Jugend soll in Politik für Menschenwürde kämpfen

docat

Franziskus im Vorwort zu dem in Wien präsentierten DOCAT, dem jugendgemäßen Kompendium der Soziallehre der Kirche

Wien. Papst Franziskus hat die Jugend aufgefordert, in die Politik zu gehen und dort »für Gerechtigkeit und Menschenwürde, gerade für die Ärmsten«, zu kämpfen. Die Jugendlichen sollten auch der Kirche zu Lebendigkeit verhelfen – dadurch, dass sich die Kirche »herausfordern lässt von den Schreien der Entrechteten, von dem Flehen der Notleidenden und von denen, um die sich niemand kümmert«.

Der Papst äußerte sich im Vorwort zu dem in Wien präsentierten DOCAT, einem für die Jugend aufbereiteten Kompendium der Soziallehre der Kirche. »Wenn ein Christ in dieser Zeit an der Not der Ärmsten der Armen vorbeischaut, dann ist er in Wirklichkeit kein Christ. Können wir nicht mehr dafür tun, dass die Revolution der Liebe in vielen Teilen dieses gequälten Planeten Wirklichkeit wird? Die Soziallehre der Kirche kann so vielen Menschen helfen«, so Franziskus.

Franziskus erwähnt die zentralen Initiatoren bzw. Protektoren der DOCAT-Initative, die Kardinäle Christoph Schönborn (Wien) und Reinhard Marx (München): »Unter der bewährten Anleitung der Kardinäle Christoph Schönborn und Reinhard Marx hat sich ein Team an die Arbeit gemacht, um die befreiende Botschaft der katholischen Soziallehre vor die Jugend der Welt zu bringen. Dabei haben bekannte Wissenschaftler mitgearbeitet, und auch Jugendliche.«

Papst Franziskus ging in dem DOCAT-Vorwort auf die zunehmende Kluft von Arm und Reich ein: »Etwa ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt mittlerweile 40 Prozent des gesamten Weltvermögens, und 10 Prozent der Weltbevölkerung besitzen 85 Prozent. Andererseits ›gehört‹ der Hälfte der Weltbevölkerung gerade einmal ein Prozent an dieser Welt.«

Es gebe Länder, in denen 40 bis 50 Prozent der Jugendlichen ohne Arbeit seien. »Ganze Landstriche werden entvölkert, weil die Armen der Erde in die Slums der Metropolen fliehen, in der Hoffnung, dort noch etwas zum Überleben zu finden. Die Produktionslogik einer globalisierten Wirtschaft hat die bescheidenen ökonomischen und landwirtschaftlichen Strukturen ihrer Heimatregionen zerstört«, schreibt Papst Franziskus in seinem Vorwort.

Und er äußert sich zum Ziel des neuen Buchs: »In dem Titel steckt das englische Wort ›to do‹, tun. Der DOCAT antwortet auf die Frage ›Was tun?‹ – und er ist so etwas wie eine Gebrauchsanweisung, die uns hilft, mit dem Evangelium erst einmal uns selbst, dann unser nächstes Umfeld und am Ende die ganze Welt zu verändern.«

Der DOCAT ist konkret; wo es etwa um Korruption geht, wird (auf Seite 179) der Papst mit seinem Verwesungsvergleich zitiert: »So wie ein totes Tier stinkt, so stinkt die Korruption, so stinkt eine korrupte Gesellschaft. Ein Christ, der die Korruption in sich eindringen lässt, stinkt ebenfalls.«

Über 80 zentrale Botschaften des Papstes sind über das Buch verteilt. Auf 320 Seiten, in 328 Fragen und Antworten und mit über 1.000 Stichworten behandelt der DOCAT alles, was wir u.a. über Liebe, Wirtschaft, Gerechtigkeit, Frieden, Arbeit und Familie wissen müssen. Dazu kommen Zitate von Päpsten genauso wie von Kirchenvätern, Politikern, Wissenschaftlern und Künstlern. »Der DOCAT ist eine Pflichtlektüre, weil er eine großartige Zusammenfassung der Katholischen Soziallehre bietet, und weil diese heute besonders wichtig ist«, sagte Kardinal Schönborn vor der DOCAT-Erstpräsentation gegenüber der Kirchenzeitung »Der Sonntag«.

Seine Premiere erlebte der DOCAT beim diesjährigen Weltjugendtag in Krakau, wo ihn Papst Franziskus als Geschenk an die Jugendlichen verteilte. Inzwischen ist der DOCAT in neun Sprachen erschienen, wie Verleger Bernhard Meuser berichtete. Ausgaben in insgesamt 32 Sprachen seien nach derzeitigem Stand geplant. Begleitend zum Buch gibt es den DOCAT auch als Smartphone-App.

Der DOCAT wird von der Österreichischen Bischofskonferenz herausgegeben und ist die jüngste Veröffentlichung des »YOUCAT«-Projekts. Der unter dieser Bezeichnung von den österreichischen Bischöfen initiierte Jugendkatechismus ist mittlerweile nach der Bibel weltweit das erfolgreichste katholische Buchprojekt.

Seit seinem Erscheinen vor fünf Jahren wurde der YOUCAT in 72 Sprachen übersetzt und hat eine Auflage von mehr als sechs Millionen Exemplaren.

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Quelle: Osservatore Romano 41/2016

46 Kommentare zu “Jugend soll in Politik für Menschenwürde kämpfen

  1. Aus http://www.katholisches.info/2016/10/17/castel-gandolfo-wird-zum-museum-keine-einzige-nacht-hat-der-papst-hier-verbracht/
    Wie ein Kommentator richtigerweise schreibt:

    dhmg
    17. Oktober 2016 um 21:09

    “ „Im Vatikan gab es gegen die päpstlichen Pläne einige Bedenken, da eine Wiedergewinnung der Sommerresidenz durch einen Nachfolger von Franziskus, der die Sache anders sehen könnte, schwierig werde.“

    Genau darum geht es.

    Und wieviele Päpste gab es denn bisher? Dann kommt einer, der sich als wichtiger als alle anderen nimmt und krempelt Dinge um, die für alle anderen selbstverständlich und unantastbar waren.
    Bringt das denn irgendwas? Ich meine, immer den Humanismus über die christliche Lehre zu stellen, ständig nur Gesten über Gesten zu setzen, anstatt sich auf das Heil der Seelen zu konzentrieren? Er macht es doch nur den Menschen Recht, die mit der katholischen Kirche nix am Hut haben, wie eben verweltlichte Sünder, Presseleute, Schwule, Atheisten, Humanisten, Stars oder Anhänger anderer Konfessionen. Also, was soll das bringen? “

    Die NWO ist voll im Gange: Die UNANTASTBARE Menschenwürde soll über den Geboten Gottes stehen. Und die Medien ziehen mit!

    Ein weiterer Kommentator Prochristo1 aus http://herzmariens.ch/Zuschriften/liste_zuschriften.htm :

    vom 15.10.2016

    Trump ist nicht Teil der (anti-christlichen) Geheimgesellschaft

    “ Im Fernsehinterview wurde die Frage gestellt, warum das Establishment (also die Mächtigsten) Donald Trump derart bekämpfe. Die US-Politgrösse Newt Gingrich beantwortete die Frage verblüffend ehrlich: „Er [Trump] ist ein Aussenseiter, er ist nicht (wie) sie [, die Establishment-Elite]. Er ist nicht Teil des Clubs, er ist nicht kontrollierbar. Er hat die Initiations-Riten [= die okkulten Aufnahme-Rituale] nicht gemacht, er gehörte nicht der [anti-christlichen!] Geheimgesellschaft an!“ („He’s an outsider, he’s not them, he’s not part of the club, he’s uncontrollable. He has not been through the initiation rites, he did not belong to the secret society!“)

    Das genannte Videointerview findet sich auf der Website des US-Fernsehsenders „Foxnews“ (foxnews.com, 3. März 2016); außerdem auf http://www.youtube.com (Suchbegriff „Newt Gingrich confirms Trump is not in secret society!“)

    Wer ist dieser Newt Gingrich, der mit dieser gewichtigen Aussage die Verschwörung der Weltelite aufdeckt? Gingrich ist einflussreicher US-amerikanischer „Establishment-Politiker“. Er war Sprecher des Repräsentantenhauses (von 1995 – 1999). 2012 trat er gar zur US-Präsidentschaftwahl an. Man kann die Worte dieser US-Politgrösse also nicht kleinreden. Nochmals: Dieser Insider enthüllte: Trump habe die „Initiations-Riten nicht gemacht“, er gehöre „nicht der Geheimgesellschaft“ an. Potzblitz. Das heisst: Viele andere hingegen (ausser Trump!) sind Teil der genannten elitären Geheimgesellschaft. Weltverschwörung ist eine Tatsache.

    Wer weiss, dass die Weltelite die drei Länder Kanada, die USA und Mexiko sehr bald in einer sogenannten „Nordamerikanischen Union“ vereinigen wird? Wohl die wenigsten. Die nahe Zukunft wird’s beweisen. Dieses anti-demokratische Grossprojekt wurde der Welt (grösstenteils) verschwiegen.

    Warum will die allermächtigste Weltelite die Wahl von Trump niemals zulassen? Weil Trump Anti-Globalist ist! Trump beabsichtigt, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu bauen. Dadurch würde er die Erschaffung der (grenzenlosen!) Nordamerikanischen Union blockieren. Er würde letztlich die geplante Weltdiktatur („Neue Weltordnung“) inklusive Weltregierung verhindern. Daher hetzen die Leitmedien, die Marionetten der Allermächtigsten, unablässig gegen Trump. Stichwort Massenmanipulation. Die Welt wird getäuscht. Verschwiegene Tatsache: Trump hat sich klar gegen Abtreibung ausgesprochen und sich für den Schutz der verfolgten Christen stark gemacht. „

  2. Und um die UNANTASTBARE Menschenwürde noch zu unterstreichen war auch dieser manipulative Film gedacht: http://www.goldenekamera.de/Best_of_Entertainment/article207478621/Schirachs-Terror-Das-groesste-Live-Experiment-im-deutschen-TV.html

    Interessant war dennoch, dass die Bevölkerung (D, Ö, S ) zum überwiegenden Teil für „nicht schuldig “ für den Kampfpiloten gestimmt hatten. Das ärgerte natürlich die Linken und auch den ORF (Massenmedien allgem.), inkl. Höchstrichter und Verfassungsexperten.
    Selbstverständlich stimmten die ORF Mitarbeiter und der Filmemacher miteingeschlossen für schuldig und möchten damit auch gerne das Volk UMERZIEHEN ( vorerst sensibilisieren ).

