Die letzten Nachfolger Petri und das Ökumenische Konzil Vatikanum II -11

Cefalu_Christus_Pantokrator

IV. JESUS CHRISTUS, DER MITTLER
UND DIE ERFÜLLUNG DER GESAMTEN OFFENBARUNG

1. Der neue und ewige Bund

„Christus ist der Mittler zwischen Gott und dem Menschen (vgl. 1 Tim 2,5). Denn seine Menschheit war in der Einheit mit der Person des Wortes Werkzeug unseres Heils“ (SC 5).

Auf seinem geheimnisvollen Weg „steigt Gott schrittweise aus seiner unermeßlichen Transzendenz herab, er tritt am Ende aus der immer hel­leren Wolke der Prophetien heraus, er wendet sich in neuer, übernatürli­cher Weise unserer Erde und unserer Geschichte zu und kommt schließ­lich in der unerwarteten Demut von Betlehem und in der Reinheit Ma­riens auf unsere Erde herab. Er wird Mensch; es ist Christus.“50

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50 Paul VI., Ansprache vom 23. 12. 1965, 804.

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„Die heilige Katharina von Siena vergleicht Christus mit einer »Brücke über der Welt«. Ja, er ist wirklich die Brücke und der Mittler.“51

„Jesus ist der neue und ewige Bund.“52

Das Wort Gottes ist Gott selbst, weil es der eingeborene Sohn Gottes ist. Jesus Christus ist das menschgewordene Wort Gottes. In ihm ist eine einzige Person – jene des Ewigen Wortes (des Logos) – , die in zwei Natu­ren subsistiert und lebt: in der göttlichen und in der menschlichen. Jesus ist der wahre Sohn Gottes und der wahre Sohn der Jungfrau Maria. Jesus ist vollkommen Gott und dem Vater in seiner Gottheit gleich: er ist dem Vater wesensgleich. Jesus ist vollkommen Mensch und uns gleich, was die Menschheit betrifft: er ist uns wesensgleich. Die Vereinigung der gött­lichen Natur mit der menschlichen in der Hypostase (d.h. Person) des Wortes heißt „hypostatische Union“.

Jesus Christus ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen, weil er die Brücke über dem grenzenlosen Abgrund ist, der zwischen dem un­endlichen und ewigen Gott und den menschlichen Geschöpfen liegt. Durch die Menschwerdung hat sich der Sohn Gottes unendlich herabge­lassen, während der Mensch – von ihm in der Einheit seiner Person auf­genommen – unendlich erhoben wurde. Im unermeßlichen Wunder der Menschwerdung besteht die absolute Neuheit des Neuen Testamentes.

Der Gott-Mensch ist der Mittler des neuen und ewigen Bundes. Er ist sogar in gewissem Sinne selbst dieser Bund, weil er in sich Gott und den Menschen unvermischt verbindet. Jesus ist ein unendlich wunderbarer Berg des Bundes: in ihm ist der Sohn Gottes persönlich zum inneren und äußeren Menschen abgestiegen: der Sohn Gottes ist persönlich der Men­schensohn. Und der Mensch wurde bis auf die personale Ebene des Soh­nes Gottes erhoben: der Mensch Jesus ist persönlich der Sohn Gottes. In Jesus Christus hat der Dreifaltige Gott den neuen und ewigen Bund mit dem Menschen und mit der Menschheit geschlossen.

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51 Johannes Paul II., Ansprache vom 19.10. 1988, 3,1270.

52 Ders., Ansprache vom 2. 2. 1992, 1, 214; vgl. Pius IX., Lux veritatis, in: Encicliche I, 991; Pius XII., Ansprache vom 24. 12. 1952, in: Discorsi XIV, 423-424; Paul VI., Ansprache vom 18. 12. 1968, 663-664; Johannes Paul II., Ansprache vom 9. 7. 1989, 2, 60-61; ders., Ansprache vom 19. 7. 1991, 2,116.

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2. Der Mittler und die Erfüllung der gesamten Offenbarung

Jesus Christus „ist zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offen­barung“ (DV 2).

„Jesus Christus, der aus Maria der Jungfrau geborene Mensch, ist der Sohn Gottes. Die Wahrheit über Jesus Christus, den Sohn Gottes, stellt in der Selbstoffenbarung Gottes den Schlüsselpunkt dar, durch den sich das unsagbare Geheimnis des einen Gottes in der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ent­hüllt.“53

„Christus ist die persönliche Offenbarung Gottes. Er spricht nicht nur von Gott, seinem Vater, sondern er bietet sich uns als die vollkommene Offen­barung des Vaters dar. Jesus ist der Sohn Gottes, das lebendige und personale Wort des Vaters, das durch das Wirken des Heiligen Geistes im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden ist.“54

Jesus Christus ist der Mittler der gesamten Offenbarung, weil er das persönliche Wort Gottes ist. Gott hat sich tatsächlich in allen vorherge­henden Offenbarungen durch sein Wort kundgetan. Am Ende wurde das Wort Fleisch und kam, um auf der Erde der Menschen zu wohnen (vgl. GS 38). Die göttliche Person des Wortes, die als Mensch auf der Erde der menschlichen Personen wohnt, ist jetzt auch als Mensch der Mittler der gesamten Offenbarung. Sie ist die Brücke der Selbstoffenbarung Gottes. „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“ (Joh 1,18). Kein Mensch kann Gott Vater erkennen und zu ihm kommen, es sei denn durch Jesus Chri­stus, „den Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).

Gott „spricht“ das ewige Wort, indem er es im Geheimnis seines inne­ren Lebens erzeugt. Gott „spricht“ dann das Wort nach außen („ad ex­tra“) in der Schöpfung des Universums. Gott „spricht“ das Wort außer­dem „nach außen“ in den verschiedenen Offenbarungsökonomien. Zu­letzt, in der Fülle der Zeiten, ist das ewige Wort „Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14). Der Logos-Mensch ist Jesus Christus. Jesus Christus ist die Selbstoffenbarung Gottes an den Menschen und die Menschheit. Er ist die unendlich persönliche Selbstoffenbarung Gottes.

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53 Johannes Paul II., Ansprache vom 19. 8. 1987, 3, 228.

54 Ders., Ansprache vom 13. 5. 1990, 1, 1288; vgl. ders., Ansprache vom 3. 6. 1987, 2,1928f; ders., Ansprache vom 24. 6. 1987, 2, 2307; ders., Ansprache vom 21. 5. 1989, 1, 1322; ders., Ansprache vom 23. 5. 1993, 1, 1310; Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 65.

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Jesus Christus ist die unendliche Fülle der gesamten Selbstoffenbarung Gottes, die Fülle der Gnade und Wahrheit. Alle Ökonomien der Selbst­offenbarung Gottes waren auf die Annahme dieser unsagbaren Fülle aus­gerichtet und bereiteten die Menschen auf diese vor. Gott hat auf vielerlei Weisen und mehrmals durch die Propheten gesprochen. Aber alles, was er uns zu sagen hatte, hat er in seinem menschgewordenen Wort gesagt (vgl. Hebr 1,1-2; 7,27). Jesus ist das endgültige und unüberbietbare Wort der Selbstoffenbarung Gottes.

„Im Heilszeichen der Heiligsten Dreifaltigkeit ist das Geschenk der Menschwerdung also der Höhepunkt und Mittelpunkt der ganzen Offen­barung, die Gott dem Menschen von sich selbst machen wollte, und der Höhepunkt des Heilsgeschenkes, das Gott von sich selbst und seinem Leben zu unserem Heil mitteilt. In Christus hat Gott uns tatsächlich das endgültige Wort seiner Wahrheit gesagt: »Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe« (Joh 15,15); und in Christus hat sich die Verheißung der Erlösung erfüllt.“55

„»Wer mich sieht, sieht den Vater« (Joh 14,6). Das Neue Testament ist ganz durchzogen vom Licht dieser Wahrheit des Evangeliums. Der Sohn ist »der Abglanz seiner (des Vaters) Herrlichkeit« und »das Abbild seines Wesens« (Hebr 1,3). Er ist das »Ebenbild des unsichtbaren Gottes« (Kol 1,15). Er ist die Epiphanie Gottes. Als er Mensch wurde, indem er »Knechts­gestalt« annahm und »gehorsam war bis zum Tod« (vgl. Phil 2,7-8), wurde er gleichzeitig für alle, die ihn gehört haben, »der Weg«: der Weg zum Va­ter, mit dem er »die Wahrheit und das Leben« (Joh 14,6) ist.“56

„Christus ist die Offenbarung des Geheimnisses. Er ist die »Sichtbarkeit des Unsichtbaren«. Er ist die »Menschwerdung«.“57

Die Ordnung der Offenbarung hat ihren Mittel- und Angelpunkt in der Menschwerdung. Der Eintritt Gottes in die Schöpfung verwirklicht sich in der Menschwerdung auf neue und entscheidende Weise. Gott tritt in

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55 Johannes Paul II., Ansprache vom 21. 5. 1989, 1, 1308-1309.

56 Ders., Ansprache vom 8. 7. 1987, 3, 53.

57 Ders., Ansprache vom 10. 4. 1988, 1, 861; vgl. ders., Ansprache vom 8. 9. 1982, 3, 390; vgl. ders., Ansprache vom 14. 4. 1993, 1, 887: Jesus ist das „menschliche Ebenbild“ des Vaters; ders., Ansprache vom 1. 6. 1988, 2,1719-1720: „»Niemand kennt (epiginoskei) den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will« (Mt 11,27; vgl. Lk 10,22). (…) Wenn der wesentliche Sendungsauftrag Christi darin besteht, den Vater zu offenbaren, der »unser Gott« ist (vgl. Joh 20,17), wird er gleichzeitig selbst vom Vater als Sohn offenbart.“

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die Geschichte und Geographie der Menschheit ein, um endgültig das übernatürliche Geschick des Menschen, oder die Vorherbestimmung (Prädestination) der ganzen Schöpfung in Christus, zu offenbaren und zu verwirklichen.

