Papst Benedikt XVI. zum Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt in ASSISI 2011

 

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BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Audienzhalle
Mittwoch, 26. Oktober 2011

Gebet zur Vorbereitung auf die Begegnung in Assisi
Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich freue mich, euch in der Basilika Sankt Peter zu begrüßen, und heiße euch alle herzlich willkommen. Ich hoffe, daß ihr trotz des Regens einen schönen Tag verbringen könnt. Und wenn auch leider die große Audienz geteilt werden mußte, sollen doch der Segen und die Freude Gottes mit euch gehen. Bezeugt dem Herrn eure Dankbarkeit, euren Glauben. Tragt den Glauben und die Freude des Glaubens in die Welt hinaus und in den Alltag hinein. In diesem Sinne erteile ich am Schluß allen von Herzen meinen Apostolischen Segen.

* * *

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute nimmt die gewohnte Begegnung der Generalaudienz eine besondere Form an, denn wir stehen am Vortag des »Tages der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt«, der morgen in Assisi stattfinden wird, 25 Jahre nach der historischen Begegnung, die vom sel. Johannes Paul II. einberufen wurde. Ich habe diesen Tag unter das Motto »Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens« gestellt, um die Verpflichtung zur Förderung des wahren Wohls der Menschheit und zur Errichtung des Friedens zum Ausdruck zu bringen, die wir feierlich erneuern wollen, zusammen mit den Anhängern verschiedener Religionen sowie mit Menschen, die nicht gläubig, aber aufrichtig auf der Suche nach der Wahrheit sind. Ich hatte bereits einmal Gelegenheit zu sagen: »Wer unterwegs zu Gott ist, kann nicht umhin, den Frieden zu vermitteln, wer den Frieden aufbaut, kann nicht umhin, sich Gott zu nähern.«

Als Christen sind wir überzeugt, daß der wertvollste Beitrag, den wir für die Sache des Friedens leisten können, das Gebet ist. Aus diesem Grund versammeln wir uns heute, als Kirche von Rom, zusammen mit den in der Stadt anwesenden Pilgern, um das Wort Gottes zu hören und in gläubiger Gesinnung um das Geschenk des Friedens zu bitten. Der Herr kann unseren Verstand und unsere Herzen erleuchten und uns dahin führen, Baumeister der Gerechtigkeit und der Versöhnung in unserem Alltag und in der Welt zu sein. Im Abschnitt aus dem Buch des Propheten Sacharja haben wir gerade eine Verkündigung voll Hoffnung und Licht vernommen (vgl. Sach 9,10). Gott verheißt das Heil, er lädt ein, »laut zu jubeln«, denn dieses Heil wird nun verwirklicht. Es ist von einem König die Rede: »Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft« (V. 9).

Der Verkündigte ist jedoch kein König, der mit menschlicher Macht, mit Waffengewalt auftritt; er ist kein König, der mit politischer und militärischer Macht herrscht; er ist ein friedfertiger König, der mit Demut und Güte vor Gott und den Menschen regiert, ein König, der anders ist als die großen Herrscher der Welt: Er »reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin«, sagt der Prophet (ebd.). Er offenbart sich, indem er auf dem Tier der einfachen Menschen, der Armen, reitet, im Gegensatz zu den Streitwagen der Heere der Mächtigen der Erde. Ja, er ist sogar ein König, der diese Wagen vernichten, die Kriegsbogen zerbrechen, für die Völker den Frieden verkünden wird (vgl. V. 10).

Wer aber ist dieser König, von dem der Prophet Sacharja spricht? Gehen wir für einen Augenblick nach Betlehem und hören wir noch einmal, was der Engel zu den Hirten sagt, die Nachtwache hielten bei ihrer Herde. Der Engel verkündet eine Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll und die an ein armseliges Zeichen gebunden ist: ein Kind, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt (vgl. Lk 2,8–12). Und das himmlische Heer singt: »Verherrlicht ist Gott in der Höhe, / und auf Erden ist Friede / bei den Menschen seiner Gnade« (V. 14), bei den Menschen guten Willens. Die Geburt jenes Kindes, das Jesus ist, verkündet der ganzen Welt Frieden.

