Österreich: Tagzeitliturige: „DIE LESEORDNUNG REFORMIEREN“!

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Der neue Salzburger Liturgiewissenschaftler Alexander Zerfaß hält die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erfolgte Neugestaltung der Tagzeitenliturgie für gescheitert. Zudem spricht er sich für eine Reform der Leseordnung bei der Messfeier aus. Sehr positiv sei demgegenüber das überarbeitete „Gotteslob“ zu bewerten: Es ist ein „sehr gutes Gebet- und Gesangbuch“ geworden, so Zerfaß in einem Interview.

Seine Kritik an der Tagzeitenliturgie – dem sogenannten Stundengebet – begründet der Theologe mit einer inkonsequenten Anwendung der vom Konzil geforderten „tätigen Teilnahme“ aller Getauften am Gottesdienst. Im Gegensatz zur erneuerten Messe sei dieses Prinzip bei der Feier von Laudes, Vesper etc. „nur inkonsequent rezipiert worden“. Tatsächlich habe es lediglich eine Brevier-Reform gegeben. Damit habe man jetzt ein Buch, das sich primär an den Klerus und sein Stundengebet und weniger an alle Gläubigen richte. „Dass die Tagzeitenliturgie in unseren Gemeinden noch nicht angekommen ist, kann daher kaum verwundern.

“Reformbedarf ortet Zerfaß auch bei der Auswahl der Lesungen für die Messe. Hauptproblem sei dort der „inkonsequente Umgang mit dem Kriterium der Konsonanz, also der Frage, inwieweit die Lesungstexte eines Gottesdienstes aufeinander abgestimmt sein sollen“. Dies betrifft in der Regel die Zweite Lesung. Wenn man einen Zusammenhang zwischen den Lesungen will, müsse dieser konsequent durchgeführt sein, so Zerfaß, der eine Weiterführung der Lektionar-Reform für „denkbar und sinnvoll“ erachtet, auch wenn sie praktisch „gewiss nicht in Sicht“ sei.

Als Positivbeispiel für ein liturgisches Reformprojekt führt Zerfaß das aktuelle „Gotteslob“ an, das eine „deutliche Verbesserung“ gegenüber dem bisherigen Gebet- und Gesangbuch für den ganzen deutschsprachigen Raum darstelle. Dies zeige sich in einem verbreiterten Lied-Repertoire, das zudem internationalisiert worden sei. Gelungen sei die Aufwertung der Tagzeitenliturgie, indem alternative Modelle gegenüber dem Stundenbuch angeboten werden, sowie der neu konzipierte Andachtsteil.

Zerfaß wechselte im letzten Jahr von der Universität Mainz nach Salzburg. Der Liturgiewissenschaftler beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Kirchenlied- und Gesangbuchforschung sowie der liturgischen Bibelrezeption und der Tagzeitenliturgie.

(kap 09.02.2016 sk)

2 Kommentare zu “Österreich: Tagzeitliturige: „DIE LESEORDNUNG REFORMIEREN“!

  1. Kurzum, Alexander (ich kenne ihn schin seit 20 Jahren!), warum lehnst Du dann das Missale Romanum in der Form von 1904 so scharf ab. Auch in der Leseordnung (im Lectionarium Romanum) gab es einst eine aufeinander abgestimmte Ordnung. Diese geht auf ÄLTESTE TRADITION zurück und ist schon von dn Kirchenvätern kommentiert worden, wie an etlichen Stellen des BREVIARIUM ROMANUM zu erkennen ist. Nein der NOL ist ein Bruch, der durch keine Hermeneutik saniert werden kann, dem jegliches ECCLESIA SUPPLET fehlen würde, gäb es nicht die FSSPX und die FSSPV. Und diese hast Du als sektiererisch und menschenverachtend (Homiletische Übungen 2011 am 05.07. bezeichnet! Auf die mögliche homiletische Übernahme der Perikope „Elias am Berg Horeb“ durch die Bewegung „Summorum Pontificum“, hast Du jedem mit Nichterteilung des Übungsscheins gedroht, der die Homiletischen Übungen als Werbung für die Überlieferte Heilige Messe aller Zeiten benutzen wollte. So ist es leider. Und da wp die „Lex supplicandi“ einfach ignoriert wird, braucht man sich nicht über den Verlust der „Lex credendi“ wundern. An DSPECHT ist dieser Kelch vorübergegangen. ABER: Wer als Philologe und Theologe (beides mit 1er Abschluß) trotzdem wahrheitswidrig die Überlieferte Liturgie als antisemitisch bezeichnet, wer die Überlieferte Feier der Vigilia Sabbati Sancti (ODRO MAIORIS HEBDOMADAE 1932!) als „sinnlose Klamottenwechselei“ bezeichnet und dann Priester ausbilden will, der weiß nicht, was er tut.
    Es tut mir leid, aber hätte dieses einer seiner langjährigen Förderer – Prof. Dr. Andreas Spira – oder gar Frau Prof. Dr. Antoine Wlosok erfahren, sie hätten an seiner Eignung zur Promotion im Fach Klassicher Philologie gezweifelt. Hier habe ich immer zwei Zeugen: Dr. Heinu-Lothar Barth und der vor 10 Jahren leider zu früh gestorbene Kanonikus DDr. Gregorius Hesse

  2. Ich korrigiere zwei Fehler: In Zeile 18 muß es heißen wo (nicht wp) und natürlich heißt unser geschätzter Autor Dr. Heinz-Lothar Barth. Ich möchte mich zugleich dann für diesen Fehler in der Schreibweise des Namens entschuldigen!
    Schließlich sollte jeder Kommentar mit einem Punkt enden.

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