    Frage : Wer will dann noch dem Staat mit dieser Art von Rechtsauffassung dienen wenn man bei seinen Amtshandlungen immer mit einem Bein schon vor Gericht steht? Der Staat ( s.Staatsanwältin in dem Film ) gibt einem keine Stütze mehr. Anstatt als wahrer Held der dieser Kampfpilot hätte gefeiert werden müssen so steht er nun als vermeintl. Verbrecher (Mörder!!! ) dar. Wie pervers ist heute unser rechtsmoralisches/rechts“normalisches“ Empfinden geworden?!?

  3. Man sieht ja diese perverse Rechtsauffassung auch bei den freiheitsbeschränkenden Massnahmen in der Pflege. Eine „wahre Errungenschaft“ für mehr Menschenwürde …

    Seit Bestehen/Einführung dieser „humanitären“ Massnahme ( FBM ) sind statistisch mehr Folgen an Stürzen und Verletzungen zu verzeichnen als davor. Aber wichtig ist dass man auch dem gehandicapten und/auch alten Menschen den freien Willen und die Freiheit lässt. Die Freiheit auch stürzen und sich verletzen zu dürfen …

    Frage mich nur warum die Babygitterbetten noch nicht abgeschafft worden sind?!
    Aber vielleicht kommt das auch noch … na Prost.

  4. @ Pierre:

    Besagter Film von der Gerichtsverhandlung über einen Kampfpiloten, der ein von einem Terroristen gekapertes Zivilflugzeug abschoß, um den Absturz in ein vollbesetztes Stadion zu verhindern, war meiner Meinung nach ausgezeichnet und kaum manipulativ (der Rechtsanwalt benahm sich allerdings schon ein paar Mal daneben). Es wurden beide Seiten ausführlich gehört.

    Die Argumentation der Staatsanwältin war hochintelligent und absolut richtig. Ich erinnere an die beiden eindrucksvollen Beispiele mit dem abgespannten Eisenbahnwagen, der auf einen Bahnhof zurast und damit das Leben hunderter Menschen gefährdet: Befürwortet wird eine Weichenumstellung, die 5 Streckenarbeiter gefährdet, wahrscheinlich tötet, abgelehnt aber die Tötung eines Menschen, um diesen auf das Gleis zu werfen und damit den Eisenbahnwagen aufzuhalten. Im Ergebnis wird also der Tod von 5 Menschen inkauf genommen, der Tod von 1 Menschen dagegen nicht. Wie die Staatsanwältin völlig richtig sagte: Der Mensch kann irren, und deswegen dienen als Sicherung Gesetze und Verfassung. Daher hat man sich an das Gesetz zu halten und nicht eigene Moralvorstellungen über das Gesetz zu stellen.

    Der Kampfpilot mißachtete nicht nur einen rechtlich einwandfreien Befehl (nicht abschießen!) und gehört deswegen auch vor ein Miltärgericht, sondern obendrein die Verfassung. Er ist also keineswegs ein Held, sondern eindeutig schuldig, wenn auch nicht des Mordes, sondern des Totschlags (hier kann man als Bundesdeutscher allerdings tatsächlich fragen, wieso die so intelligente Staatsanwältin auf Mord plädierte und nicht auf Totschlag, es ging ja um einen Anschlag auf München und einen Piloten der bundesdeutschen Luftwaffe; in Österreich hat der Rechtsbegriff „Mord“ freilich die Bedeutung des bundesdeutschen Rechtsbegriffs „Tötungsdelikt“ ohne weitere Qualifikation).

    Obendrein erwähnte die Staatsanwältin völlig zurecht, daß es Pflicht gewesen wäre, das Stadion zu räumen, und daß dazu auch die Zeit ausreichte. Außerdem kam durch die Nebenklägerin zur Sprache, daß die Passagiere versuchten, in das Cockpit zu gelangen; bei Erfolg hätte vielleicht der Absturz verhindert und das Leben der Passagiere gerettet werden können (!!!). Auch Pilot oder Copilot hätten vielleicht die Passagiere retten können. Alle diese Rettungsmöglichkeiten wurden durch den Abschuß verhindert.

    Mich schockierte das Zuschauerurteil, diese völlige Mißachtung des Rechts, der damit vollzogene Vorrang von Willkür („Gewissen“, „Moral“) gegenüber dem Gesetz. Im Grunde genommen müßte an den deutschsprachigen Schulen offenbar dringend ein Pflichtfach Rechtskunde eingeführt werden, damit die Menschen Verständnis für das Recht und den Wert eines Rechtsstaates erhalten. Die derzeitige bundesdeutsche Regierung gibt mit ihren zahllosen Rechts- und Vertragsbrüchen allerdings auch ein denkbar schlechtes Beispiel.

  5. @Pierre 17. Oktober 2016 um 23:12

    Zitat
    „Im Vatikan gab es gegen die päpstlichen Pläne einige Bedenken, da eine Wiedergewinnung der Sommerresidenz durch einen Nachfolger von Franziskus, der die Sache anders sehen könnte, schwierig werde.“

    Das sehe ich weit entspannter. Der Nachfolgepapst von Papst Franziskus kann dort in der Sommerresidenz Castel Gandolfo wieder Ferien machen, wenn er will. Dann sind die entsprechenden Räumen nicht mehr zugänglich. Das ist kein Problem. Ab und zu lebt ein Papst auch in einem Hotel und dort wird auch kein Anspruch erhoben, dass beispielsweise die Räume später für niemand anderen zugänglich werden.

    Der Nachfolgepapst ist frei, seine Umstände neu zu gestalten und beispielsweise wieder im päpstlichen Palast im Vatikan einzuziehen. Ob schwierig oder nicht ist unerheblich. Es gibt weit schwierigere Fragen für einen Papst und solche Luxusentscheidungen auf zu plustern ist geradezu grotesk und lächerlich angesichts der Problemen in der Welt.

  6. @Seefeldt 18. Oktober 2016 um 09:23

    Nur kurz: Die Staatsanwältin kam mit einer spekulativen Frage was wäre gewesen wenn seine Frau in dem Flugzeug gesesse wäre? Hätten Sie dann geschossen?

    Hier hätte ich im Gegenzug die Staatsanwältin gefragt was wäre gewesen wenn sich ihre Tochter ( sofern sie eine gehabt hätte ) in dem Stadion befunden hätte? Wäre es Ihr recht gewesen wenn der Pilot nicht geschossen hätte?!?

    Weiters: Die Räumung des Stadions: Bis kurz vorher war die Flugroute nicht absehbar bzw. bestimmbar. Wieviel Liter Kerosin waren noch im Treibstofftank? Deswegen hätte die Zeit sicher nicht ausgreicht. Und nicht was die Staasanwältin da kurioserweise behauptete. In dem anschliessenden Diskussionsforum im ORF meinte auch der Gerneraloberst (genaue Bezeichnung vergessen ) der Flugverteidigung, wäre die Maschine in St.Pölten gekapert worden dann hätte man nicht nur das Praterstadion sondern ganz Wien evakuieren müssen. Und das wäre völlig absurd.

    Und nochmals: Ob die Passagiere tatsächlich die Maschine in den Griff bekommen hätten ist alles nur Spekulation und KEINE FAKTEN. Die Maschine war sowieso dem Tode geweiht gewesen wenn nicht wirklich ein Wunder passiert wäre. Und ohne Abschuss wären 70.000 + die 164 Passagier ums Leben gekommen. Ist das dann MENSCHLICH vertretbar ?!??? Wie lange hätte der Pilot noch zuwarten sollen?!? Einfach dann zuschauen wie die Maschine andere UINSCHULDIGE 70.000 Menschen tötet?!????

    Was ist hier vom gesunden Menschenverstand noch unklar?

    Last not least: Was wäre gewesen wenn wirklich kein Versuch unternommen wäre die Maschine abzuschiessen und tatsächlich die 70.000 UNSCHULDIGEN Menschen umgekommen wären?!? Wo ist hier die Menschenwürde?!?

    Vieleicht wären dann 100derte Zeugen und Zeuginen gekommen die die Piloten wegen fahrlässiger Untätigkeit des wirklich WAHREN Morden beschuldigt hätten!!!!! Das kam wohl nicht zur Sprache … Nur soweit.

    Für mich bleibt der Pilot ein Held.

  7. @ Pierre:

    Sie erlebten doch die Antwort des Piloten, ob er geschossen hätte, wenn seine Familie im Flugzeug gesessen hätte: Keine. Und ich vermute, daß er sich lediglich vor der Antwort „Nein“ drückte. So weit ging sein „Gewissen“, seine „Moral“ denn doch nicht.

    Die Zeitfrage wurde ausführlich behandelt, die Zielrichtung schnell genug bekannt, um noch rechtzeitig das Ziel zu erkennen und zu reagieren. Das Kerosin hat damit nun überhaupt nichts zu tun.

    Zu den Passagieren: Natürlich kam es nicht dazu, daß die Passagiere das Flugzeug von dem Terroristen befreiten.
    ABER: Der Abschuß raubte den Passagieren UND DEN PILOTEN die MÖGLICHKEIT der FLUGZEUGRETTUNG oder wenigstens die Absturzvermeidung in das Stadion. Das Stadion liegt am Stadtrand, also wäre auch eine Bruchlandung ohne Schaden für die Wohnbevölkerung möglich gewesen.