Aber betrachten wir nun auch die Augenblicke gegen Ende des Lebens Christi, als er in Jerusalem einzieht und von einer jubelnden Menge empfangen wird. Die Verkündigung der Ankunft eines demütigen und friedfertigen Königs durch den Propheten Sacharja kehrte den Jüngern Jesu besonders nach den Ereignissen des Leidens, des Todes und der Auferstehung, des Ostergeheimnisses, ins Gedächtnis zurück, als sie mit den Augen des Glaubens zu jenem freudigen Einzug des Meisters in die Heilige Stadt zurückkehrten. Er reitet auf einer geborgten Eselin (vgl. Mt21,2–7): Er ist nicht auf einem prunkvollen Wagen, nicht zu Pferd wie die Großen. Er zieht nicht von einem mächtigen Heer aus Wagen und Reitern begleitet in Jerusalem ein. Er ist ein armer König, der König der Armen Gottes. Im griechischen Text steht der Begriff »praeîs«, was »die Friedfertigen, die Gütigen« bedeutet. Jesus ist der König der »anawim«, jener, deren Herz frei ist vom Verlangen nach Macht und materiellem Reichtum, vom Willen und Streben nach Herrschaft über den anderen. Jesus ist der König derer, die die innere Freiheit besitzen, die fähig macht, die Habgier, den Egoismus, der in der Welt ist, zu überwinden, und die wissen, daß Gott allein ihr Reichtum ist. Jesus ist ein armer König unter den Armen, gütig unter jenen, die gütig sein wollen. Auf diese Weise ist er der König des Friedens, durch die Macht Gottes, die Macht des Guten, die Macht der Liebe. Er ist ein König, der die Streitwagen und Schlachtpferde vernichten, die Kriegsbogen zerbrechen wird; ein König, der den Frieden am Kreuz verwirklicht, wo er Himmel und Erde miteinander verbindet und eine brüderliche Brücke zwischen allen Menschen schlägt. Das Kreuz ist der neue »Bogen des Friedens«, Zeichen und Werkzeug der Versöhnung, der Vergebung, des Verständnisses, Zeichen, daß die Liebe stärker ist als alle Gewalt und jede Unterdrückung, stärker als der Tod: Das Böse wird durch das Gute, durch die Liebe überwunden.

Dies ist das neue Reich des Friedens, in dem Christus der König ist; und es ist ein Reich, das sich über die ganze Erde ausbreitet. Der Prophet Sacharja verkündigt, daß die Herrschaft dieses friedfertigen, gütigen Königs »von Meer zu Meer und vom Euphrat bis an die Enden der Erde« reichen wird (Sach 9,10). Das Reich, das mit Christus beginnt, hat universale Dimensionen. Der Horizont dieses armen, friedfertigen Königs ist nicht ein Gebiet, ein Staat, sondern die Enden der Erde; über alle ethnischen, sprachlichen, kulturellen Grenzen hinweg schafft er Gemeinschaft, schafft er Einheit. Und wo sehen wir diese Verkündigung sich heute verwirklichen? Im großen Netz der eucharistischen Gemeinschaften, das sich über die ganze Erde ausbreitet, tritt die Prophezeiung Sacharjas wieder leuchtend zutage. Es ist ein großes Mosaik von Gemeinschaften, in denen das Liebesopfer dieses friedfertigen und gütigen Königs gegenwärtig wird; es ist das große Mosaik des »Friedensreiches« Jesu, von Meer zu Meer bis an die Enden der Erde, eine Vielzahl von »Inseln des Friedens«, die Frieden ausstrahlen. Überall hin, in jede Wirklichkeit, in jede Kultur, von den großen Städten mit ihren Mietshäusern bis in die kleinen Dörfer mit den bescheidenen Hütten, von den mächtigen Kathedralen bis hin zu den kleinen Kapellen kommt er, wird er gegenwärtig; und wenn sie mit ihm in Gemeinschaft treten, sind auch die Menschen untereinander in einem einzigen Leib vereint und überwinden Spaltung, Feindschaft, Groll. Der Herr kommt in der Eucharistie, um uns unserem Individualismus zu entreißen, unseren Parteilichkeiten, die die anderen ausschließen, um uns zu einem einzigen Leib zu machen, zu einem einzigen Reich des Friedens in einer gespaltenen Welt.

