Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

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Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

Es war ein Fest der Weltkirche: Papst Franziskus hat an diesem Sonntag bei strahlendem Sonnenschein sieben Christen aus unterschiedlichen Weltgegenden und Epochen, darunter zwei Märtyrer, heilig gesprochen. An der Feier auf dem Petersplatz nahmen 80.000 Menschen teil. Aus dem Ausland waren hochrangig bestückte Delegationen gekommen, darunter Argentiniens Präsident Mauricio Macri und die französische Ministerin Ségolène Royal. Das Evangelium wurde auf Latein und Griechisch vorgetragen, Fürbitten gab es u.a. auf Chinesisch und Guaranì – ein Zeichen für die Universalität der Kirche.

Vor Beginn der Messfeier wurden die Biographien der neuen Heiligen vorgelesen, dann sprach der Papst die offizielle Heiligsprechungsformel. Von der Fassade des Petersdoms hingen die Porträts der Heiligen herab, darunter auch – ganz links – der argentinische Priester Brochero, der dem Papst besonders am Herzen liegt. Das Porträt zeigt ihn auf seinem Maultier sitzend, von dem der Heilige fast unzertrennlich war; so ein Porträt mit Maultier sieht man nicht alle Tage am Petersdom hängen.

Beten, Kämpfen, Siegen

In seiner Predigt sprach Franziskus über drei Eigenschaften, die die neuen Heiligen aus seiner Sicht auszeichneten: Beten, Kämpfen und Siegen. „Beten also. Wie Mose, der vor allem ein Mann Gottes, ein Mann des Gebets war… Beten ist der Stil des geistlichen Lebens, das die Kirche von uns verlangt: nicht um den Krieg zu gewinnen, sondern um den Frieden zu gewinnen! … Die Müdigkeit ist unvermeidbar, und gelegentlich können wir nicht mehr, aber mit der Unterstützung der Brüder und Schwestern geht unser Gebet weiter, bis der Herr sein Werk zu Ende führt.“

Jesus fordere seine Jünger im Evangelium dazu auf, „allzeit zu beten und darin nicht nachzulassen“ (Lk 18,1). Diese Standhaftigkeit im Gebet sei, so gab der Papst zu, keine einfache Sache. „Aber Herr, wie ist es möglich, darin nicht nachzulassen. Wir sind doch Menschen … auch Mose ist müde geworden! …“ Es stimmt, jeder von uns wird müde. Aber wir sind nicht allein, wir sind Teil eines Leibes. Wir sind Glieder des Leibes Christi, der Kirche, deren Arme Tag und Nacht erhoben sind dank der Gegenwart des auferstandenen Christus und seines Heiligen Geistes.“

Das „Geheimnis des Gebets“ bestehe gerade in seiner Unermüdlichkeit, so Papst Franziskus: „Zu Gott schreien und nicht nachlassen.“ „Beten heißt nicht, in eine ideale Welt zu fliehen, sich in eine falsche egoistische Ruhe zurückzuziehen. Im Gegenteil, beten heißt kämpfen und zulassen, dass auch der Heilige Geist in uns betet. Der Heilige Geist nämlich lehrt uns beten, er leitet uns im Gebet, er macht, dass wir als Söhne und Töchter beten.“

Heilige seien Menschen, „die ganz und gar ins Geheimnis des Gebets eintreten“ und die „mit dem Gebet kämpfen, indem sie den Heiligen Geist in sich beten und kämpfen lassen“, so der Papst.

„Sie kämpfen mit all ihren Kräften bis zum Äußersten und siegen, aber nicht allein: der Herr siegt in und mit ihnen. Auch diese sieben Zeugen, die heute heiliggesprochen wurden, haben mit dem Gebet den guten Kampf des Glaubens und der Liebe gekämpft. Deshalb blieben sie fest im Glauben mit einem bereitwilligen und treuen Herzen. Durch ihr Vorbild und ihre Fürsprache gewähre Gott auch uns, Männer und Frauen des Gebets zu sein; Tag und Nacht zu ihm zu schreien, ohne darin nachzulassen…“

(rv 16.10.2016 sk)


 

Wer sind die neuen Heiligen?

Die Weltkirche hat ab diesem Sonntag sieben neue Heilige – aber sie unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Zeiten und Weltgegenden. Eine Übersicht.

