Ist die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens wie erbeten erfolgt?

Graces and mercy

Das zweite Kommen [der Gottesmutter], um die Weihe Russlands zu erbeten, geschah am 13. Juni 1929 in der Kapelle der Dorothea-Schwestern in der spanischen Ortschaft Tuy.

 

Dieses Element der eschato­logischen Botschaft von Fati­ma zeigte sich damals schon im „theologischen“ Panorama der Welt unserer Zeit. Das heisst: Welches Verhalten der Welt und der Kirche ge­genüber den grossen ge­schichtlichen Wirklichkeiten im negativen Sinn wird sich entwickeln, wenn wir diese mit der Kraft Gottes besie­gen wollen?

Wenn wir die Botschaft von Fatima vertiefen, werden wir die Antwort auf diese Frage finden. Es besteht kein Zweifel, die Historiker und Soziologen bezeichnen den russischen Kommunis­mus als zentrales Phäno­men unserer jetzigen Zeit­geschichte. Das war das Grundphänomen und der Mo­tor, welche die Sorge aller Na­tionen der Erde bewegte. Und wenn der Kommunismus sich der Welt aufdrängte, dann hat­te die Welt und auch die Kirche den härtesten Zusammenstoss seiner ganzen Geschichte zu erleiden. Es ist notwendig, dies in seinem radikalsten Sinn zu verstehen: Es han­delt sich um etwas, das in keiner vorausgehenden Re­volution jemals geschehen ist.

Es ging nicht mehr darum eine soziologische, philosophische oder irgend eine kulturelle Vi­sion, für die in den vergange­nen Jahrhunderten andere Re­volutionen kämpften. Es ging um eine totale Revolution. Für diese ging es grundsätzlich darum, den Menschen seinem natürlichen Grund zu entreis­sen, und dieser Grund ist Gott. Darum war der Kommunis­mus mehr als eine soziolo­gische Revolution, …

Darum ist es ausserordentlich interessant, dass Fatima uns eine Heilsbotschaft bringt, die direkt auf dieses zentrale Phä­nomen sich bezieht, die wich­tigste Tatsache des 20. Jahr­hunderts. Die zeitliche Nähe der bolschewistischen Revolu­tion und der Erscheinungen von Fatima ist nicht nur bloss „chronologische“ Gleichzeitig­keit. Ja, es ist vor allem ganz klar ein Eingriff des Himmels, uns eine Botschaft vorzulegen als entsprechen­des Gegengift gegenüber dem fürchterlichen Bösen, das uns bedrohte.

Es ist ganz notwendig, in angemessener Weise zu unterstreichen, welche Be­ziehung Fatima zwischen dem Wort „Russland“ und der Botschaft der Cova da Iria herstellt. Die geschicht­liche Tatsache ist zweifellos und genügend bewiesen. Wichtig ist, dass dieser Bezug nicht mit falschen Positionen entstellt wird. In der Bot­schaft von Fatima bezeichnet das Wort „Russland“ nicht die russische Nation, geo­graphisch betrachtet. Diese grosse Gruppierung von Nati­onen, die in der Vergangen­heit die UdSSR bildeten, hat nichts Besonderes mit Fatima zu tun. Wohl aber bildet die­ser Staatenbund einen Teil der Welt. Und die universale Botschaft von Fatima richtet sich an die ganze Welt. Fati­ma interessierte sich nicht für rein politische oder soziale oder direkt philosophische Gesichtspunkte, in die heute die bolschewistische Revoluti­on eingeordnet werden kann. Der Grund ist ganz einfach: Fatima als Fortsetzung der Heilsgeschichte ist eine ausschliesslich religiöse und übernatürliche Botschaft. Ja, dieser Gesichtspunkt ist gut bekannt: die kommunisti­sche, atheistische und ma­terialistische Revolution kämpfte offen und offiziell gegen Gott.

Der russische Kommunismus beherrschte seit 1917 gewalt­tätig diese Nation, die einmal heilig und christlich war. Der Kommunismus hatte die Ab­sicht und den gut erklärten Vorsatz: Zerstörung der Re­ligion in Russland und in der ganzen Welt. Fatima hatte und nährte in keiner Weise Abneigung gegen Russ­land als Nation und Rechts­staat. Auch schürte es keinen Kampf gegen die Menschen, die irrtümlicher Weise im atheistischen und marxisti­schen Kommunismus kämpf­ten. In diesem Sinn war Fati­ma nicht und konnte auch nicht polarisiert werden als „Anti-Kommunismus“. Fatima verkündete nur, dass der gottlose und materialistische Kommunismus, der die Religi­on zerstören wollte, die Um­kehr benötigte. Diese sollte erfolgen durch die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens. Es bestätigte, wenn dies nicht geschehe, werde Russland ­das als Staat durch den athe­istischen und materialisti­schen Kommunismus beherrscht wurde – fortfahren als „Geissel Gottes“. So wurde Fatima zum wichtigsten religi­ösen Phänomen der jüngsten Zeit.

Es ist sicher, in Fatima fehlt nicht das apokalyptische Element, das ist jenes Pano­rama voller Drohungen und Strafen. Diese begleiten nor­malerweise die göttlichen Strafandrohungen, die zur Umkehr und Reue führen wol­len. Doch wurde dieses apo­kalyptische Element über­trieben bis zur Karikatur durch falsche und unver­antwortliche Prophezeiun­gen, bei denen Fatima nicht intervenierte. Überdies, wenn dies vorkam in der Botschaft von Fatima, war es immer dem eschatologischen Ele­ment unterstellt. Es ist not­wendig, dies zu verstehen. Deswegen ist in Fatima das apokalyptische Element ganz stark gefärbt mit Barmherzig­keit und Verzeihung und setzt die unabänderliche Treue zur Göttlichen Verheissung voraus. Das alles wird noch klarer, wenn wir das kosten, was im Schlusssatz (bedingungslos) eingeschlossen wird: „Am En­de wird Mein Unbeflecktes Herz triumphieren“.

Sicher geht es nicht um ein tri­umphales Finale des eschatolo­gischen Weltgerichtes. Es geht mehr um dieses „Eschaton“, in dem wir jetzt, in unseren Ta­gen leben; Es geht um unser „Kairos“, in dem wir Todes­ängste erleiden, weil wir nicht auf die Aufrufe des Herrn in Fatima gehört haben.

Zum besseren Verständnis dieses eschatologischen Ele­mentes von Fatima schauen wir nach, wie Unsere Liebe Frau diese Bitte an Schwester Lucia am 13. Juni 1929 for­mulierte, damit sie dem Heili­gen Vater übermittelt werde.

Sie beschreibt dieses Ereignis so:

„Mehrmals kam P. Gonalves in unsere Kapelle, um Beich­te zu hören. Ich beichtete bei ihm, und da ich mich mit ihm gut verstand, beichtete ich drei Jahre lang bei ihm, während er Sekretär des Pater Provinzials war.

In dieser Zeit machte mich Un­sere Liebe Frau aufmerksam, dass der Augenblick gekom­men sei, wo ich der heiligen Kirche ihren Wunsch bezüglich der Weihe Russlands und ihr Versprechen, es zu bekehren, mitteilen sollte. Die Mitteilung geschah folgendermassen:

Tuy, Spanien, 13.6.1929. Ich hatte von meinen Oberinnen und meinem Beichtvater die Erlaubnis erbeten und erhalten, jeweils in der Nacht vom Don­nerstag auf Freitag von elf Uhr bis Mitternacht heilige Stunde zu halten.

Eines Nachts war ich allein. Ich kniete mich an zwischen dem Geländer in der Mitte der Ka­pelle, um die Gebete des En­gels zu beten. Da ich mich müde fühlte, richtete ich mich auf und betete weiter mit ausge­breiteten Armen. Nur das ewi­ge Licht brannte. Plötzlich er­hellte sich die ganze Kapelle durch ein übernatürliches Licht, und auf dem Altar er­schien ein Kreuz aus Licht, das bis zur Decke reichte. In einem klaren Licht sah man im oberen Teil des Kreuzes das Antlitz und den Oberkör­per eines Menschen, über der Brust eine Taube, ebenfalls aus Licht, und an das Kreuz genagelt den Körper eines an­deren Menschen. Ein wenig unterhalb der Taille, in der Luft schwebend, sah man den Kelch und eine grosse Hostie, auf die einige Tropfen Blut fie­len, die vom Angesicht des Gekreuzigten und aus einer Brustwunde herabließen. Von der Hostie herabgleitend fielen diese Tropfen in den Kelch. Unter dem rechten Arm des Kreuzes stand Unsere Liebe Frau. Es war Unsere Liebe Frau von Fatima mit ihrem Unbefleckten Herzen in der linken Hand ohne Schwert und Rosen, jedoch mit einer Dor­nenkrone und Flammen..

Unter dem linken Arm des Kreuzes bildeten einige grosse Buchstaben, die auf den Altar zuliefen, gleichsam als wären sie aus kristallklarem Wasser, die Worte: „Gnade und Barmherzigkeit.“ Ich verstand, dass mir das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit gezeigt worden war, und emp­fing Erleuchtungen über dieses Geheimnis, die zu offenbaren mir nicht gestattet ist.

Anschliessend sagte mir Unse­re Liebe Frau: „Es ist der Au­genblick gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffor­dert, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Russlands an mein Unbefleck­tes Herz zu vollziehen. Er ver­spricht, es durch dieses Mittel zu retten. So viele Seelen werden von der Gerechtigkeit Gottes wegen der Sünden ver­dammt, die gegen mich be­gangen werden, so dass ich um Sühne bitte: Opfere dich in der Meinung auf und bete.“ Ich berichtete das meinem Beichtvater, der mir auftrug, niederzuschreiben, was Unse­re Liebe Frau wünschte.

Viel später beklagte sich Unse­re Liebe Frau mittels einer in­timen Mitteilung: Sie wollten meiner Bitte kein Gehör schenken! …Wie der König von Frankreich werden sie bereuen, aber es wird zu spät sein. Russland wird seine Irrlehren über die Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche hervorrufen. Der Heilige Vater wird sehr zu leiden haben.“ (66)

Der folgende Brief von Schwester Lucia wurde am 2. Dezember 1940 an den Hei­ligen Vater, Papst Pius XII. gesandt:

„Heiligster Vater,

Demütig zu Füssen Ihrer Hei­ligkeit, komme ich, als letztes Schäflein der Herde, das der Obhut Ihrer Heiligkeit anver­traut ist, und eröffne mein kindliches Herz auf Anord­nung meines Geistlichen Di­rektors. Ich bin die einzig Überlebende der Kinder, de­nen Unsere Liebe Frau in Fati­ma (Portugal) erschienen ist vom 13. Mai bis zum Oktober 1917. Die Heiligste Jungfrau hat mir viele Gnaden ge­währt, unter ihnen ist die grösste von allen meine Zu­lassung zum Institut der Dorotheaschwestern.

Heiligster Vater, ich komme, um eine Bitte, die schon meh­rere Mal zu Ihrer Heiligkeit hingebracht wurde, zu erneu­ern. Die Bitte, Heiligster Va­ter, kommt von Unserem Herrn und unserer guten Mut­ter des Himmels.

