Religionsfreiheit in einer multikulturellen Gesellschaft

 religionsfreiheit_weltkarte

 

Einleitung

Verfolgung und Diskriminierung von Christen, die standhaft ihren Glauben bezeugen, gehören seit den frühesten Zeiten der Kirchengeschichte und bis heute zu den grössten Herausforderungen für die Kirche Jesu Christi. Das besondere Merkmal dieser Christen ist ihr Gehorsam gegenüber dem Sendungsauftrag ihres Herrn Jesus Christus, wie er in Matth. 28,18-20 gegeben ist. Es ist ein göttlicher Auftrag, den Christen auf keinen Fall aufgeben können. Er beruht auf der Überzeugung, dass jeder Mensch die Gelegenheit haben muss, die Botschaft von Jesus Christus zu hören. Ob diese Menschen glaubend darauf antworten, ist eine andere Frage. Das Recht zu hören soll für alle da sein.

Das Recht, seine Gedanken und Überzeugungen zu äussern, ohne mit Bedrohungen rechnen zu müssen, ist unmittelbar mit der Religionsfreiheit verbunden. Doch gerade dieses Recht wird heute zunehmend in Frage gestellt. Diese Tendenz lässt sich in praktisch allen Gesellschaften beobachten, seien sie nun islamisch, hinduistisch, christlich oder säkular geprägt. Die vorliegende Dokumentation beschreibt, wie dadurch die Religionsfreiheit bedroht ist und welche grundlegenden Menschenrechte hier auf dem Spiel stehen.

 

Religionsfreiheit, ein Menschenrecht

Man sollte meinen, dass nach Tausenden von Jahren der menschlichen Zivilisation die Menschen kultiviert genug sind und wüssten, wie man lebt, einander respektiert und dabei die Rechte des Mitmenschen beachtet. Tatsächlich ist jedoch das Bild der Menschenrechtsverletzungen rund um die Welt um die Jahrtausendwende düsterer geworden. So beobachtet man zum Beispiel wachsenden religiösen Fundamentalismus und Fanatismus aller Art. Das führt häufig zu Unterdrückung und Diskriminierung der Minderheiten durch die Mehrheitsreligion in einem Land.

Es gibt wichtige internationale Dokumente, welche sich zur Religionsfreiheit äussern:

Artikel 18 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO“ (verabschiedet  am 10. Dezember 1948) lautet:

Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst oder Vollziehung von Riten zu bekunden. 

Ein weiteres Dokument, die „Deklaration über die Beseitigung aller Formen von Intoleranz und Diskriminierung aufgrund der Religion oder Überzeugung“ wurde von der UNO Vollversammlung am 21. Nov. 1981 angenommen. Artikel 2 dieser Deklaration fügt neu hinzu:

Niemand darf durch einen Staat, eine Institution, eine Gruppe von Personen oder eine Einzelperson aufgrund seiner Religion oder anderer Überzeugungen diskriminiert werden.

Für die Zwecke der Erklärung gilt als „Intoleranz oder Diskriminierung aufgrund der Religion oder Überzeugung“ jegliche Unterscheidung, Ausschliessung, Beschränkung oder Bevorzugung aufgrund von Religion oder der Überzeugung, deren Zweck oder Wirkung darin besteht, die Anerkennung, Inanspruchnahme oder Ausübung der Menschenrechte oder Grundfreiheiten auf der Grundlage der Gleichberechtigung zunichte zu machen oder zu beeinträchtigen. 

