Papst: Zeugen müssen auf beiden Beinen stehen

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Papst Franziskus in der Kathedrale von Kampala

Bei einer Begegnung mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale von Kampala hat Papst Franziskus zur Erinnerung an die Geschichte der Märtyrer des Landes aufgerufen. Bereits am frühen Samstagmorgen hatte Franziskus in Namugongo die Gedänkstätte für anglikanische und katholische Märtyrer des Landes besucht. Beim anschließenden Treffen mit Jugendlichen in Kampala erinnerte er sie daran, dass durch das Blut der Katholiken Ugandas das Blut der Märtyrer fließe. Auch vor den Priestern und Ordensleuten wiederholte er diesen Satz.

Nicht Vergessen

Drei Dinge gelte es für die ugandische Kirche zu beachten: Sie dürfe ihre Geschichte nicht vergessen, müsse ihrer Mission treu bleiben und beten. In Anlehnung an das Buch Deuteronomium betonte der Papst: „Vergesst nicht, was Gott für sein Volk getan hat.“ Vergessen sei noch gar nicht das Gefährlichste, sondern die Gewohnheit. Die Kirche Ugandas dürfe sich niemals an ihre Märtyrer gewöhnen, vergessen, was sie für Uganda bedeuteten. „Uganda muss weiterhin Zeuge sein dafür.“

Treue

Um Zeugen zu sein, brauche es Treue. Treue zum Gedenken, zur eigenen Berufung, zum missionarischen Eifer. Treue bedeute, den Weg der Heiligkeit zu gehen und das zu tun, was die Märtyrer bereits getan haben: verkünden und missionieren. Der Papst verwies auf unterschiedlich hohe Zahlen von Priestern in den einzelnen Diözesen des Landes. Treue bedeute hier auch, dort die Priester und Ordensleute hin zu schicken, wo die Not am größten sei.

Uganda habe das Blut der Märtyrer und Zeugen gesehen. Heute sei es notwendig, damit voranzugehen, sodass es neue Zeugen Jesu Christi gebe. „Wenn Sie das nicht tun, dann verlieren Sie den großen Reichtum und Schatz, und die Perle Afrikas wird in einem Museum abgelegt. Denn der böse Geist greife genau auf diese Art und Weise an. Stück für Stück“, so der Papst.

Gebet

Treue sei nur möglich mit Gebet. Wenn ein Ordenschrist oder Priester nicht mehr oder wenig bete, weil er zu viel zu tun habe, dann stehe er in der Gefahr, sein Gedächtnis und die Treue zu verlieren. Gebet bedeute auch, sich vor Gott zu verneigen, regelmäßig zum Beichtvater zu gehen. „Man kann nur auf beiden Beinen gehen. Wir können keine Doppelleben leben als Priester und Ordensleute. Wenn Sie ein Sünder sind, bitten Sie um Vergebung. Aber verstecken Sie nicht, was nicht Gottes Willen ist.“

Das Gebet beginnt immer dort, wo man einsehe, ein Sünder zu sein. Mit diesen drei genannten Säulen – Gedächtnis, Treue und Gebet – werde die Perle Afrikas der wahre missionarische Geist der Perle bleiben und nicht nur ein Wort in einem Wörterbuch, so Franziskus. Anschließend beteten die Anwesenden mit dem Heiligen Vater ein Ave Maria.

(rv 28.11.2015 cz)

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