Papst Franziskus: Junge Armenier sollten Friedensboten sein

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Papst Franziskus auf dem roten Teppich zum ökumenischen Gebet

Papst Franziskus hat bei der ökumenischen Begegnung in Jerewan die armenische Jugend aufgerufen, nicht im Hier und Jetzt zu erstarren, sondern Friedensboten für die Zukunft zu sein. Tausende vor allem junge Menschen, zivilgesellschaftliche und religiöse Vertreter hatten sich auf dem ehemaligen Lenin-Platz, dem heutigen Platz der Republik in der armenischen Hauptstadt versammelt, um gemeinsam mit dem Katholikos aller Armenier und dem Heiligen Vater zu beten. Franziskus sagte zu der jungen Generation: „Liebe junge Freunde, diese Zukunft gehört euch. Macht euch die große Weisheit eurer alten Menschen zunutze und strebt danach, Friedenstifter zu werden: nicht Verwalter des Status quo, sondern aktive Förderer einer Kultur der Begegnung und der Versöhnung.“

Hierbei sollten sie sich an die „großen Zeugen“ erinnern, etwa den heiligen Gregor von Narek, den Franziskus zum Kirchenlehrer erhoben hat. „Er könnte auch als Friedenslehrer bezeichnet werden“, sagte Franziskus. Er zitierte die Worte des Heiligen im „Buch der Klagen“: „Gedenke derer, [Herr, …] die im Menschengeschlecht unsere Feinde sind, doch zu ihrem Wohl: Vollbringe du in ihnen Vergebung und Barmherzigkeit. […] Vernichte nicht, die mich angreifen, sondern verwandle sie! Vernichte das lasterhafte irdische Verhalten und verwurzele in mir und in ihnen das gute Betragen!“ (Buch der Klagen, 83,1-2). Diese Solidarität mit der Menschheit müssten auch die Armenier, die über die ganze Welt verstreut lebten, beherzigen und „Boten dieser Sehnsucht nach Gemeinschaft sein“.

Die Einheit der Christen sei nicht einfach ein „strategischer Vorteil“, sondern sei notwendig, um die Mission Christi zu erfüllen: Der Welt das Evangelium bringen. „Auf diesem Weg gehen uns viele Zeugen voran und begleiten uns, besonders die vielen Märtyrer, die den gemeinsamen Glauben an Christus mit ihrem Blut besiegelt haben: Sie sind unsere Sterne am Himmel, die über uns leuchten und uns den Weg zur vollen Gemeinschaft weisen, der auf Erden noch zurückzulegen ist.“ Aus seinem Schreiben Evangelii Gaudium zitierend betonte Franziskus, dass die Christen auf ihrem Weg zur Einheit „das Herz ohne Ängstlichkeit dem Weggefährten anvertrauen“ sollten, „ohne Misstrauen“.

Auch in den dramatischsten Augenblicken habe das armenische Volk am Glauben festgehalten. Franziskus verglich dessen Wunden, die durch das „große Übel“, also Vertreibung und Vernichtung insbesondere während des Ersten Weltkrieges, verursacht worden seien, mit den Wunden Christi am Kreuz. „Diese schrecklichen Wundmale des am Kreuz erlittenen Schmerzes sind, verklärt durch die Liebe, zu Quellen von Vergebung und Frieden geworden. So kann auch der größte Schmerz, verwandelt von der rettenden Macht des Kreuzes – deren Boten und Zeugen die Armenier sind –, ein Same des Friedens für die Zukunft werden.“

Franziskus erinnerte auch an den heiligen Katholikos Nerses Schnorhali, der den Wunsch hatte, dass alle Christen „eins seien“. Dafür sei das Gebet aller notwendig. „Es ist schön, hier versammelt zu sein, um füreinander und miteinander zu beten. Und es ist vor allem das Geschenk des Gebetes, das ich heute Abend von euch erbitten möchte; dazu bin ich gekommen,“ so Franziskus.