In der 1950 verabschiedeten Europäischen Menschenrechtkonvention (EMRK) werden die Grundsätze von Gewissens- und Religionsfreiheit unmissverständlich festgelegt. Diese Konvention ist von allen europäischen Ländern ausser von Weissrussland und dem Vatikan unterzeichnet worden:

  1. Jedermann hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit des Einzelnen zum Wechsel der Religion oder der Weltanschauung sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen öffentlich oder privat, durch Gottesdienst, Unterricht, durch die Ausübung und Beachtung religiöser Gebräuche auszuüben. 
  1. Die Religions- und Bekenntnisfreiheit darf nicht Gegenstand anderer als vom Gesetz vorgesehener Beschränkungen sein, die in einer demokratischen Gesellschaft notwendige Massnahmen im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Ordnung, Gesundheit und Moral oder für den Schutz der Rechte und Freiheiten anderer 

Fassen wir die wichtigsten Aussagen dieser Dokumente zusammen:

  • Die Religionsfreiheit ist eine Angelegenheit, die den Menschen in seinem Wesenskern betrifft.
  • Alle Menschen und Staaten sollen religiöse (und nicht-religiöse) Überzeugungen, sowie den Wechsel der persönlichen Überzeugung respektieren.
  • Es darf keine sozialen oder staatlichen Sanktionen gegen die Praxis des Glaubens geben.
  • Glaube ist sowohl private wie öffentliche Angelegenheit. Bei beiden Dimensionen geht es auch um Religionsfreiheit.
  • Alle Menschen sind frei und sollen nach ihren Gewissensüberzeugungen handeln können. Diese Freiheit gilt innerhalb des im folgenden Punkt  umschriebenen Rahmens.
  • Diese Freiheit bewegt sich innerhalb der gesetzlichen Erfordernisse für Sicherheit, Ordnung, Gesundheit und Sittlichkeit und darf die Grundrechte und die Freiheit der anderen Menschen nicht verletzen.

Das Recht auf Religionsfreiheit beinhaltet die gesellschaftliche Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Religion öffentlich ausgelebt und dargelegt werden kann. Mit anderen Worten: Wer seine religiöse Überzeugung öffentlich darlegen will, muss es ohne Angst tun können. In vier grundlegenden Bereichen kann und muss die Religionsfreiheit heute besonders geschützt werden, im Recht auf Toleranz, im Recht auf Kritik, im Recht auf Mission (inklusive Glaubenswechsel) und im Recht auf Schutz:

 

Recht auf Toleranz

Im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit ist das Recht auf religiöse Toleranz in europäischen Staaten der frühen Neuzeit seit dem 16. Jahrhundert „erstritten“ Die Verwirklichung war allerdings noch mit vielen leidvollen Erfahrungen verbunden (Verfolgung von Wiedertäufern, puritanische Auswanderung aus England, Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich).

Man muss nicht alle Religionen und Konfessionen gut finden, ebenso wenig wie man alle politischen Ansichten für gut befinden muss. Unterschiede sind in beiden Fällen von Bedeutung und wichtig.

Die lebenswichtige Rolle von Toleranz in der modernen Welt besteht darin, dass sie gerade dorthin unser Augenmerk richtet, wo wir unterschiedlicher Meinung sind, aber uns gleichzeitig zu einem friedlichen Zusammen- leben auffordert. Es heisst nicht, alle Unterschiede gut zu finden; es heisst auch nicht, der Meinung zu verfallen, alle Ansichten seien gleichwertig; ebensowenig heisst es, die Rolle der Religion in der Öffentlichkeit zu trivialisieren. Toleranz heisst: dulden, eine Last auf sich nehmen, denn sie erträgt das, was man selbst anders sieht. Sie nimmt die anderen Ansichten in diesem Sinn ernst.

Der Schlüssel zu einer christlichen Sicht der Toleranz in der modernen Welt ist weder Skeptizismus noch Relativismus noch Gleichgültigkeit. Er ist auch nicht die Aufforderung, die religiöse Überzeugung auf die Privatsphäre zu beschränken und sie aus der Politik herauszuhalten. Ebensowenig liegt er im Anspruch, dass jede Religion richtig ist, solange sie anderen nicht schadet. Eher liegt der Fokus auf der legalen Koexistenz unterschiedlicher Menschen und Gemeinschaften, die unterschiedlich bleiben werden und bleiben dürfen. Dies bedeutet, andere frei leben zu lassen und ihnen, wenn nötig, aber nur mit dem Wort, zu widerstehen. Den religiösen Differenzen gilt es, mit dem „Schwert des Geistes“ und nicht mit dem Schwert des Staates zu begegnen.

