Als der Blitz einschlug: Gänswein über den „Jahrtausendschritt“ von Papst Benedikt

Sehr offen und persönlich hat Georg Gänswein gestern über Papst Benedikt XVI und sein Pontifikat gesprochen.

Und knapper lässt sich das Pontifikat von Benedikt XVI. vielleicht kaum fassen, muss ich gestehen, der diesen Papst ja  in all diesen Jahren aus nächster Nähe als einen klassischen „homo historicus“ erleben durfte, als einen Abendländer schlechthin, der den Reichtum der katholischen Tradition des Westens verkörperte wie kein Mensch sonst, der mir in den Sinn kommt – und der doch gleichzeitig so überaus kühn das Tor für einen neuen Abschnitt jener Zeitenwende geöffnet hat, wie es sich vor 5 Jahren noch kaum einer vorstellen konnte. Seitdem leben wir in einer historischen Epoche, die in der 2000-jährigen Kirchengeschichte ohne Beispiel ist. Wie seit den Tagen des Petrus kennt die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche zwar auch heute immer noch nur einen einzigen rechtmäßigen Papst. Doch heute leben wir seit drei Jahren mit zwei lebenden Nachfolgern Petri unter uns – beide konkurrenzlos untereinander, doch beide mit einer außerordentlichen Präsenz! Hinzufügen dürfen wir noch, dass der Geist Joseph Ratzingers davor ja auch schon das lange Pontifikat des heiligen Johannes Paul II. entscheidend geprägt hat, dem er für fast ein Vierteljahrhundert treu als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre diente. Viele empfinden diese neue Situation heute immer noch als eine Art göttlichen Ausnahmezustandes.

Doch ist es jetzt schon Zeit für eine Bilanz des Pontifikats von Benedikt XVI.? Päpste im Allgemeinen können wohl nur im Nachhinein der Kirchengeschichte sinnvoll bewertet und eingeordnet werden. Als Beispiel dafür führt Roberto Regoli selbst an einer Stelle Gregor VII. an, den großen Reform-Papst des Mittelalters, der am Ende seines Lebens im Exil in Salerno starb – gescheitert nach dem Urteil vieler Zeitgenossen. Doch gerade er – Gregor VII. – war es, der das Gesicht der Kirche in den Streitfragen seiner Zeit für Generationen, die nach ihm kamen, entscheidend geprägt hat. Umso wagemutiger erscheint deshalb heute Professor Regoli bei seinem Versuch, eine Einschätzung des Pontifikats Benedikts XVI. schon zu dessen Lebzeiten vorzunehmen.

Die Menge des kritischen Materials, die er dafür gesichtet und ausgewertet hat, ist überwältigend und einschüchternd. Denn ungeheuer präsent ist und bleibt Benedikt ja auch in seinem eigenen Schrifttum, sei es als Papst, der drei Bücher zu Jesus Christus und 16 (!) dicke Bände von „Insegnamenti“ allein in seinem Pontifikat hinterlassen hat, oder sei es als Kardinal oder Professor Ratzinger, dessen Werke eine kleine Bibliothek füllen könnten. So mangelt es auch nicht an Fußnoten in diesem Werk Roberto Regolis und noch weniger an Erinnerungen, die er in mir wach ruft. Denn ich war ja dabei, als Benedikt XVI. am Ende seiner Amtszeit seinen Fischerring ablegte, wie es nach dem Tod eines Papstes üblich ist, obwohl er in diesem Fall selbst noch lebte! Ich war dabei, als er entschied, seinen Namen hingegen nicht mehr zurück zu geben. Er ist nicht mehr zu Joseph Ratzinger geworden, wie Papst Coelestin V., der am 13. Dezember 1294 nach wenigen Monaten im Amt wieder zu Pietro di Morrone wurde.

Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt deshalb nicht mehr, was es vorher war. Fundament der katholischen Kirche wird es bleiben. Doch diesen Grund hat Benedikt XVI. nachhaltig verändert in seinem Ausnahmepontifikat, von dem der nüchterne Kardinal Sodano gleich nach der überraschenden Rücktrittserklärung in einer ersten Reaktion überaus bewegt und fast fassungslos ausrief, die Nachricht habe „wie ein Blitz aus heiterem Himmel“ unter den versammelten Kardinälen eingeschlagen. Das war am Morgen jenes Tages, an dessen Abend tatsächlich ein kilometerlanger Blitz mit unglaublichem Getöse in die Spitze der Kuppel des Petersdoms über dem Grab des Apostelfürsten einschlug. Dramatischer ist wohl selten eine Zeitenwende aus dem Kosmos begleitet worden. Doch am Morgen dieses 11. Februar beendete Kardinaldekan Angelo Sodano seine Antwort auf die Erklärung Benedikts XVI. auch schon mit einer ersten und ähnlich kosmischen Einschätzung von dessen Pontifikat, als er am Ende sagte: „Gewiss, die Sterne des Himmels werden immer weiter funkeln und so wird auch immer der Stern Ihres Pontifikats unter uns leuchten.“ „Certo, le stelle nel cielo continuano sempre a brillare e così brillerà sempre in mezzo a noi la stella del suo pontificato“.