Wie aber können wir dieses Reich des Friedens aufbauen, dessen König Christus ist? Das ist das Gebot, das er seinen Aposteln und durch sie uns allen hinterläßt: »Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern… Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,19). Wie Jesus, so müssen die Friedensboten seines Reiches sich auf den Weg machen, müssen seiner Aufforderung nachkommen. Sie müssen gehen, aber nicht mit der Macht des Krieges oder mit Herrschergewalt. Im Evangeliumsabschnitt, den wir gehört haben, sendet Jesus 72 Jünger aus in die große Ernte, die Welt, und fordert sie auf, den Herrn der Ernte zu bitten, es nie an Arbeitern in seiner Ernte fehlen zu lassen (vgl. Lk 10,1–3).

Er sendet sie jedoch nicht mit Machtmitteln aus, sondern »wie Schafe mitten unter die Wölfe« (V. 3), ohne Geldbeutel, Vorratstasche und Schuhe (vgl. V. 4). Der hl. Johannes Chrysostomus kommentiert in einer seiner Predigten: »Solange wir Lämmer sind, siegen wir. Mögen auch unzählige Wölfe uns umgeben, wir siegen doch und gewinnen die Oberhand. Wenn wir dagegen selbst zu Wölfen werden, unterliegen wir; es fehlt uns dann eben die Hilfe des Hirten« (In Matthaeum homiliae 33,1: PG 57,389). Die Christen dürfen nie der Versuchung nachgeben, Wölfe unter Wölfen zu werden; Christi Reich des Friedens breitet sich nicht durch Macht, durch Kraft, durch Gewalt aus, sondern durch die Selbsthingabe, durch die Liebe, die bis zum Äußersten geht, auch gegenüber den Feinden. Jesus überwindet die Welt nicht mit Waffengewalt, sondern durch die Kraft des Kreuzes, die wahrhaft den Sieg gewährt. Und für den, der Jünger des Herrn, sein Gesandter, sein will, hat dies zur Folge, daß er auch zum Leiden und zum Martyrium, zur Hingabe des Lebens für ihn bereit sein muß, damit das Gute, die Liebe, der Frieden in der Welt triumphieren können. Das ist die Voraussetzung, um beim Eintritt in jede Wirklichkeit sagen zu können: »Friede diesem Haus!« (Lk 10,5).

Vor dem Petersdom befinden sich zwei große Statuen der hll. Petrus und Paulus, die leicht zu erkennen sind: Der hl. Petrus hält die Schlüssel in der Hand, der hl. Paulus dagegen hält ein Schwert in Händen. Wer seine Geschichte nicht kennt, könnte meinen, es handle sich um einen großen Feldherrn, der mächtige Heere geführt, mit dem Schwert Völker und Nationen unterworfen und sich mit dem Blut anderer Menschen Ruhm und Reichtum verschafft hat. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: Das Schwert, das er in Händen hält, ist das Werkzeug, mit dem Paulus hingerichtet wurde, durch das er das Martyrium erlitt und sein eigenes Blut vergoß. Seine Schlacht war nicht die der Gewalt, des Krieges, sondern die des Martyriums für Christus. Seine einzige Waffe war es, »Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten« zu verkünden (1 Kor 2,2). Seine Verkündigung gründete nicht auf »Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden« (V. 4). Er widmete sein Leben dem Überbringen der Botschaft des Evangeliums von Versöhnung und Frieden und wandte all seine Kräfte auf, damit sie bis an die Enden der Erde vernommen würde. Und das war seine Kraft: Er hat kein ruhiges, bequemes Leben gesucht, fernab von Schwierigkeiten und Widrigkeiten, sondern hat sich für das Evangelium verausgabt, hat sich selbst ganz und ohne jeden Vorbehalt hingegeben und ist so zum großen Boten des Friedens und der Versöhnung Christi geworden. Das Schwert, das der hl. Paulus in Händen hält, spielt auch auf die Macht der Wahrheit an, die oft verletzen, wehtun kann: Der Apostel ist dieser Wahrheit bis ins Letzte treu geblieben, er hat ihr gedient, hat für sie gelitten, hat sein Leben für sie hingegeben. Dieselbe Logik gilt auch für uns, wenn wir Boten des Friedensreiches sein wollen, das der Prophet Sacharja verkündigt hat und das von Christus verwirklicht wurde: Wir müssen bereit sein, persönlich dafür einzustehen und Unverständnis, Zurückweisung, Verfolgung am eigenen Leib zu erleiden. Nicht das Schwert des Eroberers errichtet den Frieden, sondern das Schwert des Leidenden, der sein Leben hinzugeben weiß.