In soziologischen Begriffen gesagt: Toleranz bedeutet, in seiner Rolle bleiben zu dürfen und andere in ihren Rollen zu akzeptieren. In theologischen Begriffen: In seinem Amt bleiben, d.h. tun, was zu unseren Aufgaben gehört, die uns von Gott übertragen worden sind. Es bedeutet, auf das zu verzichten, wozu wir unter Umständen die Macht hätten, aber nicht die rechtmässige Autorität.

Politische Toleranz gegenüber religiösen Unterschieden nennt bestehende Unterschiede beim Namen und zeigt auf, wo diese nicht gutzuheissen sind. Zur Überwindung von Differenzen darf aber keine Gewalt angewendet werden.

Ein Mann wie der Baptist Roger Williams, ein Hauptverfechter der religiösen Toleranz im 17. Jahrhundert, hatte zu fast allen Fragen starke religiöse Überzeugungen, zeigte sich aber gegenüber anderen Ansichten tolerant. Williams machte keinen Hehl aus seiner Kritik an religiösen Ansichten, die Christen mit einem anderen Bekenntnis oder Menschen anderen Glaubens hatten. Er war der Überzeugung, dass sie falsche Ansichten vertraten, aber er dachte, dass sie dazu das Recht hätten. Diese Religionsfreiheit versuchte er in Rhode Island zu Damit zeigte er eine Haltung, die auch heute für Christen angebracht ist.

Wir können auf eine Welt hoffen, in der Übereinstimmung des Glaubens und religiöse Eintracht dominieren, aber wir werden sie kaum in nächster Zukunft erleben. In der Zwischenzeit müssen wir Wege finden, wie wir miteinander oder nebeneinander leben können, ohne uns zu zerstören und ohne die Unterschiede zu übersehen und herunterzuspielen. Das ist wirkliche Toleranz. Ihre Aufgabe ist es nicht, unsere Unterschiede aufzuheben, sondern uns zu lehren, einander das Recht auf Unterschiedlichkeit zuzugestehen. Solche Toleranz hilft sowohl der Wahrheit wie dem Zusammenleben: Deshalb verdient die Idee der Toleranz die Unterstützung durch Christen.

 

Recht auf Kritik

Das Konzept der Redefreiheit hat einen mächtigen Einfluss im Bereich der religiösen Freiheiten. In unserer globalisierten Welt erhalten Gesetze immer mehr einen internationalen Einfluss. In dieser Situation müssen wir die verschiedenen Strömungen, Tücken und Möglichkeiten besser verstehen, die uns alle betreffen können. Ereignisse in der ganzen Welt deuten immer mehr auf die Wichtigkeit dieser Thematik hin: Die Karikaturen über Mohammed, die in der dänischen Zeitung „Jyllandsposten“ publiziert wurden, zeigen deutlich, dass es hier um globale Themen geht. In der ganzen Welt starteten Muslime Krawalle, Imame gaben Fatwas heraus, es gab Boykotte und diplomatische Auseinandersetzungen auf der internationalen Bühne. In diesem Zusammenhang gab es explizite und implizite Forderungen, die Rede- und Pressefreiheit einzuschränken. In Schweden gab es 2007 ein ähnliches Debakel. In einer Zeitung wurde die Fotografie eines Kunstwerks abgedruckt. Dieses Bild wurde von einigen Muslimen als anstössig empfunden, worauf der Künstler und der Chefredaktor der Zeitung Todesdrohungen erhalten haben und nun Schutz von Bodyguards benötigen. Der schwedische Premierminister hatte ein spezielles Treffen mit Botschaftern aus islamischen Ländern, um diese zu besänftigen. In der UNO werden auf Druck islamischer Staaten unter dem  Begriff „Islamfeindlichkeit“ (Islamophobie) verbindliche Regeln diskutiert, welche es verbieten sollen, den Islam durch öffentliche Kritik zu „diffamieren“. Sollten solche Regeln angenommen werden, wäre dies ein klarer Verstoss gegen das grundlegende Menschenrecht der Rede- und Meinungsäusserungsfreiheit. In Grossbritannien haben mögliche neue Gesetze und Verordnungen über sexuelle Orientierung Besorgnis hervorgerufen. Christliche Gruppierungen, welche glauben, dass homosexuelle Praktiken falsch sind, fürchten, die Redefreiheit könnte dadurch eingeschränkt werden. „Vernünftige christliche Glaubensbekenntnisse werden von Menschen, die entgegengesetzter Meinung sind, oft als „Hassrede“ bezeichnet. In einer demokratischen Gesellschaft sollten aber Menschen die Freiheit haben, gegenteilige Meinungen auszudrücken, ohne eine Zensur des Staates befürchten zu müssen“, heisst es in einer Stellungnahme der Evangelischen Allianz in Grossbritannien.