„Jenes Geheimnis, das (in Gott) seit ewigen Zeiten unausgesprochen war“ (Röm 16, 25; vgl. Eph 3,9; Kol 1,26) ist, in gewissem Sinne, das zen­trale Thema der gesamten Offenbarung. Das Geheimnis ist der Heilsplan Gottes für den Menschen und die Menschheit. Das in der Ökonomie der Selbstoffenbarung Gottes verborgene Geheimnis war im Alten Testament verschleiert. Jesus Christus nimmt mit seinem Kommen diesen Schleier der ganzen alttestamentlichen Offenbarung weg und enthüllt das Ge­heimnis. Er selbst ist das Geheimnis und die Offenbarung des Geheim­nisses. Das Geheimnis ist jetzt in dieser Welt, im Inneren dessen, was sichtbar, hörbar, fühlbar ist.

Jesus ist als äußerer Mensch die Sichtbarkeit Jesu als innerer Mensch, ja noch mehr die Sichtbarkeit Jesu als das Wort des unsichtbaren Gottes. Jesus ist als äußerer Mensch die Sichtbarkeit des Wortes Gottes, des we­sensgleichen Bildes des Vaters. Jesus ist die Sichtbarkeit des unsichtbaren Gottes. Jesus ist das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Gottes. Wer ihn sieht, sieht den Sohn Gottes, ja er sieht den Vater.

„Die Wahrheit über die Heiligste Dreifaltigkeit ist eng mit der Offenba­rung verbunden, die Christus in seiner Heilssendung vollendet hat: Jesus Christus hat uns die Einheit Gottes in den drei göttlichen Personen offen­bart. (…) Die Erkenntnis des Lebens des Dreifaltigen Gottes aber, das heißt seiner »Gemeinschaft der Liebe«, ist nur dann möglich, wenn man auf die Botschaft Christi, des fleischgewordenen Wortes, des Logos, hört, der zu uns gekommen ist, um uns von Gott als dem Vater zu sprechen und uns die Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn zu offenbaren, die von ihm als »Spiritus Paraclitus«, Tröstergeist, bezeichnet wird.“58

„Der Mensch ist im Herzen des Geheimnisses Christi, der Mensch ist im Herzen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und zwar von Anfang an. Wurde er etwa nicht nach dem Bild und Gleichnis Gottes erschaffen? Andernfalls hätte der Mensch keinen Sinn. Der Mensch hat in der Welt nur als Bild und Gleichnis Gottes einen Sinn. Andernfalls hätte er keinen Sinn, und man käme zu der Aussage, wie einige behaupten, der

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58 Ders., Ansprache vom 29. 5. 1989, 1, 1389.

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Mensch sei nur eine »unnütze Leidenschaft«.“59

„Christus (…) hat in Tat und Wort seinen Vater und sich selbst“ (DV 17) und den Heiligen Geist offenbart. Indem Jesus das Geheimnis des Vaters und seiner Liebe offenbart, „macht er dem Menschen den Men­schen voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung“ (GS 22).

Der Mensch wurde nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen (vgl. Gen 1,26-27), das heißt nach dem Bild und Gleichnis des Dreieinen Gottes. Und der Mensch wurde nach dem Bild Jesu Christi geschaffen, der „das Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15) ist. Adam war im irdischen Paradies ein Bild von Jesus Christus. Jesus offenbart den in Adam gefallenen Menschen das wahre Gesicht des Menschen: des Men­schen, so wie Gott ihn von Ewigkeit her gedacht, „gewollt“, zur Gnade und Herrlichkeit berufen und bestimmt hat.

„In Christus und durch Christus hat sich Gott der Menschheit vollkom­men geoffenbart und sich ihr endgültig genähert. Gleichzeitig hat der Mensch in und durch Christus ein volles Wissen um seine Würde, um seine Erhebung, um den transzendenten Wert des eigenen Menschseins und um den Sinn seiner Existenz erworben.“60

 

3. Die Erfüllung der gesamten Offenbarung

„Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als »Mensch zu den Men­schen« gesandt (Brief an Diognet VII, 4: F.X. Funk, Patres Apostolici [Tü­bingen 1901] 403), »redet die Worte Gottes« (Joh 3,34) und vollendet das Heilswerk, dessen Durchführung der Vater ihm aufgetragen hat (vgl. Joh 5,36; 17, 4). Wer ihn sieht, sieht auch den Vater (vgl. Joh 14,9). Er ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder (…), die Offenbarung erfüllt und abschließt“ (DV 4).

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59 Ders., Ansprache vom 1. 6. 1980, 1, 1588-1589; Paul VI., Ansprache vom 1. 2. 1967, 685: „Jesus ist der Mittler zwischen Gott und dem Menschen (1 Tim 2,5). Jesus ist, so wollen wir hinzufügen, der Offenbarer Gottes und des Menschen. Wenn wir wirklich Gott erkennen wollen, müssen wir uns an Jesus wenden; wenn wir wirklich den Menschen kennenlernen wollen, dann müssen wir noch einmal ihn befragen. Von Jesus geht der Weg aus, der zur wahren Erkenntnis des himmlischen Vaters und des inneren unendlichen Lebens Gottes, der Heiligsten Dreifaltigkeit, hinaufführt; von Jesus geht der Weg aus, der zur wahren Erkenntnis des Menschseins, zum Geheimnis des Menschen, seiner Natur und seiner Bestimmung hinabführt.“

60 Johannes Paul II., Redemptor hominis, Nr. 11.

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„Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Nicht ein scheinba­rer Mensch, kein »Phantasma« (homo phantasticus), sondern ein wirklicher Mensch. So haben ihn die Apostel und die Gruppe der Gläubigen ge­kannt, die die Urkirche bildeten. So haben sie uns in ihrem Zeugnis dar­über berichtet.

Schon jetzt stellen wir fest, daß es bei diesem Sachverhalt keinen Wider­spruch in Christus gibt zwischen dem, was »göttlich« und dem, was »menschlich« ist. Wenn der Mensch von Anfang an als Bild Gottes ihm ähnlich erschaf­fen wurde (vgl. Gen 1,27; 5,1) und folglich das, was »menschlich« ist, auch das offenbaren kann, was »göttlich« ist, um wieviel mehr konnte das in Christus geschehen. Er hat seine Gottheit durch seine Menschheit offenbart, durch ein wirklich menschliches Leben. Seine »Menschheit« diente dazu, seine »Gottheit« zu offenbaren: seine Person als Wort, als Sohn.

Gleichzeitig aber war er als Gottessohn deshalb nicht »weniger« Mensch. Im Gegenteil, aus diesem Grund war er »voll« Mensch, das heißt in der Annahme der menschlichen Natur, vereinigt mit der göttlichen Person des Wortes, verwirklichte er die menschliche Vollkommenheit in Fülle.“61

Durch das Wirken des Heiligen Geistes hat die Jungfrau Maria von Na­zareth das Mensch gewordene Wort empfangen: Jesus Christus. Durch die Mutterschaft Mariens ist das Wort als wahrer Mensch in die Geschichte und Geographie des Volkes Israel, ja der ganzen Menschheit eingetreten. Jesus wurde in Betlehem geboren, und als wahrer Israelit nahm er am Le­ben seines Volkes teil. Er hat fast sein ganzes äußeres Leben in Palästina verbracht. Palästina ist das Land Jesu (das Heilige Land). Das Leben Jesu ist das Zentrum und das Herz der Selbstoffenbarung Gottes.

Der Logos-Mensch lebt auf der Erde der menschlichen Personen als wahrer Gott und als wahrer Mensch. Sein irdisches Leben ist vollkommen göttlich (theologisch, theozentrisch) und vollkommen menschlich (anthro­pologisch, anthropozentrisch). Jesus lebt als göttliche Person, und er lebt als innerer und äußerer Mensch; er lebt als göttliche Person im angenom­menen inneren und äußeren Menschen. Jesus handelt als göttliche Person durch seine Menschheit und vollbringt seine Werke als wahrer Gott und als wahrer Mensch. Als göttliche Person äußert und enthüllt Jesus sein göttliches Leben durch sein menschliches Leben. Durch sein menschliches

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61 Ders., Ansprache vom 27. 1. 1988, 1, 260; vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben vom 25. 3. 1974, 290; Johannes Paul II., Ansprache vom 24. 4. 1979, 1, 972: „Gott ist durch seine Menschwerdung in die Geschichte der Menschen eingetreten. Das ist die zentrale Wahrheit des christlichen Glaubens, der wesentliche Inhalt des Evangeliums und der Sendung der Kirche. Gott ist, indem er Mensch wurde, in die Geschichte des Menschen eingetreten und hat aus dieser Geschichte in ihrem ganzen Ausmaß die Heilsgeschichte gemacht. Was sich in Nazareth, Betlehem und Jerusalem erfüllte, ist Geschichte und zugleich Sauerteig der Geschichte“; ders., Ansprache vom 1. 1. 1984, 1, 3-4.

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Leben enthüllt er in seiner Person das ewige Geheimnis Gottes: des Dreifal­tigen Gottes. Und gleichzeitig enthüllt er in seiner Person das im Dreieinen Gott verborgene ewige Geheimnis des Menschen.

