Papst Franziskus an die Jugendlichen: Seid „Vorkämpfer im Dienen“

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Kreuzweggebet in Krakau

Papst Franziskus hat die Jugendlichen dazu aufgerufen, „Vorkämpfer im Dienen“ zu sein. Die Menschheit brauche heute junge Leute, die bereit seien, die ihr Leben nicht „halb“ leben wollten, sondern es „gegenleistungsfrei“ für den Dienst an den Ärmsten und Schwächsten geben, so der Papst im Anschluss an einen Kreuzweg der Teilnehmer des Weltjugendtags im Krakauer Błonia-Park.

Jesus selbst habe sein Leben am Kreuz hingegeben und fordere nun die Menschen auf, es ihm nachzutun: „Um diesen Auftrag zu erfüllen, weist er euch den Weg des persönlichen Engagements und der Selbsthingabe: Es ist der Weg des Kreuzes. Der Weg des Kreuzes ist der Weg des Glücks, Christus bis zum Äußersten nachzufolgen, in den oft dramatischen Umständen des Alltagslebens. Es ist der Weg, der keine Misserfolge, Ausgrenzungen oder Einsamkeiten fürchtet, weil er das Herz des Menschen mit der Fülle Jesu sättigt. Der Weg des Kreuzes ist der Weg des Lebens, der Weg im Stile Gottes – ein Weg, den Jesus uns auch auf den Pfaden einer manchmal gespaltenen, ungerechten und korrupten Welt gehen lässt.“

Angesichts des Bösen, das in der Welt existiere, angesichts von Hunger, Krieg, Terror und dem Tod Unschuldiger komme immer wieder die Frage auf: „Wo ist Gott?“ Die Antwort Jesu laute wie folgt: „Er ist in uns.“ Am Kreuz trage Jesus die physischen, moralischen und spirituellen Wunden der gesamten Menschheit. „Heute Abend umfasst Jesus – und wir mit ihm – mit besonderer Liebe unsere syrischen Brüder und Schwestern, die vor dem Krieg geflohen sind. Wir grüßen sie und nehmen sie mit geschwisterlicher Liebe und mit Sympathie auf“, hob Franziskus hervor.

Der Kreuzweg mit Jugendlichen aus der ganzen Welt bestand aus vierzehn Stationen zu jeweils einem Werk der Barmherzigkeit, etwa „Fremde beherbergen“, die „Kranken besuchen“ und die „Lästigen geduldig ertragen“. Jede Station wurde von einer christlichen Hilfseinrichtung begleitet, etwa der Gemeinschaft Sant’Egidio, den Missionarinnen der Barmherzigkeit, Hospizeinrichtungen und Obdachlosenhilfen.

Werke der Barmherzigkeit

Franziskus ging in seiner Ansprache auf die zwei verschiedenen Formen der Barmherzigkeit ein: Die leiblichen und der geistlichen Werke. Die leibliche Barmherzigkeit bestehe im Hungernde speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene besuchen. „Dort finden wir unseren Gott, dort berühren wir den Herrn“, so Franziskus. Des Weiteren sollten die Gläubigen „geistliche Werke der Barmherzigkeit“ tätigen, indem sie Zweifelnde beraten, die Unwissenden lehren, die Sünder zurechtweisen, Beleidigungen verzeihen.

„Mit der Aufnahme des Ausgegrenzten, der leiblich verwundet ist, und mit der Aufnahme des Sünders, der seelisch verwundet ist, steht unsere Glaubwürdigkeit als Christen auf dem Spiel,“ so Franziskus. „Wenn jemand, der sich Christ nennt, nicht lebt, um zu dienen, dient er nicht für das Leben. Mit seinem Leben verleugnet er Jesus Christus.“

Und er entließ die Jugendlichen mit den Worten: „Liebe junge Freunde, an jenem Karfreitag kehrten viele Jünger traurig nach Hause zurück, andere zogen es vor, zu ihrem Haus auf dem Lande zu gehen, um das Kreuz zu vergessen. Ich frage euch: Wie wollt ihr heute Abend in eure Häuser, in Eure Herbergen zurückkehren? Wie wollt ihr heute Abend zur Begegnung mit euch selbst zurückkehren? Es liegt bei jedem von euch, auf die Herausforderung dieser Frage zu reagieren.“

(rv 29.07.2016 cz)

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