Zwei der neuen Heiligen sind Märtyrer: José Sánchez del Río und Salomone Leclercq. José Sánchez war Mexikaner – ein Junge von gerade mal vierzehn Jahren. Er wurde 1928 während der antikatholischen Revolution in Mexiko und der Revolte der „Cristeros“ umgebracht. Trotz der Folter weigerte er sich, seinem Glauben abzuschwören. Auf dem Leichnam fand man einen Zettel für seine Mutter: „Ich verspreche dir, im Paradies schon mal einen guten Platz für euch alle vorzubereiten.“

Andere Zeiten, dasselbe Schicksal: Märtyrer Nummer zwei ist Salomone Leclercq, ein Christlicher Schulbrüder. Er starb während der Französischen Revolution, ein Opfer der sogenannten Septembermassaker von 1792. Leclercq hatte sich geweigert, den Eid auf die neuen Herren in Paris zu leisten, weil das gleichbedeutend war mit seiner Aufgabe des Priesteramts. „Bruder Salomon lebte in einer sehr turbulenten Epoche, in der speziell Ordensleute verfolgt wurden“, erklärt Schulbrüder-Provinzial Jean-Paul Aleth im Gespräch mit Radio Vatikan. „Er wurde zusammen mit etwa hundert anderen Priestern festgenommen und dann hingerichtet. Ein entschlossener, freier Pädagoge war er, er hatte vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Schichten unterrichtet.“

Der dritte Heilige liegt dem argentinischen Papst ganz besonders am Herzen: José Gabriel del Rosario Brochero, der sogenannte „Cura Brochero“. Ein einfacher argentinischer Priester vom Land, der im 19. Jahrhundert enorme Strecken auf einem Maultier zurücklegte, um den Ärmsten das Evangelium zu bringen. Ein Priester, der „nach seinen Schafen riecht“, die Formulierung stammt vom Papst. „Das ist ein gutes Vorbild nicht nur für unser Land, sondern für die ganze Kirche“, sagt uns Bischof Santiago Olivera von Cruz del Eje. „Ein guter Hirte, der an die Peripherie ging und der das Zweite Vatikanische Konzil gewissermaßen vorweggenommen hat. Obwohl er über hundert Jahre alt wurde, ging er von Ranch zu Ranch, von Haus zu Haus, um seine Leute aufzusuchen…“

Zumindest sprachlich auf einer Wellenlänge mit dem „Cura Brochero“: der neue Heilige aus Spanien. Bischof Manuel González Garcá aus Palencia, gestorben 1940, Gründer von zwei Gemeinschaften, die sich besonders der eucharistischen Verehrung verschrieben haben. Bekannt als der „Bischof der aufgegebenen Tabernakel“.

Zwei weitere Heilige sind ebenfalls Ordensgründer: der Brasilianer Lodovico Pavoni, dessen „Arbeiterbrüder“ sich während der Industriellen Revolution um ausgebeutete junge Leute kümmerten, und der Süditaliener Alfonso Maria Fusco, dessen Schwesterngemeinschaft den Bauern im Süden nahe war, als sie nach der Einigung Italiens ins Abseits gerieten.

Der siebte Heilige von diesem Sonntag ist eine Frau: die französische Mystikerin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit. Die Unbeschuhte Karmelitin starb 1906 mit nur 26 Jahren; ihre schwere Krankheit und ihre Leiden opferte sie für das Heil der Seelen und aller Entmutigten auf. „Sie war von sehr strahlendem, einnehmendem Wesen“, sagt ihr Biograph Patrick-Marie Favotte, ein Pfarrer aus Burgund. „Sie war eine herausragende Kommunikatorin, die ihre ansteckende Freude an andere weitergab. Eine Frau, die keine halben Sachen machte. Wenn sie sich Christus hingab, dann eben ganz! … Ihre Schriften, vor allem Briefe, sind von einer sehr zugänglichen Spiritualität. Wenn man das heute liest, denkt man unwillkürlich: Das hat sie für mich geschrieben!“

(rv 16.10.2016 sk)

12 thoughts on “Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ein Fest der Weltkirche

  1. Dann bringen Sie, @Pierre, den Text doch voll und ganz hier, denn Ihr Mentor unterläßt dies tunlichst!

    https://gloria.tv/article/sWE498yxagyq1z8PQijJAt7q4

    Der Auftakt zu den Hundertjahrfeiern der Erscheinungen von Fatima, am 13. Oktober 2016, wurde unter einer Decke des Schweigens begraben. An diesem Tag empfing Papst Franziskus in der Aula Paolo VI tausend lutherische „Pilger“, und im Vatikan wurde eine Statue von Martin Luther geehrt
    Darüber spricht Herr Paul Otto Schenker nicht!