Ähnlich leuchtend und erhellend ist die wohlrecherchierte Darstellung Don Regolis der verschiedenen Phasen des Pontifikats. Vor allem von dessen Anfang im Konklave vom April 2005, aus dem Joseph Ratzinger nach einer der kürzesten Wahlen der Kirchengeschichte nach nur vier Wahlgängen als Papst hervorging – und zwar nach dem dramatischen Ringen einer so genannten „Salz-der-Erde-Partei“ (Salt of Earth Party) um die Kardinäle López Trujíllo, Ruini, Herranz, Rouco Varela oder Medina und der so genannten „Sankt Gallen-Gruppe“, um die Kardinäle Danneels, Martini, Silvestrini oder Murphy-O’Connor, die Kardinal Danneels von Brüssel erst kürzlich noch amüsiert  „als eine Art Mafia-Club“ bezeichnet hat. Die Wahl folgte freilich auch einem Ringen, dem der Kardinaldekan Ratzinger seine historische Predigt vom 18. April 2005 in Sankt Peter quasi als Notenschlüssel voran gesetzt hatte, wo  er „der Diktatur des Relativismus, die nichts als definitiv erachtet und als letztes Maß nur das eigene ich und seinen Willen gelten lässt, als anderes Maß wahrer Menschlichkeit den Sohn Gottes und wahren Menschen“ entgegen setzte. Dieser Teil der klugen Analyse Roberto Regolis liest sich teilweise heute schon wie ein spannender Krimi aus gar nicht so fernen Tagen – während sich die „Diktatur des Relativismus“ heute längst überwältigend auf vielen Kanälen der neuen Medien manifestiert, an die im Jahr 2005 noch kaum zu denken war.

Schon der Name, den sich der neue Papst unmittelbar nach seiner Wahl gab, war danach ein Programm. Joseph Ratzinger wurde nicht zu Johannes Paul III., wie es sich viele vielleicht gewünscht hätten. Sondern er knüpfte an Benedikt XV. an, den glück- und erfolglosen großen Friedenspapst aus den Schreckensjahren des 1. Weltkriegs – und an den heiligen Benedikt von Nursia, den Mönchsvater und Vater Europas. Für die Jahre davor könnte ich als Kronzeuge dafür auftreten, dass sich Kardinal Ratzinger niemals nach dem höchsten Amt der katholischen Kirche gedrängt hatte – sondern schon lebhaft von einem Lebensabend träumte, wo er beschaulich noch einige letzte Bücher schreiben wollte. Alle Welt weiß, dass es anders kam. Bei der Wahl wurde ich dann in der Sixtinischen Kapelle Zeuge, wie er die Wahl als einen „wahren Schock“ und „Schrecken“ erlebte, oder wie ihm „schwindlig“ wurde, als er „die Guillotine“ der Entscheidung auf sich herabstürzen sah, womit ich kein Geheimnis verrate, seit Benedikt XVI. dies selbst schon bei seiner ersten Audienz vor deutschen Pilgern öffentlich gemacht hat. So verwundert nicht, dass er auch der erste Papst war, der gleich nach seiner Wahl um das Gebet der Gläubigen für ihn bat, woran wir in diesem Buch noch einmal erinnert werden.

Faszinierend und berührend ist, wie Regoli die verschiedenen Amtsjahre skizziert und dabei noch einmal die Souveränität der Amtsführung wach ruft, mit der Benedikt XVI. gleich zu Anfang schon seinen erbitterten alten Widersacher Hans Küng ebenso zum Gespräch nach Castel Gandolfo einlud wie Oriana Fallaci, die agnostische und kämpferische jüdische Grande Dame der säkularen Medien Italiens, oder wie er den protestantischen Schweizer Nobelpreisträger Werner Arber zum ersten nichtkatholischen Präsidenten der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften berufen hat, wobei Regoli auch nicht die mangelnde Menschenkenntnis verschweigt, die dem genialen Theologen in den Schuhen des Fischers oft vorgeworfen wurde, der schwierige Texte und Bücher so genial zu beurteilen wusste und vor Peter Seewald im Jahr 2010 gleichwohl freimütig einräumte, dass er Entscheidungen über Personen so schwierig finde, weil „keiner dem anderen ins Herz schauen“ könne. Wie wahr!