Vor der Ansprache des Papstes wandte sich der Katholikos der armenisch-apostolischen Kirche Karekin II. an die Versammelten auf dem Platz der Republik. Er würdigte die Rolle des Papstes als Friedensstifter zwischen Nationen und verwies auf die Messe mit den Armeniern im Vatikan im vergangenen Jahr, als er das erste Mal, den heiligen Johannes Paul II. zitierend, die Massaker und Verfolgungen am armenischen Volk als ‚Völkermord‘ bezeichnete. „Unser Volk ist Euer Heiligkeit und allen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, dankbar und erwartet von der Türkei, in Anlehnung an Ihre Botschaft und das Plädoyer vieler Länder und internationaler Institutionen, dass sie genug Tapferkeit zeigen möge, sich ihrer Geschichte zu stellen und die illegale Blockade Armeniens zu beenden sowie damit aufzuhören, Aserbaidschans militärische Provokationen gegen das Recht der Menschen am Berg-Karabach, in Freiheit und Frieden zu leben, zu unterstützen.“ Papst Franziskus wird im September seine zweite Kaukasusreise antreten und bei dieser auch Aserbeidschan besuchen, das Land, mit dem Armenien in diesen Tagen im teils auch bewaffneten Konflikt steht.

Karekin II. ging aber auch auf die Verfolgung der Christen im Nahen Osten ein und klagt an, wie viele religiöse Stätten und Kulturschätze zerstört wurden. Er verglich ihre Situation mit der Situation der Armenier während des Osmanischen Reichs. Daher könnten die Armenier mitfühlen, so Karekin II.. Hier stehe besonders die Kirche in der Pflicht. „In solchen Situationen kann die Mission der christlichen Kirchen und der religiösen Führer sich nicht darin erschöpfen, den Opfern zu helfen, sie zu trösten und pastorale Arbeit zu leisten. Es müssen praktischere Schritte unternommen werden, auf dem Weg, Lösungen für den Frieden zu finden. Wir müssen das Böse vermeiden, indem wir den Geist der Liebe, Solidarität und Zusammenarbeit in den Gesellschaften fördern – durch ökumenischen und interreligiösen Dialog, nach Gottes Wort: ‚Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.‘“

(rv 25.06.2016 cz/pdy)

3 Kommentare zu “Papst Franziskus: Junge Armenier sollten Friedensboten sein

  1. Diese Heuchelei Bergoglios ist unerträglich! Was bringt nach Jorge den Frieden? Die aktive Förderung einer Kultur der Begegnung!

    Friedensboten – Friedensstifter – Friedenslehrer – Frieden und Gerechtigkeit – Freiheit und Frieden – das sind die Schlagwörter von Jorge, ohne Sinn und ohne Bedeutung. Denn er selbst ist alles andere als Friedensstifter. Er arbeitet – wie seine Vorgänger – entgegengesetzt was dem Frieden dient, denn er arbeitet gegen Fatima. Heuchelei im wahrsten Sinne! 1,5 Millionen zu Tode gekommene Armenier! Schrecklich! Doch die Zahl der durch die Beschlagnahmung des Stuhls Petri ermordeten unsterblichen Seelen ist weitaus größer, viel größer!

    „Sehnsucht nach Gemeinschaft“, das ist das billige Losungswort an die Armenier. Die Opfer selbst, nämlich die Armenier, sollen sich besinnen und zu Übereinstimmung und Gemeinsamkeit kommen! Und das sollen sie sich zu Herzen nehmen! Ist das die Antwort auf das Furchtbare, was geschehen ist, ist das das Evangelium?

    Diese Heuchelei Roms ist dem Herrn ein Gräuel! Hat doch der Osservatore Romano am 5. August 2015 – nachdem die Rede von Jorge Bergoglio im UNO-Glaspalast vorausging, die 17 Schwerpunkte der 2033-Agenda vorgestellt. Also eine Befürwortung und Zustimmung dieses dämonischen Konzepts. Das ist des Antipapstes Parole: Schweigen zu den fürchterlichsten Gräueln unseres Jahrhunderts, sagte er doch im Herbst 2013, man könne „nicht immer“ über solche Themen sprechen! Solche Themen, die da sind: Abtreibung, Genderpolitik, Homosexualität und vor allem das barbarische entmenschte Entwicklungsprogramm, das die Grundhaltung des SDG (UNO-Dokuments Sustainable Development Goals) darstellt. Im Gegenteil, ging Francis nicht nach New York, um dieses Dokument abzusegnen?

    Mit welcher Brutalität die Tötung ungeborener Kinder und die weiteren „Entwicklungsziele“ im Bereich Sexualität durchgesetzt werden sollen, zeigt ein Bestimmungsparagraf dieser Agenda: Alle Länder, die keine Abtreibungspolitik ausüben, sollen von der Finanzierung durch die UNO ausgeschlossen werden, egal wie arm oder in Notlage geraten durch Krieg, Naturkatastrophen etc.