Die irdische Geschichte und Geographie des Logos-Menschen sind vollkommen göttlich (theologisch, theozentrisch) und vollkommen menschlich (anthropologisch, anthropozentrisch). Sie sind die Geschichte und Geographie von Jesus als äußerer und innerer Mensch sowie die Ge­schichte und Geographie von Jesus als ewiger und unendlicher Gott. Durch seine menschliche äußere und innere Geschichte und Geographie enthüllt Jesus in seiner Person seine göttliche Geschichte und Geographie und somit das ewige und unendliche Geheimnis Gottes. Und gleichzeitig enthüllt er in seiner Person die Heilsgeschichte und Heilsgeographie des Menschen, die im ewigen und unendlichen Gott geborgen sind.

„Jesus ist der Mittel- und Angelpunkt der ganzen Heilsgeschichte und die letzte Erfüllung der Offenbarung.“62

Die Offenbarung des Alten Testamentes war die Einführung und die Vorbereitung der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus. Das Leben Christi ist der Zenit der Selbstoffenbarung Gottes und deshalb auch der Höhepunkt der Heilsgeschichte und Heilsgeographie. Jesus eröffnet und vollendet die endgültige Phase der Selbstoffenbarung Gottes und somit der Heilsgeschichte und Heilsgeographie.

In seinem irdischen Leben offenbart der Logos-Mensch endgültig die Geschichte von Gott dem Erlöser und die Geschichte vom Heil des Men­schen (von der Erde der menschlichen Personen): die theologische und anthropologische Geschichte. In seinem irdischen Leben offenbart der Logos-Mensch endgültig die Geographie Gottes, des Erlösers, und die Heilsgeographie des Menschen (der Erde der menschlichen Personen): die theologische und anthropologische Geographie. Er enthüllt endgültig die Längen- und Breitengrade des Geheimnisses Gottes, des Schöpfers und Erlösers, und des Heilsgeheimnisses des Menschen (der Erde der menschlichen Personen).

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62 Paul VI., Ansprache vom 3. 2. 1965, 848; vgl. Johannes Paul II., Ansprache vom 3 .1. 1990, 1, 9; Paul VI., An­sprache vom 22. 3. 1970, 219; ders., Ansprache vom 28.5. 1966, 269: „Christus ist der Mittel- und Bezugspunkt der universellen, kosmischen und menschlichen Geschichte“; Johannes Paul II., Ansprache vom 25. 11. 1990, 2, 1298: „Jesus Christus ist der Mittel- und Angelpunkt der Zeit, der Erlöser aller Menschen, der Vereiniger des Universums, in dem vollkommenes und endgültiges Heil ist“; ders., Ansprache vom 22. 12. 1991, 2, 1430: „Christus erhält die Welt und faßt in sich die ganze Geschichte der Menschheit zusammen.“

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„Dabei bin ich mir bewußt, daß die überragende Stellung Christi als Meister, die einzigartige Kohärenz und überzeugende Kraft seiner Lehre sich nur dadurch erklären lassen, daß seine Worte, seine Gleichnisse und Beweise sich niemals von seinem Leben und Sein trennen lassen. In die­sem Sinn war das ganze Leben Christi ein beständiges Lehren: die Mo­mente seines Schweigens, seine Wunder, seine Taten, sein Beten, seine Liebe zum Menschen, seine Vorliebe für die Kleinen und Armen, die An­nahme des letzten Opfers für die Erlösung der Welt am Kreuz und seine Auferstehung: dies alles macht sein Wort wirklich und wahr und voll­endet seine Offenbarung.“63

In Jesus Christus sind Botschaft und Bote, Sagen, Handeln und Sein identisch. Jesus ist der sich offenbarende und der offenbarte Gott. „Jesus hat getan und gelehrt“ (Apg 1,1). Die Ereignisse seines Lebens, seine Ta­ten, Worte, Werke, Wunder, Zeichen usw., stellen die Erfüllung der ge­samten Offenbarung dar.

„Christus sagt: »Ich habe ihnen dein Wort gegeben« (Joh 17,14). Er selbst ist das Wort des Vaters: das Wort, das allein er ist, ist nicht von dieser Welt. Die Worte, die Christus bei seiner Sendung spricht, sind nicht von dieser Welt. Sie stammen von Gott. Sie sind Worte des ewigen Wortes.

Alle Worte des Evangeliums – und das letzte Wort des Kreuzes und der Auferstehung, das Wort des Ostergeheimnisses – stammen von Gott.

Diese Worte sind Wahrheit: »Dein Wort ist Wahrheit« (Joh 17,17). Chri­stus, das Wort, ist Wahrheit. Und alle Worte Christi sind Wahrheit. Sie sind die Heilswahrheit: die grundlegende und zugleich endgültige Wahr­heit. Seine Worte sind »Worte des ewigen Lebens« (Joh 6,68).“64

Die Worte, die Christus während seines irdischen Lebens sprach, sind Wahrheit und Liebe. Da sie Worte des ewigen Wortes sind, werden sie niemals vergehen (vgl. Mt 24,35). Die Worte Christi „sind Geist und Le­ben“ (Joh 6,63).

Der Apostel Simon Petrus bekennt vor Jesus: „Herr, du hast Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68). Wollte Petrus vielleicht nur bestätigen, daß Jesus die Wahrheit über das ewige Leben verkündet? Das „Wort“ ist in der hebräischen Tradition eine dynamische Wirklichkeit, eine Kraft, die

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63 Johannes Paul II. Catechesi tradendae, Nr. 9; vgl. ders., Redemptoris missio, Nr. 13.

64 Ders., Ansprache vom 28. 5. 1989, 1, 1373-1374; vgl. ders., Ansprache vom 23. 1. 1987, 1, 172; ders., Ansprache vom 13. 11. 1990, 2,1175-1176.

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vollbringt, was sie ausdrückt. Die „Worte des ewigen Lebens“ bedeuten also nicht nur die Wirklichkeit des ewigen Lebens, sondern verwirklichen sie auch. Die Wunder Christi offenbaren auf besondere Weise die gött­liche Wirkung seines Wortes.

„Jesus Christus »(…) erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht (…)« (Phil 2,6-9).

So wurden »die Worte des ewigen Lebens« durch das Kreuz und den Tod ausgesprochen. Sie waren nicht bloße Theorie. Sie sind Wirklichkeit geblieben zwischen dem, der von Ewigkeit (ab aeterno) »ist«, der nicht ver­geht, und dem, der vergeht und dem es bestimmt ist, daß er ein einziges Mal sterben muß. Gleichzeitig aber erwartet der Mensch als Wesen, das nach dem Bild und Gleichnis Gottes erschaffen ist, die Worte des ewigen Lebens. Er findet sie im Evangelium Christi. Sie bestätigen sich endgültig in seinem Tod und in seiner Auferstehung.“65

4. Das Evangelium Jesu

Jesus von Nazareth ist der Messias, was „der Gesalbte“ (Christus) be­deutet. Er ist im transzendenten Sinn der alttestamentlichen Offenbarung der Messias-König, der Messias-Priester und Messias-Prophet. Der Heili­ge Geist hat ihn gesalbt, damit er sein dreifaches messianisches Amt aus­führt und die Prophetien erfüllt. Die Sendung Jesu besteht vor allem in der Offenbarung der an den Menschen gerichteten Frohen Botschaft (= des Evangeliums). In diesem Sinne kann man sie „anthropozentrisch“ nen­nen. Aber gleichzeitig ist sie in der Wahrheit des Reiches Gottes verwurzelt, das heißt in der „theozentrischen“ Dimension.

„Das Evangelium ist das Licht der Welt, das Wissen von Gott und dem Menschen, das Gesetzbuch des Lebens.“66

Durch Jesus bricht das messianische Reich, das heißt das Reich Gottes, in der Geschichte und Geographie des erwählten Volkes und der Mensch-

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65 Ders., Ansprache vom 27. 3. 1988, 1, 776.

66 Paul VI., Ansprache vom 1. 5. 1964, 294; vgl. Pius XI., Ansprache vom 22. 8. 1930, in: Discorsi II, 403; Pius Ansprache vom 13. 10. 1955, in: Discorsi XVII, 315-316; Johannes Paul II., Ansprache vom 27. 4. 1988, 1, 1043- 1044.

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heit an: das Reich des Dreifaltigen Gottes. Das Reich Gottes kann auch das „Reich Christi“ (Eph 5,5) genannt werden, weil Jesus selbst Gott ist. Jesus verkündet das Evangelium des Reiches und ruft die Menschen zur Umkehr und zum Glauben an das Evangelium auf.

Jesus ist der göttliche Fischer und sein Netz ist das Evangelium. Das Evangelium ist das umfassende Netz des Logos-Menschen oder noch mehr des Dreifaltigen Gottes. Das Evangelium ist das Netz des Reiches des Logos-Menschen oder noch mehr des Reiches des Dreifaltigen Gottes. Indem Jesus das Netz des Evangeliums auswirft, offenbart er die umfas­sende Wahrheit über Gott (das ist die theologische und theozentrische Dimension des Evangeliums) und die umfassende Wahrheit über den Menschen (das ist die anthropologische und anthropozentrische Dimen­sion des Evangeliums).

Mit dem Evangelium offenbart Jesus endgültig das Netz der Längen-und Breitengrade des verheißenen Landes (des Himmelreiches), der Erde der menschlichen Personen in den verschiedenen Phasen der Heilsge­schichte und des Landes der Hölle. Und er offenbart endgültig das Netz der Längen- und Breitengrade der eschatologischen Wirklichkeiten nach dem Ende der Welt: des Himmels und der Hölle.

