere Initiative bekennen wir, dass der Petrusdienst der Dienst der Einheit ist und dass Petrus – dem Papst – der Dienst zukommt, im Glauben zu stärken.“

    Nun ermangelt aber gerade diesem „Papst“ der Glaube, die Einheit im Glauben: Die Einheit mit der Tradition, mit der Lehre der Kirche, mit dem eben, was die Kirche immer gesagt hat. Und ist somit nicht katholisch. Er arbeitet gegen den Glauben und die Moral, das heißt, gegen das Lehramt der Kirche und der Tradition. Wie soll er dann zuständig sein, die gewollten und selbstverschuldeten Spaltungen zu beheben?

    „Wir haben damit auch eine genau bestimmte Pflicht erfüllt. Nach dem Codex Iuris Canonici (Kan. 349) ist den Kardinälen, auch den jeweils einzelnen, die Aufgabe anvertraut, den Papst in seiner Sorge für die universale Kirche zu unterstützen.“

    Nun genau dieser Codex Iuris Canonici hat bereits für Spaltungen gesorgt. Es ist hier kein Datum angegeben, so muss man davon ausgehen, es handelt sich um den Neuen Codex. Ein wahrer Papst kann aber kein dem Glauben und der Moral widersprechendes nichtkatholisches Kirchenrecht schaffen.
    Und warum war ein neuer Codex denn notwendig?

    „Der Heilige Vater hat entschieden, nicht zu antworten.“
    Warum soll er auch als „Heiliger Vater“ antworten? Er hat ja alles schon in Amoris laetitia authentisch festgelegt und für alle, die ihn als rechtmäßigen Papst anerkennen, gilt die Gehorsamspflicht ohne wenn und aber. Und die vier Kardinäle bezeugen das ja auch. Sie wollen ihrem „rechtmäßigen“ Papst nicht angriffslustig kommen sondern mit viel „Respekt“!
    Respekt und Akzeptierung des „Heiligen Vaters“ verlangt Unterwerfung.
    Jedem ist klar, sie wollen nicht gelten als jene, die gegen den „Heiligen Vater“ auftreten. Sie wollen auch die Barmherzigkeit von Bergoglio übernehmen.
    Und damit ist alles gesagt. Für was also einen seitenlangen Brief an diesen „Ihren Papst“, den sie als solchen anerkennen?

  3. Und hier den vollen Artikel:

    Vier Kardinäle stellen sich Papst Franziskus mit fünf „Dubia“ zu „Amoris laetitia“ frontal in den Weg

    (Rom) Vier Kardinäle stellen sich Papst Franziskus und seinem nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia frontal in den Weg. Eine solche Opposition durch Kardinäle „hat es seit der Gegenreformation nicht mehr gegeben“

    Erstunterzeichner der Dubia (Zweifel) gegen Amoris laetitia ist der emeritierte Erzbischof von Bologna, Kardinal Carlo Caffarra, gefolgt von Kardinal Raymond Burke und den beiden deutschen Kardinälen Walter Brandmüller und Joachim Meisner. Die Unterzeichner ließen Papst Franziskus ihre Zweifel vertraulich zukommen. Nachdem sie der Papst keiner Antwort würdigte, haben sie ihre Dubia nun öffentlich gemacht.

    Die Genannten stellten sich bereits im Zuge der Doppel-Synode über die Familie gegen Versuche, die kirchliche Sakramentenordnung und Morallehre durch eine neue Praxis zu untergraben. In verschiedenen Publikationen und Stellungnahmen verteidigten sie das Ehesakrament. Kardinal Burke, der in der ersten Bischofssynode 2014 der Wortführer der Opposition gegen die Thesen von Kardinal Walter Kasper war, wurde im Anschluß von Papst Franziskus seines Amtes enthoben und aus der Römischen Kurie entfernt.

    Unter den vier Kardinälen befinden sich zwei Deutsche, die sich der „neuen Barmherzigkeit“ entgegenstellen. Kein Zufall, denn diese stammt von einem anderen deutschen Kardinal, Walter Kasper, und wird von weiteren deutschen Kardinälen, darunter Wiens Erzbischof Christoph Schönborn unterstützt.

    Mit den Dubia (Zweifel) der vier Kardinäle tritt der Konflikt um den „neuen Kurs“, den Papst Franziskus der Kirche zu geben versucht, in einen ganz neue Phase. Der Papst wird auf höchster Ebene herausgefordert. Er soll sich rechtfertigen. Die Kardinäle wollen damit eine klare Positionierung des Papstes erzwingen, um die sich Papst Franziskus, so der Vorwurf, drückt, obwohl er bereits in den vergangenen Monaten von verschiedener Seite zu einer klaren Stellungnahme aufgefordert wurde. Zu den Dubia veröffentlichten die vier Kardinäle eine Vorbemerkung und eine erläuternde Erklärung.

    Es gehe ihnen nicht um einen Konflikt zwischen „Progressiven“ und „Konservativen“, schon gar nicht um eine Feindseligkeit gegenüber dem Papst. Die vier Kardinäle handeln aus „Sorge der Hirten um die Herde“. Sie haben die Öffentlichkeit nicht gesucht, sondern Franziskus ihre Bedenken vertraulich vorgelegt. Vom Papst kam jedoch auch nach längerem Warten keine Antwort. Daher sahen sich die Kardinäle genötigt und berechtigt, ihre Zweifel öffentlich zu machen.

    Wie aus den Dubia und den begleitenden Schreiben hervorgeht, geht es dabei nicht nur um die Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zur Kommunion. Die vier Kardinäle sehen die gesamte Morallehre der Kirche bedroht.
    Der Wortlaut der Vorbemerkung und der Dubia in deutscher Sprache wurde vom Vatikanisten Sandro Magister veröffentlicht.

    Eine notwendige Vorbemerkung
    Wenn vier Kardinäle den Brief an den Heiligen Vater Franziskus geschickt haben, dann ist das aus einer tiefen pastoralen Sorge heraus geschehen.
    Wir haben eine ernste Verunsicherung vieler Gläubiger und eine große Verwirrung festgestellt, und zwar im Hinblick auf Fragen, die für das Leben der Kirche von großer Wichtigkeit sind. Wir haben festgestellt, dass auch innerhalb des Bischofskollegiums einander widersprechende Interpretationen des achten Kapitels von Amoris laetitia gegeben werden.

    Die große Tradition der Kirche lehrt uns, dass der Ausweg aus Situationen wie dieser darin besteht, sich an den Heiligen Vater zu wenden und den Apostolischen Stuhl zu bitten, diejenigen Zweifel aufzulösen, welche die Ursache von Verunsicherung und Verwirrung sind.

    Das, was wir tun, ist also ein Akt der Gerechtigkeit und der Liebe.

    Ein Akt der Gerechtigkeit: Durch unsere Initiative bekennen wir, dass der Petrusdienst der Dienst der Einheit ist und dass Petrus – dem Papst – der Dienst zukommt, im Glauben zu stärken.

    Ein Akt der Liebe: Wir wollen den Papst dabei unterstützen, Spaltungen und Entgegensetzungen vorzubeugen, indem wir ihn bitten, jede Mehrdeutigkeit zu zerstreuen.

    Wir haben damit auch eine genau bestimmte Pflicht erfüllt. Nach dem Codex Iuris Canonici (Kan. 349) ist den Kardinälen, auch den jeweils einzelnen, die Aufgabe anvertraut, den Papst in seiner Sorge für die universale Kirche zu unterstützen.

    Der Heilige Vater hat entschieden, nicht zu antworten. Wir haben diese seine souveräne Entscheidung als eine Einladung aufgefasst, das Nachdenken und die Diskussion fortzusetzen, friedlich und voller Respekt.

    Und daher informieren wir das ganze Volk Gottes von unserer Initiative und stellen sämtliche Dokumente zur Verfügung.

    Wir wollen hoffen, dass niemand dies nach dem Schema „Fortschrittliche-Konservative“ interpretiert: Damit würde man vollständig fehlgehen. Wir sind tief besorgt um das wahre Wohl der Seelen, das höchste Gesetz der Kirche, und nicht darum, in der Kirche eine gewisse Art von Politik zu fördern.

    Wir wollen hoffen, dass niemand uns – zu Unrecht – als Gegner des Heiligen Vaters und als Menschen beurteilt, denen es an Barmherzigkeit fehlt. Das, was wir getan haben und jetzt tun, entspringt aus der tiefen kollegialen Verbundenheit mit dem Papst und aus der leidenschaftlichen Sorge für das Wohl der Gläubigen.