Zutreffend bezeichnet Regoli aber eben jenes Jahr 2010 als ein „schwarzes Jahr“ für den Papst, und zwar im Zusammenhang mit dem tragischen Unfalltod Manuela Camagnis, einer der vier Memores aus der kleinen „päpstlichen Familie“. Das kann ich nur bestätigen. Gegen diesen Schicksalsschlag waren die medialen Aufreger jener Jahre – von der Affäre um den traditionalistischen Bischof Williamson bis zu einer Welle immer gehässigerer Angriffe gegen ihn – zwar nicht nichts, doch sie erreichten das Herz des Papstes nicht so sehr wie der Tod Manuelas, die so urplötzlich aus unserer Mitte fortgerissen wurde. Benedikt war kein Papstdarsteller und noch weniger ein gefühlloser Papstautomat, er war und blieb auch auf dem Thron Petri ganz und gar Mensch – oder in den Worten Conrad Ferdinand Meyers: er war „kein ausgeklügelt Buch“, er war ein „Mensch mit seinem Widerspruch“. So habe ich ihn tagtäglich erlebt und geschätzt. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Nach der letzten Enzyklika „Caritas in veritate“ vom 4. Dezember 2009 will Regoli dann aber beobachten, wie ein in liturgischer, ökumenischer und kirchenrechtlicher Hinsicht dynamisches, innovatives und antriebstarkes Pontifikat plötzlich „entschleunigt“ erscheint, wie blockiert, als würde es in einem Sumpf stecken. Das kann ich so nicht bestätigen, auch wenn der Gegenwind in den nachfolgenden Jahren zugenommen hat. Seine Reisen ins Vereinigte Königreich (2010), nach Deutschland und in die Lutherstadt Erfurt (2011) oder in den brennenden Nahen Osten zu den beunruhigten Christen des Libanon (2012) in diesen letzten Jahren waren allesamt ökumenische Meilensteine. Sein entschiedenes Vorgehen in der Aufarbeitung der Missbrauchsproblematik ist und bleibt wegweisend. Und wann hat es je einen Papst gegeben, der neben seinem überschweren Amt auch noch Bücher über Jesus von Nazareth schrieb, die vielleicht noch einmal als seine wichtigste Hinterlassenschaft gelten werden?

Danach muss ich hier nicht ausführen, wie er, den der plötzliche Tod Manuela Camgagnis so getroffen hatte, auch später an dem Verrat Paolo Gabrieles litt, der ja auch derselben „päpstlichen Familie“ angehört hatte. Und doch, das muss ich hier einmal in aller Deutlichkeit sagen, ist Benedikt am Schluss nicht wegen des armen und fehl geleiteten Kammerdieners zurückgetreten oder wegen der Schmankerln aus seinem Haus, die in der so genannten Vatileaks-Krise wie Falschgeld in Rom in den Verkehr kamen und im Rest der Welt wie wahre Goldstücke gehandelt wurden. Es war kein Verräter oder „Rabe“ oder irgendein Journalist, der ihn zu dieser Entscheidung hätte bewegen können. Dafür war dieser Skandal dann doch etwas zu klein und dieser wohl bedachte Jahrtausendschritt Benedikts XVI. um so vieles größer.

Respekt verdient Regolis Darstellung dieser Vorgänge auch deshalb, weil er erst gar nicht den Anspruch erhebt, diesen letzten rätselhaften Schritt ganz erklären und ergründen zu wollen, und er bereichert die wuchernde Legendenbildung auch nicht mit neuen Spekulationen, die mit der Wirklichkeit kaum etwas zu tun haben. Und ich muss gestehen, dass auch mir, als einem Zeugen aus nächster Nähe, für diesen spektakulären und unerwarteten Schritt Benedikts XVI. nur immer wieder neu jene berühmte und geniale Formel einfällt, mit der Johannes Duns Scotus im Mittelalter Gottes Ratschluss für die Unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter begründete:

Decuit, potuit, fecit„.

Das heißt auf Deutsch: Es geziemte sich, weil es sinnvoll war. Er (Gott) konnte es, also tat er es. – Übertragen auf den Entschluss zum Rücktritt lese ich diese Formel so. Es geziemte sich, weil Benedikt XVI. gewahr wurde, dass ihm die nötige Kraft für das überschwere Amt abhanden kam. Er konnte es, weil er die Möglichkeit emeritierter Päpste für die Zukunft schon seit langem theologisch grundlegend durchdacht hatte. So tat er es dann.

Im Wesentlichen war der epochale Rücktritt des Theologenpapstes deshalb ein Schritt nach vorn, als er am 11. Februar 2013 auf Lateinisch vor den überraschten Kardinälen die neue Institution eines „Papstes emeritus“ in die katholische Kirche mit den Worten einführte, dass seine Kräfte nicht mehr ausreichten, „den Petrusdienst in angemessener Weise auszuüben“. Das Schlüsselwort dieser Erklärung ist der Begriff Munus Petrinum, das hier – wie meistens – als Petrusdienst übersetzt wurde. Doch das lateinische Munus hat eine vielfältige Bedeutung. Es kann Dienst, Aufgabe, Leitung, oder Geschenk heißen – bis hin zu Wunderwerk. Als Teilhabe an einem solchen „petrinischen Dienst“ aber verstand und versteht Benedikt seine Aufgabe vor und nach dem Rücktritt bis heute. Er hat seinen Stuhl geräumt, doch diesen Dienst hat er mit seinem Schritt vom 11. Februar 2013 eben nicht verlassen. Er hat das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst, als wollte er damit auch noch einmal die immanente Einladung jenes Mottos wiederholen, das Joseph Ratzinger sich schon als Erzbischof von München und Freising gab und als Bischof von Rom natürlich beibehalten hat: „cooperatores veritatis„. Das heißt auf Deutsch „Mitarbeiter der Wahrheit“. Denn es ist kein Singular, sondern eine Pluralform, entnommen dem 3. Johannesbrief, wo es im Vers 8 heißt: „Darum sind wir verpflichtet, solche Männer aufzunehmen, damit auch wir zu Mitarbeitern für die Wahrheit werden.“

Seit der Wahl seines Nachfolgers Franziskus am 13. März 2013 gibt es also keine zwei Päpste, aber de facto ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber. Darum hat Benedikt XVI. weder den weißen Talar noch seinen Namen abgelegt. Darum ist seine korrekte Anrede auch heute noch „Heiliger Vater“ (in Italiano: Santità), und darum zog er sich auch nicht in ein abgelegenes Kloster zurück, sondern in das Innere des Vatikans – als sei er nur beiseite getreten, um seinem Nachfolger und einer neuen Etappe in der Geschichte des Papsttums Raum zu geben, den er mit diesem Schritt bereichert hat um das Kraftwerk seines Gebets und Mitleidens in den Vatikanischen Gärten.

