Benedikt XVI. will kein Buch mehr schreiben

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Archivbild: Papst Benedikt am Schreibtisch

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. will und wird selbst nichts mehr schreiben. „Ich habe mein Werk getan“, sagt der emeritierte Papst in dem neuen Interviewband von Peter Seewald „Letzte Gespräche“. Er könne das auch nicht mehr, da ja methodisches Arbeiten dahinterstehen müsste. „Das wäre mir jetzt einfach zu mühsam“, bekannte der langjährige Theologieprofessor.

Die Frage, ob er Tagebücher schreibe, verneinte der frühere Papst. Aber in gewissen Abständen habe er Besinnungen notiert, die er aber nun im Begriff sei wegzuwerfen. Als Grund führte er an, dass sie einfach zu persönlich seien, auch wenn es sich wohl um „ein Fressen für die Historiker“ handeln würde.

Geistiges Arbeiten ist dem inzwischen 89-Jährigen indes immer noch wichtig. So mache er jede Woche seine Predigten für den Sonntag, auch wenn nur vier oder fünf Leute zuhörten. Ob für eine solch kleine Zahl oder für mehrere Tausend, sei ihm egal: „Es muss immer das Wort Gottes für den Menschen da sein.“

Grundgewissheit des Glaubens nicht loslassen

Als seine spirituellen Lieblingsort bezeichnete der emeritierte Papst den bayerischen Marienwallfahrtsort Altötting. Diesen hatte er schon als Kind kennengelernt und zuletzt vor zehn Jahren bei seiner Reise nach Bayern noch einmal besucht. Zugleich räumte er ein, dass auch ein Priester wie er bisweilen sich frage, warum Gott so viel Böses in der Welt zulassen könne. Von „dunklen Nächten“ wolle er aber nicht sprechen, „da bin ich vielleicht auch nicht heilig genug, um dann so tief ins Dunkel zu geraten“. Für ihn gelte, bei aller Problematik die Grundgewissheit des Glaubens nicht loszulassen.

Mit Blick auf den Tod empfindet der emeritierte Papst – wie viele andere Menschen auch – Furcht davor, durch eine lange Zeit der Behinderung anderen zur Last zu fallen. „Das würde ich als sehr betrüblich empfinden.“ Dazu aber komme, dass man je näher man vor Gottes Angesicht komme, desto stärker empfinde, „wie viel man falsch gemacht hat“. Dabei sei jedoch das Vertrauen auch da, dass „der liebe Gott einen nicht wegwerfen“ könne.

 

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(rv/kna/kap 09.09.2016 mg)

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