KIRCHE IN NOT: BRÜCKENSCHLAG ZWISCHEN ROM UND MOSKAU (3)

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Ökumene der Märtyrer

1994 hatte Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel die Meditationen für den Kreuz­weg geschrieben, der, wie jedes Jahr, am Karfreitag im römischen Kolosseum vom Papst und Tausenden Gläubigen gebetet wurde. In seiner Ansprache dankte Papst Johannes Paul II. dem Patriarchen und sagte: „Mir kamen all die anderen Kolosseen in den Sinn, die so zahlreich sind, die anderen ‚Hügel der Kreuze‘, die auf der anderen Seite sind, im europäischen Teil Russlands, überall in Sibirien, die vielen Hügel der Kreuze und Kolosseen der modernen Zeit. Heute möchte ich meinem Bruder aus Konstantinopel und allen unseren östlichen Brüdern und Schwestern sagen: Ihr Inniggeliebten, wir sind vereint in diesen Märtyrern aus Rom, in denen vom ‚Hügel der Kreuze`; den Solo­wetzki-Inseln und vielen anderen Vernichtungslagern. Wir sind vereint vor dem Hinter­grund dieser Märtyrer, wir können nicht anders, als eins zu sein.“ In seinem Apostolischen Schreiben zum Jubiläumsjahr 2000, das unter dem Titel „Tertio millennio adveniente“ erschien, vertiefte Papst Johannes Paul II. diesen Gedanken: „Der Öku­menismus der Heiligen, der Märtyrer, ist vielleicht am überzeugendsten. Die communio sanctorum, Gemeinschaft der Heiligen, spricht mit lauterer Stimme als die Urheber von Spaltungen.“ Das Thema war bereits in seiner Ökumene-Enzyklika, die 1995 unter dem Titel „Ut unum sint“ erschienen war, präsent.

Den Gedanken der „Ökumene der Märtyrer“ griff Papst Benedikt XVI. in seiner Rede an das russische Volk auf. Er sagte den Russen, der Horizont ihres Landes, der im ver­gangenen Jahrhundert „vom Schatten des Leidens und der Gewalt verdunkelt“ wurde, sei „durchkreuzt und besiegt [worden] vom glänzenden Licht so vieler orthodoxer, ka­tholischer und andersgläubiger Märtyrer, die in der Unterdrückung durch schreckliche Verfolgungen gestorben sind. Die Liebe zu Christus bis zum Martyrium, die ihnen ge­meinsam ist, erinnert uns an die drängende Notwendigkeit, die Einheit der Christen wiederherzustellen, eine Pflicht, der sich die Katholische Kirche unwiderruflich ver­pflichtet fühlt.“

Nach der Oktoberrevolution von 1917 brennen Ikonen, Kelche werden entweiht, Kreuze von den Kirchtürmen gerissen, Glocken zerschellen auf dem Boden. Der kommunisti­sche Pöbel steht höhnend dabei, während entsetzte Gläubige auf dem nackten Erdbo­den knien, sich bekreuzigen und Gott um Erbarmen anflehen. Dies ist der Anfang einer beispiellosen Christenverfolgung, die über das „heilige Russland“ hereinbrach. Unzäh­lige Kirchen werden gesprengt oder in Kinos, Klubs, Schwimmbäder oder Lagerräume umgewandelt. Es ist kein Geheimnis, dass die Kommunisten mit besonderer Vorliebe die Toiletten dort einbauten, wo zuvor die Ikonostase den Altarraum, der nur den Pries­tern zugänglich ist, verbarg. Auch die Sprungbretter von Schwimmbädern fanden sich dort, wo zuvor die heiligen Gaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi gewandelt wurden. Berühmt sind die Bilder der Christus-Erlöser-Kathedrale, die 1931 gesprengt wurde. Noch heute stockt einem der Atem, wenn man die historischen Film­aufnahmen aus dieser Zeit anschaut. Zunächst sollte an dem Ort, wo sie gestanden hatte, ein „Palast der Sowjets“ entstehen, dieser Plan wurde jedoch nicht in die Tat umgesetzt, und es entstand ein großes Schwimmbad. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnte die Kathedrale wiedererrichtet und 2001 neu eingeweiht werden.

Von den ca. 60 000 Gotteshäusern, in denen vor der Oktoberrevolution in Russland die Göttliche Liturgie gefeiert wurde, waren zwanzig Jahre später nur noch 100 übrig. Allein in den ersten beiden Jahren nach der Oktoberrevolution wurden 15 000 Priester getötet. Mehr als 300 Bischöfe wurden hingerichtet oder starben in Gefangenschaft. Die Klos­terinseln von Solowetzki, wo seit dem 15. Jahrhundert Mönche lebten, wurden zum Konzentrationslager. Die Inseln — eine Hauptinsel, fünf weitere größere Inseln sowie zahlreiche kleine Inseln — liegen nur 150 Kilometer entfernt vom Polarkreis im Weißen Meer. Der Winter dauert hier acht Monate, die Polarnächte scheinen endlos zu sein. Dennoch blühte hier jahrhundertelang das klösterliche Leben, und das Kloster wurde zu einem der wichtigsten geistlichen Zentren Russlands. Die lkonenmalerei und ande­res Handwerk wurde mit großer Kunstfertigkeit gepflegt. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden sieben Kirchen errichtet, und im 17. Jahrhundert lebten hier 300 Mönche. Zu dieser Zeit entstanden auf den Inseln auch zahlreiche Einsiedeleien. 1920 begann mit der Ankunft der Bolschewiki die Zwangsauflösung. Fast alle Kirchen wurden geschlossen, die Ikonen und die umfangreiche Bibliothek beschlagnahmt. 1923 brannte das alte Kloster ab. Ein Lager zur „Umerziehung zu neuen Menschen“ wurde errichtet. Alexander Solschenizyn schreibt in seinem weltbekannten Buch „Archipel Gulag„: „Verstummt waren die Glocken, verloschen die Öllämpchen vor den Heiligen­bildern, die Kerzenständer ohne Kerzen, und keine große Liturgie wurde mehr gesun­gen, kein Abendgottesdienst mehr abgehalten, niemand murmelte mehr den Psalter durch die Tage und Nächte, die Ikonostasen verfielen (in der Verklärungskirche blieb eine übrig), dafür aber kamen im Juni 1923 wackere Tschekisten herbeigeeilt (…). Der Auftrag lautete, ein mustergültig strenges Lager, den Stolz des Arbeiter- und Bauern­paradieses, zu errichten.“ Nahezu die gesamte geistige Elite des vorrevolutionären Russlands saß hier ein. Unter den Häftlingen, die in diesem Lager litten, war auch der Großvater des heutigen russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill, der ebenfalls orthodo­xer Priester war. Er überlebte die Haft, war aber insgesamt in 46 verschiedenen Lagern und Gefängnissen inhaftiert und wurde siebenmal deportiert.

