400 Millionen Menschen leiden an seltenen Krankheiten

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Bakterien / Pixabay CC0 – Skeeze, Public Domain

Pressekonferenz anlässlich der XXXI. Internationalen Konferenz
des Päpstliches Rates für die Pastoral im Krankendienst

Heute morgen fand im Vatikanischen Pressesaal eine Pressekonferenz anlässlich der XXXI. Internationalen Konferenz des Päpstliches Rates für die Pastoral im Krankendienst mit dem Thema „Per una Cultura della Salute accogliente e solidale a servizio delle Persone affette da patologie rare e neglette“, die vom 10. bis 12. November 2016 im Vatikan stattfinden wird.

Über seltene Krankheiten und die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft werden 350 Fachleute aus 50 Ländern diskutieren. Eine Krankheit gilt als selten, wenn sie eine oder weniger als eine Person unter 2000 Menschen befällt. Zwischen 5.000 und 8.000 Krankheitsbilder können dieser Definition zugeordnet werden. 80 Prozent sind genetischen Ursprungs, oft mit tödlichem Ausgang: rund 400 Millionen Menschen sind betroffen, die Hälfte davon Kinder. Eine Milliarde Menschen sind hingegen an sog. vergessenen Krankheiten, die einer Infektion folgen, erkrankt. Vor allem in Regionen ohne Trinkwasser und ausreichende hygienische Versorgung sowie in tropischen Gebieten ist ihre Verbreitung besonders hoch.

In unserer Gesellschaft sind die Anforderungen an die Familien ebenfalls nicht unterzubewerten, da die Pflege eines Erkrankten im Durchschnitt 2.500 Euro pro Monat kostet, was für die betroffenen Familien ohne Hilfe nicht zu bewältigen ist.

Msgr. Jean-Marie Musivi Mupendawatu, Sekretär des Päpstlichen Rates erinnerte daran, dass die Kirche sich seit 2.000 Jahren für die Kranken und Armen einsetze und die barmherzigen Werke einen grundlegenden Teil ihrer Arbeit bilde. Vor allem drei Schlüsselbegriffe hält Msgr. Musivi Mupendawatu für besonders wichtig: Reformieren, Heilen und Bewahren. Er rief alle dazu auf, sich gegen die Wegwerfkultur einzusetzen.

P. Augusto Chendi, M.I., Untersekretär des Päpstlichen Rates, vertiefte den Aspekt der sozialen Ungerechtigkeit und der damit verbundenen mangelhaften medizinischen Versorgung. Er wies darauf hin, dass wegen der Migrationsströme die Versorgung der Krankheiten von globalem Interesse sei. Die Kirche setze sich seit langem im erzieherischen Bereich, in der Vorsorge und Betreuung der Kranken ein.

P. Chendi machte darauf aufmerksam, dass ausreichend Medizin, Information und faire Preise erforderlich seien. Subsidiarität und Solidarität nannte der Pater als die beiden grundlegenden Prinzipien; internationale Zusammenarbeit und Unterstützung der betroffenen Bevölkerung seien notwendig, sodass die Betroffenen selbst die erforderliche medizinische Versorgung übernehmen könnten.

Dr. Claudio Giustozzi, nationaler Sekretär der Onlus „Giuseppe Dossetti: i Valori-Sviluppo e Tutela dei Diritti“ zeigte die Situation in Italien auf und dankte Papst Franziskus für dessen Einsatz für die Kranken.

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Quelle

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