„Sauerteig für eine gerechtere und solidarische Gesellschaft“

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Außerordentliche Generalaudienz, 30. Juni 2016

Zusammenfassung der außerordentlichen
Generalaudienz von Donnerstag, dem 30. Juni 2016

In seiner Katechese während der heutigen Sonderaudienz im Rahmen des Jubiläumsjahres erinnerte Papst Franziskus daran, dass die Barmherzigkeit kein abstraktes Wort, sondern einen Lebensstil bezeichne. Alle seien heute zu einer Gewissenprüfung aufgefordert. Jedem werde besondere Aufmerksamkeit abverlangt, das Leiden und die Not des Nächsten zu bemerken. Heuchelei und Gleichgültigkeit hingegen ließen die Seele unempfindlich und das Leben steril werden. Die barmherzigen Werke bezeichnete der Papst als konkrete Zeugnisse des Glaubens. Im Angesicht des materiellen oder spirituellen Leids sei jeder aufgerufen, die Not zu erleichtern. In unserer globalisierten Welt sei Phantasie erforderlich, um für die vielfältigen Probleme eine Lösung zu finden. Im Leid und in der Not unserer Mitmenschen sei Jesus.

Papst Franziskus erinnerte während der Audienz an seine Reise nach Armenien und sprach nochmals seinen Dank aus. Er kündigte bereits seine beiden nächsten Reisen in den Kaukasus an, nach Georgien und nach Aserbaidschan. Beide Länder hätten antike christliche Wurzeln, die mit der Reise gewürdigt werden sollten, so Papst Franziskus. Beide Reisen stünden außerdem im Zeichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs. Als Christen sei wir aufgerufen, unser brüderliches Bündnis zu stärken.

Papst Franziskus ermutigte abschließend die jungen Menschen, dem Glauben Raum in ihrem Leben zu geben, die Kranken, mit ihrem Leid den anderen die Möglichkeit zu geben, der Liebe Jesu zu begegnen, und die Jungverheirateten, Erzieher und Glaubensbeispiele für ihre Kinder zu sein.

Die heutige Audienz war die letzte Sonderaudienz vor der Sommerpause. Im Juli werden auch die Generalaudienzen am Mittwoch entfallen.

Wir übernehmen im Folgenden die offizielle deutsche Zusammenfassung der Katechese.  Der Volltext ist hier in einer eigenen Übersetzung abrufbar.

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Liebe Brüder und Schwestern,

man kann viel über Barmherzigkeit sprechen; wichtiger ist es, die Barmherzigkeit zu leben. In Anlehnung an ein Wort aus dem Jakobusbrief (vgl. 2,17) können wir sagen: Die Barmherzigkeit für sich allein ist tot, wenn sie nicht Werke vorzuweisen hat. Was die Barmherzigkeit lebendig macht, ist die fortwährende Dynamik des Zugehens auf die Menschen, die sich in geistlicher oder materieller Not befinden. Die Barmherzigkeit hat Augen, um hinzusehen; Ohren, um zuzuhören; Hände, um wieder aufzurichten. Der Alltag gibt uns vielfältige Gelegenheiten, die Bedürfnisse der Armen und Leid Tragenden mit Händen zu greifen. Es bedarf der Aufmerksamkeit unsererseits, um zu erkennen, was den Mitmenschen Not tut. Wer im eigenen Leben die Barmherzigkeit des Vaters erfahren hat, kann nicht gefühllos gegenüber den Nöten der Geschwister sein. In unserer globalisierten Welt gibt es viele Formen materieller und spiritueller Not, die uns einladen, nach neuen Weisen der Hilfe zu suchen.

Der Heilige Vater hat zudem über seine Reise nach Armenien gesprochen. Papst Franziskus dankt den Verantwortlichen und dem ganzen armenischen Volk für die Gastfreundschaft, mit der er als Bruder im Glauben und Pilger des Friedens empfangen wurde. Armenien ist das erste Volk, welches im vierten Jahrhundert das Christentum als Religion angenommen hat; und diesen Glauben hat es im Laufe seiner Geschichte immer wieder mit dem Martyrium bezeugt. Der Besuch des Heiligen Vaters will ein Zeichen sein – genauso wie seine geplante Reise nach Georgien und Aserbaidschan im September –, die Gemeinschaft unter den Christen zu stärken, damit sie im Zeugnis für Christus Sauerteig für eine gerechtere und solidarische Gesellschaft sind. Dies geschehe in einem Geist des Dialogs mit den anderen Kulturen und Religionen, um Hoffnung zu stiften und neue Wege des Friedens zu eröffnen.

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grußworte auf Italienisch verlesen:]

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Pilger und Besucher deutscher Sprache. Die Sommerzeit gibt vielen von euch eine Gelegenheit des Urlaubs und der Erholung. Vergessen wir nicht in dieser Zeit unsere menschlichen Beziehungen zu pflegen und die Barmherzigkeit zu leben. Damit erfahren auch wir Momente der Stärkung und der Ermunterung. Der Heilige Geist begleite euch auf euren Wegen!

© Copyright – Libreria Editrice Vaticana

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Quelle

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