    Zu Ihrer Frage: „Was ist hier vom gesunden Menschenverstand noch unklar?“
    Das ist doch die Hauptproblematik: Was ist „gesunder Menschenverstand“? Gerade hier sehen Sie doch: Sie haben eine Meinung, ich eine andere Meinung. Wollen Sie mir jetzt einen ungesunden „Menschenverstand“ unterstellen, weil ich anderer Meinung bin als Sie? Die Staatsanwältin sprach das Problem doch völlig richtig an: Der Mensch kann irren, auch Sie und auch ich. Und deswegen stellt sich ein Rechtsstaat zur Orientierung Richtlinien auf, nämlich die Gesetze. Wer das, was er selbst für „gesunden Menschenverstand“ hält, über die Gesetze stellt, setzt sich damit selbst über Gesetz, Staat und Gesellschaft hinweg, wirft sich damit zu einer Art Oberrichter auf, maßt sich damit etwas an, was ihm nicht zusteht. Vor dem Gesetz und damit vor Staat und Gesellschaft ist der Kampfpilot deswegen schuldig, und das eindeutig. Selbstverständlich gibt es in diesem Falle erheblich mildernde Umstände, was aber nichts an der Schuldigkeit ändert. Ein Held ist der Pilot auf keinen Fall.

    Zum Schluß: Sie leben in einem Staat, der noch einigermaßen ein Rechtsstaat ist, und wissen daher den Wert von Rechtsstaatlichkeit leider nicht genug zu schätzen. Rechtsstaatlichkeit bedeutet Schutz vor Willkür – von Privatpersonen, aber auch vom Staat. Rechtsstaatlichkeit bedeutet daher auch Sicherheit. Aber für Rechtsstaatlichkeit ist auch wichtig, daß sich die Bürger an das Recht halten, das Recht achten und sich eben nicht anmaßen, ihren vermeintlichen „gesunden Menschenverstand“ über das Recht zu setzen.

  8. @ Pierre:

    Mal ein anderer, aber auch ähnlicher Fall:

    Eine Mutter von 3 minderjährigen Kindern ist schwanger, doch diesmal bedroht die Schwangerschaft ihr Leben. Wird das Ungeborene abgetrieben, wird die Mutter überleben und sich weiter um ihre übrigen 3 Kinder kümmern können; andernfalls wird das Ungeborene sehr wahrscheinlich überleben, die Mutter aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sterben und 4 mutterlose Kinder hinterlassen. Was meinen Sie dazu?

  9. @Seefeldt 19. Oktober 2016 um 12:29

    Mein gesunder Menschenvestand sagt dass das Leben der Mutter Vorrang hat. Nicht nur weil die Mutter dringend für die anderen 3 Kinder leben muss sondern dass auch die Mutter ev. wieder ein oder weitere Kinder kriegen könnte und somit eine grundsätzlich lebensbejahende Einstellung hat. Das abgetribene Kind ist hier das Opfer, bedauerlich aber eine notwendige einsichtige Entscheidung. Andernfalls wäre das Opfer die Mutter gewesen. Also OHNE OPFER wäre es so oder so nicht gegangen.

    Wieder spekulativ gedacht: Aber wäs wäre wenn beide überleben würden wenn die Mutter nicht abgetrieben hätte? Auch schon vorgekomnmmen. Aber kennt man das Risiko und lässt sich darauf ein dann muss man auch den Ausgang so annehmen wie er kommt.

    Gegenbeispiel: Was macht eine Seilgemeinschaft wenn eines der Opfer am Seil hängend zum Wohle der anderen sich vom Seil abschneidet? Er rettet mit seinem Entschluss das Leben der übrigen anderen. Der Opfergedanke ist hier tragend ( Utilitarismus ).

    @Seefeldt 19. Oktober 2016 um 08:40

    Gegenfrage:

    “ Das Stadion liegt am Stadtrand, also wäre auch eine Bruchlandung ohne Schaden für die Wohnbevölkerung möglich gewesen. “

    Na sicherlich. Wozu dann noch darüber diskutieren? War das eine eine ernstzunehmende Alternative gewesen? Nein. Natürlich können Sie sich unter den IS Mördern aufhalten und es geschieht Ihnen nichts. Nur es wäre DUMMHEIT sich auf dieses Wagnis einzulassen, einfach zu hoffen es passiert mir schon nichts.

    Gegenfrage: Was wäre gewesen hätte der Pilot nicht geschossen und die Maschine hätte wirklich 70.000 UNSCHULDIGE Menschen umgebracht?
    Ist das dann Fatalismus? Oder eine GROB FAHRLÄSSIGE UNTERLASSENE HILFELEISTUNG zu der sich dann der Pilot hätte verantworten müssen?!?

    Dann möchte ich nicht in der Haut des Piloten stecken wenn er bereits WUSSTE ( augensscheinlich annehmen musste ) dass das Flugzeug genau dort abstürzen würde. Er hatte wider besseren Wissen und Gewissen gehandelt. Sich dann auf die Staatsbefehle rausreden zu können/zu wollen ist einfach billig, unseriös und unehrenhaft.

    Die Verantwortung für diesen Massenmord von 70.000 + 164 UNSCHULDIGEN trägt dann nicht der Pilot?

  10. @Seefeldt 19. Oktober 2016 um 08:40

    @ Pierre:

    “ Sie erlebten doch die Antwort des Piloten, ob er geschossen hätte, wenn seine Familie im Flugzeug gesessen hätte: Keine. Und ich vermute, daß er sich lediglich vor der Antwort „Nein“ drückte. So weit ging sein „Gewissen“, seine „Moral“ denn doch nicht. “

    Und wie steht es mit dem Gewissen der Staatsanwältin wenn ihre Tocher ( soltte sie ein haben ) sich im Stadion befunden hätte? Wäre es ihr auch recht gewesen wenn der Pilot nicht geschossen hätte ?!!!!!!!

    Oh, wäre die Staatsanwältin diesbezüglich zu befangen gewesen … anscheinend gibt es auch für die Staasanwältin einen Punkt wo sie Gesetze brechen müsste. Will man nicht laut sagen. Ist aber wahr. Mehr braucht man dazu wohl nicht zu sagen.

    Eine KONSEQUENTE Staasanwältin würde sogar ihre Tochter opfern, nicht wahr?

  11. @ Pierre 19.X.2016 um 16:44 Uhr.

    Die Staatsanwältin wäre mit dem NICHTabschuß auch in besagtem Falle einverstanden gewesen. Denn sie ist konsequent – auch konsequent gesetzestreu.

    Nochmals, und diesem Fakt weichen Sie bisher leider aus: Der Mensch kann irren, und (auch) deswegen steht es keinem Menschen zu, sich in eingebildetem „gesunden Menschenverstand“ über das Gesetz, im Falle des Kampfpiloten auch über den rechtlich einwandfreien Befehl hinwegzusetzen. Das Gesetz ist ja auch, ja gerade dazu da, in Zweifelsfällen (auch wie diesem) die Richtschnur zu setzen – an die man sich dann auch zu halten hat.

    Auch dem Wert des Rechtsstaates weichen Sie leider bisher aus.

    Übrigens: Ein Staat, der sich ernstnimmt, muß auf der Einhaltung seiner Gesetze bestehen – tut er das nicht, wird er zur Bananenrepublik. Auch deswegen wäre eine Verurteilung des Kampfpiloten zwingend geboten.

  12. @ Pierre
    zur Abtreibung bei Lebensgefahr der Mutter (medizinische Indikation):

    Diese Frage stellte ich zugegebenermaßen mit einem Hintergedanken. Ist Ihnen bekannt, daß die Kirche lange Zeit absolut jegliche Abtreibung verbot, also auch bei Lebensgefahr der Mutter?

  13. @Seefeldt 19. Oktober 2016 um 18:12

    Jetzt wo Sie es sagen kann ich mich erinnern. Nun, dann ist das ein Punkt der im Anlassfall wirklich Kraft und Mut zu einer rechten Entscheidung fordert. Gebe ich zu und Gnade Gott demjenigen der dennoch eine mögliche Fehlentscheidung als richtig gesehen haben wollte.

  14. @Seefeldt 19. Oktober 2016 um 18:09

    “ Auch dem Wert des Rechtsstaates weichen Sie leider bisher aus.

    Übrigens: Ein Staat, der sich ernstnimmt, muß auf der Einhaltung seiner Gesetze bestehen – tut er das nicht, wird er zur Bananenrepublik. Auch deswegen wäre eine Verurteilung des Kampfpiloten zwingend geboten. “

