Aspekte der katholischen Ekklesiologie in Bezug auf die Rezeption des II. Vatikanischen Konzils

Vortrag von Mons. Guido Pozzo in Wigratzbad, am 2 Juli 2010

Einleitung

Wenn man die Dogmatische Konstitution des II. Vatikanischen Konzils über die Kirche betrachtet, wird sofort die Größe und die Weite der Vertiefung des Geheimnisses der Kirche und der inneren Erneuerung dieses Geheimnisses, als Werk der Konzilsväter sichtbar.

Wenn man hingegen vieles von dem liest oder hört, was von gewissen Theologen, darunter einigen berühmten, und anderen, die eine dilettantische Theologie lehren, oder auch von einer verbreiteten nachkonziliaren katholischen Publizistik gesagt worden ist, wird man ergriffen von einer tiefen Traurigkeit und ernste Bedenken werden genährt.

Es ist in der Tat schwierig, sich einen größeren Gegensatz vorzustellen als jenen, der existiert zwischen den offiziellen Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils, dem nachfolgenden päpstlichen Lehramt, den Interventionen der Kongregation für die Glaubenslehre einerseits und den vielen Ideen oder zweideutigen Darstellungen, die fragwürdig und oft der geraden katholischen Lehre zuwider sind und die sich im katholischen Raum und allgemein in der öffentlichen Meinung verbreitet haben, andererseits.

Wenn man vom II. Vatikanischen Konzil und seiner Rezeption spricht, muß der Bezugspunkt jetzt ein einziger sein, nämlich jener, den das päpstliche Lehramt selbst in äußerst klarer und unzweideutiger Weise formuliert hat. In der Ansprache des 22. Dezember an die Römische Kurie hat sich Papst Benedikt XVI. wie folgt ausgedrückt: „Die Frage taucht auf, warum die Rezeption des Konzils in einem großen Teil der Kirche so schwierig gewesen ist. Nun ja, alles hängt ab von einer korrekten Auslegung des Konzils oder – wie wir heute sagen würden – von einer korrekten Hermeneutik, von seiner korrekten Deutung und Umsetzung. Die Probleme der Rezeption entsprangen der Tatsache, daß zwei gegensätzliche Hermeneutiken miteinander konfrontiert wurden und im Streit lagen. Die eine hat Verwirrung gestiftet, die andere hat Früchte getragen, was in der Stille geschah, aber immer deutlicher sichtbar wurde, und sie trägt auch weiterhin Früchte. Auf der einen Seite gibt es eine Auslegung, die ich“ – fügt der Hl. Vater hinzu – „‘Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruches‘ nennen möchte; sie hat sich nicht selten das Wohlwollen der Massenmedien und auch eines Teiles der modernen Theologie zunutze machen können. Auf der anderen Seite gibt es die ‘Hermeneutik der Reform‘, der Erneuerung des einen Subjekts Kirche, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wahrung der Kontinuität; die Kirche ist ein Subjekt, das mit der Zeit wächst und sich weiterentwickelt, dabei aber immer sie selbst bleibt, das Gottesvolk als das eine Subjekt auf seinem Weg.“ (im italienischen Original cf. Benedetto XVI., Insegnamenti, vol. I, 2005, Ed. Vaticana., Città del Vaticano 2006, S. 1023 ff.).

Wenn der Hl. Vater von zwei abweichenden Interpretationen oder Leseschlüsseln spricht, einer Interpretation der Diskontinuität oder des Bruches mit der katholischen Tradition, und einer der Erneuerung in der Kontinuität, dann bedeutet dies offenbar, daß die entscheidende Frage oder der wahrhaft ausschlaggebende Punkt zu Beginn der Schwierigkeiten, der Desorientierung und der Konfusion, die unsere Zeiten geprägt haben und noch prägen, nicht das II. Vatikanische Konzil als solches ist, nicht die objektive Lehre in seinen Dokumenten, sondern die Interpretation dieser Lehre.

In dieser Darstellung nehme ich mir vor, kurz zwei besondere Aspekte mit dem Ziel herauszuarbeiten, die sicheren Grundlagen einer korrekten Interpretation der konziliaren Lehre ins Licht zu rücken: Diese werden den Abweichungen und den Missverständnissen gegenüber gestellt, die von der Hermeneutik der Diskontinuität verursacht sind:
I. Die Einheit und Einzigkeit der katholischen Kirche
II. Die katholische Kirche und die Religionen in Bezug zum Heil

In der Konklusion am Ende möchte ich einige Überlegungen über die Ursachen der Hermeneutik der Diskontinuität mit der Tradition, vorlegen, indem ich vor allem die forma mentis hervorhebe, die dieser Hermeneutik zugrunde liegt.

I. Die Einheit und Einzigkeit der katholischen Kirche

1. Entgegen der Meinung, die von vielen Theologen vertreten wird, daß das II. Vaticanum radikale Änderungen in Bezug auf das Kirchenverständnis eingeführt habe, muß man vor allem feststellen, daß das Konzil für das, was die Lehre von der Kirche betrifft, auf dem Boden der Tradition bleibt. Dies schließt trotzdem nicht aus, daß das Konzil neue Ausrichtungen vorlegte und bestimmte Aspekte verdeutlichte. Die Neuheit gegenüber den Erklärungen vor dem Konzil besteht schon darin, daß das Verhältnis der katholischen Kirche gegenüber den orthodoxen Kirchen und den evangelischen Gemeinschaften, die durch die lutherische Reformation entstanden sind, als eigenes Thema behandelt wird und in einer förmlich positiven Art, während die Enzyklika Mortalium animos Pius XI. (1928), zum Beispiel, das Ziel verfolgte, die katholische Kirche von den christlichen, nicht katholischen Konfessionen klar abzugrenzen und zu unterscheiden.

2. Und trotzdem hält das II. Vaticanum entschieden an der Einheit und Einzigkeit der wahren Kirche fest, indem es sich auf die bestehende katholische Kirche bezieht: „Dies ist die einzige Kirche Christi, die wir im Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennen.“ (LG 8). An zweiter Stelle antwortet das Konzil auf die Frage, wo es möglich sei, die wahre Kirche zu finden: „Diese Kirche, in dieser Welt als Gesellschaft verfaßt und geordnet, ist verwirklicht in der katholischen Kirche“ (LG 8). Und um jedes Mißverständnis in Bezug auf die Identifikation der wahren Kirche Christi mit der katholischen Kirche zu vermeiden, wird hinzugefügt, daß es sich um die Kirche handle, „die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird“ (LG 8). Die einzige Kirche Christi hat also in der der katholischen Kirche ihre Verwirklichung, ihre Existenz, ihren Bestand. Es gibt keine andere Kirche Christi neben der katholischen Kirche. Damit wird bestätigt – zumindest implizit – daß die Kirche Jesu Christi nicht in sich selbst oder in ihrem Wesen gespalten ist und daß ihre unzertrennte Einheit nicht ausgelöscht worden ist durch die vielen Spaltungen der Christen.

Diese Lehre über die Unteilbarkeit der Kirche Christi, über ihre wesentliche Identifikation mit der katholischen Kirche, wurde unterstrichen in den Dokumenten der Kongregation für die Glaubenslehre Mysterium Ecclesiae (1973), Dominus Iesus, 16 und 17 (2000) und in den Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche (2007).

Die Formulierung subsistit in von Lumen gentium 8 bedeutet, daß die Kirche Christi nicht verloren ging in den Ereignissen der Geschichte, sondern als einziges und ungeteiltes Subjekt in der katholischen Kirche fortbesteht. Die Kirche Christi subsistiert, findet sich und lässt sich erkennen in der katholischen Kirche. In diesem Sinn herrscht hier volle Kontinuität zu der Lehre, wie sie zuvor vom Lehramt vorgelegt worden ist (Leo XIII., Pius XI. und Pius XII.)

3. Mit der Formulierung „subsistit in“ wollte die Lehre des Konzils – in Übereinstimmung mit der katholischen Tradition – gerade jede Form des ekklesiologischen Relativismus ausschließen. Zugleich beabsichtigt die Ersetzung des „est“, wie es von der Enzyklika Mystici Corporis von Pius XII. gebraucht wurde, durch das „subsistit in“, sich dem ökumenischen Problem in einer direkteren und ausdrücklicheren Weise zu stellen, als dies in der Vergangenheit geschehen war. Obwohl die Kirche nur eine ist und sich in einem einzigen Subjekt findet, existieren dennoch außerhalb dieses Subjekts wahre und wirkliche kirchliche Elemente, die jedoch, da sie der katholischen Kirche gehören, zur katholischen Einheit drängen.

Das Verdienst des Konzils besteht einerseits darin, die Einzigkeit, die Unteilbarkeit und die Nicht-Multiplizierbarkeit der katholischen Kirche zum Ausdruck gebracht zu haben, andererseits darin, anerkannt zu haben, daß auch in den christlichen, nicht katholischen Konfessionen Gaben und Elemente existieren, die kirchlichen Charakter haben. Diese rechtfertigen es und drängen dazu, sich um die Wiederherstellung der Einheit aller Jünger Christi zu mühen. Der Anspruch, die einzige Kirche Christi zu sein, darf tatsächlich nicht dahingehend interpretiert werden, den wesentlichen Unterschied nicht zu würdigen, der zwischen den christlichen, nicht katholischen Gläubigen und den Nichtgetauften besteht. Was die Zugehörigkeit zur Kirche betrifft, ist es nämlich nicht möglich, die nicht katholischen Christen und jene, die nicht die Taufe erhalten haben, auf die gleiche Stufe zu stellen. Die Beziehung der christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften mit der katholischen Kirche existiert nicht zwischen alles oder nichts, sondern zwischen teilweiser und voller Gemeinschaft.

4. In dem Paradox, sozusagen, des Unterschieds zwischen Einzigkeit der katholischen Kirche und Existenz von wirklich kirchlichen Elementen außerhalb dieses einzigen Subjekts, spiegelt sich der Widerspruch der Spaltung und der Sünde. Aber diese Teilung ist etwas ganz Anderes als jene relativistische Sicht, die die Teilung zwischen den Christen nicht als schmerzlichen Bruch, sondern als Ausdruck der verschiedenen doktrinellen Variationen ein und desselben Themas sieht, bei dem alle Variationen oder Abweichungen in gewisser Weise gerechtfertigt wären und sich untereinander als Unterschiede oder Abweichungen anerkennen und annehmen müßten. Daher kommt dann die Idee, daß die Ökumene in der wechselseitigen und respektvollen Anerkennung der Verschiedenheit bestehen müsse, und das Christentum am Ende das Gesamte der Fragmente der christlichen Wirklichkeit sei. Eine solche Interpretation des konziliaren Gedankengutes ist gerade Ausdruck jener Diskontinuität oder jenes Bruches mit der katholischen Tradition und stellt eine schwere Verfälschung des Konzils dar.