1917 enthüllte die Heiligste Jungfrau im Teil der Erschei­nungen, die wir mit „Das Ge­heimnis“ bezeichnet haben, das Ende des Krieges, der da­mals Europa bedrückte, und kündete einen anderen zu­künftigen an und sagte, um das zu verhindern, käme sie, um die Weihe Russlands an Ihr Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ers­ten Samstagen zu erbitten. Sie versprach, wenn man Ih­ren Bitten folge, die Bekeh­rung dieser Nation und den Frieden. Andernfalls kündigte sie die Verbreitung seiner Irr­tümer in der Welt, Kriege und Verfolgungen der Heiligen Kir­che, das Martyrium vieler Christen, verschiedene Verfol­gungen und Leiden, die Ihrer Heiligkeit bereitgehalten wer­den und die Vernichtung ver­schiedener Nationen.

Heiligster Vater! Bis 1926 blieb dies im Schweigen auf ausdrückliche Anordnung Un­serer Lieben Frau. Dann bat Sie nach einer Enthüllung, dass die Sühnekommunion an den ersten Samstagen von fünf aufeinander folgenden Monaten in der Welt verbrei­tet werde. Sie bat gleichzeitig eine Beichte, eine Viertelstun­de Betrachtung der Geheim­nisse des Rosenkranzes, das Gebet des Rosenkranzes mit demselben Ziel, die Beleidi­gungen, Gotteslästerungen und Gleichgültigkeit gegen Ihr Unbeflecktes Herz zu sühnen. Den Personen, welche diese Andacht praktizieren, ver­sprach Unsere gute Mutter des Himmels den Beistand in der Stunde des Todes mit notwendigen Gnaden, um sich zu retten.

Ich habe meinem Beichtvater diese Bitte Unserer Lieben Frau vorgelegt, der einige Mittel anwandte, dass dies geschehe; Aber erst am 13. September 1939, hat der Hochwürdigste Herr Bischof von Leiria in Fatima diese Bit­te Unserer Lieben Frau be­kannt gemacht.

Ich benutze, Heiligster Vater, diesen Moment, um Ihre Hei­ligkeit zu bitten, diese An­dacht der ganzen Welt zu ver­breiten und zu segnen.

1929 bat Unsere Liebe Frau bei einer anderen Erscheinung um die Weihe Russlands an Ihr Unbeflecktes Herz und versprach durch dieses Mittel, die Verbreitung ihrer Irrtümer zu verhindern und ihre Be­kehrung.

Einige Zeit darauf gab ich dem Beichtvater Rechenschaft über die Bitte Unserer Lieben Frau; Hochwürden wandte einige Mittel an zur Verwirkli­chung dieser Bitte und infor­mierte Seine Heiligkeit, Papst Pius XI.

Bei verschiedenen intimen Mitteilungen hörte Unser Herr nicht auf, auf dieser Bitte zu bestehen, indem er letztlich versprach, wenn Ihre Heiligkeit die Welt dem Unbe­fleckten Herzen Marias wei­hen werde mit besonderer Erwähnung Russlands und wenn er anordne dass gleichzeitig mit ihm alle Bischöfe der Welt diese Weihe vollzie­hen, werden die Tage der Drangsal abgekürzt, an denen die Nationen für ihre Verbre­chen bestraft werden durch Krieg, Hunger und Verfolgun­gen der Heiligen Kirche und Ihrer Heiligkeit. Ich empfinde wahrhaf­tig, Heiligster Va­ter, die Leiden Ih­rer Heiligkeit! So viel es mir möglich sein wird mit meinen  armseligen Gebeten und Op­fern möchte ich sie erleichtern bei un­serem guten Gott und beim Unbefleckten Herzen Marias. Heiligster Vater, wenn ich in der Vereinigung meiner Seele mit Gott nicht getäuscht wurde , verspricht unser Herr im Blick auf die Weihe der por­tugiesischen Präla­ten der Nation an das Unbefleckte Herz Mariens einen besonderen Schutz für unser Vaterland während die­ses Krieges; dieser Schutz wird der Beweis für die Gna­den sein, die auch anderen Ländern zuteil werden, die sich Ihr geweiht hatten.

Und nun, Heiligster Vater, er­lauben Sie mir noch ein Bitte, die nur ein brennender Wunsch meines armen Her­zens ist:

Das Fest zu Ehren des Un­befleckten Herzens Mariens möge auf die ganze Welt ausgedehnt werden, als eines der wichtigsten Feste der Heiligen Kirche.

Mit grösster Ehrfurcht und Ehrerbietung erbitte ich den Apostolischen Segen. Gott behüte Ihre Heiligkeit. Tuy, (Spanien), 2. Dezember 1940. Maria Lucia de Jesus“.

Papst Pius XII. ging auf die Bitte der Heiligsten Jung­frau ein.

Er weihte über Radio Vati­kan am 31. Oktober 1942 die ganze Menschheitsfa­milie dem Unbefleckten Herzen Mariens.

Am 8. Dezember desselben Jahres erneuerte er dieselbe Weihe in der Petersbasilika. Beide Male jedoch fehlte ein wesentlicher Teil der Bitte, nämlich dies zu tun „in Einheit mit allen Bi­schöfen der weiten Welt“.

Während des II. Vatikani­schen Konzils entstand durch die Initiative des Bischofs von Leiria eine Bewegung unter den anwesenden Bischöfen, an den Heiligen Vater, Papst Paul VI. zu gelangen, Er mö­ge dieser Bitte Unserer Lie­ben Frau nachkommen. Da es sich aber um ein Ökumeni­sches Konzil handelt, erneu­erte Paul VI. im Blick auf die verschiedenen Religionen nur die Weihe Papst Pius XII von 1942.

Zur endgültigen Verwirkli­chung bestimmte die Göttliche Vorsehung einen Papst aus dem Osten, der auf einem sehr harten Weg erst am 25. März 1984 dies vollzogen hatte.

Um diesen „sehr harten Weg“ besser zu verstehen, müssen wir in der Zeit zurückgehen und vom Attentat gegen das Leben von Papst Johannes Paul II., am 13. Mai 1981 sprechen.

Kardinal Dziwisz, Erzbischof von Krakau erzählt uns, was an diesem Tag geschah:

„Jedes Mal, wenn ich daran denke, geschieht bei mir das Gleiche, immer wieder. Ich er­lebe vom Anfang an, Augen­blick für Augenblick alles neu. Als könnte ich es heute noch nicht fassen, dass man so weit gehen konnte, einen Papst zu töten zu versuchen, diesen Papst, Johannes Paul II., dort im Herzen der Christenheit …

An jenem Tag fuhr der Jeep seine zweite Runde über den Petersplatz in Richtung der Ko­lonnaden auf der rechten Sei­te, die am Bronzetor enden. Der Heilige Vater lehnte sich aus dem Auto, weil man ihm ein blondes Kind entgegenhielt: Es hieß Sa­ra, war gerade erst zwei Jahre alt und hielt in den Fingern einen kleinen bun­ten Luftballon. Er nahm sie in den Arm und hob sie in die Luft, um sie allen zu zeigen dann küsste er sie und gab sie mit einem Lächeln den Eltern wieder. Es war, wie man spä­ter rekonstruierte 17.17 Uhr. Mittwochsaudienzen fanden bei schönem Wetter nachmit­tags draußen statt. So war es auch an jenem 13. Mai 1981.

Ich war von jener Szene be­eindruckt, die Hände der Mut­ter und des Vaters, die sich ausbreiteten, um das rosafar­bene Bündel wieder an sich zu nehmen. Ich hörte den ersten Schuss. Im gleichen Augen­blick sah ich Hunderte Tauben, die plötzlich aufgeschreckt da­vonflogen. Dann fiel gleich da­rauf der zweite Schuss. In dem Moment, als ich ihn hörte, sackte der Heilige Vater mir entgegen auf einer Seite in sich zusammen. Instinktiv schaute auch ich – aber das sah ich erst nachher auf den Fotos und in den Fernsehauf­zeichnungen – in die Richtung, aus der die Schüsse gekom­men waren. Aus einem Tumult befreite sich ein junger Mann mit dunklen Gesichtszügen. Erst später habe ich erfahren, dass es sich um den Attentä­ter handelte, den Türken Meh­met Ali Agca.

Wenn ich jetzt daran zurück­denke, blickte ich vielleicht deshalb auf die Seite, dorthin, wo das Durcheinander war, weil ich nicht hinschauen woll­te, weil ich jene fürchterliche Tat, die geschehen war, nicht wahrhaben wollte. Doch ich „spürte“ sie in meinen Armen. Ich bemühte mich, den Papst zu stützen, aber es war so, als würde er sich schlaff hängen lassen. Er hatte ein schmerz­verzerrtes Gesicht, war aber ruhig. Ich fragte ihn: – „Wo war es?“ – Er antwortete: „Im Bauch.“ „Tut es weh?“ – Er darauf: „Es tut weh.“

Die erste Kugel hatte sei­nen Unterleib getroffen, den Dickdarm durchbohrt und den Dünndarm an mehre­ren Stellen verletzt; dann war sie wieder ausgetreten und in den Jeep gefallen. Die zweite Kugel hatte zuerst seinen rechten Ellenbogen gestreift und den Zeigefinger seiner rechten Hand gebrochen, dann hatte sie zwei amerikanische Touristen verletzt.

Jemand schrie, in Richtung Ambulanz zu fahren, aber die Ambulanz befand sich auf der anderen Seite des Platzes. Der Jeep fuhr schnell durch den Glockentorbogen über die Via delle Fondamenta aussen ganz um die Apsis der Basilika her­um und steuerte in Richtung „Grosse Grotte“ auf den Hof des Belvedere bis zur Zentrale des Vatikanischen Sanitäts­dienstes, wo sich bereits der inzwischen benachrichtigte Leibarzt des Heiligen Vaters Dr. Buzzonetti befand.

Sie nahmen mir den Papst aus den Händen und legten ihn im Korridor des Gebäudes auf den Boden. Erst in dem Augenblick bemerkten wir das viele Blut, das aus der Wunde strömt, die die erste Kugel verursacht hat­te. Buzzonetti beugte ihm die Beine und fragte ihn, ob er sie bewegen könne. Er bewegte sie. Sofort darauf gab der Arzt die Order, in die Gemelli-Klinik zu fahren. Dabei handelte es sich nicht um eine zufällige Entscheidung, sondern das war eine seit längerer Zeit be­schlossene Massnahme, sollte sich die Notwendigkeit erge­ben, den Heiligen Vater in ein Krankenhaus einliefern zu müssen.

Der inzwischen bereit stehende Krankenwagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit los. So be­gann jene verzweifelte Fahrt gegen die Uhr auf dem Viale delle Medaglie d’Oro. Die Wagensirene funktio­nierte nicht und der Verkehr war chaotisch.

Dem Papst schwan­den die Kräfte, doch er war noch bei Be­wusstsein. Er klagte mit leisem Seufzen, das immer schwächer wurde. Er betete. Ich hörte, dass er betete und „Jesus, Maria, meine Mutter“ sagte.

Doch gerade als wir an der Po­liklinik ankamen, verlor er das Bewusstsein. Ja, genau in dem Moment wurde mir klar, dass er in Lebensgefahr schwebt. Die Ärzte, die den Eingriff durchführten, gestanden mir später, dass sie ihn operiert hätten, ohne daran zu glauben, genau so sag­ten sie mir es, ohne an das Überleben des Patienten zu glauben.

Ich erinnere mich nicht mehr, warum, vielleicht aufgrund der Bestürzung, die alle erfasst hatte, wegen der Aufregung in jenen dramatischen Augenbli­cken, aber sie brachten den Heiligen Vater zuerst in den zehnten Stock, um dann zum Operationssaal in den neunten zu fahren. „Hier sind wir schneller!“ Die Krankenpfleger brachen zwei Türen auf, um den Weg abzukürzen.

