Angelus: Die Kirche braucht keine Bürokraten

REUTERS1634289_ArticoloDie Kirche braucht nach Worten des Papstes „keine Bürokraten und Funktionäre“. Vielmehr bedarf sie leidenschaftlicher Missionare. Das sagte Franziskus an diesem Sonntag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz. Ausgehend vom Evangelium von diesem Sonntag (Lk 12,49-53), in der Jesus über „Feuer, Taufe und Spaltung“ spricht, ging der Papst in seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet auf das erste der drei Themen ein:

„Das Feuer, von dem Jesus spricht, ist das Feuer des Heiligen Geistes, eine lebendige und wirkende Gegenwart in uns, die wir seit unserer Taufe haben“, so der Papst. Das Feuer sei eine schöpferische Kraft. Sie reinige und erneuere den Menschen. „Dieses Feuer verbrennt alles menschliche Elend, jeden Egoismus, jede Sünde und verwandelt uns von Innen. Es fängt nicht beim Kopf an sondern im Herzen. Deshalb will Jesus, dass dieses Feuer in unsere Herzen gelangt“, fuhr Franziskus fort. Denn dieses Feuer befähige uns zur Liebe.

Brand der göttlichen Liebe

Damit dieser „Brand der göttlichen Liebe“ sich ausbreiten und so das Reich Gottes wirken könne, müsse man offen gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes sein. Denn dieser Geist schenke uns jenen Mut, „um allen Jesus und seine Frohe Botschaft der Barmherzigkeit zu verkündigen“. Und um diese Verkündung zu vollbringen, bedarf es der Kirche und zwar einer „Kirche des Geistes“, so der Papst. Die Kirche dürfe sich deshalb nicht von der Angst und der Berechnung bremsen lassen.

„Eine solche Haltung führt dazu, dass die Kirche funktional wird und nichts riskiert. Es braucht hingegen jenen Mut der Apostel, den der Heilige Geist in jeden von uns wie ein Feuer entzündet. Möge uns dieser Mut helfen, die Mauern und Barrieren zu überwinden, uns kreativ machen und uns in Bewegung zu setzen, um auch auf unerforschten und unbequemen Wegen zu gehen.“

Dieses Feuer des Geistes führe dazu, dass die Christen berufen seien, „immer mehr eine Gemeinschaft von Menschen zu werden, die der Heilige Geist leitet und verwandelt“. Dabei müsse jeder Gläubige mit offenem und freudigem Gesicht vorwärts gehen. Deshalb brauche es Priester, Ordensleute und Laien, fuhr der Papst fort.

„Diese müssen sich von den materiellen und geistlichen Formen der Armut bewegen lassen, um so den Weg der Evangelisierung mit dem heilenden Rhythmus der Nähe zu kennzeichnen. … Gerade dieses Feuer des Heiligen Geistes führt uns zu den Nächsten, zu Menschen, die leiden, die etwas brauchen, die durch so viele menschliche Miseren und Probleme leiden, die Flüchtlinge sind. Jenes Feuer kommt vom Herzen.“

Beispielhaftes Zeugnis

Er sei tief bewegt, wenn er an jene Priester, Ordensleute und Laien denke, die ihr Leben „voll und ganz“ der Verkündung des Evangeliums widmeten. Etliche hätten dies sogar mit ihrem Leben bezahlt. Sie seien „beispielhafte Zeugen, die uns in Erinnerung rufen, dass die Kirche keine Bürokraten und Funktionäre braucht, sondern leidenschaftliche Missionare, die eifrig sind, allen Mitmenschen das tröstende Wort Jesu und seine Gnade zu bringen“.

„Wenn die Kirche dieses Feuer nicht in sich eintreten lässt, wird sie kalt und lau. Jeder soll sich heute fünf Minuten Zeit nehmen und sich fragen: ,Wie schaut es mit meinem Herzen aus? Ist es kalt und lau?´“, so der Papst.

Papst Franziskus erinnerte an den heiligen Maximilian Kolbe, dessen Festtag an diesem Sonntag begangen wird. Er sei Märtyrer der Nächstenliebe gewesen. Deshalb bat er darum, dass dieser Heilige die Gläubigen lehren möge, „das Feuer der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu leben“.

(rv 14.08.2016 mg)

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