Polen feiert Jubiläumsjahr zur Ehren der hl. Hedwig von Schlesien

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Klosterkirche & Basilika Der Hl. Hedwig, Trebnitz / Wikimedia Commons – Unbekannt, CC BY-SA 3.0

Am 16. Oktober 1978, ihrem liturgischen Gedenktag,
wurde Karol Wojtyła zum ersten slawischen Nachfolger Petri
der Geschichte gewählt

Mit einem Festgottesdienst in der Hedwig-Basilika in Trzebnica (Trebnitz/Polen) eröffnet am heutigen Sonntag, dem 16. Oktober 2016, der Erzbischof von Wrocław, Msgr. Józef Kupny, feierlich das Jubiläumsjahr zur Ehren der hl. Hedwig von Schlesien anlässlich 750 Jahre ihrer Heiligsprechung.

„Trotz vieler Jahrhunderte, die nach dem Tod der Herzogin vergangen sind, verlöscht der Glanz ihrer Heiligkeit nicht, im Gegenteil – die nächsten Generationen werden damit entflammt.“ Mit diesen Worten wandte sich Erzbischof Kupny in seinem Einladungsbrief zur Hedwig-Feier am 16. Oktober an die Gläubigen aus der Erzdiözese.

Die Hl. Hedwig (polnisch św. Jadwiga Śląska), Herzogin von Schlesien, stammte aus dem angesehenen und wohlhabenden Adelsgeschlecht der Andechs-Meranier. Das genaue Datum und der Ort ihrer Geburt ließ sich bislang nicht feststellen. Hedwig wurde vermutlich in der Zeitspanne zwischen 1174 und 1178 geboren und zwar wahrscheinlich auf dem elterlichen Schloss Andechs in Bayern. Sie erhielt ihre Erziehung im Benediktinerinnenkloster in Kitzing am Main. Bereits mit zwölf Jahren wurde sie mit dem Herzog von Schlesien, Heinrich I. dem Bärtigen, vermählt. Ihrer Ehe entstammten sieben Kindern, von denen jedoch nur zwei die Reife des Alters erreicht haben – der Sohn Heinrich und die Tochter Gertrude (die später Äbtissin des von ihren Eltern gestifteten Zisterzienserinnenklosters Trebnitz war).

Die Hl. Hedwig wird als eine gute Mutter und vorbildliche Ehegattin beschrieben, die ihren Mann bei der Vertiefung des Christentums und der Hebung der Kultur Schlesiens hilfreich zur Seite stand. Sie selbst lebte sehr bescheiden und stellte stets ihre eigenen Bedürfnisse unter das Wohl der Armen, Kranken und Hilfsbedürftigen. Als Vorbild christlicher Nächstenliebe unterstützte Hedwig sowohl leidende Menschen als auch die Kirche. Sie stiftete zahlreiche Spitäler, Krankenpflegeeinrichtungen, Frauenklöster und Gotteshäuser, stand zur Seite bei der Gründung von Orden und beförderte damit auch die Bildung.

Nach dem Tod ihres Mannes und später ihres Sohnes Heinrich II. des Frommen zog sich die Herzogin ganz auf ein geistliches Leben zu den Zisterzienserinnen in Trebnitz zurück. Dort starb sie knapp 70-jährig am 14. Oktober 1243.

Die Verehrung Hedwigs entwickelte sich kurz nach ihrem Tod. Bereits 1267 wurde sie von Papst Clemens IV. heiliggesprochen. Die Wunderbeschreibungen, die ihrer um 1300 entstandenen ‪„vita maior“ beigefügt sind, bezeugen, dass sich ihr Kult rasch nicht nur in Schlesien, sondern auch in anderen Provinzen des geteilten Polen sowie in Mähren und im Bistum Meißen verbreitete. Die Popularität ihres Kultes in Schlesien bestätigen zahlreiche Patrozinien (Pfarrkirchen, Kapellen). Sie wurde zur Patronin der Eheleute, Familien und Witwen. Im Laufe der Zeit änderte sich die Bedeutung ihres Kultes. Im 15. Jahrhundert, als die türkische Gefahr immer größer wurde, verehrte man sie als Schutzheilige der Kämpfe gegen Türken. Nach einer Phase der Vergessenheit wurde der Hedwigskult in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts vom Breslauer Kardinal Bertram wiederbelebt.  Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie zur Schutzherrin der vertriebenen deutschen katholischen Schlesier sowie zur Schutzpatronin der polnisch-deutschen Verständigung erwählt.

Hl. Johannes Paul II. bestimmte sie zur Patronin seines Pontifikats. Am 16. Oktober 1978, dem liturgischen Gedenktag der Hl. Hedwig, wurde Karol Wojtyła zum ersten slawischen Nachfolger Petri der Geschichte gewählt.  Hl. Johannes Paul II. hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich und seine Amtszeit dem Schutze der hl. Hedwig anvertraut habe.

Den lebendigen Kult der Hl. Hedwig beobachtet man auch heutzutage. Die Popularität ihrer Verehrung in Schlesien bestätigen zahlreiche Patrozinien: den Hedwigsnamen trugen in Polen über 100 Pfarrkirchen. „Die Anzahl der Anfragen ihrer Reliquien steigt kontinuierlich. Das lässt erkennen, dass die Gestalt der Hl. Hedwig nicht nur von historischer Bedeutung ist, sondern auch sehr wichtig für die geistige Perspektive.“ Das erzählte in einem Interview für „Gosc.pl“ Domherr Jerzy Olszówka.

Der Leitspruch der diesjährigen Feierlichkeiten anlässlich des 750-Jahre Jubiläums der Heiligsprechung der Herzogin von Schlesien (26. März 2017) ist: „Hl. Hedwig – Lehrmeisterin der Barmherzigkeit“. Das bezieht sich nicht nur auf das fortbestehende Jahr der Barmherzigkeit, sondern weist auch auf das Leben der Hl. Hedwig. So zum Schluss der Salvatorianer-Pater Olszówka in„Gosc.pl“.

Das Programm der dreitägigen Feierlichkeiten zur Ehre der Hl. Hedwig von Schlesien ist umfangreich. Der Festgottesdienst zum liturgischen Gedenktag und zugleich die feierliche Eröffnung des Jubiläumsjahres der Hl. Hedwig findet am Sonntag, 16. Oktober 2016, um 11 Uhr in der Basilika statt. Tausende Pilger von nah und fern werden an diesen Tagen in Trzebnica erwartet.

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