Der Ablass – Den gibt’s doch gar nicht mehr! Ein Kommentar zum Reformationsfest

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François Marius Granet malte 1825 diese Darstellung einer jungen Bäuerin, die einen Ablass kauft. Foto: Gemeinfrei

Galileo Galilei habe aus Protest gegenüber der Zensur seiner These, die Erde kreise um die Sonne und nicht umgekehrt, ausgerufen: „Und sie bewegt sich doch!“ Am Ende des Heiligen Jahres, in dem es Papst Franziskus gelungen ist, den Ablass wieder „salonfähig zu machen“, möchte man sagen: „Es gibt ihn doch! Den Nachlass zeitlicher Sündenstrafen.“

Wie in keinem anderen Heiligen Jahr zuvor hat der Heilige Vater nicht nur die Bedeutung der Beichte, sondern auch des Ablasses hervorgehoben, der nicht nur an den Heiligen Pforten Roms, sondern an unzähligen Orten der Welt gewonnen werden konnte. So viele Türen, deren frommes Durchschreiten den Gläubigen Nachlass ihrer zeitlichen Sündenstrafen gewährte. Nie zuvor gab es das in dieser Form! Selbst Sträflinge, denen es ja unmöglich ist, das Gefängnis zu verlassen, erhielten – wiederum dank einer großherzigen Entscheidung des Papstes – beim Überschreiten ihrer Zellentür einen Ablass.

Heute gedenken Protestanten in aller Welt des berühmten, wohl eher legendären Thesenanschlag Martin Luthers. Die heilige Pforte evangelischer Christen ist die Tür der Schloßkirche von Wittenberg. An ihr begann die Reformation, die im kommenden Jahr groß gefeiert werden wird. Und so steht auch in den kommenden Monaten wieder der Ablass im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vieler Christen und Nicht-Christen.

Der Wittenberger Mönch wollte sich gegen den Missbrauch dieser biblisch fundierten und frühkirchlichen Praxis wenden, beginnt aber schon im Jahr 1517 – später wird das noch viel deutlicher werden – die Mittlerrolle der Kirche zwischen Gott und den Menschen zu kritisieren.

Wieso braucht es eine Gemeinschaft, durch die ich Vergebung finde? Genügt es nicht, dass ich Gott um Verzeihung bitte? Ja, ist es nicht sogar schädlich für meine Freundschaft mit Christus, wenn ich Papst und Priester als Mittler seines Heils brauche? Mit Luthers Kritik am Missbrauch des Ablass hebt seine Zurückweisung der sakramentalen Beichte an, als einzigem ordentlichen Weg der Sündenvergebung und der Kirche als „heilsnotwendige“ Gesellschaft, in die ich durch die Taufe und den Glauben eingegliedert werde.

Jedes Schulkind hört von dem reißerischen Werbespruch der damaligen Ablassprediger: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ Zweifellos war das ein Missbrauch und Ärgernis, das auch von hohen Würdenträgern, etwa dem berühmten Kardinal Cajetan, schon damals kritisiert wurde.

Der Missbrauch einer guten Sache stellt sie selbst nicht in Frage. Niemand würde scharfe Küchenmesser verbieten, obwohl nicht selten damit scheußliche Morde verübt werden. Es kommt auf den rechten und achtsamen Gebrauch an – bei Schneidewerkzeugen nicht weniger als beim Ablass, der ein großartiges Geschenk der Kirche an uns Christen ist.

