Italien: Erdbebenopfer nehmen von Stadt betend Abschied

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Die Basilika San Benedetto nach dem schweren Erdstoß vom Sonntag

Hunderte Bewohner der italienischen St.-Benedikt-Stadt Norcia haben am Sonntag knieend und im Gebet Abschied von ihrer Stadt und ihren einsturzgefährdeten Häusern genommen. Die Umgebung von Norcia war erneut Epizentrum eines starken Erdbebens, das am Sonntagfrüh Mittelitalien erschütterte. Es gab zwar keine Todesopfer, doch kam es zum Einsturz von Kirchen und Wohnhäusern.

Kulturhistorisch am dramatischsten ist der Einsturz der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Basilika des Hl. Benedikt auf dem Hauptplatz von Norcia. Die Kirche steht auf dem Platz des Geburtshauses des Ordensgründers und „Mönchsvaters“ Benedikt von Nursia (480-547) und seiner Zwillingsschwester, der Hl. Scholastika (480-542). Die italienische Regierung ordnete am Sonntag die Evakuierung von Norcia an. Insgesamt verloren durch das Beben mehr als 40.000 Menschen ihr Heim.

Mehrere Menschen wurden lebend aus Trümmern geborgen und mit Hubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen. Viele Gemeinden wurden nahezu vollständig zerstört, Straßen waren nicht passierbar. Das Epizentrum des Bebens lag sechs Kilometer nördlich von Norcia. Der Erdstoß gegen 7.40 Uhr am Sonntag hatte eine Stärke von 6,5, wie das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie mitteilte.

Das Beben hatte sich genau in jener Region ereignet, die schon von zwei heftigen Erdstößen in der vergangenen Woche getroffen worden waren. Auch das Erdbeben von Ende August, bei dem 298 Menschen umgekommen waren, hatte die Orte in den Regionen Umbrien, Latium, den Abruzzen und den Marken schwer beschädigt.

Weil viele Gebäude bereits zerstört waren, lebten nicht mehr so viele Menschen in den jetzt betroffenen Orten. Das könnte auch eine Erklärung sein, warum kein Mensch bei dem heftigen Erdstoß am Sonntag ums Leben kam.

(kap 31.10.2016 pr)

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