Liebe Brüder und Schwestern, als Christen wollen wir Gott um das Geschenk des Friedens bitten. Wir wollen ihn bitten, uns zu Werkzeugen seines Friedens zu machen in einer Welt, die noch immer von Haß, von Spaltungen, von Egoismen, von Kriegen zerrissen ist. Wir wollen ihn bitten, daß die morgige Begegnung in Assisi den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit fördern und einen Lichtstrahl bringen möge, der in der Lage ist, den Verstand und das Herz aller Menschen zu erleuchten, damit der Groll der Vergebung weiche, die Spaltung der Versöhnung, der Haß der Liebe, die Gewalt der Güte, und in der Welt Frieden herrsche. Amen.

* * *

Liebe Brüder und Schwestern aus den Ländern deutscher Sprache! Danke! Einen herzlichen Gruß richte ich zunächst an die Teilnehmer der Romwallfahrt des Internationalen Kolpingwerks. Seit der Seligsprechung von Adolph Kolping sind zwanzig Jahre vergangen. Wir hoffen alle, daß die Heiligsprechung nahe ist, aber wir brauchen noch Gebet dazu, damit wir das Wunder erhalten, das nötig ist. Aber ich freue mich, daß so viele gekommen sind, und ich sehe darin doch die Kraft des Kolpingwerks, welche eine Kraft des Glaubens in unserem Land ist. Wie ihr wißt und soeben gehört habt, werde ich morgen in Assisi zusammen mit Vertretern verschiedener Religionen einen Tag der Reflexion, des Gesprächs und des Gebets für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt halten. Ich möchte euch einladen, euch im Gebet mit mir zu verbinden und den Herrn um seinen Segen für ein friedliches Miteinander aller Menschen und Völker zu bitten. Der dreifaltige Gott begleite uns bei unserem Reden und Tun und lasse uns stets seiner Nähe gewiß sein. Euch allen wünsche ich einen frohen Aufenthalt in Rom.


 

ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI.
VOR DER RÜCKFAHRT NACH ROM

Assisi, Piazza San Francesco
Donnerstag
, 27. Oktober 2011

 

Sehr verehrte Gäste,
liebe Freunde!

Am Ende dieses ereignisreichen Tages möchte ich Ihnen allen danken. Aufrichtiger Dank gilt all jenen, die die heutige Begegnung möglich gemacht haben. Wir danken nochmals vor allem denen, die uns Gastfreundschaft gewährt haben: der Stadt Assisi, der Diözesangemeinschaft mit ihrem Bischof, den Söhnen des hl. Franziskus, die das kostbare geistliche Erbe des Poverello von Assisi bewahren. Ein Dank geht auch an die vielen Jugendlichen, die die Fußwallfahrt von »Santa Maria degli Angeli« aus zurückgelegt haben, um zu bezeugen, daß in den jungen Generationen sich viele dafür einsetzen, Gewalt und Spaltung zu überwinden und Gerechtigkeit und Frieden zu fördern.

auf englisch: Die heutige Begegnung ist ein Bild dafür, daß die geistliche Dimension ein Schlüsselelement für den Aufbau des Friedens ist. Durch diese einzigartige Pilgerfahrt war es uns möglich, einen brüderlichen Dialog zu führen, unsere Freundschaft zu vertiefen und in Stille und Gebet zusammenzukommen.

Nachdem wir unseren Einsatz für den Frieden erneuert und untereinander ein Zeichen des Friedens ausgetauscht haben, fühlen wir uns zusammen mit allen Männern und Frauen der Gemeinschaften, die wir repräsentieren, noch tiefer eingebunden in unsere gemeinsame menschlichen Reise.

Wir werden nicht getrennt, wie werden uns weiterhin treffen, wir werden auf dieser Reise weiterhin vereint sein im Dialog, im täglichen Aufbau des Friedens und in unserem Einsatz für eine bessere Welt, eine Welt, in der jeder Mann und jede Frau und jedes Volk in Übereinstimmung mit den eigenen legitimen Bestrebungen leben kann.