    Ich will nicht ausweichen.
    „Bananenrepubik“: Das Gesetz muss mit der Wirklichkeit und den Gesetzen Gottesentsprechen. Man kann die Moral nicht verdrehen nur weil es das Gesetz sagt. Gut und böse, richtig und falsch sind in unser Herz gemeisselt. Niemand kann sich bei Gott ( und nicht vor dem Staat !!!! ) entschuldigen!!!
    Das weltl. Gesetz lebt sich nicht selbst sondern es bedarf dazu genauso Menschen die sich auch irren können und Fehlentscheidungen treffen.
    Im Anlassfall des prompt reagierenden Kampfpiloten müssen Entscheidungen im kurzen Zeitabständen getroffen werden und hier ist es gerade für unmittelbar NICHT-beteiligte schwierig die Übersicht zu haben um die Situation vor Ort richtig einzuschätzen und beurteilen zu können. Dies betrifft z.B. die Regierungsträger aber auch das Einsatzkommando. Deswegen ist es dem Soldaten im Gefecht eingeschränkt (soweit) erlaubt selbständig zu reagieren OHNE VORIGES EINFORDERN einer SONDERERLAUBNIS ( z.B. schiessen zu dürfen ). Deswegen kann im Einzelfall der Gehorsam verweigert werden (Notstand) bzw. ist man in die moralische Pflicht genommen in Ausnahmesituationen/Notstand den Gehorsam zu verweigern ( vglb. s. S.E. Lefebvre ). Wie würden Sie reagieren wenn ihnen keine Zeit mehr zum Überlegen bliebe ob man schiesst oder nicht? Dann muss z.B. der Soldat in dieser Ausnahmesituation sofort reflexartig automatisch reagieren bevor es ihn lähmt. Das wird auch in Trainings so gelernt. Hier ist Denken sogar kontraproduktiv und kann zum Nachteil gereichen.
    Wie würden Sie es sehen wenn die Regierung das Flugzeug zum Abschuss freigegeben hätte und der Pilot aus diversen spekulativen Gründen ( z.B. die Passagiere könnten doch den Täter noch überwältigen ) doch (noch) nicht bereit ist dieses abzuschiessen? Wie ist dann seine Entscheidung zu werten im Falle seiner richtigen Einschätzung und folgenrichtigen Entschlusses über das Gesetz hinweg zu handeln? Ist das dann auch strafbar? Was ist wenn es wirklich nur zu einer schweren Bruchlandung gekommen wäre mit vielleicht auch nur 1em oder 2 Überlebenden? Hätte der Pilot den Irrtum der Regierung nicht eigenmächtig korrigiert ( zum Besseren gewendet weil er nicht geschossen hatte – BEFEHLSVERWEIGERUNG !!!! – ) und wäre er dennoch als Held angeklagt und verurteilt worden? Was entspricht hier gesundem Rechtsempfinden?! Sich formal aufs Gesetz zu berufen oder doch ein menschliche Ausnahme zu machen?!? Bzw. die Befehlshaber mal an-/verklagen zu dürfen/zu müssen wegen deren fehlerhaften Befehlsentscheidungen!!!! In dem Fall wäre die Regierung insbes. der Innen- u/o. auch Verteidigungsminister zu verklagen. Nur das würde in der Realität nie passieren. Selbst wenn, was dann?
    Wird hier das Gesetz nicht überbewertet und als der Weisheit letzter Schluss gesehen?! Das Gesetz pervertiert geradezu in solchen Situationen und ist nicht der Gradmesser. S.Kant mit dem Lügen. Wer würde den Mörder nicht anlügen wenn es um Leben geht oder um ernstzunehmende Nachteile?!? Ist hier Lügen eine Sünde ( von kirchl. Seit aus gesehen?!? ). Ja, aber … Das Gesetz ist das eine, die Anwendung eine andere Sache.

    Es ist im Einzelfall sehr wohl NÖTIG sich auf seinen Verstand vertrauen zu dürfen und damit eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen zu haben. Wer will schon einen Kadavergehorsam? Will man sich bei einem Irrtum auch immer aufs Gesetz rausreden obwohl man es hätte anders wissen und anders handeln hätte können? So ein charakterliches (Fehl)Verhalten schuldigt das nicht im Gerigsten. Sind wir Automaten des Gesetzes?!?

    Wieviele Menschen konnten und können sich hinter dem (ungenügendem) Gesetz verstecken und tun es auch gewissenlos?!? Siehe die heutige legale(!!!) Wirtschafts“mafia“. Alle wollten sich nur gesetzestreu danach verhaltenhaben. Hier sind es die Gesetze selbst die diese Ungerechtigkeit zulassen, diese noch unterstützen und fördern.

    Soviel zum Rechtsstaat. Gerechtigkeit ist eine andere Sache. Einzig und allein ist man verpflichtet sich nach dem Glauben der katholischen Kirche auszurichten ( wie z.B. die kath. Soziallehre ). Kann der Staat per Gesetz den Kindesmord befehlen (China) oder hierzulande genehmigen? NEIN! Hier ist man im moralischen Gewissen VERPFLICHTET den Gehorsam zu verweigern wollte man sich nicht mitschuldig machen!

  15. @POSchenker 19. Oktober 2016 um 22:02

    Und alle Kinder lebten OHNE Mutter weiter …
    Ist das nicht auch ein weiteres Opfer für die Kinder?
    Die leibl.Mutter ist und bleibt lebenslange Bezugsperson und ist prägend in der seelichen und charakterlichen Erziehung. Eine Erzieheung OHNE leibl.Mutter hat Nachteile. Das wird niemand bestreiten.
    Jeder möge selbst entscheiden was zumindest für die übriggebliebenen Kinder das Bestmöglichste wäre.
    Das Ungeborene wäre ( auch lt. POS ) im Schosse Gottes gelandet.

  16. @Seefeldt

    Gesetz und Moral sollten immer eine Einheit bilden. Die katholische Morallehre steht ÜBER jeglichen weltl. Gesetz ( zumindest sollte das so sein ). Moral und Gesetz können und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das Gesetz sollte vornämlich der moralischen Umsetzung dienlich sein und nicht die Moral aushebeln.

  17. @Seefeldt

    Prinzip des geringeren Übels
    Genäß der klassischen Moraltheologie kann man bei scheinbar ausweglosen Entscheidungen das Prinzip des geringeren Übels anwenden. Das ist und war immer legitim. Opfer müssen manchmal gebracht werden. Wir können uns über die Wirklichkeit nicht hinwegtäuschen so als ob alles auch OHNE Opfer lösbar wäre.

  18. @Seefeldt

    Denkanstösse zur moralisch gerechten Entscheidungsfindung:

    Lesermeldungen aus http://www.spiegel.de/forum/kultur/hart-aber-fair-zu-ard-film-terror-sonst-sind-wir-schnell-bei-volksjustiz-thread-524910-1.html

    syn4ptic 18.10.2016, 07:38
    37.

    Zitat von gratiola
    „abschießen!-Punkt. Wenn dies nicht mehr gilt ist Deutschland endgültig zur Bananrepublik verkommen. Emotionen sind im Strafrecht sowieso schädlich.“ Nein, nicht Punkt. Das mag Ihre Meinung, Sichtweise und ethische Haltung sein, die ist aber keine universelle Richtlinie für die moralische Fragestellung. Genau deshalb wird seit sehr langer Zeit über den sogenannten Weichenstellerfall (Sie können ganze Abhandlungen darüber ergoogeln) diskutiert.

    Objektiv betrachtet ist das hier noch nicht einmal ein Weichenstellerfall, sondern sehr viel einfacher gelagert. Die Prämisse, die dabei gilt: würden die X Personen im Flugzeug sowieso sterben, auch wenn man es nicht abschießen würde? Wenn die Antwort ja lautet, dann muss man abschießen, da eine Anzahl X Opfer nun einmal größer ist als eine Anzahl X + Y. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Anzahl X in jedem Fall sterben würde.

    Ihr letzter Satz belegt übrigens exakt das Gegenteil von dem, was Sie behaupten möchten. Wenn es kein moralisches Dilemma gäbe, da die Emotionen nicht zählen, müsste man sogar abschießen. Das gebietet dann die reine Logik anhand der unterschiedlichen Opferzahlen

    benjamin.spiss 18.10.2016, 06:50
    7. Was…

    …wenn der Pilot seine Befehle befolgt und das Flugzeug nicht abgeschossen hätte…und es dann 70.163 Tote gäbe. Würden dann die Befehlsgeber bzw. politisch Verantwortlichen wegen 70.163-fachen Mord angeklagt?
    Fakt ist doch, dass die 164 sowieso dem Tod geweiht gewesen wären…
    Das Ganze ist in erster Linie ein moralisch-ethisches Dilemma, denn Menschenleben gegeneinander aufrechnen darf nie einfach sein – aber gerade in diesem theoretischen Szenario wo die Alternative ziemlich klar scheint, fällt die Antwort für mich ebenso eindeutig aus wie für das Publikum.

    brotherandrew 18.10.2016, 06:53
    9. Gerhard …

    … Baum hat sich als äußerst nerviger Prinzipienreiter erwiesen. Klug hingegen argumentierte die Theologin, Frau Bahr. Nur, bezogen auf die Versuchsanordnung, hilft der gesunde Menschenverstand doch ziemlich. Die Passagiere des Flugzeugs waren ohnehin dem Tod geweiht. Ob dieser durch den Aufprall in ein Fussballstadion oder durch den Abschuss eintreten würde, kam vom Ergebnis her auf das Selbe heraus. Die Menschen im Fussballstadion haben aber auch einen Anspruch auf staatlichen Schutz und auch eine Menschenwürde, die es zu verteidigen gilt.
    Natürlich ist letztlich die Entscheidung zum Abschuss immer mit persönlicher Schuld verbunden. Aber strafrechtlich muss man da nicht noch ein Urteil wegen Mord draufsetzen.
    Was mich wundert, hier wird von MORD gesprochen. Setzt nicht MORD niedrige Beweggründe voraus? Geplante Tat zur Umsezung von Rache, Gier, Sadismus. Weder von der Staatsanwältin, noch vom Verteidiger wurde bezweifelt, dass der Mann es sich aus moralischen Gründen, aus Verantwortung für das Leben vieler leicht gemacht hätte.

    wolly21 18.10.2016, 07:06
    16. Eine Frage

    an die Schuldig-Sprecher, vor allen an Herrn Baum:
    Wie würde er reagieren, wenn der Pilot einen Schießbefehl bekommen hätte, den aber mit Hinweis auf die Verfassungswidrigkeit verweigert hätte, dadurch sowohl die Fluggäste als auch 35.000 Stadionbesucher ums Leben gekommen wären

    alexandermaurer 18.10.2016, 07:12
    18. Unschuldig

    164 unschuldigen Menschen ein paar Minuten länger leben lassen und dafür 70.000 zu opfern? Nein, zu dem lädt das Gesetz jeden Terroristen mit einem entführten Flugzeug dazu ein, sich in Ruhe ein Ziel mit vielen Opfern zu finden. Nebenher kann er den begleitenden Kampfpiloten ja noch zuwinken, die ja nur nebenher fliegen dürfen. Zur Sendung, früher dachte ich dass unsere Volksvertreter Politik für das Volk machen sollen. Wenn man Herrn Baum hört, ist es relativ eindeutig das er dieses Volk für zu blöd, hält um Entscheidungen zu treffen. Da lobe ich mir die Schweiz, deren Kommentar darauf hinwies, wie stolz diese auf ihre Abstimmungen sind.

    Das GG ist nun mal nicht in Stein gemeißelt.

