USA: Traditionalisten fordern Papst zum Rücktritt auf

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Papst Franziskus bei der Ankunft in New York während seiner USA-Reise. Nicht alle Katholiken des Landes unterstützen sein Pontifikat.

Dringender Appell an Papst Franziskus: Traditionalistische Katholiken aus den USA haben das Kirchenoberhaupt dazu aufgefordert, seinen Kurs zu ändern oder zurückzutreten. Die Zeitschrift „The Remnant“ veröffentlichte zum 8. Dezember auf ihrer Webseite einen offenen Brief an den Papst. Eine „wachsende Zahl von Katholiken, darunter Kardinäle und Bischöfe“, begänne einzusehen, dass das Pontifikat „der Katholischen Kirche schweren Schaden zufügt“, heißt es darin unumwunden. „Sie, Heiligkeit, sind nicht im Besitz der Fähigkeit oder des Willens, das zu tun, was die Pflicht jedes Papstes ist“, so der von 13 besorgten Gläubigen namentlich unterzeichnete Brief. „The Remnant“ steht der Piusbruderschaft nahe.

„Mehr als einmal“ habe Papst Franziskus „eine offene und alarmierende Feindseligkeit bezüglich der Lehren, der Disziplin und der traditionellen Gebräuche der Katholischen Kirche“ sowie ihrer Verteidiger an den Tag gelegt und sich stattdessen um „soziale und politische Fragen“ gesorgt, die „die Kompetenzen des Römischen Pontifex übersteigen“.

Begleitet wird der offene Brief von einer Broschüre in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Rumänisch, die Papst Franziskus eine lange Liste von Verfehlungen zur Last legt. Statt der Lehre der Kirche verbreite der amtierende Papst „die eigenen Ideen“, die nach Ansicht der Verfasser der Broschüre bis hin zur „manifesten Irrlehre“ reichen, heißt es in Punkt eins mit besonderem Verweis auf das päpstliche Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ von 2013. Überdies mache Franziskus apostolische und kirchliche Traditionen lächerlich. Drittens sei die vom amtierenden Papst einberufene Familien-Bischofssynode „ein klarer Versuch, die unfehlbare Lehre der Kirche über Ehe, Fortpflanzung und Sexualität zu verwässern und anzupassen“. Viertens werfen die Schreiber Papst Franziskus vor, nicht genug über Themen wie Abtreibung oder Verhütung und zu viel über Klimawandel zu sprechen, „während die islamistischen Fanatiker die Christen im Nahen Osten, Afrika und im Herzen von Europa selbst abschlachten“. Die Punkte fünf und sechs betreffen die Ökumene, danach geben die Verfasser die Nummerierung auf und gehen in einer langen Anklageschrift chronologisch vor.

„The Remnant“ ist eine 1968 gegründete, zweimal monatlich erscheinende US-amerikanische Zeitschrift, die der schismatisch orientierten Priesterbruderschaft St. Pius XI. nahesteht. Franziskus‘ Vorgänger Papst Benedikt XVI. hatte versucht, auf die kurz „Piusbruderschaft“ genannte Vereinigung von Erzbischof Marcel Lefebvre zuzugehen. „The Remnant“ berichtete positiv über das Pontifikat von Papst Benedikt .

(rv 14.12.2015 gs)

10 Kommentare zu “USA: Traditionalisten fordern Papst zum Rücktritt auf

  1. “ „The Remnant“ steht der Piusbruderschaft nahe. “

    POS, hier sehen Sie warum es doch KEINE VERRÜCKTHEIT ist, noch nach 50 Jahren, dass die FSSPX weiter ihre BERECHTIGUNG hat. Also muss doch was dran sein …

    Es lebe die FSSPX!! DEO GRATIAS!

  2. @Pierre

    Beachten Sie, dass ich die „Verrücktheit“ ausdrücklich auf die 6 abgeschlossenen Pontifikate bezog. Das Pontifikat von Franziskus ist das 7. (siebente)! Das wird sicher nicht mehr lange dauern (wie z.B. bei Johannes Paul II.). An seinem Ende können wir es dann besser werten.

    PS: Ich habe den offenen Brief in THE REMNANT eben gelesen. Er ist wirklich SEHR IMPOSANT. Ich bin gespannt vor allem auf die vatikanischen Reaktionen darauf! Aber Aufzählungen in solcher VERDICHTUNG bergen eine große Gefahr der Überzeichnung und Übergewichtung der einzelnen Anklagepunkte.