Ich durfte auch eintreten. Da waren viele Personen. Ich stand in der Ecke, so dass ich alles sofort zu hören bekam. Es gab Probleme mit dem Blutdruck und dem Herz­schlag. Der schlimmste Mo­ment war allerdings, als Dr. Buzzonetti zu mir kam, um mich zu bitten, dem Heiligen Vater die Krankensalbung zu spenden. Das machte ich so­fort, aber innerlich sehr aufge­wühlt. Das war so, als hätten sie mir gesagt, dass nichts mehr zu machen sei. Darüber hinaus war die erste Bluttrans-

fusion erfolglos geblieben. Ei-ne weitere war notwendig ge­worden, und diesmal spende­ten die Ärzte der Klinik das Blut selbst. Zum Glück war der Chirurg Prof. Francesco Cruci­tti eingetroffen, der sich ange­boten hatte zu operieren, weil der Chefarzt in Mailand weilte.

Er begann mit dem Eingriff…

Die ersten drei Tage waren schlimm. Der Heilige Vater be­tete ständig. Er litt, er litt sehr. Noch mehr aber litt er ­weil das ein tiefes inneres Leid war, das nicht vorüberging -, weil Kardinal Wyszynski im Sterben lag. ….

Als er in den Vatikan zurückgekehrt war, brach begleitet von einer allgemeinen Übelkeit und immer stärker werdenden Schmerzen das Fieber neu los. Nach einer erneuten Einliefe­rung in die Gemellil-Klinik ent­deckte man endlich jenes schlimme Virus, das Zytome­galie-Virus. Nachdem die In­fektion überwunden war, wur­de ein zweiter chirurgischer Eingriff erforderlich, um den künstlichen Darmausgang rückgängig zu machen. Dies­mal ging alles gut; es gab kei­ne weiteren Komplikationen. Am 14. August, dem Vortag des Festes der Aufnahme Ma­riens in den Himmel, konnte der Heilige Vater endgültig nach Hause zurückkehren.

Jetzt muss ich jedoch einen Schritt zurückgehen. Ich muss etwas über Fatima sagen …

Um die Wahrheit zu sagen, hat Johannes Paul II. in den Ta­gen, die auf das Attentat folg­ten, nie an Fatima gedacht. Erst später, als er sich erholt hatte und wieder etwas zu Kräften gekommen war, hatte er begonnen, über den beson­deren Zufall nachzudenken. Immer der 13. Mai! Ein 13.Mai im Jahre 1917 war der Tag der ersten Erscheinung der Got­tesmutter in Fatima, und ein 13. Mai war der Tag, an dem man versucht hatte, ihn zu töten.

Am Schluss traf der Papst eine Entscheidung. Er bat darum, das dritte „Geheimnis“ sehen zu können, das im Archiv der Kongregation für die Glau­benslehre aufbewahrt wurde.

Am 18. Juli, wenn ich mich nicht irre, übergab der damali­ge Präfekt der Glaubenskon­gregation, Kardinal Franjo Se-per, zwei Kuverts – der eine mit dem Originaltext von Schwester Lucia in portugiesi­scher Sprache und der andere mit der italienischen Überset­zung – an den Substituten im Staatssekretariat Eduardo Martinez Somalo, der sie in die Gemelli-Klinik brachte.

Dort las der Heilige Vater das „Geheimnis“. Als er es einmal gelesen hatte, hatte er keine Zweifel mehr. In jener „Vision“ hatte er sein eigenes Schicksal erkannt. Er war nun der vollen Überzeugung, dass ihm dank des schützenden Eingreifens der Gottesmutter sein Leben gerettet, ja neu geschenkt worden war. Später wird er Prof. Crucitti hören, dass nur ein Wunder den Papst rettete.

Der Professor zeigte mir die Röntgenauf­nahme, in der man den Richtungswechsel sah, als ob die Kugel auf ein Stück Eisen traf. Doch das ist einfach unver­ständlich, denn in die­ser Zone des Körpers gibt es keine harten Stellen. Nicht einmal irgend ein Knochen befand sich in der Nähe.

Wir wissen von Zeugen, dass Johannes Paul II. schon in der Gemelli Klinik interessiert war, mehr zu erfahren über die Bit­ten der Herrin von Fatima und er selber schrieb dann den Text der Weihe an das Unbe­fleckte Herz Mariens.

Schon im nächsten Jahr nach dem Attentat woll­te der Papst zum Heiligtum von Fatima pilgern. Er hatte schon den Text der Weihefor­mel vorbereitet, den er während der feierlichen Konzelebration gesprochen hatte.
Schwester Lucia wohnte auch der grossen Wallfahrt bei und hatte die grosse Gnade, persönlich mit dem Heiligen Vater zu spre­chen und erinnerte ihn daran, dass die von Unserer Lieben Frau erbetene Weihe nur zu­sammen mit allen Bischöfen der Welt geschehen soll.

Anschliessend schrieb der Papst einen Brief durch die Nuntiaturen an alle Bischöfe der Welt und lud sie ein, zu­sammen mit ihm den Weiheakt der Welt an das Unbefleckte Herz Marias mit besonderer Er­wähnung von Russland zu voll­ziehen.

Unter neuen Umständen erfüll­te sich am 25. März 1984 in Rom die Bitte der Heiligsten Jungfrau; Der Heilige Vater Jo­hannes Paul II. weihte Russ­land dem Unbefleckten Herzen Mariens, zusammen mit allen Bischöfen der weiten Welt.

„Diese Weihe erfolgte öffentlich durch den Heiligen Vater, Jo­hannes Paul II. in Rom am 25.März 1984 vor der Statue Unserer Lieben Frau, die in der Erscheinungskapelle in der Cova da Iria in Fatima verehrt wird. Nachdem der Heilige Va­ter alle Bischöfe der Welt ange­schrieben hatte mit der Bitte, sie mögen sich in diesem Wei­heakt mit Seiner Heiligkeit ver­einigen, ordnete er an, dass das Gnadenbild eigens nach Rom gebracht werde, um zum Ausdruck zu bringen, dass er die Weihe vor diesem Bild voll­ziehe, weil Unsere Liebe Frau von Fatima darum gebeten hatte.

Wir wissen bestens, dass damals einer der kritischs­ten Momente der Mensch­heitsgeschichte war. Da­mals planten die beiden Grossmächte, die unter sich verfeindet waren, einen Atomkrieg und rüsteten dazu auf. Dieser hätte die Welt vernichtet, wenn nicht total, so doch zu einem grösseren Teil. Und wer noch übrig geblieben wäre, welche Möglichkeiten des Überlebens hätte es noch auf diesem Planeten gegeben? Wer wäre noch in der Lage, diese Sklavenhalter und Gewaltherrscher, die sich sleber für die Herren der gesamten Welt halten, umzustimmen, so dass sie zum Gegenteil wechseln? Wer könnte zu einem Treffen einladne, damit sie sich die Friedensumarmung geben? Damit sie ihre Kriegspläne in Friedenspläne umwandlen? Damit sie ihre angreifenden und gewaltsamen Ungerechtigkeiten in Pläne gegenseitiger Hilfe und Unterstützungu mwandeln, in dem sie die Rechte und Würe der mensczhlichen Person anerkennen und die Sklaverei und vieles mehr abschaffen?

Wer, ausser Gott, war in der Lage, diese Geisteshaltungen und Willen, diese Gewissen so zu bewe­gen, dass ein solcher Wechsel ohne Angst vor Gegenrevolten eingetreten ist?

Und noch mehr: Einer der Hauptführer des atheistischen Kommunismus wurde bewegt, sich auf den Weg zu machen nach Rom, um sich mit dem Heiligen Vater zu treffen. Die­ser hatte eben, ohne dass je­ner Hauptführer sich dessen bewusst war, die Weihe Russ­lands an das Unbefleckte Herz Mariens, die von Unserer Lie­ben Frau in Fatima erbeten worden war, vollzogen. Er an­erkannte den Papst als den höchsten Repräsentanten Got­tes, Jesu Christi auf Erden, als Oberhaupt der einzig wahren, durch Jesus Christus gegründeten Kirche. Er schenkte ihm die Umarmung des Frie­dens und bat den Papst um Verzeihung für die durch seine Partei be­gangenen Irrtümer. So gab er der Welt ein Zeugnis des Glaubens und des Vertrauens in die Kirche des einzig wahren Gottes. (69)

Das Herz Gottes woll­te so Russland be­kehren durch die Bot­schaft von Fatima zu seinem wahren Weg, um sich erneut dem Heiligen Russland zu­zuwenden.

Am folgenden Tag, dem 26. März 1984 stellte der Papst in Anwesen­heit von Kardinal Casa­roli, Staatssekretär, D. Alberto Cosme do Amaral, Bi­schof von Leiria-Fatima, Msgr. Dziwisz, Sekretär des Papstes, Msgr. Dr. Luciano Guerra, Rektor des Heiligtums von Fatima, und von P.Luis Kon­dor, SVD, Vice-Postulator der Hirtenkinder, die Frage: „Habe ich alles getan, was Unsere Liebe Frau von Fatima erbeten hatte?“ Darauf hörte man die Antwort: Selbst Schwester Lucia hatte mit grossem Ver­trauen geantwortet, „der Heili­ge Vater wird jetzt alles tun, was ihm möglich ist zu tun“. Johannes Paul II. fügte ganz befriedigt bei:

„Ich hatte eine grosse Freude, denn am Tag vor der Weihe erhielt ich 5 Telexmittei­lungen des Patriarchen der Orthodoxen Kirche, die be­sagten dass sie sich mit mir bei diesem Weiheakt verbin­den werden“. Darauf übergab der Papst dem Bischof von Fatima ein Geschenk für Un­sere Liebe Frau: „Die Kugel“ des Attentates, die ihn hätte töten sollen und die sich heute in der goldenen Krone mit kostbaren Edelsteinen der Statue Unserer Lieben Frau von Fatima befindet.

Nach seiner Rückkehr von Rom wagte Pater Luis Kondor am 11.Mai 1984 Sr. Lucia im Karmel von Coimbra zu fra­gen: „Ist die Weihe wirklich vollzogen worden, wie dies Unsere Liebe Frau erbeten hatte?“ Sie antwortete:

Ja, diese Weihe wurde vom Himmel ange­nommen“. „Und wel­ches Zeichen werden wir dafür, Schwester, erhalten?“ – „Schauen sie in den Osten von dort wird die Antwort kommen“.

Und sie kam tatsächlich. Schwester Lucia bestätigte auch die Nachricht über die Bekehrung Russlands, die sie aus einer glaubwürdigen Quel­le erhalten hatte: Russland hat offiziell den Weg des gottlosen Kommunismus aufgegeben und ist zur Religionsfreiheit zurückgekehrt.

Kardinal Joachim Meisner be­schreibt in seinem Buch: „Er war mein Freund – Ein Zeugnis aus der Nähe“, im Artikel „Geburtstag in Fatima“, dass der Heilige Vater Johan­nes Paul II. ihn nach Fatima geschickt hatte, um dem por­tugiesischen Volk zu danken für die Aufnahme der Bot­schaft von Fatima und so mit Unserer Lieben Frau an der Bekehrung Russlands mitge­wirkt hat; der Papst hätte am 13. Mai 1991 in Fatima seinen Geburtstag gefeiert und der Kardinal selber hat mitge­wirkt, dass die Portugiesen an der Seligsprechung der Seli­gen Francisco und Jacinta Marto in Fatima dabei sein konnten.