    Welcher Kirche gehört Papst Bergoglio eigentlich an?

    von Roberto de Mattei*

    2017 überschneiden sich zwei Gedenken: 100 Jahre Erscheinungen von Fatima, die vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 stattfanden, und 500 Jahre Revolte Luthers, die am 31. Oktober 1517 im deutschen Wittenberg ihren Ausgang nahm. In das kommende Jahr fallen noch zwei weitere Gedenktage, von denen man weniger spricht: 300 Jahre offizielle Gründung der Freimaurerei (24. Juni 1717 in London) und 100 Jahre Oktoberrevolution in Rußland, die am 26. Oktober 1917 ausbrach (im Russischen Reich galt der Julianische Kalender, daher der 8. November nach dem Gregorianischen Kalender).

    Zwischen der protestantischen Revolution und der kommunistischen verläuft über die französische Revolution, einer Tochter der Freimaurerei, ein untrennbarer roter Faden, den Pius XII. in seiner berühmten Ansprache „Nel Contemplare“ vom 12. Oktober 1952 in drei historische Phasen zusammenfaßte, die dem Protestantismus, der Aufklärung und dem marxistischen Atheismus entsprechen:
    „Christus ja, Kirche nein. Dann: Gott ja, Christus nein. Und schließlich der gottlose Ruf: Gott ist tot, ja sogar: Gott hat es nie gegeben.“

    In den ersten Leugnungen des Protestantismus – wie Plinio Corrêa de Oliveira anmerkte – war bereits das anarchische Streben des Kommunismus enthalten:
    „Wenn Luther vom Gesichtspunkt seiner spezifischen Formung nur Luther war, so trug dennoch die ganze Geisteshaltung, trugen alle unwägbaren Elemente der lutherischen Explosion bereits auf authentische und vollständige, wenn auch implizite Weise den Geist von Voltaire und von Robespierre, von Marx und von Lenin in sich“ (Revolution und Gegenrevolution, Frankfurt am Main, 1996).

    „Auftakt zu Hundertjahrfeiern von Fatima unter einer Decke des Schweigens begraben“
    Unter diesem Blickwinkel waren die Irrtümer, die das sowjetische Rußland ab 1917 verbreitete, eine Kette von ideologischen Abirrungen, die von Marx und von Lenin bis zu den ersten protestantischen Häresiarchen zurückführten. Die lutherische Revolution von 1517 kann daher als eines der unheilvollsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte betrachtet werden, vergleichbar der freimaurerischen von 1789 und der kommunistischen von 1917. Die Botschaft von Fatima, die die Ausbreitung der kommunistischen Irrtümer in der Welt vorhergesagt hat, enthält implizit die Ablehnung der Irrtümer des Protestantismus und der französischen Revolution.

    Der Auftakt zu den Hundertjahrfeiern der Erscheinungen von Fatima, am 13. Oktober 2016, wurde unter einer Decke des Schweigens begraben. An diesem Tag empfing Papst Franziskus in der Aula Paolo VI tausend lutherische „Pilger“, und im Vatikan wurde eine Statue von Martin Luther geehrt, wie aus den Photos ersichtlich ist, die Antonio Socci, als einer der ersten Journalisten, auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

    Am kommenden 31. Oktober wird Papst Franziskus sich zudem nach Lund in Schwe-den begeben, wo er an einem gemeinsamen lutherisch-katholischen Gedenken an den vorweggenommenen 500. Jahrestag des Protestantismus teilnehmen wird. Wie man in einer Erklärung des Luther. Weltbundes und des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen lesen kann, ist es das Ziel des Ereignisses, „die Gaben der Refor-mation zum Ausdruck zu bringen und um Vergebung für die Trennung zu bitten“.

    „Mein Eindruck ist es, als würde sich Papst Franziskus als ein Teil der protestantischen Christenheit fühlen“

    Der waldensische Theologe und Pastor, Paolo Ricca, seit Jahrzehnten im ökumenischen Dialog engagiert, brachte in einem Interview seine Genugtuung zum Ausdruck:
    „weil zum ersten Mal ein Papst der Reformation gedenkt. Das stellt meines Erachtens einen Schritt vorwärts dar, über die bedeutenden Zielen hinaus, die mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil erreicht wurden, das – indem es einige Grundsätze und grundlegende Themen der Reformation in seine Texte aufnahm und auf diese Weise aufwertete – eine entscheidende Wende in den Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten darstellt. Am Gedenken teilzunehmen, wie es der höchste Vertreter der katholischen Kirche vorhat, bedeu-tet meiner Meinung nach, die Reformation als ein positives Ereignis in der Kirchengeschichte zu sehen, das auch der Katholizität gutgetan hat. Die Teilnahme am Gedenken ist eine Geste von größter Bedeutung, auch weil der Papst sich nach Lund begibt, in das Haus der Lutheraner; so als würde er zur Familie gehören. Mein Eindruck ist, daß er auf eine Weise, die ich nicht zu beschreiben wüßte, sich auch als ein Teil von jenem Teil der Christenheit fühlt, der aus der Reformation hervorgegangen ist.“

