Beständige Angriffe auf die Religionsfreiheit

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Aschenkreuz / Wikimedia Commons – Oxh973, Public Domain

Jahresbericht der US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit

Das Recht auf Religionsfreiheit wird weltweit ernsthaft und beständig angegriffen. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit in ihrem Jahresbericht 2016. Der Bericht zeigt, dass die Zahl derer, die als Gewissensgefangene festgehalten werden oder aus religiösen Gründen eingesperrt sind, erstaunlich weit verbreitet bleibt. Die Autoren erklären weiter, dass Religionsfreiheit einen Sitz am Tisch verdiene, wenn Staaten humanitäre, sicherheitspolitische oder andere dringende Belange diskutierten.

Je nach Grad der Einschränkung ist die Liste der Länder, denen die Verletzung dieses Rechts vorgeworfen wird, in drei Kategorien unterteilt. Die Experten empfehlen dem US-Außenminister, neun Länder erneut zu brandmarken, die bereits vorher schon wegen der Einschränkung der Religionsfreiheit im Visier waren: Burma, China, Eritrea, Iran, Nordkorea, Saudi-Arabien, Sudan, Turkmenistan und Usbekistan. Sie empfehlen, noch folgende Länder hinzuzufügen: Zentralafrikanische Republik, Ägypten, Irak, Nigeria, Pakistan, Syrien, Tadschikistan sowie Vietnam.

Regierungen in folgenden Ländern schränkten die Religionsfreiheit ein oder duldeten eine Einschränkung, jedoch nicht so schwerwiegend wie in den Staaten der ersten Kategorie: Afghanistan, Aserbaidschan, Kuba, Indien, Indonesien, Kasachstan, Laos, Malaysia, Russland und Türkei. Ebenso Grund zur Besorgnis, jedoch nicht in dem Maß wie in den ersten beiden Kategorien, sieht die Kommission in Bahrain, Bangladesch, Weißrussland, am Horn von Afrika, Kirgistan und im gesamten Westeuropa.

Der Regierung und gesellschaftlichen Kräften in Burma wird in dem Bericht eine weit verbreitete Intoleranz gegenüber Minderheitengruppen vorgeworfen, die auch offiziell in einer Reihe von Rassen- und Religionsgesetzen ihren Niederschlag gefunden hat. Im Bericht sind die Rohingya, eine muslimische Ethnie, sowie die Kachin, die überwiegend christlich sind, als Opfer genannt.

Als schwere Verletzung der Religionsfreiheit wird in der Dokumentation das weit verbreitete Entfernen von Kirchenkreuzen in China und die Beschädigung von Gotteshäusern eingestuft. Mit der gewaltsamen Unterdrückung von muslimischen und buddhistischen Gruppen und der Inhaftierung von Verteidigern der Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, wird die Liste der gravierenden Einschränkungen in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde fortgesetzt.

Im Iran haben es Bahai, christliche Konvertiten und sunnitische Muslime besonders schwer. Lange Haft ohne Grundlage, gar Folter und Exekutionen, riskieren dort diese Andersgläubigen. Mehr als 550 Christen seien seit 2010 willkürlich verhaftet worden. Im Februar dieses Jahres saßen rund 90 Christen im Iran hinter Gittern, schätzen die Autoren.

Christen werden dem Bericht zufolge in Nordkorea am ärgsten verfolgt. Wenn sie einmal in Haft sitzen, werden sie mit härteren Bedingungen konfrontiert als andere Gefangene. Die Gesamtzahl der Christen schätzt die Kommission auf zwischen 200.000 und 400.000 Gläubige. Sie räumt aber ein, dass verlässliche Angaben schwer zu bekommen sind.

Diese wenigen Beispiele aus dem Kommissionsbericht sind nur ein Anfang der Schilderungen rauer Bedingungen, denen Millionen von Gläubige rund um den Globus ausgesetzt sind. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Thema tatsächlich die Aufmerksamkeit erfährt, die es in internationalen Foren verdient.

[Übersetzt und bearbeitet von Michaela Koller]

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