    Walter Kardinal Brandmüller
    Raymond L. Kardinal Burke
    Carlo Kardinal Caffarra
    Joachim Kardinal Meisner

    Der Brief der vier Kardinäle an den Papst

    An den Heiligen Vater Franziskus
    und zur Kenntnis an Seine Eminenz Kardinal Gerhard L. Müller

    Heiliger Vater,
    in der Folge der Publikation Ihres Nachsynodalen Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“ sind seitens von Theologen und Gelehrten Interpretationen vorgetragen worden, die nicht nur divergieren, sondern auch im Gegensatz zueinander stehen, insbesondere im Hinblick auf das Kapitel VIII. Darüber hinaus haben die Kommunikationsmedien diese Auseinandersetzung weiter angefacht und dadurch bei vielen Gläubigen Ungewissheit, Verwirrung und Verunsicherung hervorgerufen.

    Daher sind bei uns Unterzeichnern, aber auch bei vielen Bischöfen und Priestern zahlreiche Anfragen von Gläubigen aus unterschiedlichen sozialen Schichten eingegangen, welche die korrekte Interpretation betreffen, die dem Kapitel VIII des Apostolischen Schreibens zu geben ist.

    Und nun erlauben wir uns, im Bewusstsein unserer pastoralen Verantwortung und in dem Wunsch, die Synodalität, zu der Eure Heiligkeit uns ermahnt, immer mehr Wirklichkeit werden zu lassen, und mit tiefem Respekt, Sie, Heiliger Vater, als obersten Lehrer des Glaubens, der vom Auferstandenen dazu berufen ist, seine Brüder im Glauben zu stärken, zu bitten, die Ungewissheiten zu beseitigen und Klarheit zu schaffen, indem Sie gütig Antwort geben auf die „Dubia“, die wir diesem Brief beizulegen uns erlauben.

    Möge Eure Heiligkeit uns segnen, während wir Ihnen ein stetes Gedenken im Gebet versprechen.

    Walter Kard. Brandmüller
    Raymond L. Kard. Burke
    Carlo Kard. Caffarra
    Joachim Kard. Meisner

    Rom, den 19. September 2016

    DIE „DUBIA“
    1. Es stellt sich die Frage, ob es aufgrund dessen, was in „Amoris laetitia“ Nr. 300–305 gesagt ist, nunmehr möglich geworden ist, einer Person im Bußsakrament die Absolution zu erteilen und sie also zur heiligen Eucharistie zuzulassen, die, obwohl sie durch ein gültiges Eheband gebunden ist, „more uxorio“ mit einer anderen Person zusammenlebt – und zwar auch wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind, die in „Familiaris consortio“ (Nr. 84) festgelegt sind und dann in „Reconciliatio et paenitentia“ (Nr. 34) und „Sacramentum caritatis“ (Nr. 29) bekräftigt werden. Kann der Ausdruck „in gewissen Fällen“ der Anmerkung 351 (zu Nr. 305) des Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“ auf Geschiedene in einer neuen Verbindung angewandt werden, die weiterhin „more uxorio“ zusammenleben?

    Ist nach dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Amoris laetitia“ (vgl. Nr. 304) die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 79) des heiligen Johannes Paul II. über die Existenz absoluter moralischer Normen, die ohne Ausnahme gelten und in sich schlechte Handlungen verbieten, noch gültig?
    Ist es nach „Amoris laetitia“ Nr. 301 noch möglich, zu sagen, dass eine Person, die habituell im Widerspruch zu einem Gebot des Gesetzes Gottes lebt – wie beispielsweise dem, das den Ehebruch verbietet (vgl. Mt 19,3–9) –, sich in einer objektiven Situation der habituellen schweren Sünde befindet (vgl. Päpstlicher Rat für die Gesetzestexte, Erklärung vom 24. Juni 2000)?
    Soll man nach den Aussagen von „Amoris laetitia“ (Nr. 302) über die „Umstände, welche die moralische Verantwortlichkeit vermindern“, die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 81) des heiligen Johannes Paul II. für weiterhin gültig halten, nach der „die Umstände oder die Absichten niemals einen bereits in sich durch sein Objekt unsittlichen Akt in einen ’subjektiv‘ sittlichen oder als Wahl vertretbaren Akt verwandeln“ können?
    Soll man nach „Amoris laetitia“ (Nr. 303) die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 56) des heiligen Johannes Paul II. für weiterhin gültig halten, die eine kreative Interpretation der Rolle des Gewissens ausschließt und bekräftigt, dass das Gewissen niemals dazu autorisiert ist, Ausnahmen von den absoluten moralischen Normen zu legitimieren, welche Handlungen, die durch ihr Objekt in sich schlecht sind, verbieten?

    Erläuternde Anmerkung der vier Kardinäle
    Der Kontext
    Die „Dubia“ (lateinisch: „Zweifel“) sind formelle Fragen, die dem Papst und der Kongregation für die Glaubenslehre gestellt werden, um Klärungen hinsichtlich bestimmter Themen zu erbitten, welche die Lehre und die Praxis betreffen.
    Das Besondere im Hinblick auf diese Anfragen besteht darin, dass sie so formuliert sind, dass sie als Antwort „Ja“ oder „Nein“ erfordern, ohne theologische Argumentation. Diese Weise, sich an den Apostolischen Stuhl zu wenden, ist nicht unsere Erfindung; sie ist eine jahrhundertealte Praxis.

    Kommen wir zu der Sache, um die es konkret geht.
    Nach der Publikation des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“ über die Liebe in der Familie hat sich eine breite Debatte entwickelt, vor allem über das achte Kapitel. Insbesondere sind die Abschnitte 300–305 Gegenstand auseinanderstrebender Interpretationen geworden.
    Für viele – Bischöfe, Pfarrer, Gläubige – deuten diese Abschnitte einen Wandel in der Disziplin der Kirche an im Hinblick auf die Geschiedenen, die in einer neuen Verbindung leben, oder lehren ihn sogar ausdrücklich; andere dagegen vertreten, auch wenn sie den Mangel an Klarheit in den betreffenden Passagen und auch deren Mehrdeutigkeit einräumen, dennoch die Ansicht, dass diese selben Seiten in Kontinuität mit der vorhergehende Lehre des Lehramts gelesen werden könnten und keine Änderung in der Praxis und der Lehre der Kirche enthielten.
    Durch pastorale Sorge um die Gläubigen dazu bewogen, haben vier Kardinäle einen Brief an den Heiligen Vater gesandt, und zwar in der Gestalt von „Dubia“ – in der Hoffnung, auf diese Weise Klarheit zu bekommen, denn Zweifel und Unsicherheit sind stets in hohem Maße schädlich für die Hirtensorge.

    Die Tatsache, dass die Interpreten zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen, ist auch unterschiedlichen Weisen geschuldet, das christliche Leben aufzufassen. In diesem Sinne ist das, worum es in „Amoris laetitia“ geht, nicht nur die Frage, ob diejenigen Geschiedenen, die eine neue Verbindung eingegangen sind, (unter bestimmten Bedingungn) wieder zu den Sakramenten zugelassen werden können oder nicht.

    Vielmehr impliziert die Interpretation des Dokuments auch unterschiedliche, einander entgegengesetzte Zugänge zum christlichen Lebensstil.
    Und so gilt: Während die erste Frage der „Dubia“ ein praktisches Thema im Hinblick auf die zivil wiederverheirateten Geschiedenen betrifft, beziehen sich die anderen vier Fragen auf grundlegende Themen des christlichen Lebens.

    Die Fragen:
    Zweifel Nr. 1:
    Es stellt sich die Frage, ob es aufgrund dessen, was in „Amoris laetitia“ Nr. 300–305 gesagt ist, nunmehr möglich geworden ist, einer Person im Bußsakrament die Absolution zu erteilen und sie also zur heiligen Eucharistie zuzulassen, die, obwohl sie durch ein gültiges Eheband gebunden ist, „more uxorio“ mit einer anderen Person zusammenlebt – und zwar auch wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind, die in „Familiaris consortio“ Nr. 84 festgelegt sind und dann in „Reconciliatio et paenitentia“ Nr. 34 und „Sacramentum caritatis“ Nr. 29 bekräftigt werden. Kann der Ausdruck „in gewissen Fällen“ der Anmerkung 351 (zu Nr. 305) des Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“ auf Geschiedene in einer neuen Verbindung angewandt werden, die weiterhin „more uxorio“ zusammenleben?
    Die erste Frage nimmt besonders Bezug auf „Amoris laetitia“ Nr. 305 und auf die Fußnote 351. Die Anmerkung 351 erwähnt, wenn sie speziell von den Sakramenten der Buße und der Kommunion spricht, die zivil wiederverheirateten Geschiedenen nicht, und auch der Haupttext tut dies nicht.
    Der Abschnitt 84 des Apostolischen Schreibens „Familiaris consortio“ von Papst Johannes Paul II. hat bereits die Möglichkeit ins Auge gefasst, zivil wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zuzulassen. Er nennt drei Bedingungen:
    o Die betreffenden Personen können sich nicht trennen, ohne ein neues Unrecht zu begehen (beispielsweise könnten sie für die Erziehung ihrer Kinder Verantwortung tragen).
    o Sie übernehmen die Verpflichtung, gemäß der Wahrheit ihrer Situation zu leben, indem sie aufhören, zusammenzuleben, als ob sie Mann und Frau wären („more uxorio“), und sich der Akte enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind.