Es war der „am wenigsten erwartete Schritt im zeitgenössischen Katholizismus“, wie Regoli schreibt, als eine Möglichkeit freilich, die Kardinal Ratzinger schon am 10. August 1978 in München in einer Predigt aus Anlass des Todes Pauls VI. öffentlich reflektiert hatte. 35 Jahre später ist er dann selbst vor dem Petrus-Amt nicht geflohen, was ihm nach seiner irreversiblen Annahme des Amtes im April 2005 völlig unmöglich gewesen wäre. Er hat dieses Amt  stattdessen erneuert und in einem Akt außerordentlichen Wagemutes (auch gegen wohl meinende und durchaus kompetente Berater), und mit letzter Kraft, potenziert, wie ich hoffe. Dies kann aber nur die Geschichte erweisen. Doch das wird bleiben in der Kirchengeschichte, in der der weltberühmte Theologe auf dem Stuhl Petri im Jahr 2013 zum ersten „Papa emeritus“ der Geschichte wurde. Seitdem ist seine Rolle – schon wieder – auch völlig anders als etwa die des heiligen Papstes Coelestin V., der nach seinem Rücktritt im Jahr 1294 wieder Eremit werden wollte und stattdessen Gefangener seines Nachfolgers Bonifaz VIII. wurde (dem wir heute die Einführung der Jubeljahre in der Kirche verdanken). Einen Schritt wie den von Benedikt XVI. hat es eben noch nie gegeben. Darum wundert wieder nicht, dass er darum von manchen als revolutionär empfunden wurde oder aber als überaus evangeliumsgemäß, während andere das Papsttum dadurch säkularisiert sehen wie nie zuvor und damit kollegialer und funktionaler oder auch einfach menschlicher und weniger sakral. Wieder andere sind der Ansicht, dass Benedikt XVI. das Amt mit diesem Schritt – theologisch und historisch-kritisch gesprochen – quasi entmythologisiert hat.

All dies legt Roberto Regoli in seinem Panorama des Pontifikats auf eine Weise frei wie noch kein Autor vor ihm. Der bewegendste Teil meiner Lektüre des Werkes von Professor Regoli war aber vielleicht die Stelle, wo er in einem ausführlichen Zitat an jene letzte Generalaudienz Benedikts XVI. am 27. Februar 2013 erinnert, wo der scheidende Papst  auf dem Petersplatz sein Pontifikat  zum Abschied unter unvergesslich makellosem, blauem Himmel in folgenden Worten zusammen fasste:

„E’ stato un tratto di cammino della Chiesa che ha avuto momenti di gioia e di luce, ma anche momenti non facili; mi sono sentito come san Pietro con gli Apostoli nella barca sul lago di Galilea: il Signore ci ha donato tanti giorni di sole e di brezza leggera, giorni in cui la pesca è stata abbondante; vi sono stati anche momenti in cui le acque erano agitate ed il vento contrario, come in tutta la storia della Chiesa, e il Signore sembrava dormire. Ma ho sempre saputo che in quella barca c’è il Signore e ho sempre saputo che la barca della Chiesa non è mia, non è nostra, ma è sua. E il Signore non la lascia affondare; è Lui che la conduce, certamente anche attraverso gli uomini che ha scelto, perché così ha voluto. Questa è stata ed è una certezza, che nulla può offuscare.“

Persönlich, muss ich gestehen, könnten mir bei diesen Worten jetzt noch die Tränen kommen, zumal ich aus nächster Nähe bezeugen kann, wie unbedingt Papst Benedikt die Worte des heiligen Benedikt für sich und seinen Dienst übernommen hat, gemäß denen der „Liebe zu Christus nichts vorzuziehen ist“ (nihil amori Christi praeponere), wie es in jener Regel heißt, wie sie uns von Papst Gregor dem Großen überliefert wurde. Als Zeitzeuge aber bin ich jetzt noch fasziniert von der Präzision dieser letzten Analyse auf dem Petersplatz, die so poetisch klang und doch nichts anderes als prophetisch war. Denn es sind ja Worte, die heute auch Papst Franziskus ohne weiteres sofort unterschreiben könnte und würde. Nicht die Päpste, sondern Christus, der Herr selbst und kein anderer ist der Besitzer des  Schiffleins Petri in den sturmgepeitschten Wellen, wo wir immer wieder neu befürchten, der Herr sei eingeschlafen und er nehme keinen Anteil an unserer Not – der doch jeden Sturm mit einem einzigen Wort zum Verstummen bringen kann, wo uns allerdings mehr als die hohen Wellen und das Heulen des Windes wohl vor allem unser Unglaube, unser Kleinglaube und unsere Ungeduld immer wieder neu in Panik versetzen.