Aus ganzem Herzen danke ich Ihnen allen, die Sie hier anwesend sind, daß Sie meine Einladung angenommen haben, als Pilger der Wahrheit und des Friedens nach Assisi zu kommen, und grüße jeden von Ihnen mit den Worten des hl. Franziskus: Der Herr schenke Dir Frieden – »Il Signore ti dia pace«.

9 Kommentare zu “Papst Benedikt XVI. zum Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt in ASSISI 2011

  1. Gotteslästerung!
    Radikal dem Irrtum treu bleiben! Und:

    „..was Gott von der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit gern verwirklicht sehen möchte: eine brüderliche Wanderung, auf der wir uns gegenseitig begleiten zum transzendenten Ziel, das er uns gesetzt hat“ Das ist Gotteslästerung!

    Haben Sie schon bemerkt, wie oft diese Sektengründer von „Transzendenz“ sprechen? Diesen Begriff kann man in jede Religion x-beliebig fusionieren und vermengen.

    Das Religionstreffen in Assisi war ein einzigartiger Skandal, eine Irreführung der Seelen und ein Verstoß gegen das 1. Gebot Gottes:

    „Ich bin der Herr, dein Gott: Du sollst keine fremden Götter neben mir haben“

    Niemals zuvor hat man solchen Gräuel gesehen wie damals, als der „Papst“ sich auf eine Ebene mit den Führern aller Religionen und Sekten stellte. Es wurde damit der Eindruck erweckt, als sei die katholische Kirche nur eine unter vielen religiösen Gemeinschaften, die zusammen an der Herstellung des irdischen Friedens arbeiten müßten.
    Als ob es einen anderen Frieden geben könnte als in der Bekehrung der Menschen zu Christus und zu seiner Kirche!

    „Zieht nicht am fremden Joch mit Ungläubigen … Was haben Licht und Finsternis gemeinsam? Wie steht Christus im Einklang mit Beliar? Oder welchen Anteil hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen?“ (2 Kor 6, 14f)

    Bei der Begrüßung im Chorraum der Marienbasilika saß der Papst mit allen Religionsführern auf gleichen Stühlen. Es wurde alles vermieden, was den Eindruck einer Vorrangstellung des Papstes hätte erwecken können, alle sollten als gleichberechtigt erscheinen. Im Gegensatz zum Missionsbefehl Christi forderte der Papst die Vertreter der Religionen nicht auf, sich zu Christus zu bekehren, sondern zu ihren falschen Göttern zu beten. Schon vor dem Treffen hatte er zum Ausdruck gebracht, wie wichtig es sei, daß diese ihrem falschen Glauben treu blieben:

    „Diese gemeinsame radikale Treue zu den jeweiligen religiösen Traditionen ist heute mehr denn je ein Erfordernis des Friedens. Jeder der in Assisi Anwesenden wird Gott sein Gebet gemäß seiner eigenen religiösen Tradition darbringen“.

    Den einzelnen Religionen wurden dann die katholischen Gotteshäuser zur Verfügung gestellt. Wenn man bedenkt, daß eine katholische Kirche ein heiliger, einzig und allein dem Kult des Dreifaltigen Gottes geweihter Ort ist, so kann man bei diesem Schauspiel nur an den von Christus angekündigten „Greuel der Verwüstung an heiliger Stätte“ denken (vgl. Mt 24, 15).

    Nachdem alle Delegationen ihre Kulte für den Frieden abgehalten hatten, begaben sie sich schweigend in einer Art Wallfahrt zur Franziskus-Basilika, wo dann jede Gemeinschaft ein Friedensgebet vortrug. Diese Wallfahrt deutete der Papst in seiner Schlußansprache folgendermaßen:

    „Während wir schweigend einherschritten, haben wir über den Weg nachgedacht, den unsere Menschheitsfamilie geht: entweder in Feindschaft, wenn wir es verfehlen, uns einander in Liebe anzunehmen; oder als eine gemeinsame Wanderung zu unserem erhabenen Ziel, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß die anderen unsere Brüder und Schwestern sind. … Laßt uns darin eine Vorwegnahme dessen sehen, WAS GOTT VON DER GESCHICHTLICHEN ENTWICKLUNG DER MENSCHHEIT GERN VERWIRKLICHT SEHEN MÖCHTE: EINE BRÜDERLICHE WANDERUNG, AUF DER WIR UNS GEGENSEITIG BEGLEITEN ZUM TRANSZENDENTEN ZIEL, DAS ER UNS GESETZT HAT“.