5. Um eine authentische Interpretation des Konzils auf der Linie einer Entwicklung in der wesentlichen Kontinuität mit der traditionellen Lehre der Kirche wiederzugewinnen, ist es notwendig zu unterstreichen, daß die Elemente der „Heiligung und der Wahrheit“, die die anderen Kirchen oder Gemeinschaften mit der katholischen Kirche gemeinsam haben, zusammen die Basis für die gegenseitige kirchliche Gemeinschaft und das Fundament bilden, das diese Kirche beziehungsweise Gemeinschaften in wahrhafter, authentischer und wirklicher Weise charakterisiert. Es wäre dennoch für die Vollständigkeit notwendig hinzuzufügen, daß insofern jene etwas zu eigen haben, das nicht von der katholischen Kirche geteilt wird und das so diese Gemeinschaften von ihr trennt, diese Gemeinschaften als nicht-Kirche kennzeichnet. Jene also sind „Werkzeuge des Heils“ (UR 3) für jenen Teil, den sie mit der katholischen Kirche gemeinsam haben und ihre Gläubigen können das Heil erlangen, indem sie diesem gemeinsamen Teil folgen; für jenen Teil jedoch, der der katholischen Kirche fremd oder ihr entgegengesetzt ist, sind sie nicht Werkzeuge des Heils (außer es handelt sich um das unüberwindbar irrende Gewissen; in diesem Fall ist ihr Irrtum nicht ihnen zuzuschreiben, obgleich man dennoch das Gewissen als irrend bezeichnen muß) [vgl. z. B. das Faktum der Weihe von Frauen zum Priestertum oder Episkopat oder die Weihe von homosexuellen Personen in gewissen anglikanischen oder altkatholischen Gemeinschaften].

6. Das II. Vaticanum lehrt, daß alle Getauften als solche in Christus eingegliedert sind (UR 3), aber zugleich stellt es fest, daß man nur von einer aliqua communio, etsi non perfecta, zwischen den an Christus glaubenden und getauften nicht Katholiken einerseits und der katholischen Kirche andererseits sprechen könne (UR 3).

Die Taufe begründet das sakramentale Band der Einheit der Glaubenden in Christus. Dennoch ist sie per se sozusagen nur der Beginn und Anfang, weil die Taufe innerlich danach strebt, das ganze Leben in Christus zu erlangen. Deshalb ist die Taufe auf das unversehrte Bekenntnis des Glaubens hingeordnet, auf die vollständige Gemeinschaft in der von Christus gewollten Institution des Heils, die die Kirche ist, und schließlich auf die vollständige Einfügung in die eucharistische Gemeinschaft (UR 22). Es ist also evident, daß die Zugehörigkeit zur Kirche nicht vollständig bewahrt sein kann, wenn das Leben der Taufe ein objektiv defektes und verfälschtes sakramentales und doktrinelles Gefolge hat. Eine Kirche ist im vollen Sinne nur da auszumachen, wo sich die notwendigen und unverzichtbaren „heiligen“ Elemente vereint finden, die sie als Kirche begründen: Die apostolische Sukzession (die die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri einschließt), die Sakramente, die Heilige Schrift. Wenn eines dieser Elemente fehlt oder mangelhaft vorhanden ist, wird die kirchliche Wirklichkeit in Proportion zum entsprechenden Mangel verfälscht. Insbesondere kann der Begriff „Kirche“ legitim auf die getrennten Ostkirchen angewandt werden, hingegen nicht auf die Gemeinschaften, die aus der Reformation hervorgegangen sind, weil bei jenen das Fehlen der apostolischen Sukzession und der Verlust des größten Teils der Sakramente und speziell der Eucharistie, einen wesentlichen Teil ihrer Kirchlichkeit verwunden und schwächen (cf. Dominus Iesus, 16 e 17).

7. Die katholische Kirche trägt alle Wahrheit in sich, weil sie Leib und Braut Christi ist. Trotzdem umfaßt sie diese ganze Wahrheit nicht in vollkommener Weise. Deshalb bedarf sie der Führung des Heiligen Geistes, der sie „in die ganze Wahrheit“ führt (Joh 16, 13). Das Sein ist eines, ein anderes die volle Erkenntnis des Seins. Deshalb schreiten die Suche und die Erkenntnis voran und entwickeln sich. Auch die Glieder der katholischen Kirche leben nicht immer auf der Höhe ihrer Wahrheit und Würde. Deshalb kann die katholische Kirche im Verständnis der Wahrheit wachsen, im Sinn eines sich bewußt und reflektierten Aneignens von etwas, was sie ontologisch und daseinsmäßig schon ist. In diesem Kontext versteht man, dass der Nutzen und die Notwendigkeit des ökumenischen Dialogs darin besteht, wiederzugewinnen, was eventuell in gewissen Epochen an den Rand gedrängt oder vernachlässigt worden ist, und um Erkenntnisse in die Gesamtheit der christlichen Existenz zu integrieren, die zum Teil vergessen waren. Der Dialog mit den Nichtkatholiken ist weder steril noch formal, hat aber immer zur Voraussetzung, daß die Kirche sich bewußt ist, in ihrem Herrn die Fülle der Wahrheit und der Heilsmittel zu haben.

Diese genannten doktrinellen Akzentuierungen erlauben, eine Theologie zu entwickeln, die in voller Kontinuität zur Tradition steht und zugleich in einer Linie mit der Ausrichtung und der Vertiefung, die vom II. Vatikanischen Konzil und dem nachfolgenden Lehramt bis heute gewollt ist.

II. Die katholische Kirche und die Religionen im Bezug zum Heil

Es ist normal, daß in einer Welt, die immer mehr zusammenwächst bis dahin, ein globales Dorf hervorzubringen, auch die Religionen einander begegnen. So prägt heute die Koexistenz verschiedener Religionen immer mehr das tägliche Leben der Menschen. Dies führt nicht nur zu einer äußeren Annäherung von Anhängern verschiedener Religionen, sondern fördert das Interesse an Religionssystemen, die bislang unbekannt waren. Im kollektiven Bewußtsein des Westens überwiegt immer mehr die Tendenz des modernen Menschen, Toleranz und Freiheit zu kultivieren, indem man immer mehr den Anspruch des Christentums aufgibt, die „wahre“ Religion zu sein. Dieser Absolutheitsanspruch des Christentums, überliefert in der traditionellen Formulierung der einzigen Kirche, in der allein das Heil ist, stößt heute bei Katholiken und Protestanten auf Unverständnis und Ablehnung. Die klassische Formulierung „extra Ecclesiam nulla salus“ ersetzt man heute oft mit „extra Ecclesiam multa salus“.

Die Konsequenzen dieses religiösen Relativismus bleiben nicht nur auf der theoretischen Ebene, sondern sie haben zerstörerische Wirkungen pastoraler Art. Immer mehr verbreitet ist die Idee, daß die christliche Mission nicht mehr die Konversion der Heiden zum Christentum verfolgen dürfe, sondern die Mission sich darauf zu beschränken sollte, entweder Zeugnis des eigenen Glaubens zu geben und sich in der Solidarität oder in der brüderlichen Liebe einzusetzen für die Verwirklichung des Friedens unter den Völkern und der sozialen Gerechtigkeit.

In diesem Kontext kann man einen fundamentalen Mangel bemerken, nämlich den Verlust der Frage nach der Wahrheit. Indem die Frage nach der Wahrheit fehlt, d.h. nach der wahren Religion, unterscheidet sich das Wesen der Religion nicht mehr von seiner Verfälschung, d.h. der Glaube lässt sich nicht mehr vom Aberglauben unterscheiden, die authentische religiöse Erfahrung nicht mehr von der Illusion, die Mystik nicht mehr vom falschen Mystizismus. Ohne den Wahrheitsanspruch wird schließlich auch die Wertschätzung dessen, was richtig und gültig in den verschiedenen Religionen ist, widersprüchlich, weil das Kriterium der Wahrheit fehlt, um festzustellen, was es an Wahrem und Guten in den Religionen gibt.

Deswegen ist es heute dringend notwendig , die Grundlagen der katholischen Lehre über das Verhältnis zwischen Kirche und Religionen unter Berücksichtigung der Frage nach der Wahrheit und nach dem Heil in Erinnerung zu rufen. Dabei gilt es die tiefe Identität der christlichen Mission zur Evangelisierung zu schützen. Ich möchte hier die grundlegenden Aussagen des Lehramts zu diesem Themenkreis darlegen, um damit herauszustellen, wie auch in diesem Aspekt eine wesentliche Kontinuität des katholischen Denkens existiert, und dabei auch die verschiedenen Akzentuierungen und und Perspektiven hervorheben, die sich aus dem II. Vatikanischen Konzil und dem jüngeren päpstlichen Lehramt ergeben.

1. Der Missionsbefehl. Christus hat seine Apostel gesandt, damit sie „in seinem Namen“ „allen Völkern die Umkehr und die Vergebung der Sünden verkündigten“ (Lk 24, 47). „Lehret alle Völker, taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28, 19). Die Sendung zu taufen und damit die sakramentale Sendung ist inbegriffen in der Sendung zu evangelisieren, denn das Sakrament wird vorbereitet durch das Wort Gottes und durch den Glauben, der diesem Wort zustimmt (cf. KKK, 1122).

2. Ursprung und Ziel der christlichen Mission. Der Missionsbefehl des Herrn hat seinen letzten Ursprung in der ewigen Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und das letzte Ziel der Mission ist nichts anderes als die Menschen teilhaben zu lassen an der Gemeinschaft, die zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist existiert. (cf. KKK, 850).

3. Heil und Wahrheit. „Gott will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1Tim 2, 4). Das bedeutet, daß „Gott will, dass alle durch die Erkenntnis der Wahrheit das Heil erlangen. Das Heil liegt in der Wahrheit.“ (Erklärung Dominus Iesus, 22). „Die Pflicht und die Dringlichkeit, das Heil und die Bekehrung zum Herrn Jesus Christus zu verkünden, wird durch die Gewissheit des universalen Heilswillens Gottes nicht gelockert, sondern verstärkt.“ (ebendort).

4. Die wahre Religion. Das II. Vatikanische Konzil „bekennt(…), Gott selbst hat dem Menschengeschlecht Kenntnis gegeben von dem Weg, auf dem die Menschen, ihm dienend, in Christus erlöst und selig werden können. Diese einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten.“ (Erklärung Dignitatis humanae, 1).

5. Mission ad gentes und interreligiöser Dialog. Der inter-religiöse Dialog ist Teil der Sendung der Kirche zur Verkündigung des Evangeliums. „Wenn er als Methode und Mittel zur wechselseitigen Kenntnis und Bereicherung verstanden wird, steht er nicht in Gegensatz zur Missio ad gentes sondern hat vielmehr eine besondere Bindung zu ihr und ist sogar Ausdruck davon“ (Enzyklika Redemptoris missio, 55). „Der Dialog dispensiert nicht von der Evangelisierung“ (ebendort), noch kann er sie ersetzen, sondern er begleitet die Missio ad gentes. (cf. Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Dominus Iesus, 2 und Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung). Die Gläubigen können selbst von diesem Dialog profitieren, indem sie besser kennenlernen, „was immer an Wahrheit und Gnade schon bei den Heiden sich durch eine Art von verborgener Gegenwart Gottes findet“ (Erklärung Ad gentes, 9). Wenn die Gläubigen jenen die frohe Botschaft verkünden, die sie noch nicht kennen, tun sie es, um das Wahre und Gute, das Gott unter den Menschen und Völkern verbreitet hat, zu kräftigen, zu ergänzen und zu erhöhen und um diese Menschen von Irrtum und Bosheit zu reinigen „zur Herrlichkeit Gottes, zur Beschämung des Satans und zur Seligkeit des Menschen“ (ebendort). (KKK, 856).