    Sie vermeiden es, Anstoß zu geben (das heißt, sie vermeiden das In-Erscheinung-Treten der Sünde, um die Gefahr zu vermeiden, dass sie andere zum Sündigen hinführen).

    Die von „Familiaris consortio“ (Nr. 84) und von den darauf folgenden Dokumenten genannten Bedingungen werden unmittelbar vernünftig erscheinen, sobald man sich daran erinnert, dass die eheliche Verbindung nicht allein auf gegenseitiger Zuneigung beruht und dass die sexuellen Akte nicht lediglich eine Aktivität unter den anderen sind, die das Paar vollzieht.

    Die sexuellen Beziehungen sind für die eheliche Liebe da. Sie sind etwas so Wichtiges, so Gutes und so Wertvolles, dass sie einen besonderen Kontext erfordern: den Kontext der ehelichen Liebe. Daher müssen nicht nur die Geschiedenen sich enthalten, die in einer neuen Verbindung leben, sondern auch all diejenigen, die nicht verheiratet sind. Für die Kirche hat das sechste Gebot – „Du sollst nicht ehebrechen“ – immer jede Ausübung der menschlichen Sexualität mit umfasst, die keine eheliche ist, das heißt jede Art von sexuellen Akten außer denjenigen, die mit dem eigenen rechtmäßigen Ehegatten vollzogen werden.
    Es scheint, dass die Kirche, wenn sie diejenigen Gläubigen zur Kommunion zulassen würde, die sich von ihrem rechtmäßigen Ehegatten getrennt haben oder sich von ihm haben scheiden lassen und die eine neue Verbindung eingegangen sind, in der die so leben, als ob sie Mann und Frau wären, durch diese Praxis der Zulassung einen der folgenden Sätze lehren würde im Hinblick auf die Ehe, die menschliche Sexualität und das Wesen der Sakramente:

    • Eine Scheidung löst das Eheband nicht auf, und die Partner der neuen Verbindung sind nicht verheiratet. Trotzdem können Personen, die nicht verheiratet sind, unter bestimmten Bedingungen in legitimer Weise Akte sexueller Intimität vollziehen.

    • Eine Scheidung löst das Eheband auf. Personen, die nicht verheiratet sind, können nicht in legitimer Weise sexuelle Akte vollziehen. Die Geschiedenen und Wiederverheirateten sind auf legitime Weise verheiratet, und ihre sexuellen Akte sind auf erlaubte Weise eheliche Akte.

    • Eine Scheidung löst das Eheband nicht auf, und die Partner der neuen Verbindung sind nicht miteinander verheiratet. Personen, die nicht verheiratet sind, dürfen keine sexuellen Akte vollziehen. Daher leben die zivil wiederverheirateten Geschiedenen in einer Situation habitueller, öffentlicher, objektiver und schwerer Sünde. Wenn die Kirche Personen zur Eucharistie zulässt, bedeutet das jedoch nicht, dass sie auch ihren öffentlichen Lebenswandel gutheißt; der Gläubige kann auch im Bewusstsein schwerer Sünde zum eucharistischen Tisch hinzutreten. Um im Bußsakrament die Absolution zu empfangen, ist nicht immer der Vorsatz erforderlich, sein Leben zu ändern. Die Sakramente sind also vom Leben losgelöst: Die christlichen Riten und der Kult bewegen sich in einer anderen Sphäre als das christliche moralische Leben.

    Zweifel Nr. 2:
    Ist nach dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Amoris laetitia“ (vgl. Nr. 304) die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 79) des heiligen Johannes Paul II. über die Existenz absoluter moralischer Normen, die ohne Ausnahme gelten und in sich schlechte Handlungen verbieten, noch gültig?
    Der zweite Zweifel betrifft die Existenz der sogenannten in sich schlechten Handlungen. Der Abschnitt 79 der Enzyklika „Veritatis splendor“ vertritt die Auffassung, dass es möglich sei „die bewusste Wahl einiger Verhaltensweisen bzw. konkreter Handlungen nach ihrer Spezies […] als sittlich schlecht zu bewerten, ohne die Absicht, mit der diese Wahl vollzogen wurde, oder ohne die Gesamtheit der vorhersehbaren Folgen jener Handlungen für alle betroffenen Personen zu berücksichtigen“.
    Die Enzyklika lehrt also, dass es Handlungen gibt, die immer schlecht sind, die durch moralische Normen verboten sind, die ohne Ausnahme verpflichten („moralische Absoluta“). Diese moralischen Absoluta sind immer negativ, das heißt, sie sagen uns, was wir nicht tun dürfen: „Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht ehebrechen“. Lediglich negative Normen können ohne Ausnahme verpflichten.
    Nach „Veritatis splendor“ ist im Falle in sich schlechter Handlungen keine Unterscheidung der Umstände oder der Intentionen notwendig. Das gilt auch dann, wenn ein Geheimagent aus der Frau des Terroristen, falls er mit ihr einen Ehebruch begehen würde, wertvolle Informationen herausholen könnte, um so das Vaterland zu retten. (Das klingt wie ein Beispiel aus einem James-Bond-Film, ist aber schon vom heiligen Thomas von Aquin in „De Malo“, q. 15, a. 1 erörtert worden.) Johannes Paul II. vertritt die Auffassung, dass die Absicht (hier „das Vaterland retten“) die Spezies der Handlung („Ehebruch begehen“) nicht verändere und dass es genüge, die Spezies der Handlung („Ehebruch“) zu kennen, um zu wissen, dass man sie nicht tun darf.

    Zweifel Nr. 3:
    Ist es nach „Amoris laetitia“ Nr. 301 noch möglich, zu sagen, dass eine Person, die habituell im Widerspruch zu einem Gebot des Gesetzes Gottes lebt – wie beispielsweise dem, das den Ehebruch verbietet (vgl. Mt 19,3–9) –, sich in einer objektiven Situation der habituellen schweren Sünde befindet (vgl. Päpstlicher Rat für die Gesetzestexte, Erklärung vom 24. Juni 2000)?
    Im Abschnitt 301 erinnert „Amoris laetitia“ daran, dass die Kirche „im Besitz einer soliden Reflexion über die mildernden Bedingungen und Umstände“ ist. Und sie schließt: „Daher ist es nicht mehr möglich zu behaupten, dass alle, die in einer sogenannten ‚irregulären‘ Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befinden und die heiligmachende Gnade verloren haben.“
    In der Erklärung vom 24. Juni 2000 wollte der Päpstliche Rat für die Gesetzestexte den Kanon 915 des Codex Iuris Canonici klären, der sagt: „Zur heiligen Kommunion dürfen nicht zugelassen werden […] sowie andere, die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren.“ Die Erklärung des Päpstlichen Rates sagt, dass dieser Kanon auch auf diejenigen Gläubigen anwendbar ist, die geschieden und zivil wiederverheiratet sind. Sie stellt klar, dass die „schwere Sünde“ objektiv verstanden werden muss, da ja derjenige, der die Kommunion austeilt, keine Möglichkeit hat, die subjektive Zurechenbarkeit der jeweiligen Personen zu beurteilen.

    Für die Erklärung betrifft also die Frage der Zulassung zu den Sakramenten das Urteil über die objektive Lebenssituation der jeweiligen Person und nicht das Urteil, dass diese Person sich im Stand der Todsünde befinde. Sie könnte nämlich subjektiv nicht vollständig verantwortlich sein, oder auch gar nicht.
    Auf derselben Linie liegt es, wenn der heilige Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ (Nr. 37) daran erinnert, „dass das Urteil über den Gnadenstand nur dem Betroffenen zukommt, denn es handelt sich um ein Urteil des Gewissens“. Also hat die von „Amoris laetitia“ vorgetragene Unterscheidung zwischen der subjektiven Situation der Todsünde und der objektiven Situation der schweren Sünde ein solides Fundament in der Lehre der Kirche.
    Johannes Paul II. besteht jedoch weiterhin auch darauf: „Aber in den Fällen, in denen ein äußeres Verhalten in schwerwiegender, offenkundiger und beständiger Weise der moralischen Norm widerspricht, kommt die Kirche nicht umhin, sich in ihrer pastoralen Sorge um die rechte Ordnung der Gemeinschaft und aus Achtung vor dem Sakrament in Pflicht nehmen zu lassen.“ Er bestätigt also erneut die Lehre des oben erwähnten Kanons 915.

