Laurentius von Brindisi (1559-1619) – Kapuziner, Heiliger und Kirchenlehrer

Laurentius von Brindisi

Benedikt XVI. erklärte, Laurentius von Brindisi zeichne sich dadurch aus, „dass seine ganze Tätigkeit von einer großen Liebe zur Heiligen Schrift beseelt war, die er großenteils auswendig kannte, sowie von der Überzeugung, dass das Hören und das Annehmen des Wortes Gottes uns von innen her verwandelt und diese Verwandlung uns zur Heiligkeit führt. … Laurentius von Brindisi lehrt uns, die Heilige Schrift zu lieben, in der Vertrautheit mit ihr zu wachsen, täglich die freundschaftliche Beziehung zum Herrn im Gebet zu pflegen, damit unser ganzes Handeln, alle unsere Tätigkeiten in ihm ihren Anfang und ihr Ende haben. Aus dieser Quelle müssen wir schöpfen, damit unser christliches Zeugnis leuchten kann und fähig ist, die Menschen unserer Zeit zu Gott zu führen.“

Giulio Cesare Russo wurde am 22. Juli 1559 in Brindisi geboren. Als er das schulfähige Alter erreichte, wurde er in die Obhut der Franziskaner in seiner Heimatstadt gegeben. Seine Schullaufbahn setzte er in Venedig fort, nachdem zunächst sein Vater und dann auch seine Mutter verstorben waren. In der Lagunenstadt kam er mit dem Kapuzinerorden in Berührung und schloss sich diesem 1575 in Verona an. Fortan trug er den Ordensnamen Lorenzo, Laurentius. Seine Gelübde legte er 1576 ab. In Padua und Venedig studierte er Philosophie und Theologie. Der Heilige verfügte nicht nur über umfassende Kenntnissen der Heiligen Schrift, sondern auch über hervorragende Sprachkenntnisse. Neben den alten Sprachen Latein, Altgriechisch und Hebräisch begeisterte er sich u.a. für die deutsche, französische und spanische Sprache.

1582 empfing Laurentius die Priesterweihe. Auch das Talent zu überzeugenden und eindringlichen Predigten war ihm geschenkt. Er verfügte über die große Gabe, sich an ganz unterschiedliche Zuhörerkreise richten zu können, da er seine Ausdrucksweise perfekt an seine Zuhörer anzupassen wusste. Großes Vertrauen setzten seine Zeitgenossen in seine diplomatischen Fährigkeiten. Im Laufe seines langjährigen Wirkens beauftragten ihn Päpste und Angehörige des katholischen Adels immer wieder mit der Aufgabe, zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln und Frieden zu stiften. Benedikt XVI. kommentierte mahnend: „Wie zur Zeit des hl. Laurentius hat die Welt auch heute einen großen Bedarf an Frieden, braucht sie Männer und Frauen, die den Frieden lieben und die Frieden vermitteln. Alle, die an Gott glauben, müssen immer ein Quell des Friedens und Friedensstifter sein.“

1586 wurde der Heilige zum Novizenmeister, 1590 zum Provinzial des Ordens in der Toskana, 1594 zum Provinzial in Venedig, 1596 zum Generaldefinitor ernannt. 1599 oblag ihm die Leitung der Kapuziner in der Schweiz, 1599 der Prager Niederlassung. Im selben Jahr bereiste er im Auftrag Papst Clemens‘ VIII. Deutschland und gründete 1600 in Österreich Niederlassungen. 1602 wurde Laurentius zum Ordensgeneral der Kapuziner gewählt und bereiste in den folgenden Jahren die Ordensniederlassungen in ganz Europa. Als er 1604 nach Brindisi zurückkehrte, gründete er auf dem väterlichen Gut das Kloster „Santa Maria degli Angeli“. 1606 reiste er im päpstlichen Auftrag nach Prag, wo er bis 1609 tätig war. Von 1610 bis 1613 vertrat er den Heiligen Stuhl in München. 1613 kehrte er nach Italien zurück und wurde zum Generaldefinitor gewählt und Provinzial der Kapuziner im Piemont und in Ligurien.

Laurentius von Brindisi starb am 22. Juli 1619 in Lissabon. Er wurde 1881 heiliggesprochen. 1959 wurde ihm von Papst Johannes XXIII. der Titel des Kirchenlehrers verliehen. „Diese Anerkennung wurde Laurentius von Brindisi auch deshalb zuteil, weil er Autor zahlreicher exegetischer und theologischer Werke sowie von Schriften war, die für die Predigt bestimmt waren. In ihnen bietet er eine in sich geschlossene Darlegung der Heilsgeschichte, bei der das Geheimnis der Menschwerdung im Mittelpunkt steht, die größte Offenbarung der göttlichen Liebe für die Menschen. Als hochkarätiger Mariologe und Autor einer Sammlung von Predigten über die Gottesmutter mit dem Titel ‚Mariale‘ hebt er die einzigartige Rolle der Jungfrau Maria hervor, deren Unbefleckte Empfängnis und deren Mitwirken am durch Christus gewirkten Heil er klar bestätigt. Mit feinem theologischem Gespür hat Laurentius von Brindisi auch das Wirken des Heiligen Geistes im Leben des Gläubigen hervorgehoben.“

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Quelle

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