Die heilige Maria Goretti: „Ein Beispiel der Vergebung“

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Heiligtum Santa Maria Goretti, Nettuno / Wikimedia Commons – Stefano.Nicolucci, CC BY-SA 3.0

Schreiben von Papst Franziskus
an die Bischöfe von Latina und Albano

Die Vergebung der heiligen Maria Goretti (1890-1902) für ihren Mörder sei „die höchste Entscheidung ihres Lebens.“ Dies betonte Papst Franziskus in einem Schreiben an die Bischöfe von Latina-Terracina-Sezze-Priverno, Msgr. Mariano Crociata, und Albano, Msgr. Marcello Semeraro, anläßlich des heutigen Gedenktages der jungen italienischen Märtyrin. Die heilige Maria Goretti, deren Rufname „Marietta“ war, ist die Schutzpatronin der beiden im südlichen Latium liegenden Bistümer.

In seiner Botschaft vom 20. Juni lädt Papst Franziskus die Gläubigen ein, „Zeugen der Vergebung zu sein, wie die Heilige die sie verehren.“ Die Vergebung – so betont Jorge Bergoglio – sei „der klarste Ausdruck der barmherzigen Liebe und für uns Christen, ein Imperativ, auf den wir nicht verzichten können.“

„Wie oft scheint es uns schwierig zu vergeben! Und dennoch ist die Vergebung das in unsere zerbrechlichen Hände gegebene Werkzeug um den Frieden im Herzen zu erhalten“, so unterstreicht der Papst, der daran erinnert, dass Maria Goretti nicht an sich selbst, sondern an das Seelenheil ihres Mörders gedacht  habe.

„So kommst du in die Hölle“, sagte sie zu ihm, während er insgesamt vierzehn Mal mit einer Ahle auf sie einstach. Auf ihrem Sterbebett im Krankenhaus von Nettuno sagte sie zum Kaplan: „Ich vergebe ihm und will, dass er mit mir ins Paradies kommt.“ „Genau diese äußerst großzügige Geste der Vergebung – so schreibt Papst Franziskus – begleitet den friedvollen Tod der jungen Marietta und bildet für ihren Mörder den Anfang jenes aufrichtigen Wegs zur Umkehr, die ihn am Ende dazu bringen wird, die vertrauensvolle Hingabe in die Armen des Vaters des Erbarmens zu kosten.”

Ihr Mörder, Alessandro Serenelli (1882-1970), bekehrte sich im Gefängnis und nahm sowohl an der Seligsprechung von Marietta im Jahr 1947 wie an ihrer Heiligsprechung im Jahr 1950 teil, die erste die auf dem Petersplatz stattfand. Er saß neben Marias Mutter, Assunta Goretti, die zu ihm sagte: „Gott hat dir vergeben, meine Marietta hat dir vergeben, auch ich vergebe dir.“

Alessandro Serenelli trat in den dritten Orden des heiligen Franziskus ein und arbeitete bis zu seinem Tod als Gärtner im Kapuzinerkloster von Macerata in den Marken.

Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ist für Papst Franziskus die Vergebung von Maria Goretti für ihren Mörder eine beispielhafte Geste. Beim Angelus am letzten Sonntag, dem 3. Juli‬, erinnerte er die Gläubigen an ihren Gedenktag. „Dieses tapfere Mädchen verdient den Applaus des ganzen Platzes“, so sagte er. (pdm)

Mehr Info zu Maria Goretti und zum Papstschreiben findet man hier (auf Italienisch)

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Quelle

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