    Die Frage 3 der „Dubia“ möchte also klären, ob es auch nach „Amoris laetitia“ noch möglich ist, zu sagen, dass diejenigen Personen, die habituell im Widerspruch zum Gebot des Gesetzes Gottes leben, in einer objektiven Situation habitueller schwerer Sünde leben – auch wenn es aus gewissen Gründen nicht sicher ist, ob ihre habituelle Übertretung ihnen subjektiv zurechenbar ist.

    Zweifel Nr. 4:
    Soll man nach den Aussagen von „Amoris laetitia“ Nr. 302 über die „Umstände, welche die moralische Verantwortlichkeit vermindern“, die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 81) des heiligen Johannes Paul II. für weiterhin gültig halten, nach der „die Umstände oder die Absichten niemals einen bereits in sich durch sein Objekt sittenlosen Akt in einen ’subjektiv‘ sittlichen oder als Wahl vertretbaren Akt verwandeln“ können?

    Im Abschnitt 302 betont „Amoris laetitia“, dass „ein negatives Urteil über die objektive Situation kein Urteil über die Anrechenbarkeit oder die Schuldhaftigkeit der betreffenden Person“ beinhalte. Die „Dubia“ nehmen Bezug auf die Lehre, wie sie von Johannes Paul II. in „Veritatis splendor“ formuliert worden ist: Danach verwandeln Umstände oder gute Absichten niemals eine in sich schlechte Handlung in eine entschuldbare oder auch gute.

    Die Frage lautet, ob „Amoris laetitia“ der Aussage zustimmt, dass keine Handlung, die das Gesetz Gottes übertritt (wie Ehebruch, Diebstahl, Meineid), jemals, auch unter Berücksichtigung der Umstände, welche die persönliche Verantwortung mildern, entschuldbar oder auch gut werden kann.
    Sind diese Handlungen, welche die Tradition der Kirche als schwere Sünden und als in sich schlecht bezeichnet hat, weiterhin zerstörerisch und schädlich für jeden, der sie begeht, in welchem subjektiven Verantwortlichkeitsstatus er sich auch befinden mag?

    Oder können diese Handlungen in Abhängigkeit vom subjektiven Status der Person und von den Umständen und von den Intentionen aufhören, schädlich zu sein, und lobenswert oder wenigstens entschuldbar werden?

    Zweifel Nr. 5:
    Soll man nach „Amoris laetitia“ Nr. 303 die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 56) des heiligen Johannes Paul II. für weiterhin gültig halten, die eine kreative Interpretation der Rolle des Gewissens ausschließt und bekräftigt, dass das Gewissen niemals dazu autorisiert ist, Ausnahmen von den absoluten moralischen Normen zu legitimieren, welche Handlungen, die durch ihr Objekt in sich schlecht sind, verbieten?
    „Amoris laetitia“ sagt (in Nr. 303): Das „Gewissen kann nicht nur erkennen, dass eine Situation objektiv nicht den generellen Anforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch aufrichtig und ehrlich das erkennen, was vorerst die großherzige Antwort ist, die man Gott geben kann […]“. Die „Dubia“ erbitten eine Klärung dieser Aussagen, da sie divergente Interpretationen zulassen.
    Für diejenigen, welche die Idee eines kreativen Gewissens ins Spiel bringen, können die Vorschriften von Gottes Gesetz und die Norm des individuellen Gewissens in Spannung oder auch im Gegensatz zueinander stehen, wobei das letzte Wort immer dem Gewissen zukommen solle, das die letzte Entscheidung trifft im Hinblick auf gut und böse. „Veritatis splendor“ (Nr. 56) sagt: „Auf dieser Grundlage maßt man sich an, die Zulässigkeit sogenannter ‚pastoraler‘ Lösungen zu begründen, die im Gegensatz zur Lehre des Lehramtes stehen, und eine ‚kreative‘ Hermeneutik zu rechtfertigen, nach welcher das sittliche Gewissen durch ein partikulares negatives Gebot tatsächlich nicht in allen Fällen verpflichtet würde.“

    Nach dieser Sichtweise wird es für das Gewissen niemals genügen, zu wissen: „Dies ist Ehebruch“, „Dies ist Mord“, um zu wissen, dass es sich um etwas handelt, was nicht getan werden darf und soll.

    Vielmehr solle man auch auf die Umstände und die Intentionen schauen, um zu wissen, ob diese Handlung nicht schlussendlich entschuldbar oder auch verpflichtend sein kann (vgl. Frage 4 der „Dubia“). Für diese Theorien könnte das Gewissen nämlich auf legitime Weise entscheiden, dass in einem bestimmten Fall der Wille Gottes für mich in einer Handlung besteht, mit der ich eines seiner Gebote übertrete. „Du sollst nicht ehebrechen“ würde gerade noch als eine allgemeine Norm angesehen. Hier und jetzt und angesichts meiner guten Absichten wäre Ehebruch zu begehen dasjenige, was Gott wirklich von mir verlangt. So gesehen wären Fälle von tugendhaftem Ehebruch, legalem Mord und verpflichtendem Meineid mindestens vorstellbar.
    Das würde bedeuten, dass man das Gewissen auffassen würde als eine Instanz, autonom zu entscheiden hinsichtlich gut und böse, und das Gesetz Gottes als eine Last, die willkürlich auferlegt worden ist und die an einem gewissen Punkt zu unserem wahren Glück im Widerspruch stehen könnte.

    Jedoch entscheidet das Gewissen nicht über gut und böse. Die Idee einer „Gewissensentscheidung“ ist irreführend. Der dem Gewissen eigene Akt ist das Urteilen und nicht das Entscheiden. Es sagt: „Das ist gut“, „Das ist schlecht“. Dieses Gutsein oder Schlechtsein hängt nicht von ihm ab. Es nimmt das Gutsein oder Schlechtsein einer Handlung hin und erkennt es an, und um das zu tun, das heißt um zu urteilen, braucht das Gewissen Kriterien; es ist vollständig abhängig von der Wahrheit.

    Die Gebote Gottes sind eine willkommene Hilfe, die dem Gewissen geschenkt ist, damit es die Wahrheit erfassen und somit wahrheitsgemäß urteilen kann. Die Gebote Gottes bringen die Wahrheit zum Ausdruck über das Gute, über unser tiefstes Sein, und erschließen etwas Entscheidendes im Hinblick darauf, wie man gut leben kann.
    Auch Papst Franziskus drückt sich in „Amoris laetitia“ (Nr. 295) in denselben Begriffen aus: „Denn das Gesetz ist auch ein Geschenk Gottes, das den Weg anzeigt, ein Geschenk für alle ohne Ausnahme“.

  4. Das Chaos in der Konzilssekte – dem wir so fern sind und in Frieden leben – nimmt seinen Lauf!

    „Burke: Nötigenfalls den Papst korrigieren
    …Burke spricht von der Möglichkeit eines – Zitat: „formellen Aktes der Korrektur eines schweren Irrtums.““ (gloria)
    Also Möglichkeit eines „formellen Aktes der Korrektur eines schweren Irrtums!“

    Damit erklärt Raymond Leo Kardinal Burke offiziell, daß ein Papst sich in schwerem Glaubensirrtum befinden kann.

    Haben Prälaten das Recht, einen von ihnen als rechtmäßig anerkannten Papst des Glaubensirrtums zu bezichtigen? Nein!

    Haben Prälaten die Berechtigung, bei offenkundigen abtrünnigen „Lehrschreiben“ nur „Zweifel“ anzumelden? Nein!

    Ein Prälat hat die wahre Lehre zu verkünden und bei Irrlehren – kämen sie auch aus dem besetzten Rom – das Schriftstück nicht in Frageform, also durch Anfragen und Nachfragen zu gestalten, oder Zweifel anzumelden, sondern den Gläubigen Klartext zu vermitteln durch Widerlegen der Irrtümer.

    Natürlich werden es wir mit Genugtuung wahrnehmen, wenn „ihr Papst“ nicht reagiert.

    „Kardinal Burke gehört zu den aktivsten und entschlossensten Verteidigern der katholischen Ehe- und Morallehre.“ In all den vielen Jahren der Umwälzung nach dem Konzil hörte man nichts, daß er auch zum entschlossenen Verteidiger der Wahrheit des Glaubens gehörte und ein Gegner des unseligen Konzils ist.

    Kardinal Burke: „Die kirchliche Autorität existiert nur im Dienst der Tradition. Ich denke an die Stelle im Brief des Heiligen Paulus an die Galater (1,8): „Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.“ Richtig! Stimmt ganz genau!

    Doch wenn nach Kardinal Burke richtigerweise die kirchliche Autorität „nur im Dienst der Tradition“ existiert, wie kann er dann Wojtyla als „Heiligen“ bezeichnen, der sich der Tradition nicht verpflichtet sah und ihr ständig entgegenhandelte? Kann diese „Autorität“ dann verbindlich sein?