Felix Ackermann schreibt in seinem Beitrag „Von der Klosterinsel zu einer Insel im Gulag“: „Solowki war damals eine heimliche geistige und geistliche Hauptstadt Russ­lands. Selten zuvor waren auf so engem Raum so viele Denker, Künstler und Geistliche versammelt, wie auf den Solowki der 20er Jahre. Und dennoch stand über dem Lager­eingang: ,Mit eiserner Hand die Menschheit ihrem Glück entgegentreiben‘. Die Häft­linge lebten zusammengepfercht in den kargen Mönchszellen, die Urkas, Häftlinge aus dem Verbrechermilieu, trieben bereits ihr Unwesen. Es gab verschiedene Straflager, Karzer, Isolationszellen, Sterbetrakte. So wurde die Kapelle auf dem Axtberg zu einer Todesstätte, in der man die Lagerhäftlinge drangsalierte. Sie schliefen auf dem Stein­boden in mehreren Lagen, am Morgen wachten viele, erfroren oder zertreten, nicht mehr auf. Die Aufseher zwangen die Häftlinge, nackt im Freien zu verweilen, wo sie von den Mückenschwärmen förmlich zerfressen wurden oder im Schnee der eisigen Kälte ausgesetzt waren. Frauen wurden oft zu Freiwild für die Urkas, wurden sie schwanger, kamen sie zuerst auf die Kleine Haseninsel und zum Entbinden in die Einsiedelei am Berg Golgata, wohin auch die Typhuskranken transportiert wurden. Hunderte starben Ende der zwanziger Jahre an der Seuche, ihre Leichen liegen noch heute am Fuße des Berges verscharrt.“ Einer der Tausenden, die hier litten und starben, war der heilige Peter Zverev, der Erzbischof von Voronezh. Er wurde 1926 verhaftet und verbüßte auf der Insel Anser drei Jahre Lagerhaft, bevor er an Typhus starb. Als sein Leichnam be­graben wurde, erschien der Heilige den Umstehenden in einer Lichtsäule und segnete sie. In der Nähe des Ortes, wo er gestorben war — der Einsiedelei am Berg Golgata ­wuchs eine Birke in Form eines Kreuzes.

Der im Dezember 2008 verstorbene Patriarch Aleksij II., der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor der schweren Aufgabe stand, die Russische Orthodoxe Kirche wie­der auferstehen zu lassen, schrieb noch kurz vor seinem Tod, die Zahl der Märtyrer sei nur mit der im alten Rom vergleichbar. Wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Russischen Orthodoxen Kirche 2500 Heilige verehrt, davon 450, die aus Russland stammten, sollte die Zahl ihrer Bekenner und Märtyrer im zwanzigsten Jahrhundert in die Hunderttausende gehen. Die meisten davon werden für immer unbekannt bleiben. Im Januar 2004 wurden jedoch 1420 Märtyrer des 20. Jahrhunderts offiziell heiliggesprochen, darunter auch Patriarch Tichon, der 1925 unter ungeklärten Umständen im Gefängnis starb. Von anderen Märtyrern ist bekannt, wie sie starben. Der Bischof von Perm und Solikams Theophan (Ilmenskyi) wurde 1918 an den Haaren aufgehängt und nackt bei minus 30 Grad immer wieder in den Fluss getaucht, bis er starb und sein Leichnam mit Eis bedeckt war. Auch der heilige Hermogen Dolganev, der Bischof von Tobosk, wurde ertränkt. Er wurde nach Mitternacht auf dem Fluss Tura mit einem Stein um den Hals aus einem Boot gestoßen. Der heilige Konstantin Podgorskyi, der Priester in Kirzhemany war, wurde 1918 gezwungen, einen Pferdekarren durchs Dorf zu ziehen. Er wurde zudem stundenlang geschlagen, sein Schädel wurde gebrochen, seine Finger abgehackt, und schließlich wurde er an der Tür seiner Kirche gekreuzigt. In den 1980er Jahren wurde sein Leichnam unversehrt aufgefunden. Auch sein Evangeliar, seine Klei­dung und seine Schuhe waren wie neu. Der heilige Konstantin Bogoyavlenskyj, der Pfarrer der St.-Michael-Kirche in Merkushino, wurde 1918 von Kommunisten dazu ge­zwungen, sein eigenes Grab zu schaufeln. Als er fertig war, schossen sie ihm in den Kopf. Auch sein Leichnam wurde unversehrt aufgefunden. Bis zum Ende der Sowjet­union sollte eine halbe bis eine Million Menschen — darunter bis zu 320 000 Priester ­für ihre Treue zu Christus mit schwerstem Leid, Gefangenschaft oder sogar mit dem Leben bezahlen.

Trotz des unvorstellbaren Leids sagen manche Priester und Gläubige, dass die Zeiten der Verfolgung „schöner“ waren als das Leben in Freiheit. Denn unter diesen widrigen Umständen war die Einheit bereits Wirklichkeit. Katholische und orthodoxe Christen beteten nicht nur gemeinsam, sondern es war ihnen sogar erlaubt, in dieser Notlage die Sakramente von einem Priester der jeweils anderen Kirche zu empfangen.

Wenn man von der „Ökumene der Märtyrer“ spricht, darf man aber auch nicht verges­sen, dass die Christenheit bis zum Jahr 1054 ungeteilt war. Das heißt, der katholischen und der orthodoxen Kirche ist eine sehr große Zahl an Heiligen gemeinsam, die noch aus der Zeit der ungeteilten Kirche stammen. Selbst der heilige Benedikt von Nursia, den viele als Gründer des Benediktinerordens für „typisch katholisch“ halten, wird in der orthodoxen Kirche verehrt, genauso wie Papst Gregor der Große. Besonders sind es aber die Blutzeugen, die in den römischen Christenverfolgungen ihr Leben hingaben und auf deren Gräbern die ersten Christen die heilige Eucharistie feierten, die die Kir­chen bis heute verbinden. „Deine Märtyrer, Herr, haben durch ihren Kampf die unver­gängliche Siegeskrone von Dir, unserem Gott, empfangen. In Deiner Kraft haben sie die Tyrannen besiegt und die ohnmächtige Gewalt der Dämonen gebrochen. Durch ihre Fürbitten, Christus, Gott, rette unsere Seelen“, heißt es in einem orthodoxen Troparion. Der Tod hat nicht das letzte Wort, das Martyrium ist Zeugnis der Auferstehung. Der Osterruf, der zu allen Zeiten auch über den Hinrichtungsstätten, den Lagern und Mas­sengräbern erschallt, vereint die Christen in Ost und West: „Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!“

