Franziskus: „Suchen, Einbeziehen und Sich Freuen“

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Papstmesse mit und für Priester

Suchen, Einbeziehen, sich freuen: so zeichnen sich Priester aus. Papst Franziskus predigte an diesem Freitag abschließend zur Priesterversammlung anlässlich des Heiligen Jahres, nach den Meditationen von diesem Donnerstag noch einmal eine kurze und bezeichnende Skizze des Priesteramtes. Der Papst feierte die Schlussmesse zum Priestertreffen anlässlich des Heiligen Jahres auf dem Petersplatz. Er forderte sie auf, noch einmal in sich zu gehen und sich auf das eigene Herz, den Kern der Gefühle und die Mitte der Person zu konzentrieren.

Inmitten all der Aktivitäten eines Priesters, von der Katechese, der Liturgie, zum karitativen Einsatz, zu den pastoralen und sogar zu den administrativen Verpflichtungen, müsse sich dieser immer wieder fragen: Wo ist mein Herz verankert? Eine Frage, die sich auch auf das Hochfest bezieht, das die Kirche an diesem Freitag feiert: Das Heiligste Herz Jesu. „Jesus hat nur zwei Schätze: den Vater und uns“, so der Papst. „Seine Tage verliefen zwischen dem Gebet zum Vater und der Begegnung mit den Menschen. Begegnung mit den Menschen – nicht Abstand. Auch das Herz des Hirten Christi kennt nur zwei Richtungen: den Herrn und die Menschen. Das Herz des Priesters ist ein von der Liebe des Herrn durchbohrtes Herz. Deshalb schaut er nicht mehr auf sich selbst (er sollte nicht mehr auf sich selbst schauen), sondern ist Gott und den Mitmenschen zugewandt.“

Franziskus ging von drei Handlungen aus, die er den Priestern mit auf den Weg geben wollte: Suchen, Einbeziehen und Sich Freuen.

Suchen:

Der Prophet Ezechiel habe daran erinnert, dass Gott selber seine Schafe suche. Unermüdlich, ohne sich „Überstunden bezahlen zu lassen“, wie Franziskus salopp sagte, suche Gott nach seinen Schafen und sein Herz sei erst ruhig, wenn er sie gefunden habe. „Das ist das suchende Herz: Es ist ein Herz, das Zeiten und Räume nicht „privatisiert“ – wehe den Hirten, die ihren Dienst privatisieren! –, nicht eifersüchtig über seine legitime Ruhe wacht und niemals den Anspruch erhebt, nicht gestört zu werden … Der Hirt, der Jesus gemäß ist, besitzt ein Herz, das frei ist, die eigenen Dinge loszulassen…Er ist ein Hirte, nicht ein Inspekteur der Herde, und widmet sich seiner Sendung nicht fünfzig- oder sechzigprozentig, sondern mit seinem ganzen Sein. Wenn er auf die Suche geht, findet er, und er findet, weil er riskiert. Wenn der Hirte nichts riskiert, findet er auch nichts…“

Einbeziehen:

Christus liebe und kenne seine Schafe, für sie gebe er sein Leben hin und keines sei ihm fremd. So ist auch der Priester Christi: „Niemanden verachtet er, sondern für alle ist er bereit, sich die Hände schmutzig zu machen. Der gute Hirte hat keine Handschuhe an! Als Diener der Communio, der Gemeinschaft, die er zelebriert und die er lebt, erwartet er nicht den Gruß und die Komplimente der anderen, sondern reicht als Erster die Hand und verwirft Tratsch, Urteile und Gift. Geduldig hört er die Probleme an und begleitet die Schritte der Menschen, indem er mit großherzigem Mitgefühl die göttliche Vergebung spendet. Er schimpft den nicht aus, der den Weg verlässt oder verliert, sondern ist immer bereit, wieder einzugliedern und Streit zu schlichten. Ein Mann, der andere einzubeziehen weiß.“

Sich freuen:

Gott ist „voll Freude“ (Lk 15,5), so Franziskus. Die Freude Jesu, des Guten Hirten, sei keine Freude über sich, sondern eine Freude über die anderen und mit den anderen, die wahre Freude der Liebe. Das sei auch die Freude des Priesters.

„Er wird verwandelt durch die Barmherzigkeit, die er gegenleistungsfrei erweist. Gegenleistungsfrei! Im Gebet entdeckt er den Trost Gottes und erfährt, dass nichts stärker ist als seine Liebe. Darum ist er innerlich ausgeglichen und ist glücklich, ein Kanal der Barmherzigkeit zu sein und den Menschen dem Herzen Gottes nahezubringen. Traurigkeit ist für ihn nicht normal, sondern vorübergehend; Härte ist ihm fremd, denn er ist ein Hirte gemäß dem milden Herzen Gottes.“

Mit diesen Worten schloss Papst Franziskus seine Predigt. Mit der Messe auf dem Petersplatz endete die dreitägige Versammlung zum Heiligen Jahr der Priester in Rom. Rund 6.000 Priester und Seminaristen waren am Mittwoch nach Rom gekommen, um die Heilige Pforte zu durchschreiten, mit dem Papst Exerzitien zu feiern, zu beichten und zu beten und Kraft zu tanken.

(rv 03.06.2016 cz)

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