Rede- und Religionsfreiheit gelten für alle: Muslime, Atheisten, Christen, Konservative, Kommunisten, Homosexuelle und andere. Rede- und Religionsfreiheit beinhalten das Recht, Religionen öffentlich zu vergleichen und erlauben verschiedene religiöse Überzeugungen und Aussagen. In diesem Zusammenhang ist auch Kritik gestattet, manchmal sogar geboten. Jesus wagte es, Herrscher herauszufordern. Er hasste Ungerechtigkeit und hat das Wort dagegen ergriffen, erst recht gegen Ungerechtigkeit im Namen von Religion. Wir dürfen uns auf keinen Fall von unserer prophetischen Verantwortung abwenden, Ungerechtigkeit und Gewalt zu identifizieren und dagegen anzukämpfen, auch nicht bei Ungerechtigkeit und Gewalt im Namen des Islam. Wir können Selbstmordattentäter, Unterdrückung von Frauen, Verfolgung von Christen und Misshandlung von Kindern nicht tolerieren.

 

Recht auf Mission und Glaubenswechsel

Religionsfreiheit kann nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Sie wird in vielen Ländern hinterfragt und verletzt, sowohl von Seiten des Staates wie von verschiedenen Segmenten der Gesellschaft. Es gibt Druck- versuche auf Minderheiten durch die Gesellschaft, sich den religiösen oder säkularen Mehrheitsverhältnissen anzupassen. Auch der Staat verletzt manchmal die Religionsfreiheit Einzelner oder von Gruppen. Eine grosse Gefahr für die Religionsfreiheit ist heute die Unterdrückung von Minderheiten durch die Mehrheit. Als Beispiel ist das Aufkommen von ethnisch geprägten Nationalstaaten nach dem Zusammenbruch der ideologisch aufgezwun- genen Einheit in den früheren Ostblockstaaten zu sehen, ebenso der Nationalismus, beispielsweise in der Türkei. In der Welt des Hinduismus ist der Hindu-Fundamentalismus in Indien, dessen Exponenten gegenwärtig in verschiedenen Gliedstaaten Regierungsverantwortung haben, eine wachsende Bedrohung. Der Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Hindus und Muslimen ist ein Alarmzeichen dafür. Die Übergriffe auf Christen mehren sich seit 1998 und werden von der Regierung hingenommen. In der muslimischen Welt hat die Erstarkung des Islam zu Zusammenstössen mit den verschiedenen religiösen Gruppen des jeweiligen Landes geführt. Es gibt eine wachsende Zahl von Einschränkungen für Christen, ihren Glauben zu praktizieren. Christen werden ins Gefängnis gesetzt oder hingerichtet, weil sie weiter ihren Glauben praktizieren wollen. Eine Anzahl dieser Christen waren früher Muslime. Religionsfreiheit bezieht sich jedoch sowohl auf die Freiheit zu glauben, was man für richtig erachtet, wie auch die Freiheit zum Religionswechsel (Art. 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). Es muss hier vermerkt werden, dass eine Anzahl dieser Länder die UNO-Erklärung bis heute nicht ratifiziert haben, darunter Saudi Arabien. Andere Kennzeichen sind Beschränkungen in den Bereichen Schulbildung oder Arbeitsstelle, Einschüchterungen, eine wachsende Zahl ungerechter geschriebener und ungeschriebener Gesetze, welche die religiösen Rechte von Christen einschränken. Daneben versuchen einige islamische Länder die Schari’a auf alle Bewohner eines Landes zu übertragen, unbesehen ihrer religiösen Zugehörigkeit.