    „Wichtigster Beitrag von Papst Franziskus ist seine Anstrengung, das Papsttum neu zu erfinden“

    Laut Ricca ist der wichtigste Beitrag von Papst Franziskus:
    „seine Anstrengung, das Papsttum neu zu erfinden, das heißt, die Suche nach einer neuen und verschiedenen Art den Dienst des Bischofs von Rom zu verstehen und zu leben. Diese Suche – vorausgesetzt, daß meine Lesart zumindest ein bißchen ins Schwarze trifft – könnte sehr weit führen, weil das Papsttum – für die Art, in der es in den vergangenen 1000 Jahren verstanden und gelebt wurde – eines der größten Hindernisse für die Einheit der Christen ist. Mir scheint, daß Papst Franziskus sich auf ein Modell des Papsttums zubewegt, das verschieden ist vom traditionellen, und dem gegenüber die anderen christlichen Kirchen neue Positionen einnehmen könnten. Wenn dem so sein sollte, könnte dieses Thema im ökumenischen Rahmen völlig neu überdacht werden.“
    Die Tatsache, daß das Interview mit dem Waldenser Paolo Ricca am 9. Oktober von der Internetseiten Vatican Insider veröffentlicht wurde, die als halb-offiziöse Seite des Vatikans gilt, läßt vermuten, daß diese Lesart der Reise nach Lund und der päpstlichen Absichten, von Papst Franziskus autorisiert und gutgeheißen wurde…

    Die nächste „Heiligsprechung“ auf dem Petersplatz ist gewiß: Die von Luther! Seine Statue als Heiliger steht bereits im Vatikan! Euer „Papst“ selbst hat ja Luther bereits als „Heiligen“ bezeichnet.

    „Papstworte enthalten wie so oft eine Wahrheit und eine Täuschung“
    „Im Laufe der Audienz für die Lutheraner, am 13. Oktober, sagte Papst Franziskus, daß der Proselytismus „das stärkste Gift“ gegen die Ökumene ist.“

    Der Proselytismus [also das Bekehren vom falschen Glauben des Protestantismus zur Katholischen Kirche] ist für Bergoglio „das stärkste Gift“!
    Die Menschen zur Wahrheit zu führen, zum wahren Glauben bedeutet für den Erzketzer „stärkstes Gift“. So kann jemand nur sprechen, der selbst von Dämonen durch und durch vergiftet ist!! Und wer Bergoglio anerkennt und die Konzilssekte dient der Ketzerei!

    „Die Täuschung liegt darin, anzudeuten, daß die Pseudo-Reformer wie Luther als Heilige zu betrachten seien.“

    Das ist keine bloße „Täuschung“, sondern die Aussage eines Erzketzers und eines Apostaten. Denn nur ein gänzlich vom Glauben Abgefallener kann lästern: „Mir gefallen die guten Lutheraner sehr…“

    „Die größten Reformer/Reformatoren sind Heilige, und die Kirche ist immer zu reformieren“, fügte er hinzu.
    (Wie das Wort „riformatori“von Bergoglio verstanden wird, darüber braucht katholisches.info wirklich nicht mehr zu diskutieren!)

    Beeilen Sie sich, Bernard Fellay, im Lutherjahr dem Reformator Bergoglio sich zu unterwerfen!

    Ein hervorstechendes öffentliches Zeugnis der Angleichung der FSSPX unter die verprotestantisierte Konzilssekte wäre doch eine Teilnahme an der Ökumenischen Pilgerfahrt zum Reformationsgedenken gewesen – mit Bernard Fellay an der Spitze. Sicher hätte seine ganze Bruderschaftskohorte „inspirierende Tage“ nach Annette Schavans Vision erlebt und „wie im Zentrum der katholischen Kirche Ökumene gelebt wird“!!

  2. Warum fehlen manchmal bestimmte Zeichen, die man gesetzt hat?
    Nach „gutgeheißen wurde“ zog ich einen Strich (als vorläufiges Ende des Textes), der nicht übertragen wurde.