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“

Wir stehen inmitten zweier Jahre, die uns mit dem Thema Ablass – in seiner katholischen Renaissance während der vergangenen Monate und in seiner bekannten Kritik in den kommenden – konfrontieren werden. Was ist aber eigentlich der „Ablass“, diese scheinbar mittelalterliche Frömmigkeitsform, die längst überwunden schien und doch durch Papst Franziskus in ungeahnter Weise gefördert wurde? Das erste, bereits angedeutete Missverständnis ist die Meinung, ein Katholik könnte durch den Ablass, und das heißt in der Vorstellung vieler Menschen, durch eine bestimmte Summe Geld, die Verzeihung seiner Sünden „erkaufen“. Manche denken sogar, er erhalte dann, falls sein Portemonnaie dick genug ist, einen Freibrief zu sündigen, da er ja immer wieder die Münzen im Kasten klingen lassen kann. Ja in manchen Köpfen herrscht die Vorstellung als könne man sich dann geradezu den Preis ausrechnen, der zu begleichen sei, wenn man dreimal nicht in die Kirche geht, einmal den Ehepartner betrügt und immer wieder mal die Kartoffeln aus Nachbars Acker klaut. – „Macht 89,50 Euro. Als guter Kunde bekommen sie beim nächsten Mal eine schwere Sünde gratis erlassen.“ – So ein Blödsinn!  Eine solche Praxis gab es in der Kirche nie! Vergebung der Sünde geschieht – abgesehen von Notsituationen wie etwa Krieg, Seuche oder auch ein persönlicher Unfall – nur im Sakrament der Beichte. Dazu braucht es aber immer Reue und Bekenntnis. Vergebung gegen Barzahlung – nein, das gibt es nicht.

Ablass? – Was ist denn das?

Leider teilen nicht alle die offensichtliche Euphorie des Papstes, die heilige Pforten, und damit „Tore zum Nachlass zeitlicher Sündenstrafe“, wie Pilze aus dem Boden hat sprießen lassen. Es fehlt an Katechesen und Predigten, in denen man versucht,  Katholiken den Ablass zu erklären und ihnen Möglichkeiten zu geben, ihn häufig und gerne zu empfangen. Die meisten Katholiken haben nur vage, oft auch falsche Vorstellungen von dieser Wirklichkeit. Selbst gute Christen, die oft beichten, fragen sich, warum denn Reue, Bekenntnis nicht genügen, alles wieder in Ordnung zu bringen. Ein einfaches Beispiel erklärt, warum der Ablass nicht unwichtig und nebensächlich, geschweige denn falsch und überholt ist.

„Und wer bitte bezahlt die Rechnung?“

Peter und Franz sind Freunde, aber eines Tages kommen sie doch in Streit. Erst beleidigen sich die Jungen, dann beginnen sie zu raufen, wälzen sich über den Boden und schlagen zu. Dabei trifft Peter den Franz so unglücklich, dass er ihm einen Zahn ausschlägt. Autsch! Schlagartig endet der Streit und die beiden laufen verärgert nach Hause. Daheim angekommen, bereut Peter seinen üblen Schlag in das Gesicht des Freundes. Er fährt zu seiner Wohnung und bittet um Verzeihung. Er erkennt ohne lange Diskussion an, dass er zu weit gegangen ist, und dass alles schon damit begann, dass er sich wegen einer Kleinigkeit über den Freund geärgert und ihn darum beleidigt habe. Franz lässt sich von diesem Bekenntnis rühren und erkennt die Reue des Freundes an. Mit blutendem Taschentuch vor dem Mund, stammelt er: „Ist schon wieder gut. Freunde?“ – „Freunde!“

Das, was hier zwischen Peter und Franz geschieht, das ereignet sich in der Beichte. Aus Feinden werden wieder die alten Freunde. Gott vergibt. Immer und immer wieder. Freilich bleibt der Schaden, die Folge der Sünde – in unserem Fall – der ausgeschlagene Zahn. Peter begleitet seinen neu gewonnenen, alten Freund zum Arzt, der die Sache recht schnell in Ordnung bringt.

