Papstpredigt an Diakone: Volltext

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Grün: Bischöfe und Priester. Weiß: die Diakone

Hier finden Sie den Volltext der Papstpredigt bei der Heilig-Jahr-Feier mit Diakonen auf dem Petersplatz an diesem Sonntag. In den offiziellen Text haben wir die spontanen Hinzufügungen des Papstes eingearbeitet.

»Knecht Christi« (Gal 1,10). Wir haben diesen Ausdruck gehört, mit dem der Apostel Paulus sich in seinem Schreiben an die Galater bezeichnet. Zu Beginn des Briefes hatte er sich als »Apostel« nach dem Willen des Herrn Jesus vorgestellt (vgl. Gal 1,1). Die beiden Begriffe – Apostel und Knecht – stehen beisammen, sie können nicht getrennt werden; sie sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille: Wer Jesus verkündet, ist berufen zu dienen, und wer dient, verkündet Jesus.

Der Herr hat es uns als Erster gezeigt: Er, das Wort des Vaters, er, der uns die frohe Botschaft gebracht hat (vgl. Jes 61,1), der selbst die frohe Botschaft ist (vgl. Lk 4,1) – er wurde unser Diener (vgl. Phil 2,7), er »ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen« (Mk 10,45). »Er ist der Diener aller geworden«, schrieb ein Kirchenvater (hl. Polykarp, Brief an die Philipper V,2). Wie er es getan hat, so sind seine Verkünder berufen, es zu tun. Der Jünger Jesu kann keinen anderen Weg gehen als den des Meisters, sondern wenn er ihn verkünden will, muss er ihn nachahmen, wie Paulus es getan hat: danach streben, Diener zu werden. Anders gesagt, wenn das Evangelisieren die Sendung ist, die jedem Christen in der Taufe übergeben wurde, dann ist das Dienen der Stil, mit dem diese Sendung gelebt werden muss, die einzige Art und Weise, ein Jünger Jesu zu sein. Sein Zeuge ist, wer es ihm gleichtut: wer den Brüdern und Schwestern dient, ohne des demütigen Christus müde zu werden, ohne des christlichen Lebens müde zu werden, das ein Leben des Dienens ist.

Wo soll man anfangen, um »tüchtige und treue Diener« (vgl. Mt 25,21) zu werden? Als ersten Schritt sind wir aufgefordert, die Verfügbarkeit zu leben. Der Knecht lernt jeden Tag, sich davon zu lösen, alles für sich selbst zu verfügen und über sich selbst zu verfügen, wie er will. Er trainiert sich jeden Morgen darin, das Leben hinzugeben, zu denken, dass jeder Tag nicht ihm gehört, sondern als Selbsthingabe zu leben ist. Denn wer dient, wacht nicht eifersüchtig über seine eigene Zeit, er verzichtet sogar darauf, der Herr seines Tagesablaufs zu sein. Er weiß, dass die Zeit, die er lebt, nicht ihm gehört, sondern ein Geschenk ist, das er von Gott erhält, um es seinerseits zu schenken: nur so wird sie wirklich fruchtbar werden. Wer dient, ist nicht Sklave des Terminkalenders, den er festlegt, sondern willig stellt er sich dem nicht Geplanten zur Verfügung: bereit für den Bruder oder die Schwester und offen für das Unvorhergesehene, an dem es nie fehlt und das oft die tägliche Überraschung Gottes ist. Der Knecht ist offen für die Überraschung, die täglichen Überraschungen Gottes. Der Knecht versteht, die Fenster seiner Zeit und seiner Räume für den neben ihm zu öffnen und auch für den, der zur Unzeit anklopft – auf die Gefahr hin, die verdiente Ruhe zu unterbrechen oder etwas liegen zu lassen, das ihm gefällt. Der Knecht vernachlässigt die Arbeitszeiten. Mir tut es im Herzen weh, wenn ich in den Pfarreien Dienstzeiten sehe: von soundsoviel bis soundsoviel Uhr. Danach? Keine offene Tür, kein Priester, kein Diakon, kein Laie, um die Leute zu empfangen. Das tut weh. Die Dienstzeiten vernachlässigen: den Mut dazu haben, die Dienstzeiten zu vernachlässigen! Wenn ihr, liebe Diakone, die Verfügbarkeit auf diese Weise lebt, dann wird euer Dienst von jedem Vorteilsdenken frei sein und fruchtbar sein im Sinne des Evangeliums.