So gibt dieses Buch noch einmal einen tröstenden Blick frei auf die ruhige Unbeirrtheit und Gelassenheit Benedikts XVI. am Steuer des Schiffes Petri in den dramatischen Jahren von 2005 bis 2013. Gleichzeitig hat Don Regoli mit dieser aufklärenden Chronik nun aber auch selbst Anteil genommen an dem oben erwähnten munus Petri. Wie vor ihm schon Peter Seewald und andere ist auch Roberto Regoli hiermit nun als Priester, Professor und Gelehrter mit eingetreten in jenen erweiterten petrinischen Dienst um die Nachfolger des Apostels Petrus, wofür wir ihm heute und hier von Herzen danken wollen.

Roberto Regoli, Oltre la crisi della Chiesa, („Jenseits der Kirse der Kirche“) ist erschienen bei Lindau.

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Quelle

22 Kommentare zu “Als der Blitz einschlug: Gänswein über den „Jahrtausendschritt“ von Papst Benedikt

  1. „Dramatischer ist wohl selten eine Zeitenwende aus dem Kosmos begleitet worden.“ !!

  2. @dspecht 21. Mai 2016 um 21:09

    Die (Trug-)schlüsse, die aus dem von Ihnen verlinkten Kommentar hervorgehen, sind natürlich – wie bei den Sedisvakantisten zu erwarten – falsch und irrtümlich. Gespickt mit Phantastereien und Anmassungen, entspricht dieser verlinkte Kommentar (antimodernist) eher einer nervösen Spinnerei als einer brauchbaren Analyse der Geschehnisse um den 88jährigen Papst Benedikt. Wieviel klüger und umsichtiger Gänswein mit diesem Thema umgeht, kann überprüft werden.

    Papst Benedikt wird in greifbarer Zukunft in Ruhe und friedlich zu seinem Herrn in die Glückseligkeit gehen, dem er sein ganzes Leben gedient hat, zurückkehren. An diesem glücklichen Tag für Benedikt werden wieder viele Phantastereien und nervöse Falschvorstellungen der Sedisvakantisten in das „Pfefferland“ gehen, wo sie auch hingehören.

    So liest man hier:
    http://www.welt.de/vermischtes/article152059567/Was-macht-eigentlich-Benedikt-XVI.html
    Ansonsten hält sich Benedikt XVI. jedoch streng an jene Selbstverpflichtung, die er am 28. Februar 2013 abgegeben hatte: Er wolle in Zukunft zwar präsent, aber unsichtbar bleiben. Er wolle sich dem Gebet und der Meditation widmen und die Leitung der Kirche ganz seinem Nachfolger überlassen, dem er unbedingten Gehorsam zusicherte. Seither lebt der emeritierte Papst zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten.

  3. Stefan1 22. Mai 2016 um 11:39

    Aber man muss sich gar nicht auf Zaby /(Weinzierl) stützen. Ich schrieb doch nur, dass sie – aufgrund der Bestätigung von Gänswein – sich als richtig liegend erwiesen. (Oder ist Gänswein nun auch ein unglaubwürdiger Sedi oder was).

    Es ging mir gar nicht um alle Punkte bei Zaby – sondern nur darum, ob eben Benedikt-Ratzinger einfach abgedankt sei oder ob er vielmehr (wie er ja auch selbst klar sagt) nur vom „aktiven Petrusdienst“ zurükgetreten sei, aber dennoch irgendwie im Petrusamt bleibe und dieses Papstamt damit wesentlich geändert habe, nämlich zu einem KOLLEGIAL ausgeübten (von MEHREREN Personen, nicht mehr nur einer) gemacht hat.

    Nun haben wir die BESTÄTIGEN dessen sozusagen von KOMPETENTESTER STELLE, von GÄNSWEIN!!!! (Der es ja wissen muss, dient er ja beiden „Päpsten“ und der bisher bei Konservativen immer als glaubwürdig galt).

    Er bestätigt: es gibt zwar weiter nur einen „regierenden“, sprich „aktiven“ Papst, aber das personale Papstamt wurde „ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst, sodass es ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber gibt!!!

    Es geht genau um diese Aussagen von Gänswein (wie oben ja größtenteils zitiert):
    „…eine Zeitenwende…“
    „Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt deshalb nicht mehr, was es vorher war.“
    [!!!]
    „Er hat das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst !!

  4. Klarer kann man es ja kaum sagen:
    „Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt deshalb nicht mehr, was es vorher war.“ [!!!]
    „Er hat das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst !!

    Und insofern hat eben Zaby auf antimodernist.org Recht gehabt. Mir ging es dort ja gar nicht um alle Aspekte des Artikels, sondern nur jene, welche eben nun durch Gänswein VOLLAUF BESTÄTIGT werden:

    Das Papstamt hat eine solch einschneidende Änderung erfahren durch den Rücktritt, dass es „nicht mehr, was es vorher war.“ist.
    Es war also kein „normaler“ Rücktritt, sondern eine Änderung bzw. Ergänzung des
    personale „, von einer einzigen Person ausgeübten Amtes, in bzw. zu einem „kollegiale[n] und synodale[n]„, von zwei [oder mehr!] „gemeinsam“ ausgeübtem „Dienst“.

    Also, wir haben keine reine Monarchie mehr, sondern eine Art Dyarchie oder Polyarchie.