    “ Die „Würde des Menschen“ berechtigt nicht dazu, die Hände in den Schoß zu legen und Terroristen tun und lassen lässt was sie wollen, wie Herr Baum unbeirrt glaubt. Ob Herr Baum sich je gefragt hat, ob es der Würde oder dem Wunsch der Unschuldigen im Flug entsprochen hätte, ein paar Minuten weniger zu leben und so andere zu verschonen? Ich glaube nicht, dass er je darauf kam.

    claude 18.10.2016, 07:36
    32. Die Würde der 164 Passagiere

    Befolgt man wirklich Artikel 1 des GG, bewahrt man wirklich die Würde der 164 Passagiere, indem man ihr Leben um jeden Preis um wenige Sekunden verlängert, indem man sie sehenden Auges in ein gefülltes Stadion fliegen lässt ? Würde es die überwiegende Mehrzahl der 164 Passagiere nicht als würdevoller empfinden, die 70000 Menschen zu retten und so ihrem ohnehin sicheren Tod ein kleines bisschen Sinn zu geben ? Wie schlecht und bar jeder Würde müssten die Passagiere sich kurz vor ihrem Tode fühlen, wenn sie wüssten, dass gleichzeitig 70000 in einem Stadion mitgerissen werden, wie tröstlich könnte es für manchen sein, wenigstens das Attentat als solches verhindert zu haben ?
    In Extremsituationen muss Würde nicht zwangsläufig bedeuten, Leben um jeden Preis zu verlängern, in Extremsituationen, den sicheren Tod vor Auge, kann Würde auch ein würdevoller Tod sein. Siehe auch z.b. die Debatte um Sterbehilfe.
    Im Grundgesetz steht nicht, „das Leben des Menschen ist um jeden Preis unantastbar“, Würde ist nicht gleich Leben um jeden Preis

    abc. 18.10.2016, 07:37
    36.

    um 70.000 potentielle Tote im Münchner Olympiastadion <

    In dem Szenario wars die vollbesetzte Allianzarena (Länderspiel), Olympiastadion wäre auch ein potentielles Ziel gewesen (Konzert mit 35k Besucher).

    Das Fr. Bahr anfangs so vehement darauf hingewiesen hat, man habe nur über das Ende eines Filmes abgestimmt, war wohl hauptsächlich der hyperventilierenden Art des Herrn Baums geschuldet, den sie auf diese weise wieder etwas ins Boot holen wollte. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass es in einem solchen Szenario hoffentlich einen Verteidigungsminister / Offizier / Piloten gibt, der den Abschuss befielt bzw. durchführt – auch angesichts des Wissens danach als Mörder verurteilt zu werden. Es ist einfach nicht einzusehen, 70000 Menschen für die Wahrung eines Rechtsprinzips zu opfern. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Passagiere ab dem Moment der Übernehme durch Terroristen mMn bereits tot sind (dass man den Passagieren bis zum vertretbaren letzten Moment die Möglichkeit geben muss, die Lage selbst zu bereinigen, ist klar, aber spätestens wenns in Richtung dicht besiedeltes Wohngebiet geht ist auch das unerheblich). Dass der Staat dagegen gemäß GG Artikel 1 nicht zwischen Menschenleben abwägen darf und die Justiz den Minister / Offizier / Piloten zu verurteilen hat, ist auch klar und ließe sich in solch einem (fiktiven) Szenario über ein verringertes Strafmaß wieder ausgleichen

    moritz27 18.10.2016, 07:39
    38. Meine Frau war für

    aber mit mildernden Umständen. Ich habe mit „unschuldig“ votiert, da es keinen Befehl der Leitstelle zur Rückkehr auf die Basis an die Piloten gab, also dem Majror stillschweigend das Handel überlassen wurde. Als Verteidiger hätte ich auf die theoretiche Frage der Staatsaanwältin, was der Pilot gemacht hätte, wenn seine Frau und sein Kind an Bord der Maschine geween wären, gekontert: „Wie wäre Ihre Ansicht, wenn Ihr Mann und Ihre Kind im Stadion gewesn wären“? Hätte der Autor des Stücks auch noch dem Täter eine grundehrlich klingende Entschuldigung an die Angehörigen sagen lassen, wäre das Ergebnis noch deutlicher ausgefallen.
    In der Realität, wenn alles nach den Regeln des GG gelaufen wäre, hätte es gar keinen Verantwortlichen vor Gericht gegeben. Die Ministerin ordnet an: Kein Abschuss, weil GG. Die Richter sind nicht belangbar, weil unabhängige Justiz. Und wenn man dann anschließend erfahren hätte, dass tausende Opfer hätten vermieden werden können. DAS wäre eine Diskussion geworden!

    spassmann 18.10.2016, 07:49
    45. allen besserwissern

    eine frage ist nicht gestellt worden.wie hätte sich der Pilot richtig verhalten sollen.Befehle befolgen also nichts tun.dann gibt es 70164 opfer.ist das besser als 164? die flugpassagiere sind geiseln der terroristen und sind leider zum sterben verurteilt.es besteht die Chance die Mehrheit zu retten.
    nächste Frage wo ist der Katastrophenschutz.Evakuierung des sradions und der anderen potentiellen ziele.die flugpassagiere sterben auch dann.es gibt keine richtige Lösung.der Staatsanwalt kann sich hinter seinen Paragrafen verstecken.er hat alles richtig gemacht.der Pilot muss mit der Entscheidung leben.die 70000 haben auch Familie.
    die Amis sind da knallhart.die schiessen ab und der Pilot bekommt einen Orden.

    mereexposure 18.10.2016, 07:59
    50. Menschenrechte sind eine Sache der Betrachtungsweise

    In Deutschland darf laut eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2006 nicht Leben gegen Leben abgewogen werden. Niemand darf sich eigenmächtig zum Herren über Leben und Tod aufschwingen, da der “ewige Grundsatz des Grundgesetzes gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar“, zumal der Ausgang einer momentanen Situation bis zuletzt nicht entschieden ist.
    Doch wie ist die Lage, wenn es um Abtreibungen geht? Da ist dann der ewige Grundsatz des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar keinen Pfifferling mehr wert. Daher darf dann in unserem Land Leben sogar viele Stufen tiefer Leben gegen die Möglichkeit eines eigenen bequemen Lebens straffrei abgewogen werden, obwohl auch das Ziel der Abtreibung, sich einer unbequemen persönlichen Situation zu entziehen, bis zuletzt nicht entschieden ist. Wir haben in Deutschland jährlich 100.000 Tötungen von ungeborenem menschlichem Leben. Doch dazu kommt von Herrn Baum, dem großen Verteidiger der Menschenwürde, kein Statement.
    Von den scheinheiligen, ansonsten so gerne immer moralisierenden Verteidigern der Menschenwürde hört zu dieser Barbarei nichts. Da ist nur Schweigen über den Verbrennungsanlagen der Kliniken, in den die sterblichen Überreste der abgetriebenen Kinder verbrannt werden.

  19. @ Pierre:

    Sie lasen Herrn Schenkers Hinweis, und ich kann Ihnen nach Lektüre des Kirchenrechts mitteilen, daß das Kirchenrecht bei Abtreibung keine Ausnahmeregelung vorsieht: Abtreibung bleibt Abtreibung und ist mit Exkommunikation belegt, also auch bei Lebensgefahr der Mutter.

    Was Sie dem entnehmen können, ja sollten oder müssen:
    Die Moral der Kirche ist in dieser Hinsicht eine andere als Ihre.
    Wichtige Folgerung: Ihre Moralvorstellung hat keinen Absolutheitsanspruch – Ihre Vorstellung von „gesundem Menschenverstand“ ebensowenig.

    Und nun die Frage: Sind Sie bereit, sich der Moral und dem Recht der Kirche zu unterwerfen? Oder wollen Sie sich weiterhin über Moral und Recht der Kirche hinwegsetzen?

    Und was für das Kirchenrecht gilt, gilt auch für das Staatsrecht. Sind Sie bereit, sich der Moral und dem Recht des Staates (= von dazu befugter Stelle definierte Moral der Gesellschaft) zu unterwerfen? Oder wollen Sie sich weiterhin über Moral und Recht des Staates hinwegsetzen?

    Natürlich muß man Gott mehr gehorchen als dem Menschen und deswegen auch der Kirche mehr als dem Staat. Und doch: Das Christentum fordert von Anfang an, jegliche Obrigkeit zu respektieren. Es sprechen zwar gute Gründe dafür, ein entführtes Flugzeug abzuschießen, aber es sprechen auch gute Gründe dagegen. Und der Staat (die Bundesrepublik Deutschland) hat nun einmal sich dafür entschieden, den Abschuß eines entführten Flugzeuges zu verbieten. Das hat jeder Staatsbürger zu respektieren, erst recht jeder Soldat.

    Der Artikel, auf den Herr Schenker hinwies, erwähnt das Opfer der Mutter für ihr Kind. Ich schrieb von dem hohen Wert der Rechtsstaatlichkeit. Und nun bitte ich Sie sorgfältig zu bedenken: Könnte der so hohe Wert der Rechtsstaatlichkeit nicht auch das Opfer der Menschen im Stadion wert sein? Seien Sie sich bewußt: Mit der Befürwortung der Rechtsmißachtung, mit der Überbewertung des eigenen „gesunden Menschenverstandes“, der eigenen Moralvorstellungen über das Recht tragen Sie zur Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit bei. Denn wo kämen wir hin, wenn jeder, dem ein Gesetz im Wege steht, sich sagen dürfte, seine Vorstellungen von Moral und „gesundem Menschenverstand“ stünden über dem Gesetz?

    Ein lehrreiches Beispiel aus der jüngeren Geschichte: In den letzten Jahren des nordirischen Bürgerkrieges besann sich die englische Regierung ihrerseits auf die Rechtsstaatlichkeit und hielt sich sich in besagtem Bürgerkrieg strikt an das Recht – mit der kurzfristigen Folge, daß mehr Soldaten als Terroristen starben, aber mit der langfristigen Folge, daß in Nordirland einigermaßen Ruhe einkehrte. London opferte somit seine Soldaten für das Recht und damit letztendlich auch für die Befriedung Nordirlands. Auch darüber sollten Sie nachdenken.