Auch das heutige Evangelium spricht uns vom Dienen, da es uns zwei Diener zeigt, woraus wir wertvolle Lehren ziehen können: den Diener des Hauptmanns, der von Jesus geheilt wird, und den Hauptmann selbst, der im Dienst des Kaisers steht. Die Worte, die der Hauptmann Jesus überbringen lässt, damit er nicht bis in sein Haus kommt, sind überraschend und oft das Gegenteil unserer Gebete: »Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst« (Lk 7,6). »Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen« (V. 7). »Auch ich muss Befehlen gehorchen« (V. 8). Über diese Worte ist Jesus erstaunt. Ihn berührt die große Demut des Hauptmanns, seine Milde. Und die Milde ist eine der Tugenden des Diakons, nicht wahr? Wenn der Diakon milde ist, ist er ein Knecht und äfft nicht etwa den Priester nach, nein, nein – er ist milde. Angesichts der Schwierigkeit, die ihn betrübte, hätte er sich erregen und sich anmaßen können, erhört zu werden, indem er seine Autorität geltend machte. Er hätte Jesus eindringlich überzeugen, sogar zwingen können, in sein Haus zu kommen. Stattdessen macht er sich klein, zurückhaltend, er erhebt nicht die Stimme und will nicht stören. Er verhält sich – vielleicht ohne es zu wissen – nach dem Stil Gottes, der »gütig und von Herzen demütig« ist (Mt 11,29). Denn Gott, der die Liebe ist, geht aus Liebe sogar so weit, uns zu dienen: er ist mit uns geduldig, gütig, immer bereit und wohlgesonnen, er leidet wegen unserer Fehler und sucht den Weg, uns zu helfen und uns besser zu machen. Dies sind auch die gütigen und demütigen Züge des christlichen Dienens, das darin besteht, Gott nachzuahmen im Dienst an den anderen: indem wir sie mit geduldiger Liebe annehmen; indem wir sie verstehen, ohne es müde zu werden; sie spüren lassen, dass sie zu Hause, in der kirchlichen Gemeinschaft angenommen sind, wo nicht der groß ist, der befehligt, sondern der dient (vgl. Lk 22,26). Und niemals herumschreien: niemals! Auf diese Weise, liebe Diakone, in der Güte wird eure Berufung als Diener der Liebe reifen.

Nach dem Apostel Paulus und dem Hauptmann gibt es in den heutigen Lesungen einen dritten Diener, nämlich den, der von Jesus geheilt wird. In der Erzählung heißt es, dass sein Herr ihn sehr schätzte und dass er krank war, aber man weiß nicht, welche schwere Krankheit er hatte (vgl. Lk 7,2). In gewisser Weise können auch wir uns in diesem Diener erkennen. Jeder von uns wird von Gott sehr geschätzt, geliebt und erwählt; jeder von uns ist gerufen zu dienen, doch muss er zuallererst innerlich geheilt werden. Um fähig zu sein für den Dienst, brauchen wir die Gesundheit des Herzens: ein von Gott geheiltes Herz, das spürt, dass ihm vergeben wurde, und das weder verschlossen noch hart ist. Es wird uns gut tun, jeden Tag vertrauensvoll dafür zu beten, darum zu bitten, von Jesus geheilt zu werden, ihm ähnlich zu werden, der „uns nicht mehr Knechte nennt, sondern Freunde“ (vgl. Joh 15,15). Liebe Diakone, jeden Tag könnt ihr im Gebet um diese Gnade bitten – in einem Gebet, wo die Mühen, das Unvorhergesehene, die Müdigkeit und die Hoffnungen vorgetragen werden: ein echtes Gebet, das das Leben vor den Herrn trägt und den Herrn in das Leben. Und wenn ihr am Tisch der Eucharistie dient, werdet ihr dort die Gegenwart Jesu finden, der sich euch schenkt, damit ihr ihn den anderen schenkt.

Auf diese Weise – verfügbar im Leben, gütig von Herzen und im beständigen Dialog mit Jesus – werdet ihr keine Angst haben, Knechte Christi zu sein, dem Fleisch des Herrn in den Armen von heute zu begegnen und es zu liebevoll zu berühren.