6. Was die Beziehung zwischen Christentum, Judentum und Islam betrifft, bekräftigt das Konzil keinesfalls die Theorie, die sich im Bewußtsein der Gläubigen verbreitet, nach der alle drei monotheistischen Religionen (Judentum, Islam und Christentum) drei Zweige der gleichen göttlichen Offenbarung seien. Die Achtung vor den monotheistischen Religionen verkleinert und beschränkt in keiner Weise den Missionsauftrag der Kirche: „Unablässig verkündet die Kirche und muß sie verkündigen Christus, der ist ‚der Weg, die Wahrheit und das Leben‘ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden“ (Nostra aetate, 2).

7. Die Verbindung der Kirche zu den anderen nichtchristlichen Religionen

„Die Kirche anerkennt bei den anderen Religionen, wenn auch erst ‚in Schatten und Bildern‘, (Dogmatische Konsitution Lumen gentium, 16) ihre Suche nach ‚einem unbekannten Gott‘, der aber nahe ist, ‚da er allen Leben, Atem und alles gibt.‘ Somitbetrachtet die Kirche alles, was sich in den Religionen an Wahrem und Gutem findet, ‚als Vorbereitung für die Frohbotschaft und als von dem gegeben (…)‚ der jeden Menschen erleuchtet, damit er schließlich das Leben habe‘ (ebendort)“ (KKK, 843).

„Das religiöse Verhalten der Menschen weist aber auch Grenzen und Irrtümer auf, die das Gottesbild entstellen“ (KKK, 844): „Vom Bösen getäuscht, wurden freilich die Menschen oft eitel in ihren Gedanken, vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge und dienten der Schöpfung mehr als dem Schöpfer oder sind, ohne Gott in dieser Welt lebend und sterbend, der äußersten Verzweiflung ausgesetzt“ (Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 16).

8. Die Kirche – das universale Heilssakrament. „Das Heil kommt von Christus durch die Kirche, die sein Leib ist“ (cf. KKK, 846). „Es ist vor allem fest zu glauben, daß die ‚pilgernde Kirche zum Heile notwendig ist. In der Tat ist Christus der alleinige Mittler und Heilsweg; er macht sich uns gegenwärtig in seinem Leib, der die Kirche ist‘ (Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 14)“ (Dominus Iesus, 20). „Die Kirche ist das universale Heilssakrament“ (Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 48), weil sie ihrem Haupt, dem Heiland Jesus Christus, immer auf geheimnisvolle Weise geeint und ihm unterstellt ist, hat sie im Plan Gottes einen unabdingbaren Bezug zum Heil jedes Menschen.

9. Die Bedeutung und Funktion der Religionen in der Heilsordnung. „Was immer der Geist im Herzen der Menschen und in der Geschichte der Völker, in den Kulturen und Religionen bewirkt, hat die Vorbereitung der Verkündigung zum Ziel (Praeparatio evangelica)“ (Enzyklika Redemptoris missio, 29). „Es ist demnach legitim aufrecht zu erhalten, daß der Heilige Geist das Heil bei den Nichtchristen auch durch jene Elemente der Wahrheit und des Guten wirkt, die in den anderen Religionen vorhanden sind; aber es ist vollkommen irrig und der katholischen Lehre zuwider ‚diese Religionen, in sich betrachtet, als Heilswege zu sehen, auch weil es in ihnen Lücken, Mängel und Irrtümer gibt, die fundamentale Wahrheiten über Gott, den Menschen und die Welt betreffen“ (Kongregation für die Glaubenslehre, Notifikation bezüglich des Buches von P. Jacques Dupuis, S.J., ‚ „Verso una teologia del pluralismo religioso“, 8).

Zusammenfassend tritt klar hervor, daß die authentische Verkündigung der Kirche in Bezug auf ihren Absolutheitsanspruch sich nicht wesentlich mit der Lehre des II. Vaticanums geändert hat. Das Konzil verdeutlicht einige Motive die jene Lehre vervollständigen, indem ein polemischer und streitsüchtiger Kontext vermieden und die doktrinellen Elemente, in ihrer Integrität und Ganzheit betrachtet, ins Gleichgewicht gerückt werden.

Konklusion

Was steht am Ursprung der Interpretation der Diskontinuität oder des Bruches mit der Tradition?

Hier steht das, was wir als nachkonziliare oder genauer gesagt para-konziliare Ideologie bezeichnen können, die sich seit Beginn des Konzils bemächtigt hatte, indem sie sich ihm überstülpte. Dieser Ausdruck bezieht sich nicht etwa auf die Texte des Konzilsund noch weniger auf die Intention der handelnden Subjekte, sondern auf den Interpretationsrahmen, in den das Konzil gestellt wurde und der wie eine Art innere Konditionierung bei der weiteren Lektüre der Fakten und Dokumente des Konzils gewirkt hat. Das Konzil ist keinesfalls die para-konziliare Ideologie, aber in der Geschichte der kirchlichen Ereignisse und der Massenkommunikationsmittel hat eben zu einem großen Teil die Verfälschung des Konzils gewirkt, das heißt die para-konziliare Ideologie. Um alle Konsequenzen der para-konziliaren Ideologie als historisches Ereignis deutlich hervortreten zu lassen, müßte man die 68er Revolution untersuchen, die als Prinzip die Haltung des Bruchs mit der Vergangenheit und die radikale Änderung der Geschichte angenommen hat. In der para-konziliaren Ideologie bedeutet 1968 eine neue Gestalt der Kirche im Bruch mit der Vergangenheit, auch wenn sich die Wurzeln dieses Bruches bereits in älteren kirchlichen Gruppierungen finden lassen.

Dieses Interpretationsrahmen, der sich von außen dem Konzil überstülpt, kann hauptsächlich durch folgende drei Faktoren charakterisiert werden:

1) Der erste Faktor ist der Verzicht auf das Anathem, das heißt auf die klare Gegenüberstellung von Orthodoxie und Häresie.

Im Namen der sogenannten pastoralen Ausrichtung des Konzils kommt die Idee auf, daß die Kirche auf die Verurteilung des Irrtums, auf die Definition der Orthodoxie in Gegenüberstellung zur Häresie verzichten würde. Man stellt die Verurteilung der Irrtümer und das Anathem, das in der Vergangenheit von der Kirche über alles verkündet worden war, was mit der christlichen Wahrheit unvereinbar ist, , dem pastoralen Charakter der Lehre des Konzils gegenüber, das jetzt nicht darauf aus wäre, zu verurteilen oder Irrtümer deutlich zu machen, sondern nur zu ermahnen, zu veranschaulichen oder zu bezeugen.

In Wirklichkeit gibt es keinen Widerspruch zwischen der entschlossenen Verurteilung oder Widerlegung der Irrtümer auf dem Gebiet der Lehre oder Moral und den Haltungen der Liebe gegenüber dem, der dem Irrtum verfällt, und des Respekts vor seiner Würde als Person. Im Gegenteil, gerade weil der Christ großen Respekt für die menschliche Person hat, setzt er sich über alle Grenzen hinweg dafür ein, sie vom Irrtum und von falschen Interpretationen der religiösen oder moralischen Wirklichkeit zu befreien.

Die Anhänglichkeit an die Person Jesu Christi, den Sohn Gottes, an sein Wort und sein Heilsgeheimnis, erfordert eine einfache und klare Antwort des Glaubens, wie sie sich in den Glaubensbekenntnissen und in der regula fidei findet. Die Verkündigung der Glaubenswahrheit schließt immer auch die Widerlegung des Irrtums und seine Kenntlichmachung, also die (früher) so genannten „theologischen Zensuren“ jener doppeldeutigen und gefährlichen Positionen ein, die Unsicherheit und Verwirrung unter den Gläubigen verbreiten.

Es wäre demnach falsch und unbegründet, zu meinen, daß nach dem II. Vatikanischen Konzil das dogmatische Reden und Verurteilungen von Seiten des Lehramtes aufgegeben oder ausgeschlossen werden müssen. Genauso wäre es andererseits falsch, zu meinen, daß der erklärende und pastorale Charakter der Dokumente des II. Vatikanischen Konzils keine Lehre einschlösse, die eine Zustimmung von Seiten der Gläubigen erforderte, gemäß dem unterschiedlichen Grad der Autorität der vorgetragenen Lehren.

2) Der zweite Faktor ist die Übersetzung des katholischen Denkens in die Kategorien der Moderne. Die Öffnung der Kirche für die Ansprüche und Erfordernisse der Moderne (siehe Gaudium et Spes) wird von der para-konziliaren Ideologie als Notwendigkeit einer Versöhnung zwischen dem Christentum und dem philosophischen und ideologischen Denken in der modernen Kultur interpretiert. Es handelt sich hierbei um ein theologisches und intellektuelles Unterfangen, das im Wesentlichen die Idee des Modernismus wieder hervorholt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom heiligen Pius X. verurteilt worden war.

Die neo-modernistische und säkularisierende Theologie hat sich um eine Begegnung mit der modernen Welt gemüht, genau am Vorabend des Zerfalls der „Moderne“. Mit dem Niedergang des sogenannten „realen Sozialismus“ 1989 sind diese Mythen der Moderne und der Irreversibilität der Emanzipation von der Geschichte gefallen, die die Postulate des Soziologismus und Säkularismus dargestellt haben. Auf das Paradigma der Moderne folgt in der Tat heute das post-moderne Paradigma des „Chaos“ oder der „pluralistischen Vielschichtigkeit“, dessen Fundament der radikale Relativismus ist. In der Homilie zur Feier der Liturgie „Pro eligendo Pontifice“ (18/04/2005) des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger am Tag, bevor er zum Papst gewählt wurde, wird der Kern der Frage klar umrissen: „Wie viele Glaubensmeinungen haben wir in diesen letzten Jahrzehnten kennengelernt, wie viele ideologische Strömungen, wie viele Denkweisen… Das kleine Boot des Denkens vieler Christen ist nicht selten von diesen Wogen zum Schwanken gebracht, von einem Extrem ins andere geworfen worden: vom Marxismus zum Liberalismus bis hin zum Libertinismus; vom Kollektivismus zum radikalen Individualismus; vom Atheismus zu einem vagen religiösen Mystizismus; vom Agnostizismus zum Synkretismus, und so weiter. (…) Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt, wohingegen der Relativismus, das sich ‚vom Windstoß irgendeiner Lehrmeinung Hin-und-hertreiben-lassen‘, als die heutzutage einzige zeitgemäße Haltung erscheint. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten läßt“.