  3. @POSchenker 14. Dezember 2015 um 20:27

    OK und na gut, wir werden sehen.
    Zumindest macht jemand [„The Remnant“] Nägel mit Köpfen und traut sich entgegnzustellen. Und wenn die FSSPX dazu Ihre Hilfe anbieten kann dann tut sie das sicher gerne.

  4. Dieser Aufforderung ist absurd, weil 1. Bergoglio kann nicht als Papst zurücktreten, weil er nie Papst war und 2. so eine Aufforderung niemand interessiert.

  5. Da gewisse Traditionalisten festgestellt haben, daß Bergoglio eine Katastrophe ist, aber nicht wahr haben wollen, daß diese Katastrophe kein Papst sein kann, versuchen sie das Problem zu lösen, indem sie Bergoglio auffordern, von seinem Amt, das er nie hatte, zurückzutreten mit der Begründung, es sei mit der Ausübung des Papstamtes „leicht“ überfordert.

    Wirklich ein sehr schlauer Schachzug von diesen „Traditionalisten“!

  6. Zum erstenmal organisiert sich Widerstand gegen ein Pontifikat, das im kontinuierlichen Stande der necessitas iuris befand. Niemand konnte wirklich sagen, „Er ist Papst!“. Soweit wie ich gehört habe, bewegt sich die Zahl der Unterzeichner mittlerweile auf über 150000! Es sind zuviele Dinge passiert, die nicht zu fassen sind. Übrigens – zu den Unterzeichnern gehört auch eine erkleckliche Zahl an Politikern aus Frankreich, die den Republicains und dem FN nahestehen. Es ist Zeit, daß der Usurpator abtritt. Ein Putsch kann keine Legitimität erzeugen, selbst wenn er durch Wahlen bestätigt wird. Die Venezolaner können ein Lied davon singen.
    Schon eine längere Zeit hat sich in der FSSPX die Stimmung gegen eine Einigung mit dem „besetzten Vatikan“ gedreht. Die Zitate von P. Nikolaus Pfluger vom Anfang des Jahres („bis zum Sommer, so denke ich, werden wir eine Einigung mit dem Vatikan unterfertigen können, die uns einen kanonischen Status garantiert.“) sind verstummt, allenthalben werden die Bilder Bergoglios aus den Sakristeien der FSSPX entfernt. S. E. Bernard Tissier de Mallerais spricht von einem „pontifiex antichristianus!“ Erneut werden die Kritikpunkte am II. Vaticanum in aller Breite vorgelegt und den Gläubigen schriftlich anhand gegeben. Bergoglio/Franziskus wird als „Vollstrecker des Konzils“ bezeichnet, der erst am Anfang steht. Niemand, auch wirklich niemand der FSSPX nimmt am Heiligen Jahr teil. Es wird auch keine Romwallfahrt geben wie einst 2000, immer mehr stellen sich die Frage nach der Gültigkeit des „Rücktrittes“ Papst Benedikt XVI.
    Übrigens: Ein Usurpator kann sehr wohl durch die „vox populi“ zum Rückzug bewegt werden, siehe General Vidal. Ein Schritt wäre etwa, die Gläubigen von Reisen nach Rom und der Teilnahme an nachkonziliaren Messen abzuraten, den Ortsbischof im Kanon durch einen Bischof der FSSPX zu ersetzen (kommt zuweilen vor!) und die „Ecclesia Dei“- Institue von der unmittelbaren Lebensgefahr (auch physisch!) zu überzeugen.

    O SAPIENTIA

    Per MARIAM AD CHRISTUM!

    VIVA CHRISTO EL REY!

  7. Trtz allem, das ist die Saat, die S. E. Richard Williamson gesät hat. Und noch etwas: Es mehren sich die Anzeichen, daß das „interview“ vom November 2008 eine Fälschung darstellt. Ich habe gehört, daß Williamson von einer „forgery“ spricht, es eine Shoah-Leugnung also nie gab, die „Beweise“ gefälscht worden sind durch digitale Manipulation. Juristisch konnte er nach der STPO keinen Gegenbeweis vorlegen, da das Original und die „top copy“ der Sendung vernichtet worden sind. Weiteres später, aber natürlich hat das auch mit dem „Rücktritt“ von PP. Benedikt XVI zu tun, wie jeder weiß und der nachfolgenden Geschichte

  8. Christoph Rhein 17. Dezember 2015 um 19:40

    Daraus sollte man schließen, daß man den „politisch korrekten“, also allen Medien niemals ein Interview geben sollte.