„Wie das Gesetz Mose auf dem Berg Sinai offenbart wurde, so bietet Jesus, der neue Gesetzgeber der ganzen Menschheit in der Bergpredigt ein neues Lebensmodell, eine Charta des christlichen Lebens.“67

In der Bergpredigt (Mt 5-7) offenbart Jesus – der neue Gesetzgeber ­das neue Gesetz, das eine Vervollkommnung des Gesetzes des Alten Te­stamentes ist. Diese Predigt, noch mehr das Evangelium, ist das univer­selle Gesetzbuch des Lebens für den Menschen und für die gesamte Menschheit. Es zeigt die ethischen Grundforderungen, noch mehr den Weg zur Vollkommenheit an. Im Zentrum der Frohen Botschaft stehen die Seligpreisungen (vgl. Mt 5,3-11), die genau die Glückseligkeit bestimmen, die Jesus bei seinem Kommen der Menschheit auf Erden auf dem Weg zu ihrer endgültigen und ewigen Bestimmung verkündet und offenbart.

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67 Johannes Paul II., Ansprache vom 1. 5. 1982, 2, 2074; vgl. ders., Ansprache vom 12. 2. 1984, 1, 380f; ders., Ansprache vom 20. 9. 1989, 2, 552; ders., Ansprache vom 20 .4. 1988, 1, 992; ders., Ansprache vom 2 .2. 1985, I, 363: „Es ist wahr, die Seligpreisungen sind keine Gebote. Sie sind aber gewiß im Gebot der Liebe, dem »ersten« und »größten« Gebot, enthalten. Die Seligpreisungen sind gleichsam ein Porträt Christi, eine Zusammenfassung seines Lebens. Deshalb erweisen sie sich als Lebensprogramm für seine Jünger, Bekenner und Anhänger“; ders., Ansprache vom 19./1982,1, 637: „Christus hat keinen leichten Weg vorgegeben, sondern einen steilen Pfad, die enge Pforte der Seligpreisungen. In den Augen gewisser Menschen sind sie Torheit. In Wirklichkeit sind sie aber Gottes Weisheit und Gottes Kraft.“

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Jesus ist die neue Thora, das heißt das neue Gesetz. Der Gott-Mensch ist der Berg des Gesetzes Gottes und des Gesetzes des Menschen. Diesn Berg besteigend, lernt der Mensch endgültig das Gesetz Gottes (das Ge­setz des Dreifaltigen Gottes) und das Gesetz des Menschen kennen und er erfüllt es auch vollkommen. Jesus enthüllt die Liebe als größtes Gebot: sie ist die Zusammenfassung des Gesetzes und der Propheten. Das Gebot der Gottesliebe (die vertikale Dimension der freien, aber moralisch ver­pflichtenden Bewegung der menschlichen Person) faßt die erste Tafel des Dekalogs zusammen und vervollkommnet sie. Das Gebot der Nächsten­liebe (die horizontale Dimension der freien, aber moralisch verpflichten­den Bewegung der menschlichen Person) faßt die zweite Tafel des Deka­logs zusammen und vervollkommnet sie.

„»Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst (…) gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er (…) gesprochen durch den Sohn« (Hebr 1,1-2). Er selbst – der ewige Sohn – ist das dem Vater wesensgleiche Wort.

Das Evangelium des neuen und ewigen Bundes ist das Wort dieses Wortes.“68

„Das Evangelium ist die eigentliche Muttersprache des Menschen.“69

Das Wort Gottes als Mensch ist kein „großartiger Monolog“, sondern es ist das Wort (Logos) des „ständigen Dialoges“ des Vaters mit dem Men­schen und den Menschen. Durch sein fleischgewordenes Wort hat Gott endgültig den Heilsdialog mit dem Menschen und den Menschen eröff­net. In Christus ereignet sich ein ständiger Dialog: das Gespräch Gottes mit dem Menschen und des Menschen mit Gott. Das Evangelium ist die personale Ansprache des Vaters an den Menschen und die Menschheit: die Ansprache im Geist der ewigen Liebe. Jesus – die fleischgewordene Weisheit – spricht in seiner unendlichen Liebe zu den Menschen wie zu Freunden und lädt sie zur Lebensgemeinschaft mit sich und mit Gott ein. Er ruft sie zum Hochzeitsmahl im Himmelreich.

Jesus spricht zu den Menschen in der der Frohen Botschaft eigenen Spra­che. Das Evangelium des neuen und ewigen Bundes als Wort des Logos ist das „ewige Evangelium“ (Offb 14,6). Das Evangelium des Gott-Menschen

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68 Ders., Ansprache vom 4. 6. 1991, 1, 1479.

69 Ders., Ansprache vom 13. 10. 1985, 1, 995; vgl. ders., Ansprache vom 1. 6. 1980, 1, 1617f; ders., Ansprache vom 18. 12. 1988, 4, 1886; vgl. Pius XII., Ansprache vom 11. 10. 1955, in: Discorsi XVII, 304: Der Papst spricht von der „ewigen und heilbringenden Sprache des Evangeliums“.

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ist die universelle Sprache Gottes und die universelle Sprache des Men­schen. Das Evangelium des Logos-Menschen ist die vollkommen göttliche (theologische) und die vollkommen menschliche (anthropologische) Spra­che. Als solches ist das Evangelium die wahre Muttersprache des nach dem Bild und Gleichnis des Gottmenschen geschaffenen Menschen.

5. Das letzte Wort der Offenbarung

Jesus Christus ist es, der „vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt und durch göttliches Zeugnis bekräftigt, daß Gott mit uns ist, um uns aus der Fin­sternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwek­ken“ (DV 4).

a) Das Wort des Kreuzes und der Auferstehung

„»Alles, was Jesus getan und gelehrt hat« (Apg 1,1) faßt das mächtigste und endgültige Wort seines Todes und seiner Auferstehung zusammen: das Wort vom Pascha Christi, das Wort von unserer Erlösung.

Das Kreuz ist sein wirksamstes und sein entscheidendes Wort. Auch der ewige Vater offenbart sich vollkommen und endgültig in diesem Wort des Sohnes. Er ist das Wort der Erlösung, das Wort des ewigen Lebens: »(…) damit sie das Leben haben und es in Fülle haben« (Joh 10,10).

Nach diesem Wort kommt in der Geschichte der Offenbarung die Stille, die von der Herabkunft des Heiligen Geistes ausgefüllt wird. Eine Stille, die je­doch Leben verleiht. »Der Geist ist es, der lebendig macht« (Joh 6,63).“70

Kreuz und Auferstehung sind das letzte Wort Christi. Dieses Wort ent­hält das gesamte Evangelium vom Reich Gottes. Das Pascha Christi ist das letzte Wort der Selbstoffenbarung Gottes an den Menschen und die

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70 Johannes Paul II., Ansprache vom 23. 9. 1990, 2, 706-707; vgl. ders., Ansprache vom 23. 5. 1993, 1, 1311; ders., Ansprache vom 21. 10. 1988, 3,1294; Johannes XXIII., Ansprache vom 7 .3. 1962, in: Discorsi IV, 793: „Das Kreuz ist die Zusammenfassung des ganzen irdischen Lebens Christi“; Pius XII., Ansprache vom 3. 6. 1952, in: Discorsi XIV, 180: Das Kreuz „umfaßt die ganze Religion des Evangeliums“; Johannes Paul II., Ansprache vom 19. 2. 1989, 1, 391: „Der Kern der Botschaft Christi und seiner Sendung ist genau dies: sein Kreuz und seine Auferstehung, sein Tod und sein neues Leben“; ders., Ansprache vom 14. 4. 1993, 1, 887: „Die Verkündigung des Todes und der Auferstehung Christi ist das Herz des Glaubens.“

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Menschheit. Das österliche Geheimnis Christi ist der Höhepunkt und die endgültige Vollendung der göttlichen Offenbarung.

An den Kreuzungspunkten der Längen- und Breitengrade des ir­dischen Lebens des Gottmenschen ist das Wort seines Kreuzes und seiner Auferstehung eingeschrieben. Kreuz und Auferstehung sind das umfas­sendste, mächtigste und wirkungsvollste Wort Christi. Kreuz und Auf­erstehung Christi sind die Zusammenfassung des Netzes des Evangeli­ums. Und sie sind das Schlüsselwort und das Herz des Evangeliums.

An den Kreuzungspunkten der Längen- und Breitengrade der Offenba­rung ist geheimnisvoll das Wort des Kreuzes und der Auferstehung Christi gegenwärtig und wirksam. Dieses Wort ist die Zusammenfassung des Net­zes der Offenbarung. Kreuz und Auferstehung Christi sind die Zusam­menfassung des Netzes der Längen- und Breitengrade der Heilsgeschichte und Heilsgeographie der Erde der menschlichen Personen. Kreuz und Auferstehung sind das Schlüsselwort der Offenbarung, und somit der Heilsgeschichte und Heilsgeographie.