  5. Die vier Kardinäle nennen Karol Wojtyla dreimal in Ihrem Brief als „heiligen Johannes Paul II.“:

    „2. Ist nach dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Amoris laetitia“ (vgl. Nr. 304) die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 79) DES HEILIGEN JOHANNES PAUL II. über die Existenz absoluter moralischer Normen, die ohne Ausnahme gelten und in sich schlechte Handlungen verbieten, noch gültig?“

    Soll man nach den Aussagen von „Amoris laetitia“ (Nr. 302) über die „Umstände, welche die moralische Verantwortlichkeit vermindern“, die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 81) DES HEILIGEN JOHANNES PAUL II. für weiterhin gültig halten, nach der „die Umstände oder die Absichten niemals einen bereits in sich durch sein Objekt unsittlichen Akt in einen ’subjektiv‘ sittlichen oder als Wahl vertretbaren Akt verwandeln“ können?
    Soll man nach „Amoris laetitia“ (Nr. 303) die auf die Heilige Schrift und die Tradition der Kirche gegründete Lehre der Enzyklika „Veritatis Splendor“ (Nr. 56) DES HEILIGEN JOHANNES PAUL II. für weiterhin gültig halten, die eine kreative Interpretation der Rolle des Gewissens ausschließt und bekräftigt, dass das Gewissen niemals dazu autorisiert ist, Ausnahmen von den absoluten moralischen Normen zu legitimieren, welche Handlungen, die durch ihr Objekt in sich schlecht sind, verbieten?“

    Wenn dieser Mann selbst nicht auf der Grundlage von Tradition und Hl. Schrift handelte, wie kann er dann auf dem Fundament von Tradition und Schrift eine Enzyklika erstellen, auf die nun Burke und die anderen drei Kardinäle als verbindliches Dokument hinweisen?

    Dann, wenn es kritisch wird, lassen sie den „Heiligen..“ weg:

    „Der Abschnitt 84 des Apostolischen Schreibens „Familiaris consortio“ von Papst Johannes Paul II. hat bereits die Möglichkeit ins Auge gefasst, zivil wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zuzulassen. Er nennt drei Bedingungen:

    o Die betreffenden Personen können sich nicht trennen, ohne ein neues Unrecht zu begehen (beispielsweise könnten sie für die Erziehung ihrer Kinder Verantwortung tragen).

    o Sie übernehmen die Verpflichtung, gemäß der Wahrheit ihrer Situation zu leben, indem sie aufhören, zusammenzuleben, als ob sie Mann und Frau wären („more uxorio“), und sich der Akte enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind.

    o Sie vermeiden es, Anstoß zu geben, das heißt, sie vermeiden das In-Erscheinung-Treten der Sünde, um die Gefahr zu vermeiden, dass sie andere zum Sündigen hinführen).“

    Also Bergoglio ist gar nicht der Ersturheber dieser schandbaren Schrift. Er führt nur weiter, was schon längst angebahnt wurde.
    Bereits Wojtyla ging davon aus, daß nach der Trennung eine erneute Verbindung möglich ist. Nie hat die Kirche eingeredet, nach einer Trennung eine erneute Verbindung eingehen zu können.

    Wojtyla erklärt sogar autonom das Aufgeben der nicht erlaubten neuen Verbindung als ein erneutes Vergehen – wegen den Kindern: „Die betreffenden Personen können sich nicht trennen, ohne ein neues Unrecht zu begehen (beispielsweise könnten sie für die Erziehung ihrer Kinder Verantwortung tragen).“

    Er spricht also von einem Nicht-trennen-können (das wäre erneute Schuld!!), nicht aber von der unerlaubten Verbindung, die sie zuvor eingegangen sind. Er nennt nicht die unerlaubte Verbindung als eigentliche schwere Schuld! Er läßt also die schwere Schuld so stehen und erhebt sich über Gottes Gebote und fügt noch eine neue Ketzerei hinzu, daß sie sich nicht trennen können.

    Und er spricht gar noch von „Verantwortung“. Wem oder was haben die Betreffenden einst Rechenschaft abzulegen? Was antworten sie ihren bereits gezeugten Kindern?

    „Sie übernehmen die Verpflichtung, gemäß der Wahrheit ihrer Situation zu leben..“ Geht es noch böswilliger?

    „Sie vermeiden es, Anstoß zu geben, das heißt, sie vermeiden das In-Erscheinung-Treten der Sünde“
    Geht es noch arglistiger?

    Zu verlangen, in dieser von ihm erlaubten neuen Verbindung wie Geschwister zusammenzuleben ist unrealistisch und erfolgt so viel wie nie. Es sind ja bereits aus dieser unehelichen Verbindung Kinder hervorgegangen. Damit bleibt das Ärgernis für andere doch bestehen. Denn niemand kann das beurteilen. Darüber hinaus wird den Kleinen ein Ärgernis gegeben und es wird ihnen vorgelebt, nichts Böses zu tun, einen neuen Gefährten zu haben.

    Was sollen wir von Kardinälen halten, die also einen solchen Ketzer „heilig“ nennen?

    Es gibt doch unzählige Glaubenswahrheiten, gegen die dieser Mann verstoßen hat. Oder vielleicht nicht? Auch wir wollen eine Antwort von den vier Kardinälen. Wir melden keine Zweifel an, sondern sind überzeugt, daß Wojtyla gegen die Lehre der Kirche handelte.

    Angefangen von seiner Allerlösung, das gegen das Dogma „außerhalb der katholischen Kirche kein Heil“ spricht. Daß die der Kirche Fernstehenden und jene in Todsünden dennoch das Heil erlangen aufgrund der Menschwerdung des Sohnes Gottes, der sich mit jedem Menschen in unzertrennlicher Bindung vereint hat und es so keinen Höllensturz für ihn geben kann.

    Oder seine Predigt, 6. Juni 1985: „Die Eucharistie ist das Sakrament des Bundes, der Leib und das Blut Christi, das ewiger Bund bedeutet. Das ist der Bund, den jeder erhält. Dieses Blut erreicht alle und rettet jeden“

    Also alle Menschen haben teil am göttlichen Leben.
    Er lehrt, dass der Heilige Geist auch für die nichtchristlichen Religionen verantwortlich sei usw. usw.

  6. Und das gehört offenbar für die Vier Kardinäle zur Heiligkeit, zu den „heroischen Tugenden“ des Wojtyla:

    Das Auftreten einer Tänzerin beim Weltjugendtag 2000
    Wojtyla zeigt sich lächelnd mit dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow
    1990 Tanzt er mit jungen australischen Frauen
    1996 Umarmt er junge Frauen, die ihn besuchen
    2001 Empfängt er eine „heilige“ Adlerfeder von einem Schamanen in Phoenix
    1987 Faselt er eine Bitte um Vergebung an der Klagemauer in Jerusalem

    Welchen Glauben hatte Wojtyla? Doch den Glauben des Zweiten Vatikanischen Konzils!
    Wo der Dreieinige auch der Gott Allahs ist.

    In den Exerzitien, die „Kardinal“ Wojtyla 1976 vor Paul VI. hielt, findet sich diese konziliare Glaubenshaltung, daß alle Menschen, egal in welcher Religion sie leben, zum wahren Gott beten:

    „Diesen Gott bekennt in seinem Schweigen der Trappist und der Kamaldulensermönch. An ihn wendet sich der Beduine in der Wüste, wenn die Gebetsstunde gekommen ist. Und vielleicht auch der in seine Betrachtung versunkene Buddhist, der sein Denken läutert und den Weg zum Nirwana bereitet“.

    Hier wird die absolute Notwendigkeit des Glaubens an den WAHREN GOTT, DEN DREIEINIGEN GOTT, geleugnet und ein allgemeiner Heilsoptimismus proklamiert, wie wir das aus der Konzilssekte zur Genüge kennen.

    Am 14. Mai 1999 küßt er den islamischen Koran
    Am 26. Juni 2000 läßt er durch Ratzinger ein falsches „Drittes Geheimnis von Fatima“ verkünden
    Am 2. Februar 1986, am Fest Maria Lichtmeß, läßt sich der von vier Kardinälen Heiliggepriesene von einer hinduistischen Priesterin das Frevelzeichen des Tilak auf die Stirn zeichnen
    1993 begrüßt er den Voodoo „Hohepriester“ in Benin

    Noch ein kleiner Teil seiner Häresien:

    „Freiheit des Gewissens ist ein Recht des Menschen“ (1980) O.R.

