Erstes Magdalena-Fest: „Über die Würde der Frau nachdenken“

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Maria Magdalena: Künstlerische Darstellung

Maria Magdalena wird in der Kirche an diesem Freitag das erste Mal als Fest gefeiert. Papst Franziskus hatte es durch ein Dekret der Liturgiekongregation am 3. Juni diesen Jahres festlegen lassen. Zuvor war der Tag ein Gedenktag, liturgisch bedeutet dies also eine Aufwertung der Heiligen. „Vom heiligen Gregor dem Großen wurde sie ‚Zeugin der göttlichen Barmherzigkeit‘ genannt, vom heiligen Thomas von Aquin ‚Apostolin der Apostel‘; von den Gläubigen unserer Tage kann sie als Beispiel für den Dienst der Frauen in der Kirche entdeckt werden“, heißt es im Dekret zur Begründung.

Die Aufwertung bedeutet, dass das Fest dem der Apostel gleichgestellt wird (Ausnahmen sind Petrus und Paulus, deren in Hochfesten, also liturgisch noch bedeutungsvoller, begangen wird). Außer den Zwölf gedenkt die Kirche nur der Evangelisten Markus und Lukas und des ersten Märtyrers Stephanus mit einem Fest.

Mit dieser Veränderung gehen auch konkrete Änderungen in der Liturgie einher. So betont das Liturgische Institut der Schweiz das Element des Dankes, das zum einen in den Lobgesängen deutlich werde, die zu einem Fest gehören. „Besonders deutlich wird das Motiv der Danksagung für das Leben und den Dienst der Heiligen in den entsprechenden Präfationen, den grossen Eröffnungsgesängen des Eucharistischen Hochgebets“, heißt es auf der Webseite des Instituts. „In den jeweiligen Heiligenpräfationen werden Motive aus dem Leben der Heiligen genannt, für die wir Gott danken und ihn loben. Während wir bei diesen Dankmotiven quasi den Heiligen gegenüber stehen, sie anschauen und Gott für sie danken, wechseln wir am Ende der Präfation die Seite und stellen uns zu ihnen, um mit ihnen und den Engeln gemeinsam Gott zu loben im Gesang des ‚Sanctus’.“

Eine gültige deutschsprachige Übersetzung dieser Präfation gibt es noch nicht, weil auf die Feinheiten der Sprache zu achten sei, heißt es weiter, besonders mit Bezug auf die Begriffe „apostola“ und „apostolatum officiom“ gilt: „Erstmals in einem offiziellen liturgischen Text wird eine Frau als Apostolin (‚apostola’) bezeichnet, wenn auch nur in der Überschrift: Päfation von der Apostolin der Apostel. Im Text der Präfation selbst wird dann gesagt, dass Christus sie mit dem ‚apostolischen Amt/Dienst’ vor den Augen der Apostel ehrte“. Einschränkend wird hinzu gefügt: „der Begriff ‚apostolatus officium’ ist nicht eindeutig zu übersetzen, gemeint ist das Amt/der Dienst als Apostel“.

In dem Begleitschreiben hatte der Sekretär des Liturgiekongregation, Erzbischof Arthur Roche, darauf hingewiesen, dass der „aktuelle kirchliche Kontext“ dazu aufrufe, „tiefer über die Würde der Frau“ nachzudenken. „Maria Magdalena ist das Beispiel einer wahren, authentischen Verkünderin der Frohen Botschaft: einer Evangelistin, die die frohmachende, zentrale Botschaft von Ostern verkündet.“ Das Fest an diesem Freitag soll Gelegenheit sein, genau das zu feiern und Gott dafür zu danken.

Die liturtischen Texte des Festes finden Sie – mit Ausnahme der Präfation –hier.

Die Präfation lautet im Original: Præfatio: de apostolorum apostola

Vere dignum et iustum est,
æquum et salutáre,
nos te, Pater omnípotens,
cuius non minor est misericórdia quam potéstas,
in ómnibus prædicáre per Christum Dóminum nostrum.
Qui in hortu maniféstus appáruit Maríæ Magdalénæ,
quippe quae eum diléxerat vivéntem,
in cruce víderat moriéntem,
quæsíerat in sepúlcro iacéntem,
ac prima adoráverat a mórtuis resurgéntem,
et eam apostolátus offício coram apóstolis honorávit
ut bonum novæ vitæ núntium
ad mundi fines perveníret.
Unde et nos, Dómine, cum Angelis et Sanctis univérsis
tibi confitémur, in exsultatióne dicéntes:

 

(rv 21.07.2016 ord)

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