 

Recht auf Schutz

Wo Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht verletzt wird, haben die Betroffenen einen Anspruch auf den Schutz durch den Staat. Kein Land, keine Regierung darf zulassen, dass Menschen wegen ihres Bekenntnisses diskriminiert oder gar verfolgt werden. Es gehört auch zur Aufgabe von Regierungen und Behörden, potenzieller Diskriminierung wo möglich im Voraus entgegenzutreten. Staaten haben den Schutz auch insofern zu fördern, dass Verletzungen von Religionsfreiheit als unrechtmässig, gegen Menschenrecht und Staatsordnung verstossend dargestellt werden. Sie haben insbesondere durch ihre Schul- und Bildungssysteme das Bewusstsein dieses Grundrechts zu fördern. Unabhängige Gerichte haben diesen Schutz wo nötig zu verteidigen. In internationalen Beziehungen sollen die Regierungen nach ihren Möglichkeiten darauf hinwirken, dass der Schutz der Menschenrechte, insbesondere auch der Religionsfreiheit, gestärkt und gefördert wird. Bestehen in einem Land diesbezüglich Probleme, in dem Sinne, dass Menschen wegen ihres Gewissens- oder Glaubens Diskriminierungen erleben, sollen diese Probleme auf multilateraler und auf bilateraler Ebene thematisiert werden.

Obwohl in den Ländern von Westeuropa offiziell Religionsfreiheit existiert, gilt es darauf zu achten, dass diese Freiheit auch angewandt wird und allen Gruppen zukommt, selbst Minderheiten und sogenannten Sekten. Sonst werden wir zu Recht beschuldigt, auf den Splitter in des Bruders Auge zu weisen, aber den Balken im eigenen zu übersehen. Nur wenn die Religionsfreiheit in unseren Ländern praktiziert wird, haben wir das Recht, in anderen Ländern an die Menschenrechte zu erinnern. Kritisch ist darauf hinzuweisen, dass Bestrebungen innerhalb der Europäischen Union, einen Sektenbegriff zu definieren, sich auf engagierte Christen auswirken können. Deshalb dürfen Christen keineswegs kritiklos die Ausgrenzung von sogenannten Sekten und Kulten begrüssen, solange diese sich an die rechtsstaatlichen Regeln halten. Selbst in der Schweiz gibt es Ansätze, Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen beruflich oder gesellschaftlich auszugrenzen.

 

Schlusswort

Wo die Religionsfreiheit als unabdingbares Menschenrecht in Frage gestellt wird, beginnen Diskriminierung, Tyrannei und willkürliche Verfolgung. Dabei ist Religionsfreiheit kein einfaches Gebot, sondern sie erfordert immer neu ein Überdenken von eigenen Positionen und Überzeugungen und die Kompetenz, anderen Menschen zuzugestehen, dass sie andere Überzeugungen und Meinungen vertreten. Evangelische Christen sollten Religionsfreiheit im Lichte der Bibel betrachten. Zentrale Beweggründe sind hier die Gnade Gottes und das Gebot der Nächstenliebe. Dazu gehört die Bereitschaft, den Mitmenschen ihren Lebensfreiraum zuzugestehen, ohne ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Jesus hat das Zusammensein mit andersdenkenden, andersgläubigen, anders argumentierenden Menschen vorbildlich vorgelebt. In seinen Fussstapfen sollen wir lernen, den Wahrheitsanspruch des Evangeliums zu bewahren und zu leben und gleichzeitig ein weites Herz für unser Gegenüber und eine grosse Achtung vor den Überzeugungen und Glaubensformen unserer Mitmenschen zu haben.