„Das österliche Geheimnis ist eine Zusammenfassung: eine Zu­sammenfassung der Geschichte, denn in ihm konzentrieren sich alle menschlichen Ereignisse und Schicksale der Menschheit; eine Zu­sammenfassung der Bibel, der Schlüssel der ganzen Bibel (Origenes); eine Zusammenfassung der Christologie und Soteriologie, da sich das ganze Evangelium auf die von Jesus erwartete »Stunde« (Joh 12,23; 13,1; 17,1; Lk 22,15; usw.) konzentriert; eine Zusammenfassung des religiösen Lebens, weil wir durch das Opfer Christi und durch seine Auferstehung mit Gott versöhnt und gerecht gemacht wurden (Röm 5,10; 4,25); eine Zusammen­fassung des Kultes und der Liturgie.“71

Kreuz und Auferstehung sind das letzte Wort des Geheimnisses Christi (der Christologie). Kreuz und Auferstehung sind das endgültige Wort des Logos-Menschen in der Offenbarung des Geheimnisses Gottes (der Theologie) und des Geheimnisses des Menschen (der theologischen An­thropologie), des Geheimnisses der Welt der Menschen (der theologi­schen und anthropologischen Kosmologie), des Heilsgeheimnisses (der Soteriologie) und des Geheimnisses des Kosmos (der theologischen Kos­mologie).

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71 Paul VI., Ansprache vom 9. 4. 1969, 911-912.

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b) Das österliche Wort Christi
und die geheime Macht der Gesetzwidrigkeit

„Das Wort des Kreuzes hat zwei Seiten: Wenn es auf der einen Seite die unleugbare Wirklichkeit des Leidens und Sterbens erklärt, verurteilt es die Bosheit und das Elend, die die persönliche Existenz und die Geschich­te der Menschheit kennzeichnen; auf der anderen Seite verkündet es den Sieg über das Böse und den Tod und demzufolge die Liebe Gottes, die verzeiht, erlöst und das Leben wiedergibt.“72

„Gott spricht durch das Wort des Kreuzes. Verbum crucis (das Wort des Kreuzes): das ist das letzte und endgültige Wort.“73

„Das Wort des Kreuzes“ (vgl. 1 Kor 1,18) des Gottmenschen offenbart einerseits zutiefst die „geheime Macht der Gesetzwidrigkeit“ (2 Thess 2,7), und andererseits enthüllt es endgültig das „Geheimnis unseres Glaubens“ (1 Tim 3,16 f). „Der, der keine Sünden kannte“ (2 Kor 5,21), das heißt der Gottmensch, hat das schreckliche Joch des negativen Kreu­zes jedes Menschen und der gesamten Menschheit auf sich genommen. Die enorme Zahl der negativen Kreuze der Geschichte und Geographie der ganzen Menschheit ist in einem einzigen Kreuz verschmolzen, das der Gottmensch er- und getragen hat und ihn durchbohrte. Die Kreuzi­gung des Gottmenschen offenbart zutiefst die furchtbare Wirklichkeit des Bösen und der Sünde eines jeden Menschen und der Menschheit aller Zeiten und Orte.

Die Kreuzigung des Gottmenschen offenbart bis auf den Grund die Sünde Adams, mit dem dieser sich selbst und die gesamte Menschheit an das negative Kreuz geschlagen hat. Sie erhellt zutiefst das Geheimnis der unteren Hemisphäre der Menschheit, ihrer ansteigenden und ihrer ab­steigenden Spirale. Sie deckt vollständig die Rolle der Polarstadt in dieser Hemisphäre auf — der Hauptstadt der Gesetzwidrigkeit in der Geschichte und Geographie der Menschheit.

Das Kreuz des Gottmenschen erhellt sogar zutiefst den finsteren Ab­grund der Hölle, das negative Kreuz Satans und seiner Anhänger. Es zeigt, daß die geheime Macht der Gesetzwidrigkeit in der Geschichte und

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72 Johannes Paul 1.I., Ansprache vom 10. 3. 1991, 1, 504.

73 Ders., Ansprache vom 1. 4. 1979, 1, 764; vgl. ders., Ansprache vom 7. 9. 1988, 3, 615; ders., in: Frossard A. dialoga, 237: „Das Kreuz ist die ganze menschliche Geschichte hindurch das offenbarende Zeichen jenes Widerspruchs zur Welt, das Christus von Anfang begleitete.“

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Geographie der Menschheit eng mit der „Stadt der Hölle“ verbunden ist.

Die Kreuzigung des Gottmenschen erhellt auch das Geheimnis des ne­gativen Kreuzes in der Geschichte und Geographie der oberen He­misphäre der Menschheit, insbesondere in der Geschichte und Geogra­phie des Volkes Israel und der Kirche.

„Durch Christus und in Christus also wird das Rätsel von Schmerz und Tod hell“ (GS 22).

„Das Thema des Leidens (…) ist ein universales Thema, das den Men­schen jedes Breiten- und Längengrades betrifft: Es geht gleichsam mit ihm zusammen durch diese Welt.“74

Indem die Menschheit in Adam den Bund mit Gott brach, ist sie unter die Herrschaft des geistigen und leiblichen Todes gefallen. In der inneren Ordnung ist die Menschheit unter die sichtbare Erde und die sichtbare Welt gefallen: sie ist in die „Unterwelt“ hinabgestiegen – in ein Grab. Die untere Hemisphäre der Menschheit ist jene „unterirdische“. Sie ist ein unermeßliches Grab, in dem der geistige Tod, die Verderbnis der Sünde und der Stern des höllischen Abgrundes (Satan) regieren. In der äußeren Ordnung ist die sichtbare Erde das Grab der Menschheit geworden, die mit dem leiblichen Tod in dieses Grab hinabgestiegen ist.

Der Gottmensch hat das unermeßliche negative Kreuz auf sich genom­men; er hat sich so alle Leiden des Menschen und der gesamten Mensch­heit aufgebürdet und sie erlöst. Das unermeßliche Leiden des gekreuzig­ten Gottmenschen erhellt das Geheimnis des Leidens auf allen theologi­schen und anthropologischen Längen- und Breitengraden des Menschen und der menschlichen Welt in der Heilsgeschichte und Heilsgeographie.

Mit dem „Abstieg in die Unterwelt“ ist Christus nicht nur zum Heil des Menschen in das Grab am Fuße Golgothas eingetreten, sondern auch in das materielle und geistige Grab der gesamten Menschheit. Mit seinem Tod hat er den Tod vernichtet und „durch seinen Tod hat er den ent­machtet, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel“, um die zu befreien, „die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren“ (Hebr 2,14-15). In seiner Auferstehung hat

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74 Johannes Paul II., Salvifici doloris, Nr. 2; vgl. ders., Ansprache vom 30. 3. 1983, 1, 854-855; Paul VI., Ansprache vom 28. 3. 1976, 205: „Uns alle zerstreut ein trügerischer Gedanke: daß das Ereignis von Kaivaria einer vergange­nen und uns äußerlichen Geschichte angehört. (…) Dem ist nicht so. Die Beziehung des Leidens Christi zur Ge­schichte, zur Menschheit und zu jedem von uns ist dauerhaft. »Jesus leidet bis an das Ende der Welt Todesangst« (Pascal, Le mystère de Jesus).“

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Christus der Menschheit endgültig den Glanz des neuen, des ewigen Le­bens offenbart. Der gekreuzigte und auferstandene Gottmensch ist die endgültige Antwort auf das Geheimnis des Schmerzes und des Todes.

Mit dem Wort des Kreuzes und der Auferstehung Christi hat der Drei­einige Gott die Menschheit in der inneren Ordnung aus ihrem Grab auf­erstehen lassen. Er hat sie in Christus neu geschaffen, und er hat mit ihr den neuen und ewigen Bund geschlossen. Mit dem Wort des Pascha-My­steriums Christi hat der Dreieinige Gott die Menschheit in die übernatürli­che Ordnung der Gnade erhoben, von der unteren Hemisphäre auf die obere Hemisphäre der Welt, ja sogar auf die Ebene des himmlischen Para­dieses. Kraft und in bezug auf das österliche Wort Christi hat Gott auch den Bund mit Noach und den Bund mit Abraham und dem Volk Israel geschlossen.

Dank des österlichen Wortes Christi wird der Dreifaltige Gott die Menschheit am Ende der Welt auch aus dem Grab der sichtbaren Erde auferstehen lassen. Dann wird er nach dem Bild des verklärten Leibes Christi die Leiber der erlösten Menschen verherrlichen. Er wird auch den sichtbaren Kosmos umwandeln, indem er ihn in den Zustand der Unver­derblichkeit und unbeschreiblichen Schönheit erhebt.

c) Gott ist Liebe

„Durch den Sohn hat sich die Liebe des Vaters kundgetan: »Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben« (Röm 8,32). (…)

Hieraus erwächst dem Apostel die Gewißheit: »Weder Tod noch Leben, weder Engel noch (…) irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Got­tes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn« (Röm 8,38-39). Zusammen mit Paulus ist die ganze Kirche dieser Liebe Gottes gewiß, »die alles über­steigt«, als letztes Wort der Selbstoffenbarung Gottes in der Geschichte des Menschen und der Welt, als höchste Selbstmitteilung, die durch das Kreuz geschieht, im Mittelpunkt des Ostergeheimnisses Jesu Christi.“75

„Das Kreuz ist das letzte Wort des Geheimnisses des Dreifaltigen Got-

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75 Johannes Paul II., Ansprache vom 7. 9. 1988, 3, 615-616.

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tes in der Heilsgeschichte des Menschengeschlechtes.“76

Der Weg der Erkenntnis des inneren Lebens Gottes geht von der „Heils­ökonomie“ aus, die Christus offenbart und verwirklicht. Gott ist „Der, der ist“ (Jahwe); er ist die Wahrheit und die Liebe. „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,16): diese Wahrheit bildet den Höhepunkt von allem, was „durch die Pro­pheten“ und in dieser Endzeit durch den Sohn (Hebr 1,1) offenbart wurde. Diese Wahrheit erhellt den ganzen Inhalt der göttlichen Offenbarung und insbesondere die Realität der Schöpfung und des Bundes.