Am ersten Jahrestag des Nie­derganges des Kommunismus am 13. Mai 1990 sandte mich der Heilige Vater nach Fatima, um der feierlichen eucharisti­schen Konzelebration vorzu­stehen. Er verstand, dass ich der Kardinal des freien Osteu­ropas bin mit der intensivsten und längsten Erfahrung des Kommunismus. Es war für mich der erste Besuch in Fati­ma, und ich hatte mich gut vorzubereiten, denn vorher war Fatima für mich recht un­bekannt. Für mich blieb die Eucharistiefeier im Heilig­tumsbezirk mit mehr als einer Million Pilger unvergesslich. Im Auftrag des Heiligen Va­ters konnte ich den Portugie­sen danken, dass sie die Bot­schaft von Fatima aufgenom­men hatten und damit auch die Hoffnung Osteuropas, noch bevor die Sonne des Glaubens in Russland und in Osteuropa verschwand. Die Portugiesen erinnern sich heute noch der Worte, die ich ihnen sagte: „Glücklich bist du, Portugal, du hast geglaubt zum Wohl der anderen!“ Die­ses kleine Volk im äussersten Punkt Westeuropas erfüllte damit eine historisch-universale Sendung!“

„Und als der Heilige Vater 1991, am 13. Mai, dem 10. Jahrestag des Attentates sei­ne Pilgerfahrt nach Fatima machte, um zu danken, war dies ein Ereignis für die ganze Weltkirche. Das Schicksal der Welt und damit das Schicksal von uns allen wäre anders verlaufen – gewiss viel schlim­mer – wenn Maria – dessen sind wir überzeugt – nicht die Kugel umgeleitet und den Hei­ligen Vater gerettet hätte. Bei Gelegenheit seiner Begrüs­sung an uns, die im Heiligtum anwesenden Kardinäle, sagte ich ihm: „Heiliger Vater, ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Geburtstag!“ Der Heilige Va­ter schaute beim Begrüssen des nächsten Kardinals etwas stutzig, und versuchte meine Worte zu verstehen; dann wandte er sich plötzlich mir zu und sagte: „Der Herr Kardinal hat recht, denn heute habe ich erneut Geburtstag. Das erste Leben gab mir Gott in meinem Heimatland, in Wado­wice. Das zweite Leben erhielt ich von Ihm als Geschenk in Rom auf dem St. Petersplatz.“ Ich war erstaunt, wie dieser Pole verstand, sich auf deutsch auszudrücken: Das erste Leben wurde ihm gege­ben, das zweite war ein Ge­schenk! Und das ganze Volk dankte Gott für die Ret­tung des Heiligen Vaters“.

Man weiss auch, dass Papst Johannes Paul II., nachdem er die Gemelli Klinik 1981 verlassen hatte, im Sinne der Sühne-Samstage gleich am ersten Monatssamstag begann, in seiner Privatkapelle im Vatikan den Rosenkranz zu beten, der über Radio Vatikan für die ganze Kirche übertragen wurde. Er wiederholte dieses Gebet bis zu seinem Tod am ersten Samstag, dem 2. April 2005. An diesem Tag übergab der Papst, während die Menschenmenge auf dem Petersplatz den Rosenkranz betete, seine Seele dem Himmlischen Vater.

 

Was am 25. März 1984 im Machtzentrum der Sow­jetunion, im Kremel geschah!

Bischof Pavol Hnilica, ein slo­wakischer Bischof, war mit Papst Johannes Paul II. stets in sehr engem Kontakt und kannte Schwester Lucia per­sönlich. Bischof Hnilica wollte eigentlich am 25. März 1984 bei der feierlichen Zeremonie des Weiheaktes in Rom mit dabei sein. Er war vorher zu Besuch bei Mutter Theresa in Kalkutta, und sie besorgte Bi­schof Hnilica ein Visum für ei­nen Flug via Moskau! Dieses Visum war zweigeteilt: Eines für die Reise von Kalkutta nach Moskau, das andere von Moskau nach Rom. Sie schenkte ihm auch ihren Ro­senkranz, mit der Aufforde­rung, ihn während der nicht ungefährlichen Reise zu beten. In seinen Taschen hatte Bi­schof Hnilica alles bereit für die Feier einer hl. Messe: Brot und in einem Medikamenten­fläschchen auch Wein. Es ge­lang ihm, bei der Zwischenlan­dung den Kreml zu betreten. Er tat dies mit der Regierungs­zeitung „Prawda“ in der Hand und hatte Brot und Wein darin versteckt. Und nun, genau zur Zeit als der Papst in Rom die Weihe vornahm, gelang es ihm, im Machtzentrum der mächtigen Sowjetunion eine hl. Messe zu feiern, die erste seit der Oktober-Revolution von 1917 (!) und sich mit dem Anliegen des Papstes im Geis­te zu verbinden.

 

 

Die wunderbare Fügung, dass Bischof Pavol Hnilica am Tag der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens, am 25. März 1984, in der Kirche Maria Himmelfahrt in Moskau die heilige Messe feiern konnte….

 

Wir bringen hier einen Auszug des Vortrages von Bischof Pavel Hnilica, SJ, aus der Slowakei, den er im Jahr 1988 in Marien­fried, dem Marienwall­fahrtsort in der Nähe von Ulm hielt. Bemerkens­wert: Diese Ansprache er­folgte vor den dramati­schen Ereignissen des Zusammenstürzens des Sowjet-Imperiums und auch vor der Veröffentli­chung des dritten Teils des Geheimnisses von Fatima.

Bischof Hnilica starb am 8. Oktober 2006. Er war bis zur wunderbaren Wende ein sogenannter slowakischer Untergrundbischof! Er verbreitete die Botschaft von Fatima, wo er nur konnte.(…)

Wie Sie wissen, weihte der Heilige Vater die Welt und Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens am 25. März 1984. Er lud alle Bischö­fe der Welt ein, in jeder Diözese das Gleiche zu tun. Aber meine Diözese war symbolisch jene von Moskau. Dreissig Jahre lang habe ich versucht, nach Moskau zu gelangen, aber immer vergeb­lich. Aber dann, am Tag der Wei­he Russlands, war ich tatsäch­lich in Moskau und nahm die Weihe in geistlicher Einheit mit dem Heiligen Vater daselbst vor!

Wie konnte dies geschehen?

Ich arbeitete mit Mutter Teresa in Kalkutta. Im Februar 1984 war ich bei ihr. Weil mich die Sowjets dort nicht kannten, beantragte ich für die Zeit vom 22. bis 25. März ein Visum, und ich erhielt es! Mutter Teresa bat all ihre Schwestern zu beten, und sie beteten für die Weihe eine Nove­ne. In Begleitung eines Pries­ters, den ich in Fatima nur einige Monate zuvor für Russland ge­weiht hatte, kam ich am Flugha­fen von Moskau um vier Uhr früh an. Der Kontrollbeamte fragte mich nach meinem Pass und da­nach, ob ich mit der Aufnahme im Pass identisch sei. Ich hatte einen italienischen Pass und ant­wortete italienisch. Der Beamte verstand mich nicht, aber ich rea­lisierte, dass ich mich als Italie­ner ausgeben musste. Dann be­gann er herum zu telefonieren. Draussen war es 10 Grad minus. Aber ich schwitzte vermutlich mehr als im Sommer an der Son­ne. Auch der mich begleitende Priester neben mir schwitzte. Scherzend sagte dieser zu mir in Kalkutta: „Pater Paul, wir gehen jetzt für vier oder fünf Tage nach Moskau, aber vielleicht werden daraus 14 Jahre in Sibirien.“

Es schien, als ob er recht hätte. Ich nahm meinen Rosenkranz zur Hand, den mir Schwester Teresa geschenkt hatte, und ich begann zu beten. Der Beamte drinnen telefonierte noch immer. Aber Gott sei Dank, antwortete nie­mand. Wie gesagt, es war vier Uhr früh. Jene, die er zu errei­chen versuchte, schliefen alle gut. Doch er gab nicht auf. Er kam zu uns und stellte mir einige Fragen. Ich antwortete wieder mit: „Si, si.“ Erneut verschwand er und telefonierte; und diesmal sehr lange. Ich hatte während­dessen fast den ganzen Rosen­kranz gebetet und sagte der Mut­tergottes: „Ich bin voll in deinen Händen. Möge der Wille Gottes geschehen.“ Als der Beamte noch immer keine Antwort bekam, wurde er ärgerlich. Er legte den Hörer auf, stempelte meinen Pass und sagte: „Verdufte!“ Dann kam jedoch die Gepäck­kontrolle. Sie durchsuchten die Tasche, in der ich mein Kreuz, die Bibel und verschiedene Me­daillen hatte. Ich hatte hunderte von wundertätigen Medaillen der Muttergottes und einige, viel­leicht sechzig, des Vatikans. Der Soldat nahm sie in seine Hände, und ich sah, dass er sie liebte. Er fragte mich: „Was ist das?“ Ich sagte, es seien „Souvenirs von Rom.“ Dann sagte ich: „Genosse, wenn sie dir gefallen, kannst du ein paar für dich behalten.“ Und er nahm einige. Ich darf sagen, dass der Rosenkranz und die Me­daillen für mich die Tore Moskaus öffneten.

Der Höhepunkt meines Aufent­halts in Moskau sollte das Fest Maria Verkündigung sein. Es war Samstag und der Kreml war für Touristen geöffnet. So plante ich es. Ich war ja auch ein Tou­rist. Aber schon beim Eingang gab es Schwierigkeiten. Ich wur­de aufgefordert, meine Tasche mit „gewissen Dingen“ darin zu übergeben. Der Wächter sagte, diese Tasche müsse hier bleiben. Dies behagte mir aber gar nicht und so begann ich, mit ihm zu reden: Woher er komme, ob er Kinder habe und welche Namen sie hätten. „Konstantin und Mi­chael“, antwortete der Wächter. Ich gratulierte ihm und sagte, er hätte schöne Namen ausgewählt (da es ja christliche Namen wa­ren). „Und wo sind Ihre Kinder?“ „Bei der Babushka (Grossmutter), da sind sie in guten Hän­den.“ (Die Grossmütter Russlands sind ja alle heimliche Gläubige). Der Wächter wurde immer freundlicher und schliesslich sag­te ich zu ihm: „Wissen Sie, Ge­nosse, ich benötige diese Tasche. Darin befinden sich persönliche Dinge. Und er antwortete: „Also ausnahmsweise! Gehen Sie!“

Und so betrat ich die erste Kir­che. Im Kreml wurden alle Kir­chen in Museen umfunktioniert. Ich fragte die Bedienstete: „Welche Kirche ist das?“ Antwort: „Die Kirche vom HI. Michael“, antwortete sie enthusiastisch. Ich sagte: „Wie schön und ob sie wisse, wer der HI. Michael sei. „Ja, er ist ein Erzengel“, war ihre Antwort. Ich fragte sie: „Glauben Sie?“, worauf sie ehrlich antwor­tete: „Ja, ich bin eine gläubige Frau.“ Und ich zu ihr: „Auch ich bin ein Gläubiger“, ohne jedoch zu verraten, wer ich sei. Dass sie mir gestand, eine Gläubige zu sein, brauchte viel Mut. Ich sag­te: „Der Name Michael bedeutet: ,Wer ist wie Gott?‘ Heute tobt ein Kampf gegen Gott in der ganzen Welt, nicht nur in Russland, son­dern auch dort, woher ich kom­me. Aber für uns Christen ist dies ein Zeichen des Sieges. Niemand ist wie Gott. Wir werden trium­phieren.“ Und weiter: „Ich heisse ebenfalls Michael.“ (Ich nahm den Namen anlässlich meiner Weihe an). Darauf sagte sie: „Dann ist das auch Ihre Kirche. Willkommen.“ Und so betrat ich also meine Kirche. Ich ging

zum Altar des HI. Michaels, nahm die Zeitung „Prawda“ aus meiner Tasche und breitete sie aus. Zwi­schen den Seiten war jedoch der „Osservatore Romano“ versteckt mit dem Text der Weihe des Papstes, und ich begann zu be­ten:

„Unter Deinen Schutz und Schirm, fliehen wir o heilige Got­tesgebärerin…“ Ich denke, dies sind die schönsten marianischen Gebete. Man sollte sie oft beten! Und dort, in der Kirche des Kremls, vereinigte ich mich im Gebet mit dem Heiligen Vater und mit allen Bischöfen der Welt. Und so weihte ich Russland in Vereinigung mit ihnen dem Unbefleckten Herzen Mariens.

