Kardinal Schönborn: Amoris Laetitia ist „ein Akt des kirchlichen Lehramts“

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Kardinal Christoph Schönborn bei der Vorstellung von Amoris Laetitia

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat den lehramtlichen Charakter des Päpstlichen Schreibens „Amoris Laetitia“ hervorgehoben. In einem Interview mit der Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“, das in voller Länge am 23. Juli erscheint, betont der langjährige Dogmatik-Professor Schönborn, die Exhortation im Anschluss an die Bischofssynode sei ein „Akt des kirchlichen Lehramtes“, aktualisiert im Kontext der heutigen Zeit. Alle früheren lehramtlichen Äußerungen zu Ehe und Familie müssten nun im Licht des Dokuments von Papst Franziskus gelesen werden.

Sehr wohl mache der Papst in „Amoris Laetitia“ starke und entschlossene Aussagen, die den lehramtlichen Charakter des Schreiben unterstrichen, so der Kardinal. Jedoch wolle Franziskus weg von einem abstrakten, gar „elitären“ Blick der Doktrin auf das Thema Ehe und Familie hin zum Blick des „Guten Hirten“ kommen, der Verständnis und Mitgefühl mit den Schwächen und Fehlern der Menschen habe. Dieser Blick aufs Konkrete und die Aufmerksamkeit für die Schwächsten sei der Schlüssel zu Franziskus‘ Schreiben.

Wenn Franziskus von Familie spreche, mache er sich nicht etwa eine säkulare Sicht zu eigen, noch ein abstraktes Ideal, sondern vielmehr gehe er das Thema mit einem „biblischen Realismus“ an. Auch die Bibel zeichne kein perfektes Bild von der Familie, sondern zeige, dass es sich auch hierbei um Sünder handle, die auf dem Weg seien.

Schönborn sieht Amoris Laetitia in eine lange kirchliche Tradition gebettet, deren moralische Wurzeln bei Ignatius von Loyola und Thomas von Aquin liegen: Weg vom Rigorismus, hin zu einer Moral, die die ganze Person einschließt. Auch sieht Schönborn den Weg des Schreibens bereits bei Franziskus‘ Vorgängern Johannes Paul II und Benedikt XVI. geebnet. So habe Franziskus einen wichtigen Schritt nach vorn getan, indem er verdeutlicht habe, was in der Exhortation „Familiaris consortio“ von Johannes Paul II . noch implizit gewesen sei: Es existiert keine kirchliche Norm, die für ausnahmslos alle Fälle gilt. Amoris Laetita sei somit der große moralische Text, auf den die Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gewartet habe.

Kardinal Christoph Schönborn hatte „Amoris Laetitia“ im Auftrag von Papst Franziskus vergangenen April der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Wiener Erzbischof hatte an beiden Familiensynoden teilgenommen, an der ersten als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, an der zweiten auf päpstliche Ernennung.

(rv/civiltà cattolica 07.07.2016 cz)

2 Kommentare zu “Kardinal Schönborn: Amoris Laetitia ist „ein Akt des kirchlichen Lehramts“

  1. Ein Akt des Sekten-„Lehramtes“, das von wahren Katholiken links liegen gelassen wird.

  2. Kardinal Schönborn: Amoris Laetitia ist „ein Akt des kirchlichen Lehramts“

    Athanasius Schneider zu Amoris laetitia: „Zweideutige, irreführende Ausdrücke“ – „Kritische Analyse notwendig“

    Beide im sündhaften Irrtum. Der Erste offen und unverblümt, satanisch hohnlachend. Der Zweite verdeckt, bemäntelt und sich lossprechend.

    Juni 2016
    http://www.katholisches.info/2016/06/02/athanasius-schneider-zu-amoris-laetitia-zweideutige-irrefuehrende-ausdruecke-kritische-analyse-notwendig/

    Nun wachen endlich auch andere Stimmen auf. Hat es so viel Offenlegung der sektiererischen Handlungen gebraucht, um sie endlich als Menschenmachwerkskirche zu durchschauen, die nicht die Katholische Kirche ist?