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Quelle

5 Kommentare zu “Religionsfreiheit in einer multikulturellen Gesellschaft

  1. Ich hoffe, daß mit diesem Text schweizer Protestanten nur gezeigt werden soll, wie protestantisch die Religionsfreiheit ist, und somit, wie protestantisch die V2-Orga ist.

    Johannes XXIII., PACEM IN TERRIS, 11. April 1963, 8.: „Zu den Menschenrechten gehört auch das Recht, Gott der rechten Norm des Gewissens entsprechend zu verehren und seine Religion privat und öffentlich zu bekennen.
    https://poschenker.wordpress.com/category/enzykliken-papstliche-dokumente/johannes-xxiii-pacem-in-terris/

    Die Lehre der Kirche ist dagegen eine andere:

    Pius IX., Enzyklika Quanta cura, über die Abwehr der Zeitirrtümer des 19. Jahrhunderts, 8. Dezember 1864:
    Von dieser absolut falschen Vorstellung über die Regierung des Staates, scheuen sie sich nicht, die irrige Meinung zu begünstigen, welche für die katholische Kirche und das Heil der Seelen im höchsten Grad zum Untergang führt, die bereits Unser unmittelbarer Vorgänger seligen Andenkens, Gregor XVI., als Wahnsinn bezeichnet hat, und zwar, die Gewissens- und Religionsfreiheit sei das eigene Recht eines jeden Menschen.
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Quanta_cura_(Wortlaut)

    Pius IX., Syllabus errorum (Sammlung von Irrtümern), Nr. 55, 77 und 78, 8. Dez. 1864:

    Die Kirche ist vom Staate, der Staat von der Kirche zu trennen“ – verurteilt.

    In unserer Zeit ist es nicht mehr nützlich, dass die katholische Religion als einzige Staatsreligion unter Ausschluss aller anderen Kulte gehalten werde“ – verurteilt.

    Es war daher gut getan, in gewissen katholischen Ländern den Einwanderern gesetzlich die freie Ausübung ihres Kultus zu garantieren“ – verurteilt.
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Syllabus_errorum_(Wortlaut)

  2. Gott hat sich geoffenbart, und zwar in einer ganz bestimmten Weise. Er verlangt selbstverständlich von allen Menschen, daß sie seine Offenbarung und auch die vielen Inhalte seiner Offenbarung anerkennen. Ein Inhalt ist z. B., daß er die heilige katholische Kirche als seine Kirche und seine einzige Kirche gegründet hat. Da ist jetzt kein Platz mehr für Religionsfreiheit. Alle Menschen sind verpflichtet, katholisch zu sein, da Gott es so will und es so verlangt. Alle nichtkatholischen Religionen werden von Gott nicht gewollt und nicht geliebt. Das alles gehört zu seiner Offenbarung. Die Tatsache, daß Nichtkatholiken das nicht wahrhaben wollen, darf uns nicht beirren. Die Ansichten der Nichtkatholiken sind völlig irrelevant und haben keine wirkliche Bedeutung. Die Religionsfreiheit ist von Leuten erfunden worden, die nicht an die Offenbarung Gottes glaubten. Es waren Neuheiden in Europa und in den USA. Mit der Religionsfreiheit soll die heilige Herrschaft der heiligen katholischen Kirche über Staat, Gesellschaft und Volk unterbunden werden. Die Religionsfreiheit hat also ganz klar einen antikatholischen Charakter. Sie ist deshalb als schwer verbrecherisch, kirchenfeindlich, gottlos, blasphemisch und satanisch zu bezeichnen, zu brandmarken und zu verfluchen. Sie muß von jedem Katholiken mit kahlem und unendlichem Haß verurteilt und gehaßt werden. Der Katholik hat sich nicht für die Religionsfreiheit einzusetzen, sondern für die totale Herrschaft der allerheiligsten Dreifaltigkeit und seiner heiligen katholischen Kirche hier auf Erden.