Danach begab ich mich zur Kir­che Maria Himmelfahrt und wie­derholte die Weihe am Altar der Muttergottes. Auf der gegen­überliegenden Seite befindet sich der Thron des Patriarchen. Ich legte auf diesen Thron eine Me­daille und sagte zu Unserer Frau: „Sobald als möglich musst du auf diesen Thron den wahren Patri­archen bringen.“ Und wiederum nahm ich die kommunistische Prawda mit dem Osservatore zur Hand und vereinigte mich mit dem Heiligen Vater und allen Bischöfen, indem ich die Gebete aufmerksam wiederholte. Und ich feierte in dieser Kirche so­gar die hl. Messe! Wie konnte ich dies? Nun, ich gab vor, eine Aufnahme zu machen. Ein leeres Fläschchen von Aspirintabletten war mein Kelch. Ich organisierte Wein und einige Tropfen Wasser. Die Hostien befanden sich in ei­nem kleinen Nylonsack. Das ge­nügte für eine heilige Messe: Brot und Wein. Den lateinischen Text für das Fest Maria Verkün­digung befand sich in den Innen­seiten der Prawda. Und „Prawda“ bedeutet Wahrheit. Vermutlich war dies das erste Mal, dass in dieser Zeitung „die Wahrheit“ stand: der Text von Mariä Ver­kündigung!

Dies war die bewegendste hl. Messe meines ganzen Lebens.

Sie liess mich erschauern. Ich fühlte die grosse Macht Gottes, seine Liebe und seine Freundlich­keit. Der Kommunismus kam mir so klein vor; alle Gefahren waren so unbedeutend, sie existierten nicht mehr. Nur noch Gott und Maria. Bei der Opferung erneuerte ich die Weihe Russlands an Maria. Einen Teil des Weihegebets ver­richtete ich unmittelbar nach der Konsekration von Brot und Wein, also bei der Anwesenheit des le­bendigen Retters. Es war der Teil, bei dem geschrieben steht: „In besonderer Weise über­antworten und weihen wir dir jene Menschen und Nationen, die dieser Überantwortung und Weihe besonders bedür­fen (namentlich die Nationen Russlands).“

Als ich all dies dem heiligen Vater erzählte, war er überzeugt, dies als ein Zeichen für sich selbst zu deuten. Er hatte grosse Mühe, Bischöfe und Kardinäle für diese Weihe nach Rom zu bringen. Ein­mal sprach ich in einem Flugzeug während zwei Stunden mit Kardi­nal Ratzinger. Wie Sie wissen, ist er die rechte Hand des Heiligen Vaters. Als ich ihm all dies auch erzählte, meinte auch er, dass es nicht einfach gewesen sei, diese Weihe zu realisieren.

Wie ich ausführte, war dies ein Zeichen für den Heiligen Vater. Gott wollte diese Weihe. Denn er sandte sogar einen katholi­schen Bischof nach Moskau, ge­nau an diesem Datum, um die Weihe dort vorzunehmen in Verei­nigung mit allen Bischöfen der Welt. Wie erwähnt, es war ein Zeichen, denn der Papst sagte zu mir: „An diesem Tag führte dich die Muttergottes an der Hand.“ „Nein, Heiliger Vater“, antwortete ich, „sie trug mich in ihren Ar­men.“

Ich bin sicher, dass ich das Gebet „Unter Deinen Schutz und Schirm“ mindestens hundert Mal in den Strassen Moskaus, in den Zügen und Bussen verrichtete. Jeder Christ sollte es für die Bekehrung der Atheisten und für sich selbst täglich beten und seine eigenen Kreuze und Probleme Gott als Sühnopfer darbringen.

Dies ist der Sieg von Maria. Sie will alle ihre Kinder für diesen Sieg, für die Bekehrung Russ­lands aktivieren. Nicht die Zerstörung Russlands, son­dern die Bekehrung.

Wiederholt stand ich auf dem Ro­ten Platz vor dem Grab Lenins, an dem Soldaten die Ehrenwache halten. Es gibt dort auch viele Blumen. Und dort nahm ich erneut, nur zwei Schritte von den Solda­ten entfernt, die Prawda zur Hand. Sie dachten wohl, ich würde hingebungsvoll die russische Wirtschaft stu­dieren. Ich aber betete und sagte zu Unseren Lieben Frau: „Diese Soldaten sind auch Deine Kinder. Sie und diese Blumen sind zu Deiner Ehre hier, nicht für diesen mumifizierten Lenin.“ Und so betete ich die Weihe Russlands auch hier ein weiteres Mal.

Als ich über den Roten Platz ging, betete ich den Rosenkranz und das Veni Creator Spiritus. Auf ei­ner Seite des Platzes befand sich ein riesiges Gebäude mit der In­schrift: „Der Kommunismus wird triumphieren.“ „Nein“, sagte ich, „Christus hat triumphiert, und Er wird durch Maria er­neut triumphieren!“

Am folgenden Tag gingen wir nach Sagorsk, das das spirituelle Zentrum der Orthodoxen Kirche ist. Wir waren am Grab des HI. Sergius und ich war sehr beein­druckt: So viele Leute beteten dort. Ich habe so etwas in mei­nem ganzen Leben noch nie er­lebte: „Gospodi pomiluj, Gospodi pomiluj! „Herr, erbarme Dich, er­barme Dich, erbarme Dich!“ Un­gefähr hundert Mal. Ich sagte zum Herrn: „Du müsstest ein Herz aus Stein haben, wenn Du diese Leute nicht hören und ihnen nicht bald antworten würdest.“ Und: „Du wärest schlimmer als der Richter in der HI. Schrift, der sich nicht um die Leute und Gott küm-

merte, aber der armen Witwe schliesslich zu ihrem Recht ver­half, um den Frieden zu haben. Du musst diesen Leuten antworten, um von ihnen wenigstens in Ruhe gelassen zu werden!“

Ich bin sicher, dass sich der Sieg angesichts so vieler Gebete bald einstellen wird.

70 Jahre lang hat das Volk um das Erbarmen Gottes gebetet und zur seligen Jungfrau gefleht. In kei­nem Land der Erde wird sie so sehr verehrt wie in Russland, und nirgendwo wird zu ihr so viel ge­betet. Zu Satan sagte ich: „Du hast bezüglich des Kommunismus einen strategischen Fehler began­gen als du Russland als den Ort des Kampfes ausgewählt hast. Russland ist das Land Unserer Frau. Hier wird sie Bogorodica ge­nannt, was Mutter Gottes heisst. Du wirst in Russland verlieren. Du befindest dich schon jetzt auf der Verliererseite.“

Dann traf ich auch eine Russin, die über 80 Jahre alt war. Als ich rus­sisch mit ihr sprach, begann sie zu weinen.

„Ich habe alles verloren, meinen Mann und meine Kinder.“ Eine an­dere Frau erzählte mir in der Kir­che von Sagorsk dasselbe. Ich fragte sie nach ihrer Herkunft und sie antwortete: „Von der Ukraine.“ Danach fragte ich sie, was sie hier mache. Sie begann zu weinen; sie wusste nicht, dass ich ein Bischof sei; ich sah aus wie ein Tourist.

Sie sagte mir, sie sei nach Sibirien verschleppt worden und habe al­les verloren, auch meine Kinder. Der einzige Trost, den ich ha­be, ist mein Glaube an Gott und die Mutter Gottes. Gott kann, Gott muss helfen.

In einem Museum traf ich auf ei­ne Führerin, die eine Ikone erklär­te. „Das ist die sogenannte ‚Traurige Mutter Gottes‘. Sie ist traurig, weil sie voraus­sieht, dass sie ihr Kind für uns aufopfern muss.“ Sie sagte dies mit solch einer Wärme, dass ich mich frag­te, ob sie dies als Mutter oder als Gläubige sagte.

In Sagorsk kam ich mit Leu­ten zusammen und sprach mit ihnen. Sie fragten mich, woher ich käme. „Von Rom“. „Sind sie ein Tourist von Rom, wo der Papst lebt?“ Auch sie wussten nicht, dass ich ein Bischof sei. Danach fragten sie mich, ob ich russisch-orthodox sei. „Nein, ich bin ein Katholik. Aber alle wissen, dass Katholiken und Orthodoxe den gleichen Glau­ben an Gott und die gleiche Liebe zur Muttergottes haben.“ „Ja, es ist wahr, wir sind Brüder, antwor­teten sie. Übermitteln Sie dem Heiligen Vater unsere Grüsse.“ „Das will ich gerne tun.“ Was er­warten Sie vom Heiligen Vater? Was soll er für euch tun?“ Und sie antworteten spontan: „Bibeln, Bibeln! Wir benötigen Bibeln, aber in unserer Sprache. Sagen Sie dem HI. Vater, er solle uns Bibeln liefern.“

Als ich dies Johannes Paul II. sag­te, hatte er Tränen in den Augen. „Sehen Sie, man verlangt nicht Gold, Silber oder Geld – nicht ein­mal Brot, sondern nach dem Wort Gottes. Wir müssen sie ihnen liefern.“ Sie benötigen Millionen von Bibeln. Diese Aufforderung ist an alle Katholiken gerichtet, denn jeder Bruder ist ohne die heilige Schrift. Dies ist ein Beitrag zum Triumph Marias in Russland.