    Wahrlich eine schonungslose, skrupellose Erpressung! Für Bergoglio nicht der Mühe wert, darüber zu reden. Und wann hat er auf die von der Kirche verhängte Strafe der Exkommunikation für alle die abtreiben und die sich auf irgend eine Weise daran beteiligen, hingewiesen?
    Das ist also die glorreiche Barmherzigkeit des größten Unbarmherzigen!

  2. @Alexius

    Sie werden den Absichten des Papstes Franziskus (z.B. bezüglich der Abtreibung) in keinster Weise gerecht. Lesen Sie einmal folgenden Abschnitt seines Schreibens mit dem zum außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit der Ablass gewährt wird SORGFÄLTIG durch:

    Ein gravierendes Problem unserer Zeit ist sicherlich die veränderte Beziehung zum Leben. Eine sehr verbreitete Mentalität hat mittlerweile zum Verlust der persönlich und gesellschaftlich geschuldeten Sensibilität gegenüber der Annahme eines neuen Lebens geführt. Das Drama der Abtreibung wird von manchen mit einem oberflächlichen Bewusstsein erlebt, so dass sie sich über das schwerwiegende Übel, das ein solcher Akt mit sich bringt, fast nicht im Klaren sind. Viele andere dagegen, die diesen Moment zwar als Niederlage erleben, meinen, keinen anderen Ausweg zu haben. Ich denke vor allem an alle Frauen, die eine Abtreibung haben durchführen lassen. Ich weiß um den Druck, der sie zu dieser Entscheidung geführt hat. Ich weiß, dass dies eine existentielle und moralische Tragödie ist. Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen. Was geschehen ist, ist zutiefst ungerecht. Und doch: Nur wenn man es in seiner Wahrheit versteht, ist es möglich, die Hoffnung nicht zu verlieren. Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden, besonders wenn er mit ehrlichem und aufrichtigem Herzen das Sakrament der Vergebung empfangen will, um Versöhnung mit dem Vater zu erlangen. Auch aus diesem Grund habe ich, ungeachtet gegenteiliger Bestimmungen, entschieden, für das Jubiläumsjahr allen Priestern die Vollmacht zu gewähren, von der Sünde der Abtreibung jene loszusprechen, die sie vorgenommen haben und reuigen Herzens dafür um Vergebung bitten. Die Priester mögen sich auf diese große Aufgabe vorbereiten und Worte der echten Annahme mit einer Reflexion zu verbinden wissen, die hilft, die begangene Sünde zu begreifen. Ebenso sollen sie auf einen Weg echter Umkehr verweisen, um die wahrhaftige und großherzige Vergebung des Vaters verstehen zu können, der durch seine Gegenwart alles erneuert.

  3. Paul Otto Schenker hat recht mit der Ermahnung, daß wir alle genauer argumentieren müssen und daß wir unsere Gegner fair und ohne Verzerrung darstellen müssen. Gerade wir „Traditionalisten“ und Sediisvakantisten müssen uns das von Herrn Schenker zu recht sagen und ins Stammbuch schreiben lassen, und zwar deswegen, weil wir uns ja ganz besonders der Treue zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit verschrieben haben; deshalb sind wir ja „Traditionalisten“ und Sedisvakantisten. Also es darf keineswegs vorkommen, daß wir Rechtgläubigen „Progressisten“ falsch darstellen. Ich muß aber leider zugeben, daß das in den letzten Jahrzehnten im Kampf gegen die Modernisten und Gottlosen immer wieder vorgekommen ist. Es sind z. B. „Papst“ „Johannes XXIII.“ (1958-1963) von „traditionalistischer“ Seite bestimmte unlautere und antikatholische Taten und Motive unterstellt worden, die geradezu das Gegenteil von dem sind, was dieser Mann wirklich tat und wollte. Da bleibt immer noch genug übrig, um ihn wegen unkatholischer Lehren anzugreifen, aber diese Angriffe müssen hieb- und stichfest sein. Ich glaube, daß unser Kampf gegen die „Progressisten“ und ihre Herrschaft auch deswegen so wenig erfolgreich war, weil der liebe Gott wegen der verschiedenen Falschaussagen, Verdrehungen und Verleumdungen von unserer Seite aus mit uns nicht zufrieden war.

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