    Wenngleich es nur einen regierenden, aktiven Papst gibt – „gibt es also keine zwei Päpste“ (keine zwei regierenden, aktiven), „aber de facto ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber.

    Und dieses erweiterte AMt wird dann sogar ausdrücklich als „kollegial und synodal“ bezeichnet und gesagt, das Papstamt sei nun eben „nicht mehr, was es vorher war“.

    Und Gänswein legt sogar noch einen drauf, wenn er schreibt:
    „„cooperatores veritatis„. Das heißt auf Deutsch „Mitarbeiter der Wahrheit“. Denn es ist kein Singular, sondern eine Pluralform

    und damit eben begründet, warum Ratzinger

    „das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst.“

  5. [Letzter Kommentar nochmal neu formatiert]

    Klarer kann man es ja kaum sagen:
    „Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt deshalb nicht mehr, was es vorher war.“ [!!!]
    „Er hat das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst !!

    Und insofern hat eben Zaby auf antimodernist.org Recht gehabt. Mir ging es dort ja gar nicht um alle Aspekte des Artikels, sondern nur jene, welche eben nun durch Gänswein VOLLAUF BESTÄTIGT werden:

    Das Papstamt hat eine solch einschneidende Änderung erfahren durch den Rücktritt, dass es „nicht mehr, was es vorher war.“ist.
    Es war also kein „normaler“ Rücktritt, sondern eine Änderung bzw. Ergänzung des
    personale „, von einer einzigen Person ausgeübten Amtes, in bzw. zu einem „kollegiale[n] und synodale[n]„, von zwei [oder mehr!] „gemeinsam“ ausgeübtem „Dienst“.

    Also, wir haben keine reine Monarchie mehr, sondern eine Art Dyarchie oder Polyarchie.

    Wenngleich es nur einen regierenden, aktiven Papst gibt – „gibt es also keine zwei Päpste“ (keine zwei regierenden, aktiven), „aber de facto ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber.

    Und dieses erweiterte AMt wird dann sogar ausdrücklich als „kollegial und synodal“ bezeichnet und gesagt, das Papstamt sei nun eben „nicht mehr, was es vorher war“.

    Und Gänswein legt sogar noch einen drauf, wenn er schreibt:
    „„cooperatores veritatis„. Das heißt auf Deutsch „Mitarbeiter der Wahrheit“. Denn es ist kein Singular, sondern eine Pluralform

    und damit eben begründet, warum Ratzinger

    „das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst.“

  6. Der Blitz, der in die Kuppel der Petersbasilika am 11. Februar 2013, am Abend einschlug, war ein großes Zeichen. Was geschah zwischen diesem Tag und heute noch alles, von dem wir noch nichts wissen, oder was wird noch alles geschehen bis zu dem Tag, wo der Greis im Silberhaar über die Leichen zahlreicher ermordeter Priester fliehen wird?

  7. Und eben nochwas: Man hat uns bisher also angelogen bzw. vornehmer ausgedrückt: etwas vorgemacht:

    Und konkret nämlich Ratzinger, also er Tornielli gegenüber als Grund für das weiter Tragen der WEIßEN SOUTANE rein praktische Gründe angab:

    Dass keine andere zur Hand war (http://n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/4344442/agiert-benedikt-xvi–im-vatikan-als–schattenpapst–.html )
    bzw. keine andere Regelung vorlag
    (http://katholisches.info/2014/02/26/benedikt-xvi-mein-ruecktritt-ist-gueltig-spekulationen-sind-absurd-ungewoehnlicher-schriftverkehr-aus-dem-vatikan/).

    Man musste schon sehr naiv (bzw. blöd) sein um das zu glauben.

    Und nun in seltener Offenheit die wahren Gründe direkt von Gänwsein aufgetischt:

    …ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber. Darum[!] hat Benedikt XVI. weder den weißen Talar noch seinen Namen abgelegt.

    pos, Stefan1 etc.:
    Jam Tempus est de sommno surgere!
    Sobrii estote et vigilate….!
    Quis oculos habet…

  8. Das erinnert an das faktisch doppelt besetzte Amt des Hohenpriesters zu Zeiten der Auslieferung Jesu Christi. Jesus wurde nach den Evangelien nicht nur von Kaiphas ausgeliefert, sondern auch von Annas, der im Hintergrund die Pfäden zog.

  9. Ci-devant 24. Mai 2016 um 15:43

    Sehr richtig, das hat ü brigens auch mal P. Sauer so gepredigt oder gesagt…

  10. Ich habe dazu jüngst nochmal auf Traditon und Glaube gepostet, unter dem thread https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/20/interview-mit-kardinal-burke-in-wien-vom-16-05-2016/

    Was ich dort gepostet habe in etwas überarbeiteter, leicht geänderter Version sei nun auch hier gepostet:

    Und Roberto de Mattei hat vollkommen Recht (http://rorate-caeli.blogspot.com/2016/05/de-mattei-completeness-or-not-of-fatima.html), dass diese Nachricht geradezu eine Bombe ist, wie eine solche eingeschlagen hat – oder wie ein Blitz, wie ich anderenorts schrieb in Anlehnung an den realen Blitzeinschlag und die bei poschenker gewählte Überschrift vom Blitzeinschlag:

