„Der Papst hat den Völkermord beim Namen genannt“

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Kloster Tatew, Armenien / Wikimedia Commons – Alexander Naumov, CC BY 3.0

Armenien freut sich auf Besuch von Franziskus

Papst Franziskus wird von 24. bis 26. Juni nach Armenien reisen. Die Vorfreude in der Kaukasusrepublik ist groß – nicht nur bei der katholischen Minderheit des Landes. Der für Osteuropa zuständige armenisch-katholische Erzbischof Raphael Minassian erklärte gegenüber „Kirche in Not“: „Wir Armenier, egal ob katholisch oder orthodox, lieben den Papst. Denn er hat den Völkermord an unserem Volk deutlich beim Namen genannt und als ersten Genozid im 20. Jahrhundert anerkannt. Das werden wir ihm nie vergessen.“

Hundert Jahre lang hätten sich die Armenier vergeblich um die Anerkennung ihres Leids bemüht, so der Erzbischof. „Wir haben von Staaten und Politikern leere Versprechungen bekommen und wurden zum Spielball der Interessen. Der Papst aber ist kein Politiker. Ihm geht es um die Wahrheit.“ Es sei deshalb auch Franziskus zu verdanken, dass der Genozid an den Armeniern wieder in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit getreten sei.

Die meisten Armenier gehören der orthodoxen armenisch-apostolischen Kirche an. Aus ihr entstand die armenisch-katholische Kirche, die in Einheit mit Rom steht. Sie zählt rund 600.000 Mitglieder. In Armenien gibt es rund 40 katholische Pfarreien. Das Miteinander von Katholiken und Orthodoxen sei ausgezeichnet, betonte Minassian. „Ich bin seit sechs Jahren Bischof. Ich hatte in dieser Zeit nicht einen Augenblick das Gefühl der Trennung.“ Die Gemeinsamkeiten würden überwiegen, zum Beispiel hinsichtlich der Liturgie und der Feier der Sakramente. „Die Armenier fühlen sich ohnehin als ein Volk und eine Kirche“, sagte der Erzbischof. Der Patriarch der armenisch-apostolischen Kirche habe ihm seine volle Unterstützung beim Papstbesuch zugesagt.

Das Interesse der Armenier an der Begegnung mit Franziskus sei enorm. „Wir haben schon jetzt viel mehr Anmeldungen für die heilige Messe mit dem Papst, als für den Platz Menschen zugelassen sind. Wir rechnen mit 50 000 Teilnehmern.“ Die Armenier seien ein sehr religiöses Volk, sagte Minassian. „Wir haben hier keinen Säkularismus. Obwohl wir nur wenige Katholiken sind, unterhalten wir viele karitative Projekte für arme, alte und behinderte Menschen. Das könnten wir ohne unsere Wohltäter wie ,Kirche in Not‘ nicht machen.“

Er sei davon überzeugt, dass von dieser Hilfe viel an geistlicher Kraft zurückkomme. Trotz seiner Randlage spiele Armenien eine wichtige Rolle für die Christenheit, so der Erzbischof. „Armenien hat als erstes Land der Erde das Christentum angenommen und ist bis heute dem Glauben treu. Wir haben der Christenheit Millionen von Märtyrern geschenkt. Wir geben ein Christuszeugnis für die ganze Welt.“

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt die Christen Armeniens in vielfacher Hinsicht, zum Beispiel bei der Ausbildung von Priestern. Wichtig sind auch Mess-Stipendien. Sie sichern das Überleben der Priester, die wenig bis gar keinen Lohn erhalten. Darüber hinaus fördert das Hilfswerk zum Beispiel Sommercamps für Kinder und Jugendliche, in denen neben der erlebten Gemeinschaft auch die Glaubensunterweisung im Mittelpunkt steht. „Kirche in Not“ unterstützt die katholische Minderheit jetzt auch bei der Vorbereitung und Durchführung des Papstbesuches.

Um weiter helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter www.spendenhut.de oder an:

Spendenkonto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Armenien

(Quelle: Pressemitteilung KiN)

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