Einmal, nach einer Predigt über Fatima, die ich in der Kirche Santa Maria Maggiore hielt, sprach ich mit einer Frau, die seit 30 Jahren gelähmt war. Sie konnte nicht al­leine essen. Ich fragte sie: „Würden sie es für Breschnew aufopfern?“ In jenen Tagen war er der Generalsekretär der Kom­munistischen Partei. Sie antworte­te: Für jeden anderen, aber nicht für diesen Gangster!“ Ich sagte zu ihr: „Sachte, sachte; Sie können das zu mir sagen, aber wenn die Mutter Gottes dieses Opfer ver­langt, was würden Sie zu ihr sa­gen?“ „O ja, ich könnte nicht Nein sagen.“

Vor kurzem kam ein russischer Arzt – ein Militärarzt im Rang ei­nes Obersten – in die Tschecho­slowakei (damals noch ein einzi­ges Land, die Red.) Eine Kranken­schwester, die eigentlich Ordens­schwester ist, ihre wahre Identität aber verschweigen muss, gab ihm eine Bibel. Er küsste sie und drückte sie an sein Herz und sagte mit Tränen: „Dies ist das wunderbarste Geschenk, das Sie mir machen konnten. Un­glücklicherweise muss ich sie, wenn ich nach Russland zu­rückkehre, in hunderte von Teilen aufteilen, damit es ande­re kopieren können.“

Und ein weiteres Beispiel: Als ich in Russland im Museum war mit dem berühmten Gemälde der Dreifaltigkeit von Andrej Rubljow und dem wunderbars­ten aller Marianischen Ikonen – Wladimirskaja – sah ich ein an­deres eindrückliches Gemälde. Es beschreibt eine Szene in der russischen Geschichte. Auf ei­ner Seite sieht man die Invasi­on der Mongolen in Russland. Sie bringen Frauen und Kinder um und setzen Kirchen in Brand. Alle Leute rennen davon. Auf der andern Seite des Bildes ist eine grosse Kirche mit vielen Fenstern und Türen. In der Mitte befindet sich die Mutter Gottes, die alle Heiligen des Himmels und der Erde mobilisiert, um Russland zu Hilfe zu eilen. Man sieht Kaiser Konstantin mit der Inschrift „in diesem Zeichen werden wir siegen“. Man sieht den Erzengel Michael mit seinem Schwert und viele Heilige, die Russland retten wollen. Die Geschichte sagt, dass die selige Mutter Russland in je­nen Zeiten gerettet habe, dass aber noch viel schwierigere Zeiten bevorstehen würden und Sie Russland erneut retten werde. Als ich vor diesem Bild stand, kam eine Schulklasse vorbei. Die Kin­der waren ungefähr 10 bis 12 Jahre alt. Ihr Lehrer erzählte ihnen die Geschichte und es wür­de eine Zeit kommen, die noch schlimmer werde, als jene der mongolischen Invasion. Aber die selige Mutter, die Bogorodica ­würde Russland retten.

Kehren wir zur Botschaft von Fati­ma zurück.

Was bedeutet sie? Sie bedeutet die Mobilisation der himmlischen Mächte. Alle Engel, Heiligen und die allerseligste Mutter haben An­teil an jenem (zukünftigen) Sieg. Sie bittet uns um Gebete und Op­fer. Deshalb sind wir alle Kinder von Maria. Aber haben wir diesen Namen wirklich verdient? Die Bot­schaft von Fatima ist diese Mobili­sierung aller Mächte. Dies ver­langte die Muttergottes in Fatima. Sie ist die Miterlöserin und sie ruft uns zu dieser Miterlösung ebenfalls auf: Gott zu lieben und für jene zu beten, die der Barmher­zigkeit Gottes am meisten bedür­fen.

Der Heilige Vater sagte das glei­che. Wenn das Vaterland in Ge­fahr ist, muss die Verteidigung erste Priorität haben. Alles andere ist nebensächlich, weil der Feind alles zu zerstören sucht. Es ist dasselbe auch in unserem Fall. Alles muss auf die Seite gestellt werden, damit Russland sich be­kehrt. Auch wir sollen „Miterlöser“ für unsere Brüder sein. „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. ( Kol 1, 24).“ Die Mut­tergottes ruft uns zur höchstmög­lichen Stufe der Karriere: für un­sere Brüder zu Miterlösern in Christus zu werden. Das ist die Bedeutung, der Sinn der Botschaft von Fatima, der Botschaft des Friedens. Papst Paul VI. schrieb die Enzyklika Signum Magnum – das grosse Zeichen, das Zei­chen des Endsieges von Maria. Er schrieb dies zum 50-Jahr-Jubiläum der Er­scheinungen von Fatima im Jahr 1967. Wir leben in den letzten Zeiten; wir sind alles Zeichen, entwe­der von Maria oder von Satan.

Gott sagte zu Satan: „Ich will Feindschaft setzen zwi­schen dich und die Frau und zwischen deinen Nach­wuchs und ihren Nach­wuchs (Gen 3,15).“ Wir stehen an der Seite Mari­ens. Lasst uns durch Gebe­te und Opfer besonders die Bekehrung Russlands vorbereiten! Am 50. Jahrestag zitierte Papst Paul VI. auch den Heiligen Ambrosius: „Möge das Herz Mariens in jedem Christen gefunden werden, so dass jeder Christ das Magnifikat sprechen kann: „Hoch preist meine Seele den Herrn“ und auch ihr Fiat: Dein Wille geschehe. Wir sind zur Mit­erlösung aufgerufen:

Dies ist die Botschaft von Fatima.

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Quelle: Schweizer Fatima-Bote Nr. 56 2/2013 und Nr. 57 3/2013

 

19 Kommentare zu “Ist die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens wie erbeten erfolgt?

  1. Die Irrtümer Russlands haben sich über die Welt ausgebreitet. Sie sind heute (2015) mächtiger und zerstörerischer als je zuvor.
    Das kommt davon, wenn man einen Weiheauftrag des Himmels ignoriert.

  2. Jawohl @boni „Die Irrtümer Russlands.. sind heute (2015) mächtiger und zerstörerischer als je zuvor..“

    Bezüglich der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens spricht Maria klar und deutlich von Rußland und eben nicht von einem anderen Land oder der Welt:

    „..Um das zu verhindern, werde ich mit der Bitte kommen, Rußland meinem Unbefleckten Herzen zu weihen…“

    Wie wir alle wissen, Herr Schenker, schreiben sie vieles Unwahre. Das ist der Grund, warum Ihre Artikel kaum [mehr] gelesen werden.. Sie hätten sich also die Zeilen sparen können.
    Es hätte genügt, wenn Sie die Frage beantwortet hätten, die ich Ihnen stellte, warum Sie die Muttergottes folglich als Lügnerin abstempeln, denn wir haben keinen Frieden, weil Rußland nicht geweiht wurde und sich deshalb nicht bekehrt hat. Punkt! Wie lächerlich sind doch Ihre Verzerrungen und Deformationen angesichts des unermesslichen Kriegselends auf der Welt.

    „Das zweite Kommen [der Gottesmutter], um die Weihe Russlands zu erbeten, geschah am 13. Juni 1929 in der Kapelle der Dorothea-Schwestern in der spanischen Ortschaft Tuy.“

    Die Muttergottes ist nur ein Mal gekommen, um dies zu erbitten. Beim ersten Mal als die Gottesmutter davon sprach, hat sie nichts erbeten! Sie hat lediglich ihr Kommen angesagt: „Ich werde kommen, um die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu fordern.“

    Die Muttergottes spricht von den „Irrtümern“ Rußlands. Welche damit gemeint sind, wissen wir und erfahren wir tagaus, tagein: Die Entchristlichung, die Zerstörung der traditionellen Familie, das Aufkeimen der Patchwork- und der entsetzlichen Homo-Lebensgemeinschaften, der Abtreibung, die geradezu aufgezwungene Kinderkrippenstrategie, Gender-Mainstreaming, Angriffe auf traditionell christlich Ausgerichtete etc. Sie aber verlegen alles in die Vergangenheit. Dieses „fürchterlich Böse“ hat uns nicht bedroht, sondern bedroht uns jetzt, und gerade heute! Das vermeintlich totgeglaubte System lebt vergnügt in unserer Mitte weiter.

    Zerpflücken Sie nicht die Worte Mariens die klar genug sind:
    „Um die Seelen zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wer sie übt, dem verspreche ich das Heil“
    „Wenn man tut was ich sage wird FRIEDE sein!“

    „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Rußland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten und wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören..“
    Und mit dieser Bekehrung Rußlands ist auch die Rückkehr zur Katholischen Kirche, also das Verlassen des orthodoxen Glaubens zurück in die Römisch-katholische Kirche gemeint.

    Ihr reueloses Schuldbekenntnis „weil wir nicht auf die Aufrufe des Herrn in Fatima gehört haben“ macht Ihre Schuld nur noch größer. Sie sind schon ganz vom Gift der Konzilssekte infiziert, denn so stand es auch im Kommentardokument zum angeblichen „Dritten Geheimnis“ von Benedikt XVI.

    Denn gerade wegen des Nichthörens wird uns eine apokalyptische Dimension vorhergesagt: „verschiedene Nationen werden vernichtet werden“. So steht es und so wird es stehen bleiben bis zur Verwirklichung, weil die Aufrufe in Fatima von Ihren ach so heiligen Hirten sorglos in den Wind geschlagen wurden.
    Weder die Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens wurde erfüllt noch wurde das Dritte Geheimnis von Fatima jemals bekanntgemacht.

    „falsche und unverantwortliche Prophezeiungen“ interessieren uns überhaupt nicht. Wir kennen die klaren Anweisungen Unserer Himmlischen Mutter von Fatima. Alles andere beschäftigt uns nicht.

    Wenn wir die Botschaft von Fatima erfüllen, besiegen nicht wir, sondern das Unbefleckte Herz Mariens wird in der Macht Gottes alle Bosheit des Teufels zertrümmern. So will es GOTT. Diese Macht bekam Sie von Gott. Ihr allein gebührt der Endsieg, den sie uns auch versprochen hat. Sie allein ist die Überwinderin aller Irrtümer.

  3. @Alexius 10. Oktober 2015 um 20:07

    Richtig.

    Auch mir ist nicht bekannt dass die korrekte Weihe so wie sie die Gottesmutter in Fatima verlangt hat vollzogen worden ist. Sie ist bislang noch ausständig. Ob, wenn sie jetzt noch vollzogen werden würde dies von Nutzen wäre?

    Zwar scheint es dass in Russland durch Putin jetzt mehr auf christliche Werte geschaut wird. Aber auf der anderen Seite wird (auch) mit dem Islam ein (Schein)Frieden geschlossen.

  4. @POS schreibt:
    „Nach seiner Rückkehr von Rom wagte Pater Luis Kondor am 11.Mai 1984 Sr. Lucia im Karmel von Coimbra zu fragen: „Ist die Weihe wirklich vollzogen worden, wie dies Unsere Liebe Frau erbeten hatte?” Sie antwortete:
    „Ja, diese Weihe wurde vom Himmel angenommen”. „Und welches Zeichen werden wir dafür, Schwester, erhalten?” – „Schauen sie in den Osten von dort wird die Antwort kommen”.
    Und sie kam tatsächlich. Schwester Lucia bestätigte auch die Nachricht über die Bekehrung Russlands, die sie aus einer glaubwürdigen Quelle erhalten hatte: Russland hat offiziell den Weg des gottlosen Kommunismus aufgegeben und ist zur Religionsfreiheit zurückgekehrt.“

    Und aus welcher „glaubwürdigen Quelle“ hat sie es denn erhalten?
    Diese Ihre „Quelle“ stammt aus der Schlammbrühe des Lügners von Anbeginn!
    Sie ist vergiftet und berichtet falsches! Ich wiederhole, was Sie hier bringen, ist falsch und nochmals falsch!

    Wo ist die Erfüllung der Verheißung des weltweiten Friedens? Darauf haben Sie immer noch keine Antwort gegeben! Wo ist der Triumph des Unbefleckten Herzen Mariens? Wo ist die Bekehrung Rußlands?

    Die wahre Lucia hat niemals befürwortend gesagt, daß Rußland „zur „Religionsfreiheit zurückgekehrt“ und daß Rußland „den Weg des gottlosen Kommunismus aufgegeben“ habe.