Gott ist die Liebe im inneren Leben einer einzigen Gottheit: er ist die unsagbare Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. In seinem inneren Leben ist Gott die Liebe, die essentielle Liebe, die den drei göttlichen Personen gemeinsam ist: die personale Liebe ist der Heilige Geist, als Geist des Vaters und des Sohnes. Im Inneren der unendlichen und ewigen Dreifaltigkeit geht der Sohn aus dem Vater hervor und der Heilige Geist aus dem Vater und aus dem Sohn (oder aus dem Vater durch den Sohn). Der Sohn und der Heilige Geist sind vom Vater in die Welt ge­sandt und ihre Sendung entscheidet über die Geschichte und Geographie der Offenbarung, wie auch über die Heilsgeschichte und die Heilsgeogra­phie der Welt der menschlichen Personen. Im gekreuzigten und auferstan­denen Christus strahlt am Zenit die Offenbarung des unergründlichen Ge­heimnisses Gottes: des Dreieinen Gottes. Am Zenit leuchtet die Offenba­rung „des Geheimnisses, das von Ewigkeiten her in Gott verborgen war“ (Eph 3,9) auf. Und am Zenit erstrahlt die Offenbarung des Geheimnisses des Menschen (der Erde der menschlichen Personen).

Gott hat die Welt in Weisheit und Liebe geschaffen. Bewegt von der Liebe, ist der Sohn Gottes Fleisch geworden und hat die Welt erlöst. Das Werk der Erlösung (der Neuschöpfung) der Menschheit offenbart, noch mehr als die Schöpfung, daß Gott Liebe ist. Gott hat, weil er Liebe ist, das negative Kreuz der Sünde der Menschheit auf sich genommen und es vernichtet. Gott hat, weil er Liebe ist, das Leiden der Menschheit auf sich genommen. Gott hat, weil er Liebe ist, der Menschheit durch das Kreuz die göttliche Gnade wiedergegeben. Die allmächtige und barmherzige Liebe hat die größte Sünde – die Kreuzigung Christi – in höchstem Maß

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76 Ders., Ansprache vom 21. 5. 1989, 1, 1323; vgl. ders., Ansprache vom 2.4. 1989, 1, 709; ders., Ansprache vom 2. 10. 1985, 2, 832f; ders., Dominum et vivificantem, Nr. 10; ders., Ansprache vom 14. 11. 1990, 2, 1182f; ders., Ansprache vom 10. 4. 1994; Paul VI., Ansprache vom 9. 4. 1966, 1047-1048; vgl. Tit 2,11. 3,4: Jesus ist die Er­scheinung der heilbringenden Liebe des Vaters; Johannes Paul II., Dives in misericordia, Nr. 8: „Der österliche Christus ist die endgültige Inkarnation des Erbarmens, dessen lebendiges, heilsgeschichtliches und zugleich endzeitliches Zeichen.“

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zum Guten gewendet: zur Verherrlichung Christi und zur ewigen Erlö­sung der Menschheit.

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Quelle: Ivan Pojavnik: DAS MYSTERIUM DES KONZILS – Erster Band – Meckenheim – 1996 – Maximilian-Kolbe-Verlag – ISBN 3-924413-13-4

12 Kommentare zu “Die letzten Nachfolger Petri und das Ökumenische Konzil Vatikanum II -11

  1. Herr Schenker,
    für Ihren Vorschlag habe ich keinen Hang dazu. Sie sind mir zu gefährlich geworden, ich werde mich in nichts einlassen und Ihr eMail auch nicht öffnen. Deswegen hier auf diesem Weg. Denn niemand weiss für wen Sie eigentlich schreiben, für wen Sie Handlangerdienste tun. Sie verteidigen nicht mehr den wahren Glauben der Katholischen Kirche; Sie setzen sich ein für den Progressismus, dem Liberalismus, dem Modernismus und alle schändlichen „Ismen“.
    Und vergessen Sie nicht, wieviele sich hier wegen Ihrer Haltung schon verabschiedet haben, allen voran der geschätzte Karmelorden. Das berührt Sie alles nicht.

    Es ist einfach unglaublich, daß sie heute völlig in Ihrem Delirium verstrickt sind.
    Haben Sie nicht ehedem gesagt, daß Bischof Antonio de Castro Mayer die ganze lange Kette aller Päpste bis zurück zu Petrus auf seiner Seite habe. Damals haben Sie also zugegeben, daß die Konzilspäpste „auf der falschen, der antikatholischen und damit, streng genommen, antichristlichen Seite“ stehen.

    Und genau dieser Bischof sagte:
    „Laßt die Welt doch sagen, diese Weihen seien gegen den Willen des sichtbaren Oberhauptes der Kirche erfolgt. Doch lasst mich folgende Frage stellen: Wo ist das sichtbare Oberhaupt der Kirche? Können wir als sichtbares Oberhaupt der Kirche einen Bischof akzeptieren, der heidnische Gottheiten auf den Altar neben unseren Herrn Jesus Christus setzt? Wenn alle Menschen der Kirche, alle Katholiken soweit kommen, die Lehren von Assisi anzunehmen, diesen Irrtum, heidnische Gottheiten auf dieselbe Stufe zu stellen wie unseren Herrn Jesus Christus, was wird dann die Folge sein? Die allgemeine Apostasie. Wie Dom Guéranger sagt: EINE AUTORITÄT, WELCHE DEN IRRTUM LEHRT, SEI ES IN GUTER ODER IN BÖSER ABSICHT, IST ÜBERHAUPT KEINE AUTORITÄT MEHR, UND WIR HABEN DAS RECHT, IHR WIDERSTAND ZU LEISTEN. NOCH MEHR, WIR HABEN DIE PFLICHT, IHR WIDERSTAND ZU LEISTEN…“
    Hören Sie: „Widerstand leisten!“
    Das haben Sie, Herr Schenker, ja Sie, einmal veröffentlicht!
    Jetzt aber sind für Sie diese Sektenhäupter „Nachfolger Petri“!

    „Eine Autorität, welche den IRRTUM lehrt, sei es in guter oder in böser Absicht, IST ÜBERHAUPT KEINE AUTORITÄT MEHR.“

    Noch im Februar 2014 übersetzten Sie den Osterhirtenbrief v. Bischof Antonio de Castro Mayer: “AGGIORNAMENTO UND TRADITION“ – 8. Februar 2014 von POSchenker:

    In diesem Hirtenbrief tragen einzelne Kapitel folgende Überschriften:

    „MERKMAL DER NEUEN KIRCHE: MENSCHENRELIGION“

    „RELIGIÖSER RELATIVISMUS UND MODERNISMUS DER THEOLOGEN DER NEUEN KIRCHE“

    „UNVERÄNDERLICHKEIT UND ENTWICKLUNGSFÄHIGKEIT DER GEOFFENBARTEN WAHRHEIT“

    „WICHTIGKEIT DER TRADITIONELLEN DOGMATISCHEN FORMULIERUNGEN“

    „SUBVERSION DER LEHRE“

    „DIE FALSCHEN PROPHETEN UND DIE NEUEN KATECHISMEN“
    etc.

    Damals noch – vor gut einem Jahr im Februar 2014 – gaben Sie dazu Ihren Kommentar:

    „Wenn man nun den nachstehenden Hirtenbrief “über die Probleme des modernen Apostolats” liest, fällt einem gleich auf, wie hellsichtig die darin enthaltenen Ermahnungen waren und wie gerade die das II. Vatikanum manipulierenden Kräfte inklusive Päpste sich absolut nicht mehr an diese Weisungen des heiligmäßigen Papstes Pius XII. hielten, ja wie sie genau das taten, wovor hier eindringlichst gewarnt wird. Bischof Antonio de Castro Mayer war damals schon der wachsame und GUTE Hirte, völlig eins mit dem höchsten Hirten, dem Stellvertreter Christi, Pius XII. Und er ist es mit Erzbischof Marcel Lefebvre bis heute geblieben. Sie haben sich als die Treuen erwiesen. Sie haben nicht nur Pius XII. auf ihrer Seite, sondern die ganze lange Kette aller Päpste bis zurück zu Petrus. Seit Pius XII. aber sind die Päpste (in entscheidenden Belangen) untreu geworden, weil sie sich (vor allem in der Praxis) auf die Seite der Neuerer, der Modernisten schlugen, wenn sie das auch absolut nicht zugeben wollen. Und darum stehen heute diese beiden Bekennerbischöfe samt ihren Neugeweihten und Anhängern (wenn auch in verschwindender Minderheit) auf der rechten Seite und stehen die Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes-Paul I. und Johannes-Paul II. samt allen ihnen uneingeschränkt Huldigenden und ihre Irrtümer Nachvollziehenden (wenn auch in erdrückender Mehrheit) auf der falschen, der antikatholischen und damit, streng genommen, antichristlichen Seite. (P.O.S.)“

    Welch ein Fall!

  2. @Alexius

    Ja, damals, im Februar 2014, habe ich MIT DEM FOKUS AUF DIE ANFÄNGE DER NACHKONZILSZEIT noch so gedacht. Dazu stehe ich. Seither aber musste ich meine Überzeugung REVIDIEREN, und zwar aufgrund der gerade in jüngster Zeit in großem Maße zunehmenden ZUGÄNGLICHEN OFFIZIELLEN PÄPSTLICHEN DOKUMENTE in Bezug auf die seit dem II. Vatikanum erfolgten Veränderungen in unserer Kirche. Sie ergeben HEUTE eine POSITIVE kohärente Gesamtschau, die für mich absolut GLAUBWÜRDIG UND WEGWEISEND ist.