Wer bezahlt aber nun für die medizinische Hilfe? Eigentlich muss Peter dafür bezahlen, aber so viel Geld bringt er nur bei monatelangem Sparen seines Taschengeldes zusammen. Nehmen wir an, er erzählt die Geschichte ehrlich seiner Mutter, die – als sie sieht, dass Peter schon „gebeichtet“ hat und ehrlich bereut, was er getan hat – sofort bereit ist, die Rechnung zu übernehmen und den Schaden im Namen ihres Sohnes wieder gut zu machen. Freilich stellt sie eine kleine Bedingung: Peter muss als Strafe – er soll ja doch auch irgendwie spüren, dass das kein harmloser Vorfall war, bei dem man mal ein Auge zudrücken kann – einen Monat lang den Müll raustragen. Peter atmet erleichtert auf: „Gerne mach ich das! Das hätte viel schlimmer für mich ausgehen können.“

Sünden provozieren kein schlechtes Karma, aber haben Konsequenzen

Was hier beschrieben wird, ist der Ablass, der Nachlass zeitlicher Sündenstrafen. Alles, was wir tun, hat Folgen – für die schlechten müssen wir geradestehen. Weil wir das aber oft nicht schaffen, greift „Mutter Kirche“ ein. Sie bezahlt für uns aus dem „Schatz der guten Werke Christi und der Heiligen“. Das Bankkonto dieser Frau ist voll – wieder einmal scheint sich alles „nur“ um’s Geld zu drehen! – weil sie so viel von Christus, Maria, den Aposteln und allen Heiligen bis heute geerbt hat mit dem Auftrag, damit Gutes zu tun. Die Kirche, das heißt in der Regel der Papst, verfügt über dieses Konto und teilt davon an alle aus, die darum bitten, das heißt einen Ablass gewinnen wollen. Freilich erwartet sie eine geradezu symbolische Gegenleistung, ein „kleines“ gutes Werk, einen Pfennigbetrag, den wir auf ihr Konto – man könnte auch sagen das Solidaritätskonto – aller Christen einzahlt. Einen vollkommen Ablass, also die volle Übernahme der Folgen meiner Sünde, gibt es daher nur unter fünf Bedingungen:

  1. Beichte – und das bedeutet, wie schon gesagt, Reue und Bekenntnis.
  2. Kommunion –ich muss zu Jesus laufen bzw. ihn zu mir einladen, damit die alte Freundschaft neu und vielleicht sogar noch stärker wieder auflebt.
  3. Vollkommene Reue – das bedeutet, dass ich aus Liebe alle meine Sünden bereue, also nicht nur aus Angst vor Strafe. Peter könnte fürchten, dass Franz‘ Vater ihn beschimpft, und deshalb die Sache bereinigen wollen. Er bittet jedoch um Verzeihung, weil er einsichtig ist und wieder seines Freundes Freund sein will.
  4. Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters – Der Papst verwaltet das „Bankkonto der Heiligen“. Er teilt im Ablass davon aus und bittet, gleichsam als kleine Gegenleistung, dass man, in der Regel ein Vater unser und ein Ave Maria, in seinen monatlich bekanntgegeben Anliegen betet. Diese muss man nicht kennen, sondern es genügt „in der Meinung des Heiligen Vaters“ zu beten)
  5. Ein gutes Werk – Das ist die kleine „Strafe“, die die Mutter zur Besserung auferlegt). Solche Werke sind zum Beispiel den Rosenkranz in Gemeinschaft beten, eine halbe Stunde Bibellesen, eine halbe Stunde Anbetung, etc. Oder wie im Heiligen Jahr das Durchschreiten einer Heiligen Pforte. An Allerseelen und den folgenden acht Tagen kann ein Ablass, allerdings nur für die Verstorbenen, gewonnen werden, wenn man als „gutes Werk“ einen Friedhof besucht, und dort für die Seelen der Verstorbenen betet.

Weder Hölle, noch Himmel – ein „Vorzimmer“ zur ewigen Seligkeit

Der Ablass ist die Vergebung zeitlicher Sündenstrafen. Was heißt das? Die Folge der schweren Sünde ist die ewige Trennung von Gott. Das nennen wir „Hölle“. Die Beichte befreit uns von der schweren Schuld und dieser entsetzlichen Konsequenz, das heißt mit der Absolution erlischt auch die ewige Strafe. Es bleibt eine zeitliche Strafe, das heißt eine Folge der Sünde, die irgendwann wieder gut gemacht ist; sei es in diesem Leben, in dem ich mich bemühe als guter Christ zu leben; oder im anderen, das heißt im Fegefeuer. Dort freilich kann der Mensch aktiv nichts mehr für sich tun. Er wird gereinigt. Die Lebenden können aber, so glauben wir Katholiken, den Seelen der Verstorbenen durch unser Gebet und auch durch den Ablass helfen. Wir sind nicht völlig von unseren Lieben getrennt, denn der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, so Jesus selbst, ist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten.

