DIE SCHUTZ-ENGEL

Kein Mensch kann auch nur eine der Wesenheiten GOTTES ganz er­fassen, weder die Allmacht noch die Heiligkeit, weder die Weisheit noch die Gerechtigkeit noch die Liebe GOTTES. Er hat durch die Erbsünde sowohl seine Erkenntnisfähigkeit als auch seinen Willen zum Guten ge­schwächt. Sein Blick geht viel mehr und öfters abwärts als aufwärts. Damit er aber trotzdem nicht sein Ziel verliere, damit er nicht allein und ausgeliefert sei der Macht Luzifers, damit er wisse, daß die Liebe GOT­TES ihn behüten und zu Sich empor­ziehen will, hat der DREI EINIGE GOTT ihm den Schutzengel zur Seite gestellt.

Dieser Engel steht nicht willkürlich einmal hier und einmal dort in der Schöpfung, er steht in einer klar umrissenen Ordnung an der Seite des Menschen, vom Barmherzigen GOTT dorthin gewiesen für die Dau­er eines ganzen Menschenlebens; er steht als Mittler zwischen GOTT und Mensch hier, Bote und Gesandter GOTTES vom Himmel herab und Fürbitter, Kämpfer und Wegbereiter des Menschen zum Himmel hinauf.

Es ist keiner der Millionen und Abermillionen Engel ohne Sinn und Ziel und ohne eine Aufgabe. Jeder Engel ist in der visio beatifica und liest aus dem Angesicht GOTTES anbetend seine Aufgabe. Jeder En­gel befindet sich in einer bestimmten Rangordnung, einem bestimmten Verhältnis zu GOTT, zu allen Engel­chören, zur Schöpfung, zum Men­schen. Jeder Engel löst seine Aufga­be in der ihm wesenseigenen Art, und jeder Engel geht in der Liebe und Gerechtigkeit GOTTES einmal durch das Schutzengeltum, sodaß bis zum Ende der Zeiten jeder Engel einmal Schutzengel eines Menschen war. Darum gibt es auch keinen Chor der Schutzengel, weil alle Engel an die­sem Liebesdienst Anteil haben. Der Schutzengeldienst bedingt ja eine besondere Nähe zum ringenden Men­schen, um dessentwillen unser Herr JESUS CHRISTUS ans Kreuz stieg. Jeder Engel darf einmal gleich sei­nem Herrn JESUS CHRISTUS in der Tiefe, im Staub der Erde dienen, darf dienen gleich seiner Königin MARIA und aus dieser Gebundenheit heraus die Allmacht und Heiligkeit, die Weis­heit und Liebe und Gerechtigkeit GOTTES anbeten und preisen. So ist der Schutzengeldienst ein Ehren­dienst für den höchsten wie für den geringsten der Engel, er ist Freude und Sehnsucht aller Engel.

