Kardinal Woelki kritisiert EU-Flüchtlingsabkommen

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Archivbild: Kardinal Woelki mit irakischen Flüchtlinge

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei als „infam“ bezeichnet und das Land scharf kritisiert. „Es wurde ein Vertrag mit einem Regime geschlossen, das Menschenrechte, Meinungsvielfalt und -freiheit sowie Pressefreiheit einschränkt und religiöse Minderheiten verfolgt“, sagte er am Freitag dem „Handelsblatt“. Der Erzbischof nannte es problematisch, dass das Türkei-Abkommen den Eindruck erwecke, „dass wir in unserem Land wieder in der alten, vermeintlich heilen Welt leben“.

Das Gegenteil sei der Fall. Abschottung löse die Probleme nicht. Das zeige sich daran, dass wieder mehr Menschen über noch gefährlichere Routen flüchteten. „Das Mittelmeer mutiert zu einem Burggraben für Europa, in dem immer mehr Menschen umkommen.“ Seit dem Jahr 2000 bis zum Juni vergangenen Jahres seien 23.000 Menschen umgekommen. Bis Fronleichnam dieses Jahres seien 3.358 Tote dazugekommen und seitdem noch einige Hundert mehr. „Wir müssen diesen Menschen eine Stimme geben, ihr Leben darf nicht einfach verloren sein“, so der Kardinal.

(kap/kna 17.06.2016 mk)

Siehe dazu ferner:

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