Katholiken können singen „We are family“

Für Martin Luther steht der Mensch allein vor Gott. Für uns Katholiken stehen neben uns die Engel und Heiligen im Himmel aber auch die Menschen auf Erden, die für uns beten. Die „Freiheit eines Christenmenschen“ von allen Mittlern, ist nur schwer durchzustehen und kann manchmal zur schmerzhaften Einsamkeit werden. Die Kirche aber ist eine Familie, deren Mitglieder füreinander einstehen. Sie ist eine Solidargemeinschaft, ein Leib, wie der heilige Paulus sagt, in dem alle leiden, wenn einer leidet; alle sich freuen, wenn einer sich freut. Unsere Gebete sind oft im Plural, weil wir immer mit und für unsere Brüder und Schwestern vor Gott stehen. Diese Dimension wird im Ablass deutlich. Er ist die Versicherung, in die alle einzahlen, und diejenigen davon profitieren, die aufgrund ihrer Sünden und Fehler in Not geraten.

Was ein Ferrari in der Waschstraße mit dem Fegefeuer zu tun hat

Der heutige Reformationstag – Luther wählte bewusst den Vorabend des Allerheiligenfestes, an dem zahlreiche Menschen zum Gottesdienst strömten und damit an der Kirchentüre Halt machten, um seine Thesen zu lesen –  mehr aber noch der 2. November als der Gedenktat „Allerseelen“, das heißt all jener, die sicher in den Himmel kommen werden und dann zu allen Heiligen gehören, jetzt aber noch im Fegefeuer leidvoll erkennen, erinnern uns an den Ablass. Er ist das große Geschenk der Kirche an ihre Kinder, die sie um Hilfe bitten. Wir müssen es nicht alleine schaffen, wieder alles in Ordnung zu bringen. Freilich versteht man ihn nur, wenn man an die Realität des Fegefeuers glaubt, in dem die Seelen schmerzvoll leiden, weil sie angesichts der Schönheit Gottes, all die vielen Flecken erkennen, die sie noch beschmutzen. Das tut weh.

Stellen Sie sich vor, ihr kostbares Auto, ein prächtiger Ferrari, der vollkommen verdreckt ist und daher unmöglich als „Hochzeitswagen“ genutzt werden kann; nein, besser noch – ein Auto empfindet keinen Schmerz – Sie selbst wären voller Ölflecken. Unmöglich, so zu seiner eigenen Hochzeit zu gehen. Kein Wasser, keine Seife, nichts in Sicht. Sie „müssen“ selbst in die Autowaschanlage, in der die harten Bürsten und die brennende Seife sie sauber reibt. Ein hinkender Vergleich, aber es geht darum, dass diese Reinigung im Fegefeuer notwendig (wie sollte man sonst zum Fest gehen?), leidvoll und passiv ist, das heißt die Seele nichts mehr für sich selbst tun kann. Sie kann sich nicht selbst waschen, aber doch erträgt Sie „gerne“ die schmerzhafte Prozedur, um endlich sauber zum Hochzeitsmahl gehen zu können. Sie werden „gefegt“, besser gesagt, gereinigt.

Wir können den Seelen der Verstorbenen helfen. Die „armen Seelen“ können nichts mehr für sich selbst tun. Sie sind Bettler, die von unseren Gebeten profitieren. Sie werden gerettet, wie der heilige Paulus über das Fegefeuer sagt, aber nur wie durch Feuer hindurch (vgl. 1 Kor 3, 12).

Beten wir für die armen Seelen in diesen Tagen, damit sie – die sicher in den Himmel kommen werden – auch für uns vor Gott eintreten. „We are family“ – eine große Familie, die auf Erden streitet, im Fegefeuer leidet und im Himmel triumphiert und feiert.