In Anbetracht dieses Prozesses muß man vor allem den metaphysischen Sinn der Wirklichkeit wiedergewinnen (vgl. die EnzyklikaFides et ratio von Papst Johannes Paul II.) und eine Vision des Menschen und der Gesellschaft, die sich auf absolute, überzeitliche und dauerhafte Werte gründet. Diese metaphysische Sicht darf nicht absehen von einer Reflexion der Rolle der Gnade in der Geschichte, das heißt des Übernatürlichen, dessen Verwalter die Kirche, der Mystische Leib Christi, ist. Die Wiedergewinnung des metaphysischen Sinns mit dem lumen rationis (Licht des Verstandes) muß parallel einhergehen mit jener des übernatürlichen Sinns mit dem lumen fidei (Licht des Glaubens).

Im Gegensatz dazu meint die para-konziliare Ideologie, daß die christliche Botschaft nach den Kategorien der modernen außerkirchlichen und gegen die Kirche gerichteten Kultur säkularisiert und neuinterpretiert werden müsse, indem man die Integrität des Glaubens aufs Spiel setzt, und sei unter dem Vorwand einer „angemessenen Anpassung“ an die Zeit. Das Resultat sind Säkularisierung der Religion und Verweltlichung des Glaubens.

Eines der Instrumente zur Verweltlichung der Religion gründet sich auf der Forderung, sie zu modernisieren, indem man sie dem modernen Geist anpaßt. Diese Forderung hat die katholische Welt dazu gebracht, sich für ein „aggiornamento“ (eine Aktualisierung) einzusetzen, das in Wirklichkeit dazu führte, die kirchliche Denkweise immer mehr und teils unbewusst dem herrschenden Subjektivismus und Relativismus anzugleichen. Dieses Nachgeben hat zu einer Verunsicherung unter den Gläubigen geführt, indem es sie der Sicherheit des Glaubens und der Hoffnung auf das ewige Leben als vorrangiges Ziel der menschlichen Existenz beraubte.

3) Der dritte Faktor ist die Interpretation des vom II. Vatikanischen Konzil gewollten „Aggiornamento“ (der vom II. Vatikanischen Konzil gewollten Aktualisierung).

Mit dem Begriff „aggiornamento“ („Aktualisierung“) wollte Papst Johannes XXIII. die vorrangige Aufgabe des II. Vatikanischen Konzils bezeichnen. Dieser Begriff jedoch drückte im Denken des Papstes und des Konzils nicht das aus, was dagegen in seinem Namen bei der ideologischen Rezeption der Nachkonzilszeit geschehen ist. „Aggiornamento“ wollte in der päpstlichen und konziliaren Bedeutung die pastorale Absicht der Kirche zum Ausdruck bringen, die am besten angemessenen und angebrachten Mittel zu finden, um das gesellschaftliche Bewußtsein der heutigen Welt dahin zu führen, die ewige Wahrheit der heilbringenden Botschaft Christi und der Lehre der Kirche zu erkennen. Liebe zur Wahrheit und missionarischer Eifer für das Heil der Menschen sind die zugrundeliegenden Prinzipien der Durchführung des „aggiornamento“, wie es vom II. Vatikanischen Konzil und dem nachfolgenden päpstlichen Lehramt gewollt und gedacht war.

Von der para-konziliaren Ideologie hingegen, die vor allem durch die neomodernistischen katholischen intellektuellen Gruppierungen und die Zentren der säkularen Massenmedien verbreitet wurde, wird der Begriff „aggiornamento“ verstanden und vorgestellt als Umkehrung der Kirche angesichts der modernen Welt: vom Antagonismus zur Aufgeschlossenheit. Die ideologische Modernität – die sicher nicht mit der legitimen und positiven Autonomie der Wissenschaft, der Politik, der Künste, des technischen Fortschritts verwechselt werden darf – hat sich auf das Prinzip der Ablehnung Gottes, der christlichen Offenbarung und der Gnade gegründet. Sie ist also gegenüber dem Glauben nicht neutral. Das, was an eine Versöhnung der Kirche mit der modernen Welt denken ließ, führt so paradoxerweise dazu, zu vergessen, daß der antichristliche Geist der Welt fortwirkt in der Geschichte und in der Kultur. Die nachkonziliare Situation wurde schon von Paul VI. wie folgt beschrieben:

„Durch eine Ritze ist der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen: Es gibt den Zweifel, die Unsicherheit, die Problemstellung, die Unruhe. Der Zweifel ist in unser Bewußtsein eingedrungen und er ist eingedrungen durch Fenster, die hingegen hätten geöffnet sein sollen für das Licht. Auch in der Kirche regiert dieser Status der Unsicherheit. Man glaubte, nach dem Konzil sei ein Sonnentag für die Geschichte der Kirche gekommen. Gekommen ist hingegen ein Tag, der vernebelt ist, ein Tag mit Unwetter, Finsternis, Suche und Unsicherheit. Wie ist dies geschehen? Wir vertrauen Euch einen Unserer Gedanken an: Es gab den Eingriff einer widrigen Macht: Sein Name ist der Teufel, dieses mysteriöse Sein, auf das man auch im Brief des hl. Petrus anspielt.“ (italienisches Original in Paolo VI., Insegnamenti, Ed. Vaticana, vol. X., 1972, p. 707).

Leider sind die Wirkungen, die von Paul VI. festgestellt wurden, nicht verschwunden. Ein fremdes Denken ist in die katholische Welt eingedrungen, das Verwirrung hervorbringt, viele Seelen verführt und die Gläubigen desorientiert. Hier ist ein „Geist der Selbstzerstörung“, der den Modernismus erfüllt, der sich – unter anderem – zu einem großen Teil der katholischen Publizistik bemächtigt hat. Dieses der katholischen Lehre fremde Denken kann man zum Beispiel unter zwei Aspekten feststellen:

Ein erster Aspekt ist die soziologische Sicht des Glaubens, das heißt, eine Interpretation, die das Soziale als Schlüssel zur Bewertung der Religion nimmt und die zu einer Verfälschung des Verständnisses der Kirche nach einem demokratischen Modell geführt hat. Wenn man die heutigen Diskussionen über die Disziplin, das Recht, über die Art, die Liturgie zu feiern, beobachtet, kann man nicht vermeiden, festzustellen, daß dieses falsche Kirchenverständnis unter den Theologen und Laien verbreitet ist, gemäß dem Slogan: Wir sind das Volk, wir sind die Kirche. Das Konzil bietet tatsächlich keinerlei Fundament zu dieser Interpretation, weil das Bild vom Volk Gottes, das auf die Kirche angewandt wird, immer gebunden ist an das Verständnis der Kirche als Geheimnis, als sakramentale Gemeinschaft des Leibes Christi, der sich zusammensetzt aus einem Volk, das ein Haupt hat und aus einem sakramentalen Organismus, der sich aus hierarchisch geordneten Gliedern zusammensetzt. Die Kirche kann daher keine Demokratie werden, in der die Macht und die Souveränität vom Volk ausgehen, weil die Kirche eine Wirklichkeit ist, die von Gott kommt und gegründet wurde von Jesus Christus. Sie ist Mittlerin des göttlichen Lebens, des Heils und der Wahrheit und sie hängt ab von der Souveränität Gottes, die eine Souveränität der Gnade und der Liebe ist. Die Kirche ist zugleich Gabe der Gnade und institutionelle Struktur, weil es so ihr Gründer gewollt hat: Indem er die Apostel berief, „setzte Jesus die Zwölf ein“ (Mk 3, 14).

Eine zweiter Aspekt, auf den ich Ihre Aufmerksamkeit lenken möchte, ist die Ideologie des Dialogs. Dem Konzil und der Enzyklika Pauls VI. Ecclesiam suam gemäß, ist der Dialog ein wichtiges und unverzichtbares Mittel für das Gespräch der Kirche mit den Menschen der eigenen Zeit. Aber die para-konziliare Ideologie wandelt den Dialog um, von einem Mittel zu einem Zweck und dem hauptsächlichen Ziel der pastoralen Tätigkeit der Kirche. Sie ist sinnentleerend und verdunkelt die Dringlichkeit und den Aufruf zur Bekehrung zu Christus und zur Zugehörigkeit zu Seiner Kirche.

Gegen solche Verirrungen, ist es notwendig, das spirituelle und kulturelle Fundament der christlichen Zivilisation wiederzufinden und wiederzugewinnen, das heißt den Glauben an Gott, den Transzendenten und den Schöpfer, an seine Vorsehung und sein Gericht, an seinen eingeborener Sohn, der Mensch geworden, gestorben und auferstanden ist für die Erlösung der Welt und der die Gnade des Heiligen Geistes ausgegossen hat zur Vergebung der Sünden und um die Menschen der göttlichen Natur teilhaft zu machen. Die Kirche, Leib Christi, göttlich-menschliche Institution, ist das universale Heilssakrament, und die Einheit der Menschen, deren Zeichen und Werkzeug die Kirche ist, geschieht in dem Sinn, die Menschen mit Christus zuvereinen mittels seines Leibes, der die Kirche ist.

Die Einheit des ganzen Menschengeschlechtes, von dem LG 1 spricht, darf also nicht in dem Sinne verstanden werden, die Einheit oder Wiedervereinigung der verschiedenen Ideen oder Religionen oder Werte in einem „gemeinsamen und übereinstimmenden Reich“ zu erlangen, sondern sie wird erreicht, indem alle zur einzigen Wahrheit zurückgeführt werden, deren Verwalterin die katholische Kirche ist, weil Gott selbst sie ihr anvertraut hat. Keine Harmonisierung von „verschiedenen und fremden Lehren“, sondern unverkürzte Verkündigung des Schatzes der christlichen Wahrheit. Dies im Respekt der Gewissensfreiheit und unter Würdigung der Strahlen der Wahrheit, die ausgestreut sind im Universum der kulturellen Traditionen und der Religionen der Welt, indem man sich aber zugleich den Sichtweisen widersetzt, die nicht mit der Wahrheit übereinstimmen, die Gott in Christus geoffenbart hat, und nicht mit ihr kompatibel sind.

Ich schließe, indem ich zu den Interpretationskategorien zurückkehre, die von Papst Benedikt in der Ansprache an die Römische Kurie vorgeschlagen wurden und die ich am Beginn zitiert habe. Sie beziehen sich nicht auf das gewöhnliche und obsolete Dreierschema: Konservative, Progressive, Gemäßigte, sondern sie gründen sich auf ein ausgezeichnetes theologisches Gleis: zwei Hermeneutiken, jene des Bruchs und jene der Reform in der Kontinuität. Es ist notwendig, jene letztgenannte Richtung zu nehmen, um die kontroversen Punkte anzugehen, indem man gleichsam das Konzil vom Para-Konzil befreit, das sich mit ihm vermischt hat und indem man das Prinzip der Integrität der katholischen Lehre und der vollkommenen Treue zum depositum des Glaubens bewahrt, der durch die Tradition überliefert und vom Lehramt der Kirche treu ausgelegt wird.


