Papst würdigt Einsatz von Ordensleuten gegen Menschenhandel

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Kundgebung gegen moderne Formen des Sklaverei

Den enormen Beitrag vor allem weiblicher Ordensgemeinschaften im Kampf gegen den Menschenhandel hat Papst Franziskus an diesem Montagvormittag gewürdigt. In der Sala Clementina im Vatikan empfing er Teilnehmerinnen einer Konferenz gegen Menschenhandel, welche das Ordens-Netzwerk RENATE – „Religious in Europe Networking Against Trafficking and Exploitation“ – vom 6. bis zum 12. November in Rom ausrichtet. RENATE unterhält sowohl Kontakte zu der vom Papst initiierten „Santa Marta Group“ gegen Menschenhandel wie auch zu entsprechenden Stellen bei der EU und nationalen Regierungen.

„Eine der schmerzhaftesten offenen Wunden unserer Zeit ist der Handel von Menschen, eine moderne Form der Sklaverei, die die gottgegebene Würde des Menschen in so vielen unserer Brüder und Schwestern verletzt und ein wahres Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt.“ In seinen Worten an die Ordensleute verurteilte der Papst erneut das perfide Milliardengeschäft, das laut Schätzungen über 45 Millionen Opfer weltweit betrifft. Und er erinnerte erneut daran, wie wichtig eine Vernetzung der gegen Menschenhandel engagierten Institutionen und Akteure ist. Viel sei bereits dafür getan worden, um den Ernst und die Ausbreitung des Phänomens bekannt zu machen, so der Papst: „Viel mehr bleibt aber noch zu tun, um das Bewusstsein dafür in der öffentlichen Meinung zu schärfen und um eine bessere Koordination der Anstrengungen seitens der Regierungen, der Justizbehörden, der Gesetzgeber und der Sozialarbeiter zu erreichen.“

Es gebe eine gewisse Gleichgültigkeit, wenn nicht sogar Komplizenschaft vieler, eine Tendenz, den Blick abzuwenden, während mächtige Wirtschaftsinteressen und kriminelle Netzwerke an der Arbeit seien, klagte der Papst. „Aus diesem Grund drücke ich euch meine Hochachtung für eure Initiative aus, um das gesellschaftliche Bewusstsein für die Ausbreitung dieser Plage zu schärfen, die vor allem Frauen und Kinder trifft.“ Besonderer Dank gelte den Ordensschwestern für ihr treues Zeugnis des Evangeliums der Barmherzigkeit, das durch ihre Hingabe für die Opfer sichtbar werde. Es sei der vor allem weibliche Charakter der Hilfe, der eine Heilung und erneute soziale Wiedereingliederung der zumeist weiblichen Opfer in die Gesellschaft möglich mache, formulierte der Papst.

„Eure Tätigkeit in diesem Zusammenhang erinnert uns an die ,enorme Arbeit, die viele – besonders weibliche – Ordensgemeinschaften seit vielen Jahren im Stillen für die Opfer vollbringen,´ zitierte der Papst aus seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2015. „Ich denke insbesondere an den konkreten Beitrag von Frauen, die andere Frauen und Kinder in einem tiefgreifenden und persönlichen Weg der Heilung und Neuintegration begleiten.“

Ein aktueller Schwerpunkt: Lage der Frauen und Kinder in Syrien

Themen der einwöchigen Beratungen des Netzwerkes europäischer Ordensleute gegen Menschenhandel und Ausbeutung sind eine engere Vernetzung und aktuelle Arbeitsfelder wie etwa die Situation von Frauen und Kindern aus Syrien. Das Risiko, in die Fänge von Menschenhändlern zu geraten, steigt für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten. Die Versklavung der hauptsächlich weiblichen Opfer in Prostitution und ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen hat mit der wachsenden Migration zugenommen. An dem Treffen in Rom nehmen 130 Delegierte aus 27 Ländern teil.

(rv/kap 07.11.2016 cs)

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