Kardinal wünscht sich Enzyklika zur Gender-Theorie

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Kardinal Willem Eijk, hier bei einer Sitzung in der vatikanischen Synodenhalle – L’Osservatore Romano

Die Verbreitung der Gender-Theorie wirft unter Katholiken so viele Fragen auf, dass eine Enzyklika zu diesem Thema „nötig werden könnte“. Das sagte der niederländische Kardinal Willem Eijk von Utrecht jetzt in einem Interview mit CNS. Das Lehramt sollte aus seiner Sicht mit einem hochrangigen Dokument dem von der Gender-Theorie hervorgerufenen Eindruck widersprechen, das Geschlecht sei eine Frage der persönlichen Entscheidung und nicht der Biologie.

Auch katholische Eltern akzeptieren es nach Eijks Beobachtung immer häufiger, wenn ihre Kinder ihr soziales Geschlecht („Gender“) ändern wollen. Das liege auch daran, „dass sie nichts Gegenteiliges hören“. Die Kirche habe die dringende Pflicht, an die Wahrheit ihrer Lehre zur Körperlichkeit des Menschen zu erinnern.

Der Kardinal von Utrecht erinnerte an Stellungnahmen gegen die Gender-Theorie von Papst Benedikt XVI. und dem jetzigen Papst Franziskus. Wörtlich sagte er: „Die Gender-Theorie verbreitet sich überall im Westen weiter, und wir sollten die Leute warnen“. Aus moraltheologischer Sicht sei „die Sache klar“: „Du hast kein Recht, dein Geschlecht auf diese Weise zu ändern“, so Eijk.

„Es ist wie mit Euthanasie und der Beihilfe zum Suizid“, fuhr er fort. Zunächst seien die Leute „unsicher“, aber mit der Zeit gewöhne man sich an die einschlägigen Praktiken. Eijk ist Moraltheologe und ausgebildeter Mediziner; der 63-Jährige arbeitete an der Universitätsklinik Amsterdam, bevor er Priester wurde.

Die Gender-Theorie ist ein Dachbegriff für verschiedene Theorien, die sich mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander beschäftigen sowie Diskriminierungen etwa von Frauen oder Homosexuellen sichtbar machen und aus dem Weg räumen wollen. Gemeinsam ist diesen Theorien, dass sie zwischen dem biologischen („sex“) und dem kulturellen Geschlecht („gender“) unterscheiden. Auswüchse des Gender-Denkens propagieren eine freie Wählbarkeit des kulturellen Geschlechts für jeden Menschen.

(cns 09.11.2016 sk)

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