DENN ER IST VERDEMÜTIGUNG des Engels. Er ist eine geistige passio des Engels bei aller visio beatifica und bei aller direkten Leidens­unfähgikeit. Er steht im Dienst der Torheit des Kreuzes und der Ohn­macht des HEILIGSTEN BROTES, er ist schweigender Begleiter des Men­schen, dem er nur soviel helfen darf, als dieser Hilfe verlangt, als dieser guten Willens ist, als dieser der Gna­de zugänglich ist. Denken wir nur an die Schutzengel der Abgefallenen, der GOTTESleugner, der GOTTES­hasser, aus dieser Tiefe herauf klingt das Sanctus der an diese Menschen gebundenen Schutzengel wie das der Martyrer aus den tiefen Kerkern. Denken wir nur an die Millionen Men­schen, die sich zeitlebens gar nicht kümmern um ihre Schutzengel, und doch ist keiner dieser Menschen ver­lassen von seinem Engel. Nach unse­ren Begriffen müßte eigentlich der Engel Schweres und Schwerstes mitmachen durch unsere Sündhaftig­keit und Bosheit und Gedankenlosig­keit, da er doch um die Ungeheuer­lichkeit jeder freiwilligen Sünde als Beleidigung der Majestät GOTTES genau weiß. Jedoch kein Schutzengel fällt je aus der visio beatifica, es ist ja auch unser Herr JESUS CHRISTUS niemals ohne diese gewesen totz Seines Leidens und Sterbens. Es kann auch kein Engel leiden wie ein Mensch, weil er eben nicht Mensch ist. Seine Passio im Anblick der dem Herrn durch uns zugefügten Beleidi­gungen ist nicht mit einem mensch­lichen Ausdruck erklärbar, aber er gehört hier auf Erden ebenso zur Gemeinschaft der ringenden Kirche durch seine enge und untrennbare Verbundenheit mit Mensch und Kir­che und MARIA, wie er im Himmel zur Gemeinschaft der Heiligen ge­hört. Er ringt mit den Mächten der Finsternis, um sie von seinem Schützling abzuhalten, er geht den Weg des heiligen schweigenden Ver­zichtes. Und wenn auch die Dauer seines Dienstes an den Millionen Jahren seines Daseins und seiner überzeitlichen Aufgabe gemessen nur wie ein Augenblick erscheint, so ist das, parallel den drei und dreißig Erlöserjahren des GOTTESSOHNES auf Erden gegenüber der gewaltigen Zeitspanne vor- und nachher, doch der wichtigste und entscheidenste, wenn auch tiefste Punkt seiner Erdenlaufbahn, denn in seinem Schutzengeltum erhält er im Men­schen seinen Bruder, den er auch in der Seligkeit nicht mehr verläßt. Er kennt ihn vorher nicht, aber er weiß, daß der Schutzengeldienst ein Liebeserweis GOTTES an ihn ist. JESUS CHRISTUS, das Mensch ge­wordene WORT, nimmt die Schutz­engel frömlich mit hinein in Seine Erlöserwirksamkeit, weil sie sonst die Erniedrigung des Herrn auf Erden bis zum Ende der Zeiten niemals in einer so eindringlichen und mit­fühlenden Weise erleben und an sich selbst „erleiden“ könnten. Niemals würden die obersten Chöre, welche ihre Aufgabe in der ewigen Anbe­tung vor dem Thron des Allerhöch­sten haben, den Menschen je nahe kommen können, niemals würden diese seligen Geister außer ihrer kla­ren Erkenntnis zu einem so erbar­menden Mitfühlen gelangen, niemals könnten sie als Schutzengel den wunderbaren weiten Mantel MARI­ENS um die ganze Schöpfung bilden, hätte GOTT nicht diesen besonderen Dienst für sie alle geschaffen.

GOTTES Liebe und Gerechtigkeit geht noch weiter. Es wird kein Mensch bevorzugt durch diesen Schutzengeldienst und auch kein Engel. Wird ein Engel als Schutzengel von GOTT aufgerufen, so wird er einfacher Engel, um in die nächste Nähe des Menschen gelangen zu können.