    Forts. des Textes aus katholisches.info:

    Martin-Luther-Statue bei Papst Franziskus
    Diese päpstlichen Worte enthalten zugleich, wie es oft in seinen Reden der Fall ist, eine Wahrheit und eine Täuschung. Die Wahrheit ist, daß die Heiligen, vom heiligen Gregor VII. bis zum heiligen Pius X., die größten Reformer waren. Die Täuschung liegt darin, anzudeuten, daß die Pseudo-Reformer wie Luther als Heilige zu betrachten seien.
    Die Aussage, laut der der Proselytismus, besser gesagt der missionarische Geist, „das stärkste Gift gegen die Ökumene“ sei, ist hingegen auf den Kopf zu stellen: Die Ökumene, wie sie heute verstanden wird, ist das stärkste Gift gegen den missionarischen Geist der Kirche. Die Heiligen waren immer von diesem Geist beseelt, man denke an die Jesuiten, die im 16. Jahrhundert in Brasilien, im Kongo und in Indien an Land gingen, während ihre Mitbrüder wie Diego Lainez, Alfonso Salmeron und Petrus Canisius auf dem Konzil von Trient die Irrtümer des Luthertums und des Calvinismus bekämpften.

    „Mir gefallen die guten Lutheraner“
    Für Papst Franziskus aber sollen jene, die außerhalb der katholischen Kirche stehen, nicht bekehrt werden. In der Audienz vom 13. Oktober antwortete der spontan auf die Fragen einiger Jugendlicher aus Deutschland:
    „Mir gefallen die guten Lutheraner sehr, die Lutheraner, die wirklich dem Glauben von Jesus Christus folgen. Mir gefallen hingegen nicht die lauen Katholiken und die lauen Lutheraner.“

    Durch eine weitere Verzerrung der Sprache, bezeichnete Papst Bergoglio jene Protestanten als „gute Lutheraner“, die nicht dem Glauben von Jesus Christus folgen, sondern einer Verunstaltung dieses Glaubens, aber kontextuell als „laue Katholiken“ jene treuen Kinder der Kirche, die sich einer Gleichsetzung zwischen der Wahrheit der katholischen Religion mit dem Irrtum des Luthertums widersetzen.
    „Wer Luther weiterhin für einen Häretiker hält, fliegt aus der Kirche von Franziskus. Nur, welcher Kirche gehört Bergoglio eigentlich an?“
    Das alles führt zur Frage, was am 31. Oktober in Lund passieren wird. Wir wissen, daß das Gedenken eine gemeinsame Feier mit einschließt, die auf dem katholisch-lutherischen Liturgie-Leitfaden „Gemeinsames Beten“ (Common Prayer) beruht, die auf der Grundlage des Dokuments „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ von der Lutherisch/Römisch-katholischen Kommission für die Einheit ausgearbeitet wurde.

    Manche befürchten berechtigterweise eine „Interkommunion“ zwischen Katholiken und Lutheranern, die sakrilegisch wäre, weil die Lutheraner nicht an die Transsubstantiation glauben. Vor allem aber wird man sagen, daß Luther kein Häresiarch sei, sondern ein zu Unrecht verfolgter Reformer, und daß die Kirche die „Gaben der Reformation“ wiedergewinnen müsse. Wer darauf beharrt, daß die Verurteilung Luthers richtig war, und seine Anhänger weiterhin für Häretiker und Schismatiker hält, muß hart getadelt und aus der Kirche von Papst Franziskus ausgeschlossen werden. Nur, welcher Kirche gehört Jorge Mario Bergoglio eigentlich an?

    *Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen: Vicario di Cristo. Il primato di Pietro tra normalità ed eccezione (Stellvertreter Christi. Der Primat des Petrus zwischen Normalität und Ausnahme), Verona 2013; in deutscher Übersetzung zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte, Ruppichteroth 2011.

  3. @Alexius 20. Oktober 2016 um 20:37

    “ Beeilen Sie sich, Bernard Fellay, im Lutherjahr dem Reformator Bergoglio sich zu unterwerfen!

    Ein hervorstechendes öffentliches Zeugnis der Angleichung der FSSPX unter die verprotestantisierte Konzilssekte wäre doch eine Teilnahme an der Ökumenischen Pilgerfahrt zum Reformationsgedenken gewesen – mit Bernard Fellay an der Spitze. Sicher hätte seine ganze Bruderschaftskohorte „inspirierende Tage“ nach Annette Schavans Vision erlebt und „wie im Zentrum der katholischen Kirche Ökumene gelebt wird“!! “
    Dazu: http://de.radiovaticana.va/news/2016/10/20/deutscher_theologe_anerkennung_der_piusbr%C3%BCder_w%C3%A4re_%E2%80%9Efehler%E2%80%9C/1266527
    Na, Gott sei Dank!