 

Pioniere der Einheit oder:
Eine neue Aufgabe

Papst Johannes Paul II. hegte den innigen Wunsch, an die „Ökumene der Märtyrer“ an­zuknüpfen und verstärkt den Dialog mit der Russischen Orthodoxen Kirche zu suchen. Dieser Vorschlag, den er 1991 an Pater Werenfried van Straaten, den Gründer von KIRCHE IN NOT (ehemals „Ostpriesterhilfe“) richtete, fiel bei diesem auf fruchtbaren Boden. Lautete doch einer der Kernsätze Pater Werenfrieds, die das Wesen von KIRCHE IN NOT beschreiben: „Unser Hilfswerk schreibt das Martyrologium dieser Zeit. Nicht in einer Studierstube, sondern als Augenzeuge und deshalb mit größtem Mitleid und tiefster Ergriffenheit.“ Er sah in den Verfolgten „die Elite der Kirche“ und bezeichnete es als „Ehrensache“, mit ihnen solidarisch zu sein. Denn in den Verfolgten und Märty­rern aller Konfessionen sah er das Leiden Christi fortgesetzt, so dass er schrieb: „Der Karfreitag bleibt, und damit die Todesangst, die Verspottung, der Hass, die Undank­barkeit, das menschliche Versagen, das unsagbare Leid, der bittere Kreuzweg, die Kreu­zigung und der schmähliche Tod unseres Herrn Jesu Christi. Jetzt nicht mehr in seinem eigenen gesegneten Leib, sondern in denen, die durch die Gnade an seinem Leben teil­haben und seine Glieder sind.“

Pater Werenfried erinnerte in diesem Zusammenhang unermüdlich daran, dass die Rus­sische Orthodoxe Kirche die Kirche war, die am stärksten unter dem Kommunismus ge­litten hatte. So war es nur konsequent, dem Wunsch Papst Johannes Pauls II. Folge zu leisten und der Russischen Orthodoxen Kirche nach dem Zusammenbruch des kom­munistischen Regimes nicht nur mit schönen Worten, sondern auch mit Taten zur Seite zu stehen.

Nach dem Ende der Sowjetunion war es das Gebot der Stunde, die katholischen Chris­ten daran zu erinnern, dass der „Dialog der Liebe“ zwischen den beiden Kirchen, die das Zweite Vatikanische Konzil als „Schwesterkirchen“ bezeichnet hatte, nicht vor allem auf theologisch-akademischer Ebene stattfindet, sondern dass es auch eine „Ökumene der Solidarität“ gibt, wie es Pater Werenfried nannte. Er betonte: „Nach 1000 Jahren voller Missverständnisse und gegenseitiger Feindschaft müssen wir uns jetzt unserer Einheit bewusst werden und bereit sein, sie wiederherzustellen. Die Einheit des Glau­bens und der Sakramente, die nie verloren ging. Und die Einheit des Gebetes und der Liebe, die wir jetzt realisieren müssen.“ Seine Haltung war klar: „Einer muss anfangen: Wir!“

Ganz neu war dieser Gedanke jedoch nicht. Bereits in den 1920er Jahren hatte Papst Pius XI. der Russischen Orthodoxen Kirche mit erheblichen Geldbeträgen geholfen, um zu verhindern, dass die Kommunisten unter dem Vorwand der herrschenden Hungers­not noch mehr heilige Gefäße und Ikonen konfiszieren würden. Auch KIRCHE IN NOT hatte bereits zur Zeit des Kommunismus einen Teil der Hilfe für die leidenden Christen hinter dem Eisernen Vorhang den orthodoxen Brüdern und Schwestern zugute kommen lassen. So unterstützte das Werk bereits zu Sowjetzeiten die orthodoxe Kirche in Russ­land mit religiösen Büchern. Zwar leistet KIRCHE IN NOT in erster Linie Hilfe für die ka­tholische Seelsorge und unterstützt auch in Russland vor allem die katholische Kirche, damit sie ihre eigenen Gläubigen geistlich betreuen kann. Pater Werenfried verstand jedoch, dass „die unerlässliche Neuevangelisierung Russlands die ureigene Aufgabe unserer orthodoxen Schwesterkirche ist“ und dass die Russische Orthodoxe Kirche nach der beispiellosen Verfolgung zu Sowjetzeiten nun ebenfalls bei null anfangen musste und Hilfe brauchte. Noch kurz vor seinem Tod am 31. Januar 2003 unterstrich er: „Wir streben eine Ökumene der Solidarität an. Es darf keine Konkurrenz, kein Miss­trauen und keinen Fremdenhass geben zwischen zwei Kirchen, die zusammengehö­ren.“ Nie ist es dabei das Ziel gewesen, die Orthodoxe Kirche zu latinisieren oder Mitglieder von ihr abzuwerben, sondern von Anfang an konnte es nur darum gehen, den orthodoxen Mitchristen in selbstloser Liebe zu helfen. Dies entspricht vollständig der Position der katholischen Kirche. So stellte Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika „Deus Caritas Est“ unmissverständlich klar, dass die „praktizierte Nächstenliebe nicht Mittel für das sein [darf], was man heute als Proselytismus bezeichnet. Die Liebe ist umsonst; sie wird nicht getan, um damit andere Ziele zu erreichen.“

Einfach war es jedoch nicht, diese Initiative zu beginnen. Antonia Willemsen, die Nichte von Pater Werenfried, die mehr als 3o Jahre lang die Generalsekretärin des Gesamt­werkes war, erinnert sich: „Es war eine spannende Zeit, aber es war auch schwer. Über­all sonst in der Welt kannten wir uns aus: in Afrika, in Asien, in Lateinamerika … Aber dort in Russland war es ein großes Etwas, das da war, aber das wir nicht kannten. Wir wussten auch noch nicht, mit welchen Leuten wir dort zusammenarbeiten sollten. Über­haupt hatten wir immer nur für die katholische Kirche gearbeitet und hatten im Kontakt mit anderen Konfessionen keine Erfahrung. Es war ein Tasten und Suchen. Übrigens hatte auch der Vatikan selbst zu diesem Zeitpunkt noch kaum Erfahrung mit Russland, denn die Sowjetunion war 70 Jahre lang verschlossen gewesen, und es hatte ja die ganze Zeit über keine katholischen Bischöfe und keinen Nuntius dort gegeben.“