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Quelle

4 thoughts on “Der Ablass – Den gibt’s doch gar nicht mehr! Ein Kommentar zum Reformationsfest

  1. Wie kann man nur behaupten, daß der Ablass von Bergoglio gefördert wird? Er wird in keiner Weise von ihm gefördert. Kann er auch gar nicht. Einen Ablaß gibt es nur für jene, die im wahren Glauben sind. Und ein Ablaß kann nur ein wahrer Pontifex im Namen der Kirche gewähren, also wenn er der wahren Kirche angehört und den wahren Glauben hat. Das ist Bergoglio ganz bestimmt nicht! Und so kann es eine „Heilige Pforte“ nur von einem rechtgläubigen Papst geben. Deswegen gibt es auch keinen Ablaß. Einen Ablaß gibt es nur durch jene Päpste, die diese vor dem Konzil erlassen haben. Und diese fiktive „Barmherzigkeit“ ist nur leeres Spreu. Sie hat als Grundlage nicht den wahren Glauben und die katholische Moral. Wie sehr wird den Armen Seelen im Fegfeuer Barmherzigkeit vorenthalten! Das ist der eigentliche Mißbrauch mit dem Ablass und der Heiligen Pforte..

    Nicht weil das Geld im Kasten klingt, springt die Seele aus dem Fegfeuer, sondern wegen des von der Kirche gewährten Ablasses.

    Wenn Almosen von Sünden befreit, kam niemand auf die Idee, zu behaupten, das geschah durch Geld. Es ist die freimütige Nächstenliebe, die dies bewirkt. Wenn eine bezahlte Messe die Arme Seele aus dem Fegfeuer befreit, wer will dann vorbringen, die Seele wurde aus dem Fegfeuer gekauft? Wenn ein Ablaß verbunden ist mit einer bestimmten Spende, wer besteht darauf, zur Last zu legen, der Ablaß wurde „gekauft“? Wenn hier und dort Mißbräuche geschahen, so berührt das nicht den Ablaß selbst.

    Wenn ein Pönitent im Beichtstuhl zur Buße auferlegt bekommt, drei heilige Messen lesen zu lassen für jene verstorbenen Personen, der er sich soeben angeklagt hat, Unrecht getan zu haben, was ist daran zu verwerfen? Hier muss die Messe auch mit Geld bezahlt werden (heute müssen die Traditionspriester sogar selbst für den Erhalt der Kirche oder Kapelle aufkommen), es ist aber ein gerechtes Bußurteil. Und nicht das Geld befreit, sondern der Wert des heiligen Meßopfers und der Gehorsam gegenüber dem Sakrament und der priesterlichen Anweisung.
    Auch im Alten Bund gab es Geldopfer zur Wiedergutmachung von Sünden.
    So sandte im Alten Bund Judas Machabäus 12 000 Silberdrachmen nach Jerusalem, damit ein Opfer für die Verstorbenen dargebracht werde. Es sollte dargebracht werden zur Genugtuung, ein Sündopfer, eine Art Befreiung von den Sünden.

    Sind Sie doch ehrlich Herr POS, natürlich wird Ihnen nahezu ganz Appenzell entgegenhalten: „Der Ablaß – den gibt’s doch gar nicht mehr!“