    Was wir heute sehen und tagaus, tagein erfahren, ist das Verbreiten jener Irrtümer, von denen die Muttergottes sprach. Dieses Brechen des Gesetzes Gottes, diese Rechtswidrigkeiten verbreiten sich heute in einer Intensivität, daß wir auch die weiteren vorausgekündigten furchtbaren Ereignisse der Vernichtung der Nationen erleben müssen, wie es die Gottesmutter gesagt hat: „Wenn man tut was ich sage wird Friede sein, wenn nicht, wird Rußland seine Irrtümer über die Welt verbreiten“ und „ganze Nationen werden vom Erdboden verschwinden“.

    „Schauen sie in den Osten von dort wird die Antwort kommen“
    In der Tat wird die Antwort von dort kommen, aber auf eine andere furchterregende Weise!

    Wo ist die „Bekehrung Rußlands“ nach der „Weihe“ von 1984?

    Die Unmoral feiert Trümpfe. Rußland hat den höchsten Alkoholkonsum in der Welt. In den Jahren nach 1984 hatte Rußland die höchsten Abtreibungszahlen der Welt. Im Durchschnitt hat eine Russin 8 Abtreibungen. Es gibt Frauen, die bis zu 25 mal abgetrieben haben. Die Scheidungsrate in Rußland entspricht der Scheidungsrate der Vereinigten Staaten, das eine extrem hohe Scheidungsrate bedeutet. 1993 legalisierte Boris Jelzin die Homosexualität. Es ist eines der führenden weltweit anerkannten Zentren für Kinderpornographie. Was wollen Sie eigentlich mit Ihrer Lügengeschichte einer „Bekehrung Rußlands“, eines „Weltfriedens“ aufgrund der Weihe von 1984?

    Die katholische Religion in Rußland hat nur den Status einer unteren Sekte auf der Ebene der Mormonen, Quäker, Krishna, Zeugen Jehovas und der Church of Scientology.
    Wenn der Himmel von „Bekehrung“ spricht, dann meint er selbstverständlich die Bekehrung zur einzig wahren Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, zu der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. „Bekehrung Rußlands“ meint, daß Rußland nach dem 1000jährigen Schisma wieder katholisch wird.

    Wir haben also den sichersten Beweis, daß die Behauptungen Roms, die Weihe sei vollzogen und Lucia hätte dies bestätigt, eine freche Lüge sind. Die Aussagen dieser von Fatima aufgestellten Schein-Lucia sind eine Erfindung des apostatischen Roms.

    Erst wenn die Immakulata auf der Zinne des Kremls thront, ist Rußland bekehrt. Denn die Rückkehr Rußlands zur Römischen Kirche ist die heilige Frucht seiner Bekehrung.
    Die Muttergottes und damit Gott Selbst ist Derjenige, der befiehlt, daß die Nichtkatholiken, auch die nichtunierten Othodoxen, konvertieren MÜSSEN zur wahren Kirche, der heiligen Römischen Kirche.

    Was nach wie vor gilt sind die wahren Worte der wahren Schwester Lucia von Fatima:
    „Es ist notwendig, daß wir uns nicht von den orientierungslosen Lehren der Neuerer mitreißen lassen. Diese Kampagne der Modernen ist teuflich.“
    Sie nennt also die Sache beim Namen: „diese Kampagne der Modernen ist teuflisch“

    Ein anderes vielsagendes Wort aus ihrem Munde:
    „Warten wir nicht, bis von Rom ein Aufruf zur Buße und Umkehr kommt. Warten wir nicht auf einen Aufruf unserer Diözesanbischöfe. Jeder muß in eigener Initiative nicht nur seine eigene Seele retten, sondern auch jene, die ihnen von Gott in den Weg gestellt werden.“
    Das habe ich soeben versucht.
    ___________
    @Pierre, Sie ist nicht vonnutzen, weil sie von einem wahren Oberhaupt der wahren Katholischen Kirche vollzogen werden muss.

  5. @Alexius

    Schwester Lucia: Nichts Geheimnisvolles mehr im Geheimnis von Fatima
    Russland wurde der Gottesmutter geweiht, versichert sie

    21. Dezember 2001

    VATIKAN, 21. Dezember 2001(ZENIT.org).- Das Geheimnis von Fatima enthält nichts über die Terroranschläge vom 11. September, und der Inhalt wurde vom Heiligen Stuhl zur Gänze bekannt gemacht. Auch wurde Russland der Gottesmutter geweiht. All das bestätigte Schwester Lucia vom Heiligsten Herzen Jesu und Mariä.

    Die einzige Überlebende der Seherkinder von Fatima gab am 17. November dieses Jahres diese Erklärung gegenüber dem Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Tarcisio Bertone, ab.

    Der Inhalt des Gespräches zwischen dem Erzbischof und der Schwester in ihrem Kloster von Coimbra (Portugal) wurde am Donnerstag vom Pressesaal des Heiligen Stuhles bekanntgegeben.

    Es heißt in dem Pressetext: „In den vergangenen Monaten, insbesondere nach den schrecklichen Ereignissen vom 11. September, erschienen in den Zeitungen Artikel über angebliche neue Enthüllungen von Schwester Lucia, die warnend an den Papst geschrieben habe und die Botschaft von Fatima erneut apokalyptisch interpretiert habe“.

    „Auch hat man den Verdacht geäußert, der Heilige Stuhl habe den Text des Dritten Geheimnisses von Fatima nicht vollständig bekanntgegeben. Einige „Fatima“-Bewegungen haben wiederholt den Vorwurf erhoben, der Papst habe Russland immer noch nicht dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht“.

    Daher sei es notwendig gewesen, dass Erzbischof Bertone persönlich die Dinge „klärt und direkte Information von der Seherin einholt“.

    Die Begegnung fand in Anwesenheit von Pater Luis Kondor, dem Vizepostulator der Heiligsprechungscausa der seligen Francisco und Jacinta, und der Priorin des Karmels der Heiligen Theresa statt.

    Die über zweistündige Unterredung fand am 17. November nachmittags statt. Der Vatikanbeauftragte bestätigte, dass „Schwester Lucia, die am kommenden 22. März 95 Jahre alt wird, völlig klar ist und sich bester Gesundheit erfreut“.

    Drittes Geheimnis von Fatima

    Es ging bei der Begegnung in erster Linie um das Dritte Geheimnis von Fatima. Die Schwester bestätigte, sie habe „aufmerksam den von der Glaubenskongregation veröffentlichten Artikel gelesen und bestätigt den Inhalt“.

    Als ihr der Erzbischof mitteilte, man habe den Verdacht geäußert, das Geheimnis sei nur zum Teil veröffentlicht worden, sagte sie: „Es wurde alles veröffentlicht, es gibt keinen weiteren Geheimnisse“.

    „Wenn ich neue Erscheinungen gehabt hätte, dann hätte ich sie niemandem mitgeteilt, sondern sie direkt dem Heiligen Vater unterbreitet“, so die Ordensfrau.

    Weihe Russlands

    Weiteres Thema waren die Äußerungen des kanadischen Priesters Nicholas Gruner, der „a divinis“ suspendiert ist. Dieser sammelt Unterschriften dafür, dass der Papst Russland endlich dem unbefleckten Herzen Mariens weihe, da dies bisher nicht geschehen sei.

    Wörtlich sagte Schwester Lucia zu Erzbischof Bertone: „Die Kommunität des Karmels hat die Unterschriftenformulare abgelehnt. Ich hatte bereits gesagt, dass die von Unserer Lieben Frau gewünschte Weihe 1984 erfolgt und vom Himmel angenommen worden ist“.

    Schließlich ging es auch noch um Lucias persönliches Leben. In einigen Artikeln hieß es nämlich, die Schwester könne Nachts vor Sorge nicht mehr schlafen und sie bete Tag und Nacht.

    Sie antwortete darauf: „Das stimmt nicht. Wie könnte ich wohl Tags beten, wenn ich nachts nicht ausruhte? Was man mir alles zutraut! Und was ich angeblich alles mache! Die Leute sollten mein Buch lesen („Die Rufe der Botschaft von Fatima“). Dort stehen alle Ratschläge und Appelle hinsichtlich der Bitten Unserer Lieben Frau. Gebet und Buße, mit tiefem Glauben an die Macht Gottes: das wird die Welt retten“.

    _______
    Quelle

  6. @POS schreibt:
    „Schwester Lucia: Nichts Geheimnisvolles mehr im Geheimnis von Fatima
    Russland wurde der Gottesmutter geweiht, versichert sie“

    Wir stützen uns allein auf die wahren Worte der wahren Lucia. Diese obiger Hinweis wurden zu keiner Zeit von der wirklichen Schwester Lucia dos Santos, dem wahren Seherkind von Fatima, bestätigt. Die Worte stammen nicht von ihr, sondern – wenn überhaupt – von der längst nachgewiesenen Doppelgängerin (http://www.servi.org/Sister_Lucy_Experiment)

    Sie schreiben:
    „Die einzige Überlebende der Seherkinder von Fatima gab am 17. November dieses Jahres diese Erklärung gegenüber dem Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Tarcisio Bertone, ab.“

    Die wahre Lucia gab ÜBERHAUPT KEINE dieser Erklärungen ab. Sie bestätigte zu keiner Zeit, daß Russland der Gottesmutter geweiht wurde. Bertone hat keine Information von der wahren Seherin eingeholt.

    Es ist eine unbeschreibliche List, eine Begegnung mit Sr. Lucia vorzutäuschen, wie dies Tarcisio Bertone getan hat, um die Fatimabotschaft zu entstellen und zu verfälschen.

    Im Interview von Bertone mit Guiseppe De Carli lügt Bertone wieder einmal die ganze Welt an, daß Lucia klar und deutlich alles gesagt habe über das Dritte Geheimnis und dies hätte Lucia selbst bestätigt mit den Worten: „Alles ist veröffentlicht worden, es gibt nichts Geheimes mehr….“
    Und daß über das Geheimnis soviel spekuliert werde, bekümmere Lucia:
    “Würden sie sich doch bemühen, nach dem Wesentlichen zu leben, was schon gesagt wurde!.. Aber sie interessieren sich nur für das, was noch zu sagen bleibt…“

    Diese erfundenen Aussagen entlarven Bertone endgültig als Erzlügner, eine Irreführung übelster Art.

    Und wer hat jemals behauptet, das Dritte Geheimnis enthalte etwas über die Terroranschläge vom 11. September?
    Seriöse Informationen – Schrei-Blätter interessieren uns nicht – haben nie behauptet, daß das Geheimnis von Fatima etwas über die Terroranschläge vom 11. September enthalte. Wer das überhaupt erwähnt, stellt nur seine Leichtgläubigkeit zur Schau.

    Ebenso sind die Behauptungen eine glatte Lüge, daß die wahre Lucia eine große Liebe und Verehrung für den Heiligen Vater [Johannes Paul II.] hatte. Das wurde alles vom Lügentempel in Rom erfunden.

    Ebenso wenig war die wahre Lucia „erfreut über die Verbreitung ihres angeblichen Buches ‚Die Appelle der Botschaft von Fatima‘, weil sie das Buch gar nicht geschrieben hat.