Alle Schutzengel sind gleich vor GOTT, keiner hat eine höhere Macht oder größere Erkennt­nis, jeder erhält, wenn auch als Geist, in der Nachfolge CHRISTI, die er nun mit seinem Schützling antritt, die Knechtsgestalt, er wird „einer, der dient“, er wird „der Geringste Ei­ner“. So kann kein Mensch sagen, er habe einen geringeren Engel gehabt als sein Bruder und deshalb weniger Kraft zum Guten. Und es kann auch kein Engel sagen, weil er z.B. ein Seraph sei, müsse sein Schützling auch ein Hei­liger sein oder werden. Aber jeder Engel nimmt als Schutzengel MARIA, die Mutter aller Menschen und Königin Himmels und der Erde, in ihren besonderen Schutz und in ihre besonderen Dienste. Er zieht beim Antritt seines Schutzengeldienstes gleichsam durch MARIA wie durch ein Goldenes Haus, durch eine golde­ne Pforte und erhält durch die Müt­terlichste aller Frauen die für den Schutzengeldienst besondere Fär­bung, die Gabe des Mitfühlens, des (geistigen, geheimen, uns unver­ständlichen) Mit-Leiden- und Mit­-Erlösendürfens durch seine Macht und Hilfe. MARIA teilt außerdem je­den Engel noch einem ihrer sieben großen Machtbereiche zu; sie ist ja die Verwalterin der Himmlischen Güter, und jede menschliche Seele ist ein für den Himmel bestimmtes Gut, Kind GOTTES und Erbe des Himmels. Auch hier tritt die Demut des Engels hervor, nicht ersucht sich seinen Platz innerhalb des großen Marianischen Machtbereiches, son­dern er läßt sich von MARIA seinen Platz zuweisen. Er weiß ihn auch nicht früher, wohl aber kann MARIA, das Begnadetste aller Geschöpfe, den Gedanken GOTTES über den Schützling dieses Engels vom An­gesicht GOTTES ablesen und demnach den Engel einteilen. Jeder Machtbereich verleiht dem Schutz­engel noch eine besondere Prägung. Ist z.B. ein Schutzengel seiner Ewigkeitsart nach ein Engel der Lie­be, also aus dem Chor der Seraphim oder der Herrschaften oder der Mäch­te, so wird er „von Natur aus“ alles mit dem Licht der Liebe in seinem Schutzengelamt zu lösen versuchen. Teilt ihn nun MARIA dem ersten Machtbereich „Sein ist das Licht“ zu, so wird die Liebe, die der Engel seinem Schützling nahebringt, vor allem eine erkennende, Lichtbringen­de sein. Wird der gleiche Engel dem zweiten Machtbereich „Quelle des Lebens“ zugeteilt, so wird seine Lie­be eine freudige, Lebensbejahende werden. Wird dieser Engel dem drit­ten Machtbereich zugeteilt, so wird seine Liebe eine stille, arbeitsfreudige, gehorsame werden. Wird er dem vierten Machtbereich zugeteilt, so wird seine Liebe sich sühnend, op­fernd, verinnerlichend auswirken. So färbt jeder Machtbereich die über­zeitliche Art oder Aufgabe des En­gels. Ein Engel der Kraft, aus dem Chor der Cherubim, der Gewalten oder der Erzengel, wird im ersten Machtbereich eine nach Licht drängende Erkenntnis vermitteln, im zweiten Machtbereich eine gro­ße Aktivität in der Jugendbewegung, im Gemeinschaftsleben, in liturgischen Bestre­bungen seinem Schüt­zling vermitteln u.s.w. So kann der Mensch sich ehrfürchtig vor­tasten in die Stellung und die Aufgaben der Schutzengel und wird dadurch seinen Engel noch mehr achten und lieben und auf ihn hö­ren lernen. Denn Bei­de, der gegen GOTT strebende und aufge­schlossene Mensch und der GOTT schau­ende und Seine Worte ausführende Engel, bil­den vor GOTT eine Einheit der Widerspiegelung Göttlichen Le­bens, Göttlicher Kraft, Göttlicher Lie­be, wie in einem weiteren Sinn ja auch Mann und Frau vor GOTT eine Einheit – Mensch – bilden. Hier bilden beide die Einheit: Ebenbild GOTTES als Geschöpf, sie tragen gemeinsam einen Gedanken GOTTES (was wir nie begreifen können) als NAMEN GOTTES (Namen durch GOTT) an sich. Diesen Gedanken GOTTES kann der Engel erahnen, der Mensch kaum, dieser ist daher auf die Führung durch den Engel angewiesen. Beide, Engel und Mensch, sollen diesen Gedan­ken GOTTES verwirklichen, denn beide sind ja nicht in erster Linie zu ihrer eigenen Seligkeit erschaffen worden, sondern zur Verherrlichung GOTTES. Darum kann manchmal der GOTTgeöffnete Mensch durch die unendliche Barmherzigkeit GOTTES diesen Gedanken GOTTES als „seinen Namen, den niemand weiß als GOTT allein“ in ein Bild umgeformt auf einer Tafel sehen, die sein Schutz­engel auf der Brust trägt oder mit seinen Händen GOTT entgegenhält. Je mehr der um GOTT ringende Mensch diesem „Namen“ entspricht, desto klarer und leuchtender ist die Tafel mit dem Bild in den Händen des Engels. Je weiter aber der Mensch von GOTT abkommt und sich ins Dunkel der Sünde verliert, desto trü­ber, dunkler, ja verschmierter und verwischter wird der Name, mit dem GOTT den Menschen und seinen Engel rufen wird zum Gericht. Man kann sich schon vorstellen, in welch geistige und nicht nur irdische Tiefe ein solch leuchtender Engel her­absteigt, wenn er Schutzengel wird. Solange das Kleinkind ganz unschul­dig ist, sein Seelchen also völlig klar und durchsichtig erscheint, da hält der Schutzengel das Kind vor sich dem Herrn entgegen, denn er kann durch das Kind hindurch das An­gesicht GOTTES ganz klar und rein schauen. Später aber, wenn der Mensch durch seine Fehler und Schwächen immer mühseliger sei­nen Weg vorwärtskommt oder gar davon abkommt, wenn seine Seele immer undurchsichtiger wird durch die Makel der Schuld, da sehen wir die Stellung vertauscht: da steht der Engel vor dem Menschen, wie ein Finger, der auf GOTT weist, wie ein Fernrohr auf GOTT, wie ein Fenster in die Ewigkeit hinein, wie ein Berg­führer, der seinen müden Wander­genossen zieht und hilft und stück­weise sogar tragen muß, wenn er nimmer weiter kann. Der Engel ruft auch andere Engel zu Hilfe; nur ge­schieht die Verständigung zwischen den Engeln nicht mit Worten wie beim Menschen und in Wortbegriffen, sondern durch den Geist, das Licht. Durch das Licht der Erkenntnis teilt der Engel den Seinen, ob er sie nun zur Hilfe aufruft oder zu einer ge­meinsamen Aufgabe oder zum Lob GOTTES, seine Absicht mit. Und wiederum können wir hier die Ge­rechtigkeit GOTTES anbeten, daß jeder Schutzengel, aus welchem Chor immer er kommen mag, in dieser Aufgabe ganz die gleiche Ver­ständigungskraft, die „gleiche Licht­stärke“ wie die Engel des IX. Chores besitzt. Kein einziger Schutzengel, der aus einem höheren Chor kommt, kann sich in seinem Schutzengelamt etwa einer größeren Lichtstärke rühmen, keiner kann durch seine erhöhte Macht eine erhöhte Wirk­samkeit seinem Schützling gegen­über entfalten.