    Fragen Sie doch Ihre Konzilsleute, Ihre Pfarreien, ob sie überhaupt noch wissen, was der Ablaß und wie er zu gewinnen ist. Nennen Sie uns doch Orte mit Namen, wo im Anzeiger der Pfarrkirche hingewiesen wird auf die Gewinnung des Allerseelenablasses und wie er zu gewinnen ist. Landauf, landab Stillschweigen! Die Leute wissen darüber nichts mehr. Spricht man darüber, wird man angeschaut als käme man aus einem anderen Planeten. Und auch Ihr Bergoglio weiss es nicht. Denn er verlangt von den Ablaßgewinner keine Einsicht und Reue, keine Umkehr und Buße, auch nicht den vorgeschriebenen Sakramentenempfang. Er läßt den Sträfling durch die Zelle schreiten und verspricht ihm fälschlich das Heil. Natürlich kann auch ein Sträfling durch einen rechtmäßigen Papst einen Ablaß empfangen, nicht aber nach Willkür, sondern nach den gegebenen Vorschriften der Kirche. Nein, erst ein von Gott gesandter rechtmäßiger Papst wird das Volk wieder zum Heile führen. Dieser wird dem Volk sagen, was es um den Ablaß ist, was es um das Durchschreiten der Heiligen Pforte ist, was es um die Krankenölung am Ende der Tage ist, wie sehr sie diese schätzen und besorgt sein müssen, daß ihre Kranken sie rechtzeitig empfangen. Er wird ihnen die Angst nehmen und von der göttlichen Kraft der heiligen Ölung für Leib und Seele sprechen. Er wird sie nicht dieses herrlichen Sakramentes berauben, und sie werden im Falle einer schweren Erkrankung nach nichts sehnlicher verlangen als nach diesem Sakrament. In der heiligen Krankenölung werden Sünden und Sündenstrafen nachgelassen. Die Heiligen bezeugen, daß dieses wunderbare Sakrament der Seele des Kranken dieselbe Reinheit verleiht wie in der Taufe. Der hl. Egbert, Erzbischof von York, sagt: „Die Seele desjenigen, der die hl. Salbung empfangen hat, wird nach dem Tod ebenso rein sein wie die eines Kindes, das nach der Taufe stirbt.“

    Und was hält die Konzilssekte davon? Was halten jene davon, die ihr anhangen?
    Verweist die Sekte auf das Konzil von Trient, das sagt: „Die heilige Krankenölung tilgt die Überreste der Sünde aus“? Die zeitlichen Sündenstrafen werden also getilgt. Deswegen werden dadurch auch die lässlichen Sünden verziehen, wie der Tridentinische Katechismus (II,14) ausdrücklich erwähnt. Auch jene Sünden werden verziehen, an die sich der Kranke nicht mehr erinnern konnte oder die der Kranke infolge geistiger Schwäche bei der Beicht nicht mehr anzugeben imstande war.
    Der heilige Thomas von Aquin sagt: „Infolge der Krankenölung bleibt im Menschen nichts zurück, was die Seele beim Scheiden aus dem Leib an der Erlangung der Seligkeit hindern könnte“

  2. DER ALLERSEELEN-ABLASS IST EIN „TOTIES-QUOTIES-ABLASS“!

    „Wir bleiben was wir sind!“ – Das sagte Msgr. Fellay im Hinblick auf seine Gespräche mit Rom!

    Die Wirklichkeit sieht anders aus!

    Die Piusbruderschaft richtet sich nicht mehr nach den bisherigen traditionellen Gepflogenheiten bezüglich des Ablasses, sondern nach der „Internetseite des Vatikans“!!

    Die Piusbruderschaft schreibt auf ihrer Seite über den Armen-Seelen-Ablaß: „Die Meinungen des Heiligen Vaters sind von der Kirche objektiv festgelegt. Es handelt sich um folgende:
    • die Überwindung der Irrlehren
    • die Ausbreitung des Glaubens
    • die Bekehrung der Sünder
    • der Friede zwischen den christlichen Völkern.“

    Nun, sollte „ihr Papst“ verkünden: „Die Gebetsmeinung für den Ablaß setze ich hiermit fest: Die „Umsetzung von Amoris laetitia“ und „die Förderung der ökumenischen Bestrebungen mit der Luthergemeinschaft, um die Welteinheitsreligion in Gang setzen zu können“, dann ist das für die Papstakzeptierer unweigerlich zu befolgen und der Ablaß in dieser Meinung zu verrichten!

    Auf ihrer Seite wird viel Drumherum geredet ohne den Gläubigen Klarheit zu vermitteln!

