„Mein Leben war ein Abenteuer an der Hand der Mutter“ – Requiem für Pastor Heinz Künster“

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Begräbnis von Pastor Heinz Künster (Foto: Brehm)

CBre/Hbre. „Mein Leben war ein Abenteuer – an der Mutter Hand. Und während ich dies schreibe, liegt das größte Abenteuer vor mir, der Tod, an der Mutter, an Pater Kentenichs Hand. Und darauf bin ich gespannt.“ Dieser Satz aus seinem Testament sagt viel aus über Pastor Heinz Künster, der in der Nacht von Allerheiligen zu Allerseelen verstorbenen ist. Jetzt, nach 91 Lebensjahren, habe er sein größtes Abenteuer gelebt, „nachdem er am 18. Oktober 2014 zur internationalen Hundertjahrfeier Schönstatts noch erleben durfte, dass das Gott-Vater-Symbol seinen vorgesehenen Platz im Urheiligtum gefunden hat und sich seine Sendung als Hüter des Vater-Symbols für das Urheiligtum und für die Verbreitung der Botschaft von einem liebenden Vatergott“ erfüllt habe. Das betonte Rektor Egon M. Zillekens, Verantwortlicher in der internationalen Leitung des Schönstatt-Priesterbundes in seiner Predigt beim Requiem für den Verstorbenen in der Kapelle des Priesterhauses Marienau.

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Requiem für Pastor Heinz Künster in der Kapelle des Priesterhauses Marienau (Foto: Brehm)

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Weihbischof Jörg Michael Peters, Trier, stand der Feier vor (Foto: Brehm)

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Rektor Egon M. Zillekens (Foto: Brehm)

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Weihbischof Jörg Michael Peters, Trier, stand der Feier vor (Foto: Brehm)

Dank für die priesterliche Treue Heinz Künsters

Zillekens konnte eine große Trauergemeinde begrüßen. Neben Mitgliedern seiner Familie waren das Gemeindemitglieder aus den verschiedenen Pfarreien, in denen der Verstorbene gewirkt hatte, Mitglieder und Vertreter der verschiedenen religiösen Gemeinschaften vom Ort Schönstatt, aber auch Freunde und Bekannte aus der näheren und weiteren Umgebung. In die große Zahl der priesterlichen Mitbrüder des Verstorbenen aus seiner eigenen Gemeinschaft, den Schönstatt-Priestergemeinschaften und weiterer priesterlicher Weggefährten hatte sich auch Weihbischof Jörg Michael Peters, Trier, eingereiht. Er brachte Grüße von Bischof Dr. Stephan Ackermann und unterstrich, dass er mit seinem Kommen für die priesterliche Treue Heinz Künsters danken wolle. Im Blick auf den Verstorbenen betonte Weihbischof Peters, dass alle Mitfeiernden besonders dankbar sein könnten, „dass es eine Transparenz in seinem Leben und in seinem priesterlichen Dienst gegeben hat, hin auf dieses Licht, das Gott selber ist, der ihm nun im Tod begegnet als sein Erlöser.“

„Schönstatt ist ohne ihn nicht mehr dasselbe.“

Die vielen Echos auf den Tod von Pastor Künster, die in den vergangenen Tagen aus Schönstatt, aus dem Bistum Trier, aus seinen früheren Pfarreien und aus der weiten Welt eingetroffen seien, zeichneten ein vielfältiges Bild des Verstorbenen, so Rektor Zillekens in seiner Predigt. Neben dem Thema „Pastor Künster und die Botschaft vom barmherzigen Vater-Gott“ werde seine Bescheidenheit, sein Verständnis, sein stets offenes Ohr, sein Wohlwollen hervorgehoben. Genannt werde seine Verfügbarkeit für alle, die kamen, und seine Geduld, wenn sie – wie das nicht nur bei Lateinamerikanern schon mal vorkomme – später kamen. Oder auch sein lebendiges Erzählen vom Gründer Pater Kentenich, als dessen „treuer Sohn in den Spuren des Vaters“ er erlebt wurde. Auch seine väterliche Begleitung und seine priesterliche Väterlichkeit wird genannt: „Ein wahrer priesterlicher Freund“, schreibt jemand. Beeindruckend seien seine Treue und seine Hingabe, seine Hochherzigkeit, Feinsinnigkeit, Herzlichkeit, Schlichtheit und sein Humor gewesen. „Ich kann mir Schönstatt ohne ihn nicht vorstellen, Schönstatt ist ohne ihn nicht mehr dasselbe.“