 

Schauen Sie sich auch den bebilderten Originaltext an!

16 Kommentare zu “Aspekte der katholischen Ekklesiologie in Bezug auf die Rezeption des II. Vatikanischen Konzils

  1. Pozzo vertritt die Konzilssekte. Deshalb gilt:

    „Wir betrachten daher alles, was von diesem Geist der Verleugnung inspiriert ist, als null und nichtig. Alle nachkonziliaren Reformen und SÄMTLICHE Akte Roms, die in dieser frevlerischen Haltung vollzogen wurden.“ (Lefebvre)

  2. Warum bleiben unsere Theologen nicht bei der einfachen Wahrheit?
    1. subsistit in: Wenn die Kirche Christi in der kath. Kirche vewirklicht ist, hat man berechtigterweise die Vorstellung, dass es sozusagen auf der einen Seite eine theoretische oder ideelle Kirche geben könne, die nun andererseits in der kath. Kirche verwirklicht sei, was zu weiteren Fragen führt. Seit wann ist das so? Geschah das allmählich? Hört es wieder auf? Ist es nicht doch möglich, dass eine andere Kirche an dieser Identität der Kirche etwas teilhaben könnte, wie es Kardinal Lehmann in seiner Abschiedsrede vor der Deutschen Bischofskonferenz im Hinblick auf die Protestanten angefragt hat? (Das ist natürlich schon philosophisch unsinnig, weil eine Entität an der Identität einer anderen nicht teilhaben kann.)
    Warum sagt man nicht schlicht: Die katholische ist die wahre Kirche Jesu Christi und sonst keine andere. Nur das Wörtchen „ist“ zeigt diesen Seinsbestand der kath. Kirche als wahrere Kirche an. Nur „ist“ drückt ihre Identität aus, dagegen führt „subsistit in“ in eine Interpretationsmöglichkeit und nicht zu einer klaren Aussagen ihrer Identität. Warum also „subsistit in“, warum die Verteidigung einer in die Irre führende Vokabel? Nicht die Interpretation von „subsistit in“ führt aus diesem Abirren heraus, sondern die Korrektur in „est“ (ist).

    2. Im Vortrag wird richtig gesagt, dass Juden und Muslime missioniert werden müssen. Aber werden Muslime, die in großen Scharen schon lange bei uns sind, missioniert? Nein. Auch hat sich die Kirche von der Missionierung der Juden längst verabschiedet. Man lese dazu nur die veränderte Karfreitagsliturgie.
    Benedikt XVI. hat in seinem Buch „Licht der Welt“ (Herder 2010, Seite 133) gesagt: „Aber auch dahingehend, dass nun nicht unmittelbar für die Bekehrung der Juden im missionarischen Sinne gebetet wird, sondern dass der Herr die geschichtliche Stunde herbeiführen möge, in der wir miteinander vereint sein werden.“ Wenn Christus das so gewollt hätte für die Juden, ohne unsere Mission, hätte er es uns auch so gesagt. Aber sein Taufbefehl ist der unmissverständliche Auftrag der Mission der Kirche an alle Völker und da machen die Juden keine Ausnahme. Wie notwendig die Juden diese Mission haben, hat der hl. Apostel Paulus überzeugend dargelegt.

    3. Logoi spermatikoi, sog. Wahrheitskörner, also kleine Wahrheiten, sollen sich bei den heidnischen Religionen finden. Hat man vergessen, dass die Wahrheit zum geistigen Bereich gehört, die sich, wie alles Geistige, nun mal nicht teilen lässt? Die Wahrheit ist doch kein Stück Materie, die sich in Spuren noch nachweisen lässt, aber doch nicht die Wahrheit. Außerdem ist die Wahrheit eine Person, nämlich Christus und er lässt sich auch nicht in Körnchen aufteilen. Man kann diese Diskussion schlagartig beenden, wenn mir einer unserer kirchlichen Würdenträger für jede heidnische Religion wenigstens fünf solcher Wahrheitskörner nachweisen könnte, die wir armen und unwissenden Laien dann besser erkennen können.
    So etwas hat die Kirche noch nie gesagt. Es finden sich auch keine Schriftstellen für solche Lehren und ebenfalls nicht in der Tradition.

    Früher hat die Kirche sich in vielen ihrer Kleriker sozial oder moralisch vergangen, nun aber dreht man die Wahrheit um und lügt. Wir sind wohl in der Zeit , wo die wahre Kirche sich nur noch in der kleinen Herde verwirklicht und überdauert bis zur Ankunft des Herrn.

  3. Danke für diesen Beitrag, Werner Josef Gieffers!
    Ich möchte Ihnen als Antwort darauf folgendes Zitat aus „Domus Ecclesiae“ unterbreiten:

    Die »Subsistit«-Formel

    Dann stehen aber in der Kirche Institution und Geist anders zueinander, als die erwähnten Strömungen uns einreden wollen. Dann ist die Institution nicht einfach ein beliebig um- und abzubauendes Gerüst, das mit der Sache des Glaubens als solcher gar nichts zu tun hätte. Dann gehört diese Art von Leiblichkeit zur Kirche selbst. Die Kirche Christi ist nicht ungreifbar hinter den vielfältigen menschlichen Bildungen versteckt, sondern es gibt sie wirklich, als leibhaftige Kirche, die sich im Bekenntnis, in den Sakramenten und in der apostolischen Nachfolge ausweist.

    Das Vaticanum II wollte nun mit der Subsistit-Formel – der katholischen Tradition getreu – genau das Gegenteil von „ekklesiologischem Relativismus” sagen: Die Kirche Jesu Christi gibt es. Er selbst hat sie gewollt, und der Heilige Geist schafft sie gegen alles menschliche Versagen seit Pfingsten immerfort und erhält sie in ihrer wesentlichen Identität. Die Institution ist nicht eine unvermeidbare, aber theologisch irrelevante oder gar schädliche Äußerlichkeit, sondern sie gehört in ihrem wesentlichen Kern zur Konkretheit der Inkarnation. Der Herr hält sein Wort: »Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen«.

    An dieser Stelle wird es notwendig, dem Wort »subsistit« etwas genauer nachzuspüren. Das Konzil differenziert mit diesem Ausdruck die Formel Pius’ XII., der in seiner Enzyklika Mystici Corporis Christi gesagt hatte: Die katholische Kirche »ist« (est) der eine mystische Leib Christi. In der Differenz zwischen »subsistit« und »est« liegt das ganze ökumenische Problem verborgen. Das Wort »subsistit« stammt aus der in der Scholastik weiterentwickelten antiken Philosophie. Ihm entspricht das griechische Wort »hypostasis«, das in der Christologie eine zentrale Rolle spielt, um die Einung von göttlicher und menschlicher Natur in der Person Christi zu beschreiben. »Subsistere« ist ein Spezialfall von »esse«. Es ist das Sein in der Form eines eigenständigen Subjekts. Genau darum geht es hier. Das Konzil will uns sagen, daß die Kirche Jesu Christi in der katholischen Kirche als konkretes Subjekt in dieser Welt anzutreffen ist.

    Subjekt in der Geschichte

    Das geht nur einmal, und die Vorstellung, das Subsistit sei zu multiplizieren, verfehlt genau das Gemeinte. Mit dem Wort »subsistit« wollte das Konzil das Besondere und nicht Multiplizierbare der katholischen Kirche ausdrücken: Es gibt die Kirche als Subjekt in der geschichtlichen Wirklichkeit.

    Die Differenz zwischen »subsistit« und »est« schließt auch das Drama der Kirchenspaltung ein: Obwohl die Kirche nur eine ist und wirklich besteht, gibt es Sein aus dem Sein der Kirche, kirchliche Realität, auch außerhalb der einen Kirche. Weil die Sünde ein Widerspruch ist, ist diese Differenz zwischen »subsistit« und »est« logisch letztlich nicht völlig aufzulösen.

    Die Spaltung als Drama

    In dem Paradox der Differenz zwischen Einzigkeit und Konkretheit der Kirche einerseits und Bestehen kirchlicher Realität außerhalb des einen Subjekts andererseits spiegelt sich das Widersprüchliche menschlicher Sünde, das Widersprüchliche der Spaltung. Solche Spaltung ist etwas ganz anderes als die oben dargestellte relativistische Dialektik, in der die Trennung der Christen ihren Schmerz verliert und eigentlich gar keine Spaltung ist, sondern nur die Darstellung der vielfältigen Variationen eines Themas, bei der alle Variationen irgendwie Recht und irgendwie Unrecht haben. Eine innere Notwendigkeit für die Suche nach Einheit gibt es dann eigentlich nicht, weil ja die eine Kirche ohnedies überall und nirgends ist. Das Christentum kann es dann überhaupt nur in den praktisch einander entgegengesetzten Variationen geben. Ökumenismus besteht dann darin, daß alle sich irgendwo gegenseitig anerkennen, weil alle nur Fragmente des Christlichen sind. Ökumenismus ist dann das Sich-Abfinden mit einer relativistischen Dialektik, weil der historische Jesus der Vergangenheit zugehört und die Wahrheit ohnedies verborgen bleibt.

    Die Sicht des Konzils ist ganz anders: Daß in der katholischen Kirche das Subsistit des einen Subjekts Kirche gegenwärtig ist, ist ganz und gar nicht Verdienst der Katholiken, sondern einzig das Werk Gottes, das er gegen das dauernde Mißverdienst der menschlichen Träger durchhält. Sie können sich dessen nicht rühmen, sondern nur beschämt ob ihrer eigenen Sünde und zugleich voller Dank die Treue Gottes bewundern. Das Werk ihrer eigenen Sünde aber kann man sehen: Alle Welt nimmt das Schauspiel wahr, daß getrennte Gemeinschaften gegeneinander stehen, ihre Wahrheitsansprüche gegeneinander stellen und so das Beten Christi am Vorabend seines Leidens scheinbar zuschanden machen. Während die Spaltung als geschichtliche Wirklichkeit für jedermann greifbar ist, ist das Bestehenbleiben der einen Kirche in der konkreten Gestalt der katholischen Kirche als solches nur im Glauben wahrzunehmen. Weil das Zweite Vatikanische Konzil dieses Paradox begriffen hat, darum hat es den Ökumenismus als Suche nach wirklicher Einheit zur Pflicht erklärt und der Kirche der Zukunft mit auf den Weg gegeben.

  4. gieffersWerner Josef Gieffers 5. November 2014 um 01:48

    Zu 1. Subsistit in
    Das Problem wurzelt in der Leugnung des Dogmas Extra Ecclesiam nulla salus. Wenn es außerhalb der Kirche Heil gibt, muß man logisch zwangsläufig die Grenzen der Kirche Christi außerhalb der Katholischen Kirche ziehen.