    „Ketzer haben den apostolischen Glauben“ (Un Unum Sint)

    „The New World Order ist heilig – (benötigt die Welt)“ (Amerika, Publications International)

    „Alle interreligiösen Ehen sind gut“ (Enzyklika ‚Familiaris consortio‘)

    „Luther hatte einen tiefen religiösen Geist“ (Angelus Press)

    „Der Buddhismus ist eine große Religion“ (Angelus Press)

    „Ketzer können rechtlich die Sakramente von uns erhalten; sie können christliche Märtyrer sein“ (Ut Unum Sint)

    „Die katholische Kirche hat gegen die Einheit gesündigt“ (Ut Unum Sint)

    „Liebe ist, wenn wir mit den Häretikern sind“ (Ut Unum Sint)

    „Dialog ist nötig, um der Kirche die Einheit zurückzugeben“ (KKK, 821)

    „Alle Menschen gehören der katholischen Kirche an“ (KKK, 836)

    „Die heutigen Ketzer sind nicht für ihre Ketzerei zu beschuldigen“ (KKK, 817)

    „Der Heilsplan umfaßt die Muslime“ (KKK, 841)

    „Falsche Religionen suchen den einen wahren Gott“ (KKK, 843)

    1991 betet Wojtyla mit Lutheranern für „Einheit“ (Ut Unum Sint)

    Entgegen der Ansicht der vier Kardinäle ist auch ‚Veritatis Splendor‘ nicht auf Schrift und Tradition aufgebaut:

    „Man kann außerhalb der Kirche auch ohne göttliches Leben, ohne Heiligmachende Gnade, aber durch ein moralisches Leben gerettet werden“ (Veritatis Splendor)

  7. Ist ja schon gut wir wissen das du denkst es ist Sedisvakanz dieses dauernde Perpetuum mobile ist mühsam

  8. @Alexius

    Mit Ihrer „Litanei“ von „Zitaten“ BEWEISEN Sie, dass Sie ÜBERHAUPT NICHTS DAVON VERSTEHEN, und – nicht verwunderlich – weil Sie so ziemlich ALLES – VORURTEILSVERBLENDET MUTWILLIG VERDREHEN, FALSCH AUFFASSEN UND AUSLEGEN!

  9. @Pierre 17. November 2016 um 20:32

    Wichtig ist nur, so scheint mir, dass die Zuständigen in Rom die Fragen und Unklarheiten miteinander klären. Wir müssen warten, bis Rom spricht.

  10. „Die Unterzeichner betonen, dass sie keine ‚Gegner des Heiligen Vaters‘ seien.“
    (POS)
    Das muss natürlich hervorgehoben werden, daß diese vier Kardinäle also nicht gegen den Heiligen Vater wären. Mit ihrer Dubia wenden sie sich jedoch gegen den „Heiligen Vater“. Er wird aber weder mit Ja noch mit Nein antworten! Wenn „ihr Heiliger Vater“ GEGEN die Lehre der Kirche handelt, dann müssen sie gegen ihn sein!

    Wir dagegen stellen fest, daß ein wahrer Papst niemals gegen die Lehre der Kirche sein KANN!
    Deswegen ist auch nicht erst ein „offizieller Einspruch in der klassischen Form“ in der Art von Dubia brauchbar. Nach 50 Jahren hartnäckiger Irrlehren gegen die Dogmen kann es nur ein Widersetzen geben und die Feststellung, daß dieses „Pontifikat“ nicht rechtens ist. Und dazu sind die Kardinäle auch berechtigt. Sie erheben sich ja nicht über einen rechtmäßigen Papst, sondern stellen ein Nichtpontifikat fest.

    Was denn haben die zwölf Interventionen auf dem Konzil gebracht? Nicht einmal die Vereinigung „Coetus Internationalis Patrum“ mit 250 konservativen Konzilsvätern erreichten ihr Ziel. Es gab eine Eingabe auf Veranlassung von Kardinal Larraona, die auch mehrere Kardinäle unterzeichneten. Erfolg: Null!
    Sie alle haben das besetzte Rom außer acht gelassen.

    Lefebvre intervenierte mehrfach erfolglos gegen Reformvorhaben des Konzils! Was hat seine Dubia vom 22. Mai 1987 gebracht? Sie wurde damals der Kongregation für die Glaubenslehre vorgelegt und abweisend beschieden.

    Nun sind also, Herr POS, diese vier Kardinäle gegen einen zweitkonziliaren Papst vorgegangen, den Sie als absolut rechtgläubig, ja heiligmäßig bezeichnen:

    „Wenn Sie nicht prinzipiell VERSCHLOSSEN sind gegenüber NEUEN ERKENNTNISSEN, dann werden auch Sie – mit der Zeit – einsehen (müssen), dass die “zweitkonziliaren” Päpste ABSOLUT RECHTGLÄUBIG, ja HEILIGMÄßIG, waren/sind..“

    Nun, dieser „Kirche“ mit diesen absolut „rechtgläubigen, ja heiligmäßigen Päpste“ möchte ich nun wahrlich nicht angehören.

  11. Für @Alexius – @POS

    Aus http://www.katholisches.info/2016/11/19/maike-hicksons-brief-an-benedikt-xvi-bitte-veroeffentlichen-sie-den-fehlenden-teil-des-dritten-geheimnisses-von-fatima/ :

    Maike Hicksons Brief an Benedikt XVI. – „Bitte veröffentlichen Sie den fehlenden Teil des Dritten Geheimnisses von Fatima“

    November 2016 5
    Papst Benedikt XVI. 2010 in Fatima. Maike Hickson veröffentlichte ihr Schreiben an Benedikt mit der Bitte: „Veröffentlichen Sie den fehlenden Teil des Dritten Geheimnisses von Fatima“
    Papst Benedikt XVI. 2010 in Fatima. Maike Hicksons Bitte: „Veröffentlichen Sie den fehlenden Teil des Dritten Geheimnisses von Fatima“

    (Washington/Rom) Den Schritt der vier Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Burke, Carlo Caffarra und Joachim Meisner ihr Schreiben an Papst Franziskus, das fünf Dubia (Zweifel) zum nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia enthält, öffentlich bekanntzumachen, bezeichnete die bekannte deutsch-amerikanische Katholikin Maike Hickson als „mutige und ermutigende Initiative“. Das Schreiben ließ Hickson den Entschluß fassen, selbst einen Brief öffentlich zu machen, den sie im Mai 2016 an Benedikt XVI. geschrieben hatte. Darin geht es um das Dritte Geheimnis von Fatima.

    Maike Hickson war 2015 mit ihrem „Offenen Brief einer besorgten amerikanischen Katholikin an Papst Franziskus“ bekanntgeworden.

    Am 15. Mai hatte Hickson auf OnePeterFive einen Artikel über ihr Gespräch mit dem Augsburger Priester und Moraltheologen Ingo Dollinger veröffentlicht. Dieser hatte ihr gegenüber bestätigt, daß das Dritte Geheimnis von Fatima im Jahr 2000 vom Vatikan nicht vollständig veröffentlicht wurde. Dies habe ihm kein Geringerer als der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger anvertraut. Kardinal Ratzinger war von Papst Johannes Paul II. mit der Veröffentlichung des Dritten Geheimnis beauftragt worden. Er war am 26. Juni 2000, zusammen mit dem damaligen Erzbischof und späteren Kardinal Tarcisio Bertone, seinem damaligen Stellvertreter an der Glaubenskongregation, vor die Presse getreten. Dollinger war Sekretär von Bischof Josef Stimpfle von Augsburg. Der heilige Pater Pio von Pietrelcina war mehrere Jahre sein Beichtvater. In den 70er Jahren nahm er im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz an den „Dialogen“ mit der Freimaurerei teil, die mit der Unvereinbarkeitserklärung von 1980 endeten. Er war Rektor am Institutum Sapientiae und lehrte Moraltheologie.
    Papst Benedikt XVI. widerspricht Kardinal Ratzinger

    Bei seinem Besuch in Fatima hatte Benedikt XVI. am 13. Mai 2010 in seiner Predigt gesagt:

    „Wer glaubt, daß die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“
    

    Bereits auf dem Flug nach Fatima hatte Benedikt XVI. zu den Journalisten gesagt:

    „Unter dem Neuen, das wir heute in dieser Botschaft entdecken können, ist auch die Tatsache, daß die Angriffe gegen den Papst und die Kirche nicht nur von außen kommen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche. Und darum ist es für die Kirche zutiefst notwendig, daß sie neu lernt, Buße zu tun, die Reinigung anzunehmen; daß sie einerseits zu vergeben lernt, aber auch die Notwendigkeit der Gerechtigkeit sieht; denn Vergebung ersetzt die Gerechtigkeit nicht.“
    

    „Mit diesen Stellungnahmen widersprach Benedikt XVI. seinen eigenen Worten von 2000″, so Hickson. Damals hatte Kardinal Ratzinger auf der Pressekonferenz zur Bekanntgabe des Dritten Geheimnisses von Fatima erklärt:

    „Zunächst müssen wir mit Kardinal Sodano festhalten, daß ‚… die Geschehnisse, auf die sich der dritte Teil des Geheimnisses von Fatima bezieht, nunmehr der Vergangenheit anzugehören scheinen…‘. Soweit einzelne Ereignisse dargestellt werden, gehören sie nun der Vergangenheit an.“
    

    Maike Hicksons Artikel vom 15. Mai 2016: im Bild der Moraltheologe Ingo Dollinger und Kardinal Ratzinger (rechts)
    Maike Hicksons Artikel vom 15. Mai 2016: im Bild der Moraltheologe Ingo Dollinger und Kardinal Ratzinger (rechts)

    Am 21. Mai veröffentlichte das vatikanische Presseamt als Reaktion auf Hicksons Artikel eine Erklärung von Benedikt XVI., mit der er Dollingers Aussage kategorisch widersprach. Er habe „nie“ mit Dollinger über das Dritte Geheimnis von Fatima gesprochen, so Benedikt XVI., gemäß vatikanischer Presseerklärung.