Dass der Einsatz für die Versöhnung bei Wohltätern und Mitarbeitern nicht nur auf Ge­genliebe stoßen würde, liegt in der Natur der Sache. Dies war für Pater Werenfried nichts Neues, war er doch auf diesen Widerstand bereits kurz nach dem Ende des Zwei­ten Weltkriegs gestoßen, als sein Werk „geboren“ wurde. Auf eine Initiative von Papst Pius XII. hin hatte er 1947 damit begonnen, die Menschen in Flandern und in seiner niederländischen Heimat zur Hilfe für die notleidende deutsche Bevölkerung anzuspor­nen. In manchen Kreisen rief dieser Appell Empörung hervor, denn immerhin waren die Deutschen die „Feinde von gestern“ gewesen. Pater Werenfried erinnerte sich später an diese Zeit: „Viele hielten eine Versöhnung für unmöglich, solange die von Hitler ge­schlagenen Wunden noch bluteten. Andere zweifelten an meinem gesunden Menschen­verstand oder verdächtigten mich, faschistisch angehaucht zu sein. Mein Argument, man könne ein ganzes Volk mitten in Europa nicht krepieren lassen, ohne das Fortbe­stehen unseres Kontinentes zu gefährden, schlug eine erste Bresche in die Mauer des Hasses, die Deutschland umgab. Die Wahrheit, dass die christliche Liebe auch die Liebe zum Feind einschließt, überzeugte rasch das noch gläubige Volk. Meine Berichterstat­tung über die deutsche Not tat ein Übriges. Wellen der Liebe spülten den Hass aus un­zähligen Herzen hinweg. Die Menschen waren besser, als viele gedacht hatten!“

Im Alter von fast achtzig Jahren sah er sich erneut von einigen Seiten mit Kritik kon­frontiert, als er „die Hilfe für die orthodoxe Kirche als neue Dimension unseres Werkes sowie als Zeichen selbstloser Liebe und Weg der Versöhnung in unser Programm“ auf­nahm. Davon ließ er sich jedoch nicht beirren und entgegnete. „Mehr denn je glaube ich an meine Berufung, abermals Versöhnung zu predigen, die Kirche im Westen zur tätigen Liebe anzuspornen für unsere orthodoxen Brüder, die am längsten unter dem Kommunismus gelitten haben und der meistgefährdete Teil der Christenheit sind. Liebe und Versöhnung zu fördern, um ihnen die Last zu erleichtern, unter der sie nach 7o Jah­ren Verfolgung zusammenbrechen. Mehr als die Hälfte ihrer Kirchen sind zerstört, ihre heiligen Bücher sind verbrannt, Tausende ihrer Priester und Bischöfe als Märtyrer ge­storben. Andere kollaborierten mit dem KGB, der sie vielleicht noch immer in seiner Macht hält. Vielleicht dachten manche, ihre Kirche hätte nicht die Kraft, so lange in Ka­takomben zu überleben. Vielleicht suchten sie einen Ausgleich mit den Machthabern, um ihre Kirche zu retten. Andere schlossen Kompromisse aus Feigheit oder Selbstsucht. Dies kam auch in der katholischen Kirche vor. Sogar unter den zwölf Aposteln gab es einen Schwächling, der Jesus verleugnete … und einen Verräter. Lasst uns nicht urtei­len, sondern helfen.“

Viele Menschen fühlten sich hingegen gerade von dieser Aktion angesprochen. Es gin­gen zahlreiche Briefe wie dieser ein, den eine Wohltäterin aus Großbritannien geschrie­ben hatte: „Ich hatte Tränen in den Augen, als ich Ihren Junibrief las. Seit langem bekümmert mich die Spaltung zwischen uns und unseren orthodoxen Brüdern und Schwestern, und ich bete immer, dass sie geheilt werden möge. Endlich gibt es jeman­den, der in Liebe, ohne Furcht oder Argwohn im Namen Christi bereit ist, dort zu helfen, wo es am nötigsten ist.“

Nach der Predigt in einem flämischen Dorf sammelte Pater Werenfried 3,5 Millionen belgische Franken. Während eines Mittagessens in Kalifornien, bei dem er den Gästen diese Initiative vorstellte, wurden 37.00o Dollar in seinen Millionenhut gelegt. In Ma­drid erlebte er sogar die erste Pressekonferenz seines Lebens, die mit einer Kollekte endete. Die 47 anwesenden Journalisten waren von seinem Hilfsprojekt für die Ortho­doxe Kirche so begeistert, dass sie mehr geben wollten als nur ihren Applaus.

Sein Engagement für den Dialog zwischen der Römischen Katholischen Kirche und der Russischen Orthodoxen Kirche wurde insbesondere anlässlich des 60-jährigen Beste­hens von KIRCHE IN NOT im Jahr 2007 auch von Walter Kardinal Kasper, dem damaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, gewürdigt. Er sagte, Pater Werenfried habe „früh begriffen, dass der Begegnung mit der Russi­schen Orthodoxen Kirche eine Schlüsselstellung zukommt und dass dabei noch viel praktische Versöhnungsarbeit notwendig ist“. Der Kardinal betonte in diesem Zusam­menhang auch, man dürfe dabei „nicht immer gleich auf Wechselseitigkeit bestehen“, sondern müsse „den ersten Schritt oder die ersten Schritte einfach in der Überzeugung tun, dass Werke der Liebe nie wertlos und fruchtlos bleiben“. So habe der Gründer von KIRCHE IN NOT gezeigt, „dass der ökumenische Dialog nicht nur eine akademisch-theo­logische Sache ist, sondern vor allem praktisch vonstatten geht. Das Wichtigste ist, ei­nander zu zeigen, dass wir wirklich Christen sind, die sich das Gebot der Nächstenliebe zu Eigen gemacht haben.“

Auch Christoph Kardinal Schönborn, der Erzbischof von Wien, war von diesem Enga­gement beeindruckt und sagte anlässlich dieses Jubiläums, Pater Werenfried sei „ein ganz großes Vorbild“ und meinte, er könne „eigentlich nur mit dem heiligen Paulus und mit Don Bosco verglichen werden“. Er selbst war ihm in Wien zweimal begegnet, und besonders stark im Gedächtnis war ihm das geblieben, was Pater Werenfried ihm über die Hilfsaktion für die Russische Orthodoxe Kirche berichtet hatte: „Ich muss sagen, es hat mich tief beeindruckt. Das war der Geist, aus dem heraus er nach dem Krieg in Deutschland geholfen hat, aus einem Land [Niederlande] kommend, das so viel unter der deutschen Herrschaft gelitten hat. Und jetzt seit einigen Jahren dieses Bemühen, der Russischen Orthodoxen Kirche in einer Situation zu helfen, die auch sehr schwierig war. Ich halte diesen Grundgedanken für sehr, sehr kostbar, einen zutiefst christlichen Gedanken, auch einen zutiefst ökumenischen Gedanken.“

