Was tun, wenn man sich schämt, zur Beichte zu gehen?

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Die Versöhnung ist dazu da, Gottes Sieg über die Sünde in unserem eigenen Leben erfahren zu dürfen. Aber was passiert, wenn die Scham über die eigenen Sünden uns davon abhält, zum Sakrament der Versöhnung, der Beichte, zu gehen?

Der bekannte Theologe und Priester José Antonio Fortea hat darüber auf seinem Blog geschrieben.

Normalerweise sollte schon das Gespür eines Christen für die Barmherzigkeit Gottes ausreichen, die Scham zu überwinden und zur Beichte zu gehen, um Verzeihung und Heilung zu erhalten.

Doch in manchen Fällen, räumte der Geistliche ein, sind die Menschen nicht in der Lage, sich zu überwinden. Die Scham oder der falsche Stolz würden zu einer „Mauer“, die einen von der Versöhnung fernhalte.

„Die würden lieber eine 100-Meilen-Wallfahrt machen als von Angesicht zu Angesicht gewisse Dinge zu beichten, die sie getan haben und sie schrecklich und erschreckend demütigen“, sagte er über Menschen, die sich „schwer tun“, sich der Hilfe der Beichte zu bedienen, obwohl sie genau diese dringend bräuchten.

Der spanische Priester betonte zuerst, die wichtig es sei, dass Priester mit väterlichem Mitleid jene empfangen, die „solche belastete Gewissen“ haben.

Gleichzeitg unterstrich er die Wichtigkeit, anonyme Beichten anzubieten. In jeder Stadt, sagte er, sollte es mindestens einen Beichststuhl geben, der entsprechend eine absolut undurchsichtige Trennwand habe. Und der Beichtende sollte für den Priester auch nicht erkennbar sein auf dem Weg zu und von der Beichte.

„Mit diesen Maßnahmen kann die große Mehrzahl aller Gläubigen das Problem der Scham lösen“, sagte Pater Fortea.

Doch für die „wirklich sehr seltenen“ Fälle, in denen sich Menschen trotzdem schämten, zur Beichte zu gehen, trotz anonymer Beichtstühle, könnten weitere Dinge getan werden.

In solchen Fällen extremer Scham könne die betroffene Person „anonym einen Priester in der Stadt anrufen und ihr Problem schildern“. Die Beichte selber könne zwar nicht per Telefon abgelegt werden, aber „in vielen Fällen reicht der Anruf aus, um den Betroffenen genug Vertrauen zu schöpfen zu lassen, um dann einen der oben genannten Beichtstühle aufzusuchen“.

Sollte der Büßer immer noch vor lauter Scham zögern, sich seiner Sünden zu befreien, dann könne mit einem Priester eine schriftliche Beichte arrangiert werden.

In vielen Beichtstühlen seiner Heimatstadt Alcalá de Henares sei es möglich, den Beichtschirm „ganz leicht um nur einen kleinen Spalt zu verschieben, damit durch diesen Schlitz ein Stück Papier geschoben werden kann“, so Pater Fortea.

Für einen solchen, seltenen Fall empfehle er, die Beichte auf nur einer Seite niederzuschreiben, „klar und bündig“, oder sogar gedruckt, damit es gut lesbar sei.

„Der Priester wird seinen Rat geben, die Buße und die Absolution, ohne Fragen an den Büßer richten zu missen. In diesem Fall wäre es kontraproduktiv, Fragen zu stellen“, so der Geistliche.

Normalerweise muss natürlich eine Beichte im persönlichen Gespräch geführt werden, betont der Priester wiederholt. Doch Taube und Stumme seien schon immer eine schriftliche Beichte möglich gewesen. Und in Fällen unüberwindbarer Scham wäre es eben vereinzelt auch möglich, sagte er. „Eine psychische Beschränkung kann genauso echt wie eine physische sein“.

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