Benedikt XVI.: Die ‚Orientierung der Liturgie Richtung Osten‘

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Emeritierter Papst schreibt in jüngst veröffentlichtem Festschriftbeitrag:
„In der Orientierung der Liturgie Richtung Osten sehen wir, dass die Christen gemeinsam mit dem Herrn vorwärtsschreiten wollen zur Erlösung der gesamten Schöpfung.“

Vatikan (kath.net) Spricht sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. für die Feier der Eucharistie „ad orientem“ aus? Benedikt schreibt im vom „Osservatore Romano“ verbreiteten Festschriftbeitrag für den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., er wolle einen Punkt herausgreifen: „Seine Liebe für die Schöpfung und sein Bemühen darum, dass sie dieser Liebe entsprechend im Großen wie im Kleinen behandelt werde. Ein Hirte der Herde Jesu Christi orientiert sich nie nur an seinen eigenen Gläubigen. Vielmehr ist die Gemeinschaft der Kirche auch in jenem Sinn universal, dass sie die gesamte Wirklichkeit miteinschließt. Dies wird beispielsweise in der Liturgie deutlich, die nicht nur Gedächtnis und Erfüllung der Heilstaten Jesu Christi bedeutet. Vielmehr ist sie ausgerichtet auf die Erlösung der ganzen Schöpfung. In der Orientierung der Liturgie Richtung Osten sehen wir, dass die Christen gemeinsam mit dem Herrn vorwärtsschreiten wollen zur Erlösung der gesamten Schöpfung. [Nell’orientamento della liturgia verso Oriente, vediamo che i cristiani, insieme al Signore, desiderano procedere verso la salvezza del creato nella sua interezza.] Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr, ist gleichzeitig auch die ‚Sonne‘, die die Welt erhellt. Der Glaube umfasst immer auch die ganze Schöpfung. Deshalb erfüllt Patriarch Bartholomäus einen wichtigen Aspekt seines priesterlichen Auftrages auch in seinem Engagement für den Umweltschutz.“

Der Text wurde vom „Osservatore Romano“ bisher u.a. in italienischer, englischer und polnischer Sprache in voller Länge veröffentlicht, international berichteten viele Medien zusammenfassend. Über die Bemerkungen des emeritierten Papstes zur Zelebrationsrichtung wurde bisher im deutschen Sprachraum allerdings noch kaum berichtet, auch nicht von kirchlichen Medien.

Benedikt XVI. greift damit offenbar das Anliegen des Präfekten der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Robert Kardinal Sarah, auf. Der „Chefliturgiker“ des Vatikans schlägt eine Rückkehr zur Zelebrationsrichtung „Ad orientem“ vor. Er hatte sich seit Ende Mai 2016 mehrfach dazu geäußert. Sarah schlug vor, dass die Priester ab Advent 2016, also mit Beginn des neuen Kirchenjahres, wieder verstärkt „ad orientem“ feiern sollten, kath.net hat berichtet. Dafür brauche es keine eigene Erlaubnis, so Sarah, da diese Zelebrationsrichtung nie verboten worden war.

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Quelle (14 Oktober 2016, 09:34)

7 thoughts on “Benedikt XVI.: Die ‚Orientierung der Liturgie Richtung Osten‘

  1. Was meint Bruder Joseph, wenn er von der „Erlösung“ spricht? Meint er damit das Evangelium Christi? Meint er damit das Kreuzesopfer und die leibliche Auferstehung und Seine tatsächliche Himmelfahrt (nicht nur als herzerwärmende Metaphern)?

    Wenn er von „Erlösung“ spricht, meint er damit die Integration in die Ideologie und Gesellschaft der seit einiger Zeit herrschenden Freimaurer und ihrer mehr oder weniger „frommen“ Compagnons. Deutlich genug hatte er sein Herzensanliegen bereits kundgetan: „Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, daß der Text [Gaudium et spes] die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 gewordenen neuen Zeit darstellt… Mit ‚Welt‘ ist im Grunde der Geist der Neuzeit gemeint“

    Das ist für Bruder Joseph die „Erlösung“. Und der „Heilige Geist“ ist bei ihm nichts anderes als der „Geist der Neuzeit“, also die Freimaurerideologie (so „christlich“ sie auch verbrämt sein möge).