  4. 22 Juni 2016, 12:30
    Piusbrüder-Oberer: ‚Wir sind keine Schismatiker‘

    “ Trotz aller Annäherung – zuletzt etwa hatte Papst Franziskus eine solche in einem Interview in der französischen Tageszeitung „La Croix“ bestätigt – bleibe die Piusbruderschaft bei ihrer prinzipiellen Kritik in Fragen der Religionsfreiheit, der Ökumene und der Kollegialität der Bischöfe: „Tatsächlich haben wir Einwände in den drei Punkten“, so Fellay. So beharre er etwa im Blick auf den ökumenischen sowie den interreligiösen Dialog auf der Alleinstellung der katholischen Kirche: Dies sei „die einzig wahre Religion, die einzige, die den Menschen retten kann“. Eine als Toleranz gegenüber Andersgläubigen verstandene Ökumene lehnt er deshalb ab. Ebenso bleibe eine unüberbrückbare Distanz zum Judentum: „Eine Religion, die Christus als Sohn Gottes ablehnt, ist gegen das Christentum gerichtet.“ “ aus http://www.kath.net/news/55654

  5. 22 Juni 2016, 12:30
    Piusbrüder-Oberer: ‚Wir sind keine Schismatiker‘

    Wer sich heute dem neomodernistischen Rom anschließt, wird automatisch zum Schismatiker. Und wer das Konzil und diese Konzilspäpste anerkennt, wird automatisch zum Sedisvakantisten, weil er gleichzeitig sich weigert, ihnen Gehorsam zu erweisen.

  6. @Alexius 21. Oktober 2016 um 11:43

    “ Und wer das Konzil und diese Konzilspäpste anerkennt, wird automatisch zum Sedisvakantisten, weil er gleichzeitig sich weigert, ihnen Gehorsam zu erweisen.“

    Wieso soll das ein kuger, gescheiter, hochintilligenter Erzbischof S.E.Lefebvre nicht erkannt haben? Frage ich Sie!

    Nochmals: Die FSSPX ist und war ein Gründungswerk der V2- Kirche ( nicht V2- Sekte ). Damit besteht kein Zweifel im rechtlichen Status.

  7. Nebenbei bemerkt: S.E.Lefebvre hatte auch immer – Una Cum – Messen gelesen. Noch Zweifel?!

  8. @ Pierre:

    Es gibt keine V2-Kirche. Die FSSPX ist ein Gründungswerk der römisch-katholischen Kirche.

  9. https://gloria.tv/article/NB4RuowAkipD2TZfzhVSHYg7c

    Bischof Bernard Fellay zum Zustand der kirchlichen Lehre
    Auszüge aus seinem Vortrag am 8. Oktober 2016 in Port-Marly, Frankreich

    Während der französischen „Tage der Tradition“ hielt Bischof Bernard Fellay, der Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., einen Vortrag. Den zweiten Teil des Vortrags, der über den gegenwärtigen Stand der Beziehungen zu Rom berichtet, geben wir hier kurz zusammengefasst in Auszügen wieder:

    Sie lehren ohne Lehre. Das verursacht überall Verwirrung. Es ist eine neue Einstellung. Bis jetzt war es jedem Katholiken klar: Roma locuta est, causa finita est. Rom spricht, Rom lehrt und das ist das Ende der Diskussion. Und jetzt sagen sie uns: „Nein, es soll ein Ausgangspunkt für weitere theologische Überlegungen sein.“ In vielen seiner Enzykliken sprach Johannes Paul II. sogar von „Meditationen“. Es ist nicht mehr eine Lehre, es ist eine „Meditation“.