Auch in Russland stieß die Initiative auf ein großes Echo und brachte viele Menschen zum Nachdenken. Ein gläubiger Russe schrieb Pater Werenfried: „Diesen Aufruf las ich mit großem Staunen und tiefer Dankbarkeit. Ich dachte immer, der Westen sei mate­rialistisch. Auch die Haltung unserer Kirche gegenüber den Katholiken ist nicht immer freundlich gewesen. Jetzt sehe ich die ganze Situation in einem anderen Licht: Es stellt sich heraus, dass Menschen im Westen wirklich um uns besorgt sind — besorgt genug, um zu geben!“

Die Liebe, die Mühe und das Herzblut, mit denen Pater Werenfried gegen alle Wider­stände dem Auftrag Papst Johannes Pauls II. nachkam, sind nicht vergeblich gewesen. Anlässlich seines 10. Todestages und 100. Geburtstages im Januar 2013 schrieb Metro­polit Hilarion an KIRCHE IN NOT: „Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT war nahezu die erste katholische Organisation, die es verstand, konstruktive, freundschaftliche Beziehungen mit der russischen Kirche aufzubauen. Mit Dankbarkeit erinnern wir uns daran, dass in den schwierigen 1990er Jahren, der Zeit der stürmischen politischen Reformen und der wirtschaftlichen Erschütterungen, als sich das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche nicht allzu einfach gestaltete, der Gründer und die Leitung des Werkes klug und entschlossen die Richtung zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit mit der russischen Kirche einschlugen. Mit besonderer Dankbarkeit erinnern wir uns in diesen Tagen an die Mühe Pater Werenfried van Straatens, und ich bringe die Hoffnung zum Ausdruck auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit des von ihm gegründeten Hilfswerkes mit dem Moskauer Patriarchat, zum Heile unserer Kirchen und zur Stärkung des christlichen Zeugnisses vor den neuen Herausforderun­gen der Gegenwart.“

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Quelle: Buch „Brückenschlag zwischen Rom und Moskau – Zwei Jahrzehnte Versöhnung und Aufbauhilfe für die Russische Orthodoxe Kirche“ von Eva-Maria Kolmann, KIRCHE IN NOT /Ostpriesterhilfe Deutschland e.V., München, 1. Auflage 2014.

20 Kommentare zu “KIRCHE IN NOT: BRÜCKENSCHLAG ZWISCHEN ROM UND MOSKAU (3)

  1. Die Katholische Kirche kennt den Begriff „Ökumene der Märtyrer” nicht! Niemand verwehrt nichtkatholischen Christen materielle Hilfe. Die geistige Hilfe jedoch hat Vorrang und kann nur in der Bekehrung zum Katholizismus bestehen. Wenn es auch Verfolgte Orthodoxen gab und gibt – sie werden ihres Lohnes nicht verlustig gehen vor Gott – doch MÄRTYRER kann es nur dort geben, wo diese um ihres WAHREN GLAUBENS willen den Märtyrertod erlitten haben.
    Und nicht von „Dialog“ spricht unser HERR, sondern: „Gehet hin und predigt allen Geschöpfen..wer glaubt..“ Vorrangig für Christus ist also der Glaube, die Bekehrung. Erst dann kann es diese EINHEIT geben, die Einheit mit der EINEN, Heiligen, Katholischen Kirche.

    @POS schreibt an @Alexius:
    „Gewiss, es herrscht derzeit kein Friede wie Sie ihn beschreiben und erwarten. Ich frage Sie: ist ein solcher überhaupt möglich solange diese Erdenzeit dauert? Gab es jemals einen TOTALEN FRIEDEN, die gesamte Menschheit umfassend? Die Muttergottes hat doch im Zusammenhang mit ihrer Bitte um die Weihe Russlands durch den Papst wohl nur einen irgendwie eingeschränkten Frieden, nämlich einen Russland betreffenden, einen mit Russland zusammenhängenden, verheißen. Und ein solcher Friede herrscht doch derzeit. Russland ist nicht mehr atheistisch-kommunistisch, und es herrscht Friede mit der russisch-orthodoxen Kirche, und die römisch-katholische Kirche ist in friedlicher fortschreitender ökumenischer Vereinigungsbestrebung mit dieser russisch-orthodoxen Kirche!“

    Ungeheuerlich!
    @POS gibt zwar zu, daß wir keinen Frieden haben, entgegen seiner Behauptung, daß die Weihe Rußlands durchgeführt worden ist. Er sieht nicht, daß er damit die Gottesmutter zur Lügnerin macht.

    Nein, weil wir keinen Frieden haben, ist logischerweise auch die Weihe Rußlands an Ihr Unbeflecktes Herz nicht vollzogen worden. Das ist die folgerichtige Quintessenz. Dabei versucht er sich herauszuwinden, indem er unterstellt, ich würde einen ganz spezifischen, selbst erdachten bzw. erdichteten Frieden „erwarten“.

    Ich schrieb an @POS:
    „An @POS zum wiederholten Mal die Frage, wo jetzt in unserer Zeit, die voll ist von Kriegslärm, Waffengetöse, Mord und Totschlag, der von der Muttergottes verheißene Friede sein soll? Die Weihe Rußlands , sagen Sie, ist von Papst Johannes II. richtig vollzogen worden. Dann haben wir also eine Muttergottes die lügt. Beantworten Sie doch endlich die Frage, wo der verheißene Friede ist.“

    @POS weicht also seiner mehrmals vorgebrachten Behauptung aus, daß Johannes Paul II. die Weihe Rußlands vollzogen habe und bestätigt durch sein Schweigen neuerdings diese seine Behauptung. Er nimmt also nichts zurück und zeigt eine Muttergottes auf, die lügt. Denn der verheißene Friede blieb bis heute aus.

    POS weicht auch der Tatsache aus, daß die Muttergottes persönlich davon sprach, daß ihr Unbeflecktes Herz triumphieren wird. Das kündigt sie bei der dritten Erscheinung in Fatima an.
    Sie will die Welt auch bewahren vor den atheistischen Irrlehren und besteht deswegen darauf, daß Rußland dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht werde. Wird diese Weihe nicht durchgeführt, wird Gott die Welt einem furchtbaren Strafgericht ausliefern, weil sie die Irrlehren, die von dort ausgegangen sind, angenommen hat.

    Wir sehen also den Werdegang dieser Fatimabotschaft. Die Welt wird durch ein nie dagewesenes Strafgericht heimgesucht und gleichzeitig von den Verderbern, insbesondere von den Glaubensverrätern, gereinigt. Erst danach ist die Welt vorbereitet und befähigt, den ersehnten Frieden, den Triumph der Katholischen Kirche und den Sieg des Unbefleckten Herzen Mariens in unermesslicher Freude entgegenzunehmen. Die übriggebliebene, mit Gott versöhnte Menschheit, die nunmehr nach den Gesetzen Gottes lebt, wird sich wieder im Schoße der Kirche, die glänzender dasteht als je zuvor, auf die Glorie des Himmels vorbereiten können.