    Deutlicher kann man nicht feststellen, daß diese Sekte die Mission begraben sehen will. Die Menschen sollen sich nicht zur Kirche bekehren, sondern alle sollen in ihren Religionen „gemeinsam und friedlich“ den Weg des Verderbens gehen.

  2. DAS ERDBEBEN – eine Strafe für das Religionstreffen in Assisi

    Zwei Mönche fanden in den Trümmern den Tod

    „Es nehmen 50 Vertreter der christlichen Kirchen teil sowie 60 (!) weitere Religionen.
    Nachdem alle Delegationen ihre Kulte für den Frieden abgehalten hatten, begeben sie sich zur Franziskus-Basilika, wo dann jede Gemeinschaft ein Friedensgebet vorträgt.“

    Die Erdbebenkatastrophe ereignete sich in Assisi exakt am Ort der Franziskus-Basilika, die schwerst getroffen wurde. Das Beben begann bereits nachts, die Schäden waren noch begrenzt. Doch anderntags am Vormittag wiederholte sich das Beben mit der Stärke 5,9 auf der Richter-Skala. Elf Menschen kamen ums Leben, über 50.000 Italiener wurden obdachlos.

    Es mußten 1.276 Tonnen Schutt aus der Basilika San Francesco entfernt werden. Kosten der Renovierung: 35 Mio. €. Die Unterkirche mit dem Grab des hl. Franziskus blieb größtenteils intakt.

  3. @Alexius 25. Januar 2015 um 20:37

    “ DAS ERDBEBEN – eine Strafe für das Religionstreffen in Assisi “

    Wie war das doch mit dem Erdbeben im jüdischen Tempel nach der Kreuzigung Jesu ? Wer erkennt hier nicht … ?

  4. Vier Bischöfe der rechtgläubig griechisch-katholischen Kirche der Ukraine warnen Benedikt XVI

    „Der Tag an welchem Sie einen Apostaten (JPII) selig sprechen werden, wird der Tag Ihres Ausschlusses aus dem Mystischen Leib Jesu Christi sein.“

    „Am ersten Tag dieses Jahres verbreitete sich eine erschreckende Nachricht. Sie haben den apostatischen Gestus von Assisi bestätigt. Sie wollen ihn wiederholen und kanonisieren.
    Wir zitieren: „…zum Zweck diesen historischen Gestus welchen mein Vorgänger wollte in Erinnerung zu rufen und um das Engagement der Gläubigen aller Religionen feierlich zu erneuern, den eigenen Glauben im Dienst an den Frieden zu leben“

    .. nehmen Sie zur Erkenntnis, daß mit der Zustimmung zur Geste von Assisi Sie sich gegen Christus und Seinen Mystischen Leib, die Kirche, gestellt haben. Diese sogenannte historische Geste ist ein totaler Verrat am Christentum selbst. Die Heiden welche Satan verehren nach Assisi einzuladen, damit sie sich dafür einsetzen, den eigenen Glauben zu leben ist absurd. Den Götzenkult auf die gleiche Ebene mit dem Evangelium zu stellen ist die größte Häresie. Damit verneint man das Evangelium und die gesamte missionarische Tradition der Kirche!

    1.Sie haben öffentlich die Häresie verkündet

    2.Sie haben das Datum der Seligsprechung des Apostaten festgesetzt

    3.Sie haben beschlossen, durch Ihre direkte Teilnahme selber in Assisi den apostatischen Gestus zu begehen.

    Der Tag an welchem Sie einen Apostaten selig sprechen werden wird der Tag Ihres Ausschlusses aus dem Mystischen Leib Jesu Christi sein. Gemäß dem Galaterbrief (1,8-9) wird auf Sie das Anatema Gottes, die Vermaledeiung, lasten.

    …die sieben Bischöfe der rechtgläubig griechisch katholischen Kirche der Ukraine beten für Sie.