    Die „Tradis“ kann man dann ein weiteres Mal veräppeln, indem man die Freimaurer-„Liturgie“ eben „ad orientem“ mimt: ‚Hach, das ist doch gleich viel schöner, und sieht fast so aus wie eine katholische Messe‘

    Schön, daß wir endlich „erlöst“ sind vom Naturrecht, vom „Grundgesetz Gottes“ (Pius XI.), von der Wahrheit des Evangeliums Christi, von Objektivität und Realität; endlich „frei“, Luzifer und seiner Transformation der Gesellschaft ganz und gar zu dienen…

    Die „Erlösung“ führt dann z.B. dahin:

    Natürlich hat das nichts mit der eigentlichen Schöpfung zu tun, sondern ist der (mehr oder weniger „fromme“) Krieg gegen die göttliche Schöpfung.

  2. @Stephan 17. Oktober 2016 um 17:37

    Danke!
    Auch ich schliesse mich an Sie wieder an Bord begrüssen zu dürfen!!!!

  3. @Stephan 17. Oktober 2016 um 17:37

    “ Die „Tradis“ kann man dann ein weiteres Mal veräppeln, indem man die Freimaurer-„Liturgie“ eben „ad orientem“ mimt: ‚Hach, das ist doch gleich viel schöner, und sieht fast so aus wie eine katholische Messe‘ “

    Richtig. Alles nur Oberflächlichkeiten die der Vatikan hier uns auftischt. Was wollte man damit erreichten? Wahrlich, um damit vielleicht die Tradis zufrieden-/ruhigzustellen, dass es den Anschein haben mag dass für diese verkorkste Gruppierung doch „was“ getan wird … man will nur ja keine Spaltung bzw. sollte die Botschaft doch sein: “ ..wir ( der Vatikan ) sind doch keine Wölfe im Schafspelz wie man uns so hinstellt …! “ “ Nein, wir sind ganz friedlich, fair und gerecht u.v. barmherzig, auch zu Luther! “ Die Gutmenschen im Vatikan haben gesprochen.

  4. @ Pierre:

    Lassen Sie sich doch bitte nicht von einem bösen Sektierer verhetzen.

    Die Hinwendung der Liturgie zum Osten ist keineswegs nur eine Oberflächlichkeit.

    Und lassen Sie sich doch bitte nicht zu haltlosen Unterstellungen verführen. Benedikts XVI. Befürwortung der Liturgieosthinwendung kann durchaus ehrlich gemeint, aufrichtiger Überzeugung sein, ebenso wie die von Kardinal Sarah.

    Sehen Sie doch die Äußerungen Benedikts XVI. und Kardinal Sarahs ganz einfach als das, was sie sind: als Schritte in die richtige Richtung.

    Natürlich ist auch ein nach Osten gerichteter NOM immer noch schlecht, aber doch etwas weniger schlecht, und wie es eben so heißt: Gottes Mühlen mahlen langsam. Da Gott der Kirche Fortbestand zugesichert hat, wird sie wieder zu sich finden, wenn sie auch wahrscheinlich einige Zeit dazu benötigt (oder einen tatkräftigen Reformer wie Papst Pius V.) – vielleicht sind die Äußerungen Benedikts XVI. und Kardinal Sarahs erstes Vortasten dazu.

  5. @Seefeldt 18. Oktober 2016 um 08:36

    In gewisser Weise, ja. Ich jedenfalls bin gespannt, ob die Empfehlungen von Kardinal Sarah Einzug halten. Das nächste sollte die Mundkommunion und ggfs. die Kommunionbank sein.

  6. @Seefeldt 18. Oktober 2016 um 08:36

    “ .. – vielleicht sind die Äußerungen Benedikts XVI. und Kardinal Sarahs erstes Vortasten dazu. “

    Wenn ichs nur glauben könnt …? …

  7. @ Pierre:

    Ein weiteres Sprichwort:

    Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

    Davon abgewandelt:

    Rom wird nicht an einem Tag wiederaufgebaut werden.

    Immerhin interessiert sich doch so mancher diözesankatholische Jungpriester für die Heilige Messe.

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