    „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Rußland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“

    Die Weihe Rußlands, der Sieg des Unbefleckten Herzen Mariens und der versprochene Friede laufen Hand in Hand, sie laufen gleichzeitig zusammen.

    Wir sehen also: Die Weihe Rußlands hat zu keiner Zeit stattgefunden. Denn zuerst müssen diese falschen Konzilspäpste verschwinden und ein wahrer „Heiliger Vater“ diese Weihe vollziehen. Und so erlebten wir weder die Bekehrung Rußlands, noch den Triumph des Unbefleckten Herzen Mariens, noch den versprochenen Frieden.

    Wenn der versprochene Friede eintritt, wird es nicht nur keine Kriege geben, Gott wird eine Zeit höchster Glorie und eine Zeit überirdischen jenseitigen Friedens bereithalten – einen Frieden, den die Welt nicht geben kann.
    Die Verräter und alle Häresien sind in den Abgrund verbannt. Das Schisma der Orthodoxen hat aufgehört. Die heiligen Engel werden sich dann als große Helfer der Menschen erweisen und Engel und Mensch werden schon hier auf Erden Gott anbeten in beglückender Seligkeit. Und auch die einstigen Orthodoxen werden die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens annehmen. Das ist also für eine bestimmte Zeit der „totale Friede, die gesamte Menschheit umfassend“!

    @POS dagegen fragt ungläubig die Gottesmutter: „Ist ein solcher [Friede] überhaupt möglich solange diese Erdenzeit dauert?“ Für ihn besteht dieser Friede darin, daß es dann statt 100 Kriege weltweit nur noch 80 gibt! Er mißtraut also Gott und beleidigt Ihn. Er unterstellt der Muttergottes, daß sie doch „nur einen irgendwie eingeschränkten Frieden“ gemeint habe. Also einen von @POS erdachten Frieden, der in sein Konzept paßt. Eine von @POS erfundene „Bekehrung Rußlands“.

    Welch eine Lüge von @POS, zu behaupten, es „herrscht Friede mit der russisch-orthodoxen Kirche, und die römisch-katholische Kirche ist in friedlicher fortschreitender ökumenischer Vereinigungsbestrebung mit dieser russisch-orthodoxen Kirche!“

    Es sind jene Nichtkatholiken die quasseln, die Zeit des Kommunismus sei vorbei. So wie das „Kardinal“ Sodano tat, der sagte, nach Auflösung des Eisernen Vorhangs sind ja jetzt die Bedingungen erfüllt. Doch die Versprechen sind nicht eingetreten. Kenner der Fatimabotschaft weisen darauf hin, daß diese Bekehrung darin besteht, daß sich diese schismatische, jahrhundertelang von der Kirche getrennte Nation der Römisch-Katholischen Kirche zuwenden wird.
    Zuerst also Friede mit Gott – dann Friede der Welt. Zuerst Hinwendung zum wahren Glauben – dann wahre Bekehrung!

    Der heiligmäßig verstorbene Pater Maximilian Kolbe hat im voraus in einer Vision das Unglaubliche gesehen, wie diese Bekehrung zu verstehen ist: „Die Immakulata wird über dem Kreml in Moskau thronen.“ Das ergreift @POS nicht im geringsten.

    Was sagt dazu ein Fatimakenner:
    „Daß Russland sich nicht bekehren kann, solange Rom verbrecherische Abkommen mit den Ostkirchen hält, denen zufolge die unter ihrem Blut – hl. Josaphat – Rom treu gebliebenen Ukrainer jetzt den örtlichen russisch-orthodoxen häretischen und schismatischen Bischof um Erlaubnis bitten müssen, um irgend etwas tun zu dürfen und der Vatikan sagt: ‚So muß es sein!‘, dann ist nicht nur von der Bekehrung Russlands keine Rede, sondern auch von der Bekehrung des Vatikans keine Rede.“

    So haben wir uns den Frieden und den Sieg Mariens vorzustellen:
    „In der ganzen Welt werden die Menschen beeindruckt, erschüttert und beglückt sein und die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens annehmen; und der Triumph ihres Herzens wird sich über die ganze Welt erstrecken und alle Menschen erfassen.“ Das ist die wahre Einheit im wahren Glauben – die Gott vorbereitet.

  2. Alexius 29. Dezember 2015 um 22:37

    Diejenigen, die behaupten, daß der Papst habe Rußland der dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht, sollten auch sagen welcher der letzten Päpste es getan hat. Was der Wojtyla getan hat, ist unerheblich. Außerdem, hat m.W. der JoPa II. nicht Rußland, sondern die ganze Welt geweiht, was nicht im Sinne von Fatima war. Damit wollte er sehr wahrscheinlich die Problematik des Kommunismus als drohende Gefahr, was nicht zu seiner „Ostpolitik“ paßte, ausblenden.

    Übrigens: Der Kommunismus ist (leider!) nicht tot, sondern existiert hinter einer Fassade von Demokratie weiter.

  3. @ Tomás:

    Rußland wurde am 7. Juli 1952 durch Papst Pius XII. dem unbefleckten Herzen Mariens geweiht.

    Der Kommunismus ist leider wirklich nicht tot, aber er ist außerhalb Rußlands eine größere Gefahr als innerhalb Rußlands. In China herrscht immer noch die Kommunistische Partei, in Vietnam und Nordkorea auch.

    „Fassade von Demokratie“ stimmt leider auch – in der „westlichen Wertegemeinschaft“.

  4. Am 15. Juli 1946 bezeugt Schwester Lucia erneut, daß nicht die Weihe der Welt, sondern Rußlands gefordert sei. Lucia: „Unsere Liebe Frau will, daß der Heilige Vater zusammen mit allen Bischöfen der Welt durch eine besondere Feier Rußland ihrem Unbefleckten Herzen weiht. Wenn diese Feier geschieht, wird die Heilige Jungfrau Rußland bekehren UND DER FRIEDE WIRD HERRSCHEN. Wenn nicht, werden die Irrtümer Rußlands überall verbreitet.“

    Die Weihe wurde bis heute nicht vollzogen. Deswegen herrscht kein Friede. Wir haben also deswegen keinen Frieden und werden keinen bekommen, weil die Weihe nicht nach den Forderungen des Himmels vollzogen wird.
    Die Feinde Mariens jedoch posaunen, mit Dialogosieren werden sie den Frieden herbeiführen können. Doch GOTT spottet ihrer. Es wird kein Friede unter den Völkern erreicht, solange nicht das geschieht, was Gott will, nämlich die Weihe dieser Nation.