    Die Medien sind eben nicht daran interessiert objektiv zu berichten, sondern nur ein schlechtes Bild von allem was „rechts“ ist, d.h. patriotisch, christlich und konservativ, zu geben.

  9. Nichts hat sich geändert! Solange die Bruderschaft die Konzilssekte als Katholische Kirche erklärt, solange sie vom „Heiligen Vater“, von „Papst Franziskus“ spricht, läuft der neue Kurs weiter wie bisher.

    @Christoph Rhein schreibt (17.12., 19:32):
    „Schon eine längere Zeit hat sich in der FSSPX die Stimmung gegen eine Einigung mit dem “besetzten Vatikan” gedreht. Die Zitate von P. Nikolaus Pfluger vom Anfang des Jahres (“bis zum Sommer, so denke ich, werden wir eine Einigung mit dem Vatikan unterfertigen können, die uns einen kanonischen Status garantiert.”) sind verstummt, allenthalben werden die Bilder Bergoglios aus den Sakristeien der FSSPX entfernt…“

    Bitte konkrete Beweise. Im November äußerten Sie sich dahingehend, daß „ZUWEILEN kein Papstbild mehr“ in den Sakristeien hänge. Jetzt sprechen Sie von „allenthalben“. Geben Sie hier genauere Auskunft bitte.

    „Erneut werden die Kritikpunkte am II. Vaticanum in aller Breite vorgelegt und den Gläubigen schriftlich anhand gegeben.“

    Wann und wo bitteschön wird V2 kritisiert? Können Sie das Schriftstück benennen, das die Gläubigen in die Hand bekommen sollen?

    „Niemand, auch wirklich niemand der FSSPX nimmt am Heiligen Jahr teil.“

    Oha! „Teilgenommen“ wird ja bereits dadurch, daß man „die Geste des Papstes“ der „gültigen und erlaubten Beichte“ begrüßend entgegengenommen hat. Das bedeutet, daß man sich von diesem „Papst“ bestätigen läßt, daß sämtliche Beichten bei der Piusbruderschaft vorher, heißt also seit Jahrzehnten nicht erlaubt, nicht gültig und de jure nicht statthaft waren. Ähnlich der zurückgenommenen „Exkommunikation“, bei der die Piusbruderschaft doch damit bekräftigt, daß diese Exkommunikationen damals tatsächlich von der Katholischen Kirche über Lefebvre und die vier Bischöfe ausgesprochen wurde. So mußten es doch die Gläubigen verstehen?

    Auf pius.info finden Sie groß und farbig den Artikel „Heiliges Jahr – Selig die Barmherzigen …“ von Pater Matthias Gaudron. Er beginnt „Das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“ soll für uns der Anlass sein, über die leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit nachzudenken..“
    Es gibt also weiterhin einen rechtmäßigen „Papst Franziskus“, der befugt ist, ein Heiliges Jahr auszurufen. Keine Teilnahme? Erklären Sie das mal!
    Ein anderer Beitrag stammt von Pater Schmidberger „Wie nutzt die FSSPX die Geste des Papstes?“

    „Es wird auch keine Romwallfahrt geben wie einst 2000..“

    Groß und breit wurde noch am 13. Februar dieses Jahres die Romwallfahrt der Dominikanerinnen von Fanjeaux aufgezogen.
    Oder: „Am 20. November 2015 wurden der deutsche Episkopat vom Heiligen Vater in Audienz empfangen.“ Was hat das die Piusbruderschaft bis zum Jahre 2000 interessiert? Die Piusse suchen sich nach wie vor die positiven und bejahenden Szenen heraus wie z.B. „Robert Kardinal Sarah verteidigt Lehre der Kirche“. Sie bekräftigen nach wie vor ihren neuen Kurs, daß dieser Bergoglio der Hirte der universalen Kirche sei. Sie bringen irgend einen Vortrag von Lefebvre vom 10.1.1983 (der aber im Sammelband „Damit die Kirche fortbestehe“ nicht zu finden ist) „Der jeweilige Papst ist der Hirte der universalen Kirche“ und dieser ist für die Seminaristen bestimmt. Diese Seminaristen jedoch wissen nicht, daß es Schriftstücke gibt, in denen seit dem neuen Kurs das, was Lefebvre zugunsten des Widerstandes sagte, entfernt wurde. So wird auch hier verdreht, manipuliert und verstellt. Die himmelschreienden Verstöße von Bergoglio übergehen sie wie gehabt.

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