    „…es reicht aus, dass diese heiligen Riten und Gebete einige Tage (ungefähr 20) vor oder nach dem Ablasswerk abgelegt werden..“

    Das stimmt schon gar nicht und ist für die Gläubigen verwirrend.

    „Die Ablässe können immer für sich selbst gewonnen oder den Seelen der Verstorbenen zugewandt werden..“

    Weil hier ausschließlich vom Ablaß für die Armen Seelen die Rede ist, so stimmt keineswegs, daß diese Ablässe „immer für sich selbst gewonnen“ werden können. Der Armen-Seelen-Ablaß kann nur für die Armen Seelen gewonnen werden. Auch ist falsch, daß die Beichte in einem Zeitraum von etwa 20 Tagen erfolgen kann, um einen Vollkommenen Ablaß zu gewinnen.

    Die Piusbruderschaft ist also nicht geblieben, was sie ist!

    Man spricht von „vorteilhaft“ – welcher Unsinn! Natürlich muss die Heilige Kommunion an dem Tag empfangen werden, wo auch der Ablaß gewährt wird, nämlich von Allerheiligen Mittag bis 24 Uhr des nächsten Tages, also einschließlich Allerseelen.

    Wir dagegen halten uns getreu an die Bedingungen der Heiligen Katholischen Kirche:
    Von Allerheiligen Mittag und der nächstfolgende Tag Allerseelen bis 24 Uhr kann der VOLLKOMMENE ABLASS FÜR DIE ARMEN SEELEN gewonnen werden. Voraussetzung: Empfang des Sakramentes der Buße in den vorausgehenden 8 Tagen und des Altarsakramentes am Tag des Gewinnens. Gebet: 6 Vater unser, 6 Gegrüßt seist Du Maria und 6 Ehre sei dem Vater…
    Diesen Vollkommenen Ablaß gewährt die Kirche sooft, sooft man eine Kirche betritt.

    Denn:
    „Nie ist die fromme Gewohnheit, mehrere Male am selben Tag dieselbe Kirche zu besuchen, um mehrere Male den Ablaß zu gewinnen, mißbilligt worden, wie die heilige Congregation des Concils am 17. Juli 1700 und am 4. Dez. 1723 erklärt hat. Vielmehr hat sie dieses TOTIES QUOTIES am 22. Februar 1847 bestätigt.“
    Der Allerseelen-Ablaß ist ein „Toties-quoties-Ablaß“, den man mehrere Male an demselben Tag gewinnen kann, sooft man eine Kirche besucht und die Gebete verrichtet.

    Die Piusbruderschaft schreibt auf ihrer Seite:
    „Zum Erwerb mehrerer vollkommener Ablässe reicht eine sakramentale Beichte aus…“
    Welcher Blödsinn! Wohlgemerkt, sie spricht vom Allerseelenablaß!

    Es ist doch einleuchtend, wenn dieses Jahr 2016 jemand am Sonntag, 30. Oktober, zur Heiligen Beichte ging, dann nicht noch einmal am Dienstag, 1. November dieses Sakrament empfangen muss, um einen vollkommenen Ablass gewinnen zu können.

    Es wäre also von diesem Geschreibsel Wesentliches zu berichtigen!

    Vorauszuschicken ist, daß die Piusbruderschaft St. Pius X. in ihren „guten Jahren“ das Volk ganz anders über den Ablaß unterrichtete als sie das heute tut. „Wir bleiben wie wir sind“ ist also wieder einmal eine der bekannten gewöhnlichen Lügen!