  20. @Seefeldt 20. Oktober 2016 um 07:58

    Was würden Sie als gerechten Notstand bezeichnen, auch eine Sonderregelung innerhalb der regulären Gesetzeslage in Ausnahmefällen, bei Ausnahmezuständen? Oder Ist besagter Notstand nicht auch eine förmliche
    Gesetzesmissachtung? Kann nicht in gewissen Situationen unter Mitberücksichtigung anderer Umstände ein formal gesetzeswidriges Handeln dennoch als gerechtfertigt gesehen werden wenn nach der Maxime gehandelt wurde: Das Wohl vieler steht in so einem Fall über dem Wohl weniger ? Ich denke schon.

    Hat das was mit Missachtung der Obrigkeit, Opportunismus zu tun? Hat das Gesetz wirklich für jede denkbare Situation eine Gesetz parat? Entstehen nicht manche Gesetze erst NACHDEM etwas passierrt ist? Ist eine Situation in sich so gestrickt dass auch das moralische Empfinden ausgeschaltete sein darf und muss und formal der die Gesetzeslage nach lieber mit Recht vor Gnade vorgegangen wird als mit Gnade vor Recht?

    Noch einmal: Wie klagte Jesus doch die falschen Gesetzeslehrer an, die auf das Recht pochten? Siehe auch die Stelle mit dem Sonntagsgebot oder die vorgesehene Verurteilung durch Steinigung der Sünderin etc. Gibt Jesus uns nicht selbst etwas in die Hand um AUCH mit dem Herzen entscheiden zu können wenn Recht und Gesetz zu unbarmherzig erscheinen? Wer ist schon OHNE Schuld um sich dermaßen auf das Gesetz stützen zu müssen?

    Noch ein Wort zur Demokratie: Das Volk bestimmt. Hier war es sogar eine DIREKTE Volksbefragung. Wenn man dieses Wort Demokratie schon in den Mund nimmt dann sollte man auch Volk ernst nehmen. Bekanntlich wird ja meist über die Köpfe hinweg entschieden. Ausser vielleicht in der Schweiz. Das Volk ( D, Ö, S ) hat nach seinem Rechtsempfinden sich für die Freisprechung des Angeklagten ausgesprochen. Auch das sollte man in der Demokratie akzeptieren, wenn man so konsequent sein wollte.

  21. @Seefeldt 20. Oktober 2016 um 07:58

    “ Und nun die Frage: Sind Sie bereit, sich der Moral und dem Recht der Kirche zu unterwerfen? Oder wollen Sie sich weiterhin über Moral und Recht der Kirche hinwegsetzen? “

    In dem Fall der Abtreibung müsste ich mich der Kirche widerwillens unterwerfen. In dem Falle wäre ich persönlich nicht überzeugt das richztige zu tun, ich handelte eigentlich gegen mein Gewissen, aber anscheinend zählt das nicht. Ich werde tun was Gott durch die Kirche verlangt auch wenn ich innerlich dagegen wäre/bin.

    Nun, was sagen Sie dazu? Bin ich dann noch immer ein Sünder weil mein Innerstes von dieser Handlung nicht überzeugt ist? Liebe ich Gott wirklich wenn ich ihm nur aus formalen Gründen gehorche? Will die Kirche nur einen fügsamen Hampelmann haben? ist das auch Menschenwürde – Gottesliebe? Sind Gedanken und Einstellungen nicht frei oder wie?

    Zusammengefasst:
    1. Ich bin formal kein Sünder wenn ich entsprechend dem Gesetzt ( wenn das Kind nicht abgetrieben wird ) gehandelt habe. Bin ich das wirklcih?
    2. Bin ich doch ein Sünder weil ich von meinem Handeln dennoch NICHT überzeugt bin? Mein Handeln geht nicht konform mit meiner Einstellung. Eigentlich handle ich meiner Überzeugung zuwider. Bin ich deswegen trotzdem ein Sünder auf Grund meiner inneren Einstellung?!?
    3.Darf man keine innere eigene Meinung mehr haben???! Sind falsche Meinungen und Ansichten auch schon Sünde auch wenn ich mich dennoch formal korrekt nach dem (Kirchen)Gesetz verhalte und auch handle?!?

  22. Hat der CIC auch bei Verstössen durch andere Meinungen/Ansichten/Gedanken einen Paragraphen bereit?
    Muss sich zukünftig jeder in der Beicht einem Lügendetektor und EEG stellen damit falsche Gedanken/Einstellungen erfasst und bestraft werden können?!?

    Vorher keine Lossprechung. Losspechung nur bei erfolgreicher KORREKTER Indoktrinierung.

  23. https://www.google.at/?gws_rd=ssl#q=gewissen+kommission+zivildienst

    Gibt es analog dazu etwas auch beim Kath.Glauben ob jemand bereits in Glaubens- und Gewissensfragen eindeutig die katholische Linie vertritt? Die Gewissenskommission der Glaubenskongregation? Hier geht es nicht ob jemand ja oder nein sagt, hier geht es um die primäre Herzenshaltung durch freiwilliges Einsichtnehmen lassen durch die Vatik.Behörde. So kann jeder auf Herz und Nieren geprüft werden ob sein Herz auch wirklich für Jesus und seine Kirche schlägt. Also: Tauf ist Grundvoraussetzung, Firmung das Mindestmass, Kirchensteuerbeitrag ist zu wenig, Lippenbekenntnisse ( ja und nein ) und auch CIC-konformes Handeln reichen ebenfalls nicht aus. Es geht und die die GANZE WAHRHEIT jedes Einzelnen!

    So wie auch es auch niemandem gelang P.Pio in der Beicht zu täuschen ( durch Lippenbekenntnisse ) und P.Pio hatte Irrende aufgeklärt und Sünder belehrt.
    Dann erst haben wir die Möglichkeit Recht anzuwenden oder Gerechtigkeit bzw. Barmherzigkeit walten zu lassen. Nur wenn die GANZE Wahrheit auf dem Tisch liegt. In der Praxis wird dies leider nie geschehen.

    Mögen sich aber die Gesetzeshüter selbst einmal an der Nase nehem bevor diese sich gross aufspielen wollten. Vielleicht sind sie selbst die nächsten die vor Gericht oder vor Gottesgericht stehen könnten. Möge jeder vorher klug und besonnen handeln.

  24. ad @Pierre 20. Oktober 2016 um 10:02

    Genauso ist es keine wirkliche Motivation wenn man aus Angst vor der Hölle nur beichtet anstatt aus Liebe zu Gott? Ja, man beichtet auf Gottes geheiss, aus dem Gehorsam heraus. Von Liebe wäre aber davon nichts zu bemerken. Wer liebt denn schon die Bundeswehr wenn aus dem Gehorsam heraus jemand einrücken muss? Eine Alternative dazu gibt es wohl kaum. Auch der Zivildienst ist eine Pflicht. Man wird damit mehr oder weniger gezwungen, erpresst, grob gesagt.

    Auf der transzendentalen Ebene gibt es auch nur 2 Zustände, der Himmel oder die Hölle. Eine neutrale Zone gibt es nicht. Man wird hier irgendwie auch erpresst. Entweder ich gehorche den Gesetzen Gottes oder ich komme in die Hölle. Viel Entscheidungsfreiheit beliebt einem da kaum übrig.

    Nur wo kann man dann von Liebe sprechen wenn uns sowieso nur eine Option offen bleibt und wir nur pflichtgemäss darauf hinarbeiten können/müssen um nur ja der Hölle entgehen zu können?

    Mutterliebe kriegen wir geschenkt. Gottesliebe, Gottesfreundschaft müssen wir uns aber erarbeiten. Eine Mutter liebt uns BEDINGUNGSLOS auch wenn er viels anstellt und /oder sogar im Gefängnis sitzt. Gott stellt uns aber Bedingungen. Wie darf dann Liebe verstanden werden? Immer mit einer Erwartungshaltung? Die Mutter erwartet von uns keine Liebe wenn sie liebt. Sie liebt selbstlos. Und keiner wird seine Mutter hassen nur weil sie ihn liebt. Warum gibt es aber SICH SELBST VERDAMMTE, WAHRE SUIZIDLER? Ich kenn niemanden der sich selbst hasst oder sich selbst verdammen will, was ja auch ein Widerspruch in Gottes Liebe wäre. Hatte sich vielleicht Hitler selbst gehasst wenn/weil er in der Hölle wäre/ist?!? Ich denke nicht. Eher das Gegenteil trifft zu. Seine eigen Mutter hätte ich nie in der Hölle gesehen, denke ich. Um wieviel grösser müsste die Liebe Gottes stehen wenn schon die eigene Mutter ihr Kind nicht in der Hölle sehen will? Die eigene Mutter ist KEINE Richterin wie Gott und wird Ihren Sohn auch NIE VERURTEILEN selbst wenn dieser die Hölle verdient hätte.
    Bei Gott muss sich die LIEBE erst VERDIENEN. Bei der Mutter ist sie selbstlos. Wer ist selbstloser, anspruchsloser? Die leibl. Mutter oder Gott?
    Wer liebt noch die Verdammten? Das waren doch auch Menschen. Nur weil sie aus unserem Sichtbereich sind hieße das dass wir nichtt mehr liebevoll an sie zurückdenken, oder? Oder verachtet man auch einen irdischen Suizidler nur weil dieser eine moralisch falsche Entscheidung getroffen hat?!?

    Fast ketzerisch gefragt: Wäre es für viele Verdammten nicht besser gewesen sie wären schon “ vom Mutterleib in den Himmel ( lt. POS )“ gegangen? Dann wären diese zumindest gerettet gewesen und die Welt hätte weniger Sünder und Folgen der Sünde gehabt.

