PAPST PAUL VI. ZUR SELIGSPRECHUNG DES PRIESTERS LIBORIUS WAGNER

Wir müssen der verehrungswürdigen Kirche von Würzburg unsere herzliche Mitfreude zum Ausdruck bringen. Denn ihre jahrhundertealte religiöse Überlieferung wird durch die Seligsprechung dieses ihres Sohnes Liborius Wagner geehrt, der ihr als Märtyrer des katholischen Glaubens zur Verehrung und Nachahmung vorgestellt wird. Wir selbst sind von Freude über diese Verherrlichung erfüllt und haben den Wunsch, daß sie sich fruchtbar auswirken möge für die Erneuerung des christlichen Glaubens, und zwar nicht nur für die Diözese, aus der Liborius hervorgegangen ist, sondern ebenso für die gesamte heilige katholische Kirche.

Liborius-Wagner-BildDer Verlauf seines kurzen Lebens, das auf dieser Erde erlosch, um sich durch seinen schmerzvollen und glorreichen Tod im Himmel fortzusetzen, ist in jedem Abschnitt sehr bedeutungsvoll und verdient es, jetzt im Lichte der heutigen Verherrlichung unter seinen verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet zu werden für eine neue Erwägung des geschichtlichen und geistlichen Rahmens, in dem es sich abspielte.

Viele bedeutungsvolle Umstände im Leben des seligen Liborius legen uns ernste und fruchtbare Überlegungen nahe. Ist seine Herkunft aus einer guten und vorbidlichen protestantischen Familie nicht schon für uns ein Grund achtungsvoller Wertschätzung des religiösen und christlichen Erbes, das sich bei der deutschen Bevölkerung trotz aller aufwühlenden Veränderungen dieser stürmischen Zeit erhalten hat? Und die Hinwendung von Liborius zum katholischen Glauben, dem diese Gebiete durch so viele Jahrhunderte mit so hochbedeutsamer und reicher Blüte christlichen Lebens und menschlicher Kultur angehörten, ist dies für uns alle nicht ein Grund zu geschichtlicher Überlegung und zur Hoffnung für die Wiederherstellung der vollkommenen Einheit der Kirche, die immer ersehnt ist? Und muß diese Einheit, die sich von Christus ableitet und auf Christus ausgerichtet ist, nicht leiden unter der jetzt bestehenden Trennung, und darf man nicht hoffen, daß diese Trennung ihre glückliche Wiedervereinigung finde in dem einen und einzigen Glauben sowie einer neuen lebendigen Liebe?

Es möge uns gestattet sein, bei dieser Gelegenheit an die christlichen Brüder, die noch nicht in voller Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl leben, ein ehrerbietiges und herzliches Grußwort zu richten, und zwar im Namen des seligen Liborius, der uns allen den Wunsch nach einem Ökumenismus im Herzen zu bekräftigen scheint, der die Eintracht und den Frieden erneuert. Er, der selige Liborius, ist ein Beispiel, ist ein Märtyrer, den wir freilich nicht feiern wollen als eine «gezielte Glaubenskundgebung», nämlich um aus seinem Martyrium einen Grund zur Polemik und zur Anklage zu machen, wohl aber als ein Zeugnis des Beispiels für alle und der Einladung zur Versöhnung und zum Geiste der Brüderlichkeit.

Die Tatsache, daß Liborius Schüler einer hochangesehenen Schule war und dann sein junges Leben dem Priestertum und der Seelsorge weihte, wieviel Anregungen konnten wir hieraus schöpfen, um der ganzen Kulturwelt unsere Wertschätzung und unsere Überzeugung zum Ausdruck zu bringen, daß eine Übereinstimmung zwischen wissenschaftlichem Denken und christlichem Glauben nicht nur möglich, sondern immer auch notwendig ist! Und wie gern möchten wir hier in diesem Augenblick ein wenig länger verweilen, um einen väterlichen und mitbrüderlichen Gruß an die Priester und Ordensleute zu richten, die auch heute noch ihr Leben Christus und der Kirche vollständig und für immer weihen! In besonderer Weise möchten wir sie nicht nur auf das leuchtende Beispiel des seligen Liborius Wagner hinweisen, sondern auf sie ebenso die geheimnisvolle und stärkende Kraft seines Schutzes herabrufen!

Und im Vertrauen, daß wir alle den neuen Seligen als Beispiel christlicher Stärke und Schützer unseres christlichen Glaubens in steter Treue zur Kirche Christi haben dürfen, segnen wir den Oberhirten der Diözese Würzburg und alle anderen anwesenden deutschen Bischöfe sowie die Vertreter der staatlichen Behörden und alle Gläubigen, die dieser erhebenden liturgischen Feier beiwohnen.

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Quelle: Seligsprechung des Priesters Liborius Wagner – 24. März 1974

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Siehe dazu auch:

Ein Kommentar zu “PAPST PAUL VI. ZUR SELIGSPRECHUNG DES PRIESTERS LIBORIUS WAGNER

  1. „Viele bedeutungsvolle Umstände im Leben des seligen Liborius legen uns ernste und fruchtbare Überlegungen nahe. Ist seine Herkunft aus einer guten und vorbildlichen protestantischen Familie nicht schon für uns ein Grund achtungsvoller Wertschätzung des religiösen und christlichen Erbes, das sich bei der deutschen Bevölkerung trotz aller aufwühlenden Veränderungen dieser stürmischen Zeit erhalten hat?“

    Die Tatsache, aus einer Familie zu kommen, die sich einst von der einzig wahren, von Christus gegründeten Kirche getrennt hat, ist für diesen Frevler Montini eine „fruchtbare Überlegung“!°

    Es gibt nur die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche Christi! Sie allein besitzt die Einheit als Wesensmerkmal. Für diesen Frevler Montini aber muss diese Einheit erst wiederherstellt werden, wenn er behauptet:

    „…ist dies für uns alle nicht ein Grund zu geschichtlicher Überlegung und zur Hoffnung für die Wiederherstellung der vollkommenen Einheit der Kirche, die immer ersehnt ist?“

    „Der Strafe der Exkommunikation verfällt, wer vom Glauben abfällt, wer eine Irrlehre aktiv fördert…“ Bei dieser Sünde tritt die Exkommunikation von selbst ein, ohne daß irgend ein richterliches kirchliches Urteil gefällt werden muß.

    Hat die Konzilssekte ihren endgültigen Dolchstoß erhalten und feiert die Katholische Kirche erneut ihren Sieg, werden sämtliche sog. Selig- und Heiligsprechungen der Konzilssekte neu aufgerollt werden, egal, um welche Kandidaten es sich handelte.

    Denn:
    „Wir betrachten daher alles, was von diesem Geist der Verleugnung inspiriert ist, als null und nichtig. Alle nachkonziliaren Reformen und SÄMTLICHE Akte Roms, die in dieser frevlerischen Haltung vollzogen wurden.“ (Lefebvre)

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