    „….another bomb exploded with an even greater impact….This discourse is of an explosive nature…“

    Und er legt den Finger auch auf die alles entscheidenen Worte, nämlich nicht nur die, welche inhaltlich-materiell die Transformation von dem monarchischen Amt in eine Art Dyrarchie beschreiben, sondern auch den Satz, welcher formell betont, dass damit eine solcher Änderung des Papstamtes intendiert gewesen bzw. eingetreten sei, sodass es von nun an nicht mehr das sein wird, was es einmal war [!!!] –

    “From February 11th 2013, the papal ministry is not the same as before. It is and remains the foundation of the Catholic Church; and yet it is a foundation that Benedict has profoundly and lastingly transformed by his exceptional pontificate”. (Herv. fett von mir)
    [Auf diese Sätze habe ich ja auch oben schon verwiesen, hier in meinen Kommentaren auf pos in diesem thread]

    Dies hat theologisch derart weitreichende Konsequenzen, dass sie vielen noch gar nicht klar sein dürften:
    Das Papstamt hat also eine substantielle Änderung erfahren – was aber nicht geht, illegtim ist. Das Papsttum hat sich damit sozusagen selbst abgeschafft. Der neu geschaffene dyrarchische „Petrusdienst“ ist definitiv nicht mehr das von JESUS CHRISUTS eingesetzte Papstamt, nicht mehr mit diesem identisch.

    Daher kann weder Bergoglio noch Ratzinger als rechtmäßiger Papst angesehen werden. Über das Argument der hartnäckigen manifesten Häresie hinaus (und evtl. weiteren) haben wir nun ein weiteres klares Argument für die Sedisvakanz.

    Ja dies stellt, wie Socci schon sehr früh sah, die Gültigkeit der Rücktritts Ratzingers und des Antritts Bergoglio derart in Frage, dass wir mindestens stark zweifeln müssen an der Legitimität bzw. Legalität der Amtsinhabe Bergoglios, sodass nach dem Grundsatz „papa dubius papa nullus“ nun eigentlich praktisch (und rechtlich!) sicher ist, dass Bergoglio kein Papst ist.

    Aber es bleibt auch nicht die Zuflucht wie manche meinen, dass aufgrund es ungültigen oder doch zumindest rechtlich nun sehr zweifelhaften Rücktritts Ratzingers dieser noch Papst wäre.
    Denn er möchte ja nur Teil einer Dyrarchie sein – die es so nicht gibt, nicht als von CHRISTUS eingesetzt (sondern nur im Wunsch und in der Vorstellung Ratzingers, Bergoglios, Gänsweins und der sonstigen NewChurchMafia bzw. in deren neuer, von Menschenhand kreiierten Menschenmachwerkskirche, in der alles geht, unabhängig von den Vorgaben CHRISTI).
    Auch Ratzinger ist daher allenfalls papa dubius und damit praktisch bzw. rechtlich eigentlich nullus.

    Die „Konzilskirche“ ist nun wirklich am Endesie demontiert sich selbst— bzw. führt sich (endgültig, vollends) über in die Neue Menschenmachwerkskirche (Katharina Emmerick).

    (Und wäre dann irgendwann – bzw. wird wohl bald sein – wirklich eine klare, formelle Sekte, wenn sie es mit dieser Erklärung nicht schon ist.)

  11. @dspecht

    Es heißt nicht „Dyrarchie“, sondern „Dyarchie“!

    Es kann aber – ernsthaft – gar nicht die Rede davon sein, dass der „Papst Emeritus“ im Pontifikat von Franziskus MIT-REGIERT. Franziskus tut das ganz souverän ganz allein!

  12. POSchenker 27. Mai 2016 um 11:37

    @dspecht

    Es heißt nicht „Dyrarchie“, sondern „Dyarchie“!

    Es kann aber – ernsthaft – gar nicht die Rede davon sein, dass der „Papst Emeritus“ im Pontifikat von Franziskus MIT-REGIERT. Franziskus tut das ganz souverän ganz allein!

    +

    So ist es!
    Der Schorsch* regiert ganz allein die Konzilssekte und ist damit für das Verbreiten von Häresien durch „Rom“ ganz allein verantwortlich.
    Damit ist wieder ein Versuch, den Schorsch (oder Ratzinger) zu entlasten, gescheitert.

    *Der „Bescheidene“ Bergoglio möchte als Jorge, zu Deutsch Georg, zu Bayrisch Schorsch, angesprochen werden. Ich erfülle ihm sein Wunsch und nenne ihn Schorsch.
    Man könnte auch den Joseph Ratzinger als Sepp nennen, aber da er es nicht gewünscht hat, lasse ich es lieber.

  13. Tomás 27. Mai 2016 um 15:35

    Sehr gut!

    POSchenker 27. Mai 2016 um 11:37

    Danke.