    Das wiederum rührt her von dem allgemein verloren gegangen Glauben an Jesus Christus. Das ist freilich nichts Neues, den Meisten unbekannt ist wahrscheinlich nur das Ausmaß und der Beginn dieser Apostasie. Entgegen verbreiteter Ansicht, ist davon nicht nur die V2-Antikirche, sondern auch die FSSPX und ähnliche Gemeinschaften, sämtliche bekannten Sedisvakantisten-Bischöfe und die Mehrzahl der unabhängigen Priester betroffen. So wissen die Meisten nicht und wollen nicht wahrhaben, daß Bischof Lefebvre ausdrücklich geschrieben hat, daß auch Protestanten, Moslems, Buddhisten und Animisten gerettet werden können (Offener Brief an die ratlosen Katholiken). Der Beginn dieses Abfalls ist nicht erst 1965 mit Ende des V2-Antikonzils zu setzen, sondern seit Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend, bis schließlich Pater Feeney, der letzte öffentliche Verteidiger des Heilsdogmas, von dem häretischen Freimaurerkardinal Cushing 1953 exkommuniziert wurde. In der Öffentlichkeit wurde das als Abkehr vom Heilsdogma aufgenommen. Der Abfall Roms war damit besiegelt.

    Zum Beispiel schreibt Stephan, einer der Häretiker auf dieser Seite, der auch implizit das Heilsdogma leugnet, am 22. August 2014 um 12:30 „Die röm.-kath. Kirche fußt auf der wahren Religion, welche der Geist Gottes ist“. Die logische Folge ist also die Leugnung, daß die Kirche und Heiliger Geist eine Einheit bilden, daß die Kirche der Leib Christi ist und der Heilige Geist dessen Seele. Die Kirche FUSST aber tatsächlich nicht auf dem Geist Gottes, sondern der Heilige Geist ist die SEELE der Kirche und beide sind untrennbar verbunden.

    Zu 2. Ende der Mission
    Wenn man aber diese Häresie vertritt, ist es nur eine logische Konsequenz, daß die Missionierung nicht mehr notwendig ist oder sogar schädlich, weil viele dieser Häretiker glauben, daß man erst dann verloren geht, wenn man den Glauben explizit ablehnt.

    Zu 3. Wahrheitskörner in fremden Religionen
    Und wenn auch Protestanten, Moslems, Buddhisten und Animisten gerettet werden können, ist es weiter logische Konsequenz, daß man annehmen muß, daß es auch Wahrheitskörner in diesen falschen Religionen gäbe. Stephan verstieg sich zum Beispiel zu der Aussage, die Muslima wäre der Gottesmutter gleich.

  5. Von @POSchenker 21. September 2014 um 17:31

    an @Alexius gerichtet:

    [ …] “ Sie, Alexius, sind wegen Ihres Sedisvakantismus unfähig geworden zu differenzieren. “

    @dspecht 22. September 2014 um 12:45

    POSchenker 21. September 2014 um 07:46
    POSchenker 21. September 2014 um 22:23

    Oh, Herr Schenker, dann gehen sie den (sehr subtil modernistischen, aber nicht weniger wirklich modernistischten) NACH-konziliaren Erklärungen und Hierachen doch auf den Leim! (Wie auch ich eine Zeit lang, bis etwa zur Ernennung Müllers im Jahr 2012!)

    (Und sind damit weit weniger kritisch diesen gegenüber als selbst noch die aktuelle Linie der fsspx, die auch in den nachkonziliaren Dokumenten und Erklärungen noch Modernismus sieht, so zumindest noch offiziell;
    und geschweige denn bf. W., Bf. Tissier und Bf. de G., die alle auch die NACH-konziliaren Erklärungen, etwa auch Dominus JEsus etc. verurteilen bzw. auch zeigen, dass sie bestenfalls teilweise richtige Elemente in einem falschen und schändlichen Gesamtpuzzle, Gesamtbild sind (um “Konservative” wie Sie zu täuschen oder besser: zu beschwichtigen – und um im dialektischen Spiel auch als wahrer konservativer Part zu fungieren))

    Auch die nachkonziliaren Erklärungen machen nicht alles wieder katholisch, sondern GANZ im GEGENTEIL.

    @Christoph Rhein 26. September 2014 um 11:24

    Wer den chronologischen Ablauf des Konzils kennt, weiß, daß er sich gar nicht mehr um UR kümmern sollte. Die Häresie des “subsistit in” war da, deklariert und promulgiert, die in demselben Satz enthaltene Apostasie der Elementarisierung des Heils (warum Apostasie erkläre ich später!) war ebenfalls DEKLARIERT und promulgiert, trotz der THEOLOGISCHEN Bedenken seitens, Castro-Meyer (er hat LG NICHT(!!) unterzeichnet, Lefebrve hat seine Unterschrift eigenhändig später 1966 gestrichen, was dann wiederum von den Archivaren des Vatikan “rückgängig gemacht worden ist, die Forensik aber würde in favorem Lefebrve stimmen!). Seit dem 21.11.1964 war das Maisterium Papae und das Magisterium Concilii erloschen, der Papst hatte mit der NEB noch eine “Häresie gegen das Konzil” in Auftrag gegeben und die Verwirrung war komplett! “ “ [ … ] “

    @Christoph Rhein 22. September 2014 um 22:20

    Ob ich nun sage “Häretiker” oder “Modernist”, ist schon ein Unterschied. Das ganze Konzil war modernistisch, aber nur wenige Sätze waren häretisch. Und nun setze ich mich hin und lese nocheinmal die Konzilsdekrete des II. Vatikanums. Nun, es sind ZWEI Dekrete, die für sich den Anspruch erheben, dogmatisch zu sein: “Lumen Gentium” und “Dei Verbum”, das Dekret über das Wesen der Kirche und das Dekret über die Offenbarung. Genau in diesen beiden, und nur in diesen beiden Dokumenten können und dürfen wir Häresien annehmen, die – insofern man das Konzil nicht als Ganzes verwirft, zu dem ich neige, für die Lösung ich auch schon meine Gründe genannt habe – den STATUS ECCLESIAE betreffen, verändern oder sogar unkenntlich machen.
    Zum ersteren: Wenn man sich die theologische Grundlegung (Cap. 1-9) von “Lumen Gentium” betrachtet, so ist diese ein EINZIGER MODERNISMUS, voller Symbolik und voller unklarer Ausdrücke. “Quasi” und “velut” sind die häufigsten Ausdrücke. (Eigenwilligerweise finden sich diese im “Sacrosanctum Concilium” nur 2x “quasi, in 27 und 35.2, und 7x “velut”). Unklarheit ist das Prinzip des Modernismus.
    Zum zweiten: Eine Häresie findet sich genau in einem Satz: “Haec Ecclesia, in hoc mundo ut societas constituta et ordinata, subsistit in Ecclesia catholica, a successore Petri et Episcopis in eius communione gubernata(13), licet extra eius compaginem elementa plura sanctificationis et veritatis inveniantur, quae ut dona Ecclesiae Christi propria, ad unitatem catholicam impellunt.” Und in diesem Satz findet sich die Urhäresie des Konzils, das “subsistit in” Eine Häresie besonders, weil es das “subsistit in” in die Tradition des I. Vatikanischen Konzils, genauer zu “Dei Filius” setzt. In diesem ist DE FIDE die ABSOLUTE Heilsnowendigkeit der Kirche (“Porro dogma fidei est extra ecclesiam salvari neminem posse”)festgelegt, genauer der EINEN HEILIGEN KATHOLISCHEN UND APOSTOLISCHEN KIRCHE WELCHE DIE RÖMISCH KATHOLISCHE KIRCHE NUR SEIN KANN (“Haec autem vera et tam felix Christi ecclesia alia non est praeter unam sanctam catholicam et apostolicam Romanam.”).
    In dieser Doppelhäresie steckt dann durch den modernistischen Ausdruck des “Subsistit in”, der aus dem Neuplatonismus übernommen worden ist, dann noch eine weitere Häresie, die sich auf das Konzil von Chalzedon bezieht, genauer auf die Lehre von unverwandelbaren Sein Christi.
    So mu0 man argumentieren, dann wird auch klar, daß, sobald die Sprache der Modernisten und/oder Progressisten, die sich klar ausdrücken, und wenigstens deutlich sagen, was sie meinen, wie Ratzinger in “Dominus Iesus” und ihre Häresie manifestieren, verwendet wird, dieses als “haersim inducens” zu werten ist.
    Und dieses ist schon vorher geschehen, genauer in dem Einberufungsdekret und dann in der gewaltigen Enzyklika “Mater et Magistra”.
    Daher ist eben seit 50 Jahren das Magisterium Paparum erloschen, da die Häresie des “subsistit in”, die Kirche von Christus getrennt hat, besser, daß sich mit dem “subsistit in”, die Gründung einer neuen “Kirche” vollzogen hat, die dann zunehmend sichtbar geworden ist. Diese “Kirche” ist in Wahrheit eine Sekte, die sich durch nichts aber auch gar nichts von ihrer Selbstzerstörung abhalten läßt.
    Und daher ist die Kirche nur dort sichtbar, wo sie in Apostolischer Sukzession den Glauben bewahrt und wie einen Schatz weitergibt. Ich empfehle daher erneut die Lektür der Dokumente des I. Vatikanischen Konzils.
    SANCTE THOMA A VILLANOVA, ORA PRO NOBIS!
    VAS SPIRITUALE, ORA PRO NOBIS!
    SANCTI APOSTOLI PETRE ET PAULE, ORATE PRO NOBIS!

