Guadalupe: Gott, der Vater, liebt mit dem Herz einer Mutter

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Die Jungfrau von Guadalupe

Seinen Mexiko-Besuch beginnt Papst Franziskus bei Unserer Lieben Frau von Guadalupe. Das Heiligtum der Muttergottes in Mexiko-City ist einer der größten christlichen Wallfahrtsorte der Welt: Bis zu 10 Millionen Menschen pilgern jährlich zur „Morenita“, der „kleinen Braunen“, wie die Gläubigen die Madonna von Guadalupe zärtlich nennen. Sie ist die Patronin nicht nur Mexikos: Papst Pius XII. ernannte sie 1945 nach dem Ende des II. Weltkriegs zur „Schutzherrin und Kaiserin der beiden Amerikas“.

Unter allen Lateinamerikanern einschließlich Papst Franziskus genießt die Muttergottes von Guadalupe eine ungeheure Popularität. Bereits zweimal hat Franziskus ihr Fest im Petersdom mit einer Messe gefeiert und beim letzten Mal verkündet, er werde sie persönlich besuchen; das war am vergangenen 12. Dezember. Am 12. Februar nun trifft der lateinamerikanische Papst zunächst zum ökumenischen Zwischenstopp auf Kuba und wenig später in Mexiko City ein. Der Jungfrau Maria ist die 12 gewissermaßen eingeschrieben, erklärte uns der argentinische Theologe und Franziskus-Vertraute Carlos Maria Galli. 12, damit seien nämlich alle Christen gemeint, gebündelt in ihrem gemeinsamen Herzen: Maria.

„12 ist eine biblische Zahl, 12 Stämme Israels, 12 Apostel, die Jesus berief, und das Konzil lehrt uns, dass die 12 nicht nur  die ersten, die von Jesus ausgewählt wurden, um die Kirche zu leiten, sondern sie waren der Beginn, der Same des gesamten Gottesvolkes. Und wenn ein Papst ein Land besucht, in diesem Fall das mexikanische Volk, ist das nicht bloß ein offizieller oder diplomatischer Besuch, oder ein Staatsbesuche – das alles zwar auch. Aber der Papst kommt als Bischof von Rom und als Hirte der Weltkirche. Er macht eine Pilgerfahrt zum Herzen des Gottesvolkes in den verschiedenen Kulturen, in diesem Fall eben das Volk, das in Mexiko pilgernd unterwegs ist.“

An diesem Punkt kommt Maria ins Spiel: sie bildet – sagt Carlos Maria Galli – das Bindeglied zwischen dem päpstlichen Mexiko-Besuch und dem von Franziskus ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit.

„In dem Bericht über die Jungfrau  von Guadalupe, der erzählt, wie sie dem Indigenen Juan Diego erscheint, sagt sie zu ihm: hab keine Angst, denn ich bin da an deiner Seite, und bin ich denn nicht deine Mutter? Sie spricht mit ihm wie mit einem Sohn. Das ist der biblische Sinn des Wortes „.Barmherzigkeit“ – und das nähert den Besuch von Papst Franziskus an das Jahr der Barmherzigkeit an. Die Barmherzigkeit ist die herzinnerste Liebe einer Mutter zu ihren kleinen Kindern. Ich glaube, der Papst will uns zeigen, dass Gott, der Vater, uns liebt mit dem Herzen einer Mutter. Und das hat er ausgedrückt in der allerheiligsten Jungfrau. In der Jungfrau von Guadalupe fühlt das ganze Volk Lateinamerikas die herzinnerste Liebe der Muttergottes für alle ihre Kinder, und ganz besonders für ihre ärmsten und kleinsten. Sie ist die Mutter der Barmherzigkeit, die mitleidige Mutter, und ihr können wir uns immer nähern.“

(rv 08.02.2016 gs)

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