Papst schreibt an Waldenser: Flüchtlingen und Umwelt helfen

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Papst Franziskus beim Besuch der Waldenser in Turin

Zum Auftakt der Synode der Waldenser und Methodisten hat Papst Franziskus eine Grußbotschaft gesendet. Darin schreibt der Papst, dass er Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten in der Flüchtlingshilfe und beim Umweltschutz sehe. Katholiken und Methodisten könnten gemeinsam Armen, Kranken und Migranten helfen. Gleichzeitig sei der gemeinsame Einsatz für den Umweltschutz und die Glaubensverkündung wichtig.

Man dürfe nicht leugnen, dass es weiterhin Unterschiede zwischen den Kirchen gebe, doch er bete für den „Weg zur vollen Einheit“, heißt es in dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben zum Auftakt der Synode. Die Waldenser in Italien sind diesbezüglich zuversichtlich, es ist sogar die Rede von einer „neuen Zeit des Dialogs“ mit der katholischen Kirche. Das sagt Eugenio Bernardini, Moderator der „Tavola Valdese“, dem wichtigsten Gremium der Waldenser-Methodisten in Italien gegenüber Radio Vatikan. „Es kommt eine Zeit der Öffnung auf uns zu und des zunehmenden Vertrauens im Austausch miteinander, der in den vergangenen Jahren ein wenig gestockt hat“, sagte der Pastor.

Einheit notwendig

Die Einheit der Christen sei für die heutige, sich wandelnde Welt notwendig, fügt Bernardini an. „Zwar drückt sich das heute noch in getrennten kirchlichen Institutionen aus, aber hoffentlich sind wir alle in den wesentlichen Dingen einig“, so Bernardini. Die Ökumene ist ein Thema der Synode der Waldenser- und Methodisten-Kirchen, die am Sonntag im norditalienischen Torre Pellice begonnen hat. Ebenfalls auf der Tagesordnung der sechstägigen Zusammenkunft steht das 500. Reformationsgedenken. Unter den 180 Teilnehmern der Synode sind auch Abgesandte der Italienischen Bischofskonferenz.

Im März 2016 hatte Papst Franziskus als erster Papst überhaupt Angehörige der Waldenser empfangen. Er hatte zuvor – im Juni 2015, ebenfalls als erster Papst – in Turin eine Kirche der protestantischen Freikirche betreten und dort um Vergebung für die Unterdrückung und Verfolgung der Glaubensgemeinschaft durch die katholische Kirche gebeten.

Hintergrund

Die Synode der waldensischen und der Methodistenkirche findet vom 21. bis 26. August im norditalienischen Torre Pellice statt. Die im 12. Jahrhundert vom Lyoner Kaufmann Petrus Valdes (um 1140-1206) gegründete Glaubensgemeinschaft zählt heute rund 100.000 Mitglieder. Die meisten von ihnen leben in Italien.

(rv/kna 22. 08. 2016 mg)

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