    Die lehrmäßigen Diskussionen gehen weiter, sie werden immer interessanter, weil die Autoritäten beginnen, die Diskussion zu öffnen. Bis jetzt hieß es ausschließlich: „Gehorchen!“ Sie lehrten und dann hieß es: ruhig sein, unterwerfen. Plötzlich hat sich ihre Einstellung geändert. Ich denke, dass sie gezwungen sind – das ist eine Art Schlussfolgerung von dem, was Erzbischof Pozzo mir sagte – sie sind gezwungen durch die katastrophale Situation, die absolut universelle Verwirrung, auch in Rom. Sie sind gezwungen, Zugeständnisse zu machen. Sie können ihre Positionen nicht mehr halten. Es macht keinen Sinn mehr. Ich denke an die Worte von Kardinal Müller im Jahr 2014. Er erzählte uns: „Sie verpflichten die Kongregation für die Glaubenslehre, Ihnen kostbare Zeit zu widmen, wenn es enorme Probleme in der Kirche gibt.“ Das ist interessant. Aber genau das zeigen wir ihnen! Plötzlich geben sie zu, dass es enorme Probleme gibt. Und sie erzählen einander: Diese Priesterbruderschaft ist kein so großes Problem. Aber sie sind ärgerlich, weil wir ihnen sagen: „Du bist das Problem.“ Sie wissen nicht mehr, wie sie uns nehmen sollen, und sie machen Zugeständnisse. Wozu wird es alles führen? Wir werden bald sehen. Aber ich denke, dass derzeit die Situation so katastrophal ist, dass sie eine äußerst interessante Reaktion hervorruft. Auf mehreren Ebenen.

    Und dann, von Zeit zu Zeit, bekomme ich Briefe. Wie diesen hier: Ich lese es Ihnen auf Englisch, weil es ein Bild ist: „Stick to your guns. Bleiben Sie immer an Ihren Waffen.“ Das bedeutet: Halten Sie Ihre Hände auf Ihren Revolver. Halten Sie ihn fest. Mit anderen Worten: „Verteidigen Sie sich. Immer. Und verweigern Sie Kompromisse in den Dingen, die sich auf die Substanz des Glaubens beziehen: Religionsfreiheit, Ökumenismus, Dialog mit nichtchristlichen Religionen. Es gibt viele von uns in der Hierarchie, die denken und glauben, wie Sie über diese Fragen denken.“ Es ist ein Bischof, der mir das geschrieben hat. Er schreibt nicht „Ich“, er schreibt, dass es viele sind, er schreibt „uns“. Er schrieb auch andere Dinge, die ich nicht wage Ihnen vorzulesen, sie sind so lobenswert, aber hier ist der Kern: „Wir brauchen Stimmen, die uns die Grenzen unserer Freiheit in diesen Dingen aufzeigen.“ Er sagt, dass die Kirche, die die Wahrheit lehrt, sich jetzt in den grauen Bereichen verliert, in der Unbestimmtheit. „Kommen Sie uns zur Hilfe.“ Und auch: „Lassen Sie nichts los, machen Sie weiter so, wir brauchen Sie!“ Das ist neu! So etwas gab es vorher noch nicht! Die Bischöfe haben uns gesagt: Offensichtlich gibt es Probleme, aber am Ende des Tages. . . Und hier sagen sie uns: „Widersteht, wir brauchen es!“ Eigentlich sprechen sie nicht zu laut, weil sie sehr gut wissen, dass sie, wenn sie es tun, ihre eigenen Köpfe abschneiden.

    Beschäftigen Sie sich nicht ständig mit diesen Fragen ‚Wird es eine Vereinbarung geben oder nicht?‘ Ich weiß es selbst nicht. Wir werden sehen! Wir wollen nicht aufgeben, mit der Gnade Gottes. Möge Er uns zur Hilfe kommen! Aber nach und nach sehen wir, dass die Arbeit, die wir im Laufe der Zeit erreicht haben, diese Krise, dass sie den ‚kleinen Rest‘ weckt. Lassen Sie uns in dieser Intention beten. Und zum Abschluss, ein großes Dankeschön an Erzbischof Lefebvre! Wir müssen ihm sehr dankbar sein und ihn nicht vergessen. Und danke auch allen, die diese Arbeit unterstützen, auch euch, liebe Gläubige.

    Bischof Fellay wartet auf eine „äußerst interessante Reaktion“ aus Rom!
    Und: Eine wahrheitlehrende Kirche habe sich in Unbestimmtheiten verloren. Dem stimmt er zumindest zu!

    Seht doch! Kaum wird bekannt, daß Fellay sich wieder einmal in Rom herumgetrieben hat, muss er seine „Gläubigen“ beruhigen und erneut in den Schlaf wiegen.

    Hier war es nun umgekehrt. Er mußte im Hinblick auf seine geplante Verabredung in Rom vorher in Port-Marly in Frankreich gute Stimmung machen und sich noch den Rest der Betäubten sichern.

    “ Es ist nicht mehr eine Lehre, es ist eine „Meditation“.
    Zu dieser „Meditation“ muß er sich also nach Rom begeben?

    Die lehrmäßigen Diskussionen würden weitergehen, wenn genau dieses „Lehrmäßige“ im letzten Generalkapitel ausgeklammert wurde!