  25. @ Pierre:

    Das Bundesverfassungsgericht hat eindeutig entschieden, der Vorgesetzte ebenso – es gibt also KEINEN „gerechten Notstand“ für den Flugzeugabschuß.

    „Kann nicht in gewissen Situationen unter Mitberücksichtigung anderer Umstände ein formal gesetzeswidriges Handeln dennoch als gerechtfertigt gesehen werden“
    Nicht in diesem Falle, weil von den dazu befugten Stellen eindeutige Entscheidungen getroffen wurden.

    „Hat das was mit Missachtung der Obrigkeit … zu tun?“
    Es hat nicht nur damit zu tun, es IST Mißachtung der Obrigkeit.

    „Hat das Gesetz wirklich für jede denkbare Situation eine Gesetz parat?“
    Natürlich nicht, aber für diese Situation ist die Gesetzeslage klar und eindeutig.

    Der Abschuß des Zivilflugzeugs war das Gegenteil eines Gnadenaktes, denn er raubte Piloten und Passagieren die Möglichkeit, das Flugzeug zu retten. Und damit war er UNBARMHERZIG gegenüber den Passagieren.

    „Wie klagte Jesus doch die falschen Gesetzeslehrer an, die auf das Recht pochten?“
    Es handelt sich hier nicht um falsche Gesetzeslehrer. Hier steht Moral gegen Moral, „gesunder Menschenverstand“ gegen „gesunden Menschenverstand“; Bundesverfassungsgericht sowie Dienstvorgesetzter entschieden, und diese Entscheidungen sind zu befolgen. Wer das nicht tut, maßt sich an, Recht zu mißachten und Dienstgehorsam zu verweigern.

    „Noch ein Wort zur Demokratie: Das Volk bestimmt. Hier war es sogar eine DIREKTE Volksbefragung.“
    In der Bundesrepublik Deutschland hat das Volk lediglich einen gewissen Einfluß auf die Gesetzgebung, nämlich durch die Bundestagswahl. In den USA und in Frankreich hat das Volk zusätzlich noch Einfluß auf die Regierung, nämlich durch die Präsidentenwahl. Der Einfluß des Volkes auf die Rechtsprechung ist dagegen gering, und das mit einer gewissen Berechtigung. Gerade die Umfrage zu dem Flugzeugabschuß zeigt sehr deutlich, wie gering Rechtsbewußtsein und Rechtsverständnis im Volk vorhanden sind. Deswegen halte ich es ja auch für dringend geboten, Rechtskunde als Pflichtfach in den Schulen einzuführen. Für die Rechtssprechung sollten Fachleute zuständig sein. Zugegeben: Für Regierung und Gesetzgebung auch – aber das ist ein anderes Thema. Mißachtung des Rechts führt zur Gesetzlosigkeit und damit zur Bananenrepublik (die früher oder später zur Diktatur wird), wie schon erwähnt.

    „In dem Fall der Abtreibung müsste ich mich der Kirche widerwillens unterwerfen. In dem Falle wäre ich persönlich nicht überzeugt das richztige zu tun, ich handelte eigentlich gegen mein Gewissen, aber anscheinend zählt das nicht. Ich werde tun was Gott durch die Kirche verlangt auch wenn ich innerlich dagegen wäre/bin.“
    Sehr schön. Doch was für die Kirche gilt, gilt (wenn auch etwas abgeschwächt) für den Staat, dem Sie angehören. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!

    „Bin ich dann noch immer ein Sünder weil mein Innerstes von dieser Handlung nicht überzeugt ist?“
    Natürlich nicht. Aber ähnlich wie Sie gegen Ihr Innerstes bereit sind, sich der Kirche zu unterwerfen, sollten Sie auch bereit sein, sich dem Recht Ihres Staates zu unterwerfen.

    „Will die Kirche nur einen fügsamen Hampelmann haben?“
    Das ist nun wirklich eine strohdumme Frage. Fügsame Hampelmänner widersprechen dem Willen Gottes und somit auch dem Willen der Kirche. Aber die Freiheit des Christen berechtigt nicht dazu, sich nach Belieben über das Recht von Kirche und Staat hinwegzusetzen.

    „Hat der CIC auch bei Verstössen durch andere Meinungen/Ansichten/Gedanken einen Paragraphen bereit?“
    Ja – wenn es beispielsweise um Häresie, Apostasie oder Schisma geht.
    Aber auch nur dann, wenn das bekannt wird.

    „Mögen sich aber die Gesetzeshüter selbst einmal an der Nase nehem bevor diese sich gross aufspielen wollten. Vielleicht sind sie selbst die nächsten die vor Gericht oder vor Gottesgericht stehen könnten. Möge jeder vorher klug und besonnen handeln.“
    So ähnlich äußerte sich Luther über Papst und Kirche …

  26. @ POSchenker:

    Pierre warf eine Frage auf, die ich an Sie als Schweizer weitergeben möchte:
    Welchen Einfluß hat das Schweizer Volk auf die Rechtsprechung? Wohlbemerkt: Auf die Rechtsprechung, nicht auf die Gesetzgebung wie beispielsweise die Ausschaffungsinitiative.

  27. @ Pierre:

    Einen gewissen Einfluß des Volkes auf die Rechtsprechung gibt es doch, nämlich durch die Schöffen (Laienrichter).

  28. Seefeldt,

    ich kann diesen Unsinn nicht hören. Die Idee von einer medizinisch indizierten Abtreibung wegen angeblicher Lebensgefahr der Mutter ist modernistischer Wahn.

    Früher hat man die Schwangere einfach in Ruhe gelassen und gut versorgt!!! Heute wird die Schwangere durchdiagnostiziert, bis man etwas „Ernstes“ findet, woraufhin dann die Schwangere seelisch von sogenannten Ärzten mit Horror-Scenarien unter Druck gesetzt wird. Die Folge sind „Schwangerschaftsvergiftungen“ mit Todesfolge.

    In dem Beispiel von POS mit der „seliggesprochenen“ Gianna Beretta Molla lag, so wie es beschrieben wird, nichts weiter als eine vorübergehende Heilungsschwellung am Gebärmutterhals vor. Der akademisch verbildeten und fortschrittsgläubigen Mutter wurde aber mit Ammenmärchen so Angst gemacht, daß sie sich wahrscheinlich schon Wochen vor der Geburt von zuhause weg in Kliniken zur „Behandlung“ begab und dabei eine „Schwangerschaftsvergiftung“ erlitt, d.h. eine Wassereinlagerung durch ein Nierensammelröhrenkarzinom aufgrund eines aktiven Flüchtlings-bzw. Nicht-Geborgenseins-Konfliktes. In früheren Zeiten hätte sie die maximal drei Tage dauernden schmerzhaften Gebärmutterhalskrämpfe einfach erduldet, ohne zu einem Arzt zu gehen, und hätte später ein gesundes Kind zur Welt gebracht.

    Heute ist es Schwangeren im „Rechtsstaat“ überhaupt so gut wie gar nicht mehr möglich, eine unkomplizierte und natürliche Geburt haben zu dürfen. Der faktische Klinikzwang und die dort herrschende Beklemmung etc. verhindern eine natürliche Geburt. Folge ist, daß Kaiserschnitt zur Regel wird.

    Entsprechende „Gewissenskonflikte“ hat der sogenannte Jurist vielleicht im Studium gehört oder man hat es in einem dummen, rührseligen Hollywoodfilm gesehen, aber in der göttlichen Schöpfung, d.h. in der Realität, ist so was nicht vorgesehen.

  29. @Seefeldt, danke für die Mühe Ihrer Beantwortung!!

    Ich bin und war immer für Recht und Gerechtigkeit. Ich versuchte mir nur vorzustellen wie es gewesen wäre hätte ich, so wie dieser Pilot, entscheiden müssen. Keine Frage, auch mir wäre es schwergefallen ein vollbesetztes Flugzeug das als Waffe missbraucht wurde abzuschiessen. Sicherlich können aus einem konstruierten Fall nicht weitere Parameter mitberücksichtigt werden die eine Entscheidungsfindung leichter oder aber auch schwieriger gestaltet hätten. Nichts desto trotz, immer wird und will man versuchen das das gelindere Mittel der Wahl einzusetzen. In niemandem ( ausser den Terroristen ) Interesse ist es eine vollbesetzte Maschine einfach bedenken- und skrupellos abzuschiessen. Fehlentscheidungen kann es geben, sollten aber angesichts einer so grossen Verantwortung nicht passieren. Wer ist schon davor gefeit? Hinterher hätte man es immer besser gewusst.

    Ich will den Fall einfach auf sich beruhen lassen und damit abschliessen. Ich enthalte mich einer definitiven Entscheidung. Rechtsexperte bin ich keiner. Mag sich im wirklichen Leben jemand so entscheiden dass er es mit seinem Gewissen vereinbaren und verantworten kann. Ob nun der Staat dann für oder gegen mich spräche lasse ich dahingestellt. Ich hätte einfach nur zum Wohle des Volkes und Staates meine Arbeit gemacht. So möge mir Gott helfen. Mehr nicht.

  30. “ Der Abschuß des Zivilflugzeugs war das Gegenteil eines Gnadenaktes, denn er raubte Piloten und Passagieren die Möglichkeit, das Flugzeug zu retten. Und damit war er UNBARMHERZIG gegenüber den Passagieren. “

    @Seefeldt, ab wann hätten Sie denn keine Möglikeit mehr gesehen dieses Flugzeug DOCH NOCH abschiessen zu müssen oder hätten Sie ab diesem Zeitpunkt lt. Befehl ( nicht abschiessen ) auch nur zugeschaut wie es abstürzt, und sogar vielleich/sicher noch in das vollbesetzte Stadion hineinkracht? Wäre dann jemandem geholfen gewesen?

    Sie könnten sich ruhig zurücklehen und sagen ich hatte nur nach Befehl (nicht zu schiessen) gehandelt. Ist es das wie Sie Gott antworten wollten?

  31. @ Ci-devant:

    Lebensgefahr für Schwangere gibt es immer wieder, beispielsweise durch Eileiterschwangerschaft. Im übrigen sollten Sie bemerkt haben, daß ich kein Abtreibungsbefürworter bin.