    Unser HERR gab Schwester Lucia auch die Erklärung, warum sich Rußland ohne diese Weihe nicht bekehren könne: „Weil ich will, daß meine ganze Kirche diese Weihe als einen Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens anerkenne, damit so ihre Verehrung verbreitet werde und damit neben der Andacht zu meinem Göttlichen Herzen die Andacht zum Unbefleckten Herzen ihren Platz finde.“

  5. Alexius 30. Dezember 2015 um 14:57

    Mit dem Dialog mit den Kommunisten rettet man nicht den Frieden, sondern führt die Herrschaft dieser antichristlichen Ideologie, die von Pius XI. als in sich verdorben verurteilt wurde, herbei.

    Es sei denn, die Modernisten haben die Definition von Frieden der Kommunisten übernommen, wonach nur im Kommunismus kann es wahrer Frieden geben, weil es in diesem System keine Klassen und damit keinen Klassenkampf gibt, der die Ursache des Krieges sind.

  6. @Alexius

    Sie haben schon recht: die Weihe ist nie wort-wörtlich so (genau der Formulierung entsprechend) erfolgt, wie die Heiligste Jungfrau Maria sie verlangt hat(te). Aber sie ist von ALLEN PÄPSTEN seit Pius XII. wiederholt einschlussweise dem Sinn nach erfolgt. Und schließlich hat Lucia persönlich BEZEUGT, dass die erbetene Weihe nun von der Muttergottes angenommen sei.

  7. @ Alexius:

    Nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis, daß die Weihe Rußlands durch Papst Pius XII. sechs Jahre nach der von Ihnen zitierten Aussage Schwester Lucias erfolgte. Rußland ist also geweiht, hat sich auch vom Kommunismus bekehrt, und in Europa gab es auch etliche Jahre des Friedens. Maria versprach ja keinen ewigen Frieden, und auch keinen Frieden weltweit.

    *

    @ POSchenker:

    Haben Sie einen Link zum Zeugnis Schwester Lucias, daß die erbetene Weihe Rußlands von Maria angenommen sei? Wenn nicht – wann und wo bezeugte Schwester Lucia das? Gibt es Literatur dazu?

  8. Seefeldt 30. Dezember 2015 um 17:25

    Wann und wo hat Pius XII. Rußland dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht?

  9. @Seefeldt

    Siehe meinen Artikel „Ist die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens wie erbeten erfolgt?“ und beachten Sie dann diese folgenden Sätze:

    Nach seiner Rückkehr von Rom wagte Pater Luis Kondor am 11.Mai 1984 Sr. Lucia im Karmel von Coimbra zu fra­gen: „Ist die Weihe wirklich vollzogen worden, wie dies Unsere Liebe Frau erbeten hatte?” Sie antwortete:

    „Ja, diese Weihe wurde vom Himmel ange­nommen”. „Und wel­ches Zeichen werden wir dafür, Schwester, erhalten?” – „Schauen sie in den Osten von dort wird die Antwort kommen”.

    Und sie kam tatsächlich. Schwester Lucia bestätigte auch die Nachricht über die Bekehrung Russlands, die sie aus einer glaubwürdigen Quel­le erhalten hatte: Russland hat offiziell den Weg des gottlosen Kommunismus aufgegeben und ist zur Religionsfreiheit zurückgekehrt.

  10. @Tomás

    31-10-1942 – Pio XII, falando em português pela rádio, consagra o Mundo ao Imaculado Coração de Maria, com menção velada da Rússia, segundo o pedido de Nossa Senhora.

    Zitat aus dieser Chronik des Fatima-Heiligtums!

  11. @ POSchenker:

    Könnten Sie nicht doch den Link „Wie kann man …“ wieder auf Ihrer Seite einbauen?

  12. @Seefeldt

    Leider nicht. Die Seite hatte ich vorübergehend in den „Papierkorb“ verschoben, musste dann aber feststellen, dass eine Wiedereinsetzung nicht möglich ist. Gelegentlich werde ich eine neue ähnliche, sogar verbesserte erstellen.

  13. @ Danke erst einmal für die Rückmeldung. Eine noch verbesserte Seite – das wäre natürlich erste Sahne. Aktuell wüßte ich gerne, wie man im Internet suchen kann, auf speziellen Seiten, vielleicht auch nach Nutzern. Sie hatten das auf besagter Seite. Könnten Sie das hier kurz schildern (natürlich nur, wenn es keine großen Umstände macht)?

  14. Das ist ein interessantes Interview (in Englisch) mit dem Chefexorzisten, Gabrielle Amorth:
    http://www.suscipedomine.com/forum/index.php?topic=13310.0

    Vielleicht wird sich die Gespaltenheit in dieser Angelegenheit in den nächsten Jahren klärend auflösen. Möglicherweise ist die Weihe Russlands der Muttergottes eben nur etwa zur Hälfte gelungen. Aber siehe selbst dazu:

    In Fatima hiess es im Jahr 1917: „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Rußland sich bekehren, und es wird Friede sein.“ Die Kehrseite: „Wenn nicht, dann wird seine Irrlehre sich verbreiten. Sie wird Kriege und Verfolgungen heraufbeschwören …“

    Auf der einen Seite ist der Kommunismus in Russland faktisch verschwunden, wie es beispielsweise in Garabandal richtig vorausgesagt wurde („wenn der Kommunismus wieder kommt“ bedeutet logischerweise auch, dass er vorher verschwinden wird). Doch das heutige russische Polit-und Wirtschaftssystem unter Putin spottet in der Tat jeder Vorstellung von Befreiung von Irrtümer und Wohl für die Menschheit. Die russ.-orthodoxe Kirche ist nach wie vor gegen die röm.-kath. Kirche in ihrem Hoheitsgebiet eingestellt. Politische Gegner sterben reihenweise in Russland und die vorgetäuschte Intervention in der Ukraine ist eine gefährliche Vorwarnung.

    Anderseits wird gemäss den Prophezeiungen in den Jahren ab 1962 von Garabandal „wenn der Kommunismus wieder kommen“ bereits auf einen wieder ungünstigen politischen Wandel hingewiesen, der nicht zwingend von Putin ausgeführt werden muss (ggfs. Nachfolger!). Das bedeutet für mich, dass die Gottesmutter wusste, dass die Weihe nach Fatima nur bedingt und möglicherweise nicht 100% wirksam vollzogen werden wird und damit die mögliche Gnadenfülle nicht voll ausgeschöpft werden kann. Die Folgen daraus wird wohl der in Garabandal ebenfalls angekündigte Überfall Russlands in einem grossen Teil (nicht vollständig!) der freien westlichen Welt sein. Das hat eine klare Parallele zu: „(…) Sie (Russland) wird Kriege und Verfolgungen heraufbeschwören…“ (Fatima).