Jeder Mensch hat nur einen Schutzengel, der ihn vom Anfang bis zum Ende seines Lebens begleitet, der beim Gericht neben ihm steht und der an den Pforten des Läute­rungsortes auf ihn wartet, um ihn im Triumph in die himmlische Heimat zu geleiten und ihm ewig Bruder zu sein. GOTT in Seiner unendlichen Güte kann aber auch dem Menschen in seinem ernsthaften Streben, für be­sondere Wege, anläßlich einer be­sonderen GOTTESbindung, einen zweiten Engel zur Seite geben, den sogenannten Standes- oder Weihe-Engel, den Nothelfer, einen Fürbitter, einen Kämpfer oder Tröster. Diese Engel sind nicht nur diesem einen Menschen zur Seite, sie behüten gleichzeitig mehrere je nach ihrer Aufgabe und führen auch diesen Menschen nicht ständig, sondern geführt wird der Mensch nur von einem Engel. Die anderen Engel sind auch nicht einem Machtbereich MARIENS zugewiesen und steigen dieser Aufgabe wegen nicht in den IX. Chor herab, sondern sie wirken aus ihrer großen, überzeitlichen Stel­lung heraus als besondere Helfer des Schutzengels. Es besteht keine Ge­fahr, daß das unmittelbare Wirken GOTTES an unserer Seele durch Mittlerschaft des Engels an lnnigket oder Intensität verlieren könnte. In die Bereiche des persönlichen Kon­taktes der Seele mit GOTT, wie z.B. bei der hl. Kommunion, bei innigem Gebet, schiebt sich kein Engel da­zwischen, aus dem einfachen Grund, weil alles Wirken des Schutzengels Liebe ist, und Liebe drängt sich nie dazwischen, sondern Liebe hilft. Der Schutzengel hilft uns, GOTT noch besser zu erkennen, aber niemals schiebt er sein Bild zwischen den Menschen und GOTT. Er ist nur der Spiegel, von dem auch schon der heilige Apostel Paulus schreibt, durch den wir, je nach der Klarheit oder Unklarheit unserer geistigen Augen, GOTT erkennen können. GOTT (in Seiner Majestät) schauen zu dürfen, bleibt der ewigen Seligkeit vorbe­halten. Sobald also der Mensch di­rekt mit GOTT verkehrt, tritt der Engel zurück. Sobald aber der Mensch Hilfe braucht, ist der Engel da.