  3. @Alexius

    Sie werfen mir vor:
    Sie setzen sich ein für den Progressismus, dem Liberalismus, dem Modernismus und alle schändlichen “Ismen”.

    Absolut nicht! Ebensowenig wie dies die Päpste: Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul II., Benedikt XVI. taten!
    Die Artikelserie “Die letzten Nachfolger Petri und das Ökumenische Konzil Vatikanum II” ist bestens geeignet dazu, auch Sie davon zu überzeugen!

  4. @Alexius

    Sie schreiben:
    Es ist einfach unglaublich, daß sie heute völlig in Ihrem Delirium verstrickt sind.
    Haben Sie nicht ehedem gesagt, daß Bischof Antonio de Castro Mayer die ganze lange Kette aller Päpste bis zurück zu Petrus auf seiner Seite habe. Damals haben Sie also zugegeben, daß die Konzilspäpste “auf der falschen, der antikatholischen und damit, streng genommen, antichristlichen Seite” stehen.

    Ich befinde mich weder in einem „Delirium“ noch in einer „Verstrickung“. Wachen und nüchternen Geistes, WOHLÜBERLEGT UND DURCHDACHT, beurteile ich die Gesamtlage unserer heiligen Kirche positiv, ja verheißungsvoll, vielversprechend, insoweit sie (DAS VOLK GOTTES) treu das überzeugt glaubt, tut und verwirklicht, was DIE „KONZILS-„PÄPSTE als STELLVERTRETER CHRISTI, als ZEUGEN DES HEILIGEN GEISTES, VERKÜNDEN, BEZEUGEN, LEHREN UND ANORDNEN!

  5. Alexius, einen herzerfrischenden Kommentar haben Sie geschrieben. Sie haben noch ein Kämpferherz und nehmen sich die Zeit solche Kommentare zu schreiben. Respekt!

    Was muss eigentlich noch alles passieren, dass Herr Schenker aufwacht? Sein Fall ist wahrlich tief. So endet jeder der die Wahrheit nicht von Herzen liebt. Alle Beweise die von unserer Seite, gegen seine teilweise verkehrten Ansichten aufgeführt werden prallen bei ihm ab. Er hat nichts anderes zu tun, als die Feinde der Kirche und des wahren Glaubens, bei jeder Gelegenheit zu entschuldigen.

    Die ganz schlimmen Kandidaten sind jene, die hier ein wenig Wahres vertreten, dort aber wieder Irrtümer, die von wachsamen Katholiken nur als himmelschreiend bezeichnet werden müssen/können.

  6. @ Josua schreibt:
    „Die ganz schlimmen Kandidaten sind jene, die hier ein wenig Wahres vertreten, dort aber wieder Irrtümer, die von wachsamen Katholiken nur als himmelschreiend bezeichnet werden müssen/können.“

    @Josua, Irrtum bedeutet immer Mißbrauch der Wahrheit. Je mehr Wahrheit in einem Irrtum umso schlimmer. Der Irrtum lebt von der Wahrheit.

    Wir dagegen halten uns an das Evangelium, das uns mahnt:

    „Du aber halte fest an dem, was du gelernt und als verlässig erkannt hast; du weiß ja, von wem du es lerntest und du kennst von Kindheit an die Heiligen Schriften, die dich weise zu machen vermögen für das Heil aufgrund des Glaubens in Christus Jesus.“ (2 Tim. 3,14)

    „Niemand führe euch irre auf irgend eine Weise.“ (2 Thess 2,3)

    „Jesus antwortete ihnen: ‚Seht zu, daß euch niemand irreführe..“ (Mtth 24,4)

  7. Herr Schenker, ich werfe Ihnen nichts vor, ich stelle fest und bedauere sehr!

    „Überzeugung revidieren“??
    Überzeugung revidieren heißt in Ihrem Fall nichts anderes, als den einstmals seit Kindheitstagen übernommenen wahren Glauben über Bord werfen und sich Fabeleien zuwenden: „Denn es kommen Zeiten, da man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich zum Ohrenkitzel nach eigenen Gelüsten Lehrer beschafft. Von der Wahrheit aber wird man das Ohr abwenden und sich Fabeleien zuwenden. Du aber sei wachsam…“ (2 Tim. 4)
    Also nach eigenen Gelüsten sich einen „Glauben“ zurechtmachen.

    „Sie zu überzeugen“, schreiben Sie – Dieser Ihr Versuch wird nicht gelingen!

    Es scheint eher, Sie wollten ursprünglich alle Traditionswilligen erst einmal zusammenlocken, und so gaben Sie sich in Ihrem Forum traditionstreu. Denn waren Sie nicht immer schon hingezogen zum modernistischen Rom, zum apostatischen Rom und das Ewige Rom ist Ihnen entschwunden? Alle dokumentierten Aussagen von Erzbischof Lefebvre haben Sie beiseite gelassen. Sie bedeuteten Ihnen nichts mehr. Wenn er z.B. sagt:

    „Sie haben sich für die lebendige Kirche, die Lehrmeisterin der Wahrheit, gehalten, der es freistünde, den Geistlichen und den Gläubigen neue Dogmen aufzuzwingen, nämlich den Glauben an den Fortschritt, die Entwicklung und die Veränderlichkeit und einen blinden und bedingungslosen Gehorsam. Sie haben der wahren Kirche, der Kirche, wie sie immer war, den Rücken gekehrt; sie haben ihre neuen Institutionen, ein neues Priestertum, einen neuen Kult, eine neue Lehre, die immer ‚auf der Suche ist‘, gegeben, und das alles im Namen des Konzils Man kann sich leicht vorstellen, daß jeder, der sich dem Konzil, dem neuen Evangelium dieser Männer widersetzt, als außerhalb der Gemeinschaft der Kirche stehend betrachtet wird. Und wenn man sie fragt: Außerhalb welcher Kirche? werden sie antworten: Der Konziliaren Kirche.“ (Lefebvre, »Ich klage das Konzil an«)

    Lefebvre: „Hier haben wir es: Endlich ist alles klar. Die einzigen dem Vatikan genehmen Priester sind diejenigen, die bereit sind, einen Akt ‚echter Treue zur konziliaren Kirche’ zu machen …“ S. 182 Apologia

    Das Konzilsrom an Lefebvre:
    „..dann wird man sich bemühen, nachher die beste Lösung für sie zu finden, doch müssen auch sie zuerst diesen Akt des Gehorsams gegenüber der Kirche vollziehen.“

    Lefebvre: Der Kirche gegenüber? Gewiß, aber Mgr. Benelli hat die Karten bereits aufgedeckt. Die konziliare Kirche ist es, der sie diesen Akt des Gehorsams erweisen sollen. Hier haben wir das Drama der BESETZUNG der streitenden Kirche durch eine FREMDE MACHT direkt vor Augen: Im Namen der katholischen Kirche wird Katholiken befohlen, sich der konziliaren Kirche zu unterwerfen.“

    Ganz klipp und klar spricht Lefebvre hier von der Katholischen Kirche und von der Konzilssekte! Auch Sie erweisen mit Bischof Fellay der Konzilssekte, der Fremden Macht, Gehorsam und nicht der Katholischen Kirche!

  8. Es scheint in der Tat so, daß Sie sich immer schon als Konzilstreuer gesehen und das vorerst zugedeckt haben, um als Konzilsgegner zu gelten. Sie halten nicht fest am Glaubensgut und am Lehramt aller Zeiten. Deswegen ist Ihr Glaube nicht auf der Tradition aufgebaut. Sie waren nur nach außen hin ein Befürworter Lefebvres und haben deswegen auch mehr die Petrusbruderschaft bevorzugt und weniger die Priesterbruderschaft St. Pius X. Deswegen dürften Sie auch öfters zum Pelagiberg gefahren sein als nach Oberriet, wenngleich es dorthin um fast die Hälfte des Weges kürzer ist.

    „Absolut nicht“, schreiben Sie und wollen absolut nicht Ihre modernistische Tendenzen zugeben. Doch ein Modernist findet das für wahr, was er selbst produziert in seinem Innersten, was in seinem Unterbewußtsein aufsteigt, das er dann als göttliche Inspiration ausgibt. Was sie sinnlich wahrnehmen und erfahren, erklären sie als Ihr „Glaube“! Das ist ein Modernist!

    Und demzufolge halten Sie für „glaubwürdig und wegweisend“ die Aussagen Wojtylas, der sich ganz offen als Modernist demaskierte:

    „Das Konzil hat mir geholfen, eine Synthese meines PERSÖNLICHEN GLAUBENS vorzunehmen.“ „Der Glaube unterwirft die Intelligenz keinerlei Zwängen, er zwingt sie nicht in ein System festgelegter Wahrheiten“. „Ich denke nicht, daß mein Glaube traditionell bezeichnet werden kann…mein Glaube, oder, wenn Sie so wollen, mein Theismus ist…von A bis Z die Frucht meines eigenen Denkens und meiner persönlichen Wahl. Er wurde in der Tiefe meines Ichs geboren, er war auch die Frucht meiner Anstrengungen, meines Geistes, der eine Antwort auf das Mysterium des Menschen und der Welt suchte“ (Wojtyla, „Habt keine Angst“), Laffont 1982

    Und genau diese falsche Richtung hat Pius X. vorausgesehen und deswegen den Antimodernisteneid ablegen lassen, der sich gegen den Modernismus wendet und von ihm verurteilt wurde. Er hat die Modernisten allesamt exkommuniziert! (s. „Pascendi“)

    Wenn Sie diesen Irrlehrer Wojtyla für glaubwürdig halten, wie glaubwürdig sind Sie dann noch, Herr POS? Denn hat Wojtyla nicht diesen Eid geleistet? Ja! Und hat ihn dann gebrochen!