    + Elias OSBMr

    +Samuel OSBMr

    + Markian OSBMr

    +Methodius OSBMr

    Leopolis, 26 Jänner 2011

  5. Es gab ja auch den Zusammenbruch des Wojtyla-Kreuzes ebenfalls mit einem Todesopfer in zeitlicher Nähe der Eiligsprechung des unheiligen Wojtyla. Gott warnt immer wieder – aber er warnt dezent (verhältnismäßig, eigentlich sind Erdbeben und Kreuzzusammenbruch schon ziemlich massiv). Er warnt dezent, weil er die Menschen nicht zwingen will. Viele Menschen verschließen sich aber leider der Warnungen Gottes …

  6. „Dezente Warnung“?
    In Fatima haben die „dezenten Warnungen“ aufgehört: Krieg und Verfolgungen der Kirche wurden uns vorhergesagt. Doch für Seefeld existiert statt dessen bereits der prohezeite Friede. Zumindest haben Sie sich in dieser Richtung einmal geäußert. Doch MARIA sagt: Wenn man meine Wünsche nicht hört und erfüllt, dann werden „verschiedene Nationen vernichtet“ werden. Dezent?
    Oder wollen Sie gar darauf bestehen, daß die Forderungen des Himmels erfüllt worden sind?

  7. @ Alexius:

    Mit „dezenten Warnungen“ beschrieb ich die Warnungen Gottes, wobei ich hinzufügte, daß das Erdbeben von Assisi und der Zusammenbruch des Wojtyla-Kreuzes insbesondere wegen ihrer Todesopfer so dezent doch nicht waren.

    Sie haben recht: Marias Warnungen von Fatima und nicht zu vergessen von La Salette sind viel deutlicher, aber es sind eben Marias Warnungen, nicht Gottes Warnungen (bitte nicht mißverstehen: Marias Warnungen widersprechen Gottes Warnungen natürlich nicht).

    Tatsächlich hatte ich mich einmal dahingehend geäußert, daß der von der heiligsten Maria angekündigte Friede eingetreten sei. Damals wies ich aber auch darauf hin, daß Maria keinen ewig währenden Frieden verkündete. Europa war nach dem 2.Weltkrieg für einige Jahrzehnte Frieden (vielleicht nicht unbedingt der friedlichste Frieden, Waffenstillstand aber auf jeden Fall) vergönnt, insofern könnte man den von Maria angekündigten Frieden als eingetreten betrachten.

    Und ich meine durchaus, daß die von Maria gewünschte Weihe Rußlands durch Papst Pius XII. vollzogen wurde und diese Weihe Marias Wunsch entsprach, denn in Fatima war keine Rede davon, daß alle Bischöfe der Kirche bei dieser Weihe hätten dabeisein müssen (was ja auch etwas realitätsfern gewesen wäre, wie damals auch von mir gezeigt).

    Während des 2.Weltkrieges wurden übrigens tatsächlich einige Nationen vernichtet, nämlich die Baltischen Staaten (darunter auch das katholische Litauen), Polen und die Tschechei. Inzwischen hat Gott ihnen aber die Freiheit und Selbständigkeit zurückgegeben. Auch Deutschland war gegen Ende des 2.Weltkrieges in Gefahr, vernichtet zu werden, und hätte die Reichswehr nicht den US-Präsidenten F.D.Roosevelt überlebt, wäre es vielleicht wirklich zur Vernichtung Deutschlands gekommen. Gott ist nicht unbarmherzig, sondern gnädig.

  8. Es gibt überhaupt nur eine transzendente Religion: das Christentum. Tanquerey schreibt in seiner Dogmatischen Theologie, als Schlussfolgerung aus seinem Vergleich des Christentums mit den nichtchristlichen Religionen:
    „Ex hac comparatione Christianismi cum aliis religionibus sequitur Christianismum et quidem solum esse omnino transcendentem.“ (Ad. Tanquerey, Brevior Synopsis Theologiae Dogmaticae, ed. 7-ma, Parisiis-Tornaci-Romae 1931, 84. (Mehrere Nihil obstat und Imprimatur)
    Es ist nicht zu fassen, mit welcher Dreistigkeit das 2. Vatikanum und seine Päpste der katholischen Lehre und dem Herrn Jesus Christus selbst ins Gesicht hinein widersprechen.

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