    Dollinger bekräftigte auch nach dem vatikanischen Dementi seine Aussage, was Hickson in einem zweiten Artikel bekanntmachte.

    Zwei Tage später schrieb Hickson Benedikt XVI. einen persönlichen Brief, den sie nun auf OnePeterFive in englischer und auf Katholisches.info in deutscher Sprache öffentlich macht.
    Maike Hicksons Brief an Benedikt XVI.

    Dr. Maike Hickson                               23. Mai 2016
    
    An Seine Heiligkeit Papst Emeritus Benedikt XVI.
    Eure Heiligkeit!
    
    Bitte erlauben Sie mir, mich an Sie zu wenden. Sie sind sich vielleicht bereits meines Namens bewusst, da ich die Presseerklärung des Vatikan-Presseamtes vom 21. Mai bezüglich des Dritten Geheimnisses von Fatima provoziert habe. Vorweg darf ich aber auch erwähnen, dass mein Mann, Dr. Robert Hickson, ein Schüler von Professor Josef Pieper ist und seit Jahren mit Dr. XXX befreundet ist, und dass ich selbst seit einiger Zeit des Öfteren mit Pater XXX öffentlich zusammengearbeitet habe.
    
    Nun möchte ich Ihnen doch gerne mitteilen, wie Hw. Ingo Dollinger – oder Professor Dollinger – über Sie gesprochen hat, als ich ihn am Pfingstsonntag in Deutschland anrief. Wie Sie wohl wissen, ist er ein heiligmässiger Priester. Als er mir am Telefon vor kurzem bestätigte, was ja bereits seit Jahren im Internet kursiert – nämlich, dass Sie ihm gegenüber zugaben, dass es noch einen unveröffentlichten Teil des Dritten Geheimnisses gibt und dass es darin um Warnungen bezüglich eines schlechten Konzils und einer schlechten Messe gehe – hat er einen warmherzigen Ton gehabt. Er hat sorgfältig mit mir überlegt, ob wir Ihren Namen überhaupt in meinem eigenen Artikel erwähnen sollen. Er hat auch lediglich bestätigt, was ich ihm erzählte und was ich woanders über Sie gelesen hatte. Er hat mir seinen Segen gegeben und sich sehr besorgt gezeigt über die neuere Entwicklung in der Kirche bezüglich der Ehelehre.
    
    Ich lege Ihnen den Artikel bei, damit Sie sehen können, was ich über das Telefonat berichtet habe. Als dann die öffentliche Presseerklärung des Vatikans kam, habe ich Pater Dollinger sofort wieder angerufen (sehen Sie bitte einen weiteren Artikel im Anhang). Er war wiederum sehr freundlich. Als ich ihm sagte, dass Sie nun öffentlich erklären, dass Sie nie mit ihm über Fatima gesprochen haben, sagte er: „Was für ein Unfug! Dass die Menschen doch heute sich nicht mehr an die Wahrheit halten.“ Er fügte hinzu, dass er doch mit anderen Menschen über Kardinal Ratzinger und das Dritte Geheimnis von Fatima bereits gesprochen habe. Auch fügte er hinzu, dass es ja sein könne, dass Sie, Heiliger Vater, bereits ein bisschen alt sind und daher Ihr Gedächtnis Sie vielleicht in dieser Sache im Stich gelassen habe.
    
    Diese priesterliche Milde habe ich allerdings in der Presseerklärung des Vatikans, die Ihnen zugeschrieben wird, nicht gefunden. Die Worte, die Ihnen in den Mund gelegt werden, legen nicht einmal nahe, dass Sie sagten, vielleicht habe sich Ihr alter Freund geirrt oder Sie und Ihre Worte missverstanden.
    
    Ehrlich gesagt, Heiliger Vater, glaube ich nicht, dass diese Worte von Ihnen stammen. Sie sind viel milder, als die Zitate der Presseerklärung Sie erscheinen lassen.
    
    Wie wir öffentlich auf unserer Webseite OnePeterFive.com gesagt haben, behaupten wir gar nicht, dass Sie gelogen haben, als Sie im Jahre 2000 sagten, dass das Dritte Geheimnis vollständig veröffentlicht worden sei. Wir können uns gut vorstellen, dass Sie zu der damaligen Zeit im Gehorsam gegenüber Ihrem Vorgesetzten handelten und vielleicht selbst auch dachten, dass der unveröffentlichte Teil des Dritten Geheimnisses wohl eher Zusätze von Schwester Lucia waren. Damals war es vielleicht noch nicht so deutlich, dass die Warnungen realistisch waren, auch wenn natürlich Schwester Lucia eigentlich nicht wissen konnte, dass bald nach 1960 ein Konzil einberufen und eine neue Messe eingeführt werden würde.
    
    Wie dem auch sei. Nun scheinen wir genau in der Situation zu stehen, wo wir einen Glaubensabfall an der Spitze der Kirche beobachten müssen. Oder wie würden Sie Amoris Laetitia interpretieren, wo selbst Kardinal Gerhard Müller in mutiger Art und Weise kürzlich in Spanien – auch wenn dabei Respekt zeigend – inhaltlich gegenhalten musste und sagte, dass man die Ehelehre gar nicht ändern könne, selbst wenn man Papst sei?
    
    Sehen wir nicht jetzt, dass der Teil, den der Vatikan im Jahre 2000 nicht veröffentlicht hat, Realität wird?
    
    Dr. Alice von Hildebrand – deren Ehemann Ihnen natürlich ein Begriff ist – hat erst kürzlich auf unserer Webseite OnePeterFive.com einen Bericht veröffentlicht (siehe Anhang), wo sie selbst sich an einen Zeugen erinnert, der ihr und ihrem Mann sagte, dass es in dem Dritten Geheimnis um den Glaubensabfall und die Infiltration an der Spitze der Kirche gehe. Wir WISSEN, Heiliger Vater, dass es noch mehr gibt, als was im Jahre 2000 veröffentlicht wurde.
    
    Beide Zeugen – Professor Dollinger und Dr. von Hildebrand – haben ein fortgeschrittenes Alter. Beiden ist vielleicht bewusst, dass sie ein bestimmtes Wissen nicht mit ins Grab nehmen dürfen, da es die gesamte Kirche anbelangt – besonders jetzt, wo alles zur Debatte zu stehen scheint, selbst das Unfehlbarkeitsdogma. Haben Sie nicht nun auch ähnliche Gedanken? Wir alle werden doch einst vor dem Herrn stehen und uns erklären müssen. Aus diesem Grund habe ich auch den schweren Schritt getan und Sie öffentlich unter Druck gesetzt, indem ich das Zeugnis Pater Dollingers veröffentlicht habe. Ich muss auch einst vor Unserem Herrn erscheinen.
    
    Bei der Ehre der Gottesmutter von Fatima bitte ich Sie daher, uns den fehlenden Text zur Verfügung zu stellen. Die Katholiken der Welt brauchen ihn, um sich zu wappnen und um ihre Seelen gegen die Verwirrungen der heutigen Zeit zu schützen. Es steht viel auf dem Spiel. Auch wenn es am Anfang schwer sein sollte, so glaube ich fest daran, dass die Wahrheit uns frei machen wird. Bitte machen Sie diesen Befreiungsschlag. Zu lange gab es all die Gerüchte und Spekulationen. Eine solche Situation ist natürlich auch nicht pastoral oder vertrauensbildend.
    
    Sie und ich sind beide Deutsche. Meine bibeltreuen Vorfahren haben unter Hitler sehr gelitten (einer ist sogar umgekommen), aber sie haben das Zeugnis nicht aufgegeben. Sollten wir nicht auch diesen Mut beweisen, auch wenn auf uns „die Hölle“ herunterzukommen droht?
    
    Könnten Sie nicht einfach und auf elegante Weise den fehlenden Text veröffentlichen – in unserem aufgeklärten Zeitalter! – und sagen, dass dieser Text nicht als offizieller Teil des Dritten Geheimnisses betrachtet wird, sondern als Zusatz von Schwester Lucia. Da aber die Spekulationen bezüglich dieses Textes nicht aufhören, wurde beschlossen, ihn zu veröffentlichen und ihn somit der Diskussion unter aufgeklärten und informierten Katholiken – natürlich besonders Theologen und Experten – zur Verfügung zu stellen.
    