    Es ist so: Wer heute sich in dieser Logensekte zum Bischof weihen läßt, ist ein Gefangener seiner selbst. Das kann man bei Bischof Athanasius Schneider sehr gut schon lange beobachten. Es ist so richtig auch die beschwerte, gehemmte und verklemmte Haltung des Opus Angelorum, dem er nun mal angehört, wieder zu erkennen. Zuerst wurde dort konsequent die unveränderliche und unwandelbare Lehre der Kirche vertreten. Immer mehr aber verfiel man aus dem glaubenstreuen Denken heraus und lieferte sich zwangsmäßig dem römischen Zeitgeist aus – „mit kindlicher Hochachtung gegenüber dem Stellvertreter Christi“ – um die Worte Schneiders zu gebrauchen. Einem Häretiker gegenüber darf es jedoch keine „kindliche Hochachtung“ geben, sondern nur einen kämpferischen Widerstand! Sonst ist es Verrat am Glauben! Schneider meidet es rigoros, Kritik an seinem legitimen Papst zu nehmen. Hier weicht er unaufhörlich aus. Doch wem fiel das bisher auf?

    Sehr richtig schreibt jetzt ein Kommentator in kath.info, der seinen Beitrag mit dem Satz endet:
    “ Dies ist die Antwort an alle traditionellen Katholiken von einem Bischof, den sie für einen Mann Gottes halten. Es gibt also wirklich niemanden da draußen von den:
    5,237 Bischöfen
    415,792 Priestern
    44,566 Diakonen“

    Er schreibt:
    Tradition und Glauben 2. Juni 2016 at 11:04
    „Und was bedeutet dies im Klartext? „Lieber Kollege, übernehmen Sie doch, denn mir sind die Hände gebunden“. Bischof Schneider wältzt die Verantwortung, die ihm als Bischof für den Erhalt der Reinheit der Lehre zusteht, auf Theologen ab und lässt sie die ansägliche Adhortation theologisch analysieren. Aber Theologen sind, entgegen der jüngsten Aussagen eines neuen „Theologenmemorandums“, kein Lehramt! Sie haben keine exekutive Gewalt, wenn man die Gewaltenteilung auf die Kirche anwenden möchte. Jede ordentliche Gewalt hat in seiner Diözese der Bischof und in der Kirche der Papst.
    Der Papst hat aber mit AL eine Häresie begannen, [die] alle übrigen theologischen Zensuren verdient:
    Vgl. https://traditionundglauben.wordpress.com/category/kirchenkrise/zensuren/
    Sogar Bischof Schneider rudert zurück, denn vor AL redete er noch von der besseren Alternative des Schismas oder seinem Märtyrium. Und jetzt gibt er den Ball weiter. Er redet jetzt wie Burke: ‚kein lehramtliches Schreiben, es braucht uns nicht zu kümmern.‘ Es ist ein lehramtliches Schreiben, es ist häretisch und es muss uns kümmern….“

    Das sagt also ein Leser in kath.info!

    Doch wer Bergoglio als Papst anerkennt – und das tut Weihbischof Athanasius Schneider – muß Amoris Laetitia unweigerlich als unfehlbares Lehrschreiben, also den gesamten Inhalt ohne wenn und aber anerkennen! Sein hilfloses Ausweichen verrät seine eigentliche Geisteshaltung. Da helfen auch noch so viele salbungsvolle Predigten nichts. Sie betreffen nicht die eigentliche Problematik. Was nützt es, von der Größe der Heiligsten Eucharistie zu reden und gegen die Handkommunion zu wettern, wenn er sich nicht getraut, den „Papst“ zur Verantwortung zu ziehen, der diese neuen Messen und das Konzil fördert! Was soll, wenn das Lehramt gesprochen hat, noch korrigiert werden und von wem?

    Pia schreibt in kath.info am 2. Juni 2016 at 17:19 „Danke @ Tradition und Glauben – Sie treffen mit Ihrer Analyse des Briefes von Bischof Athanasius Schneider an Christopher Ferrara, den Nagel auf den Kopf: Das bisher so „tapfere Schneiderlein“ wendet und dreht sich und wälzt jede Verantwortung von den Amtsträgern ab! Einfach nur schade! Dabei schien bisher allein sein Vorname schon Programm zu sein!“

    Nein Pia, das war immer schon die Grundhaltung von Schneider, nur erkannten es die wenigsten. Wenn es um seinen Papst ging, war es um ihn geschehen. Er ist ja an ihn und an seine Sekte gebunden. Und so ist Schneider nicht in der Wahrheit. Denn „die Wahrheit wird euch frei machen“, sagt unser HERR!

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