Das Vorstehende ist ein Auszugaus der Schrift ‚Die Ersterschaffenen Gottes“ (ver­vielfältigtes Manuskript) aus den 50er oder 60er Jahren (in dem in unserem Besitz befindlichen Exemplar ist leider keine Jahreszahl und keine Autorschaft und keine Herausgeberstelle angege­ben), des „Engelwerkes“ der Frau Ga­briele Bitterlich, seinerzeit wohl erstellt und „versandt durch“ Prof. Dr. W. Waitz, Innsbruck.

Wir finden es angebracht, in solcher Weise für das Engelwerk einzutreten, das gegenwärtig auf soviel Unverstand, üble Nachrede, Schmähung und Feind­schaft stößt. Die Schriften des „Werkes der hl. Engel“ kann man nur verstehen, wenn man sich eingehend und tief und gottesfürchtig mit ihnen befaßt. Möge dieser kleine Ausschnitt aus dem so umfangreichen Gesamtwerk unsere Le­ser dazu führen, die derzeitige Nega­tivkampagne als das zu durchschauen was sie ist ein Werk der Gottesfeinde.

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Quelle: DZM September 1993

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Dazu unbedingt ebenfalls lesen: „Das Opus Sanctorum Angelorum

2 Kommentare zu “DIE SCHUTZ-ENGEL

  1. „JEDER MENSCH hat nur einen Schutzengel, der ihn vom Anfang bis zum Ende seines Lebens begleitet, der beim Gericht neben ihm steht und der an den Pforten des Läuterungsortes auf ihn wartet, um ihn im Triumph in die himmlische Heimat zu geleiten und ihm ewig Bruder zu sein.“

    „JEDER MENSCH hat nur einen Schutzengel, der ihn vom Anfang bis zum Ende seines Lebens begleitet…“

    Genau müßte es heißen: ..der ihn vom Eintritt in die Welt (von seiner Geburt) bis zum Ende seines Lebens begleitet.

    Denn ein im Mutterschoß ruhender Mensch steht in dieser Zeit unter dem Schutz des Schutzengels der Mutter. Erst beim Eintritt in die Welt beginnt das persönliche Schutzengelamt.

    „…..so ist das… doch der wichtigste und entscheidenste, wenn auch tiefste Punkt seiner Erdenlaufbahn, denn in seinem Schutzengeltum erhält er im Menschen seinen Bruder, den er auch in der Seligkeit nicht mehr verläßt.“

    Dieses „ihm ewig Bruder zu sein“ bezieht sich auch auf das ungeborene Kind.
    Es ist im Plane Gottes, daß Engel und Mensch in Ewigkeit miteinander verbunden sein sollen. Auch wenn das nichtgetaufte Ungeborene niemals Gott schauen wird, ist es dennoch mit seinem „Bruder“, dem Schutzengel, in alle Ewigkeit verbunden.