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Statio vor dem Kanaan-Patris Heiligtum (Foto: Brehm)

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Mitbrüder tragen des Verstorbenen auf dem letzten Weg zu seiner Grabstelle auf dem Vallendarer Friedhof (Foto: Fellhofer)

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Ein Platz an der Mauer (Foto: Brehm)

Ein großer Beter und ein großer Beichtvater

Er wolle noch zwei Seiten Pastor Künsters besonders hervorheben, so Zillekens. Der Verstorbene sei ein großer Beter und ein großer Beichtvater gewesen. Viele hätten ihm ihre Sorgen anvertraut, sowohl mündlich, als auch telefonisch. Alle habe er mit in sein tägliches Gebet genommen. Er habe sich auch lange daran erinnert und bei Begegnungen manchmal gefragt, wie es denn nun ausgegangen wäre.

Im Nachhinein denke er, dass Heinz Künster einen direkten Draht zum Himmel gehabt habe, so Zillekens. Himmel und Erde seien für ihn wie eins gewesen. Mitten im Satz hätte er plötzlich umschalten und Maria, „die Mutter“ ansprechen können. Dieses „an der Mutter Hand“, wie es der Verstorbene in seinem Testament selbst schreibe, sei wohl so etwas wie „sein Geheimnis“ gewesen, ein Geheimnis, „das er selber, wie einige von uns wissen dürfen, in seinem Leben erst schrittweise entdeckt hat“.

Lege deine Hand in Gottes Hand

Wenn wir Pastor Künster jetzt fragen könnten, so Zillekens, was ist deine Erfahrung mit dem Abenteuer Tod, würde er vielleicht antworten: Lebe dieses Abenteuer mit einem hoffnungsvollen Ja und an der Mutter Hand – auch in einer Welt, die vom Tod gezeichnet ist. Berufe dich auf unseren Herrn Jesus Christus und vertraue ohne alle Spekulation und ohne alle Bescheidwisserei darauf, dass du in der Liebe und Zuwendung des barmherzigen Vaters nach deinem Tod einen Platz hast. Vertraue auf Gott, dessen Möglichkeiten viel weiter reichen als du denkst. Lege deine Hand in Gottes Hand, um frei zu sein von jeder Angst um dich selbst, frei zu sein für die anderen, frei für deine Aufgabe in dieser Welt. Mach dich täglich daran, angstlos Spuren der Liebe und Herzlichkeit zu hinterlassen …“

Uns steht dieses Abenteuer noch bevor

„Heinz“, so spricht der Prediger seinen toten Mitbruder, dessen Sarg – geschmückt mit den priesterlichen Zeichen von Kelch, Patene und Stola, sowie einem Gott-Vater-Symbol, Weintrauben und Ähren vor dem Altar und neben der brennenden Osterkerze in der Hauskapelle der Marienau steht, direkt an: „Du durftest Jesus schon folgen, uns steht dieses Abenteuer noch bevor!“

Nach dem Gottesdienst und einer kurzen Statio vor dem Kanaan-Patris Heiligtum geleitete die Trauergemeinde den Verstorbenen zu seiner letzten Ruhestätte auf den Friedhof der Stadt Vallendar. Zum Abschluss trafen sich viele Trauergäste noch im Priesterhaus Marienau bei einem Imbiss und nutzen die Gelegenheit Erinnerungen an den Verstorbenen auszutauschen und das Vermächtnis seines Lebens und Wirkens zu reflektieren.

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An einem sonnigen Herbstnachmittag findet Pastor Heinz Künster unter bunten Buchen seinen letzten Ruheplatz (Foto: Brehm)

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Quelle

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