  32. @ Pierre:

    „Fehlentscheidungen kann es geben, sollten aber angesichts einer so grossen Verantwortung nicht passieren.“
    Genau das ist doch ein besonders wichtiger Punkt, wie auch von mir ja schon aufgeführt. Da es eben Fehlentscheidungen immer wieder geben kann, hat man sich an das Recht zu halten, wenn es Gesetze gibt, die die gegebenen Situationen regeln (so wie in diesem Falle).

    Nach dem Befehl des Nichtschießens gab es keine Rechtfertigung für den Flugzeugabschuß mehr – mit dem Befehl übernahm der Vorgesetzte die Verantwortung, und da der Befehl rechtsgemäß war, mit Recht. Nun bin ich kein Kampfflugzeugpilot und weiß daher nicht, ob es für den Piloten vielleicht eine Möglichkeit gegeben hätte, das Flugzeug vom Stadion abzudrängen. Wenn ja, vielleicht unter eigener Lebensgefahr? Dann wäre der Pilot wirklich ein Held gewesen.

    Und abschließend zur Klarstellung: Mir geht es nicht um „Menschenwürde“ oder „Menschenrechte“. Mir geht es um das hohe Gut der Rechtsstaatlichkeit, auch um die Bereitschaft der Bürger, sich dem Recht zu unterwerfen, statt sich mit eigenen Vorstellungen von Moral und „gesundem Menschenverstand“ über das Recht hinwegzusetzen.

  33. Seefeldt 21. Oktober 2016 um 08:06: „Lebensgefahr für Schwangere gibt es immer wieder, beispielsweise durch Eileiterschwangerschaft.“

    Das ist zwar richtig, gehört aber nicht zu dem Thema, das Sie angestoßen haben. Denn bei einer Einnistung im Eileiter hat das Kind von vorne herein keine Überlebenschance. Mit der Schwangerschaft ist spätestens mit dem Reißen des Eileiters Schluß. Es gibt also keine Gewissensentscheidung der Mutter.

    Seefeldt 21. Oktober 2016 um 08:24: „Mir geht es um das hohe Gut der Rechtsstaatlichkeit, auch um die Bereitschaft der Bürger, sich dem Recht zu unterwerfen, statt sich mit eigenen Vorstellungen von Moral und „gesundem Menschenverstand“ über das Recht hinwegzusetzen.“

    Das haben die Nazi-Richter auch gesagt.

  34. @Seefeldt

    “ Und abschließend zur Klarstellung: Mir geht es nicht um „Menschenwürde“ oder „Menschenrechte“. Mir geht es um das hohe Gut der Rechtsstaatlichkeit, auch um die Bereitschaft der Bürger, sich dem Recht zu unterwerfen, statt sich mit eigenen Vorstellungen von Moral und „gesundem Menschenverstand“ über das Recht hinwegzusetzen. “

    Allse klar und ich verstehe Sie.

    Bitte nochmals: Ich hätte und würde Ihnen das nie unterstellen dass Sie keinen gesunden Menschenverstand hätten. Im Gegenteil, aber dennoch möchte ich eine einfache Antwort geben: Nicht zu schiessen hätte für mich gleich viel bedeutet wie UNTELASSENE HILFELEISUNG!! Und dazu braucht es keinen EXTRA Befehl. Das hätte ich FÜR MICH als – gesunden Menschenverstand – gesehen. Nichts weiter. Wenn ich dennoch verurteilt worden wäre dann hätte ich das mit meinem Gewissen sehr wohl ausmachen können.

    Nebenbei bemerkt:
    A) SPEKULATION ist OB überhaupt die 164 Passagiere kurz vor dem Abschuss noch am Leben gewesen sind (die mehr oder weniger bereits todgeweihte waren).
    B) FAKT ist dass SICHER noch 70.000 lebende Menschen zu schützen/retten waren.

    FÜR mich hätte der INNERE BEFEHL gelautet: Den 70.000 HELFEN. Mehr nicht.

  35. “ … , ob es für den Piloten vielleicht eine Möglichkeit gegeben hätte, das Flugzeug vom Stadion abzudrängen. Wenn ja, vielleicht unter eigener Lebensgefahr? Dann wäre der Pilot wirklich ein Held gewesen. “

    Natürlich, wird man dieses soweit vorher versucht haben wenn geht, aber ein toter Held hätte zu dem Zeitpunkt der noch lebenden 70.000 unschuldigen Meschen auch nicht geholfen. Und wer weiss wo auch das Kapfflugzeug selbst abgestürzt wäre???! Vielleicht ein paar Tote mehr?! Wäre das dann der Weisheit letzter Schluss? Ich denke nicht.

  36. Mit Spekulationen kommen wir nicht voran. Und man kann nicht solange zuwarten und zögern bis alle Optionen verspielt sind. Man MUSS UNVERZÜGLICH Handeln. Ich kenne keinen Militärstrategen der bei einem Gegenschlag zögern würde wenn EINDEUTIG feststeht dass der Kurs einer Rakete Richtung eigenes Land geht.

  37. @Seefeldt 21. Oktober 2016 um 08:24:

    “ „Mir geht es um das hohe Gut der Rechtsstaatlichkeit, auch um die Bereitschaft der Bürger, sich dem Recht zu unterwerfen, statt sich mit eigenen Vorstellungen von Moral und „gesundem Menschenverstand“ über das Recht hinwegzusetzen.“ “

    Warum glauben Sie gibt es das Werk der https://de.wikipedia.org/wiki/Amnesty_International ? speziell im Bezug zu Folter und Todesstrafen von Seiten der Staatsgesetze?!?

  38. @ Ci-devant:

    „Das haben die Nazi-Richter auch gesagt.“
    Wieder einmal so ein typisches Beispiel dafür, in was für einen blinden, dummen und bösen Haß der Sedisvakantismus die ihm Verfallenen verführt.

    Und es gibt selbstverständlich auch noch andere Schwangerschaftsumstände, die das Leben der Schwangeren gefährden.

  39. @ Pierre:

    Wenn ein gerechtes Gesetz etwas vorschreibt, gibt es keinen Raum für Spekulationen, auch keinen Raum für eigenmächtige Entscheidungen.

    Sie können dem Schießverbot keine Unrechtmäßigkeit vorwerfen, weil es eben gute Gründe dafür gibt, wenngleich es auch gute Gründe dagegen gibt. Hier hat das Recht entschieden, und dieser Entscheidung ist zu folgen.

    Der Abschuß war auch keine Hilfeleistung, sondern die Tötung von Menschen, die ohne Abschuß vielleicht überlebt hätten (wenn auch die Chancen noch so gering waren).

    Das mit dem inneren Befehl ist so eine Sache. Wenn Sie einen inneren Befehl vermeinen, alle Mohammedaner zu erschießen, was dann? Hitler vermeinte wohl auch nach einem inneren Befehl zu handeln …

    Das ist doch der entscheidende Punkt: Wenn ein gerechtes Gesetz etwas vorschreibt, rechtfertigt kein „innerer Befehl“, sich über dieses Gesetz hinwegzusetzen.

    Und was nun „Amnesty International“ betrifft: Diese Organisation hat durchaus ihre dubiosen Seiten.

  40. @Seefeldt 21. Oktober 2016 um 13:10

    “ Der Abschuß war auch keine Hilfeleistung, sondern die Tötung von Menschen, die ohne Abschuß vielleicht überlebt hätten (wenn auch die Chancen noch so gering waren). “

    Der Abschuss als Ultima Ratio war eine VERPFLICHTENDE HILFELEISTUNG https://www.jusline.at/95_Unterlassung_der_Hilfeleistung_StGB.html – klar, nicht für die 164 Menschen an Bord, sondern für die 70.000 Menschen im Stadion, die 100% Chancen, das Recht und die Pflicht gehabt hätten gerettet zu werden. Das Flugzeug als Waffe ist die Bedrohung. Punkt. Tragisch für die Passagiere selbst. Bitte vergleichen Sie selbst.
    Hier untatenlos zuzusehen wie das Unglück seinen Lauf nimmt ist vorsätzliche Tötung von ZUSÄTZLICH 70.000 UNSCHULDIGEN Menschen. Über diese Ansicht und Relationen gibt es wirklich nichts zu diskutieren.

    Der Pilot ist sicher nicht im Gewissen verpflichtet diese Fehlentscheidung der Regierung mitzutragen. Dazu hat auch er eine Verantwortung/Auftrag/Eid übertragen bekommen und kann sich nicht darauf rausreden nur im (blinden) Gehorsam gehandelt zu haben. Das ist entschieden zu wenig. Ein Kadaverghorsam https://de.wikipedia.org/wiki/Kadavergehorsam wäre das im wahrsten Sinne des Wortes. Und der kann von keinem Soldaten verlangt werden!

    “ Und was nun „Amnesty International“ betrifft: Diese Organisation hat durchaus ihre dubiosen Seiten. “
    Klar, ich meine aber die GRUNDSÄTZLICHE INTENTION dieser Vereiniung/Gesellschaft. Und diese ist GLASKLAR.

  41. @ Pierre:

    Der Abschuß war keineswegs eine verpflichtende Hilfeleistung für die Menschen im Stadion. Erstens und vor allem stand ja gar nicht fest, daß das Flugzeug wirklich in das Stadion abgestürzt wäre – beispielsweise hätten die Piloten das Flugzeug vielleicht noch im letzten Augenblick vom Stadion weglenken können. Und zweitens gab es den rechtlich einwandfreien Befehl, nicht zu schießen – der Kampfpilot hatte also auch noch gegen seine Soldatenpflicht verstoßen.
    Außerdem handelt es sich nicht um eine „Fehlentscheidung der Regierung“, sondern um eine eindeutige Rechtslage, an die sich der Pilot zu halten hatte. Mit „blindem Gehorsam“ hat das überhaupt nichts zu tun. Vielmehr maßte der Kampfpilot sich an, sich über das Recht hinwegzusetzen – und damit machte er sich schuldig.

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