Gegen den „religiösen Analphabetismus“ mit der Sprache des Verstandes, des Herzens und der Hände

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© PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Gespräch von Papst Franziskus mit den Bischöfen Polens

Papst Franziskus hatte während seines Besuchs in Krakau am 27. Juli 2016 eine längere Unterredung mit den Bischöfen Polens, die sich mit einigen Fragen an den Papst wandten. Der Inhalt der Unterredung wurde heute veröffentlicht.

Das erste Thema betraf die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft. Papst Franziskus erklärte, er sehe die größte Gefahr in der „Entchristianisierung“, d.h. in einem Leben ohne Christus. Ohne Christus werde die Kirche zur Waise. Das Gegenmittel sei die Nähe des Klerus zum Volk: Konkretheit, Nähe und Berührung, die Werke der Barmherzigkeit, das entspreche dem Evangelium. Wie ein Vater zuhören, den Jugendlichen Gehör schenken, wie Jesus unter das Volk gehen nannte Papst Franziskus Maßnahmen gegen die Säkularisierung und erinnerte an den wichtigen Beitrag der Großeltern, die unter dem Kommunismus in Polen den Glauben weitergegeben hätten. Es sei wichtig, eine Beziehung zwischen den Großeltern und Jugendlichen zu schaffen. Nähe schaffen und nahe sein gab Papst Franziskus als Rat.

Die nächste Frage zielte auf das Thema der Barmherzigkeit und wie sie gelebt werden solle in Zeiten sozialer Probleme und des Terrorismus. Papst Franziskus wiederholte, dass die Welt sich im Dritten Weltkrieg befinde. Geld und Ausbeutung stünden im Mittelpunkt des menschlichen Handelns. Der Reichtum befinde sich in den Händen einer ganz kleinen Elite. Der Rest der Menschheit leide unter Ausbeutung, Jugendarbeitslosigkeit, Korruption. Papst Franziskus sprach von einem „religiösen Analphabetismus“. Dieser müsse mit der Sprache des Verstandes, des Herzens und der Hände bekämpft werden.

Eine weitere Frage vertiefte das Leben in der Gemeinde. Die Gemeinde hält Papst Franziskus für einen unverzichtbaren Bestandteil des kirchlichen Lebens, da sie das Haus Gottes sei. Der Papst kritisierte Gemeinden, die sich nicht durch Hilfsbereitschaft, sondern Unfreundlichkeit gegenüber ihren Gemeindemitgliedern auszeichneten. Gemeindearbeit sei ermüdend, da der Pfarrer wie ein guter Hirte Mitglieder verschiedenen Alters und mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen betreuen müsse. Kirchliche Bewegungen könnten eine Ergänzung zur Gemeinde darstellen. Die Gemeinde sei und bleibe Bezugspunkt für die Gläubigen. Erfindungsgeist und die Menschen aufsuchen bezeichnete Papst Franziskus als grundlegend in der Gemeindearbeit.

Die nächste Fragestellung befasste sich mit dem Problem der Migration. Papst Franziskus erinnerte daran, dass sein Vater nach Argentinien emigriert sei und wandte ein, dass sich die Zeiten geändert hätten. Die Menschen flöhen heute vor Krieg, Ausbeutung und Hunger . Ursache seien die Korruption und Ideologien. Jedes Land solle christlich und großzügig entsprechend der eigen Möglichkeiten gegenüber den Flüchtlingen sein. Eine allgemeine Antwort gebe es nicht, da die Entscheidung vom Land und der Kultur abhänge. Papst Franziskus vertraut in die Kraft der Gebete und der Integration.

Papst Franziskus sprach die Ideologien an und kritisierte die Gender-Politik, die es erlaube, dass jeder sein Geschlecht selbst wähle. Der Papst zitierte Benedikt XVI. mit dem er das Thema jüngst besprochen hatte, der diese Ideologie als Sünde gegen den Schöpfer verstehe. Gott habe Mann und Frau geschaffen, wir hingegen täten das Gegenteil, erklärte Papst Franziskus.

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