  3. “ Die Religionsfreiheit hat also ganz klar einen antikatholischen Charakter. “

    Das ist auch einer der Irrlehren ( gemeinsam mit dem Ökumenismus und der Kollegialität ) des V2 die die originäre FSSPX immer verurteilt hat!

  4. http://carsten-huetter.de/islamisierung-des-gez-rundfunks-ditib-gehoert-verboten-und-nicht-in-den-rundfunkrat/

    ISLAMISIERUNG DES GEZ-RUNDFUNKS: DITIB GEHÖRT VERBOTEN UND NICHT IN DEN RUNDFUNKRAT!
    8. Mai 2017Allgemein
    ISLAMISIERUNG DES GEZ-RUNDFUNKS: DITIB GEHÖRT VERBOTEN UND NICHT IN DEN RUNDFUNKRAT!Unfassbar: Der Vorsitzende des Rundfunkrats des Hessischen Rundfunks, Harald Brandes, gab bekannt, dass fortan auch DiTiB im Rundfunkrat vertreten sein werde.
    DiTiB ist eine muslimische Glaubensgemeinschaft, die regelmäßig gegen christliche Traditionen wie Weihnachten oder Silvester hetzt, eine Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellt, Gewalt gegen Christen verherrlicht und den Boden für weitere islamistisch motivierte Akte der Gewalt bereitet. Sie steht dem türkischen Halbmonddespoten Erdogan nahe. Es gibt ausreichend Indizien, die darauf hinweisen, dass DiTiB mit dem türkischen Geheimdienst zusammenarbeitet, Bürger ausspioniert und grundgesetzfeindlich agiert.
    Mit der Einbindung von DiTiB in den hessischen Rundfunkrat schreitet die Islamisierung Deutschlands weiter voran. Das leugnet nicht einmal DiTiB selbst, deren Vertreter Selcuk Dogruer offen zugibt: ,,Es ist ein historischer Schritt für die Muslime, einen Sitz im Rundfunkrat zu haben. Dies wird zur Beheimatung der Muslime und des Islams in Hessen elementar beitragen.“ Wahnsinn! Irrsinn!
    Ich sage es in aller Deutlichkeit: Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland und auch nicht zu Hessen! Nein, DiTiB gehört nicht in den Rundfunkrat. Und ja, DiTiB gehört verboten! Und zwar schleunigst!
    Zeit für ein Ende der Islamisierung Deutschlands auf allen Ebenen!

    Frage mich nur: Warum hält man sich seitens der AfD nicht an die Religionsfreiheit lt. V2? (iron.)
    Auch der Islam hat seine RECHTE – und die nimmt er gewiss wahr! Und zurecht!!

    V2 hat ja den Grundstein gelegt …

  5. Wenn man Religionsfreiheit konsequent durchsetzen will, muß man auch Menschenopfer legalisieren, die letztlich jeder Götzendienst verlangt. Das zeigt die Absurdität. Kein normaler Mensch will das. Die Conquistadores konnten mit 500 Mann den Millionenstaat der Azteken niederwerfen, weil die Menschen diesen Terrorstaat satt hatten, in welchem regelmäßig Tausenden in den Pyramiden das Herz herausgerissen wurde. Selbst Wikipedia gibt schon 50.000 Menschenopfer pro Jahr allein bei den Azteken zu.

    Die sogenannte AfD ist in jeder Hinsicht keine Alternative. Deren Spitzenkandidat Dr. Weidel huldigt offenbar der gnostizistischen Androgynität. Diese geht zurück auf den Götzen Baphomet. Baphomet ist offenbar eine Abwandlung des Namens des muselmanischen Götzen Mahomet, dessen Verehrung in okkulter Weise durch den Templerorden ins christliche Abendland eingeschleppt wurde.

    Außerdem vertritt die AfD die Umwandlung in ein Einwanderungsland. statt einfach zu fordern, daß die bestehenden Gesetze der BRD eingehalten werden, nach denen die Masseneinwanderung illegal ist.

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