    @Christoph Rhein 26. September 2014 um 22:04

    Zu Stephan (comm):
    Eine Häresie ist dann gegeben, wenn jemand das munus docendi Ecclesiae gebrauchend die Lehre der Kirche verfälscht: “haereticus secundum nos dicitur, qui a communi fide, quae catholica dicitur, discedit, contrariae opinioni vehementer inhaerens per electionem, 4 sent. 13. 2. 1 c.” und “haeresis supra errorem addit aliquid et ex parte materiae, quia est error eorum, quae ad finem pertinent, et ex parte errantis, quia importat pertinaciam, quae sola facit haereticum”, mal. 8. 1 ad 7.(Th. v. Aquin) und ich empfehle dazu die Lektüre von II. II. s. th 1-11.
    Nun zu dspecht:
    Ist Dir schon einmal aufgefallen, daß UR 11 faktisch identisch ist mit LG 8.2? ES IST GENAU DASSELBE!! UR 11 ist die niederrangige Bekräftigung der Apostasie von LG 8.2 durch die Doktrin der Deuterovatikanischen Kirche, ausgedrückt in den Nachfolgedekreten von LG (Luzifers Glanzstück!). Da braucht man sich wirklich nicht mehr zu wundern, wer einmal sich mit dem Crystal Meth der Apostasie zugedröhnt hatte, hat es ohne Entziehungskur wieder getan. Eine Entziehungskur (Rückbesinnung auf Pascendi, Quanta Cura, Mystici Corporis, die Liturgie nach den Reformen von Papst Pius X. etc… pp.) fand nie statt. Die GANZE Deuterovatikanische Kirche ist süchtig nach Modernismus und Progressismus, der Erstkontakt mit der absoluten Droge war in LG geschehen, wie die durchgängig modernistische und progressistische Atmosphäre dieses Dokumentes zeigt.
    Da ist das Kirchliche Lehramt erloschen, da es dort schon keine Kirche mehr war, sondern eine Sekte, wie Thomas von Aquin sagt: “[39291] IIª-IIae q. 11 a. 2 ad 3 Ad tertium dicendum quod, sicut Augustinus dicit, et habetur in decretis, XXIV, qu. III, si qui sententiam suam, quamvis falsam atque perversam, nulla pertinaci animositate defendunt, quaerunt autem cauta sollicitudine veritatem, corrigi parati cum invenerint, nequaquam sunt inter haereticos deputandi, quia scilicet non habent electionem contradicentem Ecclesiae doctrinae. Sic ergo aliqui doctores dissensisse videntur vel circa ea quorum nihil interest ad fidem utrum sic vel aliter teneatur; vel etiam in quibusdam ad fidem pertinentibus quae nondum erant per Ecclesiam determinata. Postquam autem essent auctoritate universalis Ecclesiae determinata, si quis tali ordinationi pertinaciter repugnaret, haereticus censeretur. Quae quidem auctoritas principaliter residet in summo pontifice. Dicitur enim XXIV, qu. I, quoties fidei ratio ventilatur, arbitror omnes fratres nostros et coepiscopos non nisi ad Petrum, idest sui nominis auctoritatem, referre debere. Contra cuius auctoritatem nec Hieronymus nec Augustinus nec aliquis sacrorum doctorum suam sententiam defendit. Unde dicit Hieronymus, haec est fides, Papa beatissime, quam in Catholica didicimus Ecclesia. In qua si minus perite aut parum caute forte aliquid positum est, emendari cupimus a te, qui Petri fidem et sedem tenes. Si autem haec nostra confessio apostolatus tui iudicio comprobatur, quicumque me culpare voluerit, se imperitum vel malevolum, vel etiam non Catholicum sed haereticum, comprobabit.”
    Also war schon nach dem 21.November 1964 die Häresie deklariert. Und – unter uns gesagt – es lohnt die Aufregung um Unitatis Redintegratio nicht, auch nicht über Kapitel 11, da es schlichtweg kein kirchliches Lehramt mehr ist, da ja nach LG 8.2 der Tatbestand der Apostasie vorliegt: “Respondeo dicendum quod apostasia importat retrocessionem quandam a Deo. Quae quidem diversimode fit, secundum diversos modos quibus homo Deo coniungitur. Primo namque coniungitur homo Deo per fidem; secundo, per debitam et subiectam voluntatem ad obediendum praeceptis eius; tertio, per aliqua specialia ad supererogationem pertinentia, sicut per religionem et clericaturam vel sacrum ordinem. Remoto autem posteriori remanet prius, sed non convertitur.” .th. II. II. 12. 1c Der Rückzug von Gott (“dem ganz anderen, dem unsagbaren, etc… – wie der ganze pseudomystische Kram ausgedrückt wurde!) wurde in der Trennung der Kirche vom Mystischen Leib Christi vervollständigt.

    S.g.Hr. @POS: Wann nehmen Sie endlich(!) diese einleuchtenden Fakten von @Christoph Rein und @dspecht zur Kenntnis ? Ich verstehe Sie wirklich nicht!

  6. @Pierre, @Christoph Rhein

    Betrachten Sie jetzt doch einmal ganz genau diese Aussage von Kardinal Joseph Ratzinger, in seinem Vortrag gehalten am 27. Februar 2000 bei einer vatikanischen Tagung über das Zweite Vatikanische Konzil:

    Die Sicht des Konzils ist ganz anders: Daß in der katholischen Kirche das Subsistit des einen Subjekts Kirche gegenwärtig ist, ist ganz und gar nicht Verdienst der Katholiken, sondern einzig das Werk Gottes, das er gegen das dauernde Mißverdienst der menschlichen Träger durchhält. Sie können sich dessen nicht rühmen, sondern nur beschämt ob ihrer eigenen Sünde und zugleich voller Dank die Treue Gottes bewundern. Das Werk ihrer eigenen Sünde aber kann man sehen: Alle Welt nimmt das Schauspiel wahr, daß getrennte Gemeinschaften gegeneinander stehen, ihre Wahrheitsansprüche gegeneinander stellen und so das Beten Christi am Vorabend seines Leidens scheinbar zuschanden machen. Während die Spaltung als geschichtliche Wirklichkeit für jedermann greifbar ist, ist das Bestehenbleiben der einen Kirche in der konkreten Gestalt der katholischen Kirche als solches nur im Glauben wahrzunehmen. Weil das Zweite Vatikanische Konzil dieses Paradox begriffen hat, darum hat es den Ökumenismus als Suche nach wirklicher Einheit zur Pflicht erklärt und der Kirche der Zukunft mit auf den Weg gegeben.

  7. @Ci-devant

    Sie sind, wie ich Ihnen schon mehrmals signalisiert habe, mit Ihrer Interpretation des EENS-Dogmas auf schismatischem Abweg.
    Lesen Sie einfach nochmals, falls Sie Englisch verstehen, was ich annehme:

    Now, in the first place, the Church teaches that in this matter there is question of a most strict command of Jesus Christ. For He explicitly enjoined on His apostles to teach all nations to observe all things whatsoever He Himself had commanded (Matt. 28: 19-20).

    Now, among the commandments of Christ, that one holds not the least place by which we are commanded to be incorporated by baptism into the Mystical Body of Christ, which is the Church, and to remain united to Christ and to His Vicar, through whom He Himself in a visible manner governs the Church on earth.

    Therefore, no one will be saved who, knowing the Church to have been divinely established by Christ, nevertheless refuses to submit to the Church or withholds obedience from the Roman Pontiff, the Vicar of Christ on earth.

    Not only did the Savior command that all nations should enter the Church, but He also decreed the Church to be a means of salvation without which no one can enter the kingdom of eternal glory.

    In His infinite mercy God has willed that the effects, necessary for one to be saved, of those helps to salvation which are directed toward man’s final end, not by intrinsic necessity, but only by divine institution, can also be obtained in certain circumstances when those helps are used only in desire and longing. This we see clearly stated in the Sacred Council of Trent, both in reference to the sacrament of regeneration and in reference to the sacrament of penance (, nn. 797, 807).

    The same in its own degree must be asserted of the Church, in as far as she is the general help to salvation. Therefore, that one may obtain eternal salvation, it is not always required that he be incorporated into the Church actually as a member, but it is necessary that at least he be united to her by desire and longing.

    However, this desire need not always be explicit, as it is in catechumens; but when a person is involved in invincible ignorance God accepts also an implicit desire, so called because it is included in that good disposition of soul whereby a person wishes his will to be conformed to the will of God.

    These things are clearly taught in that dogmatic letter which was issued by the Sovereign Pontiff, Pope Pius XII, on June 29, 1943, (AAS, Vol. 35, an. 1943, p. 193 ff.). For in this letter the Sovereign Pontiff clearly distinguishes between those who are actually incorporated into the Church as members, and those who are united to the Church only by desire.

    Discussing the members of which the Mystical Body is-composed here on earth, the same august Pontiff says: “Actually only those are to be included as members of the Church who have been baptized and profess the true faith, and who have not been so unfortunate as to separate themselves from the unity of the Body, or been excluded by legitimate authority for grave faults committed.”

    Toward the end of this same encyclical letter, when most affectionately inviting to unity those who do not belong to the body of the Catholic Church, he mentions those who “are related to the Mystical Body of the Redeemer by a certain unconscious yearning and desire,” and these he by no means excludes from eternal salvation, but on the other hand states that they are in a condition “in which they cannot be sure of their salvation” since “they still remain deprived of those many heavenly gifts and helps which can only be enjoyed in the Catholic Church” (AAS, 1. c., p. 243). With these wise words he reproves both those who exclude from eternal salvation all united to the Church only by implicit desire, and those who falsely assert that men can be saved equally well in every religion (cf. Pope Pius IX, Allocution, , in , n. 1641 ff.; also Pope Pius IX in the encyclical letter, , in , n. 1677).

    But it must not be thought that any kind of desire of entering the Church suffices that one may be saved. It is necessary that the desire by which one is related to the Church be animated by perfect charity. Nor can an implicit desire produce its effect, unless a person has supernatural faith: “For he who comes to God must believe that God exists and is a rewarder of those who seek Him” (Heb. 11:6). The Council of Trent declares (Session VI, chap. 8): “Faith is the beginning of man’s salvation, the foundation and root of all justification, without which it is impossible to please God and attain to the fellowship of His children” (, n. 801).

    Zitat aus „Feenay Condemnations„!

  8. POSchenker 5. November 2014 um 15:51

    „Therefore, that one may obtain eternal salvation, it is not always required that he be incorporated into the Church actually as a member, but it is necessary that at least he be united to her by desire and longing.“

    Es sei also nicht notwendig, daß er unbedingt ein Glied der Kirche sein muß, aber es sei notwendig, daß er durch Begierde und Verlangen mit ihr vereint sei. Wir haben also die Leugnung des Heilsdogmas und die Häresie, daß man mit der Kirche verbunden sein kann, ohne eines ihrer Gleider zu sein. Diese Argumentation “Cardinals” Marchetti-Selvaggini, daß man innerhalb der Kirche sein kann, ohne eines ihrer Glieder zu sein, wird zuletzt von Papst Pius XII. in Mystici Corporis 22, 29.06.1943 widerlegt, der lehrt, daß nur diejenigen, die das Bad der Wiedergeburt empfangen haben und den wahren Glauben bekennen, zu den Gliedern der Kirche gezählt werden. Das widerspricht davor dem Ersten Vatikanischen Konzil und dem Konzil von Trient.

  9. @Ci-devant

    Sie müssen diesen Teil meines Zitats nochmals genauer lesen:

    Discussing the members of which the Mystical Body is-composed here on earth, the same august Pontiff [Pius XII On the Mystical Body of Christ] says: “Actually only those are to be included as members of the Church who have been baptized and profess the true faith, and who have not been so unfortunate as to separate themselves from the unity of the Body, or been excluded by legitimate authority for grave faults committed.

    Toward the end of this same encyclical letter, when most affectionately inviting to unity those who do not belong to the body of the Catholic Church, he mentions those who “are related to the Mystical Body of the Redeemer by a certain unconscious yearning and desire,” and these he by no means excludes from eternal salvation, but on the other hand states that they are in a condition “in which they cannot be sure of their salvation” since “they still remain deprived of those many heavenly gifts and helps which can only be enjoyed in the Catholic Church” (AAS, 1. c., p. 243). With these wise words he reproves both those who exclude from eternal salvation all united to the Church only by implicit desire, and those who falsely assert that men can be saved equally well in every religion (cf. Pope Pius IX, Allocution, , in , n. 1641 ff.; also Pope Pius IX in the encyclical letter, , in , n. 1677).