    Aber woher kommt dieser Engel, mit dem das nichtgeborene Kind gemeinsam für alle Ewigkeit eins sein soll? Woher kommen die Engel, die den Ungeborenen „ewig Bruder“ sein sollen? Es sind jene Schutzengel, die ihre Schützlinge auf ewig zurücklassen mussten, es sind die Schutzengel der verdammten Menschen.

    Und so dürfte sich die Zahl der Verlorengegangenen mit der Zahl der abgetriebenen Kinder decken.
    Dieser Engel, dessen Schützling sein Ziel verfehlte, ist mit diesem Menschenkind, das nicht leben durfte, für immer eins. Er schaut immerfort das Angesicht Gottes, sein Schützling wird es nie können, denn es wird sich nur in einer gottgeschenkten Glückseligkeit befinden, weil mit der Erbsünde behaftet.
    Dieser sein Engel war der Schutzengel eines Verlorengegangenen, der nun einem solch armen Kind für eine Ewigkeit lang verbunden sein darf. Niemals wird das Kind in das Angesicht Gottes schauen können, sein Engel hingegen schon.

  2. „Das Vorstehende ist ein Auszugaus der Schrift ‘Die Ersterschaffenen Gottes” (vervielfältigtes Manuskript) aus den 50er oder 60er Jahren (in dem in unserem Besitz befindlichen Exemplar ist leider keine Jahreszahl und keine Autorschaft und keine Herausgeberstelle angegeben), des “Engelwerkes” der Frau Gabriele Bitterlich, seinerzeit wohl erstellt und “versandt durch” Prof. Dr. W. Waitz, Innsbruck.“

    In „Die Ersterschaffenen Gottes“ wird zu Beginn (vor dem Inhaltsverzeichnis) vermerkt: „Gemäß den Bestimmungen der Dekrete Papst Urban VIII. wird hiermit erklärt, daß dieses Werk in keiner Weise den Entscheidungen der hl. Kirche vorgreifen will…Das Werk wird zur Gänze dem Urteil der heiligen Kirche unterworfen.“
    Dann folgt:
    „Copyright © by Schutzengelbruderschaft, A-6020 Innsbruck, Domplatz 2. Alle Rechte vorbehalten: Nachdruck…Auszüge auch einzelner Teile nicht gestattet…“

    „Wir finden es angebracht, in solcher Weise für das Engelwerk einzutreten, das gegenwärtig aufsoviel Unverstand, üble Nachrede, Schmähung und Feindschaft stößt.. Möge dieser kleine Ausschnitt aus dem so umfangreichen Gesamtwerk unsere Leser dazu führen, die derzeitige Negativkampagne als das zu durchschauen was sie ist ein Werk der Gottesfeinde.“

    „die derzeitige Negativkampagne…ein Werk der Gottesfeinde“.

    Hier haben wir es mit dem selben Dilemma zu tun, das wir auch bei der FSSPX vorfinden: Ein Zusammenschluss mit den Gottesfeinden in Rom bewirkte auch im Engelwerk unweigerlich den Verlust des Segens Gottes und so war es nicht verwunderlich, daß infolgedessen Spannungen und Spaltungen Einzug hielten, ebenso wie heute in der Piusbruderschaft, die die Feinde Gottes umschmeichelt, sie umarmt, mit ihnen ißt und von ihnen „Vergünstigungen“ erbittet. Diese Kampagne, diese Feindschaften gegenüber dem Engelwerk sind eine Strafe als Folge für die Freundschaften mit den Feinden Gottes. Und diese Strafe Gottes erleben wir soeben bei der Piusbruderschaft.

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