    Auch die folgenden Ausschnitte aus der Garabandal-Botschaft vom 18. Juni 1965 sind eindrucksvoll und heutige Realität:

    Zuvor hat sich der Kelch gefüllt, jetzt läuft er über ( bibl. = Kelch des Zornes Gottes). Viele Kardinäle, Bischöfe und Priester gehen den Weg des Verderbens und ziehen viele Seelen mit sich. Man mißt der hl. Eucharistie immer weniger Bedeutung zu.

    Wir sind in den nach 3 resp. 4 Päpsten angekündigten Ära „Ende der Zeiten“ (Garabandal) angelangt. Das bedeutet nicht, dass keine Päpste mehr folgen werden, wie oft fälschlicherweise behauptet wird. Die Ereignisse laufen bereits ab und weitere werden unmissverständlich folgen. Irgendwie hat die Menschheit die Chance von Umkehr und Busse verpasst und muss die Folgen nun tragen.

    Möglicherweise wusste die Gottesmutter, dass die Weihe zügig noch vor dem II vatikanischen Konzil 1962 vollzogen werden müsste, weil dannzumal eine weltweite Einigung der Bischöfe zur gemeinsamen Weihe mit dem Papst noch eher möglich gewesen wäre. Doch die Gottesmutter wäre nicht unsere kluge Beschützerin und Fürsprecherin bei Gott, wenn sie nicht Plan B hätte und so wird „wenn es am Schlimmsten ist und die Welt es am nötigsten hat“ (Garabandal) die rettende und für alle heilsame Warnung (Aviso, Garabanal) unausweichlich sein. Wahrscheinlich werden die wieder bekehrten Bischöfe nach der Warnung/Grosse Wunder (Garabandal) endlich die Weihe Russlands gemeinsam mit dem Papst vornehmen als gleichzeitige Anerkennung von Fatima und Garabandal, allerdings („wenn es zu spät ist…“ [Garabandal]).

    Garabandal und Fatima sind eng miteinander verbunden. 2016 kann ein diesbezüglich beachtliches Jahr werden …oder auch später.

  15. @ Stefan1, 1. Januar 2016 um 12:36 Uhr
    „Wahrscheinlich werden die wieder bekehrten Bischöfe nach der Warnung/Grosse Wunder (Garabandal) endlich die Weihe Russlands gemeinsam mit dem Papst vornehmen als gleichzeitige Anerkennung von Fatima und Garabandal, allerdings (“wenn es zu spät ist…” [Garabandal]).“

    1. um welche Bischöfe handelt es sich?
    2. von was müssen sich diese bekehren?
    3. um welche Verfehlungen geht es bei jenen Bischöfen?
    4. stehen diese Bischöfe auch außerhalb der Kirche?
    5. sind diese Bischöfe die Bösen und der Papst der Gute?

  16. @Josua 1. Januar 2016 um 13:49

    Zitat
    1. um welche Bischöfe handelt es sich?
    2. von was müssen sich diese bekehren?
    3. um welche Verfehlungen geht es bei jenen Bischöfen?
    4. stehen diese Bischöfe auch außerhalb der Kirche?
    5. sind diese Bischöfe die Bösen und der Papst der Gute?

    Das sind sehr schwere, aber gute Fragen. Ich versuche es mal so (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit):

    1. Grundsätzlich alle, doch die modernistischen Bischöfe weit mehr
    2. Wenn sie sich im Glauben fehlverhalten haben, zur Kirche, zu der Gemeinschaft der Bischöfe, gegenüber Gläubigen und Ungläubigen usw.
    3. Bestimmt um den Modernismus, aber auch persönliche Verfehlungen im Glauben und gegenüber anderen Menschen (z.B. falscher Glauben vermittelt, Pädophilie usw.)
    4. Schwer zu sagen, es ist aber nicht auszuschliessen, wahrscheinlich sehr individuell und mehr oder weniger alle Bischöfe
    5. Es wird auch gute Bischöfe geben, die weniger betroffen sind. Über den Papst ist gar nichts bekannt, weder positiv noch negativ. Ausser das er das Wunder sehen wird, egal wo er sich befindet und er Garabandal nach diesem Wunder anerkennen wird.

    Was meinen andere dazu? Oder Sie selbst?

  17. Als fortsetzende Anmerkung zu Meiner Hypothese vom 1. Januar 2016 um 12:36:

    Ein wichtiger Aussage in der Botschaft vom 18. Oktober 1961 zu Garabandal war „Man mißt der hl. Eucharistie immer weniger Bedeutung zu.“

    Das ist bedenklich und leider heute Tatsache geworden. In den Messen der röm.-katholischen Kirche fehlt es an Frömmigkeit und Ausdruck des echten Erkennens und Wahrnehmens der heiligen Messe.

    Diese wahren Märtyrer der russisch-orthodoxen Kirche stehen denjenigen der röm.-katholischen Kirche in nichts nach. Die russisch-orthodoxe Kirche stellt sich derzeit noch gegen einen Besuch des Papstes Franziskus im eigenen Land. Obwohl Papst Franziskus diesen Wunsch mehrmals geäussert hat.

    Zu Garabandal wurde gesagt, dass vor der WARNUNG ein Papstbesuch in Moskau erfolgen soll, doch diese Aussage ist nicht gesichert.

    In gewisser Weise wäre ein Papstbesuch in Moskau in der richtigen Intention ein versöhnliches Zeichen zwischen der russisch-orthodoxen und der röm.-katholischen Kirche. Wenn die Zeiten kommen, wenn die Messe nicht mehr frei gefeiert werden kann und Russland die freie westliche Welt (teilweise) überfällt, dann sind Verhältnisse nahe, wie sie im obigen Artikel (gegenseitige Sakramenten Anerkennung in der Not, Verfolgung, Folter usw.) erwähnt werden. Umso tröstlicher wäre dieses vorherige Zeichen der Verbundenheit und unauslöschlich in den Gedächtnissen der kommenden Märtyrer beider Seiten.

    Ob die orthodoxe Messgestaltung auch die schwindende Bedeutung der hl. Messe bei den Katholiken befruchten kann, ist fraglich, jedoch nicht unmöglich. Es wird aufgrund der kommenden Ereignisse bestimmt eine Annäherung geben, wenn nicht gar zu einen Zusammenschluss kommen. Das wiederum rechtfertigt die bereits verstorbenen Märtyrer um so mehr.

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