    Damit bräuchte eigentlich niemand das Gesicht zu verlieren, insbesondere, da ja der für die Veröffentlichung zuständige Papst bereits verstorben ist.
    
    Im Namen der Gottesmutter von Fatima bitte ich Sie hiermit flehentlich, uns diesen Text zu geben und uns allen, allen Katholiken in der Welt, die mögliche Wahrheit zur Verfügung zu stellen, die uns helfen könnte, unsere Seelen zu retten.
    
    Bitte seien Sie meiner töchterlichen Liebe versichert. Ich bitte Sie um Ihren Segen für meinen Mann, unsere zwei kleinen Kinder und mich selbst.
    
    Mit herzlichen Grüßen im Herrn,
    
    Maike Hickson
    

    Einleitung: Giuseppe Nardi

  12. @Pierre 20. November 2016 um 08:22

    Lesen Sie hier:
    http://www.katholisches.info/2016/11/19/paepstlicher-paukenschlag-zum-abschluss-des-heiligen-jahres-anerkennung-der-piusbruderschaft-als-personalpraelatur/

    Gerade weil 1962 die Muttergottes in Garabandal erschienen ist (ab Vorabend des II. vatikantischen Konziles) und wenn es stimmt, dann ist das ein ernsthaftes Zeichen dafür, dass die Frage um das 3. Geheimnis von Fatima nie ganz zufriedenstellend geklärt werden wird. Es ist geradezu beschlossene Sache. Wäre Fatima zur vollsten Zufriedenheit der Vorsehung abgewickelt worden, wäre Garabandal nicht erfolgt. Garabandal ist die logische Fortsetzung von Fatima. Ein Teil von Fatima konnte zweifelsohne eingelöst werden, doch es reicht für die Menschheit nicht aus.

    Je weniger die Geheimnisse um die Geheimnisse Fatimas klar sind und die offensichtlich nur in Teilen geglückte Weihe Russlands erfolgt ist, desto deutlicher und wichtiger wird Garabandal (Warnung, Seelenschau).

    Ich würde geradezu eine Wette abschliessen, dass die Sache um das 3. Geheimnis von Fatima niemals vor der angeblichen Seelenschau (Garabandal) bekannt wird. Da nach ist es ohne Bedeutung. So wie die Dinge stehen, wird es niemals aufgeklärt werden, weder hier auf Erden noch nach dem Tod der Neugierigen. Es ist wohl für immer verschlossen. Alles andere würde mich sehr erstaunen. Es ist also unnütz darüber nachzudenken. Es gilt einfach die offizielle Version.
    http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20000626_message-fatima_ge.html

  13. @Stefan1 20. November 2016 um 11:47

    Betr. FSSPX als Personalpraelatur: Finde ich gut WENN noch und auch weiterhin am V2 BERECHTIGTE Kritik angebracht werden darf und wird. Das war auch die anfangs die einstige Position. Nichts Ungewöhnliches, besser gesagt eine Selbstverständlichkeit.
    Betr. Fatima – Garabandal möchte ich Ihnen soweit fast recht geben insofern es wirklich keine Rolle mehr spielt was die göttlichen Konsequenzen betrifft, d.h. keine Zeit des Friedens auf der ganzen Welt. Und dennoch darf sehr wohl warmgehalten werden dass es noch denkende vernunftbegabte Gläubige gibt die an der veröffentlichen 3.Version ihre BERECHTIGTEN Zweifel haben und haben MÜSSEN. Und das ist gut so. UNgeschoren kommt keiner davon wenn wirklich was faul dran ist – spätestens vor Gottes Gericht.

  14. @Pierre 20. November 2016 um 13:13

    Das zweite vatikanische Konzil darf kritisiert werden, doch die Worte sollten bedacht sein.

    Ich bin nicht sicher, ob ein übermässiges Gottes Gericht für die Verantwortlichen zwingend folgen müsste. Immerhin wurde in Fatima darauf hingewiesen, dass die Veröffentlichung und Interpretation der Kirche vorbehalten ist. An das hält sich Gott in aller Konsequenz und nimmt nichts zurück. Wenn Gott also nur eine absolut richtige und gültige Möglichkeit wollte, dann hätte er einen anderen Weg gewählt (wie er es bei Garabandal tat), doch der freie Wille des Menschen (hier der Kirchenleitung) war hier niemals in Frage gestellt. Wenn aber persönliche Animositäten, Skrupel oder andere Verfehlungen zutreffen, mögen Sie möglicherweise Recht behalten. Doch wir würden selber zur Sünde, wenn wir darauf herumreiten und die Botschaft der Rettung verdrängen wollten.

    Die Sache um Fatima hätte nach meiner Meinung noch vor dem zweiten vatikanischen Konzil also 1962 erfolgen müssen. Weil das nicht erfolgt ist und weil spätestens ab 1962 die Folgen aus Fatima zu tragen waren, kam angeblich die Gottesmutter nach Garabandal. Hier ist von grosser Bedeutung, dass Conchita von einem Klosterleben abgehalten wurde. Sie können sich ja vorstellen, wie das bei den kirchlichen Autoritäten kommen würde, wenn eine Klosterfrau das Datum des Wunders 8 Tage vorher verkünden sollte. Mit grosser Wahrscheinlichkeit würde sie von ihren (modernistischen) Vorgesetzten (inkl. Rom) daran mit Verbot gehindert werden. Doch diesmal wird das nicht geschehen können. Sehen Sie wie wunderbar die Gottesmutter und die göttliche Vorsehung vorausschauend und weise geplant und uns über das möglicherweise teilweise „verkachelte“ Fatima hinweg hilft zu einer weiteren Chance der göttlichen Barmherzigkeit. Wir sollten der Gottesmutter und Gott mit der notwendigen Vorsicht (Garabandal als Option ja, aber in abwartender kluger Haltung) überaus dankbar sein.

    So mag zwar der Zweifel über alles nagen, doch es nützt nichts. Zudem war aus dieser Optik die Veröffentlichung des 3. Geheimnisses (ganz oder teilweise ist unerheblich) durch den heiligen Papst Johannes Paul II. sehr gut, wenn möglichweise auch zu spät. Doch wir können verklausuliert erkennen, es hat mit der Zukunft zu tun.

  15. Aus http://kath.net/news/57533 :
    Freiburger Theologe Hoping kritisiert ‚Amoris laetitia‘

    Dogmatikprofessor: „Können wiederverheiratete Geschiedene in zwei gültigen Ehen gleichzeitig verheiratet sein?“

    Freiburg-Vatikan (kath.net) „Können wiederverheiratete Geschiedene in zwei gültigen Ehen gleichzeitig verheiratet sein? Das Schreiben ‚Amoris laetitia‘ bleibt die Antwort auf diese zentrale, von ihm selbst provozierte Frage schuldig.“ Dies stellt der Freiburg Dogmatikprofessor Helmut Hoping in einem Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ fest.

    Da das nachsynodale Schreiben „die Unauflöslichkeit der Ehe nicht zur Disposition stellen“ wolle, müsse die Frage beantwortet werden, „wie sich die Ehe wiederverheirateter Geschiedener dazu verhalte. Einige Bischöfe und Theologen haben vorgeschlagen, sie wie eine Naturehe zu behandeln“. Hoping wies darauf hin, dass allerdings auch „eine natürliche, das heißt, nichtsakramentale Ehe“ eine gültige Ehe sei, er verwies auf das Beispiel kirchlich geschlossener Ehen bei Religionsverschiedenheit.

    Der Versuch, in AL Thomas von Aquin „als Autorität in Anspruch zu nehmen“, laufe „ins Leere“, wie Hoping anhand mehrerer Beispiele erläuterte. Kardinal Kasper erkenne in AL „einen Paradigmenwechsel“: AL ändere „zwar ‚kein Jota‘ an der Lehre der Kirche“, dennoch „ändere das Schreiben ‚alles‘“. Damit, so erläuterte Hoping, solle „der Eindruck eines Burchs mit der bisherigen Lehrtradition vermieden werden“. Doch nehme AL „nicht nur eine Neujustizierung der Pastoral vor“, sondern betrachte auch „eine sexuelle Verbindung außerhalb einer bestehenden Ehe nicht mehr als in jedem Fall verbotswidrig (AL301)“, vielmehr hinge es von den Umständen ab, ob es sich bei einer Handlung um Ehebruch handle oder nicht. AL verabschiede sich damit allerdings „von einem zentralen Punkt der Ehe- und Sexualmoral des heiligen Johannes Paul II., der hier mit Thomas an der maßgeblichen Lehrtradition festhielt.“

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