    Heißt es doch in diesem Antimodernisteneid:
    „Ich halte mit absoluter Gewißheit fest und bekenne aufrichtig, daß der Glaube kein blindes Gefühl ist, das aus den dunklen Tiefen des moralisch unter dem Antrieb des Herzens und durch die Neigung des Willens geformten Unterbewußtseins aufsteigt…“

    Diesen Antimodernisten-Eid hat Ihr glaubwürdiger und wegweisender Montini abgeschafft! Begründen Sie doch einmal, warum dieser Eid abgeschafft wurde.

  9. Herr Schenker, schönen Sonntag!

    @Bernhard Heinrich Freienstein hat Sie im März dieses Jahres desgleichen ermahnt, zur Einsicht zu gelangen:
    „Paul Otto Schenker, der Administrator dieser Seite hier, versucht seit einiger Zeit, uns “Traditionalisten” durch die Dokumentierung zahlreicher “nachkonziliarer” Texte, z. B. von den “nachkonziliaren” “Päpsten”, uns vom “Traditionalismus” und Sedisvakantismus abzubringen. Wir sollen endlich einsehen, wie gut und herrlich diese Texte sind und wie unberechtigt unsere “traditionalistische” Kritik daran ist. Aber je mehr man sich mit diesen Texten beschäftigt, um so entsetzlicher erscheinen uns diese Texte….
    Herr Schenker möge aufhören, uns böse Menschen wie z. B. “Paul VI.” (1963-1978) als gute Menschen hinzustellen. Der heilige katholische Glaube ist zum Glück etwas ganz anderes als das, was Herr Schenker uns hier anbietet. Es lebe die “vorkonziliare” katholische Kirche, die einzig wahre Kirche, die in uns Rechtgläubigen fortlebt!“

    Auch ich erinnere Sie an Ihren eigenen Artikel: „Das unrühmliche Pontifikat Benedikt XVI.“ vom 1.3.2013:

    „..Man kann sagen: alle diese Pontifikate hoben sich in Wesentlichem ab von den vorkonziliaren. Sie standen unter dem dominanten Einfluss, sozusagen „im Banne“ des Aggiornamento-Konzils, das sie als ein sakrosanktes, also durch und durch vom Heiligen Geiste bestimmtes, wegweisendes ansahen..
    Er ist von sich aus abgetreten, und es mag für ihn sehr heilsam sein, dass er vor seinem „Absterben“ (als „graue“ Eminenz) noch eine längere Bedenk- und Besinnungszeit in stiller Zurückgezogenheit hat. Es ist ihm zu wünschen, dass er in dieser „Klausur“ dann zu Einsichten kommt, die er in seiner Konzilsgebanntheit und in dem mit diesem höchsten Amt unweigerlich verbundenen Personenkult übersehen, verdrängt hat.“

    Denselben Wunsch bezüglich „zur Einsicht kommen“ hegen wir für Sie! Mußte Ihre Frau Gemahlin deswegen so früh sterben, um mit ihrem Opfertod Sie doch noch zu dieser Einsicht zu bringen? Und denken Sie an Ihre Kinder: welches Beispiel geben sie Ihren Kindern mit Ihrer „revidierten“ Überzeugung. Sie wissen doch ganz genau, daß die Wahrheit niemals verändert werden kann – und auch die Kirche kann es nicht! Heute tut es Rom dennoch, und ist deshalb nicht die Katholische Kirche! Und wir haben es somit nicht mit den „letzten Nachfolgern Petri“ zu tun!

    Gott hat Sie mit unzähligen Gaben ausgestattet. Sie haben viel auf den Weg gebracht in Ihrem Leben, Ihre Sprachenbegabung ist enorm. Als Informatiker haben Sie Großes geleistet. Dennoch fehlt Ihnen Wesentliches!

    Welche neue Sichtweise haben Sie doch in bezug zu Fatima? Wir sehen doch, wie die von der Muttergottes angekündigte marxistische Welle sich immer noch und immer mehr ausbreitet. Die ganze Welt ist in Aufruhr und Sie machen sich selbst etwas vor, die Androhung von der „Vernichtung mehrerer Nationen“ sei doch vorüber! Wenn die Muttergottes in Fatima sagt: „Wenn man tut, was ich sage, wird Friede sein“, dann versteht das ein kleines Kind mit fünf Jahren. Und es sagt von selbst: wenn man nicht tut, was die Muttergottes sagt, dann haben wir keinen Frieden! Jedoch ein Modernist sieht nicht die Realität. Es ist ihm eigen, nicht folgerichtig denken zu können. Denn ein Modernist steht jenseits jeder Realität.
    Wenn wir jetzt weltweit nur von Kriegslärm, Unruhe und Aufruhr hören, dann wurden doch die Anweisungen des Himmels bisher völlig mißachtet. Dann hat der Himmel die angeblichen „Weihen“ von Ihren „glaubwürdigen und wegweisenden“ „Hirten“ zurückgewiesen und verschmäht. Ist für Sie das nicht die schlußfolgernde Logik?

    Man kann hier oft für längere Zeit gar nicht tätig werden, denn es packt einem immer wieder das Entsetzen über Ihren liberalen Kurswechsel (nach Ihren eigenen Worten mussten Sie Ihre Überzeugung „REVIDIEREN“!) Entsetzlich!

    Und so kann ich Ihnen nur zurufen, was eine besorgte Mutter ihren Sohn, Karl Rahner, bat: „Karl hör‘ s’Lesen auf, fang‘ s’Beten an!“

  10. Danke für die wahren Worte Alexius,

    so sollten alle die erkannt haben, dass Pius XII. der bisher letzte wahre
    Nachfolger des Hl. Petrus war, die Worte unserer allerseligsten Mutter
    MARIA beherzigen: „Betet täglich den Rosenkranz“

    Ausser der Hl. Schrift (Vulgata), der Nachfolge Christi (Thomas von Kempen)
    und dem Schott Messbuch (Ausgabe vor 1955) müssen wir wirklich nicht alles lesen !
    So gewinnen wir Zeit für das tägliche betrachtende Beten des klassischen
    Rosenkranzpsalters.
    Wer den Psalter noch nicht betet und damit vertrauensvoll beginnt wird erkennen, wie wahr die Worte und Verheissungen der Himmelskönigin für
    dieses Gebet sind.

  11. Pingback: IVAN POJAVNIK [Priester]: DAS MYSTERIUM DES KONZILS – 1. Band | POSchenker

  12. @Alexius

    Ich habe einigermaßen Verständnis für Ihre Reaktion, wie auch für diejenige anderer aus diesem Kommentarbereich. Tatsächlich habe ich lange in Manchem ziemlich ähnlich gedacht wie Sie und sie und es vormals in vielen Stellungnahmen schriftlich festgehalten, (allerdings stets mit einem bedeutenden Unterschied: ich habe die Konzilspäpste nie „entthront“; ich habe sie nie zu Nicht- und Anti-Päpsten degradiert; ich habe keinem von ihnen Häresie und Apostasie zur Last gelegt), aber ich musste mich inzwischen eines Besseren belehren lassen, und zwar VON DEN PÄPSTEN SELBST UND IHREN TREUEN, GLAUBENSFESTEN MITARBEITERN anhand und aufgrund der vorliegenden, leicht zugänglichen offiziellen wichtig(st)en Dokumente. Und gerade diese meine jüngste Veröffentlichung des Buches „DAS MYSTERIUM DES KONZILS“ des slowenischen Priesters Ivan Pojavnik scheint mir eine der besten positiven Gesamtzusammenschauen zu sein, die bisher in deutscher Sprache publiziert wurden, und die einleuchtend den guten Weg weisen zum Verständnis, zur richtigen Hermeneutik, zur vollen, umfassenden Rezeption des II. Vatikanums und sämtlicher Reformen seither.

    Ausgelöst hat diese Wende just meine nun schon längere Beschäftigung und Konfrontation hier auf meinem Blog mit dem formalen Sedisvakantismus und faktischen Sedisvakantismus derjenigen Traditionalisten, die das II. Vatikanische Konzil als Ganzes oder in wesentlichen Teilen ablehnen und verurteilen, die die Liturgiereform, den Ökumenismus etc. verteufeln und seine Päpste auf alle erdenklichen Weisen beschuldigen und anklagen und richten und nicht mehr bereit sind, auf ihre autoritativen ausführlichen Begründungen und Rechtfertigungen einzugehen oder sie auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

    (Auch) Sie sind (derzeit) so verhärtet in Ihrer absolut negativen Einstellung gegenüber allem, was seit Johannes XXIII. in unserer katholischen Kirche verändert wurde; Sie bezeugen ein so versteinertes VORURTEIL hinsichtlich aller Konzilspäpste, dass Sie (vorerst) offensichtlich mit keinem einzigen Artikel und mit keiner meiner Kommentar-Entgegnungen zum Umdenken gebracht werden können.

    Ich bewahre jedoch die Hoffnung, dass Sie, wie auch viele andere „militanten unversöhnlichen Separatisten“ mit der Zeit doch noch zur Einsicht gelangen, dass sowohl das Konzil wie auch seine Päpste vom Heiligen Geist inspiriert, erleuchet, überzeugt, geführt, geleitet und unerschütterlich gefestigt worden sind.

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