    So gab sie an ihren Schriftenständen damals eine Broschüre über das Fegfeuer heraus, die von einem Priester der Piusbruderschaft verfaßt wurde. Dort hieß es:

    „Viele Ablässe können wir den Armen Seelen am Armenseelentag am 2. November gewinnen. So oft man da nach würdiger Beicht und Kommunion die Kirche (bzw. ein öffentliches oder halböffentliches Oratorium oder die Hauskapelle einer Genossenschaft) besucht und daselbst nach der Meinung des Papstes betet, erlangt man einen den Armen Seelen zuwendbaren vollkommenen Ablaß (Pius X. 25.6.1914). Beim Kirchenbesuch müssen 6 Vater unser, Ave Maria und Ehre sei.. gebetet werden. (Pius XI. 4.7.1930). Die Zeit zur Gewinnung des Ablasses beginnt schon am 1. November um 12 Uhr mittags und dauert bis zum 2. November 12 Uhr mitternachts, also 36 Stunden (Hl. Offiz. 26.1.1911). Die hl. Beicht kann man schon wie beim Portiunkula-Ablaß an einem der acht dem Ablaßtag vorhergehenden Tage verrichten (Dod.iur.can. 931,1) und die hl. Kommunion kann man am Tag vor Allerseelen empfangen..“

    Das war also die gebräuchliche altüberlieferte Unterweisung der Gläubigen über den Armen-Seelen-Ablaß durch die Piusbruderschaft. Der Abfall schreitet voran!

    Hier der Text: http://fsspx.de/de/news-events/news/der-arme-seelen-abla%C3%9F-18629

    Übrigens, wir warten noch auf eine Antwort von POS!

  3. @Alexius

    Sie wollen eine Antwort von mir? Worauf konkret? Auf Ihre Behauptung, dass mir nahezu ganz Appenzell entgegenhalten würde: „Der Ablaß – den gibt’s doch gar nicht mehr?“
    Wie Sie sich doch täuschen! In Appenzell gibt es noch sehr viele Menschen, die tief gläubig sind und sehr wohl wissen, dass es „den Ablass“ immer noch gibt, ja „reaktivierter“ und zugänglicher denn je – gerade durch die weltweite Pastoral des jetzigen Papstes Franziskus.
    Aber in Ihrer totalen Oppositionsstellung und Ablehnung und Verurteilung der ‚Konzilspäpste‘, lesen/verinnerlichen Sie deren Lehr- und Pastoralschreiben kaum bis gar nicht.
    Fangen Sie doch endlich einmal ernsthaft an, wenigstens das Wichtigste zu lesen und zu meditieren:
    Beginnen Sie z.B. mit der Bulle „MISERICORDIAE VULTUS“!

    PS: Gleich noch ein Hinweis: Lesen Sie auch dies: Schönstatt – Ablass im Jubiläumsjahr

  4. @ Alexius:

    Zu dem Zitat der FSSPX:

    „Die Meinungen des Heiligen Vaters sind von der Kirche objektiv festgelegt. Es handelt sich um folgende:
    • die Überwindung der Irrlehren
    • die Ausbreitung des Glaubens
    • die Bekehrung der Sünder
    • der Friede zwischen den christlichen Völkern.“

    In Ihrem blinden Haß verstehen Sie auch diesen Text falsch. Beginnen wir mit den vier Punkten: Überwindung der Irrlehren, Ausbreitung des Glaubens, Bekehrung der Sünder, Friede zwischen den christlichen Völkern – das sind doch alles gutkatholische Gebote, gegen die überhaupt nichts einzuwenden ist.

    Und nun der erste zitierte Satz mit eigener Hervorhebung:
    „Die Meinungen des Heiligen Vaters sind von der Kirche objektiv festgelegt.“
    Damit wird doch gesagt, daß der Papst eben NICHT jeder beliebigen Meinung sein darf, sondern daß er bei den von der Kirche festgelegten Meinungen zu bleiben hat, eben die Überwindung der Irrlehren, die Ausbreitung des (katholischen) Glaubens, die Bekehrung der Sünder und der Frieden zwischen den christlichen Völkern.

    Ihre Unterstellung, „sollte „ihr Papst“ verkünden: „Die Gebetsmeinung für den Ablaß setze ich hiermit fest: Die „Umsetzung von Amoris laetitia“ und „die Förderung der ökumenischen Bestrebungen mit der Luthergemeinschaft, um die Welteinheitsreligion in Gang setzen zu können“, dann ist das für die Papstakzeptierer unweigerlich zu befolgen und der Ablaß in dieser Meinung zu verrichten“ ist somit falsch.

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