    Die Konzilslehre würde immer interessanter werden, faselt er. Raffiniert und ausgefuchst: Sein Vortrag zielt nun darauf ab, daß Rom keine Unterwerfung, keinen Gehorsam mehr verlange. Und meint, seinem „rechtmäßigen Papst“ deswegen nicht mehr gehorsam sein zu müssen! Und das erklärt er nun seinen „Gläubigen“.
    Sie gehorchen also ihrem „Papst“ nicht und so werden Bischof Fellay und seine restliche Bruderschaft Sedisvakantisten, denn sie weigern sich, sich ihrem Pontifex zu unterwerfen.

    Fellay sieht nun in der „katastrophalen Lage“ eine Chance. Doch genau diese katastrophale Lage der Konzilssekte ist es, die Bischof Fellay dazu zwingen müßte, sich völlig von Ketzern und Häretikern zu distanzieren. Tut er aber nicht!

    „Sie sind gezwungen, Zugeständnisse zu machen. Sie können ihre Positionen nicht mehr halten. Es macht keinen Sinn mehr.“

    Bischof Fellay stellt eine untergehende Titanic vor, auf die er aber noch schnell aufspringen will.

    Wer in der Bruderschaft Probleme schafft ist Bischof Fellay selbst.

    „Beschäftigen Sie sich nicht ständig mit diesen Fragen: „Wird es eine Vereinbarung geben oder nicht?“ Ich weiß es selbst nicht. Wir werden sehen! Wir wollen nicht aufgeben, mit der Gnade Gottes…“

    Fünf Tage später weiss er es doch, beschäftigt sich wieder einmal mit einer Vereinbarung und klappert die Räumlichkeiten in Santa Marta ab, um Jorge zu treffen.

    „nicht aufgeben“!!
    Fellay in einem Interview mit der Zeitschrift Le Rocher c’est le Christ: „..Zur Zeit liegen für mich die Dinge sehr einfach: wir bleiben, wie wir sind. Gewisse Leute wollten aus den näheren Kontakten mit Rom im Jahre 2012 schliessen, dass ich die Notwendigkeit einer kanonischen Anerkennung als höchstes Prinzip erachte. Die Bewahrung des Glaubens und unserer katholischen traditionellen Identität ist aber erstrangig und bleibt unser erstes Prinzip.“ Lüge!

    Am 8. Oktober 2016 sagt er:
    „Wir wollen nicht aufgeben, mit der Gnade Gottes.“ – „Die lehrmäßigen Diskussionen gehen weiter…“ –
    Nicht der Glaube hat also oberste Priorität und eine Personalprälatur ist weiterhin um jeden Preis erstrebenswert!

    In Kansas City im Oktober 2012 sagte er:
    „Sich vorzustellen, daß einige Leute weiterhin vorgeben, wir seien [immer noch] entschlossen, zu einer Übereinkunft mit Rom zu gelangen…Die Armen. Ich fordere sie wirklich auf zu beweisen, was sie sagen. Sie geben vor, daß ich anders denke als ich handle. Sie sind doch nicht in meinem Kopf.“

    Und:
    “Wenn wir sehen, was jetzt geschieht, wir danken Gott, wir danken Gott, daß wir von jeder Art von Abkommen verschont geblieben sind. Und wir können sagen, daß das eine der Früchte des Kreuzzuges war, daß wir von einem solchen Unglück verschont geblieben sind. Gott sei Dank…”

    Und:
    “Jede Art von Anerkennung endete, als sie mir das Dokument vom 13. Juni 2012 zur Unterzeichnung vorlegten…“

    Die Lügen gehen weiter und „um jeden Preis“ die Vereinbarungen!

  10. @Seefeldt 21. Oktober 2016 um 13:15

    Richtig. Nichts anderes wollte ich auch damit ausrücken. Die V2- Kirche ist immer noch die Hl.Röm.Kath.Kirche.

  11. @ Alexius:

    „Bischof Fellay wartet auf eine „äußerst interessante Reaktion“ aus Rom!
    Und: Eine wahrheitlehrende Kirche habe sich in Unbestimmtheiten verloren. Dem stimmt er zumindest zu!“

    Wie kommen Sie eigentlich dazu, Fellay das zu unterstellen, er kritisiert diese Unbestimmtheit in der Kirche doch mit aller Deutlichkeit! Ich bin nun wirklich kein Freund Fellays, aber mit seinen von Ihnen zitierten Aussagen in Port-Maly hat er doch völlig recht!

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