(rv 29.05.2016 sk)

7 Kommentare zu “Papstpredigt an Diakone: Volltext

  1. Ich will zwar hier keinen „Volltext“ bringen:

    Doch was soll die Löschung Ihres gestrigen Artikels, Herr POS, „Pater Nicolas Gruner: Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens: Aktion Bittschrift an den Papst“?
    von dem ich dennoch einen Auszug bringe:

    „J.M.J.
    Donnerstag, 1. Mai 2014

    Lieber Pater […] ,

    Wir überlegen uns oft, warum es ist, dass man Unserer Lieben Frau von Fatima nicht gehorcht: warum das vollständige Dritte Geheimnis noch nicht offenbart worden ist, wie Sie es verlangte, und die Weihe Russlands an Ihr Unbeflecktes Herz durch den Papst und die Bischöfe noch nicht vollzogen worden ist in der Weise, wie Sie es bestimmt hat.

    Unsere Liebe Frau machte so wunderbare Versprechungen von Segnungen, die wir erhalten würden als Gegenleistung für bloßen Gehorsam: die Bekehrung Russlands und Frieden in der Welt. Wer würde alles dies nicht wünschen? So wenig hat Sie verlangt und so viel hat Sie angeboten! Es ist wahrhaft erstaunlich, dass die Menschen die Botschaft und Befehle Unserer Lieben Frau ablehnen!
    Und jene, in deren Händen Sie so viel Macht gelegt hat – die Päpste und die Bischöfe – haben reichlich Zeit gehabt, um Ihre Worte zu studieren und deren Wahrheit zu ermessen. Drückte nicht der Himmel ein Siegel der Echtheit auf die Botschaft von Fatima durch ein nie dagewesenes öffentliches Wunder?..“
    „Warum dann wurde die Weihe Russlands (immer) noch nicht vollzogen? Warum warten wir immer noch auf die vollständige Enthüllung des Dritten Geheimnisses? Gibt es verwirrendere und mysteriösere Fragen?

    Die Antwort ist, dass wir uns vor einer teuflischen Entschlossenheit befinden, den Gehorsam gegenüber Fatima zu behindern. Diese Entschlossenheit ist so hartnäckig, so extrem, dass sie vor nichts haltmachen wird. Unsere Waffen dagegen sind drei:
    GEBET – BUSSE – BITTSCHRIFT!…

  2. Forts. „Bittschrift“ (Auszug):
    „Und wir können mehr machen als beten und opfern: wir können unseren Bischöfen und dem Papst klarmachen, dass der Friede in der Welt und die Rettung der Seelen abhängen von der Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens in der Weise, wie es Unsere Liebe Frau bestimmt hat. Nichts anders kann derzeit die Katastrophe abwenden!…“

    (Unterzeichner:)
    Pater Terence Hoare — Monsignor John Esposito
    Pater Marcos Charles Tillia — Pater David R. Belland
    Pater Nicholas Gruner — Pater Justin James
    Pater Mike Adriosula — Pater Jim Anderson
    Pater Remigius L. Kasawa

    Unter diesen neun Unterzeichner ist auch der Fatimaexperte Pater Nicholaus Gruner, dem ja die Aussage Lucias bekannt sein müßte. Warum wendet er sich dann nach Rom?
    Die Aussage Lucias lautet an Pater Fuentes: „Pater, warten wir nicht auf einen Aufruf an die Welt von seiten Roms um Buße zu tun. Warten wir auch nicht auf einen Aufruf seitens der Diözesanbischöfe, erwarten wir sie auch nicht von religiösen Gemeinschaften. Nein! Unser Herr hat schon sehr oft Mittel angewandt und sie wurden nicht gehört*). Deshalb ist es für jeden notwendig, bei sich zu beginnen zu handeln und sich geistlich zu erneuern. Jede Person muss achten, seine eigene Seele zu retten und beitragen, jene Seelen zu retten, die Gott ihm in den Weg stellt, um sie zu retten.“

    *) natürlich insbesondere nicht gehört von Rom!

    Also der Himmel sieht das Heil der Seelen, das ja das Oberste Gebot der Hierarchie wäre, nicht mehr von Rom ausgehend. Was wendet sich Pater Gruner dann nach dem Ketzer-Rom?

    In diesem Bittgesuch heißt es:
    „Die Antwort ist, dass wir uns vor einer teuflischen Entschlossenheit befinden, den Gehorsam gegenüber Fatima zu behindern. Diese Entschlossenheit ist so hartnäckig, so extrem, dass sie vor nichts haltmachen wird…“

    Diese neun Schreiber machen aller Welt kund: Wir haben einen wahren Papst, den wir anerkennen und dieser wahre Papst handelt in einer „teuflischen Entschlossenheit“. Gibt es das? Nein, das gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben!
    „hartnäckig“, „vor nichts haltmachen“ bedeutet, hartnäckig gegen den Himmel arbeiten und dennoch huldigen diese Neun diesem „Papst“ und erwarten gar, daß er aufgrund ihres Briefes die Weihe vollzieht?! Wer begreift das?