    But it must not be thought that any kind of desire of entering the Church suffices that one may be saved. It is necessary that the desire by which one is related to the Church be animated by perfect charity. Nor can an implicit desire produce its effect, unless a person has supernatural faith: “For he who comes to God must believe that God exists and is a rewarder of those who seek Him” (Heb. 11:6). The Council of Trent declares (Session VI, chap. 8): “Faith is the beginning of man’s salvation, the foundation and root of all justification, without which it is impossible to please God and attain to the fellowship of His children” (, n. 801).

  10. Paul Otto Schenker hat nicht das richtige katholische Bewußtsein. Jeder, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, muß erkennen, daß das „Zweite Vatikanische Konzil“ (1962-1965) ein völlig unkatholisches und antikatholisches Pseudokonzil war, auf dem solche Apostaten wie z. B. Hans Küng (geb. 1928), Karl Josef Erich Rahner „S. J.“ (1904-1984) und „Kardinal“ „Yves Marie-Joseph Congar O. P.“ (1904-1995) das Sagen hatten. Sie haben es geschafft, einige ihrer häretischen Ansichten in die Texte des „Konzils“ zu schmuggeln. Und nun kommt Herr Schenker daher und verweist uns auf rechtgläubige Texte dieses „Konzils“, um zu beweisen, daß es rechtgläubig war. Damit kann er Dummköpfe beeindrucken, nicht uns. Es geht um die Textpassagen, die eben nicht rechtgläubig waren, und die gab es auf dieser Räubersynode in großer Zahl. In der „Liturgiekonstitution“ „Sacrosanctum Concilium“ z. B. wird behauptet, daß sich in die Liturgie der Kirche Unpassendes und Liturgiewidriges eingeschlichen habe, das durch eine künftige „Liturgiereform“ entfernt werden müsse. Das ist eine unglaublich freche und unverschämte Behauptung, die der katholischen Lehre über die heilige Liturgie diametral widerspricht. Nach katholischer Lehre nämlich ist die Liturgie der katholischen Kirche vom Heiligen Geist eingegeben und damit unfehlbar. Sie ist von unendlicher Heiligkeit und Majestät, und niemand darf sich erkühnen, sie anzugreifen. Jahrhundertelang hat die heilige Ritenkongregation im Bewußtsein des Heiligen Geistes über die heilige katholische Liturgie gewacht, damit sich nichts Unpassendes und Unkatholisches in sie einschleiche. Wären die „Konzilsväter“ rechtgläubig gewesen, hätten sie in einem heiligen Tobsuchtsanfall diesen erwähnten Quatsch total ablehnen müssen. Sie haben es nicht getan, und damit haben sie völlig versagt. Ein anderes Beispiel dafür, daß in den Texten dieses Afterkonzils Antikatholisches steht, erwähnt der „traditionalistische“ „Apostolische Protonotar“, „Kirchenrechtler“ und Autor „Prälat“ „Universitätsprofessor em.“ „Dr. theol.“ „Dr. jur. can. habil.“ „Lic. jur. can.“ Georg Wilhelm Robert May (geb. 1926): An einer Stelle wird die Kriegsdienstverweigerung erlaubt und gutgeheißen. Die katholische Lehre darüber sagt jedoch das Gegenteil.
    Das „Zweite Vatikanum“ war und ist ein schwer verbrecherisches und apostatisches Pseudokonzil, das von jedem Rechtgläubigen mit kahlem und unendlichem Haß gehaßt werden muß. Was das „Zweite Vatikanische Konzil“ angerichtet hat, ist ein Scherbenhaufen. Das Urteil darüber kann nur ein Scherbengericht sein.

  11. @Bernhard Heinrich Freienstein

    Sie schreiben:
    In der “Liturgiekonstitution” “Sacrosanctum Concilium” z. B. wird behauptet, daß sich in die Liturgie der Kirche Unpassendes und Liturgiewidriges eingeschlichen habe, das durch eine künftige “Liturgiereform” entfernt werden müsse. Das ist eine unglaublich freche und unverschämte Behauptung, die der katholischen Lehre über die heilige Liturgie diametral widerspricht.

    Würden Sie uns bitte sagen, an welcher Stelle dieses Konzilsdokument Ihre Behauptung nachzulesen ist.

    Ich entnehme der Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ z.B. Folgendes:

    III. Die Erneuerung der heiligen Liturgie

    21. Damit das christliche Volk in der heiligen Liturgie die Fülle der Gnaden mit größerer Sicherheit erlange, ist es der Wunsch der heiligen Mutter Kirche, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie sorgfältig in die Wege zu leiten. Denn die Liturgie enthält einen kraft göttlicher Einsetzung unveränderlichen Teil und Teile, die dem Wandel unterworfen sind. Diese Teile können sich im Laufe der Zeit ändern, oder sie müssen es sogar, wenn sich etwas in sie eingeschlichen haben sollte, was der inneren Wesensart der Liturgie weniger entspricht oder wenn sie sich als weniger geeignet herausgestellt haben. Bei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, daß sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, daß das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann. Zu diesem Zweck hat das Heilige Konzil folgende allgemeinere Regeln aufgestellt. …

  12. Nur soviel ist dazu zu sagen: Hier hilft nur entschiedenes Handeln – kein diskutieren. Pater verbrennt Konzilsausgabe!

    http://gloria.tv/?media=59823&language=MnVpcnQGQh7

    Der von der Piusbruderschaft ausgeschlossene Pater Floriano Abrahamowicz (48) hat am Sonntag am Schluss einer Messe die Konzilstexte des Zweiten Vatikanischen Konzils verbrannt. Zuvor sprach der Priester den Antimodernisteneid von Papst Pius X.

    Ein Kommentator schrieb einmal: “ Ein symbolischer Akt, das ist doch unschwer zu erkennen. So etwas hat mit Bücherverbrennung nichts zu tun. Mir ist es allemal lieber, wenn das verheerende Konzilsmessbuch symbolisch verbrannt wird als wenn der Koran symbolisch geküßt wird! “

    Wie Recht er doch hat!

  13. Wenn dieser ganze Wahnsinn vorüber ist wird das Unbefleckte Herz unserer
    allerseligsten Mutter MARIA triumphieren und der Welt wird eine Zeit des Friedens
    geschenkt werden.
    Dann werden auch alle Judasse und Feinde vertrieben, welche die Kirche besetzt halten, und der ganze „Konzilsmüll“ wird entsorgt.

  14. @Pierre

    Das Handeln des Paters Floriano Abrahamowicz ist – für seine Situation damals – durchaus begreiflich, aber dennoch kurzschlüssig. Das II. Vatikanum konnte noch während es im Gange war, dann aber vor allem in den ersten Jahren nach seinem Abschluss, als „revolutionär“ und „glaubensbrüchig“ ausgelegt werden. 50 Jahre darnach sieht es aber – nüchtern beurteilt – anders aus. Wir haben seine sämtlichen Beschlüsse (Konstitutionen, Dekrete [Verordnungen] und Erklärungen) und ihre offizielle Hermeneutik heute über’s Internet in allen Weltsprachen im persönlichen Zugriff. Die Vatikan-Seite http://www.vatican.va bietet sie jedem dar, der an der Quelle schöpfen will.
    Und heute kann und muss man von jedem, der das V2 gänzlich verwirft oder in gewissen Punkten nicht annimmt, verlangen, dass er dies anhand der zur Verfügung stehenden offiziellen Dokumente und Stellungnahmen (der Päpste und deren Dikasterien) zu rechtfertigen versucht.

  15. @Jan

    Wenn für Sie das ganze Konzil „Müll“ ist, dann müssen Sie das aber auch begründen können, spätestens vor dem ewigen Richter bei Ihrem persönlichen Gericht. Fünf Päpste = Stellvertreter Christi haben es nacheinander nicht als „Müll“ behandelt, ja haben noch und noch autoritativ Erklärungen abgegeben, warum dieses ganze „Aggiornamento“ unumgänglich, notwendig war und (auch bisher schon) gute Früchte getragen hat, wo man sich an die vatikanischen Instruktionen gehalten hat.

  16. @POSchenker 6. November 2014 um 09:15

    “ Und heute kann und muss man von jedem, der das V2 gänzlich verwirft oder in gewissen Punkten nicht annimmt, verlangen, dass er dies anhand der zur Verfügung stehenden offiziellen Dokumente und Stellungnahmen (der Päpste und deren Dikasterien) zu rechtfertigen versucht. “

    Rechtfertigungen s.o. meine Einschaltung vom 5. November 2014 um 14:56 mit den Beiträgen von @Christoph Rhein, @dspecht. Für Sie, HR.POS scheinen diese Argumentationen keine Wirkung zu haben. Dann tut es mir für Sie leid.

    Im Übrigen kommentieren @Stephan, @Alexius u.a. mehr als genug die bestehende kirchl.Situation die mit der Ihrigen Sichtweise sicher nicht in Einklang zu bringen sind. Die theologischen Fakten sprechen EINDEUTIG gegen Sie, Hr.POS. Wenn Sie, Hr. POS das anders sehen dann ist das zwar Ihr gutes Recht aber nichts desto weniger VERSCHLIESSEN Sie sich vehement der Wahrheit die Ihnen buchstäblich ins Gesicht blässt durch unsere nimmer müden(!) kompetenten Kommentatoren. Warum wollen Sie das nicht wahrhaben? Wieso kämpfen Sie so sehr dagegen an so wie es auch ein jeder andere Scheintraditionalist tut?

    Weiters sind ein P. Abrahamovicz und ein P. Weinzierl auch nicht auf der “ Nudelsuppe dahergeschwommen“ und dürfen ruhig ERNST genommen werden. Tun Sie das, Hr. POS? NEIN! Nicht einmal diese EX-FSSPX Patres nehem Sie ernst!!! Wie verwerflich!!!

    Ein Pater Abrahamovicz bekennt sich nach wie vor zu dieser seiner ERNSTGEMEINTEN ENTSCHIEDENEN Handlungsweise ( Verbrennung des Konzilskompendiums! ) – und dies war in keinster Weise „kurzschlüssig“ gesetzt, wie Sie gerne immer sagen!!! IHR Denken entbehrt diesbezüglich jeder Logik: So oft sind Sie schon widerlegt worden ( z.B. @dspecht ! s. Beiträgen mit dem UR Dekeret!; aber auch @Stephan … ). Aber das berührt Sie nicht. Sie beharren weiterhin auf Ihrer sonderbaren Ansicht. Wie dem auch sei. Sie werden Ihre Meinung nicht ändern trotz WARNHINWEISE. Wie ein Blinder der sich nicht beirren lässt und auch mal über die Strasse geht wenn es IHM gerade in den Kram passt …

    Auch wenn man S.E. Lefebvre nicht alles „abkaufen“ kann, so zumindest hätte er ernstliche Bedenken geäussert zumal Ihrer sonderbaren und wagemutigen(!) Ansichten ( V2- Sympathie ). So etwas gab es sicher NIE bei S.E. und würde es auch heute N I C H T geben!
    Das würde mir auch ein @Alexius bestätigen. fg Pierre

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