    Auch Nachfolgendes gehört in das Sammelsurium der Lügenpropaganda des Vatikans:

    „Schwester Lucia antwortet: Es ist nicht wahr. Ich bestätige vollends die Interpretation, wie sie [Drittes Geheimnis von Fatima] im Jubiläumsjahr gegeben worden ist.“
    Das hat sie NICHT gesagt!
    Und auch Folgendes nicht:
    Frage: „Was sagen Sie zu den ständig wiederholten Behauptungen des Pater Gruner, der Unterschriften sammelt, damit der Papst endlich die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens vollziehe, die noch nie geschehen sei?“
    Schwester Lucia antwortet: Die Gemeinschaft des Karmel hat die Formulare für die Sammlung der Unterschriften weggeworfen. Ich habe schon gesagt, dass die von Unserer Frau gewünschte Weihe im Jahr 1984 geschehen ist und dass sie im Himmel angenommen ist.“
    Das sind Lügen! Denn niemals hat Schwester Lucia das gesagt!

    Im übrigen, Herr Schenker, gehen Sie mit keinem Wort auf meinen vorausgehenden Artikel ein, z.B.:

    Wenn der Himmel von „Bekehrung“ spricht, dann meint er selbstverständlich die Bekehrung zur einzig wahren Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, zu der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. „Bekehrung Rußlands“ meint, daß Rußland nach dem 1000jährigen Schisma wieder katholisch wird.

    Warten wir nicht, bis von Rom ein Aufruf zur Buße und Umkehr kommt. Warten wir nicht auf einen Aufruf unserer Diözesanbischöfe. Jeder muß in eigener Initiative nicht nur seine eigene Seele retten, sondern auch jene, die ihnen von Gott in den Weg gestellt werden. (Worte der wahren Lucia)

  7. @Alexius

    Ich habe LEIDER keine Zeit, auf alle Ihre Gegen-Positionen zu meinen Artikeln einzeln persönlich einzugehen. Ich tue das – so weit als möglich – durch das Veröffentlichen von Artikeln/Stellungnahmen kompetenter Personen zur fraglichen Thematik eher pauschal, im allgemeinen Sinn. So werde ich (als weiteres Beispiel) anschließend einen Artikel veröffentlichen von Kardinal Tarcisio Bertone, den Sie OHNE JEGLICHEN WIRKLICHEN BEWEIS als ERZLÜGNER brandmarken.

  8. @POSchenker 11. Oktober 2015 um 22:24

    In wahren Tradi- Kreisen eigentl.hinlängl.bekannt:
    Die Weihe wurde von JPII. NICHT RICHTIG vollzogen ( mit allen Bischöfen der Welt ).
    Und wenn wirklich diese V2- Bischöfe vielleicht allesamt exkommuniziert wären/sind dann hat @Alexius sehr wohl recht dass diese Weihe sowieso hinfällig wäre.

    Es bestünde nur noch die Möglichkeit wenn sich alle (Sedi-)Bischöfe zusammenfinden würden um (einigermassen) dem Willen Gottes/Gottesmutter gerecht zu werden. Vielleicht hilft`s?

  9. @Pierre

    In diesem meinem Artikel „Ist die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens WIE ERBETEN erfolgt“ ist zu lesen:

    Unter neuen Umständen erfüll­te sich am 25. März 1984 in Rom die Bitte der Heiligsten Jungfrau; Der Heilige Vater Jo­hannes Paul II. weihte Russ­land dem Unbefleckten Herzen Mariens, zusammen mit allen Bischöfen der weiten Welt.

    „Diese Weihe erfolgte öffentlich durch den Heiligen Vater, Jo­hannes Paul II. in Rom am 25. März 1984 vor der Statue Unserer Lieben Frau, die in der Erscheinungskapelle in der Cova da Iria in Fatima verehrt wird. Nachdem der Heilige Va­ter alle Bischöfe der Welt ange­schrieben hatte mit der Bitte, sie mögen sich in diesem Wei­heakt mit Seiner Heiligkeit ver­einigen, ordnete er an, dass das Gnadenbild eigens nach Rom gebracht werde, um zum Ausdruck zu bringen, dass er die Weihe vor diesem Bild voll­ziehe, weil Unsere Liebe Frau von Fatima darum gebeten hatte.

    Lesen Sie auch einmal das Apostolische Schreiben „Redemptionis donum“ von Johannes Paul II. vom 25. März 1984, dem Tag dieser WEIHE!

  10. S.g.Hr.POS,

    selbst wenn ich Ihnen recht geben wollte so darf gewiss die berechtigte Frage von @Alexius gestellt werden:

    “ Wo ist (dann) die “Bekehrung Rußlands” nach der “Weihe” von 1984?

    Die Unmoral feiert Trümpfe. Rußland hat den höchsten Alkoholkonsum in der Welt. In den Jahren nach 1984 hatte Rußland die höchsten Abtreibungszahlen der Welt. Im Durchschnitt hat eine Russin 8 Abtreibungen. Es gibt Frauen, die bis zu 25 mal abgetrieben haben. Die Scheidungsrate in Rußland entspricht der Scheidungsrate der Vereinigten Staaten, das eine extrem hohe Scheidungsrate bedeutet. 1993 legalisierte Boris Jelzin die Homosexualität. Es ist eines der führenden weltweit anerkannten Zentren für Kinderpornographie. Was wollen Sie eigentlich mit Ihrer Lügengeschichte einer “Bekehrung Rußlands”, eines “Weltfriedens” aufgrund der Weihe von 1984? … etc. … “

    Welche Erklärung haben Sie hierfür?

    Deshalb schrieb auch @Alexius weiter (s.o.): “ … Es hätte genügt, wenn Sie die Frage beantwortet hätten, die ich Ihnen stellte, warum Sie die Muttergottes folglich als Lügnerin abstempeln, denn wir haben keinen Frieden, weil Rußland nicht geweiht wurde und sich deshalb nicht bekehrt hat. Punkt! Wie lächerlich sind doch Ihre Verzerrungen und Deformationen angesichts des unermesslichen Kriegselends auf der Welt. “

    Damit ergibt sich folgende Sichtweise: Kann nun die Gottesmutter(!) mit dieser Anschuldigung „leben“ da Sie nun als eine Lügnerin(!!) dasteht, oder wie darf man denn sonst den Frieden und die Bekehrung Russlands verstehen NACH(!!!) der RICHTIG vollzogenen Weihe ( bzw.wenn überhaupt )?

    PS.: Abgesehen davon, hätte die Weihe ja nicht schon VIEL früher erfolgen sollen/MÜSSEN (bis spätestens ca. 1960, @Alexius hatte dies ja ebenfalls mal erwähnt – weiss nicht mehr so genau )? Da muss/müsste man ja schon stutzig werden dass doch nicht alles so korrekt abgelaufen sein kann, vgl. wo sind nun die guten wahren Früchte bzw. die Verheissung?? Lassen die noch immer auf sich warten??!

  11. Erg./Korr “ bis spätestens ca. 1960, „: gemeint ist hier die Veröffentlichung des 3.Fatima – Geheimnisses

  12. @POSchenker 12. Oktober 2015 um 18:04

    Ist mir nicht entgangen.
    Deswegen schrieb ich ja am 10. Oktober 2015 um 20:36 :

    “ Zwar scheint es dass in Russland durch Putin jetzt mehr auf christliche Werte geschaut wird. Aber auf der anderen Seite wird (auch) mit dem Islam ein (Schein)Frieden geschlossen. “

    dazu der LINK http://www.deutschlandfunk.de/muslime-in-russland-die-einweihung-einer-der-groessten.886.de.html?dram:article_id=331995

    Nun, was sagen Sie dazu ?

  13. POS

    Ja, wie kann man von einer fortschreitenden Bekehrung sprechen wenn auf der anderen Seite der Islam (noch) gestützt/unterstützt wird??! Verstehe ich nicht! Das ist nicht die Verheissung der Gottesmutter. Entweder die Bekehrung i.e.S. oder wieder nur ein dahinwursteln mit anderen Religionen. Das kennen wir ja bereits zur Genüge.

    Deswegen schrieb auch @Alexius 11. Oktober 2015 um 14:57

    “ Erst wenn die Immakulata auf der Zinne des Kremls thront, ist Rußland bekehrt. Denn die Rückkehr Rußlands zur Römischen Kirche ist die heilige Frucht seiner Bekehrung. „

  14. @POS schreibt:
    „So werde ich (als weiteres Beispiel) anschließend einen Artikel veröffentlichen von Kardinal Tarcisio Bertone, den Sie OHNE JEGLICHEN WIRKLICHEN BEWEIS als ERZLÜGNER brandmarken.“

    Die konkreten Beweise hiefür wurden von mir auf dieser Ihrer Webseite zum wiederholten Male bis ins Detail beschrieben und aufgeführt.

    Sie behaupten nach wie vor:
    „Der Heilige Vater Johannes Paul II. weihte Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens, zusammen mit allen Bischöfen der weiten Welt.“

    Die Weihe fand nicht statt. Und Lucia hat dies nie bestätigt. Sie wurde nicht mit allen Bischöfen der Welt vollzogen. Die gesamten Bischöfe der Welt hätten wie zu einer Synode in Rom versammelt werden müssen. Ein gemeinsames, einheitliches Geschehen hätte es sein müssen. Niemand von den Gläubigen wurde auf einen bestimmten Tag darauf vorbereitet. Und Rußland wurde NICHT erwähnt. Die Muttergottes wollte keinen Vertrauensakt, sie wollte keine unklaren und verfilzten Worte, sie wollte die Weihe mit der ausdrücklichen Erwähnung „Rußland“.

    Warum sind Sie nicht in der Lage, das Geschriebene zur Kenntnis zu nehmen?
    Darüber hinaus haben Sie doch prompt unterlassen, vom „Heiligen“ Heiligen Vater“ zu sprechen! Welch ein Versäumnis!

    Abermals ersuche ich Sie, doch endlich die Frage zu beantworten, warum wir dann keinen Frieden haben, den die Muttergottes ausdrücklich versprochen hat? Und warum breiten sich diese speziellen Irrtümer heute so rasant aus wie noch nie?
    Sehen Sie denn nicht, wie sich die kriegerischen Auseinandersetzungen zuspitzen, wie die vorhergesagten Christenverfolgungen sich verwirklichen? Geben Sie darauf endlich eine zufriedenstellende Antwort.

  15. @Alexius 12. Oktober 2015 um 18:38

    Ergänzung zu @Pierre 10. Oktober 2015 um 20:36

    DANKE @Alexius für diese Worte. Das war es auch was die wahren Tradi- Kreise immer noch glauben:

    “ Die Weihe fand nicht statt. Und Lucia hat dies nie bestätigt. Sie wurde nicht mit allen Bischöfen der Welt vollzogen. Die gesamten Bischöfe der Welt hätten wie zu einer Synode in Rom versammelt werden müssen. Ein gemeinsames, einheitliches Geschehen hätte es sein müssen. Niemand von den Gläubigen wurde auf einen bestimmten Tag darauf vorbereitet. Und Rußland wurde NICHT erwähnt. Die Muttergottes wollte keinen Vertrauensakt, sie wollte keine unklaren und verfilzten Worte, sie wollte die Weihe mit der ausdrücklichen Erwähnung “Rußland”. “

    POS: Genau DAS hatte ich gemeint. 1. eine Synode hätte stattfinden müssen und 2. die explizite Erwähnung Russlands

  16. @Alexius, @Pierre

    Ich bin daran, zwei weitere wichtige Artikel vorzubereiten. Ich bitte um etwas Geduld. Mir ist es selber ein großes Anliegen, in dieser wichtigen Angelegenheit Klarheit zu schaffen.

  17. Pingback: Exorzist Amorth: Wenn die Weihe Russlands bis Ende Oktober 2015 nicht vollzogen ist … | POSchenker

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