    Nun, selbstverständlich regiert der Schorsch ohne den Sepp (Verzeihung, nur ein kleine Hommage an Tomas ;-)) – den ein Autokrat mit tyrannischem Regierungsstil läßt sich nicht von anderen reinreden und schon gar nicht reinregieren.
    Das zeigt er ja ständig – er redet von Synodalität, ignoriert aber die Mehrheiten und entscheidet über die Köpfe hinweg (wie ein echter Papst, ja oft tyrannischer als ein solcher); er Demontiert brutal einen Orden (Franziskaner der Imm.); er entzieht dern Bischöfen (also von wegen Kollgeialität, Synodalität!!!) das Recht, eigenständig Institute diözesanen Rechts anzuerkennen;…

    Und auch Gänswein wie Razinger haben ja gar nicht gesagt, dass es zwei REGIERENDE Päpste gebe; ja ganz im Gegenteil, sagt doch Gänswein:
    „Seit der Wahl seines Nachfolgers Franziskus am 13. März 2013 gibt es also keine zwei Päpste“ [im Sinne von regierende, aktive].

    Nur geht der Satz ebenweiter – mit dem berühmten „ABER“:

    „…aber de facto ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber.

    Also, nur EIN AKTIVER Papst – aber nun noch zusätzlich ein passiver. Oder genauer: Der „Petrusdienst aufgeteilt, kollgial, gar synodal [!! – es müsste daher eigentlich noch mehr Teilhaber geben, Bergoglio sollte auch emeretieren! – Dann könnten die Päpste auch Skat spielen!].
    Wie Gänswein sagt:„Er hat das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst.

    Nun könnte man einwenden: Nun gut, aber die weitreichenden kanonistisch-ekklesiologischen Folgerungen, welche Sie, dspecht, daraus ziehen bzw. sehen, sind nicht gegeben, denn dies ist ein normaler Vorgang, zumindest aber eine nur akzidentielle Änderung des Papstamtes, keine substantielle.

    Darauf gibt uns Gänswein selbst die Antwort, wenn er sich bemüht zu betonen, dass damit nicht nur eine PROFUNDE VERÄNDERUNG des Petrusamtes stattgefunden habe ( „…hat Benedikt XVI. [tiefgreifend und] nachhaltig verändert/transformiert“ [man müsste mal im ital. Original nachschauen, was da steht]), sondern auch:
    „Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt deshalb nicht mehr, was es vorher war.“

    Voilá, eine wesentliche Änderung!

    Damit wäre es nicht mehr das identische von CHRISTUS gestiftete Amt.

  14. @dspecht

    er [Franziskus] entzieht den Bischöfen (also von wegen Kollgeialität, Synodalität!!!) das Recht, eigenständig Institute diözesanen Rechts anzuerkennen;…

    Dazu aus dem Osservatore Romano:

    Vatikan prüft Errichtung von Ordensgemeinschaften

    Vatikanstadt. Der Vatikan bindet die Zulassung neuer Orden stärker an sich. Künftig ist die Errichtung einer Ordensgemeinschaft auf Diözesanebene nur dann kirchenrechtlich gültig, wenn zuvor ein Gutachten der vatikanischen Ordenskongregation eingeholt wurde. Das geht aus einem päpstlichen Erlass hervor, den der Vatikan veröffentlichte. Die Regelung tritt am 1. Juni in Kraft.

    Die Prüfung durch die römische Kirchen-zentrale solle vermeiden helfen, dass in Di­özesen neue Gemeinschaften gegründet würden, ohne dass die »Echtheit ihres Charismas« hinreichend festgestellt sei, hieß es.

    Das geltende Kirchenrechtsbuch, der Co-dex Iuris Canonici, gesteht Bischöfen das Recht zu, dass sie »in ihrem Gebiet durch förmliches Dekret Institute des geweihten Lebens errichten, jedoch nur nach Beratung mit dem Apostolischen Stuhl«. Unter Verweis auf diesen Canon 579 betont der jetzige Erlass, ohne vorherige Konsultation des Heiligen Stuhls seien solche Dekrete nichtig.

    »Institute des geweihten Lebens« werden in der katholischen Kirche Gemeinschaften genannt, deren Mitglieder sich durch öffentliche Gelübde zu einem Leben in Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam verpflichten.

  15. @dspecht

    er [Franziskus] redet von Synodalität, ignoriert aber die Mehrheiten und entscheidet über die Köpfe hinweg (wie ein echter Papst, ja oft tyrannischer als ein solcher)

    Führen Sie bitte ein Beispiel an für Ihre Behauptung „er ignoriert aber die Mehrheiten“ und für Ihre zweite Behauptung „er entscheidet über die Köpfe hinweg“.

    Übrigens: JEDER Papst tut ebendies, wenn er „über die Köpfe hinweg entscheidet“, NIEMALS in tyrannischer Weise!

  16. Bekannte in Argentinien habe mir gesagt, daß Bergoglio gibt sich nach außen hin sehr umgänglich gibt, aber in Wirklichkeit ein Despot ist, der weder Widerspruch noch Kritik duldet.

    Sein konziliantes und freundliches Auftreten ist, wie seine „Bescheidenheit“ und seine „Barmherzigkeit“, nur fingiert.

  17. Unter diesem Aspekt ist Bergoglio dem Roncalli sehr gleich. Auch Roncalli hatte zwei Gesichter.

  18. POSchenker 28. Mai 2016 um 16:18

    ad 1 (ignoriert Mehrheit):
    Bischofssynode, 2. Teil – Amoris Laetita

    ad 2 (setzt sich hinweg):
    ebenfalls:
    Bischofssynode, 2. Teil – Amoris Laetita

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