    Dieser Ihr Artikel, Herr Schenker, würde nur aufzeigen, wie nutzlos diese „Bittrufe“ waren. Bzw. wie konnten Sie auch als Konzilshöriger, Herr Schenker, nochmals um eine „Weihe“ bitten, wo doch diese Konzilssekte behauptet und Sie das doch akzeptieren müssen, daß Rom bereits mehrmals die Weihe vollzogen habe. Sie läßt sogar Lucia (natürlich die Falsche) behaupten, die Weihe sei 1983 vollzogen und der Himmel habe sie angenommen. Was hat es dann 2014 noch Unterschriften für eine ERNEUTE Weihe nötig? Und solche Bittrufe ergingen ja schon unter B16 nach Rom. Was hat es gebracht? Bis heute wurde weder Rußland geweiht, noch wurde das Dritte Geheimnis bekannt gegeben.

    Auch die verblendete Bruderschaft ließ so einen Brief mit Unterschriften nach Rom flattern. Das war schon 2000 unter Wojtyla, als die KJB die „Fatima-Aktion der KJB“ startete. Dieser Bittruf fand mit den bekloppten Worten seinen Abschluß: „Ehrfürchtig bitten und beten wir darum..“. „Möge Gott Sie segnen und Unsere Liebe Frau Sie beschützen, Hl. Vater.“

    Wieviel Unsegen und Gnadenlosigkeit dieser „Hl. Vater“ verursacht hat, darüber schweigt sich diese törichte Bruderschaft aus.

    Darüber hinaus behauptet ja auch der Vorsteher der Bruderschaft, daß aufgrund der Aussage Lucias die Weihe 1983 der Himmel angenommen habe. Warum hat er dennoch 2000 sich mit einem Bittgesuch an Wojtyla gewandt? War es nicht deshalb, weil 2000 der Reigen begann, den man in diesem Jahr mit den Gläubigen nach Rom tanzen wollte?

  3. Dann heißt es:

    „Papst Benedikt im Jahr 2010 sagte, dass sich, wer denkt, die prophetische Mission von Fatima vorbei ist, sich „selber betrügt“.
    Dies war eine öffentliche Zurechtweisung an alle, die es versucht haben, die Fatima-Botschaft zu begraben und die immer noch alles tun, was sie können, um den Gehorsam gegenüber Unserer Lieben Frau zu behindern.“

    Dies war vielmehr ein öffentliches Selbstgericht von Ratzinger. Denn was hat Ratzinger getan? Ist er nicht derjenige, der Fatima am meisten „begraben“ hat? Hat er nicht Fatima untergraben durch sein gefälschtes Drittes Geheimnis?

    Übrigens: das hat er das eine Mal gesagt. Das andere Mal ließ er verkünden: Fatima gehört der Vergangenheit an.

    „Und Papst Franziskus hat sein Pontifikat Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht….“

    Diese „Weihe“ war eine Verhöhnung der Gottesmutter von Fatima. Nichts sonst!

  4. Alexius 30. Mai 2016 um 11:47
    Alexius 30. Mai 2016 um 11:49

    Die Haltung der Piusbruderschaft gegenüber dem „Heiligen Vaters“ ist so wirr wie ihre „Theologie“, die sie im Dienste der Praxis stellt.

  5. Kann nicht stimmen. Und wo ist er rechts bei „Letzte Beiträge“ zu finden? Dieser Artikel fand sich gestern noch ziemlich oben. Dann hätten Sie seit gestern mindestens 12 neue Artikel hier gebracht. Natürlich war er der vom Jahre 2014, aber eben neu eingestellt.
    Auch bei anderen Webseiten war er gestern noch zu finden und heute nicht.

  6. @Alexius

    Ach, „Alexius“, was konstruieren Sie sich alles zusammen! Der Artikel ist vom 30. Juni 2014, und deshalb kann er nicht unter „LETZTE BEITRÄGE“ erscheinen. Und ich habe ihn auch nicht „neu eingestellt“! Sie können ihn jederzeit finden mit Suchbegriffen wie „Pater Nicolas Gruner“ oder „Weihe Russlands“, etc.

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